MIQ day 9 – lockdown for everyone now

Hallo liebe Leser, heute mal etwas später als gewohnt (inzwischen ist es hier Donnerstag morgen), aber gestern Abend nach dem Telefonat mit Moni (yayyyyy, highlight of the day!!!) war ich zu müde! Aber besser spät als nie 😉

Der Morgen begann mit einem wunderschönen Sonnenaufgang, aber am Horizont konnte man schon die dunklen Wolken sich zusammen brauen sehen… Doch zumindest den Start des Tages verbrachten wir mit einem Sonnenbad:

Good morning! 🙂

Das Frühstück war heute, wie bestellt, sehr unspektakulär, aber da wir eh noch so viel Obst hier haben, machte ich einen Obstsalat und wir aßen ihn mit dem Cereal und dem Joghurt von unserem Frühstück, war sehr lecker, und ausnahmsweise mal relativ gesund und relativ kalorienarm (das Croissant hab ich nicht gegessen). 😉

Frühstück.

Danach schauten wir ausnahmsweise mal Fernsehen, um Neuigkeiten bezüglich des landesweiten Lockdowns zu erfahren. Inzwischen (Stand Mittwoch Abend) gibt es 10 bekannte Covid-Fälle, bis auf den ersten Fall alles Leute zwischen 20-30 Jahren, die am Wochenende fleißig unterwegs waren, weswegen es inzwischen mehr als 70 sogenannte „locations of interests“ gibt, also Orte möglicher Ansteckung. D.h. alle Leute, die an bestimmten Tagen an diesen Orten waren, sind dazu aufgerufen, sich testen zu lassen, was einige tausend Leute sein dürften, da es sich zum Teil um Clubs, Bars und Restaurants handelt. Ein Infizierter ist Lehrer an der größten High School in Auckland und hatte mit dementsprechend vielen Schülern zu tun, ein anderer ist Student und saß mit vielen anderen Studenten in Vorlesungen, und eine dritte Person ist eine Krankenschwester, die natürlich die letzten Tage auch ganz normal gearbeitet hat. Mit anderen Worten: Hier wird mit einer noch wesentlich höheren Zahl von Infizierten zu rechnen sein, Epidemiologen denken an 80-120… Das hängt wohl auch davon ab, woher das Virus kam, denn das ist noch nicht raus. Durch Genomsequenzierung weiß man, dass das Virus seinen Ursprung in New South Wales in Australien hatte, aber bisher wurde noch kein Zusammenhang zu den Infizierten gefunden. Es bleibt also spannend hier – ich glaube nicht, dass es bei einer Woche Lockdown bleiben wird…

Schlagzeile im „NZ Herald“ diesen Morgen – abends waren es dann schon 10 Fälle.

Unser Problem ist jetzt natürlich, ob wir heimkommen oder nicht. Bei dem Gespräch mit den „Defense Forces“, die hier im Hotel für uns zuständig sind und uns be-/überwachen, meinte die Dame am Telefon, dass wir natürlich heim können, und bisher scheint unser Flug am Montag auch noch zu gehen… mal sehen.

Ansonsten taten wir, was wir sonst so tun: am Handy/Computer rumspielen, Paddy erledigte sein Coding und seine E-Mails, lesen, … Und dann gab es auch schon Mittagessen, das wie bestellt übersichtlich ausfiel, denn wir teilten uns ein zugegebenermaßen großes, sehr leckeres Sandwich mit Wedges und Salat:

Mittagessen.

Da wir gestern schon wieder vergessen hatten, unseren Walk zu buchen, mussten wir heute nehmen, was wir kriegen konnten, was einen Spot um 13.00 Uhr bedeutete. Und wie sich herausstellte, war das echt eine gute Wahl, denn wir waren nur 6 Leute, und das Wetter war wenigstens halbwegs ok – später wurde es dann richtig schlecht. Es war stürmisch, 45 km/h Wind mit noch stärkeren Böen, und es regnete kurz dreimal während der 45 Minuten, aber die meiste Zeit über war es trocken und die Sonne schien auch ab und zu – richtiges Aprilwetter! Aber es hat sich trotzdem gut angefühlt, mal aus dem Zimmer raus und an die frische Luft zu kommen! Und es gab eine neue Fensterdekoration:

Ich denke mal, das „Don’t panic!“ bezieht sich auf den Covid-Ausbruch.

Nach 4 km strammem Gehen im Kreis in unserem Laufstall, in dem wir jetzt jeden Quadratzentimeter abgelaufen sind, fanden wir uns in unserem Zimmer wieder und machten Musik zusammen – bis eine Saite von Paddy’s Gitarre riss. Daraufhin war erstmal Reparatur angesagt – zum Glück hatte Paddy in Aschaffenburg ein Set neuer Saiten gekauft, die er jetzt aufziehen konnte:

Sieht komisch aus, so ohne Saiten…

Aber das dauerte eine Weile, so dass wir leider nicht mehr dazu kamen, was Neues aufzunehmen und mit euch zu teilen, sorry. Vielleicht klappt das morgen wieder 🙂

Das Abendessen kam heute relativ spät, und zu unserer Überraschung hatten wir das erste Mal, seit wir hier sind, wieder so was ähnliches wie Hunger! Und es war wie immer super-lecker! Ich hatte das vegetarische Thai Curry bestellt, Paddy das mit Fisch und Garnelen, beides war super! Dazu vernichteten wir unsere vorletzte Flasche Bier bzw. die vorletzte Dose Cider.

Abendessen.

Da sonst nicht viel passiert ist bei uns, hab ich mich heute mal ein bisschen auf unser Müllproblem konzentriert. Ich hab euch ja schon erzählt, dass hier wahnsinnig viel Müll produziert wird mit dem ganzen Take Out food, und das habe ich heute für euch mal fotografisch festgehalten:

Das ist der Müll von gestern mittag bis heute Abend, also 5 Mahlzeiten…
… der dann in einen Plastiksack verpackt werden und luftdicht verschlossen werden muss, damit auch kein Virus nach außen dringen kann.

Wir haben zwar schon versucht, es etwas zu reduzieren, indem wir unser Plastikbesteck abspülen und wiederverwenden und nicht mit jeder Mahlzeit neues Plastikbesteck bekommen, aber das ist leider nur ein kleiner Teil des Abfalls. Wie ihr euch denken könnt, findet hier keine Mülltrennung statt, was in Neuseeland sowieso keine so große Sache ist, es wird aber unter normalen Umständen zumindest ansatzweise versucht… Für einen Deutschen ist das gar nicht so einfach, und umgekehrt ist es für Neuseeländer bei uns nicht so einfach mit der Mülltrennung, wie ihr in dem folgenden Video sehen könnt:

Lifeswap: Mülltrennung in Deutschland.

Paddy hatte damit anfangs auch Probleme: Als er das erste Mal hier war und mit mir in München wohnte, wollte er sich nützlich machen, während ich in der Schule war, und brachte alle gehorteten Plastikflaschen zum Plastikcontainer. Als er mir das stolz erzählte, musste ich ihm sagen, dass man die normalerweise zum Supermarkt zurückbringt und dafür Pfand bekommt – er war untröstlich, dass er quasi Geld weggeworfen hat! Ich meinte nur: „wahrscheinlich fischt sie jemand aus dem Container, der dringend Geld braucht. No harm done really“. So viel zu kulturellen Unterschieden heute in meinem Blog.

So, das wars mal wieder für heute (bzw. gestern), heute Abend gibt’s dann schon den nächsten Blog. Liebe Grüße aus dem Novotel Airport Hotel Room 1003!

Eure Susi

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