Merry Christmas from NZ!!!!

Liebe Leser, ich wünsche euch ein schönes, harmonisches Weihnachtsfest – ich hoffe, ihr könnt trotz Corona-Chaos im Kreis eurer Lieben feiern.

Hier fühlt es sich so gar nicht weihnachtlich an, wir hatten die ganze Woche tolles Sommerwetter mit bis zu 28 Grad, ein Traum! Für Paddy und mich wird Weihnachten wohl ziemlich arbeitsreich werden, wir haben ziemlich viele Buchungen! 😊

Ich melde mich die Tage mal wieder ausführlicher. Bis dahin macht es gut und feiert schön! Eure Susi 🤗

Der Sommer kommt… :-)

Hallo liebe Leser, heute gibt es endlich mal wieder einen neuen Blogbeitrag vom anderen Ende der Welt. Ich bin in den letzten Tagen unzählige Male beim Schreiben unterbrochen worden (nur falls der Bericht etwas abgehackt klingt…) – von ankommenden Campern, Leuten, die Münzen für die Waschmaschine oder das Wifi-Passwort wollten, Paddy, der beim Motorrad-Reparieren Hilfe brauchte, einem hungrigen Hund, Freunden, die spontan vorbei schauten usw usw – und trotzdem war ich wahrscheinlich noch nie so ungestresst und relaxed in meinem Leben. Das fühlt sich sehr komisch an, zumal normalerweise der Dezember bisher immer der stressigste Monat im ganzen Jahr war, damals als ich noch Lehrer war… und auch letztes Jahr, als ich im Krankenhaus gearbeitet habe, war es dank 2. Corona-Welle nicht unstressig. Unser Leben hier ist hingegen alles andere als stressig – wir arbeiten in unserem Tempo und entscheiden bei den meisten Dingen, wann wir was machen wollen, Putzen und Kundenkontakt mal ausgenommen, aber letzteres ist ja eh der spassige Teil. Und wenn Freunde vorbei kommen, was relativ häufig vorkommt, lassen wir einfach alles stehen und liegen und sitzen ein Weilchen auf einen Kaffee oder Tee zusammen – ganz ohne schlechtes Gewissen. Natürlich gibt es auch Nachteile, wie den, dass wir keinen Tag wirklich frei haben, und dass es nicht so einfach ist, hier für einen oder gar mehrere Tage wegzukommen (aber daran arbeiten wir). Aber das Gute ist, dass es sich hier nicht wirklich wie Arbeit anfühlt. Ihr seht, mir geht es gut, und ich komme immer mehr in meinem neuen Leben an 🙂

Das ist umso leichter, weil jetzt so langsam der Sommer Einzug hält – während es bei euch in Deutschland heftig wintert, haben wir inzwischen selten unter 18 Grad am Tag und hatten auch schon 27 Grad. Es ist nur noch nicht so stabil und regnet immer mal wieder, was dann zu tollen Fotos wie dem Titelbild führt 🙂

Uns dreien (Harvey mit eingeschlossen) geht es sehr gut, momentan genießen wir die Ruhe vor dem Sturm, denn es ist relativ ruhig auf dem Campingplatz, da im Moment alle mit Arbeiten und Vorbereitungen für Weihnachten beschäftigt sind. Das wird sich jedoch spätestens zu Weihnachten ändern, zumindest sind wir ab dann gut ausgebucht, und das ist auch gut so. Und so nutzen wir die Zeit für ausgedehnte Spaziergänge mit Harvey am Fluss entlang (er mehr im Fluss) und einige Spielstunden im Garten:

So sieht ein glücklicher Hund aus – völlig nass und im Wasser 🙂
Meine beiden Männer beim „Bonding“ im Garten.
Familienfoto.
Mit den Alpacas steht er allerdings auf Kriegsfuß, die werden jeden Tag kräftig angebellt! Dieses Video entstand nach 10 Minuten Gebelle und Im-Kreis-Rennen, so dass es hier schon relativ ruhig war, die Alpacas lassen sich aber dadurch eh nicht beeindrucken und spucken und kicken nach Harvey.

Am 15.12. wird die „Grenze“ um Auckland geöffnet, dann dürfen Auckländer auch endlich wieder im Land umherreisen (was sehr gut für unser Business ist) – sie waren von August bis gestern im Lockdown, seit gestern sind Geschäfte und Kneipen wieder für Geimpfte offen und für das ganze Land gilt nun das sogenannte „Traffic light system“, in dem alle Landesteile je nach Inzidenz, Impfquote und Hospitalisationsrate entweder in rot, gelb oder grün sind, für die jeweils andere Regeln gelten. Wir hier in Hawke’s Bay (und in den meisten anderen Teilen des Landes) starteten in gelb, was bedeutet, das man für die meisten Geschäfte und Cafés und Restaurants jetzt seinen Impfpass zeigen muss, damit man rein kann. Glücklicherweise haben Paddy und ich am Donnerstag unsere Booster-Impfung und damit auch gleich den Covid-Pass bekommen, das war gar nicht so einfach… aber jetzt haben wir ihn und so schaut er aus:

Mein neuseeländischer Covid-Pass, jetzt gültig bis 01.06.22.

Ohne diesen Pass wird man hier nur noch sehr wenig machen können, obwohl alle Businesses offiziell selbst entscheiden dürfen, ob sie auch Ungeimpfte hereinlassen. Aber zum Beispiel Friseure, Masseure, usw und Restaurants, Cafés usw dürften dann nur in „grün“ öffnen, weshalb sich wahrscheinlich alle für nur Geimpfte entscheiden – d.h. ohne Impfpass wird es ziemlich einsam und langweilig… was in Neuseeland aber nicht wirklich ein ernstes Problem sein sollte, da inzwischen 86% voll geimpft und 93% immerhin die erste Impfung haben. Das lief hier deutlich besser als in Deutschland!

Wir sind, momentan zumindest, in einer Luxusposition, denn wir müssen uns nicht entscheiden und bleiben in allen Stufen geöffnet. Einige Campingplätze haben jedoch für Ungeimpfte dicht gemacht, wir bleiben (zumindest erstmal) für alle offen – mal sehen… Generell sind die Zahlen hier rückläufig, es gibt täglich um die 100 neue Fälle, die meisten weiterhin in Auckland, was sich aber wohl ändern wird, wenn die Auckländer wieder reisen dürfen. Ich bin gespannt, was passiert! Natürlich verfolge ich auch die Situation in Deutschland, und das klingt alles andere als gut… Passt bloß gut auf euch auf und bleibt gesund!

So viel zum inzwischen echt leidigen Thema Covid. Was haben wir sonst so angestellt in den letzten Wochen? Vor ein paar Wochen habe ich Paddy’s Band das erste Mal live bei einem Auftritt gehört, der zwar einen traurigen Anlass hatte – es war die Gedenkfeier für die Mutter des Sängers, die gerade an Krebs gestorben war – aber das hält die Leute hier nicht vom Tanzen und Feiern ab. Es war ein wirklich schöner Abend! Da die Tonqualität nicht so sonderlich gut war, hier nur ein Bild, und ein Video von dem Lied, das Paddy und Harry in der Kirche gespielt haben (hier die Übungsversion bei uns in der Küche):

„The Monotones“ bei ihrem Auftritt.
Paddy und Harry mit „New world in the morning“.

Außerdem waren wir mit Harvey das erste Mal am Meer, wir verbanden Geschäft und Vergnügen, denn wir mussten einen Wohnwagen vom Campingplatz am Blackhead Beach abholen, und da dachten wir uns, wir nehmen Harvey einfach mit und zeigen ihm den Strand. Dieses Mal war er noch sehr skeptisch was das Meer anging – es war ihm nicht so geheuer, dass es die ganze Zeit kam und ging… und Sand schmeckt auch nicht wirklich… aber das Rumrennen fand er toll!

Schäferhund am einsamen Strand.
„Ich bin noch nicht so sicher, wie ich das finde…“
Ganz allein am Blackhead Beach.
Blick aufs Meer.

Er liebt übrigens das Truckfahren, allerdings leider nur mit uns vorne in der Kabine, was für mich sehr eng und ungemütlich ist. Aber sobald er eine offene Truck- oder Autotür sieht, ist er drin – das ist etwas anstrengend mit anderer Leute Autos, da ist er nicht so wählerisch 😉

Vor drei Wochen waren wir mit Freunden in Waipukurau im Theater, das war echt super! Es ist nur ein winzig kleines Theater und die Schauspieler sind alles Amateure, aber sie waren echt klasse! Ich freue mich schon auf die nächste Vorstellung!

Das war das Plakat zur Vorstellung.
Das ganze Theater mit Blick zur Bühne.
Paddy’s und mein Blick zur Bühne – wir saßen in der ersten Reihe 🙂
Die Schauspieler, die allesamt echt toll waren!

Außerdem war ich bei schönem Wetter ein paarmal mit dem Rad unterwegs, hier auf einer Runde durch die „Nachbarschaft“, das heißt zuerst zum Tukituki River und dann auf dem neuen Radweg am Fluss entlang bis der trail endet und auf Nebenstraßen zurück. Hier ein paar Eindrücke:

Neuer limestone track am Tukituki River entlang.
Der Tukituki River, nach zahlreichen Regenfällen ziemlich hoch.
Auf Nebenstraßen zurück, hier Lindsay Road mit Blick auf die Berge in der Ferne.
Typisches Bild für die Gegend hier: Grüne Hügel und weiß-blauer Himmel.

Da wir vor zwei Wochen ein paar richtig schöne, heiße Sommertage hatten, beschloss ich, von Waipawa an den Strand nach Pourerere Beach zu radeln, wo ich mich mit Paddy und Harvey treffen würde, die mit dem Truck nachkämen. So musste ich nur den Hinweg radeln, was „nur“ knapp 40 km sind, die dafür aber doch ziemlich hügelig, und da ich noch nicht wirklich fit bin, waren 400 Höhenmeter insgesamt erstmal genug, zumal es 27 Grad hatte. Aber die Tour war super!

Die Tour auf der Karte.
Blick auf den Tukituki River, den man nach ca 10 km überquert.
Noch grüne Hügel – bald werden sie gelb bzw. braun sein.
Kurze Verschnaufpause im Schatten.
Yayyy, höchster Punkt erreicht, endlich der Blick aufs Meer – von da an geht es fast nur noch bergab, in teilweise rasanten downhills (Höchstgeschwindigkeit 62 km/h).
Geschafft! Blick auf Pourerere Beach.
Und bald darauf kamen auch Paddy und Harvey an – hier mal wieder ein Bild ohne Hund.
Harvey’s zweites Mal am Strand – da traut er sich schon deutlich mehr!

Nach ausgiebigem Herumtollen am Strand und im Wasser (ich war nur mit den Füssen drin, ist noch echt kalt!) statteten wir David und Susan einen Besuch ab, die dort ein Strandhaus besitzen. Leider muss Harvey noch lernen, dass man Salzwasser nicht trinken kann – er übergab sich erstmal heftig auf David’s Rasen und trank dann einen halben Eimer Wasser nach! Sorry nochmal! Wir hingegen stillten unseren Durst bei der Hitze mit Bier bzw. Cider.

Susan, David, Paddy und Harvey mit Blick über den Strand und den Ozean.
Die Aussicht von David’s und Susan’s Haus – echt sehenswert!

Ein anderes Highlight der letzten Wochen war der Sonntags-Oldtimer-Ausflug mit einer Gruppe Oldtimer-besessener Leute zur Tui-Brauerei nach Mangatainoka. Ein paarmal im Jahr treffen sich ca 15-20 Leute und fahren mit ihren alten Autos auf einen Ausflug, dieses Mal wie gesagt zur Tui-Brauerei. Laut Paddy ist Tui das schlechteste Bier in Neuseeland, aber die Brauerei war trotzdem ganz interessant und hatte gutes Essen. Hier ein paar Bilder:

Ein Oldtimer neben dem anderen.
Paddy und sein Cadillac.
Das Innere der Tui-Gaststätte.
Die Theke.
Der Außenbereich, im Hintergrund das kleine Museum und das Restaurant, links die Brauerei selbst.
Hier wird gebraut…
… und zwar mit deutschen Maschinen (natürlich!) – keine Ahnung, warum das Bier trotzdem schlecht ist 😉
Die ganze Truppe beim Bestellen, und da nicht für alle an einem Tisch Platz war….
… saßen Aileen (Paddy’s Schwester) und Andrew…
… und Paddy und ich am Nachbartisch.
Hier ein Museums-Fundstück, das mir sehr gut gefallen hat. In dem kleinen Museum erfährt man mit viel Humor viel zur Geschichte der Brauerei. Zur Erklärung: der Tui ist ein neuseeländischer Vogel.
Ein anderes Fundstück für meine Ex-Schüler :-). Tui ist/war für die „Yeah right“-Werbung bekannt, die echt ganz witzig ist, siehe mehr Beispiele unten im Foto.
Die ganze Truppe vor einer Tafel dieser Werbung, auf der man den Text selbst gestalten kann.
Paddy und ich gestalteten sie nochmal ein klein wenig um 🙂

So ein Ausflug mit Oldtimern ist eine beliebte Sonntags-Aktivität in Neuseeland. Überhaupt lieben Neuseeländer alles, was einen Motor hat und nutzen es am liebsten quasi ständig und überall (sogar in Flüssen und am Strand): Autos, Trucks, Motorbikes, Quatbikes, Boote, Flugzeuge, E-Bikes, Modellautos, … Das ist ein großer Unterschied zwischen Deutschland und Neuseeland – hier schert sich niemand so wirklich um die Menge an Abgasen, die er produziert, oder was er sonst der Natur antut. Und während man in Deutschland oft relativ weit vom Strand entfernt parken und den Rest zu Fuß gehen muss, um die Dünenlandschaft nicht zu zerstören, fährt man hier mit allem was Räder hat, auf dem Strand herum – eins der wenigen Dinge, die ich hier nicht so toll finde…

Letztes Wochenende haben wir das erste Mal den Pizzaofen eingeheizt, und es gab frische Pizza mit allen möglichen Belägen mit unseren Freunden Paula und Steve und Sohn Tommy – sehr lecker!

Paula, Steve und Tommy vor den fast leeren Pizzabrettchen.
Paddy bei der Pizza-Verkostung.

Und zu guter Letzt noch ein paar Blumenfotos – der Garten hier besteht hauptsächlich aus Rosen, die zwar schön aussehen, wenn sie blühen, aber ansonsten echt viel Arbeit sind… nicht so wirklich mein Ding, aber hilft ja nix.

Weiße Rosen neben dem Haus...
… und in Nahaufnahme.
Wildwachsende Blume im Steinmeer am Fluss (oder vielmehr trockenem Flussbett).
Keine Ahnung, was das für ein Gewächs ist, aber der Farbkontrast war einfach genial!

So, das wars mal wieder von mir. Ich hoffe euch geht es gut und es ist arbeitstechnisch nicht allzu stressig. Leider scheint es in Deutschland ja wieder eine sehr einsame, triste Vorweihnachtszeit ohne Weihnachtsmärkte zu sein, ich hoffe, ihr könnt diese Zeit und dann vor allem Weihnachten und den Jahreswechsel trotzdem etwas genießen! Haltet die Ohren steif und bleibt vor allem gesund! Ich würde mich freuen, mal von dem ein oder anderen von euch zu hören.! Ach ja, und angeblich öffnet Neuseeland seine Grenzen für voll geimpfte Touristen ab 30.04.22, für alle, die noch ein Urlaubsziel suchen 😉 Aber warten wir erstmal ab, was bis dahin noch alles passiert! Ganz liebe Grüße aus Waipawa!

Susi

Ein neuer Mann in meinem Leben

Hallo liebe Leser, heute möchte ich euch Harvey vorstellen, der neue Mann in meinem Leben (keine Angst, den „alten“ hab ich auch behalten, und sie vertragen sich ganz gut :-)). Er ist 15 Monate alt, ein reinrassiger Schäferhund und wohnt seit 2 Wochen bei uns, weil ihn seine alte Familie wegen Trennung und Hundehaarallergie des Kindes nicht behalten konnte. Er ist noch nicht wirklich gut erzogen und befolgt vor allem Befehle wie „Komm oder komm nicht“, aber das wird schon noch… Immerhin macht er brav „Sitz“, wenn es Futter gibt oder er die Leine sieht. Hier ein paar Bilder von unserem süßen neuen Mitbewohner:

Meine beiden Männer 🙂
Paddy und Harvey beim Spielen in der Küche.
Harvey auf seinem Platz auf der Veranda.

Er ist super-verschmust und könnte sich 24 Stunden am Tag streicheln lassen. Er liebt Menschen (was auf einem Campingplatz gut ist), weil sie alle potentielle Streichler sind, und die meisten Hunde. Nur mit Livi’s (Paddy’s Tochter) Hund Dusty scheint er irgendwie ein Problem zu haben, den bellt er aus voller Lunge aus. Wir haben uns noch nicht getraut, ihn von der Leine zu lassen mit Dusty, aber wahrscheinlich wäre er dann ok. Mit Steve’s Schäferhunden hat das zumindest echt gut geklappt – nach anfänglichem Knurren und Hierarchie-Klarstellen sind alle drei durch Steve’s Riesengarten getollt:

Die beiden Jungs Barry und Harvey beim Herumtollen im Garten, die Dame Olive (rechts auf der Veranda) hält sich vornehm zurück.

Seit wir Harvey haben, stehen wir auch echt früh auf, denn um 6.00 Uhr ist er wach und will bespaßt werden. Dann kommt die Hundeschnauze aufs Bett, und wenn man nicht reagiert und ihn streichelt, wird gewinselt oder mit den Vorderpfoten aufs Bett gehüpft. Der Vorteil ist, dass man tolle Sonnenaufgänge sieht:

Morgenspaziergang am Fluss.
Posen fürs Foto 🙂

Wir gehen jeden Tag zweimal eine Stunde mit ihm spazieren, und zwischendurch gibt es immer mal wieder eine kurze Frisbee-Spieleinheit im Garten oder einen Run auf dem benachbarten Flussdamm. Inzwischen traut er sich auch ins Wasser (noch nicht schwimmen) – das kannte er wohl bis dahin gar nicht.

Harvey mit seinem Lieblingsspielzeug (irgendein Stock) im Wasser.

Da sollte man meinen, das wäre genug Bewegung, aber leider verhilft sich Harvey täglich zu 2-3 Extraspaziergängen ohne uns – wenn es ihm mit uns zu langweilig wird, haut er ab auf eine Runde durch den Campingplatz (oder auch darüber hinaus). Da wir ihn nicht die ganze Zeit anbinden wollen und es keinen durchgängigen Zaun um unseren Garten bzw unseren Campingplatz gibt, hat er da leichtes Spiel. Zum Glück kommt er von alleine wieder zurück, aber jedes Mal habe ich Angst, dass er auf die Straße läuft und überfahren wird. Er muss echt noch lernen, dass er nicht so einfach abhauen kann bzw. dass er IMMER kommt, wenn man ihn ruft, und nicht nur, wenn es ihm passt… Leider müssen wir mit der Hundeschule bis Ende Januar warten, vorher gibt es keinen freien Platz. Bis dahin versuchen wir selbst unser Glück mit der Erziehung 🙂

Harvey’s Premiere auf dem Truck – so ganz überzeugt ist er davon noch nicht…

Womit Harvey auch noch ein Problem hat, sind die Alpacas – die bellt er an wie verrückt, hauptsächlich, wenn wir sie füttern, da wird er total eifersüchtig und tickt völlig aus, während die Alpacas ihn nur erstaunt anschauen:

Harvey und die Alpacas – er sprintet am Zaun entlang wie ein Verrückter, die Alpacas schauen nur.
Wahrscheinlich denken sie „warum macht denn der so einen Lärm???“

Danach ist er dann völlig erledigt und schläft am liebsten zu unseren Füßen unter dem Küchentisch:

Harvey in seiner Lieblings-Schlafposition unterm Küchentisch.

Skunky, unsere Katze, findet unseren neuen Mitbewohner nicht so toll, und bleibt bisher fern. Sie kommt nur ins Gästezimmer, das Harvey-freie Zone ist, wo sie auf dem Bett schlafen kann und wir ihr Futter hinstellen. Oder auf die Couch vor der Haustüre, wenn Harvey drinnen ist – wie heute morgen, wo wir die Zeit für ein wenig Kuscheln nutzten:

Skunky holt sich ihre Streicheleinheiten ab.

Obwohl Harvey nun einen großen Teil unserer Zeit einnimmt, gibt es selbstverständlich noch andere Dinge. So lerne ich um Beispiel, wie man einen Ölwechsel macht:

Sieht das nicht professionell aus? 🙂

Letzte Woche Freitag hatten wir spontan ein paar Leute hier, das war echt nett. Lustig ist, dass solche Treffen meist sehr früh anfangen, so am Spätnachmittag, aber dafür auch zwischen 20.00 und 21.00 Uhr rum sind – bei uns wäre das jedes Mal eine lange Nacht. Außerdem bringt hier jeder immer seine eigenen Getränke mit, das ist in Neuseeland so üblich. 🙂

Feiern an einem nicht allzu warmen Nachmittag: Roy, Wendy, Paula, Steve, Juliette , Rosco, Harvey + Paddy und Andrew.
Und nochmal von der anderen Seite, so dass hier auch Aileen und Annette zu sehen sind.

Letzten Montag nutzten Paula und ich das schöne und relativ warme Wetter für meinen ersten Hike, rauf zur Sunrise Hut, dem bekanntesten Hike hier in den Ruahine Ranges. Er ist sehr einfach zu laufen, technisch nicht anspruchsvoll, aber knapp 900 Höhenmeter, das war schon ein bisschen was für die erste Bergtour nach 2 Jahren, das sorgte schon für ein bisschen Muskelkater am nächsten Tag. Hier ein paar Eindrücke:

Der gut angelegte Wanderweg, hier noch relativ weit unten am Berg.
Es geht höher hinauf, die Bäume werden kleiner 🙂
Paula und ich bei ungefähr Halbzeit – ich wie immer schon völlig durchgeschwitzt.
Das Ziel dieses Hikes, die Sunrise Hut. Hier kann man übernachten und dann frühmorgens den Sonnenaufgang anschauen. Für uns war es nur ein halbstündiger Aufenthalt für unseren selbst mitgebrachten Lunch (bewirtete Hütten wie bei uns gibt es hier nicht).
Die Aussicht von dort Richtung Tal.
Die Aussicht zur anderen Seite Richtung Berge.
Leider zogen dann Wolken auf, so dass wir den Weg zum Sattel auf einen anderen Tag verschieben mussten.

Ich wäre gerne noch weiter zum Sattel gelaufen und hätte eventuell noch einen Gipfel mitgenommen, aber Laufen in den Wolken ohne Aussicht macht nicht wirklich Spaß. So begaben wir uns gut gelaunt auf den Rückweg nach unten und waren nach knapp 3,5 Stunden wieder beim Auto. Unterwegs kamen uns doch einige andere Wanderer entgegen, und fast jeder fragte hochrot und völlig außer Atem: „Wie weit ist es denn noch?“ 🙂

Letztes Wochenende war Paddy auf einer Motorbike-Tour mit seinen Jungs, und ich managte den Campingplatz ganz alleine – ok, mit Harvey. Ich war schon ein bisschen nervös vorher, aber alles lief gut – was hätte auch schief gehen sollen?!? Aber ich kann euch sagen, dass das Putzen alleine noch viel weniger Spaß macht, und außerdem doppelt so lange dauert…

Die Covid-Situation ist unverändert, die Zahlen steigen, aber zum Glück auch die Zahl der geimpften Personen. Vorgestern gab es die ersten Fälle in Christchurch, also auf der Südinsel, bisher jedoch ohne folgenden Lockdown. Jeder hofft, dass es nicht zu einem erneuten Lockdown in seiner Gegend kommt. Im Moment sind nur Auckland (seit Anfang August!) und Waikato in Level 3, der Rest des Landes ist in Level 2, was so gut wie keine Einschränkungen bedeutet, lediglich Masken müssen in Shops getragen werden, und es dürfen sich nicht mehr als 100 Leute versammeln. Sobald die Impfquote bei 90% liegt, soll ein Ampel-System eingeführt werden mit Regeln, die sich an mehreren Indikatoren orientieren, ich denke ähnlich wie bei uns in Deutschland. Anfangs dachte ich, dass sie niemals 90% Impfquote erreichen werden, aber inzwischen schaut es sehr gut dafür aus! Mal sehen…

Das waren mal wieder die Neuigkeiten vom anderen Ende der Welt. Ich hoffe, euch geht es gut und ihr habt nicht schon den Herbst-Blues (bin ich froh, dass hier der Sommer kommt!!). Und ich hoffe, dass es für all meine Lehrerkollegen nicht schon superstressig ist – ich erinnere mich noch zu gut, dass November-Dezember die stressigste Zeit in der Schule war und ich jedesmal soooo froh war, wenn endlich Weihnachtsferien waren! Haltet durch! Und meldet euch mal, ich vermisse euch!

Ganz liebe Grüße von Paddy, Harvey und mir!

Leben im Rivers Edge Holiday Park

Hallo liebe Leser, endlich gibts mal wieder was Neues vom anderen Ende der Welt für euch. Die letzten zwei Monate sind wie im Flug vergangen, kein Wunder, wenn alles neu ist und es so viel zu lernen und erkunden gibt! Inzwischen hat der Frühling hier Einzug gehalten, es ist deutlich wärmer, aber auch ziemlich wechselhaft, so dass man an manchen Tagen alles von Sonne über Regen und Wind zurück zu Sonne hat – ein bisschen wie im April bei uns (außer dass es hier keinen Schnee gibt). Unser Haus ist nicht mehr ganz so kalt, und es gab sogar schon ein paar Tage, an denen wir gar nicht heizen mussten – inzwischen finde ich 18 Grad im Haus warm 🙂

Ich habe euch ja letzten Blog versprochen, dass ich ein paar Bilder vom Campingplatz hochladen werde, und da vor zwei Wochen unsere Bäume in voller Blüte standen, hat sich das zum Fotografieren mehr als angeboten. Ich hoffe, das animiert möglichst viele von euch, mich hier besuchen zu kommen, wenn das wieder möglich ist ;-).

Unser Schild am Eingang des Campingplatzes.
Der Blick von der Einfahrt auf den Weg durch den Campingplatz und in den hinteren Teil, eingerahmt von den blühenden Bäumen. Das kleine Gebäude links ist unser Office.
Die „Villa“, unser kleines Selbstversorger-Häuschen direkt nach dem Eingang rechts.
Das Schlafzimmer unterm Dach, auf der nicht sichtbaren Seite ist noch ein Einzelbett.
Das Erdgeschoss mit Esstisch, einer kleinen Küchenzeile und einem „Wohnzimmerbereich“ mit Fernseher, die Tür geht zum Bad mit Dusche.
Gegenüber, also vom Eingang her links, ist die „Lodge“, ein Selbstversorgerhaus mit 3 Schlafzimmern, Wohnzimmer, Küche und Bad. Das vermieten wir meist an Gruppen.
Die Lodge von der anderen Seite, mit kleiner Veranda.
Unsere 5 basic cabins, jeweils mit entweder zwei Einzelbetten oder einem Einzel- und einem Doppelbett, Kühlschrank und etwas Geschirr ausgestattet.
Blick von den Cabins zum Kitchen block, die linke Tür führt zur Laundry, die rechte in die Gemeinschaftsküche. Die Waschräume sind auf der anderen Seite des Blocks.
Unsere „Lounge“ mit Sofas, Fernseher und einer kleinen Bibliothek zum Austausch von Büchern (es gibt sogar deutsche Bücher).
Unsere Zeltwiese bzw. unsere „unpowered sites“. Dahinter ist das Tor, das zum Damm und dem Fluss führt.
Der Blick vom Kitchen block zurück zum Eingang des Holiday Parks.

Das ist unser kleines Reich, ist echt cool, oder? Klein, aber gemütlich! Natürlich fällt auf einem Campingplatz jede Menge Arbeit an, und Stück für Stück lerne ich mehr dazu. Hier ein paar Beispiele:

Paddy beim Verlegen neuer Rohre für die neuen „powered sites“ in der ehemaligen Alpaca-Wiese – keine Angst, die Alpacas haben immer noch genug Platz! 🙂
Kevin und Paddy beim Lego-Spielen für Erwachsene – welche Rohre bzw. Leitunsteile passen zusammen?
Paddy kommt mit dem „mule“ (ich nenne es Golfkart) vom Feuerholz-Holen.
Natürlich muss auch jede Menge Rasen gemäht werden, hier von Paddy auf unserem „Ferrari“.
Mir macht das Rasenmähen-Lernen auf dem älteren (und langsameren) Modell hier sichtlich Spaß! Ich seh soooo peinlich aus! Aber ich wollte euch das nicht vorenthalten 😉

Natürlich ist das Leben auf dem Campingplatz nicht nur spaßig, es gibt auch Dinge, die nicht so der Burner sind, Putzen zum Beispiel… aber sie müssen halt gemacht werden, und zu zweit ist es halb so schlimm. Außerdem sind unsere Gäste meist echt vorbildlich. Letztens saßen wir beim Frühstück, als Paddy einen Anruf bekam, dass das Klo verstopft sei – das sind dann doch eher die unappetitlichen Seiten… es stellte sich heraus, dass die Tanks voll waren. Wir sind zu weit von der Kanalisation und den Abwasserrohren entfernt, weshalb wir hier Tanks haben, die natürlich in regelmäßigen Abständen geleert werden müssen – nicht sehr appetitlich, das kann ich euch sagen! Wir haben allerdings nicht viel damit zu tun, dafür kommt Earl mit seinem Truck und saugt die Sch… ab. Wir müssen es nur bezahlen, was alles andere als billig ist.

Paddy bei den Öffnungen unserer Tanks, der Truck steht schon bereit.
Earl bei der Arbeit. Seid froh, dass ihr es nicht riechen könnt! 😉
Paddy und Skunky nach getaner Arbeit völlig geschafft auf der Couch!

Zum Glück überwiegen die schönen und angenehmen Seiten bei weitem! Was völlig neu für mich ist, ist, dass es hier keinen Stress gibt. Bis auf das Putzen von 10-11.00/12.00 Uhr gibt es keine festen Termine, man arbeitet so vor sich hin und macht halt das, was so anfällt. Und man hat immer Zeit für ein Pläuschchen mit den Permanents oder unseren Gästen, oder es schneit einer von Paddy’s Freunden herein und man macht einfach spontan eine Kaffeepause – das finde ich echt cool. An manchen Tagen kriegt man so zwar nicht viel gebacken, weil ständig jemand vorbei kommt, aber es war dann letztendlich ein schöner Tag. Es ist krass, wie anders mein Leben jetzt ist im Vergleich zu vorher!

Ein weiterer großer Vorteil an meinem neuen Leben ist, dass man viele interessante Leute kennenlernt. Vor ein paar Wochen zum Beispiel kam Sandra zu uns und wollte eigentlich nur eine Nacht bleiben, daraus wurden dann 4 oder 5, und wir hatten vergnügliche Abende bzw. Nachmittage mit Wein und Musik und ich ging mit ihr auf einen Roadtrip.

Paddy, sein Freund Roy und Sandra bei Musik, Chips, Käse und Wein.
Paddy, Sandra, Harry und Reza bei einer spontanen Musik-Session am Nachmittag.

Unser Roadtrip führte uns zuerst nach Onga Onga, wo wir eigentlich zu einem Markt wollten, der dann aber (wahrscheinlich wegen Corona) nicht stattfand. Stattdessen fanden wir ein kleines Open-Air-Museum und liefen ein wenig im Ort herum.

Ein alter Pflug vor einem kleinen Haus, das zu einer Farm gehörte, beides nun Teil des Open-Air-Museums.
Ist das nicht eine coole Badewanne?!?
Und so wurde sie geheizt, man konnte also quasi gleichzeitig kochen 😉
Was für eine originelle Idee, den alten Kühlschrank einfach zu einer Bibliothek umzufunktionieren!
Und so sah das von innen aus.
Danach fuhren wir etwas näher an die Berge heran und genossen den Ausblick von einem der vorgelagerten Hügel.

Unser letzter Stop war eine Daffodil Farm, ein riesiges Grundstück, das wie ein Park angelegt ist, in dem man spazieren gehen, aber auch gegen einen geringen Preis Daffodils abschneiden kann. Das so gesammelte Geld geht an die Cancer Foundation. Tolle Idee und geniales Grundstück!

Ein wunderschöner Gum Tree gleich am Eingang der Farm.
Blick über einen (kleinen) Teil der Farm.
Und hier eine Art von Daffodils inmitten von vielen anderen.
Sandra und ich vor dem See der Farm.

Neben der Arbeit gibt es aber auch noch andere schöne Dinge, die wir zusammen oder auch mal getrennt (meist bei sportlichen Aktivitäten) unternehmen. Solange Kevin und Sandy hier waren (die beiden, die den Campingplatz in Paddy’s Abwesenheit managten), war es relativ einfach für uns, mal ein paar Stunden weg zu kommen. Jetzt sind die beiden für ein paar Monate im Norden unterwegs, so dass es etwas komplizierter wird, zusammen etwas zu unternehmen, aber für ein paar Stunden und dank Handy ist auch das machbar. So waren wir zum Beispiel zum Dinner in Napier und haben dann Shona und Rob, Freunde von Paddy, besucht.

Dinner im „Shed 2“ am Hafen von Napier.
Paddy und Rob in Rob’s Garten…
… der diesen genialen Ausblick bietet.

Vor zwei Wochen haben wir uns den Farmer’s Market im benachbarten Otane angeschaut und waren danach im Ort frühstücken:

Otane’s sonntäglicher Farmer’s Market
In diesem hübschen Cafe genehmigten wir uns unser Sonntags-Frühstück.
Diese beiden haben wir auf unserem Weg zurück zum Auto gefunden 🙂

Freitags oder Samstags Abends gehen wir meist entweder aus, sind bei Freunden eingeladen oder haben Freunde bei uns zuhause:

Aileen’s Partner Andrew, Aileen (Paddy’s Schwester) und ein anderer Freund, dessen Name ich vergessen habe, im Otane Pub.
Rosco und Davie…
… und ihre dazugehörigen besseren Hälften Susan und Annette und eine weitere Freundin, deren Name ich leider auch vergessen habe – es sind einfach zu viele neue Leute!
Dinner-Invitation bei Wendy und Roy: hier Clarkie, Roy, Ken und Paddy.

An anderen Abenden (oder auch mal am Tag) gehen wir ein bisschen am Fluss spazieren. An diesem Abend war das sehr romantisch, mit Sonnenuntergang!

Sonnenuntergang am Waipawa River mit Blick Richtung Berge.
Ohhh, sind wir nicht süß?!?

An einem leider wettertechnisch nicht sehr schönen Tag schnappte ich mir unser kleines Auto, einen Mazda, und fuhr zum nächstgelegenen Strand, hauptsächlich um der Übung willen, den an das Linksfahren muss man sich echt erst (wieder) gewöhnen! Und auch daran, dass man mit der linken Hand schalten muss und Scheibenwischer und Blinker „vertauscht“ sind.

Unser kleiner grüner Mazda.
Pourerere Beach – atemberaubend schön, selbst an einem nicht ganz so schönen Tag.

Vor knapp drei Wochen war ich das erste Mal in den Bergen, oder eher an den Bergen, denn leider war es schon zu spät, um einen richtigen Hike zu machen. Stattdessen nahm ich einen kleinen Rundweg und genoss die Ruhe im Wald. Aber nun weiß ich wenigstens, wie ich hinkomme, und es war wieder ein bisschen Übung mit dem Autofahren. Die Ruahine Ranges sind etwas über eine halbe Stunde Autofahrt von uns entfernt, und die Anreise zum Parkplatz und Startpunkt des bekanntesten Hikes zur Sunrise Hut ist abenteuerlich, denn man muss über eine sehr schlechte private farm road durch diverse Schaf- und Kuhweiden durch mit jeweils Gattern, die geöffnet und wieder geschlossen werden müssen. War ich froh, dass ich den Pajero genommen hatte, und nicht den Mazda! Aber die Gegend dort ist echt schön!

Blick in die Berge vom Schotterweg aus.
Hier geht es auf dem Farmweg durch das erste Tor über die erste Weide – es folgen noch drei weitere, das ist ein heiteres Aus- und Wiedereinsteigen
… bis man zum Parkplatz gelangt, an dem man dieses Schild findet. Dort sind diverse Wandertouren vorgeschlagen, die ich natürlich alle ausprobieren will.
Kaum losgelaufen hat man einen wunderschönen Blick zurück Richtung Waipawa, und das, obwohl man noch gar nicht wirklich weit oben ist.
Dies sind die Wanderwege, die man von dort aus machen kann. Ich entschied mich wegen der fortgeschrittenen Zeit für den kurzen Swamp Track Loop...
… der so aussah – ein echt netter Waldweg mit Infotafel zu den Pflanzen und Vögeln am Fuß der Berge.
Und natürlich musste man auch hier über eine Schafweide laufen, wo ich diesen drei süßen Lämmern begegnete.

So sieht also mein Leben am anderen Ende der Welt gerade aus. Was gibt es sonst Neues? Die neuseeländische Regierung hat inzwischen wohl eingesehen, dass auch sie mit Covid werden leben müssen – inzwischen sind 3 Bezirke im Lockdown und die Infektionszahlen steigen, heute waren es 103 Neuinfektionen. Sie hoffen darauf, dass möglichst viele Leute möglichst schnell geimpft werden, so dass man auf Lockdowns verzichten kann. Leider hat man das Impfen anfangs etwas verschlafen, aber inzwischen sind sie bei 56% voll Geimpften, was für die kurze Zeit echt gut ist. Mal sehen, wann sie die armen Auckländer aus dem Lockdown lassen (sie sind seit unserer Ankunft im August „eingesperrt“) – oder wann auch wir im Lockdown sind…

Ansonsten sind wir viel am Organisieren für unser gemeinsames Leben hier (und für das nächste Visum): wir haben ein gemeinsames Bankkonto eröffnet, und ich habe eine Steuernummer bekommen – das war ein Abenteuer! Denn für die Steuernummer brauchte ich ein Bankkonto und für das Bankkonto eine Steuernummer oder einen Nachweis meiner Adresse hier. Da es in NZ kein Einwohnermeldeamt gibt und man sich nirgendwo anmelden muss, ist der einzige Adress-Beweis offizielle Post an seine Adresse, also von irgendeiner Behörde. Aber das hat man natürlich nicht nach 2 Wochen in NZ… doch mit etwas Kreativität haben wir das hingekriegt :-). Außerdem habe ich mich im Fitnessstudio im nächsten Ort angemeldet und will auch mal das Judotraining in Napier ausprobieren – auch um Leute kennen zu lernen. Das fand aber die letzten zwei Wochen wegen Schulferien nicht statt.

Ihr dürft gerne weiter fleißig Briefe und Karten an uns oder mich schreiben (auch die sind wichtig für unser nächstes Visum) – bisher kamen zwei Briefe an, einer nach 7 Wochen, einer nach 3 Wochen, dauert also etwas…

So, das wars für heute. Nächstes Mal erzähle ich euch von Harvey, also stay tuned – und meldet euch gerne, per Brief, Mail, WhatsApp, Facebook, Messenger, comment oder sonstwie 😉

Lasst es euch gutgehen und bleibt gesund!

Eure Susi

Einleben in der neuen Heimat

Hallo liebe Leser, endlich komme ich mal wieder dazu, euch zu schreiben. Inzwischen bin ich schon seit 4 Wochen in meinem neuen Zuhause in Waipawa, die Zeit ist vergangen wie im Flug! Es gibt jede Menge zu lernen, denn mein Leben hier ist in fast allen Belangen komplett anders als mein Leben in Deutschland. Zu allererst natürlich der Job – ich habe zwar schon drei verschiedene Berufe, aber auf einem Campingplatz habe ich noch nie gearbeitet, und so bin ich quasi gerade Paddy’s Auszubildende ;-). Und was hier nicht alles für Arbeit anfällt! Mit der Arbeit in einem Krankenhaus oder meinem Job als Lehrer in gut geheizten Räumen am Schreibtisch hat das wenig zu tun – dafür bin ich viel draußen und arbeite mehr körperlich bzw. mit meinen Händen, weniger mit dem Kopf.

Zu allererst kommt natürlich das Putzen der Küche, Laundry und Waschräume, das wir sarkastisch unsere „Happy Hour“ nennen. Wer mich kennt, weiß, wie „gerne“ ich putze, aber fairerweise muss man sagen, dass das zumindest im Moment keine große Arbeit ist, da nicht viele Leute hier sind und Paddy und ich uns die Arbeit ohnehin teilen.

Der Eingang zum Frauen-Waschraum, das „Cleaning“-Schild steht schon…
Der Waschraum von innen, mein Putzeimer steht schon bereit.

Wenn wir Übernachtungsgäste in unseren Cabins haben, müssen die natürlich nach ihrer Abreise wieder geputzt und hergerichtet werden:

Eine unserer Cabins, nachdem wir die Betten abgezogen haben, mit Blick auf die Alpaca-Weide 🙂
Das Deck vor den Cabins, mit allen Läufern aus den Zimmern über den Sesseln ausgebreitet, damit wir innen sauber machen können.
Der Boss arbeitet fleißig mit 😉

Auch unsere Lodge, in der zur Apfelernte 8-12 „Apple pickers“ wohnen, musste wieder hergerichtet werden:

Bettentransport mit unserem kleinen Truck.
Ein Zimmer mit Bunkbed und Einzelbett in der Lodge.

Während Paddy bei mir in Deutschland war, hat Kevin, der in dieser Zeit mit Sandy den Campingplatz gemanagt hat, Zäune versetzt und einen Teil der riesigen Alpaca-Weide abgetrennt, um den Campingplatz zu vergrößern. Natürlich müssen dafür auch Stromleitungen neu verlegt werden für die powered sites – und das haben wir ausgerechnet im größten Dreckwetter gemacht…

David, der Elektriker, und Paddy beim Verlegen der Stromkabel unter den Cabins durch. Kevin hatte zuvor den Kanal gegraben.

Auch um die Bäume muss man sich kümmern, damit während des nächsten Sturms keine Äste auf Wohnwägen oder Zelte fallen:

Paddy mit der Kettensäge am Werk.

Und hier noch ein paar Eindrücke von dem, was wir so um unser Haus herum getan haben:

Paddy auf dem Dach beim Reinigen der Solarzellen – unser Wasser wurde nicht mehr richtig warm, weil die Solarzellen so dreckig waren…
Danach reinigten wir das Deck und die Veranda ums Haus herum...
… inklusive Möbel, die da normal stehen.
Auch die Fenster mussten danach gereinigt werden, aber sie hatten es eh nötig...

Wenn dann zwischendurch oder abends mal Zeit ist, bastelt Paddy an irgendeinem Gefährt oder Motor in seiner Werkstatt rum:

Paddy beim Zusammensetzen eines Motorrad-Motors.

Nach getaner Arbeit und bei passendem Wetter sieht die Pause dann so aus:

Pause!!!

Bisher macht die Arbeit echt Spaß – am besten ist, dass man sehr interessante Leute kennenlernt, die wegen der geschlossenen Grenzen zwar (fast) alle „nur“ aus Neuseeland kommen, aber trotzdem häufig sehr interessante Geschichten haben. Außerdem liegt mir der Teil am besten, ich bin gut mit Menschen :-).

Zum Glück gibt es aber nicht nur die Arbeit (obwohl es sich bisher nicht wirklich nach Arbeit anfühlt und nie stressig ist), sondern auch einiges an Freizeitaktivitäten, die ich mir hier aber erst wieder suchen muss. Das naheliegendste für mich ist Radeln, da ich ja mein Fahrrad, das ich für meine Neuseeland-Tour 2018/19 benutzt hatte, schon hier habe. Als ich es putzen und herrichten wollte, gab es leider eine unangenehme Überraschung: Mehrere Speichen waren einfach durchgerostet! So packten wir das Rad ein und fuhren zu Wayne, der in Waipukurau ein Fahrrad-/Rasenmäher-Geschäft hat und ließen neue Speichen aufziehen. Und wo wir schonmal da waren und ich auch ein neues Mountainbike brauchte, schauten wir gleich mal nach Rädern. Zufällig war eins in meiner Größe da, was gut und halbwegs bezahlbar war. Ich durfte es einen Tag probefahren und war begeistert. Lieber wäre mir zwar das Trek Bike gewesen, aber darauf müsste ich voraussichtlich ein Jahr warten (und es wäre um einiges teurer gewesen)… und so entschied ich mich dafür, das Scott Bike zu nehmen (auch wenns nicht unbedingt meine Farbe ist):

Mein neues Bike, yayyy!!!

Natürlich musste ich mein neues Bike gleich ausprobieren, und so nutzte ich jeden sonnigen und nicht zu windigen Tag zum Radeln. Hier gibt es neben dem neu angelegten Tukituki Trail entlang des Tukituki Rivers auch einen Mountainbike Park, den ich aber bisher noch nicht ausprobiert habe. Aber die Trails entlang des Flusses sind auch schonmal ganz nett… hier ein paar Fotos von verschiedenen Radtouren:

Der neue Tukituki Trail: entweder gemütlich auf ebenen Limestone-Radwegen oder auf Mountainbike-Trails befahrbar, also für jeden Geschmack etwas dabei.
So sieht der gemütliche Radweg aus…
… und das ist die sportlichere Variante.
Die neue Swing Bridge über den Tukituki River.
Die Hängebrücke ist schon etwas wackelig, wenn man drüber fährt – aber macht echt Spaß!
Der Weg führt auch durch ein paar Bäume neben dem Fluss.
Blick auf den Waipawa River, ganz im Hintergrund die Berge…
… die Ruahine Ranges, ganz oben noch mit Schnee bedeckt.
Einsame Nebenstraße durch die Hügel bei Waipawa.
Paddy ist manchmal auf einer Tour dabei, auch wenn seine Bikes eher folgendermaßen aussehen:
Paddy auf seiner Harley.

Da wir seit fast zwei Wochen keinen Lockdown mehr haben (außer in Auckland), sondern nur noch Level 2, was hauptsächlich bedeutet, dass man beim Einkaufen bzw in Gebäuden Maske tragen muss, konnten wir nun endlich Paddy’s Freunde treffen, die darauf brannten, ihn endlich daheim willkommen zu heißen und mich kennen zu lernen. Der erste war Harry, der zu einer Nachmittags-Jam-Session vorbei kam:

Harry und Paddy beim Musizieren in unserer Küche.

Auch seine Familie, sprich seine Schwester und seine Tochter, konnte Paddy nach 5 Monaten endlich wiedersehen und in den Arm nehmen – beide kamen zu Kaffee und Kuchen mit ihren Partnern bei uns vorbei. Paddy’s Schwester Aileen kannte ich schon, aber dies war das erste Treffen mit seiner Tochter Liv, da war ich schon ein bisschen nervös… aber völlig grundlos, sie ist supernett, und es war ein sehr schöner Nachmittag zusammen!

Andrew + Aileen und Sam + Liv mit Paddy beim Schokokuchen-Essen auf unserer Veranda.

Freitag Abend gingen wir das erste Mal aus, mit ein paar von Paddy’s Freunden in den örtlichen Pub „Skinny Mulligans“. Es wurde ein schöner unterhaltsamer Abend mit jeder Menge Gesprächsthemen, und zum Glück habe ich inzwischen keine Probleme mehr, Kiwi-English zu verstehen 🙂

Eine fröhliche Runde: Paddy, ich, Annette, Wendy, Ross, Andrew und Aileen.

Da der Abend recht früh endete und wir noch nicht nach Hause wollten, statteten wir Paddy’s Freunden Roy und Wendy noch einen Besuch ab:

Wendy, Roy und Paddy bei Kaffee und Keksen, danach gab es noch eine Musikeinlage von Roy, der auch Gitarre spielt und singt.

Tags darauf kam uns Paddy’s Freund Steve aus Napier besuchen, ihn hatte ich bis dahin noch nicht bzw. nur per Skype kennen gelernt. Wie Paddy ist auch er ein begeisterter Biker:

Steve auf seiner neu erworbenen Harley.
Steht mir auch gut, oder? Nur an der Fußbekleidung sollte ich noch arbeiten 😉

Endlich konnte Paddy’s Band auch wieder das Proben aufnehmen, und jetzt wieder mit Paddy! Es macht Spaß, ihnen zuzuhören und zuzuschauen, sie sind echt gut!

Paddy (Gitarre), Harry (Gitarre + Gesang), Steve (Gitarre), Glyn (Bass) und Steve (Schlagzeug) beim Proben in Paddy’s Workshop.
Kleine Kostprobe der „Monotones“.

Ansonsten „übe“ ich fleißig Autofahren, denn an das Linksfahren muss man sich echt erst gewöhnen – und daran, dass alles im Auto auf der falschen Seite ist! Das kenne ich zwar von Dominica schon, aber das ist inzwischen auch schon wieder 12 Jahre her, krass! Und da Paddy einen ganzen Fuhrpark hat, muss ich mich nicht nur ans Linksfahren gewöhnen, sondern auch an verschiedene Gefährte – unter anderem dieses hier:

Quadbike-Fahren am Fluss entlang macht echt Spaß!

Inzwischen habe ich mich schon etwas besser an die Temperaturen gewöhnt, und den Kamin anheizen kann ich mittlerweile im Schlaf ;-). Trotzdem bin ich froh, dass jetzt Frühling ist und es immer wärmer wird. Und auch die Natur erwacht so langsam wieder zum Leben. Hier ein paar Eindrücke:

Blumen in Waipawa’s „Stadtzentrum“.
Die Bäume fangen an zu blühen.
Soooo schön, wenn es anfängt zu blühen.
Überall sieht man Lämmer, auch ein Zeichen für Frühling.
Und an manchen Tagen ist es morgens schon so warm, dass man draußen frühstücken kann (meist ist es draußen eh wärmer als im Haus).
Cooler Abendhimmel vor schlechtem Wetter.
Abendhimmel über dem Waipawa River.

Mittlerweile ist auch meine Kiste voller Klamotten hier angekommen, die ich kurz bevor wir hergeflogen sind, für schlappe 257 Euro versendet habe – jetzt sind meine ganzen Klamotten (die ich noch habe) hier, auch die kurzen Sachen – der Sommer kann also jetzt kommen 🙂

Meine etwas ramponierte Kiste, aber es war ja nichts Zerbrechliches drinnen.

Das war so das Wichtigste der letzten 4 Wochen, und natürlich bin ich immer noch dabei, mich einzuleben, das geht nicht so schnell. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich mich mehr darum kümmern, mir mein neues Leben hier aufzubauen: Bankkonto eröffnen, Steuernummer beantragen, usw usw. Außerdem werde ich mir mal das Fitnessstudio in Waipukurau, dem nächsten Ort, anschauen und evtl. den Judoverein in Napier kontaktieren und dort mittrainieren. In Hastings gibt es sogar eine Frauen-Fußballmannschaft, obwohl Fußball hier nicht so ein großes Ding ist. Mal sehen, vielleicht fange ich ja wieder das Kicken ein bisschen an…?!? Oder vielleicht auch nur das Training-Halten, wenn sie einen Trainer gebrauchen können. Es wird also so schnell nicht langweilig hier 😉

Ich hätte noch eine Bitte an euch: Da wir für mein Partner Resident Visa, das wir im März beantragen wollen, weiter „Beweise“ sammeln müssen, wäre es cool, wenn ihr Paddy und mir mal eine Karte oder einen Brief schickt (abgesehen davon, dass ich mich sowieso über Post aus der Heimat freuen würde). Hier ist unsere Adresse:

Danke schonmal im Voraus! Ich hoffe, euch geht es gut – und an meine ganzen Lehrer-Freunde – ihr habt den Start ins neue Schuljahr gut gemeistert und überstanden? Würde mich sehr freuen von euch zu hören! Bis dahin bleibt gesund! Ganz liebe Grüße vom anderen Ende der Welt!

Eure Susi

First week in my new home

Hallo liebe Leser, hier ist schon mein nächster Post, ich wollte nur die Heimfahrt von unserer ersten Woche Zuhause trennen, das wäre sonst zu viel in einem Blog gewesen.

Krass, jetzt ist unsere erste Woche hier in Waipawa schon fast rum! Wir sind immer noch dabei, uns (wieder in Paddy’s Fall) einzugewöhnen, aber es wird von Tag zu Tag besser. Wir müssen beide unsere Rolle erst finden – Paddy ist gewöhnt, fast alles alleine zu machen, und ich hab noch keine Ahnung, was auf einem Campingplatz alles zu tun ist. Momentan ist es super-ruhig, da während des Lockdowns niemand kommen (oder gehen) kann, so dass nur die „residents“ hier sind (ca. 20 Leute) – es fühlt sich ein bisschen wie ein kleines Dorf an. Das gibt mir ein bisschen Zeit, zu lernen, was alles getan werden muss und wie die Dinge hier laufen. Von Sandy hab ich schon das von ihr neu eingeführte Campingplatz-Programm am Computer gezeigt kriegt, und Paddy gab mir eine Einführung ins Kloputzen (und alle anderen Gemeinschaftsräume), so dass wir uns diese Arbeit die letzten drei Tage teilen konnten – er die Männerklos und -duschen, ich die Damen. Küche und Waschküche machen wir zusammen. Aber da zur Zeit nicht viele Leute da sind, und die Leute, die hier wohnen, zum Glück sehr sauber sind, ist es kein aufwändiger Job.

Lektion 1: Dusche putzen 🙂

Besser als im Putzen bin ich jedoch bei allem, was an physischer Arbeit draußen anfällt. Da ein Hund Paddy’s Hühner in seiner Abwesenheit getötet hat, beschlossen wir, die traurige Gelegenheit dazu zu nutzen, das Hühnergehege abzubauen (wir werden es später in einer anderen Ecke des Geländes wieder aufbauen). Dafür musste der Zaun mitsamt den tief im Boden steckenden Holzpfosten entfernt werden – das hat Spaß gemacht! 🙂

Zuerst schnitten wir den dünnen Maschendrahtzaun vom Draht los
… um ihn dann in halbwegs handliche Stücke zusammen zu trampeln.
Danach kamen die dickeren Drähte dran und die Ösen wurden aus dem Holz gezogen.
Nach der harten Arbeit gab es abends ein Bierchen zusammen in der Werkstatt – Paddy, Sam und Kevin.
Am nächsten Tag gruben wir mit Kevin die Pfosten so weit es nötig war aus
… um sie dann mit vereinten Kräften aus dem Boden zu ziehen.

Außerdem zeigten mir Kevin und Paddy, wie man unterirdische Wasserläufe (in unserem Fall vergrabene Wasserleitungen) findet. Ich hab ja nicht geglaubt, dass das funktioniert, aber tut es tatsächlich! Ich hab es danach auch gleich ausprobiert – es fühlt sich echt komisch an, wenn die Drähte sich von selbst bewegen!

Wünschelrutengang.

Eine schöne neuseeländische Tradition, die ich jetzt schon lieb gewonnen habe, ist „Smoco“ – eine eigentlich Zigaretten- und Kaffeepause am Vormittag und Nachmittag (geht aber auch ohne Zigarette), die hier überall üblich ist. Wir machen das immer nach dem Cleaning am Vormittag, hier sitzen wir zusammen mit Kevin und Sandy auf unserem Deck:

Smoko mit Kevin und Sandy.

Wie ihr sehen könnt, ist es bei Sonnenschein trotz Winter relativ warm, tagsüber hat es zwischen 12 und 18 Grad. Leider kann man das nicht von unserem Haus sagen, das ist leider immer a…kalt!! Das war definitiv mein größtes Problem am Anfang, denn ich bin 23 Grad drinnen gewöhnt. In Deutschland sind die Wohnungen normalerweise warm und wir haben Zentralheizung. Sowas gibt es in Neuseeland wenn überhaupt, dann nur in neuen Häusern. Hier hat es im Haus morgens nach einer kalten Nacht vielleicht 7-8 Grad, so dass es draußen ziemlich schnell wärmer ist als im Haus. Dann reißen wir alle Türen und Fenster auf, um das Haus wärmer zu machen! Paddy’s Haus wird mit drei Kaminen gewärmt, je einem in den beiden Wohnzimmern und einem in der Küche. Die anderen Zimmer bleiben kalt. Deshalb benutzen die Menschen in Neuseeland auch Heizdecken in ihren Betten, und ich kann euch sagen, es ist ein Traum, in einem eiskalten Schlafzimmer in das warme Bett zu steigen!!! Unsere erste Nacht daheim war saukalt, und ich habe nicht gut geschlafen wegen der Kälte, das war ich nicht gewohnt!

Brrrrrr – im Haus war es nicht wesentlich wärmer!

Der frühe Morgen sah dann so aus:

Noch sehr kalt, der Boden war gefroren – aber die Sonne kam schon raus.

Am schlimmsten fand ich, dass auch das Bad richtig kalt ist, inklusive Fußboden. Da will man gar nicht aus der schönen, warmen Dusche raus! Aber dieses Problem haben wir inzwischen gelöst und einen Heizstrahler ins Bad gestellt – ein paar Minuten nach Anschalten wird es kuschelig warm! Außerdem habe ich ganz schnell gelernt, wie man den Kamin anheizt, so dass ich selbst Feuer machen kann :-). Inzwischen habe ich mich an das kalte Haus gewöhnt, vor allem, weil man eh den ganzen Tag draußen unterwegs ist, und es bei Sonnenschein schon ab 8.00 Uhr draußen wärmer ist als drinnen, so dass man einfach auf der Veranda in der Sonne sitzen kann. Abends heizen wir den Kamin an, dann wird es auch relativ schnell warm. Es ist also alles Gewohnheitssache 😉

Ich habe mal ein paar Fotos von unserem Haus gemacht, um es euch zu zeigen, aber Vorsicht, es ist nicht geputzt oder aufgeräumt!

Mein Blick morgens von der Frühstückstheke in der Küche nach draußen zur Terrasse und zum Garten.
Die Küche…
… die eine echt hohe Decke hat – voll schön!
Der Flur von der Küche durch das ganze Haus. Links geht es zur Haustüre und dem Bad, rechts zum Esszimmer und geradeaus zu den anderen Zimmern.
Das (unaufgeräumte) Esszimmer mit tausend Sachen drin, die da nicht hin gehören. Diesen Raum nutzen wir gerade gar nicht.
Die Toilette in einem Extraraum neben dem Bad.
Das Bad mit dem von Paddy selbst (um-)gebauten Unterschrank.
Die Badewanne und der besagte Heizstrahler, dahinter ist die Dusche.
Das große Wohnzimmer, das leider sehr dunkel und ein Durchgangszimmer ist.
Das kleine Wohnzimmer, das ich viel schöner finde, weil es viel heller ist und einen tollen Blick in den Garten hat.
Blick von der anderen Seite des Zimmers auf den Kamin. Darüber ein Bild, das von einem meiner Fotos von Paddy’s Schwester abgemalt wurde – sie ist echt gut!
Unser Schlafzimmer…
… mit einer coolen, zum Sofa umgebauten breiten Fensterbank.
Paddy und ich an unserem Lieblingsplatz auf der Veranda vor unserem Schlafzimmer.
Das im Moment ungenutzte Gästeschlafzimmer, eigentlich das Hauptschlafzimmer, aber uns hat der kleinere, hellere Raum besser gefallen.
Paddy’s „shed“ – Garage und Werkstatt in einem.

Ach ja, und beinahe hätte ich unsere drei „Boys“ vergessen, die sich auch sehr über unsere Ankunft (oder vielmehr das Futter, das sie von uns bekamen) gefreut haben:

„Good morning, boys!“

Gestern nutzte ich das schöne (oder zumindest trockene) Wetter zu einer kleinen Erkundungstour mit dem Rad entlang des Waipawa River. Das Titelbild zeigt übrigens einen kleinen Teil des Campingplatzes vom Damm neben dem Fluss aus. Hier noch ein paar weitere Eindrücke:

Der Damm entlang des Flusses, der links hinter den Büschen verläuft.
Blick auf die Hügel in der Ferne.
Zugang zum Fluss direkt vom Campingplatz aus.
Trotz Winter in Shorts und dünnem Pulli unterwegs – bei sonnigen 18 Grad.
Trails im nahegelegenen Miniwald.

Gestern versuchte ich mich erstmalig am Brotbacken, leider mit noch ausbaufähigem Endprodukt, aber auch das war, obwohl es nicht aufgegangen ist, besser als das was man hier kaufen kann:

Neuseeländisches „Multi grain bread“…
… das man mühelos auf ein Viertel seiner Größe zusammen drücken kann.
Mein erstes Vollkornbrot, leider etwas flach und kompakt und innen noch nicht ganz durch, aber getoastet sehr lecker!

Da muss ich wohl noch ein bisschen übern…

Am heutigen Sonntag hatten wir frei bis auf das „Cleaning“, unsere Happy Hour (not!), Kevin war heute nicht zu sehen und hatte uns nichts angeschafft. Bisher war meist er derjenige, der uns gesagt hat, was wir tun müssen – insgeheim ist er der Boss hier 😉

Wir waren nicht böse drum und nutzten den wettertechnisch durchwachsenen Tag zum Blogschreiben (ich) und Motorrad putzen (Paddy):

Paddy’s jetzt wieder glänzende Harley.

Danach zeigte Paddy mir mein neues Heimatdorf und Umgebung auf einem Spaziergang (juhuuu, keine Spaziergänge auf einem Parkplatz mehr!!!):

Der Waipawa River flussaufwärts Richtung Berge fotografiert
… und flussabwärts Richtung Meer.
Interessanter Garten einer Bildhauerin…
… und ein bunter Garten einer Malkünstlerin 😉
Die katholische Kirche in Waipawa.
Der örtliche Supermarkt – bzw das, was nach dem Brand von ihm übrig ist.
Food-Tauschbörse – voll die gute Idee!!

Was gibt es sonst Neues hier in NZ? Neuseeland wird am Mittwoch auf Level 3 Lockdown zurückgehen bis auf Auckland und Northland, wo es nach wie vor relativ viele Covid-Fälle gibt (um die 70-80 neue Fälle täglich). Für uns ändert sich dadurch nicht viel, nach wie vor bleibt alles außer essential services wie z.B. Supermärkte geschlossen, außer dass jetzt click & collect und delivery und take out möglich sind. Aber nach wie vor soll man Zuhause bleiben (also weiterhin keine neuen Gäste für unseren Campingplatz) und vor allem in seiner „bubble“, also nur seinem eigenen Haushalt, und keine Leute außerhalb treffen. Wir haben hier auf dem Campingplatz eine relativ große „bubble“, da alle Leute die gleichen Örtlichkeiten (Toiletten, Waschräume, Küche) nutzen und man sich nicht komplett aus dem Weg gehen kann. Für Paddy und mich bedeutet das, dass wir noch gründlicher reinigen als ohnehin, und dass wir möglichst nur mit denen, die uns helfen, engeren Kontakt haben, also Kevin, Sandy und Sam. Aber mir würde Paddy als Kontakt eh völlig ausreichen 😉

So, das waren mal ein paar Eindrücke von der ersten Woche in meinem neuen Zuhause. Im nächsten Post zeige ich euch dann mal den Campingplatz näher. Bis dahin macht es gut und bleibt gesund!

Eure Susi

Finally free – our trip home :-)

Hallo liebe Leser, endlich sind wir in unserem Zuhause angekommen, nach abenteuerlichen 1,5 Jahren und mit etwas über einem Jahr Verspätung! Aber der Reihe nach: Am Montag um 5.00 Uhr klingelte der Wecker, wir packten den Rest unserer Sachen und waren nach einem letzten Gesundheits-Check Abmarsch-bereit – zurück in die Freiheit!

Unsere Sieben(undzwanzig) Sachen und ein letzter Blick auf unser Hotelbett.
Paddy beim kontaktlosen Check-out an der Hotelrezeption.
Paddy beim Warten auf Phil, vor einem sehr passenden Schild 🙂

Kurz darauf wurden wir von Phil, dem Sohn von Paddy’s Freunden, am Hotelparkplatz aufgesammelt. Wir brachten ihn noch zurück zu seinem Zuhause und dann ging es mit seinem Auto auf den ca 550 km langen Roadtrip von Auckland nach Waipawa, ausgestattet mit den wichtigen Papieren von MIQ, die uns erlaubten, auch im Lockdown unterwegs zu sein und nach Hause zu fahren. Hier ein paar Eindrücke von unserer Fahrt nach Hause:

Sunrise in Auckland.
Zwischendurch Morgennebel…
der aber bald einem wunderschönen Tag Platz machte.
Frühstück an der Tanke – mein erster Pie nach mehr als 1,5 Jahren Pie-Pause – lecker!!!
Hier gibts neben Schafen auch jede Menge Kühe – fast wie im Allgäu 🙂

In Taupo machten wir kurz Halt und vertraten uns ein wenig die Beine. Der sonst so geschäftige Ferienort war dank des Lockdowns wie ausgestorben, genauso wie die Straßen bisher. Es waren fast nur Trucks unterwegs, nur mal vereinzelt ein Auto, denn nur „essential workers“ dürfen gerade unterwegs sein (außer man möchte zum nächsten Supermarkt, das ist erlaubt).

Leere Straßen in Taupo.
Die Straße zum See ist wie ausgestorben.
Trotz Winter blühen hier schon ein paar Bäume und Büsche.
Zwei nach 14 Tagen Hotelzimmer bleiche Gesichter in der Morgensonne – himmlisch!
Blick über den See Richtung Gebirge.
In den Bergen liegt Schnee – Blick auf den „Schicksalsberg“ aus „Herr der Ringe“.
Paddy vor dem Pick-Up Truck, den wir nach Waipawa fuhren.
Wasserfall zwischen Taupo und Napier.
On the road between Taupo and Napier 🙂

Nach ca 6 Stunden ungestörter Fahrt auf einsamen Straßen kamen wir in Waipawa an:

Ausgestorbene Hauptstraße in Waipawa, rechts der Clocktower.
Finally home – die Einfahrt zum Zeltplatz.

Zuhause angekommen, erwartete uns ein unerwarteter Anblick – Kevin auf dem Baum! Er war gerade dabei, sämtliche Olivenbäume zu stutzen, die jetzt ganz traurig und nackt aussehen! Angeblich wachsen sie viel buschiger und schöner nach… hoffen wir das beste!

Kevin bei der Arbeit im Baum.

Kevin und Sandy sind die beiden, die sich in Paddy’s Abwesenheit um den Campingplatz kümmerten und auch normal viel mithelfen! Ohne sie wäre es Paddy nicht möglich gewesen, nach Deutschland zu kommen, wir sind ihnen soooo dankbar!! Abgesehen davon, dass sie wirklich tolle Arbeit hier geleistet und ganz viel aufgeräumt, repariert und neu gemacht haben!

Wir wanderten erstmal auf unserem Grundstück umher und versuchten zu begreifen, dass wir nun wirklich da sind. Hier ein paar Eindrücke von Haus und Garten:

Unser Haus vom Garten aus – es ist ca 130 Jahre alt!
Blick auf die Veranda.
Unser Garten, im Hintergrund Paddy’s Werkstatt/Garagen.

Da nach 5 Monaten Abwesenheit natürlich nichts im Kühlschrank war (oder auch sonst nirgendwo), machten wir uns auf den Weg zum nächsten Supermarkt nach Waipukurau, dem benachbarten Dorf, wo wir ein kleines Vermögen ließen – zum Teil, weil Lebensmittel hier echt teuer sind und zum Teil, weil wir zwei Einkaufswägen voll Zeug kauften. Aber jetzt sind wir erstmal mit allen Basics ausgestattet 🙂

Abends kamen Sandy und Kevin auf ein Glas Wein und ein paar Cracker vorbei und führten uns gleichmal die von ihnen neu kreierten Arbeits-T-Shirts vor (für die es aber noch zu kalt ist – für mich zumindest):

Kevin und Sandy im neuen Outfit.

Außerdem kam es zu einem emotionalen Wiedersehen zwischen Paddy und seiner Katze Skunky, das von ihrer Seite zunächst jedoch eher etwas reserviert ausfiel, was sich aber schnell änderte.

Paddy und Skunky, die erstmal noch nicht so glücklich auf Paddy’s Arm war.

Da dieses Haus, wie schon erwähnt, 130 Jahre alt ist und dementsprechend (nicht) isoliert, und weil es hier in Neuseeland sowieso keine Zentralheizung gibt, wurde es schnell ziemlich kalt, so dass wir den Kamin in der Küche anheizten:

Da wird es einem beim bloßen Anblick doch gleich wärmer!

Als es Bettgehzeit wurde, erlebten wir noch eine sehr unangenehme Überraschung (neben der, dass das Schlafzimmer saukalt war und höchstens 5 Grad hatte…): Paddy schlug die Laken des Bettes zurück, und es roch übel, woraufhin er das Kissen anhob und folgendes sah:

Unangenehme Überraschung im Bett!

In unserer Abwesenheit war vor ein paar Wochen eine Katze ins Haus gelangt und wurde dort eingesperrt, und sie dachte wohl, dass das die Toilette ist… Und so mussten wir erstmal das ganze Bett austauschen, denn der Gestank war echt übel. Danach fielen wir todmüde in das von den electric blankets schön angewärmte Bett – unsere erste Nacht zurück in Waipawa!!!

Emotional und kopfmäßig wird es wohl noch ein paar Tage dauern, bis wir wirklich hier angekommen sind und uns komplett Zuhause fühlen – auch für Paddy, denn in den letzten 5 Monaten hatte er ein völlig anderes Leben in Deutschland und muss sich nun wieder an hier gewöhnen, mit mir hier. Aber wird schon langsam, wir genießen es sehr, dass wir nach zwei Wochen Hotelzimmer wieder frei herumlaufen können. Und der Rest ergibt sich dann 🙂

Im nächsten Blog stelle ich euch mein neues Zuhause etwas vor! Ich hoffe, es geht euch gut. Bleibt gesund und meldet euch ruhig mal – aber denkt an die 10 Stunden Zeitunterschied!

Eure Susi

MIQ day 12 + 13 – last days in the golden cage

Hallo liebe Leser, erstmal Entschuldigung dafür, dass es gestern keinen Blogbeitrag gab, aber der Tag war soooo ereignislos, dass ich beschloss, unsere letzten beiden Tage „in Gefangenschaft“ zusammen zu fassen 😉

Der (unangenehme) Höhepunkt des gestrigen Tages war definitiv unser letzter Covid-Test, der anscheinend unter dem Motto läuft „wer am tiefsten mit dem Stäbchen reinkommt, hat gewonnen“. Ich hatte relativ viel Glück, aber Paddy’s Swabman (oder im gestrigen Fall swabwoman) spielt da ganz sicher um den Titel mit! Nachdem wir bisher nichts mehr von unserem Test gehört haben, gehen wir davon aus, dass wir wieder negativ waren, und so morgen wirklich nach Hause fahren, yayyyy!!!

Ansonsten gab es gestern natürlich wieder jede Menge Essen:

Frühstück: Porridge und zwei Mini-Muffins.
Geteilter Lunch: Chicken casserole und Salat.
Dinner: Stew (für Paddy Lamm, für mich vegetarisch), Salat und Schokokuchen.

Der (angenehme) Höhepunkt des gestrigen Tages waren unsere 45 Minuten Freiheit, die wir dieses Mal mit einer jungen Französin zusammen-laufend verbrachten, natürlich mit dem hier geltenden Covid-Sicherheitsabstand von 2 Metern. Sie erzählte uns, dass sie mit einem Critical Work Visa als Ingenieurin nach Neuseeland gekommen und ihr Freund schon hier ist, den sie seit letztem Jahr Januar nicht mehr gesehen hat. Das wird ein Wiedersehen morgen!! Und so verflogen die 45 Minuten relative Freiheit noch schneller als sonst eh schon! Den Rest des Tages verbrachten wir wie immer lesend, im Internet surfend, News schauend, Gitarre-spielend und Spanisch lernend.

Unser letzter Tag im Nobelhotel startete mit einem schönen Sonnenaufgang (siehe Titelbild) und erneut leckerem Porridge zum Frühstück:

Frühstück – dieses Mal wieder mit frischem Plastikbesteck 😦

Nach dem Frühstück widmete ich mich gleich meinen Spanisch-Lektionen, denn wer weiß, wie viel Zeit ich in Zukunft dafür habe. Danach spielte ich an meinem Handy rum, während Paddy Gitarre spielte. Irgendwann am Vormittag kam unsere Krankenschwester wie jeden Morgen vorbei und überprüfte unsere Temperatur (morgen früh zum letzten Mal), beide 36,1, also alles gut. Außerdem bekamen wir unseren „Abschiedsbrief“, damit wir ohne Probleme nach Hause fahren können, denn eigentlich ist ja gerade Lockdown und man darf nur mit gutem Grund unterwegs sein und Auckland eigentlich nicht verlassen. Und so sieht das gute Stück aus:

„Fahrerlaubnis“ im Lockdown.

Philipp, der Sohn von Paddy’s Freunden, holt uns hier am Hotel um 6.30 Uhr früh ab, wir bringen ihn dann nach Hause und dann geht es auf die 6-stündige Heimfahrt nach Waipawa. Das heißt wir sollten am Nachmittag in unserem neuen Heim (naja, neu nur für mich) ankommen. Ich freue mich schon riesig!!! Endlich!!!

In froher Erwartung unserer Heimreise packten wir am Nachmittag unsere sieben Sachen (oder ein paar mehr):

Paddy beim Kofferpacken.

Natürlich werden wir auch das ganze übrige Essen, hauptsächlich Obst, Bananenbrot und Chips, und die übrigen Getränke mitnehmen, dann haben wir wenigstens für unterwegs was, und Zuhause ist ja auch erstmal nichts da.

Eine ganze Tüte voller Essen!
Und der Kühlschrank ist auch noch voll – hauptsächlich mit Getränken.

Morgen früh kommt dann ein letztes Mal die Krankenschwester zum Temperaturmessen, dann checken wir um 6.00 Uhr aus und dann geht es heim, yayyyy!!!!

Ach ja, das Mittagessen war relativ unspektakulär, ein Sandwich, das wir uns teilten, so dass ich noch nichtmal ein Foto gemacht habe. Und so sah unser letztes Abendessen und gleichzeitig unsere letzte Mahlzeit hier aus:

Last dinner: Champagne ham mit Erbsen und Reis.

Hier noch ein kleiner Englischkurs (bzw. Neuseeländischkurs) mit Jörg und Duncan, für alle, die uns (hoffentlich bald) besuchen wollen:

Lifeswap: Germlish 🙂

Ich hoffe, euch hat mein MIQ-Tagebuch gefallen, auch wenn die Tage hier mehr oder weniger umaufregend waren. Für alle Leser, die eventuell selbst noch MIQ vor sich haben: ich fand, es ließ sich sehr gut aushalten, das Zimmer hier war zwar nicht riesig, aber groß genug, selbst für zwei Leute. Das Essen war sehr gut (und mehr als reichlich!) und das Personal wirklich sehr nett. Außerdem war alles sehr gut organisiert, ich habe mich zu jeder Zeit sicher gefühlt, und alles lief reibungslos. Und da ich ja wusste, dass es nur für zwei Wochen ist, kam ich auch gut mit der Beschneidung meiner Freiheit und der wenigen frischen Luft zurecht. Ich war einfach nur dankbar, dass wir einen MIQ-Platz ergattern und so zurück nach NZ kommen konnten!

Die nächsten Blogbeiträge werden sicher wieder interessanter, wenn auch definitiv nicht mehr so häufig. Ich werde versuchen, alle zwei Wochen über mein neues Leben hier in Neuseeland zu schreiben, also nicht ungeduldig werden! Schaut einfach ab und zu auf meine Website oder abonniert sie einfach, dann bekommt ihr immer eine E-Mail, wenn es etwas Neues gibt.

Bis dahin macht es gut, passt gut auf euch auf und bleibt gesund! Haere ra (Maori für „Goodbye“)!

Eure Susi

MIQ day 11 – transport organized!

Hallo liebe Leser, gute Neuigkeiten – wir haben unsere Heimfahrt regeln können! Und das obige Bild zeigt, wie wir aussehen werden, wenn wir am Montag dieses Hotel verlassen… 😉 Ab Montag ist echt Diät angesagt, und viel Bewegung!!!

Aber der Reihe nach: Zuerst gab es mal wieder Frühstück, heute Müsli mit Obst, mein Lieblingsfrühstück! Mal was gesundes, zumindest wenn man die Mini-Schoko-Croissants weglässt, was wir taten, da das Müsli echt groß war!

Frühstück.

Danach regelte Paddy unsere Heimfahrt – es wird tatsächlich Option 3 (siehe Blog gestern): Wir fahren das Auto von dem Sohn von Paddy’s Freunden nach Hause, und uns gleich mit! Das ist echt cool, dass das klappt, so muss keiner stundenlang durch die Gegend fahren, um uns abzuholen! Und Paddy’s Freunden ist damit auch geholfen – win-win sozusagen 🙂

Während Paddy telefonierte, sprach ich per video call mit Claudi in der fernen Heimat – es war soooo schön, mal wieder mit ihr zu quatschen! Ich vermisse meine Freunde jetzt schon – auch wenn ich sie im letzten Jahr dank Umzug und Lockdown gar nicht viel gesehen habe…

Bald danach gab es auch schon wieder Lunch, den wir uns wie in den vergangenen Tagen brüderlich teilten – und trotzdem war ich voll danach!

Zum Mittagessen gab es Chickenburger mit Pommes und Salat.

Von 13.00 – 13.45 Uhr genossen wir unseren Spaziergang im „Freigehege“, dieses Mal bei schönstem Sonnenschein und 16 Grad – es fühlt sich (zum Glück) so gar nicht nach Winter für mich an. Mal sehen, wie das dann nächste Woche in Waipawa ist, in einem kalten Haus… Leider gab es auch heute keine neue Fensterdekoration.

Um 15.00 Uhr schauten wir uns die Pressekonferenz der Premierministerin an, die für alle völlig unüberraschend verkündete, dass der landesweite Lockdown bis mindestens Dienstag verlängert wird, nachdem jetzt auch 3 Covid-Fälle in Wellington aufgetaucht sind.

Schlagzeile in der neuseeländischen Zeitung „Stuff“.

Insgesamt gibt es jetzt 31 bekannte Fälle, die alle zusammenhängen, also aus dem gleichen Cluster kommen. Und es werden in den nächsten Tagen sicherlich noch mehr werden. Ich bin gespannt, ob es ihnen erneut gelingt, das Virus wieder loszuwerden…

Den Rest des Nachmittages verbrachten wir mit am Computer rumspielen und schlafen – irgendwie waren wir beide müde. Das kommt vom vielen Rumhängen und sich nicht bewegen! Ich bin ich froh, wenn wir am Montag hier raus sind und uns wieder frei bewegen können! Obwohl ich die zwei Wochen in MIQ nicht als schlimm empfunden habe, nur das Gefühl der „Unfreiheit“ ist echt ungewohnt.

Um 18.30 Uhr kam unser Dinner, und ich hatte so gar keinen Hunger! Ich hab nur den Salat und die Nachspeise (Krapfen!) gegessen, obwohl das „Vegetarian stew“ sicher gut war.

Dinner.

Wir lassen unseren völlig umaufregenden Tag jetzt noch unaufgeregt mit Lesen ausklingen. Jetzt sind es nur noch 2 Tage, yayyyy!!

Hier noch etwas zu eurer Unterhaltung zum Thema „intercultural differences“ – das ist sooooo wahr!!! Und damit hatte ich schon so einige Probleme (und werde sie wohl auch noch in Zukunft haben)… Das ist eine sehr wichtige Lektion für alle, die mich besuchen kommen wollen oder sonst irgendwie mal in Neuseeland landen, also gut aufpassen!

Lifeswap – the Kiwi way of beating around the bush 🙂

So, das wars mal wieder von mir! Jetzt wird es nur noch zwei Blogs aus MIQ geben, danach müsst ihr euch wieder auf längere Blogabstände einrichten. Bis morgen!

Eure Susi

MIQ day 10 – stuck in Auckland??? :-(

Hallo liebe Leser, inzwischen sind wir bei Tag 10 angekommen, noch 3 volle Tage, dann kommen wir hier raus – und dann? Tja, dieses Problem stellt sich uns jetzt tatsächlich, denn wegen des Lockdowns sind bis einschließlich nächste Woche Dienstag fast alle Inlandsflüge gestrichen worden, unter anderem natürlich auch unserer:

Inlandsflugplan für Montag – alles gecancelt
… auch unser Flug nach Napier 😦

Inzwischen sind wir ja daran gewöhnt, dass bei uns so gut wie nichts planmäßig läuft, und so nehmen wir das ziemlich gelassen – wir sind zusammen und wir sind in Neuseeland, das ist die Hauptsache! Für alles andere lässt sich eine Lösung finden.

Und so verbrachten wir den ganzen Vormittag damit, diese Lösung zu finden. Zuerst telefonierten wir mit der für uns verantwortlichen Defense Force Dame, aber die sagte nur, dass das nicht ihre Aufgabe sei und wir uns selbst um Transport bzw. eine andere Unterkunft kümmern müssen, da wir definitiv am Montag morgen hier „rausgeschmissen“ werden (sie sagte das sehr nett, nur um das klar zu stellen :-)). Zeitgleich hingen wir in der Warteschleife von Air New Zealand, um herauszufinden, ob unser Flug wirklich gecancelt ist und ob es eine andere Möglichkeit gibt. Nach über einer Stunde bekamen wir dann einen echten Menschen an den Apparat, der uns bestätigte, dass unser Flug gecancelt ist und uns anbot, dass wir auf einen Flug nach Wellington wechseln könnten. Das eröffnet uns im Moment drei Möglichkeiten:

1. Wir lassen uns von Kevin oder Aileen, Paddy’s Schwester in Auckland abholen, was zwar trotz Lockdown erlaubt wäre, aber 6 Stunden Hinfahrt und 6 Stunden Rückfahrt für sie bedeuten würde.

2. Wir nehmen den Flug nach Wellington, und lassen uns dort abholen, das würde ihnen 3 Stunden sparen.

3. Wir fahren für Roy, einen Freund von Paddy, das Auto seines Sohnes von Auckland nach Waipawa und kommen so ganz selbständig nach Hause.

Letzteres wäre die beste Lösung, aber es steht noch nicht fest, ob Roy’s Sohn sein Auto wirklich jetzt schon bei seinem Vater haben möchte oder doch noch hier braucht, weil sein geplanter Auslandsaufenthalt wegen Corona nun doch nicht stattfindet. Das warten wir jetzt erstmal ab. Sollte es mit dem Auto nicht klappen, entscheiden wir zwischen Lösung 1 oder 2. Uns hier ein neues Hotel suchen kommt für uns nicht in Frage, denn wer weiß, wie lange der Lockdown noch dauern wird – heute gab es 11 neue Fälle, insgesamt also 21…

Die Schlagzeile heute im NZ Herald.

Das Virus kam wohl mit einem Rückkehrer aus Sidney nach NZ rein, der sich nicht an daran gehalten hat, in seinem MIQ-Hotelzimmer zu bleiben, bis das Ergebnis des ersten Covidtests vorlag, der dann positiv war. Bisher weiß man noch nicht, wer das war und wie genau das Virus in die Öffentlichkeit gelangte, aber man glaubt, dass es der link zu den jetzigen Fällen ist. Morgen Mittag wird bekannt gegeben, ob der Lockdown verlängert wird – ich denke mal schon, zumindest in Auckland.

Ansonsten war der Tag wie jeder andere, also nichts aufregendes… Zum Frühstück gab es für Paddy Pfannkuchen, für mich Cereal und Obst, das ich mit unserem gehorteten Obst ergänzen konnte:

Frühstück.
Unsere Vorratskammer – keine Ahnung, wann wir das alles essen sollen… neben den ganzen Mahlzeiten, die wir jeden Tag bekommen…

Zum Mittagessen hatten wir nur eine Portion bestellt, die wir uns teilten – Mexican Beef Fajitas, wie immer sehr lecker! Und auch als halbe Portion genug!

Um 13.00 Uhr ging es an die frische Luft für unseren täglichen „Walk around the carpark“, heute schafften wir 4,2 km. Leider war das Fenster nicht umdekoriert, deshalb gibt es heute kein Bild.

Den Nachmittag verbrachten wir mit Spanisch lernen (Anfänger-Kurs 1 abgeschlossen, yayyy!)…

Ohne Worte 😉

… und Gitarrespielen – Paddy hatte seine Gitarre notdürftig repariert mit neuen Saiten und einem kleinen Stück Pappe, da wir keinen Sekundenkleber hier haben:

Die Saiten stehen wild in alle Richtungen.
In Nahaufnahme 🙂

Um 18.30 Uhr gab es dann auch schon wieder Dinner, eine Portion für jeden von uns, was wieder mal absolut zu viel war, weshalb uns jetzt die Bäuche weh tun… aber war sehr gut – Tandoori Chicken 🙂

Dinner.

Da wir ja im Lockdown sind – also jetzt ganz Neuseeland, nicht nur wir in MIQ 😉 – und da Paddy gerade versucht, Deutsch zu lernen, fand ich folgendes Video ganz passend und unterhaltsam:

Lifeswap – Lockdown Diaries: Things and stuff.

So, das wars für heute! Ich hoffe euch geht es gut und ihr nähert euch nicht auch dem nächsten Lockdown… Bis morgen!

Eure Susi