Leben im Rivers Edge Holiday Park

Hallo liebe Leser, endlich gibts mal wieder was Neues vom anderen Ende der Welt für euch. Die letzten zwei Monate sind wie im Flug vergangen, kein Wunder, wenn alles neu ist und es so viel zu lernen und erkunden gibt! Inzwischen hat der Frühling hier Einzug gehalten, es ist deutlich wärmer, aber auch ziemlich wechselhaft, so dass man an manchen Tagen alles von Sonne über Regen und Wind zurück zu Sonne hat – ein bisschen wie im April bei uns (außer dass es hier keinen Schnee gibt). Unser Haus ist nicht mehr ganz so kalt, und es gab sogar schon ein paar Tage, an denen wir gar nicht heizen mussten – inzwischen finde ich 18 Grad im Haus warm 🙂

Ich habe euch ja letzten Blog versprochen, dass ich ein paar Bilder vom Campingplatz hochladen werde, und da vor zwei Wochen unsere Bäume in voller Blüte standen, hat sich das zum Fotografieren mehr als angeboten. Ich hoffe, das animiert möglichst viele von euch, mich hier besuchen zu kommen, wenn das wieder möglich ist ;-).

Unser Schild am Eingang des Campingplatzes.
Der Blick von der Einfahrt auf den Weg durch den Campingplatz und in den hinteren Teil, eingerahmt von den blühenden Bäumen. Das kleine Gebäude links ist unser Office.
Die „Villa“, unser kleines Selbstversorger-Häuschen direkt nach dem Eingang rechts.
Das Schlafzimmer unterm Dach, auf der nicht sichtbaren Seite ist noch ein Einzelbett.
Das Erdgeschoss mit Esstisch, einer kleinen Küchenzeile und einem „Wohnzimmerbereich“ mit Fernseher, die Tür geht zum Bad mit Dusche.
Gegenüber, also vom Eingang her links, ist die „Lodge“, ein Selbstversorgerhaus mit 3 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad. Das vermieten wir meist an Gruppen.
Die Lodge von der anderen Seite, mit kleiner Veranda.
Unsere 5 basic cabins, jeweils mit entweder zwei Einzelbetten oder einem Einzel- und einem Doppelbett, Kühlschrank und etwas Geschirr ausgestattet.
Blick von den Cabins zum Kitchen block, die linke Tür führt zur Laundry, die rechte in die Gemeinschaftsküche. Die Waschräume sind auf der anderen Seite des Blocks.
Unsere „Lounge“ mit Sofas, Fernseher und einer kleinen Bibliothek zum Austausch von Büchern (es gibt sogar deutsche Bücher).
Unsere Zeltwiese bzw. unsere „unpowered sites“. Dahinter ist das Tor, das zum Damm und dem Fluss führt.
Der Blick vom Kitchen block zurück zum Eingang des Holiday Parks.

Das ist unser kleines Reich, ist echt cool, oder? Klein, aber gemütlich! Natürlich fällt auf einem Campingplatz jede Menge Arbeit an, und Stück für Stück lerne ich mehr dazu. Hier ein paar Beispiele:

Paddy beim Verlegen neuer Rohre für die neuen „powered sites“ in der ehemaligen Alpaca-Wiese – keine Angst, die Alpacas haben immer noch genug Platz! 🙂
Kevin und Paddy beim Lego-Spielen für Erwachsene – welche Rohre bzw. Leitunsteile passen zusammen?
Paddy kommt mit dem „mule“ (ich nenne es Golfkart) vom Feuerholz-Holen.
Natürlich muss auch jede Menge Rasen gemäht werden, hier von Paddy auf unserem „Ferrari“.
Mir macht das Rasenmähen-Lernen auf dem älteren (und langsameren) Modell hier sichtlich Spaß! Ich seh soooo peinlich aus! Aber ich wollte euch das nicht vorenthalten 😉

Natürlich ist das Leben auf dem Campingplatz nicht nur spaßig, es gibt auch Dinge, die nicht so der Burner sind, Putzen zum Beispiel… aber sie müssen halt gemacht werden, und zu zweit ist es halb so schlimm. Außerdem sind unsere Gäste meist echt vorbildlich. Letztens saßen wir beim Frühstück, als Paddy einen Anruf bekam, dass das Klo verstopft sei – das sind dann doch eher die unappetitlichen Seiten… es stellte sich heraus, dass die Tanks voll waren. Wir sind zu weit von der Kanalisation und den Abwasserrohren entfernt, weshalb wir hier Tanks haben, die natürlich in regelmäßigen Abständen geleert werden müssen – nicht sehr appetitlich, das kann ich euch sagen! Wir haben allerdings nicht viel damit zu tun, dafür kommt Earl mit seinem Truck und saugt die Sch… ab. Wir müssen es nur bezahlen, was alles andere als billig ist.

Paddy bei den Öffnungen unserer Tanks, der Truck steht schon bereit.
Earl bei der Arbeit. Seid froh, dass ihr es nicht riechen könnt! 😉
Paddy und Skunky nach getaner Arbeit völlig geschafft auf der Couch!

Zum Glück überwiegen die schönen und angenehmen Seiten bei weitem! Was völlig neu für mich ist, ist, dass es hier keinen Stress gibt. Bis auf das Putzen von 10-11.00/12.00 Uhr gibt es keine festen Termine, man arbeitet so vor sich hin und macht halt das, was so anfällt. Und man hat immer Zeit für ein Pläuschchen mit den Permanents oder unseren Gästen, oder es schneit einer von Paddy’s Freunden herein und man macht einfach spontan eine Kaffeepause – das finde ich echt cool. An manchen Tagen kriegt man so zwar nicht viel gebacken, weil ständig jemand vorbei kommt, aber es war dann letztendlich ein schöner Tag. Es ist krass, wie anders mein Leben jetzt ist im Vergleich zu vorher!

Ein weiterer großer Vorteil an meinem neuen Leben ist, dass man viele interessante Leute kennenlernt. Vor ein paar Wochen zum Beispiel kam Sandra zu uns und wollte eigentlich nur eine Nacht bleiben, daraus wurden dann 4 oder 5, und wir hatten vergnügliche Abende bzw. Nachmittage mit Wein und Musik und ich ging mit ihr auf einen Roadtrip.

Paddy, sein Freund Roy und Sandra bei Musik, Chips, Käse und Wein.
Paddy, Sandra, Harry und Reza bei einer spontanen Musik-Session am Nachmittag.

Unser Roadtrip führte uns zuerst nach Onga Onga, wo wir eigentlich zu einem Markt wollten, der dann aber (wahrscheinlich wegen Corona) nicht stattfand. Stattdessen fanden wir ein kleines Open-Air-Museum und liefen ein wenig im Ort herum.

Ein alter Pflug vor einem kleinen Haus, das zu einer Farm gehörte, beides nun Teil des Open-Air-Museums.
Ist das nicht eine coole Badewanne?!?
Und so wurde sie geheizt, man konnte also quasi gleichzeitig kochen 😉
Was für eine originelle Idee, den alten Kühlschrank einfach zu einer Bibliothek umzufunktionieren!
Und so sah das von innen aus.
Danach fuhren wir etwas näher an die Berge heran und genossen den Ausblick von einem der vorgelagerten Hügel.

Unser letzter Stop war eine Daffodil Farm, ein riesiges Grundstück, das wie ein Park angelegt ist, in dem man spazieren gehen, aber auch gegen einen geringen Preis Daffodils abschneiden kann. Das so gesammelte Geld geht an die Cancer Foundation. Tolle Idee und geniales Grundstück!

Ein wunderschöner Gum Tree gleich am Eingang der Farm.
Blick über einen (kleinen) Teil der Farm.
Und hier eine Art von Daffodils inmitten von vielen anderen.
Sandra und ich vor dem See der Farm.

Neben der Arbeit gibt es aber auch noch andere schöne Dinge, die wir zusammen oder auch mal getrennt (meist bei sportlichen Aktivitäten) unternehmen. Solange Kevin und Sandy hier waren (die beiden, die den Campingplatz in Paddy’s Abwesenheit managten), war es relativ einfach für uns, mal ein paar Stunden weg zu kommen. Jetzt sind die beiden für ein paar Monate im Norden unterwegs, so dass es etwas komplizierter wird, zusammen etwas zu unternehmen, aber für ein paar Stunden und dank Handy ist auch das machbar. So waren wir zum Beispiel zum Dinner in Napier und haben dann Shona und Rob, Freunde von Paddy, besucht.

Dinner im „Shed 2“ am Hafen von Napier.
Paddy und Rob in Rob’s Garten…
… der diesen genialen Ausblick bietet.

Vor zwei Wochen haben wir uns den Farmer’s Market im benachbarten Otane angeschaut und waren danach im Ort frühstücken:

Otane’s sonntäglicher Farmer’s Market
In diesem hübschen Cafe genehmigten wir uns unser Sonntags-Frühstück.
Diese beiden haben wir auf unserem Weg zurück zum Auto gefunden 🙂

Freitags oder Samstags Abends gehen wir meist entweder aus, sind bei Freunden eingeladen oder haben Freunde bei uns zuhause:

Aileen’s Partner Andrew, Aileen (Paddy’s Schwester) und ein anderer Freund, dessen Name ich vergessen habe, im Otane Pub.
Rosco und Davie…
… und ihre dazugehörigen besseren Hälften Susan und Annette und eine weitere Freundin, deren Name ich leider auch vergessen habe – es sind einfach zu viele neue Leute!
Dinner-Invitation bei Wendy und Roy: hier Clarkie, Roy, Ken und Paddy.

An anderen Abenden (oder auch mal am Tag) gehen wir ein bisschen am Fluss spazieren. An diesem Abend war das sehr romantisch, mit Sonnenuntergang!

Sonnenuntergang am Waipawa River mit Blick Richtung Berge.
Ohhh, sind wir nicht süß?!?

An einem leider wettertechnisch nicht sehr schönen Tag schnappte ich mir unser kleines Auto, einen Mazda, und fuhr zum nächstgelegenen Strand, hauptsächlich um der Übung willen, den an das Linksfahren muss man sich echt erst (wieder) gewöhnen! Und auch daran, dass man mit der linken Hand schalten muss und Scheibenwischer und Blinker „vertauscht“ sind.

Unser kleiner grüner Mazda.
Pourerere Beach – atemberaubend schön, selbst an einem nicht ganz so schönen Tag.

Vor knapp drei Wochen war ich das erste Mal in den Bergen, oder eher an den Bergen, denn leider war es schon zu spät, um einen richtigen Hike zu machen. Stattdessen nahm ich einen kleinen Rundweg und genoss die Ruhe im Wald. Aber nun weiß ich wenigstens, wie ich hinkomme, und es war wieder ein bisschen Übung mit dem Autofahren. Die Ruahine Ranges sind etwas über eine halbe Stunde Autofahrt von uns entfernt, und die Anreise zum Parkplatz und Startpunkt des bekanntesten Hikes zur Sunrise Hut ist abenteuerlich, denn man muss über eine sehr schlechte private farm road durch diverse Schaf- und Kuhweiden durch mit jeweils Gattern, die geöffnet und wieder geschlossen werden müssen. War ich froh, dass ich den Pajero genommen hatte, und nicht den Mazda! Aber die Gegend dort ist echt schön!

Blick in die Berge vom Schotterweg aus.
Hier geht es auf dem Farmweg durch das erste Tor über die erste Weide – es folgen noch drei weitere, das ist ein heiteres Aus- und Wiedereinsteigen
… bis man zum Parkplatz gelangt, an dem man dieses Schild findet. Dort sind diverse Wandertouren vorgeschlagen, die ich natürlich alle ausprobieren will.
Kaum losgelaufen hat man einen wunderschönen Blick zurück Richtung Waipawa, und das, obwohl man noch gar nicht wirklich weit oben ist.
Dies sind die Wanderwege, die man von dort aus machen kann. Ich entschied mich wegen der fortgeschrittenen Zeit für den kurzen Swamp Track Loop...
… der so aussah – ein echt netter Waldweg mit Infotafel zu den Pflanzen und Vögeln am Fuß der Berge.
Und natürlich musste man auch hier über eine Schafweide laufen, wo ich diesen drei süßen Lämmern begegnete.

So sieht also mein Leben am anderen Ende der Welt gerade aus. Was gibt es sonst Neues? Die neuseeländische Regierung hat inzwischen wohl eingesehen, dass auch sie mit Covid werden leben müssen – inzwischen sind 3 Bezirke im Lockdown und die Infektionszahlen steigen, heute waren es 103 Neuinfektionen. Sie hoffen darauf, dass möglichst viele Leute möglichst schnell geimpft werden, so dass man auf Lockdowns verzichten kann. Leider hat man das Impfen anfangs etwas verschlafen, aber inzwischen sind sie bei 56% voll Geimpften, was für die kurze Zeit echt gut ist. Mal sehen, wann sie die armen Auckländer aus dem Lockdown lassen (sie sind seit unserer Ankunft im August „eingesperrt“) – oder wann auch wir im Lockdown sind…

Ansonsten sind wir viel am Organisieren für unser gemeinsames Leben hier (und für das nächste Visum): wir haben ein gemeinsames Bankkonto eröffnet, und ich habe eine Steuernummer bekommen – das war ein Abenteuer! Denn für die Steuernummer brauchte ich ein Bankkonto und für das Bankkonto eine Steuernummer oder einen Nachweis meiner Adresse hier. Da es in NZ kein Einwohnermeldeamt gibt und man sich nirgendwo anmelden muss, ist der einzige Adress-Beweis offizielle Post an seine Adresse, also von irgendeiner Behörde. Aber das hat man natürlich nicht nach 2 Wochen in NZ… doch mit etwas Kreativität haben wir das hingekriegt :-). Außerdem habe ich mich im Fitnessstudio im nächsten Ort angemeldet und will auch mal das Judotraining in Napier ausprobieren – auch um Leute kennen zu lernen. Das fand aber die letzten zwei Wochen wegen Schulferien nicht statt.

Ihr dürft gerne weiter fleißig Briefe und Karten an uns oder mich schreiben (auch die sind wichtig für unser nächstes Visum) – bisher kamen zwei Briefe an, einer nach 7 Wochen, einer nach 3 Wochen, dauert also etwas…

So, das wars für heute. Nächstes Mal erzähle ich euch von Harvey, also stay tuned – und meldet euch gerne, per Brief, Mail, WhatsApp, Facebook, Messenger, comment oder sonstwie 😉

Lasst es euch gutgehen und bleibt gesund!

Eure Susi

Einleben in der neuen Heimat

Hallo liebe Leser, endlich komme ich mal wieder dazu, euch zu schreiben. Inzwischen bin ich schon seit 4 Wochen in meinem neuen Zuhause in Waipawa, die Zeit ist vergangen wie im Flug! Es gibt jede Menge zu lernen, denn mein Leben hier ist in fast allen Belangen komplett anders als mein Leben in Deutschland. Zu allererst natürlich der Job – ich habe zwar schon drei verschiedene Berufe, aber auf einem Campingplatz habe ich noch nie gearbeitet, und so bin ich quasi gerade Paddy’s Auszubildende ;-). Und was hier nicht alles für Arbeit anfällt! Mit der Arbeit in einem Krankenhaus oder meinem Job als Lehrer in gut geheizten Räumen am Schreibtisch hat das wenig zu tun – dafür bin ich viel draußen und arbeite mehr körperlich bzw. mit meinen Händen, weniger mit dem Kopf.

Zu allererst kommt natürlich das Putzen der Küche, Laundry und Waschräume, das wir sarkastisch unsere „Happy Hour“ nennen. Wer mich kennt, weiß, wie „gerne“ ich putze, aber fairerweise muss man sagen, dass das zumindest im Moment keine große Arbeit ist, da nicht viele Leute hier sind und Paddy und ich uns die Arbeit ohnehin teilen.

Der Eingang zum Frauen-Waschraum, das „Cleaning“-Schild steht schon…
Der Waschraum von innen, mein Putzeimer steht schon bereit.

Wenn wir Übernachtungsgäste in unseren Cabins haben, müssen die natürlich nach ihrer Abreise wieder geputzt und hergerichtet werden:

Eine unserer Cabins, nachdem wir die Betten abgezogen haben, mit Blick auf die Alpaca-Weide 🙂
Das Deck vor den Cabins, mit allen Läufern aus den Zimmern über den Sesseln ausgebreitet, damit wir innen sauber machen können.
Der Boss arbeitet fleißig mit 😉

Auch unsere Lodge, in der zur Apfelernte 8-12 „Apple pickers“ wohnen, musste wieder hergerichtet werden:

Bettentransport mit unserem kleinen Truck.
Ein Zimmer mit Bunkbed und Einzelbett in der Lodge.

Während Paddy bei mir in Deutschland war, hat Kevin, der in dieser Zeit mit Sandy den Campingplatz gemanagt hat, Zäune versetzt und einen Teil der riesigen Alpaca-Weide abgetrennt, um den Campingplatz zu vergrößern. Natürlich müssen dafür auch Stromleitungen neu verlegt werden für die powered sites – und das haben wir ausgerechnet im größten Dreckwetter gemacht…

David, der Elektriker, und Paddy beim Verlegen der Stromkabel unter den Cabins durch. Kevin hatte zuvor den Kanal gegraben.

Auch um die Bäume muss man sich kümmern, damit während des nächsten Sturms keine Äste auf Wohnwägen oder Zelte fallen:

Paddy mit der Kettensäge am Werk.

Und hier noch ein paar Eindrücke von dem, was wir so um unser Haus herum getan haben:

Paddy auf dem Dach beim Reinigen der Solarzellen – unser Wasser wurde nicht mehr richtig warm, weil die Solarzellen so dreckig waren…
Danach reinigten wir das Deck und die Veranda ums Haus herum...
… inklusive Möbel, die da normal stehen.
Auch die Fenster mussten danach gereinigt werden, aber sie hatten es eh nötig...

Wenn dann zwischendurch oder abends mal Zeit ist, bastelt Paddy an irgendeinem Gefährt oder Motor in seiner Werkstatt rum:

Paddy beim Zusammensetzen eines Motorrad-Motors.

Nach getaner Arbeit und bei passendem Wetter sieht die Pause dann so aus:

Pause!!!

Bisher macht die Arbeit echt Spaß – am besten ist, dass man sehr interessante Leute kennenlernt, die wegen der geschlossenen Grenzen zwar (fast) alle „nur“ aus Neuseeland kommen, aber trotzdem häufig sehr interessante Geschichten haben. Außerdem liegt mir der Teil am besten, ich bin gut mit Menschen :-).

Zum Glück gibt es aber nicht nur die Arbeit (obwohl es sich bisher nicht wirklich nach Arbeit anfühlt und nie stressig ist), sondern auch einiges an Freizeitaktivitäten, die ich mir hier aber erst wieder suchen muss. Das naheliegendste für mich ist Radeln, da ich ja mein Fahrrad, das ich für meine Neuseeland-Tour 2018/19 benutzt hatte, schon hier habe. Als ich es putzen und herrichten wollte, gab es leider eine unangenehme Überraschung: Mehrere Speichen waren einfach durchgerostet! So packten wir das Rad ein und fuhren zu Wayne, der in Waipukurau ein Fahrrad-/Rasenmäher-Geschäft hat und ließen neue Speichen aufziehen. Und wo wir schonmal da waren und ich auch ein neues Mountainbike brauchte, schauten wir gleich mal nach Rädern. Zufällig war eins in meiner Größe da, was gut und halbwegs bezahlbar war. Ich durfte es einen Tag probefahren und war begeistert. Lieber wäre mir zwar das Trek Bike gewesen, aber darauf müsste ich voraussichtlich ein Jahr warten (und es wäre um einiges teurer gewesen)… und so entschied ich mich dafür, das Scott Bike zu nehmen (auch wenns nicht unbedingt meine Farbe ist):

Mein neues Bike, yayyy!!!

Natürlich musste ich mein neues Bike gleich ausprobieren, und so nutzte ich jeden sonnigen und nicht zu windigen Tag zum Radeln. Hier gibt es neben dem neu angelegten Tukituki Trail entlang des Tukituki Rivers auch einen Mountainbike Park, den ich aber bisher noch nicht ausprobiert habe. Aber die Trails entlang des Flusses sind auch schonmal ganz nett… hier ein paar Fotos von verschiedenen Radtouren:

Der neue Tukituki Trail: entweder gemütlich auf ebenen Limestone-Radwegen oder auf Mountainbike-Trails befahrbar, also für jeden Geschmack etwas dabei.
So sieht der gemütliche Radweg aus…
… und das ist die sportlichere Variante.
Die neue Swing Bridge über den Tukituki River.
Die Hängebrücke ist schon etwas wackelig, wenn man drüber fährt – aber macht echt Spaß!
Der Weg führt auch durch ein paar Bäume neben dem Fluss.
Blick auf den Waipawa River, ganz im Hintergrund die Berge…
… die Ruahine Ranges, ganz oben noch mit Schnee bedeckt.
Einsame Nebenstraße durch die Hügel bei Waipawa.
Paddy ist manchmal auf einer Tour dabei, auch wenn seine Bikes eher folgendermaßen aussehen:
Paddy auf seiner Harley.

Da wir seit fast zwei Wochen keinen Lockdown mehr haben (außer in Auckland), sondern nur noch Level 2, was hauptsächlich bedeutet, dass man beim Einkaufen bzw in Gebäuden Maske tragen muss, konnten wir nun endlich Paddy’s Freunde treffen, die darauf brannten, ihn endlich daheim willkommen zu heißen und mich kennen zu lernen. Der erste war Harry, der zu einer Nachmittags-Jam-Session vorbei kam:

Harry und Paddy beim Musizieren in unserer Küche.

Auch seine Familie, sprich seine Schwester und seine Tochter, konnte Paddy nach 5 Monaten endlich wiedersehen und in den Arm nehmen – beide kamen zu Kaffee und Kuchen mit ihren Partnern bei uns vorbei. Paddy’s Schwester Aileen kannte ich schon, aber dies war das erste Treffen mit seiner Tochter Liv, da war ich schon ein bisschen nervös… aber völlig grundlos, sie ist supernett, und es war ein sehr schöner Nachmittag zusammen!

Andrew + Aileen und Sam + Liv mit Paddy beim Schokokuchen-Essen auf unserer Veranda.

Freitag Abend gingen wir das erste Mal aus, mit ein paar von Paddy’s Freunden in den örtlichen Pub „Skinny Mulligans“. Es wurde ein schöner unterhaltsamer Abend mit jeder Menge Gesprächsthemen, und zum Glück habe ich inzwischen keine Probleme mehr, Kiwi-English zu verstehen 🙂

Eine fröhliche Runde: Paddy, ich, Annette, Wendy, Ross, Andrew und Aileen.

Da der Abend recht früh endete und wir noch nicht nach Hause wollten, statteten wir Paddy’s Freunden Roy und Wendy noch einen Besuch ab:

Wendy, Roy und Paddy bei Kaffee und Keksen, danach gab es noch eine Musikeinlage von Roy, der auch Gitarre spielt und singt.

Tags darauf kam uns Paddy’s Freund Steve aus Napier besuchen, ihn hatte ich bis dahin noch nicht bzw. nur per Skype kennen gelernt. Wie Paddy ist auch er ein begeisterter Biker:

Steve auf seiner neu erworbenen Harley.
Steht mir auch gut, oder? Nur an der Fußbekleidung sollte ich noch arbeiten 😉

Endlich konnte Paddy’s Band auch wieder das Proben aufnehmen, und jetzt wieder mit Paddy! Es macht Spaß, ihnen zuzuhören und zuzuschauen, sie sind echt gut!

Paddy (Gitarre), Harry (Gitarre + Gesang), Steve (Gitarre), Glyn (Bass) und Steve (Schlagzeug) beim Proben in Paddy’s Workshop.
Kleine Kostprobe der „Monotones“.

Ansonsten „übe“ ich fleißig Autofahren, denn an das Linksfahren muss man sich echt erst gewöhnen – und daran, dass alles im Auto auf der falschen Seite ist! Das kenne ich zwar von Dominica schon, aber das ist inzwischen auch schon wieder 12 Jahre her, krass! Und da Paddy einen ganzen Fuhrpark hat, muss ich mich nicht nur ans Linksfahren gewöhnen, sondern auch an verschiedene Gefährte – unter anderem dieses hier:

Quadbike-Fahren am Fluss entlang macht echt Spaß!

Inzwischen habe ich mich schon etwas besser an die Temperaturen gewöhnt, und den Kamin anheizen kann ich mittlerweile im Schlaf ;-). Trotzdem bin ich froh, dass jetzt Frühling ist und es immer wärmer wird. Und auch die Natur erwacht so langsam wieder zum Leben. Hier ein paar Eindrücke:

Blumen in Waipawa’s „Stadtzentrum“.
Die Bäume fangen an zu blühen.
Soooo schön, wenn es anfängt zu blühen.
Überall sieht man Lämmer, auch ein Zeichen für Frühling.
Und an manchen Tagen ist es morgens schon so warm, dass man draußen frühstücken kann (meist ist es draußen eh wärmer als im Haus).
Cooler Abendhimmel vor schlechtem Wetter.
Abendhimmel über dem Waipawa River.

Mittlerweile ist auch meine Kiste voller Klamotten hier angekommen, die ich kurz bevor wir hergeflogen sind, für schlappe 257 Euro versendet habe – jetzt sind meine ganzen Klamotten (die ich noch habe) hier, auch die kurzen Sachen – der Sommer kann also jetzt kommen 🙂

Meine etwas ramponierte Kiste, aber es war ja nichts Zerbrechliches drinnen.

Das war so das Wichtigste der letzten 4 Wochen, und natürlich bin ich immer noch dabei, mich einzuleben, das geht nicht so schnell. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mich mehr darum kümmern, mir mein neues Leben hier aufzubauen: Bankkonto eröffnen, Steuernummer beantragen, usw usw. Außerdem werde ich mir mal das Fitnessstudio in Waipukurau, dem nächsten Ort, anschauen und evtl. den Judoverein in Napier kontaktieren und dort mittrainieren. In Hastings gibt es sogar eine Frauen-Fußballmannschaft, obwohl Fußball hier nicht so ein großes Ding ist. Mal sehen, vielleicht fange ich ja wieder das Kicken ein bisschen an…?!? Oder vielleicht auch nur das Training-Halten, wenn sie einen Trainer gebrauchen können. Es wird also so schnell nicht langweilig hier 😉

Ich hätte noch eine Bitte an euch: Da wir für mein Partner Resident Visa, das wir im März beantragen wollen, weiter „Beweise“ sammeln müssen, wäre es cool, wenn ihr Paddy und mir mal eine Karte oder einen Brief schickt (abgesehen davon, dass ich mich sowieso über Post aus der Heimat freuen würde). Hier ist unsere Adresse:

Danke schonmal im Voraus! Ich hoffe, euch geht es gut – und an meine ganzen Lehrer-Freunde – ihr habt den Start ins neue Schuljahr gut gemeistert und überstanden? Würde mich sehr freuen von euch zu hören! Bis dahin bleibt gesund! Ganz liebe Grüße vom anderen Ende der Welt!

Eure Susi

Finally free – our trip home :-)

Hallo liebe Leser, endlich sind wir in unserem Zuhause angekommen, nach abenteuerlichen 1,5 Jahren und mit etwas über einem Jahr Verspätung! Aber der Reihe nach: Am Montag um 5.00 Uhr klingelte der Wecker, wir packten den Rest unserer Sachen und waren nach einem letzten Gesundheits-Check Abmarsch-bereit – zurück in die Freiheit!

Unsere Sieben(undzwanzig) Sachen und ein letzter Blick auf unser Hotelbett.
Paddy beim kontaktlosen Check-out an der Hotelrezeption.
Paddy beim Warten auf Phil, vor einem sehr passenden Schild 🙂

Kurz darauf wurden wir von Phil, dem Sohn von Paddy’s Freunden, am Hotelparkplatz aufgesammelt. Wir brachten ihn noch zurück zu seinem Zuhause und dann ging es mit seinem Auto auf den ca 550 km langen Roadtrip von Auckland nach Waipawa, ausgestattet mit den wichtigen Papieren von MIQ, die uns erlaubten, auch im Lockdown unterwegs zu sein und nach Hause zu fahren. Hier ein paar Eindrücke von unserer Fahrt nach Hause:

Sunrise in Auckland.
Zwischendurch Morgennebel…
der aber bald einem wunderschönen Tag Platz machte.
Frühstück an der Tanke – mein erster Pie nach mehr als 1,5 Jahren Pie-Pause – lecker!!!
Hier gibts neben Schafen auch jede Menge Kühe – fast wie im Allgäu 🙂

In Taupo machten wir kurz Halt und vertraten uns ein wenig die Beine. Der sonst so geschäftige Ferienort war dank des Lockdowns wie ausgestorben, genauso wie die Straßen bisher. Es waren fast nur Trucks unterwegs, nur mal vereinzelt ein Auto, denn nur „essential workers“ dürfen gerade unterwegs sein (außer man möchte zum nächsten Supermarkt, das ist erlaubt).

Leere Straßen in Taupo.
Die Straße zum See ist wie ausgestorben.
Trotz Winter blühen hier schon ein paar Bäume und Büsche.
Zwei nach 14 Tagen Hotelzimmer bleiche Gesichter in der Morgensonne – himmlisch!
Blick über den See Richtung Gebirge.
In den Bergen liegt Schnee – Blick auf den „Schicksalsberg“ aus „Herr der Ringe“.
Paddy vor dem Pick-Up Truck, den wir nach Waipawa fuhren.
Wasserfall zwischen Taupo und Napier.
On the road between Taupo and Napier 🙂

Nach ca 6 Stunden ungestörter Fahrt auf einsamen Straßen kamen wir in Waipawa an:

Ausgestorbene Hauptstraße in Waipawa, rechts der Clocktower.
Finally home – die Einfahrt zum Zeltplatz.

Zuhause angekommen, erwartete uns ein unerwarteter Anblick – Kevin auf dem Baum! Er war gerade dabei, sämtliche Olivenbäume zu stutzen, die jetzt ganz traurig und nackt aussehen! Angeblich wachsen sie viel buschiger und schöner nach… hoffen wir das beste!

Kevin bei der Arbeit im Baum.

Kevin und Sandy sind die beiden, die sich in Paddy’s Abwesenheit um den Campingplatz kümmerten und auch normal viel mithelfen! Ohne sie wäre es Paddy nicht möglich gewesen, nach Deutschland zu kommen, wir sind ihnen soooo dankbar!! Abgesehen davon, dass sie wirklich tolle Arbeit hier geleistet und ganz viel aufgeräumt, repariert und neu gemacht haben!

Wir wanderten erstmal auf unserem Grundstück umher und versuchten zu begreifen, dass wir nun wirklich da sind. Hier ein paar Eindrücke von Haus und Garten:

Unser Haus vom Garten aus – es ist ca 130 Jahre alt!
Blick auf die Veranda.
Unser Garten, im Hintergrund Paddy’s Werkstatt/Garagen.

Da nach 5 Monaten Abwesenheit natürlich nichts im Kühlschrank war (oder auch sonst nirgendwo), machten wir uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt nach Waipukurau, dem benachbarten Dorf, wo wir ein kleines Vermögen ließen – zum Teil, weil Lebensmittel hier echt teuer sind und zum Teil, weil wir zwei Einkaufswägen voll Zeug kauften. Aber jetzt sind wir erstmal mit allen Basics ausgestattet 🙂

Außerdem kam es zu einem emotionalen Wiedersehen zwischen Paddy und seiner Katze Skunky, das von ihrer Seite zunächst jedoch eher etwas reserviert ausfiel, was sich aber schnell änderte.

Paddy und Skunky, die erstmal noch nicht so glücklich auf Paddy’s Arm war.

Da dieses Haus, wie schon erwähnt, 130 Jahre alt ist und dementsprechend (nicht) isoliert, und weil es hier in Neuseeland sowieso keine Zentralheizung gibt, wurde es schnell ziemlich kalt, so dass wir den Kamin in der Küche anheizten:

Da wird es einem beim bloßen Anblick doch gleich wärmer!

Als es Bettgehzeit wurde, erlebten wir noch eine sehr unangenehme Überraschung (neben der, dass das Schlafzimmer saukalt war und höchstens 5 Grad hatte…): Paddy schlug die Laken des Bettes zurück, und es roch übel, woraufhin er das Kissen anhob und folgendes sah:

Unangenehme Überraschung im Bett!

In unserer Abwesenheit war vor ein paar Wochen eine Katze ins Haus gelangt und wurde dort eingesperrt, und sie dachte wohl, dass das die Toilette ist… Und so mussten wir erstmal das ganze Bett austauschen, denn der Gestank war echt übel. Danach fielen wir todmüde in das von den electric blankets schön angewärmte Bett – unsere erste Nacht zurück in Waipawa!!!

Emotional und kopfmäßig wird es wohl noch ein paar Tage dauern, bis wir wirklich hier angekommen sind und uns komplett Zuhause fühlen – auch für Paddy, denn in den letzten 5 Monaten hatte er ein völlig anderes Leben in Deutschland und muss sich nun wieder an hier gewöhnen, mit mir hier. Aber wird schon langsam, wir genießen es sehr, dass wir nach zwei Wochen Hotelzimmer wieder frei herumlaufen können. Und der Rest ergibt sich dann 🙂

Im nächsten Blog stelle ich euch mein neues Zuhause etwas vor! Ich hoffe, es geht euch gut. Bleibt gesund und meldet euch ruhig mal – aber denkt an die 10 Stunden Zeitunterschied!

Eure Susi

MIQ day 12 + 13 – last days in the golden cage

Hallo liebe Leser, erstmal Entschuldigung dafür, dass es gestern keinen Blogbeitrag gab, aber der Tag war soooo ereignislos, dass ich beschloss, unsere letzten beiden Tage „in Gefangenschaft“ zusammen zu fassen 😉

Der (unangenehme) Höhepunkt des gestrigen Tages war definitiv unser letzter Covid-Test, der anscheinend unter dem Motto läuft „wer am tiefsten mit dem Stäbchen reinkommt, hat gewonnen“. Ich hatte relativ viel Glück, aber Paddy’s Swabman (oder im gestrigen Fall swabwoman) spielt da ganz sicher um den Titel mit! Nachdem wir bisher nichts mehr von unserem Test gehört haben, gehen wir davon aus, dass wir wieder negativ waren, und so morgen wirklich nach Hause fahren, yayyyy!!!

Ansonsten gab es gestern natürlich wieder jede Menge Essen:

Frühstück: Porridge und zwei Mini-Muffins.
Geteilter Lunch: Chicken casserole und Salat.
Dinner: Stew (für Paddy Lamm, für mich vegetarisch), Salat und Schokokuchen.

Der (angenehme) Höhepunkt des gestrigen Tages waren unsere 45 Minuten Freiheit, die wir dieses Mal mit einer jungen Französin zusammen-laufend verbrachten, natürlich mit dem hier geltenden Covid-Sicherheitsabstand von 2 Metern. Sie erzählte uns, dass sie mit einem Critical Work Visa als Ingenieurin nach Neuseeland gekommen und ihr Freund schon hier ist, den sie seit letztem Jahr Januar nicht mehr gesehen hat. Das wird ein Wiedersehen morgen!! Und so verflogen die 45 Minuten relative Freiheit noch schneller als sonst eh schon! Den Rest des Tages verbrachten wir wie immer lesend, im Internet surfend, News schauend, Gitarre-spielend und Spanisch lernend.

Unser letzter Tag im Nobelhotel startete mit einem schönen Sonnenaufgang (siehe Titelbild) und erneut leckerem Porridge zum Frühstück:

Frühstück – dieses Mal wieder mit frischem Plastikbesteck 😦

Nach dem Frühstück widmete ich mich gleich meinen Spanisch-Lektionen, denn wer weiß, wie viel Zeit ich in Zukunft dafür habe. Danach spielte ich an meinem Handy rum, während Paddy Gitarre spielte. Irgendwann am Vormittag kam unsere Krankenschwester wie jeden Morgen vorbei und überprüfte unsere Temperatur (morgen früh zum letzten Mal), beide 36,1, also alles gut. Außerdem bekamen wir unseren „Abschiedsbrief“, damit wir ohne Probleme nach Hause fahren können, denn eigentlich ist ja gerade Lockdown und man darf nur mit gutem Grund unterwegs sein und Auckland eigentlich nicht verlassen. Und so sieht das gute Stück aus:

„Fahrerlaubnis“ im Lockdown.

Philipp, der Sohn von Paddy’s Freunden, holt uns hier am Hotel um 6.30 Uhr früh ab, wir bringen ihn dann nach Hause und dann geht es auf die 6-stündige Heimfahrt nach Waipawa. Das heißt wir sollten am Nachmittag in unserem neuen Heim (naja, neu nur für mich) ankommen. Ich freue mich schon riesig!!! Endlich!!!

In froher Erwartung unserer Heimreise packten wir am Nachmittag unsere sieben Sachen (oder ein paar mehr):

Paddy beim Kofferpacken.

Natürlich werden wir auch das ganze übrige Essen, hauptsächlich Obst, Bananenbrot und Chips, und die übrigen Getränke mitnehmen, dann haben wir wenigstens für unterwegs was, und Zuhause ist ja auch erstmal nichts da.

Eine ganze Tüte voller Essen!
Und der Kühlschrank ist auch noch voll – hauptsächlich mit Getränken.

Morgen früh kommt dann ein letztes Mal die Krankenschwester zum Temperaturmessen, dann checken wir um 6.00 Uhr aus und dann geht es heim, yayyyy!!!!

Ach ja, das Mittagessen war relativ unspektakulär, ein Sandwich, das wir uns teilten, so dass ich noch nichtmal ein Foto gemacht habe. Und so sah unser letztes Abendessen und gleichzeitig unsere letzte Mahlzeit hier aus:

Last dinner: Champagne ham mit Erbsen und Reis.

Hier noch ein kleiner Englischkurs (bzw. Neuseeländischkurs) mit Jörg und Duncan, für alle, die uns (hoffentlich bald) besuchen wollen:

Lifeswap: Germlish 🙂

Ich hoffe, euch hat mein MIQ-Tagebuch gefallen, auch wenn die Tage hier mehr oder weniger umaufregend waren. Für alle Leser, die eventuell selbst noch MIQ vor sich haben: ich fand, es ließ sich sehr gut aushalten, das Zimmer hier war zwar nicht riesig, aber groß genug, selbst für zwei Leute. Das Essen war sehr gut (und mehr als reichlich!) und das Personal wirklich sehr nett. Außerdem war alles sehr gut organisiert, ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt, und alles lief reibungslos. Und da ich ja wusste, dass es nur für zwei Wochen ist, kam ich auch gut mit der Beschneidung meiner Freiheit und der wenigen frischen Luft zurecht. Ich war einfach nur dankbar, dass wir einen MIQ-Platz ergattern und so zurück nach NZ kommen konnten!

Die nächsten Blogbeiträge werden sicher wieder interessanter, wenn auch definitiv nicht mehr so häufig. Ich werde versuchen, alle zwei Wochen über mein neues Leben hier in Neuseeland zu schreiben, also nicht ungeduldig werden! Schaut einfach ab und zu auf meine Website oder abonniert sie einfach, dann bekommt ihr immer eine E-Mail, wenn es etwas Neues gibt.

Bis dahin macht es gut, passt gut auf euch auf und bleibt gesund! Haere ra (Maori für „Goodbye“)!

Eure Susi

MIQ day 11 – transport organized!

Hallo liebe Leser, gute Neuigkeiten – wir haben unsere Heimfahrt regeln können! Und das obige Bild zeigt, wie wir aussehen werden, wenn wir am Montag dieses Hotel verlassen… 😉 Ab Montag ist echt Diät angesagt, und viel Bewegung!!!

Aber der Reihe nach: Zuerst gab es mal wieder Frühstück, heute Müsli mit Obst, mein Lieblingsfrühstück! Mal was gesundes, zumindest wenn man die Mini-Schoko-Croissants weglässt, was wir taten, da das Müsli echt groß war!

Frühstück.

Danach regelte Paddy unsere Heimfahrt – es wird tatsächlich Option 3 (siehe Blog gestern): Wir fahren das Auto von dem Sohn von Paddy’s Freunden nach Hause, und uns gleich mit! Das ist echt cool, dass das klappt, so muss keiner stundenlang durch die Gegend fahren, um uns abzuholen! Und Paddy’s Freunden ist damit auch geholfen – win-win sozusagen 🙂

Während Paddy telefonierte, sprach ich per video call mit Claudi in der fernen Heimat – es war soooo schön, mal wieder mit ihr zu quatschen! Ich vermisse meine Freunde jetzt schon – auch wenn ich sie im letzten Jahr dank Umzug und Lockdown gar nicht viel gesehen habe…

Bald danach gab es auch schon wieder Lunch, den wir uns wie in den vergangenen Tagen brüderlich teilten – und trotzdem war ich voll danach!

Zum Mittagessen gab es Chickenburger mit Pommes und Salat.

Von 13.00 – 13.45 Uhr genossen wir unseren Spaziergang im „Freigehege“, dieses Mal bei schönstem Sonnenschein und 16 Grad – es fühlt sich (zum Glück) so gar nicht nach Winter für mich an. Mal sehen, wie das dann nächste Woche in Waipawa ist, in einem kalten Haus… Leider gab es auch heute keine neue Fensterdekoration.

Um 15.00 Uhr schauten wir uns die Pressekonferenz der Premierministerin an, die für alle völlig unüberraschend verkündete, dass der landesweite Lockdown bis mindestens Dienstag verlängert wird, nachdem jetzt auch 3 Covid-Fälle in Wellington aufgetaucht sind.

Schlagzeile in der neuseeländischen Zeitung „Stuff“.

Insgesamt gibt es jetzt 31 bekannte Fälle, die alle zusammenhängen, also aus dem gleichen Cluster kommen. Und es werden in den nächsten Tagen sicherlich noch mehr werden. Ich bin gespannt, ob es ihnen erneut gelingt, das Virus wieder loszuwerden…

Den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit am Computer rumspielen und schlafen – irgendwie waren wir beide müde. Das kommt vom vielen Rumhängen und sich nicht bewegen! Ich bin ich froh, wenn wir am Montag hier raus sind und uns wieder frei bewegen können! Obwohl ich die zwei Wochen in MIQ nicht als schlimm empfunden habe, nur das Gefühl der „Unfreiheit“ ist echt ungewohnt.

Um 18.30 Uhr kam unser Dinner, und ich hatte so gar keinen Hunger! Ich hab nur den Salat und die Nachspeise (Krapfen!) gegessen, obwohl das „Vegetarian stew“ sicher gut war.

Dinner.

Wir lassen unseren völlig umaufregenden Tag jetzt noch unaufgeregt mit Lesen ausklingen. Jetzt sind es nur noch 2 Tage, yayyyy!!

Hier noch etwas zu eurer Unterhaltung zum Thema „intercultural differences“ – das ist sooooo wahr!!! Und damit hatte ich schon so einige Probleme (und werde sie wohl auch noch in Zukunft haben)… Das ist eine sehr wichtige Lektion für alle, die mich besuchen kommen wollen oder sonst irgendwie mal in Neuseeland landen, also gut aufpassen!

Lifeswap – the Kiwi way of beating around the bush 🙂

So, das wars mal wieder von mir! Jetzt wird es nur noch zwei Blogs aus MIQ geben, danach müsst ihr euch wieder auf längere Blogabstände einrichten. Bis morgen!

Eure Susi

MIQ day 10 – stuck in Auckland??? :-(

Hallo liebe Leser, inzwischen sind wir bei Tag 10 angekommen, noch 3 volle Tage, dann kommen wir hier raus – und dann? Tja, dieses Problem stellt sich uns jetzt tatsächlich, denn wegen des Lockdowns sind bis einschließlich nächste Woche Dienstag fast alle Inlandsflüge gestrichen worden, unter anderem natürlich auch unserer:

Inlandsflugplan für Montag – alles gecancelt
… auch unser Flug nach Napier 😦

Inzwischen sind wir ja daran gewöhnt, dass bei uns so gut wie nichts planmäßig läuft, und so nehmen wir das ziemlich gelassen – wir sind zusammen und wir sind in Neuseeland, das ist die Hauptsache! Für alles andere lässt sich eine Lösung finden.

Und so verbrachten wir den ganzen Vormittag damit, diese Lösung zu finden. Zuerst telefonierten wir mit der für uns verantwortlichen Defense Force Dame, aber die sagte nur, dass das nicht ihre Aufgabe sei und wir uns selbst um Transport bzw. eine andere Unterkunft kümmern müssen, da wir definitiv am Montag morgen hier „rausgeschmissen“ werden (sie sagte das sehr nett, nur um das klar zu stellen :-)). Zeitgleich hingen wir in der Warteschleife von Air New Zealand, um herauszufinden, ob unser Flug wirklich gecancelt ist und ob es eine andere Möglichkeit gibt. Nach über einer Stunde bekamen wir dann einen echten Menschen an den Apparat, der uns bestätigte, dass unser Flug gecancelt ist und uns anbot, dass wir auf einen Flug nach Wellington wechseln könnten. Das eröffnet uns im Moment drei Möglichkeiten:

1. Wir lassen uns von Kevin oder Aileen, Paddy’s Schwester in Auckland abholen, was zwar trotz Lockdown erlaubt wäre, aber 6 Stunden Hinfahrt und 6 Stunden Rückfahrt für sie bedeuten würde.

2. Wir nehmen den Flug nach Wellington, und lassen uns dort abholen, das würde ihnen 3 Stunden sparen.

3. Wir fahren für Roy, einen Freund von Paddy, das Auto seines Sohnes von Auckland nach Waipawa und kommen so ganz selbständig nach Hause.

Letzteres wäre die beste Lösung, aber es steht noch nicht fest, ob Roy’s Sohn sein Auto wirklich jetzt schon bei seinem Vater haben möchte oder doch noch hier braucht, weil sein geplanter Auslandsaufenthalt wegen Corona nun doch nicht stattfindet. Das warten wir jetzt erstmal ab. Sollte es mit dem Auto nicht klappen, entscheiden wir zwischen Lösung 1 oder 2. Uns hier ein neues Hotel suchen kommt für uns nicht in Frage, denn wer weiß, wie lange der Lockdown noch dauern wird – heute gab es 11 neue Fälle, insgesamt also 21…

Die Schlagzeile heute im NZ Herald.

Das Virus kam wohl mit einem Rückkehrer aus Sidney nach NZ rein, der sich nicht an daran gehalten hat, in seinem MIQ-Hotelzimmer zu bleiben, bis das Ergebnis des ersten Covidtests vorlag, der dann positiv war. Bisher weiß man noch nicht, wer das war und wie genau das Virus in die Öffentlichkeit gelangte, aber man glaubt, dass es der link zu den jetzigen Fällen ist. Morgen Mittag wird bekannt gegeben, ob der Lockdown verlängert wird – ich denke mal schon, zumindest in Auckland.

Ansonsten war der Tag wie jeder andere, also nichts aufregendes… Zum Frühstück gab es für Paddy Pfannkuchen, für mich Cereal und Obst, das ich mit unserem gehorteten Obst ergänzen konnte:

Frühstück.
Unsere Vorratskammer – keine Ahnung, wann wir das alles essen sollen… neben den ganzen Mahlzeiten, die wir jeden Tag bekommen…

Zum Mittagessen hatten wir nur eine Portion bestellt, die wir uns teilten – Mexican Beef Fajitas, wie immer sehr lecker! Und auch als halbe Portion genug!

Um 13.00 Uhr ging es an die frische Luft für unseren täglichen „Walk around the carpark“, heute schafften wir 4,2 km. Leider war das Fenster nicht umdekoriert, deshalb gibt es heute kein Bild.

Den Nachmittag verbrachten wir mit Spanisch lernen (Anfänger-Kurs 1 abgeschlossen, yayyy!)…

Ohne Worte 😉

… und Gitarrespielen – Paddy hatte seine Gitarre notdürftig repariert mit neuen Saiten und einem kleinen Stück Pappe, da wir keinen Sekundenkleber hier haben:

Die Saiten stehen wild in alle Richtungen.
In Nahaufnahme 🙂

Um 18.30 Uhr gab es dann auch schon wieder Dinner, eine Portion für jeden von uns, was wieder mal absolut zu viel war, weshalb uns jetzt die Bäuche weh tun… aber war sehr gut – Tandoori Chicken 🙂

Dinner.

Da wir ja im Lockdown sind – also jetzt ganz Neuseeland, nicht nur wir in MIQ 😉 – und da Paddy gerade versucht, Deutsch zu lernen, fand ich folgendes Video ganz passend und unterhaltsam:

Lifeswap – Lockdown Diaries: Things and stuff.

So, das wars für heute! Ich hoffe euch geht es gut und ihr nähert euch nicht auch dem nächsten Lockdown… Bis morgen!

Eure Susi

MIQ day 9 – lockdown for everyone now

Hallo liebe Leser, heute mal etwas später als gewohnt (inzwischen ist es hier Donnerstag morgen), aber gestern Abend nach dem Telefonat mit Moni (yayyyyy, highlight of the day!!!) war ich zu müde! Aber besser spät als nie 😉

Der Morgen begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, aber am Horizont konnte man schon die dunklen Wolken sich zusammen brauen sehen… Doch zumindest den Start des Tages verbrachten wir mit einem Sonnenbad:

Good morning! 🙂

Das Frühstück war heute, wie bestellt, sehr unspektakulär, aber da wir eh noch so viel Obst hier haben, machte ich einen Obstsalat und wir aßen ihn mit dem Cereal und dem Joghurt von unserem Frühstück, war sehr lecker, und ausnahmsweise mal relativ gesund und relativ kalorienarm (das Croissant hab ich nicht gegessen). 😉

Frühstück.

Danach schauten wir ausnahmsweise mal Fernsehen, um Neuigkeiten bezüglich des landesweiten Lockdowns zu erfahren. Inzwischen (Stand Mittwoch Abend) gibt es 10 bekannte Covid-Fälle, bis auf den ersten Fall alles Leute zwischen 20-30 Jahren, die am Wochenende fleißig unterwegs waren, weswegen es inzwischen mehr als 70 sogenannte „locations of interests“ gibt, also Orte möglicher Ansteckung. D.h. alle Leute, die an bestimmten Tagen an diesen Orten waren, sind dazu aufgerufen, sich testen zu lassen, was einige tausend Leute sein dürften, da es sich zum Teil um Clubs, Bars und Restaurants handelt. Ein Infizierter ist Lehrer an der größten High School in Auckland und hatte mit dementsprechend vielen Schülern zu tun, ein anderer ist Student und saß mit vielen anderen Studenten in Vorlesungen, und eine dritte Person ist eine Krankenschwester, die natürlich die letzten Tage auch ganz normal gearbeitet hat. Mit anderen Worten: Hier wird mit einer noch wesentlich höheren Zahl von Infizierten zu rechnen sein, Epidemiologen denken an 80-120… Das hängt wohl auch davon ab, woher das Virus kam, denn das ist noch nicht raus. Durch Genomsequenzierung weiß man, dass das Virus seinen Ursprung in New South Wales in Australien hatte, aber bisher wurde noch kein Zusammenhang zu den Infizierten gefunden. Es bleibt also spannend hier – ich glaube nicht, dass es bei einer Woche Lockdown bleiben wird…

Schlagzeile im „NZ Herald“ diesen Morgen – abends waren es dann schon 10 Fälle.

Unser Problem ist jetzt natürlich, ob wir heimkommen oder nicht. Bei dem Gespräch mit den „Defense Forces“, die hier im Hotel für uns zuständig sind und uns be-/überwachen, meinte die Dame am Telefon, dass wir natürlich heim können, und bisher scheint unser Flug am Montag auch noch zu gehen… mal sehen.

Ansonsten taten wir, was wir sonst so tun: am Handy/Computer rumspielen, Paddy erledigte sein Coding und seine E-Mails, lesen, … Und dann gab es auch schon Mittagessen, das wie bestellt übersichtlich ausfiel, denn wir teilten uns ein zugegebenermaßen großes, sehr leckeres Sandwich mit Wedges und Salat:

Mittagessen.

Da wir gestern schon wieder vergessen hatten, unseren Walk zu buchen, mussten wir heute nehmen, was wir kriegen konnten, was einen Spot um 13.00 Uhr bedeutete. Und wie sich herausstellte, war das echt eine gute Wahl, denn wir waren nur 6 Leute, und das Wetter war wenigstens halbwegs ok – später wurde es dann richtig schlecht. Es war stürmisch, 45 km/h Wind mit noch stärkeren Böen, und es regnete kurz dreimal während der 45 Minuten, aber die meiste Zeit über war es trocken und die Sonne schien auch ab und zu – richtiges Aprilwetter! Aber es hat sich trotzdem gut angefühlt, mal aus dem Zimmer raus und an die frische Luft zu kommen! Und es gab eine neue Fensterdekoration:

Ich denke mal, das „Don’t panic!“ bezieht sich auf den Covid-Ausbruch.

Nach 4 km strammem Gehen im Kreis in unserem Laufstall, in dem wir jetzt jeden Quadratzentimeter abgelaufen sind, fanden wir uns in unserem Zimmer wieder und machten Musik zusammen – bis eine Saite von Paddy’s Gitarre riss. Daraufhin war erstmal Reparatur angesagt – zum Glück hatte Paddy in Aschaffenburg ein Set neuer Saiten gekauft, die er jetzt aufziehen konnte:

Sieht komisch aus, so ohne Saiten…

Aber das dauerte eine Weile, so dass wir leider nicht mehr dazu kamen, was Neues aufzunehmen und mit euch zu teilen, sorry. Vielleicht klappt das morgen wieder 🙂

Das Abendessen kam heute relativ spät, und zu unserer Überraschung hatten wir das erste Mal, seit wir hier sind, wieder so was ähnliches wie Hunger! Und es war wie immer super-lecker! Ich hatte das vegetarische Thai Curry bestellt, Paddy das mit Fisch und Garnelen, beides war super! Dazu vernichteten wir unsere vorletzte Flasche Bier bzw. die vorletzte Dose Cider.

Abendessen.

Da sonst nicht viel passiert ist bei uns, hab ich mich heute mal ein bisschen auf unser Müllproblem konzentriert. Ich hab euch ja schon erzählt, dass hier wahnsinnig viel Müll produziert wird mit dem ganzen Take Out food, und das habe ich heute für euch mal fotografisch festgehalten:

Das ist der Müll von gestern mittag bis heute Abend, also 5 Mahlzeiten…
… der dann in einen Plastiksack verpackt werden und luftdicht verschlossen werden muss, damit auch kein Virus nach außen dringen kann.

Wir haben zwar schon versucht, es etwas zu reduzieren, indem wir unser Plastikbesteck abspülen und wiederverwenden und nicht mit jeder Mahlzeit neues Plastikbesteck bekommen, aber das ist leider nur ein kleiner Teil des Abfalls. Wie ihr euch denken könnt, findet hier keine Mülltrennung statt, was in Neuseeland sowieso keine so große Sache ist, es wird aber unter normalen Umständen zumindest ansatzweise versucht… Für einen Deutschen ist das gar nicht so einfach, und umgekehrt ist es für Neuseeländer bei uns nicht so einfach mit der Mülltrennung, wie ihr in dem folgenden Video sehen könnt:

Lifeswap: Mülltrennung in Deutschland.

Paddy hatte damit anfangs auch Probleme: Als er das erste Mal hier war und mit mir in München wohnte, wollte er sich nützlich machen, während ich in der Schule war, und brachte alle gehorteten Plastikflaschen zum Plastikcontainer. Als er mir das stolz erzählte, musste ich ihm sagen, dass man die normalerweise zum Supermarkt zurückbringt und dafür Pfand bekommt – er war untröstlich, dass er quasi Geld weggeworfen hat! Ich meinte nur: „wahrscheinlich fischt sie jemand aus dem Container, der dringend Geld braucht. No harm done really“. So viel zu kulturellen Unterschieden heute in meinem Blog.

So, das wars mal wieder für heute (bzw. gestern), heute Abend gibt’s dann schon den nächsten Blog. Liebe Grüße aus dem Novotel Airport Hotel Room 1003!

Eure Susi

MIQ day 8 – bad news :-(

Hallo liebe Leser, heute sind die Nachrichten aus Neuseeland nicht sehr erfreulich, deshalb fange ich gleich damit an: Vor ein paar Stunden wurde bekannt gegeben, dass es in Auckland einen Community Covid-Fall gibt, also eine Infektion außerhalb von MIQ – die erste seit fast 6 Monaten. Da (noch) unbekannt ist, wo sich der Mann angesteckt hat, und man davon ausgeht, dass es sich um die Delta-Variante handelt, geht das ganze Land in einen vorerst dreitägigen Lockdown, Auckland und Coromandel, wo der Mann auch unterwegs war, in einen vorerst 7-tägigen Lockdown:

Wir wissen noch nicht, was das für uns bedeutet, aber Tatsache ist, dass die Leute ab Mitternacht 48 Stunden Zeit haben, nach Hause zu fahren, danach darf man das Haus nur noch für Arztbesuche und Einkaufen verlassen. Das würde für uns heißen, dass wir am Montag nicht nach Hause fliegen können, wir wissen aber auch nicht, ob wir länger in diesem Hotel bleiben können, denn wahrscheinlich sind die Zimmer schon für Neuankömmlinge reserviert. Aber ob die nach NZ reinkommen können in einem Lockdown? Es ist alles noch unklar, wir werden morgen mal versuchen, an der Rezeption mehr zu erfahren. Es bleibt also weiterhin spannend bei uns…

Irgendwie war aber heute der ganze Tag schon ein bisschen mau, es regnete und stürmte den ganzen Tag (siehe Titelbild). Dabei hatte er so gut angefangen mit einem langen Skype-Gespräch mit Bettina in Schweden, das erste Gespräch mit einem meiner Freunde aus Deutschland! Danach ließen Paddy und ich uns unser Frühstück schmecken, ich hatte heute Porridge mit Nüssen und Mandeln, voll lecker!

Fast ungewohnt übersichtlich: unser Frühstück.

Der Vormittag sah aus wie die ganzen letzten Vormittage: Paddy arbeitete am Computer, während ich mit meinem Handy rumspielte. Aber statt nur „Farm Heroes“ zu spielen, schaute ich mal nach Mountain Bikes, so dass wir möglichst bald eins bei einem Freund von Paddy bestellen können. Nach stundenlanger Recherche hab ich mich in dieses ein wenig verguckt:

Trek Fuel EX 7 – ist es nicht cool?!

Wie ihr euch denken könnt, ist es nicht gerade das billigste Bike (aber auch nicht das teuerste)… mal sehen, ob ich das hier überhaupt kriegen kann. Ich lass euch dann wissen, für welches ich mich letztendlich entscheide, aber das ist momentan klarer Favorit 🙂

Unser Mittagessen war gewohnt lecker, heute was Neues: Tomatensuppe mit Bacon und Knoblauchbrot, dazu Bulgursalat und zum Nachtisch ein Karamell-Schoko-Cookie, hmmmm!

Lunch!

Dann klingelte das Telefon, die Rezeptionsdame war dran und wollte wissen, ob wir etwas bestellt hätten. Jaaaaaa!!! Meine neue Neuseeland-SIM-Card! Jetzt habe ich also eine neuseeländische Nummer (wer sie haben will, schreibt mich einfach an), aber ich bleibe mit der alten Nummer auf WhatsApp erreichbar.

Meine neuseeländische SIM-Card!

Am frühen Nachmittag wurde das Wetter so richtig schlecht, es stürmte und der Regen trommelte gegen unser Fenster. Schweren Herzens entscheiden wir uns dafür, auf unsere 45 Minuten Frischluft und Spaziergang zu verzichten, das wäre heute kein Spaß gewesen…

Widerlich!!!!

Und so verbrachten wir den Nachmittag mit weiterer Fahrradrecherche, Spanischeren (ich) und Gitarrenspielen (Paddy):

Paddy bei der gemeinsamen Fahrradrecherche.
Paddy übte ein neues Lied („Kingdom come“ von Coldplay) ein und ich filmte ihn ohne sein Wissen – aber er hat mir das Posten erlaubt.

Leider haben wir heute noch nichts Neues zusammen aufgenommen, vielleicht morgen wieder. Das Abendessen (heute ohne Bild) haben wir uns heute geteilt, das war immer noch genug für uns! Es gab Gemüsecurry mit Reis, ich bekam den Rote-Beete-Salat und Paddy den Kuchen zum Nachtisch – gerecht geteilt 🙂

So, das war es heute von uns aus dem grauen Auckland. Jetzt geh ich erstmal ins Bett, Paddy schläft (und schnarcht) schon neben mir. Habt einen schönen Tag!

Eure Susi

MIQ day 7 – on diet ;-)

Hallo liebe Leser, inzwischen sind wir schon eine ganze Woche hier, und wir haben uns so halbwegs an das Hotelzimmer als unser Zuhause (für jetzt) gewöhnt – soweit man sich an Eingesperrtsein gewöhnen kann. Heute morgen wachten wir zu einem wunderschönen Tag auf, wie ihr im Titelbild sehen könnt. Für Winter ist es hier ganz nett – es hat tagsüber um die 15 Grad, nachts um die 8 Grad. Leider wird sich das in Waipawa, meinem neuen Zuhause, ändern, zumindest nachts – da sind es nur 1-2 Grad nachts, brrrrrr!!

Aber erstmal sind wir ja noch eine Woche hier, und wir kriegen nur sehr wenig von den Temperaturen mit (nur 45 Minuten auf unserem täglichen Spaziergang), denn unser Zimmer ist natürlich air conditioned (leider kann man das Fenster nicht aufmachen) und wohl temperiert bei 21 Grad – das ist, was Neuseeländer als angenehm empfinden… ich hab sie gleich mal auf 23 Grad gestellt 😉

Heute ist der erste Tag, an dem wir uns quasi selbst freiwillig auf Diät gesetzt haben, weil es hier wirklich Unmengen zu essen gibt, wie ihr ja auf den Fotos letzte Woche sehen konntet. Ab heute teilen wir uns eine Mahlzeit am Tag, und ich hab nur noch Cereal zum Frühstück bestellt, das ich nicht essen werde (nur wegen der Milch, die wir für den Kaffee brauchen), stattdessen das ganze Obst, das wir hier gehortet haben. Das hat heute schon ganz gut geklappt, außer dass ich ein kleines Croissant mit meinem Obst hatte. Paddy hat sich heute die Belgische Waffel bestellt (und meine Croissants mitgegessen). Die Speisekarte ist übrigens die gleiche wie letzte Woche, weshalb ich sie nicht mehr posten werde.

Frühstück!

Nach dem Frühstück erledigte Paddy seine Geschäfte online, während ich erst Candy Crush spielte und dann Spanisch lernte. Danach kam das Highlight des Tages: Wir bekamen frische Handtücher und Bettzeug, so dass wir unser Bett frisch beziehen konnten (auf die verrückte Weise, wie es die Kiwis tun… siehe video)…. Thank you, Sandra, for introducing me to this! 🙂

„Lifeswap“: kurze Videos über kulturelle Unterschiede zwischen Neuseeland und Deutschland, die die beiden Austauschstudenten erleben. Sehr empfehlenswert – und sooo wahr!!!

Außerdem stellten wir einen Sack voll Wäsche auf den Gang, den wir frisch gewaschen übermorgen zurück bekommen. Jeder Gast hat die Möglichkeit 2x 10 Teile zu waschen, also nicht krass viel, aber für die Unterwäsche reicht es schon. Für jedes weitere Teil zahlt man dann 5 $. Zum Glück haben wir in Deutschland nochmal alles gewaschen, so dass wir genug frische Wäsche haben – abgesehen davon, dass man hier auch nicht viel braucht, man kann ja eh nichts machen und schwitzt auch nicht wirklich.

Um 12.00 Uhr kam unser Mittagessen,, diesmal nur eine Portion, die wir uns teilten – was auch noch genug war! Der Salat mit Lachs war wieder sehr lecker!

Sieht schon viel leerer aus, oder?

Bis zu unserem für 15.00 Uhr gebuchten Spaziergang las ich noch ein wenig, während Paddy Gitarre spielte. Und dann genossen wir wieder 45 Minuten Frischluft, yayyy!! Uns erwarteten zwei angenehme Überraschungen, erstens: das Olympiateam war wieder mit uns unterwegs und, motiviert von dem Wettbewerb mit den Handtüchern (siehe letzten Blog), hatten sie ihren eigenen kreativen Weg gefunden, zwar keine Tiere zu basteln, dafür aber Kopfbedeckungen:

Spaß beim täglichen Walk.

Zweitens: Mein Lieblingsfenster war wieder umdekoriert worden – vielen Dank an Unbekannt für die tägliche Unterhaltung und Abwechslung, die du uns bietest!

Heute in langen Klamotten und mit Mundschutz!

Auch auf der Baustelle des Luxushotels nebenan bot sich ein interessantes Fotomotiv:

Es war nur ein Kran!

Damit ihr mal einen Eindruck bekommt, von dem, was wir hier jeden Tag für 45 Minuten (wenn wir Glück haben auch mal für 47 Minuten) tun: Ich hab heute mal meine GPS-Uhr angezogen, und es ist tatsächlich genauso langweilig, wie es unten aussieht! Und trotzdem ist der Spaziergang ein Highlight, weil man nur zu dieser Zeit auch mal aus dem Zimmer und an die frische Luft kommt, und eventuell mal kurz mit anderen Menschen reden kann, über 2 Meter Entfernung. Man darf übrigens weder joggen noch stehen bleiben oder sitzen, außerdem auch nicht spucken (wer auch immer das tun will) oder gegen die vorgegebene Laufrichtung laufen (siehe vorherige Blogs mit den jeweiligen Schildern). Außerdem sind 2 Meter social distancing und Mundschutz Pflicht. Man geht hier wirklich auf Nummer Sicher! Bewacht wird man dabei die ganze Zeit von Soldaten, die jedoch echt alle ganz nett und freundlich sind – wie übrigens alle hier.

Spannend, oder?

Nach unserem Freigang war wie immer duschen angesagt (nicht, dass man beim Spazierengehen so arg schwitzt, aber es ist trotzdem ein Anlass), danach schauten wir ausnahmsweise mal Nachrichten, und Paddy buchte unseren Spaziergang für den nächsten Tag:

Yayyy, heute haben wir mal rechtzeitig dran gedacht, unseren Walk zu buchen!

Und dann gab es auch schon Abendessen – Gemüsepfanne mit Polenta, sehr lecker! Und zum Abendessen hatte jeder wieder seine eigene Portion:

Abendessen mit Bier und Cider – das muss ja schließlich auch weg 🙂

Jetzt werden wir noch ein bisschen Film schauen („The Flood“, bisher echt gut!) und dann gehts ab in die Heia. Auf mehrfachen Wunsch gibt es heute wieder ein Musik-Video von uns, ich hoffe, es gefällt euch:

„Afterglow“ by Paddy and Susi.

So, das wars mal wieder für heute! Habt einen schönen Tag! Und hinterlasst gerne eure Kommentare 🙂

Eure Susi

MIQ day 6 – playing music :-)

Hallo liebe Leser, inzwischen haben wir Halbzeit hier in MIQ, yayyy!! Morgen früh in einer Woche sind wir wieder freie Menschen! Nicht, dass wir hier so wahnsinnig leiden würden mit all dem guten Essen und der luxuriösen Zimmerausstattung, aber Freiheit ist halt doch ganz schön 🙂

Ein weiterer umaufregender Tag neigt sich dem Ende zu, und wiedermal drehte sich ziemlich viel ums Essen (aber nicht nur):

Speiseplan für heute.

Das Frühstück war heute mal ausnahmsweise sehr gesund, wir hatten beide Obst und Joghurt bestellt, doch dazu kamen noch jede Menge Backwaren, wovon die eingeschweißten Bananenbrote gleich bei unseren anderen Vorräten landeten – wann auch immer wir die essen werden…

Ich frag mich, ob es ernsthaft Menschen gibt, die hier alles aufessen?!

Den Vormittag verbrachten wir mit Lesen und am Computer/Handy rumspielen, und ich machte wie jeden Tag ein paar Lektionen Spanisch und schloss den Einsteigerkurs ab, yayyy!! Zugegebenermaßen ist das bisher alles Wiederholung, aber die Urkunde sieht trotzdem wichtig aus 😉

Sollte es einem hier langweilig werden, hat das Animationsteam des Hotels auch noch ein paar Ideen bereit wie Zoom-Bingo-Abend, Zoom Jeopardy, Netflix-Tipps oder Video-Game-Tipps, oder meinem absoluten Favoriten: „Get creative with your room towels“!

Tipps des Hotels, um Langeweile vorzubeugen:-)

Schade, dass ich so unkreativ bin – aber ich finde es trotzdem eine coole Idee! Um 12.00 Uhr war dann schon wieder Lunchtime, heute gab es Sandwiches, wie alles andere sehr lecker!

Danach machten Paddy und ich ein bisschen Musik zusammen, aber schon nach kurzer Zeit riss uns mein Wecker aus dem Vergnügen – unser täglicher Walk stand an! Was für ein Stress hier! Wir begaben uns nach unten und starteten los. Bald bekamen wir Gesellschaft von 5 Leuten aus dem neuseeländischen Olympiateam, auf dem Foto in grün (von der Ferne) zu sehen. Ich hab aber leider keine Ahnung, aus welcher Sportart…

Leider war mein Lieblingsfenster heute nicht umdekoriert, so dass es diesmal kein neues Foto gibt. Immerhin trafen wir Nicole wieder, eine Kanadierin, die hier in Neuseeland studiert und eine der wenigen glücklichen ist, die dank Ausnahmegenehmigung zurück nach NZ kommen konnte, um ihr Studium abzuschließen. Wir hatten uns schon am Flughafen Tokio mit ihr unterhalten, und im Flugzeug saß sie direkt hinter uns. Wir tauschten uns darüber aus, was wir bisher den Tag über so getrieben hatten, natürlich immer mit dem gebührenden Abstand von 2 Metern – „practice social distancing!“ Ein paarmal waren wir wohl doch zu dicht beieinander, so dass wir gleich von der Wache ermahnt wurden, weiter auseinander zu gehen, aber immer in freundlichem Ton. Es ist trotzdem seltsam, denn im Flieger waren wir sicher keine 2 Meter auseinander!

Wieder zurück „zu Hause“ duschte ich schnell und dann machten wir da weiter, wo wir vor unserem Spaziergang aufgehört hatten – beim Musikmachen. Hier eine Kostprobe – dieses Lied spielten wir heute zum ersten Mal:

„Early morning rain“, performed by Susi + Paddy.

Wir waren so ins Musizieren vertieft, dass wir komplett unser Abendessen verpassten, das immer mit einem Klopfen vor der Tür abgestellt wird. Als ich um 19.00 Uhr dann doch mal vor die Türe schaute, weil mir das seltsam vorkam, dass noch kein Dinner gekommen war, standen die Tüten einsam und verlassen vor mir, mit dem inzwischen kalten Essen drin. Da hatten wir wohl vor lauter Singen und Gitarre-Spielen das Klopfen überhört! Egal, das Essen war trotzdem gut!

Kaltes Abendessen heute…

So, das wars mal wieder von einem weiteren aufregenden Tag in MIQ! Ihr lest morgen wieder von mir! Liebe Grüße aus Auckland!

Eure Susi