Neuigkeiten (noch) aus Freising

Liebe Leser, heute gibt es tatsächlich mal ein paar Neuigkeiten zu berichten: Paddy hat seinen Flug gebucht, in 39 Tagen halten wir uns endlich wieder in den Armen, yayyyy!!!! – wenn alles gut geht… Wir haben also (mal wieder) einen Countdown, und das fühlt sich sooo viel besser an als die Warterei ohne ein Ende in Sicht. Also drückt uns fleißig die Daumen, dass es wirklich klappt und nicht wieder Grenzen geschlossen oder Flüge gecancelt werden… Ich glaube es wirklich erst, wenn ich ihn in meinen Armen halte, zu viel ist im letzten Jahr schief gegangen. Ich kann es kaum noch erwarten, ihn endlich wieder zu sehen – inzwischen haben wir uns seit 402 Tagen nicht mehr gesehen…

Ist er nicht süß? Bin soooo froh, wenn wir endlich wieder zusammen sein können!!

Geplant ist, dass wir es, sobald er da ist, wieder mit einem EOI versuchen, in der Hoffnung, dann wieder ein Visum beantragen zu dürfen. Wenn alles optimal läuft, könnten wir bei erfolgreichem Visumantrag im Mai endlich nach Neuseeland fliegen. Es kann aber auch sein, dass sie das Visum erst genehmigen, nachdem wir ein paar Monate zusammen gelebt haben, deswegen werden wir in der Zeit hier so viel „Beweise“ wie möglich sammeln – Mietvertrag, Rechnungen auf unser beider Namen, Post an uns beide an die gleiche Adresse usw usw. Es bleibt also spannend… Aber das ist mir erstmal egal, wenn wir nur endlich wieder zusammen sind 🙂

Doch das sind nicht die einzigen Neuigkeiten: Ich habe meinen Job zum 28.02. gekündigt und werde in meine alte Heimat umziehen. Claudi und Thorsten, gute Freunde aus früheren Judozeiten (wir kennen uns schon 30 Jahre, echt krass!) haben uns angeboten, dass wir bei ihnen wohnen können, bis es mit dem Visum für mich klappt. Das ist so eine coole Lösung, und ich bin den beiden so dankbar dafür! Im Großraum München eine Wohnung zu finden ist nicht nur wahnsinnig teuer, sondern auch echt schwierig und zeitaufwändig, abgesehen davon, dass ich ja nicht einmal mehr Möbel besitze… Außerdem wissen wir auch nicht, wie lange wir auf das Visum warten müssen, und nach ein paar Wochen wieder ausziehen ist ja auch für einen Vermieter blöd. Ich freue mich jedenfalls riesig auf die beiden, auch weil es so allein in Freising doch ziemlich einsam ist in Coronazeiten. Und in den letzten Telefonaten schienen sich auch Thorsten und Claudi schon auf uns zu freuen. Lustigerweise haben die beiden Paddy letztes Jahr auf ihrer Neuseelandreise kennen und anscheinend lieben gelernt, nachdem sie einen gemeinsamen feucht-fröhlichen Abend bei ihm verbracht haben, den ich leider nur vom Skypen und Bildern mitbekommen habe.

Zum Glück gibt es gegen die Vereinsamung im Lockdown das Internet, wo wir Mädels es zumindest halbwegs regelmäßig schaffen, uns zu treffen. Und so kriege ich auch weiterhin mit, wie es in der Schule so läuft und was es neues an Gerüchten oder auch Fakten gibt. So ein bisschen fehlt mir die Schule und die Leute dort (zumindest manche) ja schon… allerdings nicht im Corona-Modus. Hier ein Eindruck von unseren Meetings, dieses Mal leider ohne Lena:

Sorry Mädels, das war das beste, was ich mit Screenshots während unseres letzten Treffens hingekriegt hab… wir sehen natürlich normalerweise viel besser aus 🙂

Letztes Wochenende war ich endlich seit langer Zeit mal wieder in München und habe das gleich für Treffen mit mehreren meiner Freunde hintereinander, also ganz Corona-Regel-konform, genutzt. Ich war nicht wirklich scharf darauf, mit den Öffentlichen zu fahren, aber die waren zu meiner Überraschung fast leer, wie auch der Bahnhof in München:

Zuerst ging es mit Laura und ihrem Sohn Mika zu einem Spaziergang in Giesing. Wir haben uns schon ewig nicht mehr gesehen, und so hatten wir uns einiges zu erzählen. War echt schön, sie mal wieder zu sehen!

Die stolze Mama! Eine strahlende Laura bei unserem Spaziergang mit Nachwuchs.

Danach ging es weiter nach Pasing, wo ich mich mit Walter und Elli traf. Wir besorgten uns leckere Rischart-Krapfen und wanderten zu ihnen nach Hause. Das war das erste Mal seit Anfang Dezember, dass ich mit Freunden drinnen zusammen war, und es war soooo schön!!! Ich hatte sicherheitshalber nochmal einen Test vorher gemacht, wobei ich zugeben muss, dass ich nach all der Zeit auf Intensiv mit immer negativen Tests und nun zusätzlich der Impfung doch deutlich entspannter bin. Und so verbrachten wir einen sehr schönen Abend mit lecker Pizza und Wein und einem Skype-Gespräch mit Paddy:

Der Bauchvergleich: Wer von den beiden ist schwangerer? 😉
Santos ist das alles ein bisschen unheimlich… er merkt schon, dass irgendwas anders ist oder bald sein wird…
Hmmmmm, leckere selbstgemachte Pizza!!!
Und der gute argentinische Wein durfte natürlich auch nicht fehlen – zumindest für Walter und mich.
Skypen zu viert: während Walter und ich schon ein wenig bedüdelt vom Wein waren (und Elli sich darüber lustig gemacht hat), war Paddy gerade erst beim Morgen-Kaffee.

Nach einem schönen Abend und einer Übernachtung bei Walter und Elli traf ich mich am nächsten Morgen mit Frank bei ihm zu Hause zum Brunch. Auch wir hatten uns seit vor Weihnachten nicht mehr gesehen, und so wurden erstmal Neuigkeiten ausgetauscht und dann ausgiebig gebruncht und vom Reisen geträumt bzw. über unser Sabbatical vorletztes Jahr geredet, und über Wanderungen, die wir dann in Neuseeland machen könnten, wenn Frank uns dort besuchen kommt. Wir hatten beide echt Fernweh!!

Leckerer Sonntags-Brunch!
Frank und ich – wer hat das strahlendere Lächeln? 🙂

Ansonsten gab es in den letzten Wochen nichts Aufregendes. In der Arbeit ist es gerade etwas ruhiger nach dem ganzen Stress der letzten Wochen und Monate, das fühlt sich jetzt ganz seltsam an. Aber wir genießen es, solange es so bleibt, auf einer Intensivstation kann sich das ganz schnell ändern. Leider habe ich seit vorletzter Woche Probleme mit meinem Handgelenk, so dass ich drei Tage nicht arbeiten konnte. Ich hoffe, das geht jetzt wieder, damit ich meine letzten 13 Arbeitstage auch noch wirklich arbeiten kann. Meine Stationsleitung war natürlich nicht so happy über meine Kündigung, aber er kann es verstehen, er kennt Paddy’s und meine Geschichte. Gestern habe ich es dann auch meinen Kollegen gesagt, die doch sehr überrascht waren, nicht darüber, dass ich gehe (das war den meisten schon klar), sondern über den frühen Zeitpunkt. Aber ich glaube, meine Beweggründe versteht jeder. Ich werde jetzt die letzten zwei Wochen nochmal genießen, wer weiß, wann und ob ich jemals wieder auf einer Intensivstation arbeite?!

Hier noch ein paar Bilder von einigen meiner zahlreichen Spaziergänge in und um Freising herum, mit verschiedenen Wetterbedingungen.

Tiefster Winter im verschneiten Wald.
Tauwetter am Freisinger Schlittenberg.
Kurzzeitig ein Hauch von Frühling, der ganze Schnee war weg!
Sonne und 12 Grad – da gehts mir doch gleich viel besser!! Man beachte: dünne Jacke, das erste Mal in diesem Jahr!
Dann gabs Sauwetter: Blick aus meinem Fenster aufs Krankenhaus.
Und jetzt ist der Winter wieder zurück, mit Schneetreiben und Temperaturen unter -10 Grad, iiiiigitt!!!

Diese Woche soll es so richtig kalt bleiben, bis -15 Grad in der Nacht und Höchsttemperaturen um -6 Grad, genau mein Wetter – nicht!!! Wie gerne wäre ich jetzt in Neuseeland, dort ist es gerade sommerlich warm/heiß. Zugegebenermaßen wäre mir das Wetter nicht das wichtigste… Hier ein cooles Sonnenuntergangs-Foto aus Neuseeland:

Und für alle Alpaka-Fans zum Abschluss noch ein Video über Paddy’s „Raubtier-Fütterung“:

Mit Ton anhören!

So, das wars mal wieder von mir. Ihr dürft gerne Kommentare hinterlassen, ich freue mich über jede Rückmeldung und jedes Lebenszeichen von euch. Bleibt gesund und lasst euch nicht von dem Lockdown oder dem Virus unterkriegen – es kommen auch wieder bessere Zeiten!

Eure Susi

Winter in Freising – und 1 Jahr ohne Paddy

Hallo liebe Leser, endlich kann ich mich mal wieder dazu motivieren, hier etwas von mir hören zu lassen – es gibt nicht wirklich viel Neues, leider. Inzwischen ist es mehr als 1 Jahr her, dass ich Paddy gesehen und in meinen Armen gehalten habe, und es wird nicht leichter! Man sollte meinen, dass man sich irgendwann daran gewöhnt, aber das ist nicht der Fall – im Gegenteil, ich vermisse ihn immer mehr.

Und zur Zeit gibt es ja auch nicht wirklich viele Möglichkeiten, sich abzulenken. Da bleiben einem fast nur lange Spaziergänge, die ich auch ausgiebig mache, meist allein, aber manchmal auch mit Freunden. Das ist zur Zeit ja die sicherste Möglichkeit, sich auch im wirklichen Leben mal zu sehen. Am 2. Januar kam Bettina mich mit ihrem Freund Jakob auf einen Spaziergang besuchen. Es war zwar echt kalt, aber so schön, sie wieder zu sehen und Jakob kennen zu lernen!

Jakob, Bettina und ich am Domberg, ganz vorbildlich mit Mund-Nasen-Schutz.
Auf den Mund-Nasen-Schutz konnten wir dann im Wald verzichten 🙂

Auch Claudi kam auf einen ausgiebigen Winter-Spaziergang nach Freising, und wir wanderten quatschend für knapp drei Stunden durch die Gegend. Es tut wirklich gut, Freunde mal wieder in echt zu sehen, auch wenn es sehr merkwürdig ist, das nur draußen zu tun und ohne sich zu nahe zu kommen. Bin ich froh, wenn man sich irgendwann hoffentlich wieder umarmen kann!

Unterwegs im Schneegestöber: Claudi und ich im Wald.
Claudi und der Bär – was sie ihm wohl zu sagen hatte? 🙂

Hier noch ein paar gesammelte Eindrücke von meinen Solo-Winterspaziergängen.

Nach dem ersten richtigen Schneefall war am Freisinger Schlittenberg die Hölle los! Nicht so wirklich social distancing-tauglich, vor allem nicht die Eltern, die unten zusammen standen und ihren Kids zuschauten und quatschten…
Ziemlich heftige Erfrierung nach einem langen kalten Spaziergang… das tat echt weh unter der Dusche!
Auch im Dunklen ist ein Spaziergang ganz schön.
Nicht oft, aber doch auch mal dazwischen ein sonniger Tag, der die Wege allerdings richtig glatt werden ließ.
Da hat man doch gleich viel bessere Laune!
Hier war es sauglatt, vielleicht kann man es auf dem Bild erahnen – aber wunderschön!

In der Arbeit gibt es nichts Neues, es ist ziemlich stressig, gar nicht mal nur wegen Corona, aber es gibt ja auch noch andere Erkrankungen. Wir hatten meist 6-7 Covid-Patienten, also meist weniger als die Hälfte unserer Betten, aber wir waren fast immer voll, und sehr häufig sind die Patienten sehr krank und instabil, was auch die Zeitung zu berichten hatte:

Eine Kollegin machte folgende Bilder, nachdem ein schwerstkranker instabiler Patient per Helikopter und vorheriger ECMO-Anlage (Herz-Lungen-Maschine) direkt am Bettplatz auf unserer Intensiv in eine Uniklinik nach München gebracht worden war:

Vorher: Das Chaos kurz nachdem der Patient weg war.
Nachher: Der aufgeräumte und geputzte Bettplatz eine halbe Stunde später, fertig für den nächsten Patienten.
Ein Bild mit Seltenheitswert vom letzten Nachtdienst: Marilena und ich SITZEND – der erste ruhige Dienst seit langem 🙂

Die vielleicht beste Neuigkeit in den letzten Wochen: Ich bin jetzt komplett gegen Covid-19 geimpft, yayyy! Allerdings ging es mir am nächsten Tag nicht so gut, ich hatte 39,0 Grad Fieber und mich dementsprechend gefühlt – aber am Tag darauf war das wieder erledigt, also nicht wirklich schlimm, auf alle Fälle besser als an Covid zu erkranken!

Nach der Impfung – da ging es mir noch gut 🙂
Yayyyy!!! Hier der Beweis – mal schauen, ob mir das für Neuseeland auch hilft…

Von Paddy und mir gibt es nichts wirklich Neues. Wir haben inzwischen auch unseren dritten EOI-Antrag abgelehnt bekommen, aus dem gleichen unzutreffenden Grund wie beim letzten Mal, nämlich einem, der nur für nicht-visafreie Länder gilt. Dieses Mal hatte ich Screenshots gemacht, hab diese dann an INZ geschickt und gebeten, dass sie sich den Antrag doch (noch)mal anschauen, da der Ablehnungsgrund nicht zutrifft. Wie zu erwarten war, haben sie daraufhin einfach den Grund geändert und trotzdem abgelehnt, ohne jeglichen Kommentar zu dem offensichtlichen Fehler, den sie gemacht hatten. Das ist echt frustrierend, man fühlt sich komplett machtlos, sie können einfach machen, was sie wollen. Wir haben jetzt aufgegeben und konzentrieren uns ganz auf März, wenn Paddy nach Deutschland kommt, dann sollte es mit dem Visum auch klappen. Morgen bucht er seinen Flug! Ich kann es kaum erwarten, ihn wieder in meinen Armen zu halten!!! Jetzt heißt es hoffen, dass da dann nichts mehr dazwischen kommt wie etwa wieder Grenzschließung in Deutschland oder Absage aller Flüge in Neuseeland… also drückt uns die Daumen!

Hier noch ein Bild aus Neuseeland zum Abschied – da ist jetzt Sommer, Neid!!!

Paddy’s Alpakas direkt nach der „Rasur“ – irgendwie schauen sie so ohne Fell schon komisch aus.

Das wars mal wieder für heute. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr kommt weiterhin gut mit dem Lockdown klar. Bleibt gesund und gut gelaunt!

Eure Susi

Happy New Year!!!

Hallo liebe Leser, ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein viel schöneres, besseres Jahr 2021 (außer natürlich, wenn 2020 gut für euch war). Ich für meinen Teil kann gar nicht erwarten, dass dieses Jahr endlich vorbei ist, das einzig Schöne an diesem Jahr waren die ersten 6 Tage, als ich bei Paddy in Neuseeland war… danach ging es nur noch bergab. Ich kann definitiv sagen, dass 2020 das schwierigste in meinem Leben war! Aber wie war das – was uns nicht tötet, macht uns nur härter 🙂 Für Paddy und mich kann es eigentlich nur besser werden.

Ein weiteres, gut zum Jahr 2020 passendes Ereignis war die Ablehnung unseres erneut gestellten EOI (Expression of Interest) vorgestern, also der ersten Hürde auf dem Weg zu einem erfolgreichen Visum-Antrag. Lustigerweise war der Wortlaut in unserem Essay genau der gleiche wie beim letzten Mal (wo es genehmigt wurde), und die Begründung der Ablehnung war, dass wir nicht am gleichen Ort sind und Paddy mich nicht in Deutschland abholt, eine Regelung, die nur für Nicht-Visa-freie Länder gilt. Das heißt, der Sachbearbeiter hat sich noch nichtmal die Mühe gemacht, unseren Antrag überhaupt anzuschauen, in dem an ungefähr 5 Stellen steht, dass ich aus Deutschland (= Visa-freies Land) bin. Aber es ist letztendlich auch egal, warum er abgelehnt wird, man kann nichts anderes machen, als es wieder zu versuchen. Wir werden wohl noch einen oder zwei Versuche machen, und wenn die nicht klappen (wovon wir leider ausgehen), dann freuen wir uns jetzt einfach darauf, dass Paddy im März nach Deutschland kommt und eine Weile hier bleibt – 2021 wird also definitiv besser als 2020, denn wir werden uns ENDLICH wiedersehen, dann nach einem Jahr und 3 Monaten Getrennt-sein! Ich freue mich jetzt schon so sehr darauf!!!

Einen Schritt in ein besseres 2021 habe ich schon getan: Ich bin am Sonntag gegen Covid-19 geimpft worden, yayyy!! In drei Wochen gibts dann die zweite Impfung. Für alle, die ein bisschen Angst vor der Impfung haben: ich hatte keine Nebenwirkungen, außer ein bisschen Schmerzen an der Einstichstelle am nächsten Tag, so wie bei jeder anderen Impfung auch.

Ansonsten gibt es nichts Neues, meine Arbeitstage auf Intensiv über Weihnachten waren ziemlich anstrengend, sind dafür aber auch schnell vergangen. Die Zeit vor bzw. nach meinen Diensten hab ich mit Skypen mit Paddy und Spazierengehen verbracht. Jetzt habe ich ein paar Tage frei, juhuuu.

Ein bisschen Winter-Feeling in Freising 🙂

Das alte Jahr verabschiedet sich hier mit bestem, wenn auch kaltem Wetter und tut so, als hätte es kein Wässerchen trüben können:

Sonnenaufgang am 31.12. ums Eck aus meinem Zimmer fotografiert.

Dabei war es doch eher so:

Also genießt die letzten Stunden in 2020 noch und freut euch mit mir auf ein deutlich besseres 2021 mit hoffentlich vielen Wiedersehen, gemeinsamen Restaurantbesuchen, ganz vielen Umarmungen und allem, was wir 2020 nicht so sehr hatten. Feiert so gut es geht, aber haltet euch an die Regeln, damit der Spuk hoffentlich bald ein Ende hat. Hier noch ein Bild von Paddy und mir vor genau einem Jahr, also deutlich glücklicheren Zeiten:

Silvester 2019 mit großer Party in Neuseeland

Happy new year to all of you!!!

Eure Susi

Merry Christmas!!!

Hallo liebe Leser, ich wünsche euch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und hoffe, ihr könnt es genießen, obwohl dieses Jahr so vieles anders ist als wir es gewohnt sind. Ich feiere dieses Jahr nicht (bin aber eh kein Weihnachtsfan), für mich sind es ganz normale Arbeitstage auf Intensiv. Aber immerhin haben Paddy, seine Schwester Aileen und ich gestern Abend eine Christmas-Skype-Session gemacht, inklusive Familienfoto, das war sehr lustig:

Familien-Weihnachtsfoto trotz 18.000 km Entfernung und 12 Stunden Zeitunterschied zwischen uns – er hätte wenigstens den Cursor von meiner Lippe nehmen können 🙂

Inzwischen haben wir den Schock über das abgelehnte Visum verdaut und neue Pläne geschmiedet. Nach einem Skype-Gespräch mit Sally, unserer immigration adviser, haben wir uns entschieden, nochmal durch die Prozedur zu gehen mit erstens der Beantragung des EOI, und wenn wir das bekommen, dann nochmal einem Visums-Antrag, diesmal ohne Sally, da wir unser Zeug ja schon beinander haben. Sally hat sich unsere Ablehnungsbegründung schicken lassen, aber die wichtigsten Stellen waren schwarz gemacht (was INZ leider darf), und ansonsten stand nur drin, dass sie nicht glauben, dass wir in einer dauerhaften Beziehung sind, das war also nicht sehr hilfreich. Interessanterweise wurde unser Visum vom ersten Sachbearbeiter genehmigt, aber der Senior Officer hat es dann abgelehnt. Wir versuchen das positiv zu sehen, immerhin konnten wir eine Person überzeugen, vielleicht haben wir ja mehr Glück mit dem nächsten Versuch… Es ist nach wie vor alles sehr willkürlich, manche bekommen ein Visum nach nur sehr kurzer Beziehungsdauer (5 Monate), andere sind verheiratet und seit Jahren zusammen und bekommen es nicht – es ist keine Logik drin zu erkennen. Und da wir nicht wirklich was zu verlieren haben (außer 300 Dollar), probieren wir es einfach nochmal.

Außerdem haben wir in die Möglichkeit geschaut, ein Critical Health Worker Visa für mich zu bekommen, aber das ist unmöglich – die deutsche Ausbildung zur Krankenschwester wird dort nicht anerkannt, ich kann im Moment wegen des Lockdowns den geforderten Englisch-Test nicht machen und meine Universität müsste dem NZ Nursing Council einen detaillierten Brief über mich schicken, in dem sie alle Veranstaltungen und ihre Inhalte, die ich in meinem Gesundheitsstudium gemacht habe, ausführlich darlegen – das macht keine deutsche Uni, und schon gar nicht im Lockdown. Außerdem hätte ich für eine Registration mindestens 2 Jahre in den letzten 5 Jahren als Krankenschwester arbeiten müssen, das hab ich natürlich auch nicht. Diese Idee haben wir also leider wieder aufgeben müssen.

Die letzte und wohl erfolgsversprechendste Möglichkeit ist die, dass Paddy ab März für 3-6 Monate nach Deutschland kommt. Nachdem wir nicht wirklich daran glauben, dass wir das Visum beim zweiten Versuch bekommen, sind wir jetzt dabei, dafür zu planen. Das heißt Paddy muss jemanden finden, der solange seinen Campingplatz übernimmt, und dann müssen wir uns eine gemeinsame Wohnung hier suchen und fleißig „Beweise“ sammeln dafür, dass wir wirklich zusammen wohnen und ein Paar sind: beide Unterschriften unter dem Mietvertrag, gemeinsame Rechnungen, gemeinsame Käufe, jede Menge Post an unsere Adresse mit beiden Namen drauf, blablabla. Das ist so krass, dass wir das machen müssen – ich habe hier schon alles aufgegeben (Wohnung, Möbel, Sachen), um nach Neuseeland zu ziehen, und Paddy hätte all das bei sich zuhause, und nun muss er mitten in der Pandemie herreisen und wir müssen uns für ein paar Monate ein komplettes (und teures) Leben hier aufbauen… so crazy!! Aber natürlich werden wir das machen, wenn wir müssen – wir wollen einfach nur endlich zusammen sein! Wir haben uns jetzt ein Jahr nicht mehr gesehen… letztes Jahr um diese Zeit war ich bei ihm in Neuseeland… Aber wir kriegen das schon irgendwie hin.

Ansonsten gibt es bei mir nicht viel Neues, in der Arbeit läuft es soweit, bin immer noch dabei mich wieder in meinem alten Beruf einzugewöhnen. Es ist ziemlich stressig, auch wenn wir zur Zeit immer nur um die 6 Covid-Patienten (von 14 Betten) haben, aber es gibt ja auch noch andere Krankheiten. Nächste Woche gehen bei uns die Impfungen fürs Personal los, da bin ich natürlich dabei 🙂

Anfang Dezember war ich mal wieder in München und hab mich mit Sandra und ihrer Familie und Frank getroffen, war echt schön! Nach einem Stadtbummel durch die weihnachtlich dekorierte Münchner Innenstadt gabs dann von Michi selbstgemachte Flammkuchen als Abendessen, sehr lecker!!

Frank und ich vorm Christbaum am Marienplatz.
Ich, Sandra, Kira und Michi.
Flammkuchen-Essen – soooo lecker!!!

Ansonsten verbringe ich meine Freizeit, wenn ich nicht gerade mit Paddy skype, viel mit Spazierengehen und hab dabei den coolen Wald-Erlebnispfad in Freising entdeckt. Meist gehe ich allein, aber am vergangenen Montag hab ich mich erst mit Katharina, Mechthild (für eine kurze Zeit) und Thomas, dann mit Frank zu einem Spaziergang verabredet – das waren dann 5,5 Stunden an der frischen (kalten) Luft und 22 km Wegstrecke – aber sooo schön, mal wieder ein paar Leute gesehen und gesprochen zu haben! Und Thomas hab ich seit unserer gemeinsamen Ausbildung vor fast 20 Jahren nicht mehr gesehen!

Katharina, ich und Thomas – kaum zu glauben, dass unsere gemeinsame Ausbildung schon fast 20 Jahre her ist…

Frank und ich auf dem Wald-Erlebnispfad – wir hatten Spaß mit der Mega-Spinne dort 🙂
Und soooo kalt wars an diesem Tag…

Was mich riesig gefreut hat, sind die Care-Pakete meiner Freunde, die vor Weihnachten ankamen – es ist in dieser besch… Zeit sooo schön daran erinnert zu werden, dass man nicht allein ist und gute Freunde hat, die an einen denken – auch wenn ich mich zur Zeit nicht gerade sehr regelmäßig melde (Sorry!!!!) … Ich hab mich so sehr darüber gefreut, gerade nach dem ganzen Visum-Mist!!! Ihr seid echt die Besten!!!

Danke Lena!!! Die Plätzchen sind schon aufgefuttert, waren sehr lecker!
Mega-Carepaket von Moni, Sandra, Bettina und Tibor, mir sind echt die Tränen gekommen, als ich das bekommen hab! Man beachte links das Mathe-Abi 2020!!!

Ich bin wirklich froh, dass ich so viele gute Freunde hab (völlig unabhängig von Geschenken), das hilft gerade sehr durch diese wirklich beschissene Zeit. Und auch wenn ich momentan nicht gerade zuverlässig bin was regelmäßigen Kontakt angeht (an manchen Tagen bin ich einfach zu traurig, um mit irgendjemand anderem außer Paddy zu sprechen), seid ihr mir alle sooo wichtig!

Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass 2020 das schwierigste Jahr in meinem Leben war (wie wahrscheinlich auch für ganz viele andere Menschen). Deshalb fand ich diesen Weihnachtsschmuck echt passend:

So, das wars mal wieder für heute, ich werde jetzt in die Arbeit gehen und auf einen ruhigen Dienst hoffen. Ich wünsche euch noch zwei schöne Weihnachtsfeiertage und auch danach eine schöne Zeit in den letzten Tagen des so anderen Jahres 2020, trotz Lockdown und Kontaktbeschränkungen. Für mich kann 2021 gar nicht schnell genug kommen, kann ja nur besser werden 😉

Also drückt uns weiter fest die Daumen, und kommentiert hier auch gerne mal, ich freue mich über jede Rückmeldung! Bis bald und bleibt gesund!

Eure Susi

Am Boden zerstört

Game over, alles vorbei – am Donnerstag Nacht kam unsere Absage für das Visum: Sie glauben uns nicht, dass wir in einer ernsthaften und stabilen Beziehung sind!

Ich kann gar nicht beschreiben, wie weh das tut, nach fast einem Jahr nicht sehen dann auch die letzten Hoffnungen zerstört, dass wir endlich unser gemeinsames Leben anfangen können. Und das alles, weil das einzig wichtige Kriterium für unsere Sachbearbeiterin war, dass wir keinen gemeinsamen Mietvertrag, kein gemeinsames Bankkonto oder keinen gemeinsamen Besitz haben – wie denn auch?!?!? Dass wir sonst alle anderen Kriterien erfüllen und welche Opfer wir beide schon gebracht haben, um unseren Traum vom gemeinsamen Leben zu ermöglichen, das zählt alles nichts!

Es deutete sich letzte Woche schon an, als INZ nach weiteren Beweisen für unser „living together“ fragten, die wir natürlich nicht haben, wir hatten alles hingeschickt, was wir haben. Trotzdem haben wir uns nochmal 3 Tage hingesetzt, alle Kontoauszüge aus der Zeit, in der wir zusammen waren, beschriftet mit „gemeinsames Abendessen“, „gemeinsamer Einkauf“ usw. und Fotos hinzugefügt, wenn wir welche hatten, um zu beweisen, dass wir beide uns finanziell unterstützen und beide gleichzeitig an den angegebenen Orten waren – super-affig, aber was sollten wir tun? Und jetzt die Absage! Und natürlich auch perfektes Timing – Paddy hat morgen Geburtstag! Vielen Dank auch!

Es tut so weh, weil es auch so willkürlich erscheint. Andere haben ein Visum bekommen, obwohl sie nur 2 Wochen zusammen gelebt haben, wieder andere sind seid Jahren verheiratet mit Kindern und bekommen auch kein Visum – es ist einfach die pure Willkür bzw. anscheinend völlig abhängig vom jeweiligen Sachbearbeiter, und man kann nichts dagegen tun. Selbst die immigration adviser in dieser Facebook-Gruppe sind ratlos und wütend…

Und dann muss man gleichzeitig lesen, dass internationale Rennfahrer und mal wieder eine Filmcrew mit Familien Visa bekommen ohne Probleme, weil sie für die Wirtschaft wichtig sind. Und weil es nur begrenzte Quarantäne-Plätze gibt, muss man dann halt Visa für Partner von Neuseeländern ablehnen, die sind ja nicht so wichtig! Diese Politik ist so menschenverachtend! So zwingen sie quasi ihre eigenen Bürger, zu ihren Partnern ins Ausland zu reisen, um sie entweder nach Neuseeland zu holen (was tatsächlich manchmal klappt, aber leider auch immer weniger) oder ganz in das andere Land auszuwandern, weil es in Neuseeland keine Aussicht auf Grenzöffnung oder fairere Visa-Bearbeitung gibt. Kann es das sein?!? Oder erwartet die Regierung etwa wirklich, dass die getrennten Familien und Paare „einfach“ mal die 2-2,5 Jahre abwarten und sich nicht so anstellen??? Ich will gar nicht wissen, wie viele Beziehungen daran kaputt gehen… Hier ein sehr treffender Kommentar zu diesem Thema aus der Facebook-Gruppe, keine Ahnung, ob der erste Teil tatsächlich so von INZ geschrieben worden ist, aber zutrauen würde ich es ihnen:

Wir haben diese Visum-Absage am Anfang noch gar nicht richtig kapiert und waren einfach nur wie betäubt, haben uns gegenseitig per Skype versucht zu trösten und uns beim Weinen zugeschaut. Ich hab mich für Freitag in der Arbeit erstmal krank gemeldet, da war gar nicht dran zu denken! Geschlafen habe ich in der ersten Nacht danach kaum, ich konnte einfach an nichts anderes denken, als daran, dass wir uns nicht so bald wiedersehen werden. Den Freitag haben wir beide wohl zum großen Teil mit Weinen verbracht, produktives Lösungfinden war da noch nicht möglich. Gegen Abend kam dann zum Glück so ein bisschen der Kampfgeist wieder, was bleibst uns auch übrig?! Es gibt nicht wirklich viele Alternativen:

1. Warten bis die Grenzen aufgemacht werden, was laut Prime Minister wahrscheinlich noch 12-18 Monate dauert – ist also keine Option!

2. Paddy kommt wenigstens für einen Besuch nach Deutschland, damit wir uns wenigstens mal wieder sehen – ist auch keine langfristige Lösung, aber wäre natürlich schön, sich mal wieder zu sehen. Aber ein kurzer Besuch ist vergleichsweise teuer, weil er bei seiner Rückkehr 2 Wochen in Quarantäne muss und das natürlich auch selbst bezahlen muss. Und es ist immer schwierig für ihn, jemanden zu finden, der seinen Campingplatz so lange übernimmt.

3. Paddy kommt für 4-6 Monate nach Deutschland, damit wir mehr „living together“ vorweisen können, und dann stünden die Chancen gut, dass ich das Visum bekomme und wir gemeinsam zurückreisen können. Das ist die aussichtsreichste Option, aber leider auch die komplizierteste, weil er ja dann jemanden für ein halbes Jahr finden muss… und hier gäbe es dann auch jede Menge zu organisieren, damit wir dann auch alle erforderlichen Papiere zusammen kriegen (gemeinsamer Mietvertrag, …).

Bisher waren wir noch nicht wirklich fähig zu planen. Am Dienstag werden wir uns mit Sally, unserer immigration adviser, beraten und hoffen auf ein paar Tipps und Ideen…

Fest steht aber leider, dass ich hier so schnell nicht weg komme und unser gemeinsames Leben erstmal in weite Ferne gerückt ist. Ich kann es mir noch gar nicht so richtig vorstellen, noch wahrscheinlich mindestens ein Dreiviertel Jahr hier zu sein (wenn nicht mehr), in einer fremden Stadt, in der ich niemanden kenne, mit meinen 3 Kisten an Sachen, die ich noch besitze, in einem Job, der zwar für jetzt ok ist, den ich aber eigentlich nicht so lange machen wollte, ohne irgendwelche Ziele, quasi einfach nur warten – was für eine Zeitverschwendung!! Wir leiden beide ziemlich unter der erzwungenen Trennung, und ich habe Angst vor den psychischen Narben, die das sicher bei uns verursacht. Trotz allem sind wir beide sicher, dass wir das überstehen werden, wir lieben uns zu sehr und wollen das nicht verlieren. Ich hoffe, wir können in den nächsten Tagen einen Alternativplan erstellen, wir brauchen beide ein wenig Hoffnung und ein Ziel, auf das wir aktiv hinarbeiten können. Gerade bin ich nur einfach sehr verletzt, traurig, heartbroken und wütend auf INZ und die neuseeländische Regierung – ich glaube nicht, dass ich ihnen jemals verzeihen kann, wie menschenverachtend sie mit so vielen getrennten Familien und Paaren umgehen, ohne ihnen auch nur einen Hoffnungsschimmer zu geben, eine Aussicht darauf, doch endlich mit dem/der/den Liebsten wiedervereint zu sein.

Ich hoffe, der nächste Blog Beitrag wird wieder positiver, vielleicht haben wir bis dahin schon so etwas wie einen neuen Plan… Und damit es nicht nur negativ ist, hier noch ein Bild aus glücklichen Zeiten – und es wird noch ganz viele Bilder von uns in Zukunft geben, ganz sicher!

I love you, my cute Kiwi guy! Happy birthday! We will be together and we will be happy again!

Ich wünsche euch trotz der gerade doch ziemlich düsteren Zeit eine schöne Vorweihnachtszeit! Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Susi

325 days and counting…

Hallo liebe Leser, gerne würde ich jetzt hier an dieser Stelle positive Neuigkeiten verkünden, aber wie zu erwarten war, warten wir noch immer auf die Rückmeldung zu unserem Visum… morgen werden es zwei Wochen, dass wir es beantragt haben. Sally hatte uns schon auf eine Wartezeit von vier Wochen eingestellt, aber irgendwie war ich nicht darauf vorbereitet, wie hart das wirklich werden würde… Immerhin warten wir ja schon 325 Tage darauf, uns endlich wieder zu sehen, was sollten da vier Wochen schon ausmachen?!? Aber ich kann euch sagen, dass es für mich noch nie so schwer war, auf etwas zu warten. Paddy und ich durchlaufen sämtliche Wechselbäder der Gefühle, die man sich vorstellen kann – von vorsichtig hoffnungsvoll über „es wird schon irgendwie“ bis hin zu völliger Verzweiflung bei der Vorstellung, dass wir das Visum nicht bekommen. Es hängt einfach so krass viel davon ab! Der Druck ist unvorstellbar hoch, denn sollten wir das Visum nicht bekommen, bleiben uns nicht mehr viele Optionen. Und dann kommen auch noch solche Meldungen aus Neuseeland:

https://www.nzherald.co.nz/nz/politics/pm-jacinda-ardern-nz-needs-certain-level-of-herd-immunity-before-border-restrictions-eased/VONTIWIP5OU5UC2DJFAKXETVAI/

Das ist so verrückt – die ganze Welt denkt darüber nach, mit der Impfung stückweise zur Normalität zurückzukehren, und Neuseeland möchte sicherheitshalber lieber (auch mit Impfung) noch 12-18 weitere Monate die Grenzen dicht halten!!! Das würde für Paddy und mich, sollten wir das Visum nicht bekommen, bedeuten, dass wir uns insgesamt 2,5 Jahre nicht sehen!!! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie niederschmetternd solche Neuigkeiten für uns sind. Denn eigentlich haben wir nicht wirklich viele Optionen, wenn das Visum abgelehnt wird: Entweder warten, bis die Grenzen wieder offen sind (definitiv keine Option bei 18 weiteren Monaten!!!) oder Paddy muss für einige Zeit nach Deutschland kommen, so dass wir ein paar Monate mehr „living together“ nachweisen können, um eventuell dann das Visum bekommen. Aber natürlich gibt es auch da keine Garantie, dass es klappt… Außerdem wäre es sehr schwierig für Paddy, jemanden zu finden, der seinen Campingplatz für ein paar Monate übernimmt und er trotzdem noch was verdient, da er ja weiterhin seinen Kredit zurückzahlen muss. Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Kosten durch Flug und Quarantäne, die er zu zahlen hätte, was wohl so um die 4000-5000 € wären. Jedenfalls ist das gerade eine super-nervenaufreibende Zeit für uns – nicht nur, dass wir uns sehr vermissen, sondern auch die Ungewissheit und der Druck, falls es nicht klappt, sind einfach nur Folter…

In unserer Facebook-Gruppe häufen sich (zumindest gefühlt) leider auch die Absagen für Visa, was uns zusätzlich Angst macht, denn meist geht es um eben dieses „living together“-Kriterium, was auch bei uns der Knackpunkt sein könnte. Aber hin und wieder gibt es dort auch gute Neuigkeiten wie diese hier (trotzdem schlimm genug, dass es überhaupt so lange gedauert hat):

https://www.stuff.co.nz/life-style/parenting/123499900/dad-and-babys-first-meeting-sealed-with-kiss-outside-christchurch-isolation-hotel

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, hier noch ein Jahr ohne Paddy zu leben. Im Prinzip ist das gerade nicht wirklich Leben, ich gehe zur Arbeit und verbringe den Rest der Zeit meist daheim oder beim Spazierengehen – eigentlich ist es nur Warten darauf, dass ich weg komme, ohne jegliche Zukunftsperspektive hier. Das sorgt nicht gerade für große Motivation, egal bei was… Früher bin ich sehr gerne in die Arbeit gegangen, auch weil ich dort meine Freunde gesehen habe. Im Moment ist die Arbeit nur Mittel zum Zweck, und ich verhalte mich eher distanziert zu meinen Arbeitskollegen, denn ich könnte wohl kaum geheim halten, dass ich eigentlich nur darauf warte wegzukommen, wenn ich mich mit jemandem anfreunde und ihn auch in meiner Freizeit sehe… und das ist ja auch irgendwie doof. Ich vermisse meine Freunde gerade sehr – nicht, dass ich sie wesentlich öfter sehen würde, wenn ich noch in München wohnen würde mit dem Corona-Lockdown. Was für eine Sch… Zeit!!! Also drückt weiter fleißig die Daumen, damit dieser Albtraum möglichst bald ein Ende hat.

Zum Glück gibt es aber auch in dieser schwierigen Situation Dinge, die gut sind – und Highlights sind natürlich immer Treffen mit Freunden. Außerdem habe ich immerhin einen Job und ein Dach über dem Kopf, und Freunde, die ich zwar wenig sehe, die aber immer für mich da sind, wenn ich sie brauche. Und mit unserem Visumantrag haben wir ja doch auch einen Silberstreif am Horizont – ist also nicht alles depri, auch wenn es gerade ein wenig so klingt 😉

Cooler Abendhimmel über dem Krankenhaus.
Freising im Nebel – die Türme des Doms kommen scheinbar aus dem Nichts. Leider gab es hier in den vergangenen Wochen sehr viel Nebel und wenig Sonne…
Weihnachtsdeko in der ziemlich verlassenen Freisinger Innenstadt.

Letzten Freitag kam meine Ex-Vermieterin und Ex-Nachbarin Steffi mich besuchen, und brachte mir bei der Gelegenheit gleich das fehlende Bettteil mit. Wir verbrachten den Nachmittag quatschend bei Kaffee und Kuchen in meinem Zimmer, war echt schön! Vielen Dank nochmal, Steffi!

Mein jetzt wieder vollständiges Bett – ich fühl mich gleich sooo viel sicherer 😉

Vorgestern bekam ich Besuch von Walter und Elli und ihrem Hund Santos. Wir spazierten durch Freising bis hinauf auf den Domberg, holten uns dort an dem Stand was zum Essen und verspeisten es genüßlich auf der Aussichtsterrasse mit Blick über Freising. Nachdem es da aber doch ziemlich kalt und zugig war, brauchten wir danach erstmal einen Coffee to go in der Innenstadt, um uns wieder aufzuwärmen – leider gab es keinen Glühwein. Es war echt schön mit den dreien:

Ganz vorbildlich mit Maske (und Aussicht).
Und eines mit uns allen ohne Maske – wie man sehen kann, hatten wir Spaß zusammen 🙂

Ein Los hab ich auch mal wieder gezogen, und das erfülle ich ganz leicht ungefähr 5x pro Monat (auch wenn das wohl so nicht gemeint ist):

Das mache ich quasi mit jedem Nachtdienst… und irgendwann sicher auch wieder beim Feiern mit Freunden, wenn es mal wieder erlaubt ist.

Zum Abschluss noch ein Kunstgenuss – performed by Paddy + I. Das ist das allererste Video, das wir letztes Jahr im März zusammen aufgenommen haben, ganz ohne vorher zu Üben, ganz spontan. Es ist immer noch mein Lieblingsvideo, und ich schaue es mir immer dann an, wenn ich Paddy ganz arg vermisse. Ich hoffe, es gefällt euch – auch wenns ein wenig peinlich ist, wie ich ihn da anschmachte, während er super-desinteressiert (oder einfach nur auf die Musik konzentriert) in die Kamera schaut 😉

Wonderful tonight 🙂

So, das wars mal wieder für heute. Sorry, dass es eher ein trauriger Post ist, ich hoffe der nächste wird wieder deutlich fröhlicher – dann hoffentlich mit guten Neuigkeiten. Also bitte drückt weiterhin alle Daumen, Zehen und sonstigen verfügbaren Körperteile für uns! Bleibt gesund und lasst euch in dieser grauen und wenig Spaß-reichen Zeit nicht unterkriegen.

Ganz liebe Grüße!

Warten und hoffen…

Liebe Leser, endlich gibt es mal gute Neuigkeiten von mir – die ersten im gesamten Jahr 2020! Wir haben die EOI („Expression of Interest“) genehmigt bekommen und die sogenannte ITA („Invitation to Apply“) erhalten, und das gleich beim ersten Versuch, yayyyy!!!! Die erste Hürde ist damit geschafft – leider nur eine von einigen weiteren… Und so sieht das wichtige Schriftstück aus:

Das Titelbild mit dem großen M ist vom Münchner Flughafen, das hab ich deshalb gewählt, weil ich hoffe, dass ich das nächste Mal, wenn ich es sehe, auf dem Weg nach Neuseeland bin… jetzt wars leider nur im Rahmen einer Radtour (siehe weiter unten).

Wie gehts es jetzt bei uns weiter? Wir haben nochmal eine weitere Woche damit verbracht, „Beweise“ für unsere Beziehung und andere Dokumente zu sammeln, zu überarbeiten und in pdf-Dokumente zu verpacken. Unter anderem mussten wir aus unseren ganzen WhatsApp chats (ca 10.000 Seiten!!) 4-6 Seiten pro Monat auswählen und rauskopieren, was natürlich ein paar Tage gedauert hat, schließlich haben wir beide ja doch noch einen Vollzeitjob nebenher. Ich glaube, ich habe mehr Zeit in die Visa Application gesteckt als in meine Diplomarbeit… und das ist nur für ein 6-monatiges Visitor Visa!!! Egal, jedenfalls haben wir unser CPVV („Critical Purpose Visitor Visa“) am Freitag beantragt, jetzt heißt es warten und hoffen… unsere immigration adviser Sally schätzt, dass die Bearbeitung um die 4 Wochen dauern wird, wir sollten also bis Mitte Dezember bescheid bekommen. Also drückt uns ganz fest die Daumen (und Zehen und alles was ihr habt)! Sollten wir das Visum genehmigt bekommen, kommt die nächste Hürde: Man muss jetzt einen „Managed isolation voucher“ haben, um einreisen zu können, d.h. man muss einen Platz in einem Quarantäne-Hotel buchen und natürlich den passenden Flug dafür finden… also quasi zwei Hürden in einem. Problem hier ist, wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, dass diese Plätze begrenzt sind und über die großen Ferien in Neuseeland von Dezember bis Februar auch viele Neuseeländer, die woanders wohnen, für einen Besuch heimkommen wollen, und auch die müssen sich natürlich 2 Wochen isolieren… Im Moment sind alle Plätze bis Ende Januar belegt. Ich hoffe, dass vielleicht noch ein paar mehr Plätze zur Verfügung gestellt werden, aber es kann gut sein, dass vor Februar oder März nichts geht… Ich will aber jetzt nicht jammern, zumindest ist endlich mal ein kleines Lichtlein am Horizont 🙂

Nach den letzten 11 Monaten (oder eigentlich schon seit März 2019) kann ich das nur bestätigen!!!
Ein Bild aus glücklichen Tagen – hoffentlich gibt es bald wieder gaaaaanz viele gemeinsame Bilder 🙂

In der Arbeit läuft es ganz gut, so langsam hab ich mich wieder an das Arbeiten auf einer Intensivstation gewöhnt und kenne die Abläufe hier in Freising. Ich habe jetzt noch die nächsten 7 Tage Einarbeitung, ab Ende November arbeite ich dann allein. Ich bin sicher, dass ich dann ganz schnell wieder Routine im Job habe, es macht auf alle Fälle Spaß, auch wegen der netten Kollegen. Mein erstes Gehalt habe ich auch schon bekommen, beim nächsten sind dann auch die Zuschläge für Nachtdienste und Wochenenden/Feiertage dabei. Insgesamt ist es gar nicht so schlecht, und dank des sehr günstigen Personalwohnheim-Zimmers verdiene ich gar nicht so viel weniger als als Lehrer, und hier arbeite ich im Schnitt nur 38,5 Stunden pro Woche im Vergleich zu 60 Stunden vorher. Die Covid-Situation ist im Moment noch überschaubar, wir hatten die letzten Wochen immer 1-2 Covid-Patienten auf Station, aber das wird sich sicher in den nächsten Wochen ändern. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang schon ein mulmiges Gefühl hatte, in ein Covid-Zimmer rein zu gehen, aber man gewöhnt sich daran und versucht einfach, sich so gut wie möglich zu schützen mit allem, was da ist – zum Glück sind FFP2-Masken jetzt kein Problem mehr. Außerdem können wir uns regelmäßig testen lassen, was ich alle zwei Wochen mache.

Aber es gibt ja nicht nur Arbeit im Leben (obwohl es sich für mich gerade fast so anfühlt, weil ich ja eigentlich nur darauf warte, dass ich weg kann), sondern zum Glück auch ein paar Highlights neben dem täglichen Skypen mit Paddy – zum Beispiel Besuch von Freunden aus meinem „alten Leben“ in München. Zuerst besuchte mich Tibor, ein Ex-Kollege und Freund von der Schule, vorletzte Woche in Freising. Nach einer kleinen Stadtrundtour besorgten wir uns beim Italiener etwas zu Essen und ließen den Abend mit Wein und guten Gesprächen in meiner Wohnung (naja, Zimmer) ausklingen, war sehr nett!

Tibor standesgemäß mit kleidsamer Stadt-München-Maske auf dem Freisinger Domberg, wo es dank Nebel an diesem Tag leider keine Aussicht gab.
Der Freisinger Dom von innen.
Gewölbe unter dem Dom, das fast 1000 Jahre alt ist (wenn ich mich richtig erinnere)!
Tibor und ich bei unserer Corona-Schluck-Impfung 😉

Eine Woche später kam Sandra mich dann besuchen, auch dieser Tag war leider wieder neblig, so dass ich auch ihr Freising nicht von seiner schönsten Seite zeigen konnte, was nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit den vielen Baustellen zu tun hatte. Trotzdem haben wir beide die gemeinsamen Stunden genossen! Hoffentlich kriegen wir das bald wieder hin!

Creepy Nebelstimmung an der Moosach in Freising.
Zwei trotzdem gut gelaunte Maskenträgerinnen.

Ansonsten war ich wieder spazieren, wenn die Sonne es mal durch den Nebel geschafft hat, um mir die herbstliche Gegend anzuschauen. Auf dem Bild schaue ich etwas müde aus, das war nach meinem letzten Nachtdienst und nur ein paar wenigen Stunden Schlaf 😉

Herbststimmung…

Da ich dieses Wochenende frei hatte und das Wetter am Samstag superschön war (und ich ja auch nichts mehr für das Visum machen musste), machte ich eine kleine Radtour durchs Erdinger Moos und dann durch den Flughafen. Ich wusste bis dahin nicht, dass tatsächlich ein Radweg durch den Münchner Flughafen geht! Und so fand ich mich am Besucherhügel wieder, sehnsüchtig auf die (nur zwei) startenden Flieger starrend, und hoffend, dass ich bald in einem Flieger Richtung Neuseeland sitzen werde… Erwartungsgemäß war nicht viel Flugverkehr oder Verkehr auf den Straßen, ich hab den Flughafen noch nie so leer gesehen.

Meine Radtour durchs Erdinger Moos, ca 40 km und sehr flach.
Der Stoibermühlsee, im Sommer ein beliebter Badesee nahe Freising.
Kleine Kirche in Niederding.
Flughafen München.
In so einer Maschine sitze ich hoffentlich bald…

Heute morgen habe ich auch mal wieder ein Los gezogen:

Das kann ich leider beim besten Willen nicht erfüllen, dann kann ich ja nicht mit Paddy skypen!! Das geht nicht!!! Aber wenn jemand von euch diese Challenge ausprobieren möchte – viel Spaß! 🙂

Und hier noch was Lustiges zum Abschluss: Sandy, meine Nachmieterin in meiner alten Wohnung, schickte mir dieses Foto per WhatsApp und fragte mich, ob das Holzteil mit den zwei Füssen im Keller zufällig noch mir gehöre, denn falls nicht, würde sie es jetzt dann zum Sperrmüll mitnehmen:

Daraufhin bekam ich Schweißausbrüche, schaute unter mein Bett und musste tatsächlich feststellen, dass ich dieses Teil, das den Lattenrost in der Mitte stützen soll, vergessen hab!! Seitdem fühle ich mich in meinem Bett nicht mehr ganz so sicher…. aber bisher hat es gehalten 😉

So, das wars mal wieder von mir. Ihr dürft natürlich gerne einen Kommentar hinterlassen, würde mich sehr freuen! Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr seid gesund und noch nicht zu deprimiert wegen der Kontaktbeschränkungen und dem zur Zeit weitgehend Spaß-freien Leben… Sobald es Visum-technisch etwas Neues gibt, melde ich mich natürlich sofort 🙂

Viele Grüße aus dem heute sonnigen Freising!

Eure Susi

300 days without him…

Hallo liebe Leser, eigentlich gibt es nichts Neues bei mir, aber ich wollte mich trotzdem mal wieder melden, gerade auch, weil ja jetzt persönliche Kontakte wieder schwierig werden ab Montag mit dem erneuten Lockdown.

Morgen werden es 300 Tage, dass Paddy und ich uns nicht gesehen haben, uns nicht in den Arm nehmen und küssen konnten, nicht aufwachen und den anderen neben uns sehen und uns nochmal ankuscheln konnten – alles Dinge, die so normal sind und die man für selbstverständlich hält, wenn man sie hat. Eigentlich sollte man meinen, es wird mit der Zeit leichter, weil man sich irgendwie daran gewöhnt, aber zumindest in unserem Fall stimmt das nicht – ich vermisse ihn mehr und mehr jeden Tag, und ihm geht es genauso.

Wahrscheinlich auch, weil ich mir ein neues Leben in Deutschland aufbauen musste, das ich nicht wollte, in einer neuen Stadt, in der ich nicht viele Menschen kenne, mit einem Job, in dem ich seit 13 Jahren nicht gearbeitet habe und gefühlt weit weg von all meinen Freunden und natürlich von Paddy bin. Aber nun Schluss mit dem Gejammer, so schlimm ist es auch nicht, ich fühle mich eigentlich ganz wohl in Freising, und die Arbeit macht auch Spaß. Trotzdem warte ich eigentlich nur darauf, dass ich endlich nach Neuseeland kann…

Cooler Sonnenuntergang von meinem Fenster aus betrachtet.

Nachdem ich ja jetzt, verglichen mit meinem Lehrerjob, viel Zeit habe, verbringe ich meine Freizeit (ja, hab ich jetzt tatsächlich! Fühlt sich noch ganz komisch an) hauptsächlich damit, meine neue Umgebung kennen zu lernen – neben jeder Menge Skypen mit Paddy natürlich. D.h. ich wandere ganz viel durch Freising und die umliegende Natur, und es ist echt schön hier. Hier ein paar herbstliche Eindrücke:

Spaziergang mit Tanja, Sven und Anton, die mich in meiner neuen Heimat besuchten.

Manchmal gehe ich abends nach dem Spätdienst noch ein wenig durch die Stadt, um noch ein bisschen Bewegung zu kriegen, oder einfach abends nach einem Frühdienst. Beleuchtet ist Freising auch ganz nett:

Blick vom Domberg über Freising.

Heute hab ich auch mal wieder ein Los gezogen, leider musste ich die Aufgabe etwas abändern…

Ich habe zwar keine Bergtour mit Freunden gemacht, dafür aber beschlossen, diesen wunderschönen letzten Oktobertag für eine Radtour (allein) zu nutzen. Und so radelte ich bei schönstem Sonnenschein los, geplant war eine 45km Rundtour nach Moosburg und zurück:

Die ersten paar Kilometer ging es sehr hügelig durchs Freisinger Umland, aber sobald ich den Amper-Radweg erreichte, war der Rest der Tour flach – und wunderschön. Auf kleinen Nebenstraßen und Radwegen ging es gemütlich nach Moosburg, und an der Isar entlang zurück. Schade, dass es wettertechnisch wohl nicht mehr viele Tage wie diesen geben wird…

Nach ca 20 km kam ich dann in Moosburg an und fuhr eine kleine Runde durch die Innenstadt:

Dann ging es hinunter zur Isar und an der Isar entlang zurück nach Freising:

Segelflieger beim Start.

So schau ich beim Radeln aus, inzwischen mit Helm – dank Paddy 🙂

Jetzt wohne und arbeite ich schon einen ganzen Monat hier, echt krass. Es gibt immer noch viel zu lernen auf Station, aber ich hab auch noch ein bisschen Einarbeitungszeit. Ich bin gespannt, wie das mit Corona weitergeht, bisher hatten wir nur 1-2 Patienten auf unserer Station, aber das wird sich wohl bald ändern…

Nächste Woche wird es spannend: Wir haben soweit sämtlichen Papierkram für Immigration New Zealand zusammen (was etliche Tage und Stunden Zeit gekostet hat mit Sammeln, Formatieren, Chats zensieren, …) , unsere Immigration adviser Sally hat alles begutachtet und wird in den nächsten Tagen den Antrag für die Ausnahmegenehmigung (ihr erinnert euch – EOI für „Expression of Interest“) stellen, und dann heißt es Daumen drücken und hoffen… Leider hat sich an unseren Chancen nichts geändert, und die meisten Leute in der Facebook-Gruppe haben mehrere Anläufe gebraucht, um erfolgreich zu sein, deswegen versuche ich, nicht zu viel zu erwarten, denn dann tuts umso mehr weh… trotzdem hoffen wir natürlich. Also drückt ganz fest die Daumen für uns!

Das wars mal wieder von mir. Morgen geht es nach 5 freien Tagen wieder in die Arbeit für die nächsten 8 Tage. Lasst euch nicht runterziehen vom erneuten Lockdown und bleibt vor allem gesund!

Ganz liebe Grüße 🙂

Back in my old job

Hallo liebe Leser, jetzt wohne ich nun schon beinahe 2 Wochen in meiner neuen Bude und fühle mich inzwischen auch halbwegs zuhause hier, auch wenn es noch das ein oder andere Problemchen gibt (wie zum Beispiel ein nach dem Duschen überschwemmtes Bad) und ich eigentlich lieber ganz woanders wäre – aber hilft ja nicht! Seit gestern habe ich einen neuen (alten) Mitbewohner, den Claudi mir gestern netterweise gebracht hat – vielen Dank nochmal!

Juhu, hab jetzt wieder einen Fernseher, und hab es sogar geschafft, ihn zum Laufen zu bringen 🙂

Am 01.10. ging dann das Arbeitsleben für mich wieder los – die Nacht vorher schlief ich so gut wie gar nicht vor lauter Aufregung, schließlich hatte ich seit 13 Jahren nicht mehr in meinem alten Beruf als Krankenschwester gearbeitet. So fiel mir das Aufstehen um 5.00 Uhr am Morgen ausnahmsweise nicht schwer, wahrscheinlich kommt das so schnell nicht mehr vor… Ich machte mich auf den 3-minütigen Weg in die Arbeit, zog mich um und das ist dann das Ergebnis:

So sehe ich in der Arbeit aus.

Und für alle Maskengegner: Ja, wir arbeiten 8 Stunden mit Maske! Und wir überleben das sogar, jeden Tag, und keiner beschwert sich darüber. Dann erwartete mich und eine andere neue Kollegin eine kleine Überraschung: wir wurden von einer Kollegin mit einer selbstgebastelten Mini-Schultüte voller Süßigkeiten (kein Schulzeug) empfangen – voll süß!!

Mini-Schultüte zum ersten Arbeitstag.

Der erste Arbeitstag verging wie im Flug, ich merkte, dass ich doch einiges vergessen hatte bzw. aus der Übung war, aber vieles kam auch relativ schnell wieder, und es machte richtig Spaß, wieder was Praktisches zu arbeiten und zur Abwechslung mal von anderen zu lernen statt selbst der Lehrer zu sein! Angeleitet wurde ich die ersten paar Tage von Hildegard, einer erfahrenen Intensivschwester, die seit über 20 Jahren auf dieser Intensivstation arbeitet. Nach 4 Tagen übernahm Dani dann ihre Rolle, und es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich die beiden arbeiteten bzw. mich anleiteten – während Hildegard mich sehr viel machen ließ und beobachtete, nahm Dani es sehr genau, erklärte und zeigte alles sehr detailliert und beobachtete dann, wie ich das mache. Da ich so lange aus dem Job draußen war, kam mir diese genaue Arbeitsweise sehr entgegen, so bekam ich immer gleich Rückmeldung und konnte Dinge ändern und anpassen. Gelernt habe ich aber in den vergangenen 9 Tagen von beiden eine Menge! Und beide sind sehr geduldig – ich nicht so sehr… es ist schon irgendwie frustrierend, wenn man sich wieder wie ein Anfänger vorkommt, nachdem man irgendwann mal echt fit im Job war… aber das kommt schon wieder. Es ist ja auch nicht so als hätte ich alles schon mal gekonnt, einige Dinge haben sich natürlich in den letzten 13 Jahren geändert, außerdem wird in Freising anders gearbeitet als im Rechts der Isar in München, die Geräte sind andere, Medikamente haben andere Namen, die Tagesroutine läuft anders ab, usw usw. Und das Patientenklientel ist auch ein ganz anderes: Hier in Freising sind es hauptsächlich sehr alte Patienten, und die wenigsten sind richtige Intensivpatienten (also intubiert und beatmet, mit schweren akuten Erkrankungen), in München wären sie eher auf einer Wachstation gewesen, nicht auf Intensiv. Das verändert natürlich die Arbeit, aber es macht sie auch interessant. Zusätzlich zu dem ganzen Fachlichen kommt noch hinzu, dass die Station von der Anästhesiologie und der Inneren Abteilung betreut wird, das heißt, man muss wissen, welcher Arzt von welcher Fachrichtung kommt und für welche Patienten zuständig ist… als ob Namen lernen nicht schon schwer genug wäre 😉

Aber es macht richtig Spaß, bisher finde ich meine Kollegen alle sehr nett, und ich bin sicher, dass ich schon bald wieder „drin“ bin im Job. Ich hab ja noch ein bisschen Einarbeitungszeit 🙂

Das Klinikum Freising von der Altstadt her kommend.
Vollmond über dem Krankenhaus, von meinem Fenster aus fotografiert.

Was richtig cool und sehr ungewohnt mit meinem neuen Job ist, ist, dass ich nach 8 Stunden Arbeit wirklich frei habe. Als Lehrer kommt man von der Schule heim und die Arbeit beginnt erst so richtig, und selbst wenn man mal früh Schluss macht, hat man ständig ein schlechtes Gewissen, weil man eigentlich noch was tun müsste – den Unterricht besser vorbereiten, korrigieren, emails schreiben, … Jetzt komme ich nach der Arbeit heim und habe frei. Da die ersten Tage echt anstrengend waren und ich sehr viel Frühdienst hatte, habe ich das bisher noch nicht so richtig genutzt. Meist habe ich mich nochmal für 2-3 Stunden hingelegt und dann den Abend mit Skypen mit Paddy verbracht.

Gemütlicher Abend mit Tee und Kerzenschein.

Oder ich war nachmittags einkaufen und habe mir Freising ein bisschen angeschaut bzw. war spazieren. Freising ist echt ein schönes Städtchen, ich liebe die kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster, von denen es hier nur so wimmelt:

Was nach einem Umzug auch immer noch ansteht, ist das Ummelden, das ich am Mittwoch dank online-Termin (Corona lässt grüßen) erledigte.

Das „Wartezimmer“ des Bürgerbüros: wie an vielen Orten zu Corona-Zeiten findet das Warten draußen statt, zum Glück an diesem Tag bei schönstem Wetter.
Blick auf Gebäude am Marienplatz beim Warten auf meinen Termin.

Andere Dinge, die ich so neben der Arbeit her erledigte, waren die Anmeldung und der Anschluss des Internets, die Einstellungsuntersuchung beim Betriebsarzt, Abschließen eines Krankenkassenvertrags und einiger Verträge, die ich wegen meines eigentlich geplanten Umzugs nach Neuseeland schon gekündigt hatte – echt ätzend! So langsam habe ich mein neues Leben hier wieder in geordnete Bahnen gebracht, mal schauen, wie lange ich hier noch bin…

In Neuseeland gibt es nicht wirklich viel Neues. Seit 05.10. gibt es die ersehnte Änderung der Ausnahmegenehmigung, und erwartungsgemäß hilft das nicht vielen, denn die Regeln sehen noch immer vor, dass man nur eine Ausnahmegenehmigung bekommt, wenn man vor Corona schonmal zusammen gewohnt hat, was auf viele (uns eingeschlossen) nicht zutrifft. Unsere immigration adviser Sally hat dementsprechend versucht, unsere Hoffnungen zu dämpfen – nicht dass wir ohne das sehr hoffnungsvoll wären… Trotzdem sammeln wir gerade alles, was irgendwie als „Beweis“ für unsere ernstgemeinte Beziehung dienen könnte – als ob das Überstehen einer inzwischen 10-monatigen Trennung und das Kündigen eines Beamtenjobs auf Lebenszeit inklusive Pension nicht schon genug Beweis unserer ernsten Absichten und gemeinsamen Zukunftspläne wäre!!! Sobald wir genug „Beweise“ in Form von support letters von Freunden, Chat-Verläufen, Screenshots unserer täglichen Skype-Sessions, usw usw, zusammen haben, werden wir es probieren mit der Beantragung einer sogenannten EOI – expression of interest, was für ein Hohn! Wir sind definitiv mehr als INTERESSIERT daran, mich ins Land zu bekommen! Für diese EOI muss man einen kurzen Fragebogen beantworten und hat ein paar Zeilen Platz, um die eigene Situation zu beschreiben und INZ (Immigration New Zealand) davon zu überzeugen, dass man wirklich einen guten Grund hat, ins Land einreisen zu wollen. Nur auf Grundlage dessen entscheiden sie dann, ob sie die EOI genehmigen oder nicht, es ist also wirklich eine Lotterie. Wenn man die EOI bekommt, wird man eingeladen, ein CPVV (critical purpose visitor visa) zu beantragen, hierfür braucht man dann die „Beweise“ und verschiedene Nachweise zu Vermögen, Gesundheit usw. Auch das kann natürlich wieder abgelehnt werden, und natürlich kostet beides Geld, unabhängig davon, ob es genehmigt wird oder nicht. Es bleibt also spannend (und teuer) bei uns, und leider auch wenig hoffnungsvoll, zumindest für die nahe Zukunft… Drückt uns alle ganz fest die Daumen – vielleicht gewinnen wir ja das Lotteriespiel überraschend 🙂

Natürlich habe ich auch mal wieder ein Los gezogen, diesmal eines, das ich wirklich erfüllen kann:

Hab ich gleich heute gemacht: Ich habe mehr als zwei Stunden mit Paddy geskyped und den Rest des sowieso verregneten Tages überwiegend gefaulenzt – ferngesehen, gelesen, gechattet. Die nächsten zwei Tage werde ich ausschlafen, ein bisschen sporteln, mit Freunden telefonieren, Zeug für mein Visum zusammenstellen und weiter faulenzen, bevor es am Dienstag wieder in die Arbeit geht.

Hier noch ein Gruß von Paddy’s Alpacas – ich weiß, dass viele meiner Freunde Alpacas lieben (gell, Laura und Claudi?):

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende! Bleibt gesund!

Eure Susi

Umzug nach Freising

Hallo liebe Leser, heute gibt es endlich mal wieder Neuigkeiten, leider nicht aus Neuseeland, da ist alles beim Alten.

Am Montag bin ich nach Freising ins Personalwohnheim des Klinikums gezogen.

Das große graue Gebäude ist das Personalwohnheim, und gleich gegenüber eine Brauerei 😜

Aber vorher gab es noch einen feucht-fröhlichen Grillabend bei Steffi und Patrick, meinen Ex-Nachbarn und Ex-Vermietern meiner alten Wohnung. Es war schon irgendwie komisch, in mein altes Haus zurückzukommen ohne dort zu wohnen… aber der Abend mit den beiden und Sandy, meiner Nachmieterin, war super!!

Steffi, Sandy und der Grillmeister Patrick vorm Essen mit einem kleinen Aperitif.

Steffi, Sandy und ich am gedeckten Tisch – yummy!!

Außerdem gab es bei Tanja und Sven noch etwas zu feiern – Tanja’s Geburtstag! Ich verrate jetzt mal nicht das Alter – aber natürlich blutjung!! 😊

Happy birthday!!!🎂🥂🍾

Am Sonntag bereitete ich dann meinen Umzug vor – meine 3 Taschen packen und Zimmer sauber machen. Nachmittags lieh ich mir Tanja’s Auto und fuhr in meine alte Wohnung, um noch ein paar Sachen, die ich netterweise noch im Keller lagern durfte, abzuholen. Und dann ist es passiert: nach 6 Jahren unfallfreiem Rein- und Rausfahren in/aus der Tiefgarage bleibe ich natürlich mit einem geliehenen Auto an einer Ecke hängen – ganz Klasse, Frau Franz!! 🙄 Resultat: Kratzer und Delle in der hinteren linken Tür und am Kotflügel – das war ein teurer Umzug… sorry nochmal, Tanja!

Am Montag war dann Umzug: in der Früh ging es zuerst zum Vertrag-Unterschreiben, Dienstplan-Holen und Corona-Test ins Klinikum, dann bekam ich mein Zimmer: 6. Stock in Süd-Westlage mit Blick aufs Krankenhaus – und dem wohl langsamsten und altersschwächsten Fahrstuhl der Welt, Baujahr 1970! 😂

Als allererstes maß ich das Zimmer aus, ob mein Bett reinpasst, und yayyy, es passt perfekt! Das heißt ich muss nicht auf schmalen 90 cm schlafen, sondern kann mich bequem auf 1,40m herumwälzen! Danach ging es ans Ausladen des Autos, Zurückfahren und Auto bei Tanja Abgeben, wo mich Walter mit seinem Lieferwagen aufsammelte, um mein Bett und die restlichen Sachen aus dem Keller meiner alten Wohnung nach Freising zu fahren. Vielen Dank nochmal, Walter! 😘

So sah das nach dem Ausladen bei mir aus… 😳

Ich machte mich gleich daran, meine Sachen einzuräumen, und am nächsten Tag, nachdem ich das Bett aufgebaut und Bilder aufgehängt hatte, sah es dann so aus:

Gestern und heute war ich mit allem möglichen Orga-Kram beschäftigt: Termin Betriebsarzt und Anmeldung machen, Internet organisieren, Papiere abgeben, Nachsendeantrag stellen usw usw.

Da am Nachmittag schönes Wetter war, beschloss ich, einen Spaziergang im Wald zu machen und eventuelle Laufstrecken zu begutachten – war sehr schön, wenn auch stellenweise etwas matschig:

Ich wusste schon beim Kauf, dass das nicht meine Farbe ist… 😂

Morgen ist mein erster Arbeitstag auf Station, bin schon gespannt, wie’s wird und ob ich’s noch kann nach 13 Jahren Pause… aber ich denke ich werde mich recht schnell wieder dran gewöhnen – nur an das frühe Aufstehen zum Frühdienst wohl nicht… 😖. Aber ich freue mich auf die Arbeit, das praktische Arbeiten hat mir in meinem Lehrerjob doch gefehlt. Ich beneide meine ganzen Ex-Kollegen gerade nicht um ihren Job – zu Corona-Zeiten macht das Lehrersein nicht so viel Spaß…

Zur Feier des Tages hab ich auch mal wieder ein Los gezogen (hab ich das letzte Mal vergessen):

Hm, das ist gerade schwierig… ich zähle Freising mal als Ort meiner „Kindheit“, schließlich habe ich dort vor mehr als 20 Jahren meine Ausbildung gemacht. 😜

Aus Neuseeland gibt es (noch) nichts Neues, aber Anfang Oktober soll es die in meinem letzten Blogeintrag beschriebene Regeländerung geben. Dann werden Paddy und ich es probieren mit der Ausnahmegenehmigung, wenn auch mit nahezu keiner Chance… inzwischen sind es fast 10 Monate, die wir uns nicht gesehen haben, und es wird echt nicht leichter. Vor allem, weil ich mir hier gerade ein komplett neues Leben aufbauen muss, das ich gar nicht will, weil ich eigentlich nur in Neuseeland bei Paddy sein will. Naja, wird schon irgendwann… Falls ihr euch für noch mehr traurige Geschichten wie unsere interessiert, dann schaut mal auf die Website loveisnottourismnz.org, da findet ihr auch unsere Geschichte in Kurzfassung:

Das war’s an Neuigkeiten von mir für heute. Ich will nur auch auf diesem Weg nochmal ein ganz fettes Dankeschön an Tanja und Sven sagen, die mich in den letzten Wochen bei sich aufgenommen, mich durchgefüttert und sich in dieser schwierigen Zeit um mich gekümmert haben – Danke für alles! Ihr seid echt toll!!! 😘

Ich wünsch euch allen eine schöne Restwoche, bleibt gesund und bis zum nächsten Blogeintrag, in dem ich euch dann erzähle, wie es mir in der Arbeit ergeht!

Eure Susi 🙋‍♀️