Noch einmal schlafen…

Hallo liebe Leser, inzwischen habe ich mich schon ganz gut in meinem neuen Zuhause eingewöhnt. Ich genieße die Gesellschaft von Claudi und Thorsten sehr nach der Einsamkeit der letzten Monate. Und morgen gibt es endlich ein Wiedersehen mit Paddy, nach fast 15 langen Monaten!! Ich glaube nicht, dass ich heute nacht viel schlafen werde… Deshalb dachte ich mir, ich schreibe euch jetzt nochmal ein wenig was über die letzten Wochen hier, in den nächsten Tagen werde ich dazu sicher keine Zeit haben 😉

Da ich ja gerade nicht arbeiten muss, habe ich viel Zeit, meine neue Umgebung kennen zu lernen, was ich auf vielen Spaziergängen mit und ohne Claudi und einigen Laufrunden (mit mehr oder weniger Umwegen) ausgiebig tue. Ich hatte schon fast vergessen, wie schön der Spessart und der Main sind – auch wenn alles noch sehr wintergrau aussieht. Das Titelbild ist übrigens auch aus dem Kleinostheimer Wald – da hat irgendwer einen Baum einfach mit Osterhasen geschmückt.

Claudi und ich bei einem unserer ausgedehnten Spaziergänge.
Im Wald bei Kleinostheim.
Hier ist es ganz schön hügelig (auch wenn man es natürlich nicht mit den Bergen vergleichen kann), was das Laufen ganz schön anstrengend macht!
In der Rückersbacher Schlucht.
Am Waldrand.

Leider war das Wetter in den letzten zwei Wochen nicht wirklich schön bzw. meist recht kalt, aber trotzdem habe ich es mit einer Radtour am Main entlang nach Aschaffenburg und Seligenstadt geschafft, alles schön flach 🙂

Das Pompejanum in Aschaffenburg.
Schloss Johannesburg in Aschaffenburg.
Kurze Verschnaufpause – wie man sieht war es nicht sehr warm…
Mit der Fähre ging es dann über den Main nach Seligenstadt.
Kloster Seligenstadt.
Historische Altstadt in Seligenstadt.

Zum Wiederaufwärmen nach den Radtouren und Spaziergängen ist Sauna gerade das richtige, und ratet mal, was Claudi und Thorsten im Keller haben… Und so haben wir schon diverse Male sauniert und die Pausen zum Darten und Kickern genutzt, oder auch zum Essen. Die Sauna ist übrigens selbst gebaut und richtig luxuriös, mit wechselndem Farblicht und Musik! Echt cool! Da ich dank Corona schon bestimmt ein Jahr nicht mehr in der Sauna war, genieße ich das jetzt sehr!

Hier ist das Schmuckstück!
Die drei aus der Sauna – direkt nach einem Saunagang 🙂
Damit uns nicht kalt wurde, wurde zwischendrin entweder Dart gespielt (Claudi ist hier unschlagbar)…
… oder gekickert, hier ist Thorsten der Spezialist, sehr zum Ärger von Claudi.
Ich bin dafür ziemlich gut in dieser Aktivität hier – Essen und Trinken 😉

Auch an Nicht-Sauna-Tagen lassen wir es uns kulinarisch gut gehen und essen eigentlich immer zusammen, wie eine richtige kleine Familie (sagt Claudi immer):

Lecker Abendessen mit Wildschweinbratwürstl, Kartoffelbrei und Spinat.
Oder auch mal selbstgebackenem Walnussbrot.

An einem Abend besuchten wir Uli und seine Freundin Sandra in Schaafheim zu einem Spieleabend, was ja eigentlich gar nicht mein Ding ist, aber was tut man nicht alles, um einen Freund nach Jahren mal wieder zu sehen. Uli und ich kennen uns schon sehr lange, wir haben uns vor 30 Jahren den ein oder anderen Kampf auf der Judomatte geliefert – lang lang ist’s her!

Claudi, Thorsten, Sandra und Uli am Anfang des Abends, noch ohne Spiele.
Da durfte auch das typische Getränk für diese Gegend nicht fehlen – Äppler.

Auch meinen Vater kann ich jetzt öfter mal auf einen Kaffee besuchen. Das erste Mal bin ich sogar zu ihm gewandert, was ca 8 km durch den Wald sind, eine wunderschöne Wanderung! Danach wurde ich mit Elke’s selbstgebackenen Kuchen und Kaffee in der Sonne auf der Terrasse verwöhnt.

Elke und mein Vater auf der sonnigen Terrasse.

Ein weiteres Highlight war der Friseurtermin, den ich zum Glück rechtzeitig vor Paddy’s Ankunft hier ergattern konnte – endlich wieder ein halbwegs guter Haarschnitt, endlich ist die ganze Wolle wieder weg! Aber so ganz glücklich bin ich nicht, das nächste Mal probier ich einen anderen Friseur aus. Leider ist es nur für einen Haarschnitt nach München echt zu weit! Ich wusste schon, was ich an Elisa hatte… (Liebe Grüße auf diesem Weg!).

So sehe ich jetzt aus, außer dass ich hoffentlich nicht immer so doof gucke 😉

Für Paddy’s Einzug ist auch schon alles vorbereitet: Platz im Schrank für die Klamotten ist geschaffen (ich hab ja eh nicht mehr viel), der Mietvertrag ist fertig und muss nur noch unterschrieben werden, das Meldeformular für die Anmeldung ebenso und es stehen sogar unsere Namen schon am Briefkasten – ihr könnt uns also ab jetzt fleißig schreiben 🙂

Jetzt sind es nur noch 15 Stunden, bis er in Frankfurt landet! Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich morgen endlich wieder in seinen Armen sein werde! Im Moment sitzt er im Flugzeug nach Dubai, und da es quasi fast leer ist, kann er sich über 4 Sitze ausstrecken und schlafen. Wahrscheinlich kommt er morgen ausgeruhter hier an als ich es sein werde… ich glaube nicht, dass ich heute viel schlafen werde, ich bin schon soooo aufgeregt!!! Er hat mir von unterwegs ein paar Bilder geschickt, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Seine Schwester Aileen und Paddy am Flughafen in Napier, kurz vorm Abflug nach Auckland.
Der internationale Flughafen Auckland – nichts los während der Pandemie! Es gibt heute nur 6 Flüge.
Tote Hose auch im Flugzeug nach Dubai – jede Menge Platz, um sich auszustrecken, Corona sei Dank!

So, das wars erstmal für heute. Ich werde jetzt versuchen, ein bisschen zu schlafen, damit die Augenringe bei unserem Wiedersehen nach über einem Jahr nicht gar so tief sein werden… Ich melde mich mit Neuigkeiten von Paddy und mir, wenn wir uns wieder mit anderen Dingen außer uns beschäftigen können – für die nächsten Tage (Wochen?) ist erstmal Zweisamkeit-Genießen angesagt 🙂

Bis dahin macht es gut und bleibt gesund!

Eure Susi

Goodbye Freising – hello Kleinostheim

Hallo liebe Leser, dieses Mal schreibe ich euch schon aus meinem neuen Zuhause in Kleinostheim bei Aschaffenburg, also meiner alten Heimat. Letzten Montag hieß es mal wieder Abschied nehmen, dieses Mal von Freising, meinem Zuhause für die letzten 5 Monate. Inzwischen habe ich in der 8-monatigen Wartezeit auf das Visum und die Chance, endlich mit Paddy zusammen in Neuseeland zu wohnen, mein viertes Heim bezogen: nach dem Auszug aus meiner Wohnung in München folgte Lochhausen, dann Freising und jetzt Kleinostheim. Da fühlt man sich schon ein wenig entwurzelt und heimatlos…

Die letzten drei Wochen in Freising vergingen wie im Flug, mit Arbeiten, Umzug vorbereiten und noch ein paar Leute treffen. Da das Wetter zwischendurch echt frühlingshaft wurde, nutzte ich meinen freien und sonnigen Tag für die erste Radtour dieses Jahr, 30 flache Kilometer nach Neufahrn, zum Eingewöhnen. Hier ein paar Eindrücke:

Am Tag darauf fuhr ich mit dem Zug nach Aschaffenburg, um mein Rad schonmal hinzubringen und Paddy’s und mein neues Auto für den Umzug nach Freising zu fahren.

So sah es morgens bei dem Blick aus meinem Fenster aus, Nebelsuppe, wie so oft in Freising!
Kaum war ich aus Freising draußen, herrschte schönster Sonnenschein, so dass ich die Zugfahrt richtig genießen konnte.
Mein Radl hatte seinen eigenen Platz ganz allein 🙂
Paddy’s und mein neues Auto – ist schon cool, wieder mobil zu sein! Auch die Autofahrt zurück nach Freising genoß ich, die Straßen waren leer.

In meiner letzten Woche in Freising schaffte ich es trotz Arbeit und Umzug sogar noch, Micha zu einem ausgiebigen Brunch zu besuchen. Wir kennen uns von vor 20 Jahren, als ich Ausbildung in Freising machte und sie auf der kardiologischen Station im Krankenhaus arbeitete. Leider blieben wir nicht in Kontakt, dafür war die Freude dann umso größer, als wir uns im Krankenhaus zufällig wieder trafen! Wir machten gleich ein Frühstücks-Date aus und so fuhr ich am Montag mit dem neuen Auto zu ihr nach Zolling:

Micha und ich – bis auf ein paar Fältchen (und das ein oder andere Kilo mehr in meinem Fall) haben wir uns nicht viel verändert!
Mega-Frühstück!!! Micha fuhr alles auf, was das Haus zu bieten hatte, so dass ich an diesem Tag nichts mehr essen musste 😉
Micha und Schmusekatze Paula auf der Terrasse – wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, schönster Sonnenschein bei relativ warmen Temperaturen für Februar!

Auch von Mechthild, mit der ich vor 20 Jahren zusammen Ausbildung gemacht habe, konnte ich mich noch persönlich bei einer gemütlichen Tee-Runde verabschieden:

In der letzten Woche ging es dann an die Vorbereitungen für meinen Umzug. Da ich bis einschließlich Sonntag arbeiten musste, musste das nach/vorm Dienst passieren, was aber mit meinen drei Habseligkeiten, die ich noch übrig habe, nicht weiter schwer war… Ich sortierte mal wieder aus, verschenkte ein paar Dinge und verpackte den Rest in meine Trainingstaschen, die ich am Sonntag schon ins Auto lud, damit ich Montag früh nach der Schlüsselübergabe gleich losfahren konnte:

So sah es aus, nachdem meine Sachen größtenteils gepackt und die Bilder abgehängt waren.
Und das ist mein Zimmer frisch geputzt und leer zur Schlüsselübergabe – fertig für den Nächsten.
Ready to go – all meine Habseligkeiten passen locker ins Auto.

Und dann hieß es Abschied nehmen von meinen Kollegen der Intensivstation im Krankenhaus Freising, die ich in den letzten 5 Monaten lieb gewonnen habe. Die ganze Woche nahm ich mein Handy mit zur Arbeit, das ich eigentlich sonst Zuhause lasse, und machte so viele Bilder wie möglich. Es war schon ein komisches Gefühl, nach so kurzer Zeit und jetzt, wo ich mich so langsam wieder an die Arbeit auf Intensiv gewöhnt hatte, zu gehen. Ich war sehr gerührt von den vielen guten Wünschen und netten Worte meiner Kollegen, die allesamt verstanden, warum ich schon wieder gehe, und die mir nur das Beste für Paddy’s und meine Zukunft wünschten. Ich werde sie (und sicher auch die Arbeit) vermissen!! Auf diesem Weg nochmal Danke für eine tolle Zeit bei euch!!! Und machts es gut! Ich hätte mich gerne noch von allen verabschiedet, aber leider habe ich einige nicht mehr gesehen – auch für euch, Hildegard, Katharina, Dani, Pia, Kathrin, Rita, usw usw, alles Gute noch und danke! 🙂

Hier eine kleine Auswahl an Bildern von meinen Arbeitskollegen und mir:

Mit diesem Bild sollte ich mich locker für den Haka-Tanz der Maori in Neuseeland qualifizieren… Bianka und ich, ein klein wenig crazy 😉
Das macht die Arbeit auf Intensivstation mit dem Pflegepersonal! Marilena und ich.
Die drei von der Intensivstation – Werner, ich und Julian.
Nicht ganz Corona-konform ohne Maske… Kademsha, Wiktorija, Jamila und ich in der Küche.
Bianka, Burkhard und ich.
Senada und ich – zwei von den vier Leuten, die im Oktober auf Intensiv angefangen haben.
Feierliche Abschiedsgeschenk-Übergabe: die vier „Neuen“ (seit Oktober) ich, Senada, Celine und Marilena und Wiktorija.
Meine Kollegen sind soooo nett – das waren die Abschiedsgeschenke!! Ich war völlig von den Socken, weil ich damit überhaupt nicht gerechnet hatte, schließlich war ich ja nur ganz kurz da. Ich war sehr gerührt! Danke nochmal an alle!!!

Am Montag, den 01.03., stieg ich also, nach einem letzten Blick in mein nun leeres Zuhause für die letzten 5 Monate, ins Auto und fuhr Richtung alte Heimat, Aschaffenburg, und daran vorbei nach Kleinostheim, in mein (und Paddy’s) neues Zuhause, wo ich schon sehnlichst von unseren Vermietern und Freunden Claudi und Thorsten erwartet wurde:

Claudi, Thorsten und ich direkt nach meiner Ankunft.

Claudi hatte in den letzten Wochen alles für Paddy und mich vorbereitet und unser neues Heim fertig gemacht und gemütlich eingerichtet – es ist echt superschön geworden und Paddy und ich werden unsere Zeit hier sicher genießen!

Unser Wohn-/Schlafzimmer unterm Dach auf einen Blick.
Auch für Unterhaltung ist gesorgt, sollte uns mal langweilig sein – wovon ich eher nicht ausgehe 😉

Inzwischen bin ich jetzt schon ein paar Tage hier und genieße es sehr, dass ich nicht mehr die ganze Zeit alleine bin – ich bin wirklich kein Einzelgänger! Claudi und Thorsten sind tolle Gastgeber/Vermieter, total unkompliziert und sehr unterhaltsam und wir machen viel zusammen. Die beiden haben mich wieder voll auf den Geschmack gebracht, was Dominoes angeht, ein Spiel, das ich in meiner Zeit in der Karibik sehr oft gespielt hatte, jetzt aber schon ewig nicht mehr!

(Fast) allabendliche Domino-Runde, hin und wieder tatsächlich ganz karibisch mit Rum, wie sich das gehört!

Die beiden haben ein tolles Haus und eine richtig coole und gut ausgerüstete Küche. Zudem kocht Thorsten auch noch sehr lecker! Dieses Mal hat aber Claudi den Kochlöffel geschwungen und uns ein schnelles Essen zubereitet:

Nein, das ist kein Wein! Das ist nur Olivenöl in einer Weinflasche 🙂

In den nächsten Wochen, bis Paddy kommt, muss ich mich jetzt hier ein bisschen auskennen lernen und die besten Lauf- und Spazierstrecken finden. Davon gibt es hier zum Glück reichlich! Und nun mache ich allein oder auch mit Claudi die Gegend um Kleinostheim ein wenig unsicher, verlaufe mich auch mal im Wald und komme nach 6 statt geplanter 3 km-Laufrunde nach Hause zurück, aber wird schon… immerhin finde ich heim 😉

Claudi und ich bei unserem ersten Spaziergang in und um Kleinostheim rum.

Aus Neuseeland gibt es nicht viel Neues. Auckland hatte mal wieder einen Lockdown, nachdem 1 (!) Person positiv getestet wurde, und auch das restliche Land musste wieder in einen Lockdown Level 2 gehen, was aber lediglich bedeutet, dass es keine Veranstaltungen mit mehr als 100 Menschen geben darf. Paddy ist fleißig am Vorbereiten für seinen Umzug nach Deutschland – Inlandsflug nach Auckland ist gebucht, Info über Covid-Test vor Abflug eingeholt, jetzt muss nur noch gepackt und FFP2-Masken gekauft werden… ach ja, und die nächsten 16 Tage rum gehen. Am 21.03. geht die Reise für ihn los, am 22.03. kommt er hier an – in 17 Tagen halten wir uns nach fast 15 Monaten endlich wieder in den Armen!!! Ich kann es kaum noch erwarten! Ich hoffe, ab jetzt geht wirklich alles gut! Was für eine crazy Geschichte mit uns beiden!! Hier noch ein Bild von Paddy aus Neuseeland:

Paddy und seine Band „The Monotones NZ“ bei einer Bandprobe vor ihrem Auftritt kommenden Sonntag.

So, jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand! Ich freue mich über jeden Kommentar, jede WhatsApp, jede email, also lasst ruhig was von euch hören! Und während ich auf Paddy warte, werde ich noch ein bisschen chillen 🙂

Liebe Grüße!

Eure Susi

Neuigkeiten (noch) aus Freising

Liebe Leser, heute gibt es tatsächlich mal ein paar Neuigkeiten zu berichten: Paddy hat seinen Flug gebucht, in 39 Tagen halten wir uns endlich wieder in den Armen, yayyyy!!!! – wenn alles gut geht… Wir haben also (mal wieder) einen Countdown, und das fühlt sich sooo viel besser an als die Warterei ohne ein Ende in Sicht. Also drückt uns fleißig die Daumen, dass es wirklich klappt und nicht wieder Grenzen geschlossen oder Flüge gecancelt werden… Ich glaube es wirklich erst, wenn ich ihn in meinen Armen halte, zu viel ist im letzten Jahr schief gegangen. Ich kann es kaum noch erwarten, ihn endlich wieder zu sehen – inzwischen haben wir uns seit 402 Tagen nicht mehr gesehen…

Ist er nicht süß? Bin soooo froh, wenn wir endlich wieder zusammen sein können!!

Geplant ist, dass wir es, sobald er da ist, wieder mit einem EOI versuchen, in der Hoffnung, dann wieder ein Visum beantragen zu dürfen. Wenn alles optimal läuft, könnten wir bei erfolgreichem Visumantrag im Mai endlich nach Neuseeland fliegen. Es kann aber auch sein, dass sie das Visum erst genehmigen, nachdem wir ein paar Monate zusammen gelebt haben, deswegen werden wir in der Zeit hier so viel „Beweise“ wie möglich sammeln – Mietvertrag, Rechnungen auf unser beider Namen, Post an uns beide an die gleiche Adresse usw usw. Es bleibt also spannend… Aber das ist mir erstmal egal, wenn wir nur endlich wieder zusammen sind 🙂

Doch das sind nicht die einzigen Neuigkeiten: Ich habe meinen Job zum 28.02. gekündigt und werde in meine alte Heimat umziehen. Claudi und Thorsten, gute Freunde aus früheren Judozeiten (wir kennen uns schon 30 Jahre, echt krass!) haben uns angeboten, dass wir bei ihnen wohnen können, bis es mit dem Visum für mich klappt. Das ist so eine coole Lösung, und ich bin den beiden so dankbar dafür! Im Großraum München eine Wohnung zu finden ist nicht nur wahnsinnig teuer, sondern auch echt schwierig und zeitaufwändig, abgesehen davon, dass ich ja nicht einmal mehr Möbel besitze… Außerdem wissen wir auch nicht, wie lange wir auf das Visum warten müssen, und nach ein paar Wochen wieder ausziehen ist ja auch für einen Vermieter blöd. Ich freue mich jedenfalls riesig auf die beiden, auch weil es so allein in Freising doch ziemlich einsam ist in Coronazeiten. Und in den letzten Telefonaten schienen sich auch Thorsten und Claudi schon auf uns zu freuen. Lustigerweise haben die beiden Paddy letztes Jahr auf ihrer Neuseelandreise kennen und anscheinend lieben gelernt, nachdem sie einen gemeinsamen feucht-fröhlichen Abend bei ihm verbracht haben, den ich leider nur vom Skypen und Bildern mitbekommen habe.

Zum Glück gibt es gegen die Vereinsamung im Lockdown das Internet, wo wir Mädels es zumindest halbwegs regelmäßig schaffen, uns zu treffen. Und so kriege ich auch weiterhin mit, wie es in der Schule so läuft und was es neues an Gerüchten oder auch Fakten gibt. So ein bisschen fehlt mir die Schule und die Leute dort (zumindest manche) ja schon… allerdings nicht im Corona-Modus. Hier ein Eindruck von unseren Meetings, dieses Mal leider ohne Lena:

Sorry Mädels, das war das beste, was ich mit Screenshots während unseres letzten Treffens hingekriegt hab… wir sehen natürlich normalerweise viel besser aus 🙂

Letztes Wochenende war ich endlich seit langer Zeit mal wieder in München und habe das gleich für Treffen mit mehreren meiner Freunde hintereinander, also ganz Corona-Regel-konform, genutzt. Ich war nicht wirklich scharf darauf, mit den Öffentlichen zu fahren, aber die waren zu meiner Überraschung fast leer, wie auch der Bahnhof in München:

Zuerst ging es mit Laura und ihrem Sohn Mika zu einem Spaziergang in Giesing. Wir haben uns schon ewig nicht mehr gesehen, und so hatten wir uns einiges zu erzählen. War echt schön, sie mal wieder zu sehen!

Die stolze Mama! Eine strahlende Laura bei unserem Spaziergang mit Nachwuchs.

Danach ging es weiter nach Pasing, wo ich mich mit Walter und Elli traf. Wir besorgten uns leckere Rischart-Krapfen und wanderten zu ihnen nach Hause. Das war das erste Mal seit Anfang Dezember, dass ich mit Freunden drinnen zusammen war, und es war soooo schön!!! Ich hatte sicherheitshalber nochmal einen Test vorher gemacht, wobei ich zugeben muss, dass ich nach all der Zeit auf Intensiv mit immer negativen Tests und nun zusätzlich der Impfung doch deutlich entspannter bin. Und so verbrachten wir einen sehr schönen Abend mit lecker Pizza und Wein und einem Skype-Gespräch mit Paddy:

Der Bauchvergleich: Wer von den beiden ist schwangerer? 😉
Santos ist das alles ein bisschen unheimlich… er merkt schon, dass irgendwas anders ist oder bald sein wird…
Hmmmmm, leckere selbstgemachte Pizza!!!
Und der gute argentinische Wein durfte natürlich auch nicht fehlen – zumindest für Walter und mich.
Skypen zu viert: während Walter und ich schon ein wenig bedüdelt vom Wein waren (und Elli sich darüber lustig gemacht hat), war Paddy gerade erst beim Morgen-Kaffee.

Nach einem schönen Abend und einer Übernachtung bei Walter und Elli traf ich mich am nächsten Morgen mit Frank bei ihm zu Hause zum Brunch. Auch wir hatten uns seit vor Weihnachten nicht mehr gesehen, und so wurden erstmal Neuigkeiten ausgetauscht und dann ausgiebig gebruncht und vom Reisen geträumt bzw. über unser Sabbatical vorletztes Jahr geredet, und über Wanderungen, die wir dann in Neuseeland machen könnten, wenn Frank uns dort besuchen kommt. Wir hatten beide echt Fernweh!!

Leckerer Sonntags-Brunch!
Frank und ich – wer hat das strahlendere Lächeln? 🙂

Ansonsten gab es in den letzten Wochen nichts Aufregendes. In der Arbeit ist es gerade etwas ruhiger nach dem ganzen Stress der letzten Wochen und Monate, das fühlt sich jetzt ganz seltsam an. Aber wir genießen es, solange es so bleibt, auf einer Intensivstation kann sich das ganz schnell ändern. Leider habe ich seit vorletzter Woche Probleme mit meinem Handgelenk, so dass ich drei Tage nicht arbeiten konnte. Ich hoffe, das geht jetzt wieder, damit ich meine letzten 13 Arbeitstage auch noch wirklich arbeiten kann. Meine Stationsleitung war natürlich nicht so happy über meine Kündigung, aber er kann es verstehen, er kennt Paddy’s und meine Geschichte. Gestern habe ich es dann auch meinen Kollegen gesagt, die doch sehr überrascht waren, nicht darüber, dass ich gehe (das war den meisten schon klar), sondern über den frühen Zeitpunkt. Aber ich glaube, meine Beweggründe versteht jeder. Ich werde jetzt die letzten zwei Wochen nochmal genießen, wer weiß, wann und ob ich jemals wieder auf einer Intensivstation arbeite?!

Hier noch ein paar Bilder von einigen meiner zahlreichen Spaziergänge in und um Freising herum, mit verschiedenen Wetterbedingungen.

Tiefster Winter im verschneiten Wald.
Tauwetter am Freisinger Schlittenberg.
Kurzzeitig ein Hauch von Frühling, der ganze Schnee war weg!
Sonne und 12 Grad – da gehts mir doch gleich viel besser!! Man beachte: dünne Jacke, das erste Mal in diesem Jahr!
Dann gabs Sauwetter: Blick aus meinem Fenster aufs Krankenhaus.
Und jetzt ist der Winter wieder zurück, mit Schneetreiben und Temperaturen unter -10 Grad, iiiiigitt!!!

Diese Woche soll es so richtig kalt bleiben, bis -15 Grad in der Nacht und Höchsttemperaturen um -6 Grad, genau mein Wetter – nicht!!! Wie gerne wäre ich jetzt in Neuseeland, dort ist es gerade sommerlich warm/heiß. Zugegebenermaßen wäre mir das Wetter nicht das wichtigste… Hier ein cooles Sonnenuntergangs-Foto aus Neuseeland:

Und für alle Alpaka-Fans zum Abschluss noch ein Video über Paddy’s „Raubtier-Fütterung“:

Mit Ton anhören!

So, das wars mal wieder von mir. Ihr dürft gerne Kommentare hinterlassen, ich freue mich über jede Rückmeldung und jedes Lebenszeichen von euch. Bleibt gesund und lasst euch nicht von dem Lockdown oder dem Virus unterkriegen – es kommen auch wieder bessere Zeiten!

Eure Susi

Winter in Freising – und 1 Jahr ohne Paddy

Hallo liebe Leser, endlich kann ich mich mal wieder dazu motivieren, hier etwas von mir hören zu lassen – es gibt nicht wirklich viel Neues, leider. Inzwischen ist es mehr als 1 Jahr her, dass ich Paddy gesehen und in meinen Armen gehalten habe, und es wird nicht leichter! Man sollte meinen, dass man sich irgendwann daran gewöhnt, aber das ist nicht der Fall – im Gegenteil, ich vermisse ihn immer mehr.

Und zur Zeit gibt es ja auch nicht wirklich viele Möglichkeiten, sich abzulenken. Da bleiben einem fast nur lange Spaziergänge, die ich auch ausgiebig mache, meist allein, aber manchmal auch mit Freunden. Das ist zur Zeit ja die sicherste Möglichkeit, sich auch im wirklichen Leben mal zu sehen. Am 2. Januar kam Bettina mich mit ihrem Freund Jakob auf einen Spaziergang besuchen. Es war zwar echt kalt, aber so schön, sie wieder zu sehen und Jakob kennen zu lernen!

Jakob, Bettina und ich am Domberg, ganz vorbildlich mit Mund-Nasen-Schutz.
Auf den Mund-Nasen-Schutz konnten wir dann im Wald verzichten 🙂

Auch Claudi kam auf einen ausgiebigen Winter-Spaziergang nach Freising, und wir wanderten quatschend für knapp drei Stunden durch die Gegend. Es tut wirklich gut, Freunde mal wieder in echt zu sehen, auch wenn es sehr merkwürdig ist, das nur draußen zu tun und ohne sich zu nahe zu kommen. Bin ich froh, wenn man sich irgendwann hoffentlich wieder umarmen kann!

Unterwegs im Schneegestöber: Claudi und ich im Wald.
Claudi und der Bär – was sie ihm wohl zu sagen hatte? 🙂

Hier noch ein paar gesammelte Eindrücke von meinen Solo-Winterspaziergängen.

Nach dem ersten richtigen Schneefall war am Freisinger Schlittenberg die Hölle los! Nicht so wirklich social distancing-tauglich, vor allem nicht die Eltern, die unten zusammen standen und ihren Kids zuschauten und quatschten…
Ziemlich heftige Erfrierung nach einem langen kalten Spaziergang… das tat echt weh unter der Dusche!
Auch im Dunklen ist ein Spaziergang ganz schön.
Nicht oft, aber doch auch mal dazwischen ein sonniger Tag, der die Wege allerdings richtig glatt werden ließ.
Da hat man doch gleich viel bessere Laune!
Hier war es sauglatt, vielleicht kann man es auf dem Bild erahnen – aber wunderschön!

In der Arbeit gibt es nichts Neues, es ist ziemlich stressig, gar nicht mal nur wegen Corona, aber es gibt ja auch noch andere Erkrankungen. Wir hatten meist 6-7 Covid-Patienten, also meist weniger als die Hälfte unserer Betten, aber wir waren fast immer voll, und sehr häufig sind die Patienten sehr krank und instabil, was auch die Zeitung zu berichten hatte:

Eine Kollegin machte folgende Bilder, nachdem ein schwerstkranker instabiler Patient per Helikopter und vorheriger ECMO-Anlage (Herz-Lungen-Maschine) direkt am Bettplatz auf unserer Intensiv in eine Uniklinik nach München gebracht worden war:

Vorher: Das Chaos kurz nachdem der Patient weg war.
Nachher: Der aufgeräumte und geputzte Bettplatz eine halbe Stunde später, fertig für den nächsten Patienten.
Ein Bild mit Seltenheitswert vom letzten Nachtdienst: Marilena und ich SITZEND – der erste ruhige Dienst seit langem 🙂

Die vielleicht beste Neuigkeit in den letzten Wochen: Ich bin jetzt komplett gegen Covid-19 geimpft, yayyy! Allerdings ging es mir am nächsten Tag nicht so gut, ich hatte 39,0 Grad Fieber und mich dementsprechend gefühlt – aber am Tag darauf war das wieder erledigt, also nicht wirklich schlimm, auf alle Fälle besser als an Covid zu erkranken!

Nach der Impfung – da ging es mir noch gut 🙂
Yayyyy!!! Hier der Beweis – mal schauen, ob mir das für Neuseeland auch hilft…

Von Paddy und mir gibt es nichts wirklich Neues. Wir haben inzwischen auch unseren dritten EOI-Antrag abgelehnt bekommen, aus dem gleichen unzutreffenden Grund wie beim letzten Mal, nämlich einem, der nur für nicht-visafreie Länder gilt. Dieses Mal hatte ich Screenshots gemacht, hab diese dann an INZ geschickt und gebeten, dass sie sich den Antrag doch (noch)mal anschauen, da der Ablehnungsgrund nicht zutrifft. Wie zu erwarten war, haben sie daraufhin einfach den Grund geändert und trotzdem abgelehnt, ohne jeglichen Kommentar zu dem offensichtlichen Fehler, den sie gemacht hatten. Das ist echt frustrierend, man fühlt sich komplett machtlos, sie können einfach machen, was sie wollen. Wir haben jetzt aufgegeben und konzentrieren uns ganz auf März, wenn Paddy nach Deutschland kommt, dann sollte es mit dem Visum auch klappen. Morgen bucht er seinen Flug! Ich kann es kaum erwarten, ihn wieder in meinen Armen zu halten!!! Jetzt heißt es hoffen, dass da dann nichts mehr dazwischen kommt wie etwa wieder Grenzschließung in Deutschland oder Absage aller Flüge in Neuseeland… also drückt uns die Daumen!

Hier noch ein Bild aus Neuseeland zum Abschied – da ist jetzt Sommer, Neid!!!

Paddy’s Alpakas direkt nach der „Rasur“ – irgendwie schauen sie so ohne Fell schon komisch aus.

Das wars mal wieder für heute. Ich hoffe, es geht euch gut und ihr kommt weiterhin gut mit dem Lockdown klar. Bleibt gesund und gut gelaunt!

Eure Susi

Happy New Year!!!

Hallo liebe Leser, ich wünsche euch einen guten Rutsch und ein viel schöneres, besseres Jahr 2021 (außer natürlich, wenn 2020 gut für euch war). Ich für meinen Teil kann gar nicht erwarten, dass dieses Jahr endlich vorbei ist, das einzig Schöne an diesem Jahr waren die ersten 6 Tage, als ich bei Paddy in Neuseeland war… danach ging es nur noch bergab. Ich kann definitiv sagen, dass 2020 das schwierigste in meinem Leben war! Aber wie war das – was uns nicht tötet, macht uns nur härter 🙂 Für Paddy und mich kann es eigentlich nur besser werden.

Ein weiteres, gut zum Jahr 2020 passendes Ereignis war die Ablehnung unseres erneut gestellten EOI (Expression of Interest) vorgestern, also der ersten Hürde auf dem Weg zu einem erfolgreichen Visum-Antrag. Lustigerweise war der Wortlaut in unserem Essay genau der gleiche wie beim letzten Mal (wo es genehmigt wurde), und die Begründung der Ablehnung war, dass wir nicht am gleichen Ort sind und Paddy mich nicht in Deutschland abholt, eine Regelung, die nur für Nicht-Visa-freie Länder gilt. Das heißt, der Sachbearbeiter hat sich noch nichtmal die Mühe gemacht, unseren Antrag überhaupt anzuschauen, in dem an ungefähr 5 Stellen steht, dass ich aus Deutschland (= Visa-freies Land) bin. Aber es ist letztendlich auch egal, warum er abgelehnt wird, man kann nichts anderes machen, als es wieder zu versuchen. Wir werden wohl noch einen oder zwei Versuche machen, und wenn die nicht klappen (wovon wir leider ausgehen), dann freuen wir uns jetzt einfach darauf, dass Paddy im März nach Deutschland kommt und eine Weile hier bleibt – 2021 wird also definitiv besser als 2020, denn wir werden uns ENDLICH wiedersehen, dann nach einem Jahr und 3 Monaten Getrennt-sein! Ich freue mich jetzt schon so sehr darauf!!!

Einen Schritt in ein besseres 2021 habe ich schon getan: Ich bin am Sonntag gegen Covid-19 geimpft worden, yayyy!! In drei Wochen gibts dann die zweite Impfung. Für alle, die ein bisschen Angst vor der Impfung haben: ich hatte keine Nebenwirkungen, außer ein bisschen Schmerzen an der Einstichstelle am nächsten Tag, so wie bei jeder anderen Impfung auch.

Ansonsten gibt es nichts Neues, meine Arbeitstage auf Intensiv über Weihnachten waren ziemlich anstrengend, sind dafür aber auch schnell vergangen. Die Zeit vor bzw. nach meinen Diensten hab ich mit Skypen mit Paddy und Spazierengehen verbracht. Jetzt habe ich ein paar Tage frei, juhuuu.

Ein bisschen Winter-Feeling in Freising 🙂

Das alte Jahr verabschiedet sich hier mit bestem, wenn auch kaltem Wetter und tut so, als hätte es kein Wässerchen trüben können:

Sonnenaufgang am 31.12. ums Eck aus meinem Zimmer fotografiert.

Dabei war es doch eher so:

Also genießt die letzten Stunden in 2020 noch und freut euch mit mir auf ein deutlich besseres 2021 mit hoffentlich vielen Wiedersehen, gemeinsamen Restaurantbesuchen, ganz vielen Umarmungen und allem, was wir 2020 nicht so sehr hatten. Feiert so gut es geht, aber haltet euch an die Regeln, damit der Spuk hoffentlich bald ein Ende hat. Hier noch ein Bild von Paddy und mir vor genau einem Jahr, also deutlich glücklicheren Zeiten:

Silvester 2019 mit großer Party in Neuseeland

Happy new year to all of you!!!

Eure Susi

Merry Christmas!!!

Hallo liebe Leser, ich wünsche euch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und hoffe, ihr könnt es genießen, obwohl dieses Jahr so vieles anders ist als wir es gewohnt sind. Ich feiere dieses Jahr nicht (bin aber eh kein Weihnachtsfan), für mich sind es ganz normale Arbeitstage auf Intensiv. Aber immerhin haben Paddy, seine Schwester Aileen und ich gestern Abend eine Christmas-Skype-Session gemacht, inklusive Familienfoto, das war sehr lustig:

Familien-Weihnachtsfoto trotz 18.000 km Entfernung und 12 Stunden Zeitunterschied zwischen uns – er hätte wenigstens den Cursor von meiner Lippe nehmen können 🙂

Inzwischen haben wir den Schock über das abgelehnte Visum verdaut und neue Pläne geschmiedet. Nach einem Skype-Gespräch mit Sally, unserer immigration adviser, haben wir uns entschieden, nochmal durch die Prozedur zu gehen mit erstens der Beantragung des EOI, und wenn wir das bekommen, dann nochmal einem Visums-Antrag, diesmal ohne Sally, da wir unser Zeug ja schon beinander haben. Sally hat sich unsere Ablehnungsbegründung schicken lassen, aber die wichtigsten Stellen waren schwarz gemacht (was INZ leider darf), und ansonsten stand nur drin, dass sie nicht glauben, dass wir in einer dauerhaften Beziehung sind, das war also nicht sehr hilfreich. Interessanterweise wurde unser Visum vom ersten Sachbearbeiter genehmigt, aber der Senior Officer hat es dann abgelehnt. Wir versuchen das positiv zu sehen, immerhin konnten wir eine Person überzeugen, vielleicht haben wir ja mehr Glück mit dem nächsten Versuch… Es ist nach wie vor alles sehr willkürlich, manche bekommen ein Visum nach nur sehr kurzer Beziehungsdauer (5 Monate), andere sind verheiratet und seit Jahren zusammen und bekommen es nicht – es ist keine Logik drin zu erkennen. Und da wir nicht wirklich was zu verlieren haben (außer 300 Dollar), probieren wir es einfach nochmal.

Außerdem haben wir in die Möglichkeit geschaut, ein Critical Health Worker Visa für mich zu bekommen, aber das ist unmöglich – die deutsche Ausbildung zur Krankenschwester wird dort nicht anerkannt, ich kann im Moment wegen des Lockdowns den geforderten Englisch-Test nicht machen und meine Universität müsste dem NZ Nursing Council einen detaillierten Brief über mich schicken, in dem sie alle Veranstaltungen und ihre Inhalte, die ich in meinem Gesundheitsstudium gemacht habe, ausführlich darlegen – das macht keine deutsche Uni, und schon gar nicht im Lockdown. Außerdem hätte ich für eine Registration mindestens 2 Jahre in den letzten 5 Jahren als Krankenschwester arbeiten müssen, das hab ich natürlich auch nicht. Diese Idee haben wir also leider wieder aufgeben müssen.

Die letzte und wohl erfolgsversprechendste Möglichkeit ist die, dass Paddy ab März für 3-6 Monate nach Deutschland kommt. Nachdem wir nicht wirklich daran glauben, dass wir das Visum beim zweiten Versuch bekommen, sind wir jetzt dabei, dafür zu planen. Das heißt Paddy muss jemanden finden, der solange seinen Campingplatz übernimmt, und dann müssen wir uns eine gemeinsame Wohnung hier suchen und fleißig „Beweise“ sammeln dafür, dass wir wirklich zusammen wohnen und ein Paar sind: beide Unterschriften unter dem Mietvertrag, gemeinsame Rechnungen, gemeinsame Käufe, jede Menge Post an unsere Adresse mit beiden Namen drauf, blablabla. Das ist so krass, dass wir das machen müssen – ich habe hier schon alles aufgegeben (Wohnung, Möbel, Sachen), um nach Neuseeland zu ziehen, und Paddy hätte all das bei sich zuhause, und nun muss er mitten in der Pandemie herreisen und wir müssen uns für ein paar Monate ein komplettes (und teures) Leben hier aufbauen… so crazy!! Aber natürlich werden wir das machen, wenn wir müssen – wir wollen einfach nur endlich zusammen sein! Wir haben uns jetzt ein Jahr nicht mehr gesehen… letztes Jahr um diese Zeit war ich bei ihm in Neuseeland… Aber wir kriegen das schon irgendwie hin.

Ansonsten gibt es bei mir nicht viel Neues, in der Arbeit läuft es soweit, bin immer noch dabei mich wieder in meinem alten Beruf einzugewöhnen. Es ist ziemlich stressig, auch wenn wir zur Zeit immer nur um die 6 Covid-Patienten (von 14 Betten) haben, aber es gibt ja auch noch andere Krankheiten. Nächste Woche gehen bei uns die Impfungen fürs Personal los, da bin ich natürlich dabei 🙂

Anfang Dezember war ich mal wieder in München und hab mich mit Sandra und ihrer Familie und Frank getroffen, war echt schön! Nach einem Stadtbummel durch die weihnachtlich dekorierte Münchner Innenstadt gabs dann von Michi selbstgemachte Flammkuchen als Abendessen, sehr lecker!!

Frank und ich vorm Christbaum am Marienplatz.
Ich, Sandra, Kira und Michi.
Flammkuchen-Essen – soooo lecker!!!

Ansonsten verbringe ich meine Freizeit, wenn ich nicht gerade mit Paddy skype, viel mit Spazierengehen und hab dabei den coolen Wald-Erlebnispfad in Freising entdeckt. Meist gehe ich allein, aber am vergangenen Montag hab ich mich erst mit Katharina, Mechthild (für eine kurze Zeit) und Thomas, dann mit Frank zu einem Spaziergang verabredet – das waren dann 5,5 Stunden an der frischen (kalten) Luft und 22 km Wegstrecke – aber sooo schön, mal wieder ein paar Leute gesehen und gesprochen zu haben! Und Thomas hab ich seit unserer gemeinsamen Ausbildung vor fast 20 Jahren nicht mehr gesehen!

Katharina, ich und Thomas – kaum zu glauben, dass unsere gemeinsame Ausbildung schon fast 20 Jahre her ist…

Frank und ich auf dem Wald-Erlebnispfad – wir hatten Spaß mit der Mega-Spinne dort 🙂
Und soooo kalt wars an diesem Tag…

Was mich riesig gefreut hat, sind die Care-Pakete meiner Freunde, die vor Weihnachten ankamen – es ist in dieser besch… Zeit sooo schön daran erinnert zu werden, dass man nicht allein ist und gute Freunde hat, die an einen denken – auch wenn ich mich zur Zeit nicht gerade sehr regelmäßig melde (Sorry!!!!) … Ich hab mich so sehr darüber gefreut, gerade nach dem ganzen Visum-Mist!!! Ihr seid echt die Besten!!!

Danke Lena!!! Die Plätzchen sind schon aufgefuttert, waren sehr lecker!
Mega-Carepaket von Moni, Sandra, Bettina und Tibor, mir sind echt die Tränen gekommen, als ich das bekommen hab! Man beachte links das Mathe-Abi 2020!!!

Ich bin wirklich froh, dass ich so viele gute Freunde hab (völlig unabhängig von Geschenken), das hilft gerade sehr durch diese wirklich beschissene Zeit. Und auch wenn ich momentan nicht gerade zuverlässig bin was regelmäßigen Kontakt angeht (an manchen Tagen bin ich einfach zu traurig, um mit irgendjemand anderem außer Paddy zu sprechen), seid ihr mir alle sooo wichtig!

Ich kann mit absoluter Sicherheit sagen, dass 2020 das schwierigste Jahr in meinem Leben war (wie wahrscheinlich auch für ganz viele andere Menschen). Deshalb fand ich diesen Weihnachtsschmuck echt passend:

So, das wars mal wieder für heute, ich werde jetzt in die Arbeit gehen und auf einen ruhigen Dienst hoffen. Ich wünsche euch noch zwei schöne Weihnachtsfeiertage und auch danach eine schöne Zeit in den letzten Tagen des so anderen Jahres 2020, trotz Lockdown und Kontaktbeschränkungen. Für mich kann 2021 gar nicht schnell genug kommen, kann ja nur besser werden 😉

Also drückt uns weiter fest die Daumen, und kommentiert hier auch gerne mal, ich freue mich über jede Rückmeldung! Bis bald und bleibt gesund!

Eure Susi

Am Boden zerstört

Game over, alles vorbei – am Donnerstag Nacht kam unsere Absage für das Visum: Sie glauben uns nicht, dass wir in einer ernsthaften und stabilen Beziehung sind!

Ich kann gar nicht beschreiben, wie weh das tut, nach fast einem Jahr nicht sehen dann auch die letzten Hoffnungen zerstört, dass wir endlich unser gemeinsames Leben anfangen können. Und das alles, weil das einzig wichtige Kriterium für unsere Sachbearbeiterin war, dass wir keinen gemeinsamen Mietvertrag, kein gemeinsames Bankkonto oder keinen gemeinsamen Besitz haben – wie denn auch?!?!? Dass wir sonst alle anderen Kriterien erfüllen und welche Opfer wir beide schon gebracht haben, um unseren Traum vom gemeinsamen Leben zu ermöglichen, das zählt alles nichts!

Es deutete sich letzte Woche schon an, als INZ nach weiteren Beweisen für unser „living together“ fragten, die wir natürlich nicht haben, wir hatten alles hingeschickt, was wir haben. Trotzdem haben wir uns nochmal 3 Tage hingesetzt, alle Kontoauszüge aus der Zeit, in der wir zusammen waren, beschriftet mit „gemeinsames Abendessen“, „gemeinsamer Einkauf“ usw. und Fotos hinzugefügt, wenn wir welche hatten, um zu beweisen, dass wir beide uns finanziell unterstützen und beide gleichzeitig an den angegebenen Orten waren – super-affig, aber was sollten wir tun? Und jetzt die Absage! Und natürlich auch perfektes Timing – Paddy hat morgen Geburtstag! Vielen Dank auch!

Es tut so weh, weil es auch so willkürlich erscheint. Andere haben ein Visum bekommen, obwohl sie nur 2 Wochen zusammen gelebt haben, wieder andere sind seid Jahren verheiratet mit Kindern und bekommen auch kein Visum – es ist einfach die pure Willkür bzw. anscheinend völlig abhängig vom jeweiligen Sachbearbeiter, und man kann nichts dagegen tun. Selbst die immigration adviser in dieser Facebook-Gruppe sind ratlos und wütend…

Und dann muss man gleichzeitig lesen, dass internationale Rennfahrer und mal wieder eine Filmcrew mit Familien Visa bekommen ohne Probleme, weil sie für die Wirtschaft wichtig sind. Und weil es nur begrenzte Quarantäne-Plätze gibt, muss man dann halt Visa für Partner von Neuseeländern ablehnen, die sind ja nicht so wichtig! Diese Politik ist so menschenverachtend! So zwingen sie quasi ihre eigenen Bürger, zu ihren Partnern ins Ausland zu reisen, um sie entweder nach Neuseeland zu holen (was tatsächlich manchmal klappt, aber leider auch immer weniger) oder ganz in das andere Land auszuwandern, weil es in Neuseeland keine Aussicht auf Grenzöffnung oder fairere Visa-Bearbeitung gibt. Kann es das sein?!? Oder erwartet die Regierung etwa wirklich, dass die getrennten Familien und Paare „einfach“ mal die 2-2,5 Jahre abwarten und sich nicht so anstellen??? Ich will gar nicht wissen, wie viele Beziehungen daran kaputt gehen… Hier ein sehr treffender Kommentar zu diesem Thema aus der Facebook-Gruppe, keine Ahnung, ob der erste Teil tatsächlich so von INZ geschrieben worden ist, aber zutrauen würde ich es ihnen:

Wir haben diese Visum-Absage am Anfang noch gar nicht richtig kapiert und waren einfach nur wie betäubt, haben uns gegenseitig per Skype versucht zu trösten und uns beim Weinen zugeschaut. Ich hab mich für Freitag in der Arbeit erstmal krank gemeldet, da war gar nicht dran zu denken! Geschlafen habe ich in der ersten Nacht danach kaum, ich konnte einfach an nichts anderes denken, als daran, dass wir uns nicht so bald wiedersehen werden. Den Freitag haben wir beide wohl zum großen Teil mit Weinen verbracht, produktives Lösungfinden war da noch nicht möglich. Gegen Abend kam dann zum Glück so ein bisschen der Kampfgeist wieder, was bleibst uns auch übrig?! Es gibt nicht wirklich viele Alternativen:

1. Warten bis die Grenzen aufgemacht werden, was laut Prime Minister wahrscheinlich noch 12-18 Monate dauert – ist also keine Option!

2. Paddy kommt wenigstens für einen Besuch nach Deutschland, damit wir uns wenigstens mal wieder sehen – ist auch keine langfristige Lösung, aber wäre natürlich schön, sich mal wieder zu sehen. Aber ein kurzer Besuch ist vergleichsweise teuer, weil er bei seiner Rückkehr 2 Wochen in Quarantäne muss und das natürlich auch selbst bezahlen muss. Und es ist immer schwierig für ihn, jemanden zu finden, der seinen Campingplatz so lange übernimmt.

3. Paddy kommt für 4-6 Monate nach Deutschland, damit wir mehr „living together“ vorweisen können, und dann stünden die Chancen gut, dass ich das Visum bekomme und wir gemeinsam zurückreisen können. Das ist die aussichtsreichste Option, aber leider auch die komplizierteste, weil er ja dann jemanden für ein halbes Jahr finden muss… und hier gäbe es dann auch jede Menge zu organisieren, damit wir dann auch alle erforderlichen Papiere zusammen kriegen (gemeinsamer Mietvertrag, …).

Bisher waren wir noch nicht wirklich fähig zu planen. Am Dienstag werden wir uns mit Sally, unserer immigration adviser, beraten und hoffen auf ein paar Tipps und Ideen…

Fest steht aber leider, dass ich hier so schnell nicht weg komme und unser gemeinsames Leben erstmal in weite Ferne gerückt ist. Ich kann es mir noch gar nicht so richtig vorstellen, noch wahrscheinlich mindestens ein Dreiviertel Jahr hier zu sein (wenn nicht mehr), in einer fremden Stadt, in der ich niemanden kenne, mit meinen 3 Kisten an Sachen, die ich noch besitze, in einem Job, der zwar für jetzt ok ist, den ich aber eigentlich nicht so lange machen wollte, ohne irgendwelche Ziele, quasi einfach nur warten – was für eine Zeitverschwendung!! Wir leiden beide ziemlich unter der erzwungenen Trennung, und ich habe Angst vor den psychischen Narben, die das sicher bei uns verursacht. Trotz allem sind wir beide sicher, dass wir das überstehen werden, wir lieben uns zu sehr und wollen das nicht verlieren. Ich hoffe, wir können in den nächsten Tagen einen Alternativplan erstellen, wir brauchen beide ein wenig Hoffnung und ein Ziel, auf das wir aktiv hinarbeiten können. Gerade bin ich nur einfach sehr verletzt, traurig, heartbroken und wütend auf INZ und die neuseeländische Regierung – ich glaube nicht, dass ich ihnen jemals verzeihen kann, wie menschenverachtend sie mit so vielen getrennten Familien und Paaren umgehen, ohne ihnen auch nur einen Hoffnungsschimmer zu geben, eine Aussicht darauf, doch endlich mit dem/der/den Liebsten wiedervereint zu sein.

Ich hoffe, der nächste Blog Beitrag wird wieder positiver, vielleicht haben wir bis dahin schon so etwas wie einen neuen Plan… Und damit es nicht nur negativ ist, hier noch ein Bild aus glücklichen Zeiten – und es wird noch ganz viele Bilder von uns in Zukunft geben, ganz sicher!

I love you, my cute Kiwi guy! Happy birthday! We will be together and we will be happy again!

Ich wünsche euch trotz der gerade doch ziemlich düsteren Zeit eine schöne Vorweihnachtszeit! Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Susi

325 days and counting…

Hallo liebe Leser, gerne würde ich jetzt hier an dieser Stelle positive Neuigkeiten verkünden, aber wie zu erwarten war, warten wir noch immer auf die Rückmeldung zu unserem Visum… morgen werden es zwei Wochen, dass wir es beantragt haben. Sally hatte uns schon auf eine Wartezeit von vier Wochen eingestellt, aber irgendwie war ich nicht darauf vorbereitet, wie hart das wirklich werden würde… Immerhin warten wir ja schon 325 Tage darauf, uns endlich wieder zu sehen, was sollten da vier Wochen schon ausmachen?!? Aber ich kann euch sagen, dass es für mich noch nie so schwer war, auf etwas zu warten. Paddy und ich durchlaufen sämtliche Wechselbäder der Gefühle, die man sich vorstellen kann – von vorsichtig hoffnungsvoll über „es wird schon irgendwie“ bis hin zu völliger Verzweiflung bei der Vorstellung, dass wir das Visum nicht bekommen. Es hängt einfach so krass viel davon ab! Der Druck ist unvorstellbar hoch, denn sollten wir das Visum nicht bekommen, bleiben uns nicht mehr viele Optionen. Und dann kommen auch noch solche Meldungen aus Neuseeland:

https://www.nzherald.co.nz/nz/politics/pm-jacinda-ardern-nz-needs-certain-level-of-herd-immunity-before-border-restrictions-eased/VONTIWIP5OU5UC2DJFAKXETVAI/

Das ist so verrückt – die ganze Welt denkt darüber nach, mit der Impfung stückweise zur Normalität zurückzukehren, und Neuseeland möchte sicherheitshalber lieber (auch mit Impfung) noch 12-18 weitere Monate die Grenzen dicht halten!!! Das würde für Paddy und mich, sollten wir das Visum nicht bekommen, bedeuten, dass wir uns insgesamt 2,5 Jahre nicht sehen!!! Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, wie niederschmetternd solche Neuigkeiten für uns sind. Denn eigentlich haben wir nicht wirklich viele Optionen, wenn das Visum abgelehnt wird: Entweder warten, bis die Grenzen wieder offen sind (definitiv keine Option bei 18 weiteren Monaten!!!) oder Paddy muss für einige Zeit nach Deutschland kommen, so dass wir ein paar Monate mehr „living together“ nachweisen können, um eventuell dann das Visum bekommen. Aber natürlich gibt es auch da keine Garantie, dass es klappt… Außerdem wäre es sehr schwierig für Paddy, jemanden zu finden, der seinen Campingplatz für ein paar Monate übernimmt und er trotzdem noch was verdient, da er ja weiterhin seinen Kredit zurückzahlen muss. Ganz zu schweigen von den zusätzlichen Kosten durch Flug und Quarantäne, die er zu zahlen hätte, was wohl so um die 4000-5000 € wären. Jedenfalls ist das gerade eine super-nervenaufreibende Zeit für uns – nicht nur, dass wir uns sehr vermissen, sondern auch die Ungewissheit und der Druck, falls es nicht klappt, sind einfach nur Folter…

In unserer Facebook-Gruppe häufen sich (zumindest gefühlt) leider auch die Absagen für Visa, was uns zusätzlich Angst macht, denn meist geht es um eben dieses „living together“-Kriterium, was auch bei uns der Knackpunkt sein könnte. Aber hin und wieder gibt es dort auch gute Neuigkeiten wie diese hier (trotzdem schlimm genug, dass es überhaupt so lange gedauert hat):

https://www.stuff.co.nz/life-style/parenting/123499900/dad-and-babys-first-meeting-sealed-with-kiss-outside-christchurch-isolation-hotel

Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, hier noch ein Jahr ohne Paddy zu leben. Im Prinzip ist das gerade nicht wirklich Leben, ich gehe zur Arbeit und verbringe den Rest der Zeit meist daheim oder beim Spazierengehen – eigentlich ist es nur Warten darauf, dass ich weg komme, ohne jegliche Zukunftsperspektive hier. Das sorgt nicht gerade für große Motivation, egal bei was… Früher bin ich sehr gerne in die Arbeit gegangen, auch weil ich dort meine Freunde gesehen habe. Im Moment ist die Arbeit nur Mittel zum Zweck, und ich verhalte mich eher distanziert zu meinen Arbeitskollegen, denn ich könnte wohl kaum geheim halten, dass ich eigentlich nur darauf warte wegzukommen, wenn ich mich mit jemandem anfreunde und ihn auch in meiner Freizeit sehe… und das ist ja auch irgendwie doof. Ich vermisse meine Freunde gerade sehr – nicht, dass ich sie wesentlich öfter sehen würde, wenn ich noch in München wohnen würde mit dem Corona-Lockdown. Was für eine Sch… Zeit!!! Also drückt weiter fleißig die Daumen, damit dieser Albtraum möglichst bald ein Ende hat.

Zum Glück gibt es aber auch in dieser schwierigen Situation Dinge, die gut sind – und Highlights sind natürlich immer Treffen mit Freunden. Außerdem habe ich immerhin einen Job und ein Dach über dem Kopf, und Freunde, die ich zwar wenig sehe, die aber immer für mich da sind, wenn ich sie brauche. Und mit unserem Visumantrag haben wir ja doch auch einen Silberstreif am Horizont – ist also nicht alles depri, auch wenn es gerade ein wenig so klingt 😉

Cooler Abendhimmel über dem Krankenhaus.
Freising im Nebel – die Türme des Doms kommen scheinbar aus dem Nichts. Leider gab es hier in den vergangenen Wochen sehr viel Nebel und wenig Sonne…
Weihnachtsdeko in der ziemlich verlassenen Freisinger Innenstadt.

Letzten Freitag kam meine Ex-Vermieterin und Ex-Nachbarin Steffi mich besuchen, und brachte mir bei der Gelegenheit gleich das fehlende Bettteil mit. Wir verbrachten den Nachmittag quatschend bei Kaffee und Kuchen in meinem Zimmer, war echt schön! Vielen Dank nochmal, Steffi!

Mein jetzt wieder vollständiges Bett – ich fühl mich gleich sooo viel sicherer 😉

Vorgestern bekam ich Besuch von Walter und Elli und ihrem Hund Santos. Wir spazierten durch Freising bis hinauf auf den Domberg, holten uns dort an dem Stand was zum Essen und verspeisten es genüßlich auf der Aussichtsterrasse mit Blick über Freising. Nachdem es da aber doch ziemlich kalt und zugig war, brauchten wir danach erstmal einen Coffee to go in der Innenstadt, um uns wieder aufzuwärmen – leider gab es keinen Glühwein. Es war echt schön mit den dreien:

Ganz vorbildlich mit Maske (und Aussicht).
Und eines mit uns allen ohne Maske – wie man sehen kann, hatten wir Spaß zusammen 🙂

Ein Los hab ich auch mal wieder gezogen, und das erfülle ich ganz leicht ungefähr 5x pro Monat (auch wenn das wohl so nicht gemeint ist):

Das mache ich quasi mit jedem Nachtdienst… und irgendwann sicher auch wieder beim Feiern mit Freunden, wenn es mal wieder erlaubt ist.

Zum Abschluss noch ein Kunstgenuss – performed by Paddy + I. Das ist das allererste Video, das wir letztes Jahr im März zusammen aufgenommen haben, ganz ohne vorher zu Üben, ganz spontan. Es ist immer noch mein Lieblingsvideo, und ich schaue es mir immer dann an, wenn ich Paddy ganz arg vermisse. Ich hoffe, es gefällt euch – auch wenns ein wenig peinlich ist, wie ich ihn da anschmachte, während er super-desinteressiert (oder einfach nur auf die Musik konzentriert) in die Kamera schaut 😉

Wonderful tonight 🙂

So, das wars mal wieder für heute. Sorry, dass es eher ein trauriger Post ist, ich hoffe der nächste wird wieder deutlich fröhlicher – dann hoffentlich mit guten Neuigkeiten. Also bitte drückt weiterhin alle Daumen, Zehen und sonstigen verfügbaren Körperteile für uns! Bleibt gesund und lasst euch in dieser grauen und wenig Spaß-reichen Zeit nicht unterkriegen.

Ganz liebe Grüße!

Warten und hoffen…

Liebe Leser, endlich gibt es mal gute Neuigkeiten von mir – die ersten im gesamten Jahr 2020! Wir haben die EOI („Expression of Interest“) genehmigt bekommen und die sogenannte ITA („Invitation to Apply“) erhalten, und das gleich beim ersten Versuch, yayyyy!!!! Die erste Hürde ist damit geschafft – leider nur eine von einigen weiteren… Und so sieht das wichtige Schriftstück aus:

Das Titelbild mit dem großen M ist vom Münchner Flughafen, das hab ich deshalb gewählt, weil ich hoffe, dass ich das nächste Mal, wenn ich es sehe, auf dem Weg nach Neuseeland bin… jetzt wars leider nur im Rahmen einer Radtour (siehe weiter unten).

Wie gehts es jetzt bei uns weiter? Wir haben nochmal eine weitere Woche damit verbracht, „Beweise“ für unsere Beziehung und andere Dokumente zu sammeln, zu überarbeiten und in pdf-Dokumente zu verpacken. Unter anderem mussten wir aus unseren ganzen WhatsApp chats (ca 10.000 Seiten!!) 4-6 Seiten pro Monat auswählen und rauskopieren, was natürlich ein paar Tage gedauert hat, schließlich haben wir beide ja doch noch einen Vollzeitjob nebenher. Ich glaube, ich habe mehr Zeit in die Visa Application gesteckt als in meine Diplomarbeit… und das ist nur für ein 6-monatiges Visitor Visa!!! Egal, jedenfalls haben wir unser CPVV („Critical Purpose Visitor Visa“) am Freitag beantragt, jetzt heißt es warten und hoffen… unsere immigration adviser Sally schätzt, dass die Bearbeitung um die 4 Wochen dauern wird, wir sollten also bis Mitte Dezember bescheid bekommen. Also drückt uns ganz fest die Daumen (und Zehen und alles was ihr habt)! Sollten wir das Visum genehmigt bekommen, kommt die nächste Hürde: Man muss jetzt einen „Managed isolation voucher“ haben, um einreisen zu können, d.h. man muss einen Platz in einem Quarantäne-Hotel buchen und natürlich den passenden Flug dafür finden… also quasi zwei Hürden in einem. Problem hier ist, wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt, dass diese Plätze begrenzt sind und über die großen Ferien in Neuseeland von Dezember bis Februar auch viele Neuseeländer, die woanders wohnen, für einen Besuch heimkommen wollen, und auch die müssen sich natürlich 2 Wochen isolieren… Im Moment sind alle Plätze bis Ende Januar belegt. Ich hoffe, dass vielleicht noch ein paar mehr Plätze zur Verfügung gestellt werden, aber es kann gut sein, dass vor Februar oder März nichts geht… Ich will aber jetzt nicht jammern, zumindest ist endlich mal ein kleines Lichtlein am Horizont 🙂

Nach den letzten 11 Monaten (oder eigentlich schon seit März 2019) kann ich das nur bestätigen!!!
Ein Bild aus glücklichen Tagen – hoffentlich gibt es bald wieder gaaaaanz viele gemeinsame Bilder 🙂

In der Arbeit läuft es ganz gut, so langsam hab ich mich wieder an das Arbeiten auf einer Intensivstation gewöhnt und kenne die Abläufe hier in Freising. Ich habe jetzt noch die nächsten 7 Tage Einarbeitung, ab Ende November arbeite ich dann allein. Ich bin sicher, dass ich dann ganz schnell wieder Routine im Job habe, es macht auf alle Fälle Spaß, auch wegen der netten Kollegen. Mein erstes Gehalt habe ich auch schon bekommen, beim nächsten sind dann auch die Zuschläge für Nachtdienste und Wochenenden/Feiertage dabei. Insgesamt ist es gar nicht so schlecht, und dank des sehr günstigen Personalwohnheim-Zimmers verdiene ich gar nicht so viel weniger als als Lehrer, und hier arbeite ich im Schnitt nur 38,5 Stunden pro Woche im Vergleich zu 60 Stunden vorher. Die Covid-Situation ist im Moment noch überschaubar, wir hatten die letzten Wochen immer 1-2 Covid-Patienten auf Station, aber das wird sich sicher in den nächsten Wochen ändern. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang schon ein mulmiges Gefühl hatte, in ein Covid-Zimmer rein zu gehen, aber man gewöhnt sich daran und versucht einfach, sich so gut wie möglich zu schützen mit allem, was da ist – zum Glück sind FFP2-Masken jetzt kein Problem mehr. Außerdem können wir uns regelmäßig testen lassen, was ich alle zwei Wochen mache.

Aber es gibt ja nicht nur Arbeit im Leben (obwohl es sich für mich gerade fast so anfühlt, weil ich ja eigentlich nur darauf warte, dass ich weg kann), sondern zum Glück auch ein paar Highlights neben dem täglichen Skypen mit Paddy – zum Beispiel Besuch von Freunden aus meinem „alten Leben“ in München. Zuerst besuchte mich Tibor, ein Ex-Kollege und Freund von der Schule, vorletzte Woche in Freising. Nach einer kleinen Stadtrundtour besorgten wir uns beim Italiener etwas zu Essen und ließen den Abend mit Wein und guten Gesprächen in meiner Wohnung (naja, Zimmer) ausklingen, war sehr nett!

Tibor standesgemäß mit kleidsamer Stadt-München-Maske auf dem Freisinger Domberg, wo es dank Nebel an diesem Tag leider keine Aussicht gab.
Der Freisinger Dom von innen.
Gewölbe unter dem Dom, das fast 1000 Jahre alt ist (wenn ich mich richtig erinnere)!
Tibor und ich bei unserer Corona-Schluck-Impfung 😉

Eine Woche später kam Sandra mich dann besuchen, auch dieser Tag war leider wieder neblig, so dass ich auch ihr Freising nicht von seiner schönsten Seite zeigen konnte, was nicht nur mit dem Wetter, sondern auch mit den vielen Baustellen zu tun hatte. Trotzdem haben wir beide die gemeinsamen Stunden genossen! Hoffentlich kriegen wir das bald wieder hin!

Creepy Nebelstimmung an der Moosach in Freising.
Zwei trotzdem gut gelaunte Maskenträgerinnen.

Ansonsten war ich wieder spazieren, wenn die Sonne es mal durch den Nebel geschafft hat, um mir die herbstliche Gegend anzuschauen. Auf dem Bild schaue ich etwas müde aus, das war nach meinem letzten Nachtdienst und nur ein paar wenigen Stunden Schlaf 😉

Herbststimmung…

Da ich dieses Wochenende frei hatte und das Wetter am Samstag superschön war (und ich ja auch nichts mehr für das Visum machen musste), machte ich eine kleine Radtour durchs Erdinger Moos und dann durch den Flughafen. Ich wusste bis dahin nicht, dass tatsächlich ein Radweg durch den Münchner Flughafen geht! Und so fand ich mich am Besucherhügel wieder, sehnsüchtig auf die (nur zwei) startenden Flieger starrend, und hoffend, dass ich bald in einem Flieger Richtung Neuseeland sitzen werde… Erwartungsgemäß war nicht viel Flugverkehr oder Verkehr auf den Straßen, ich hab den Flughafen noch nie so leer gesehen.

Meine Radtour durchs Erdinger Moos, ca 40 km und sehr flach.
Der Stoibermühlsee, im Sommer ein beliebter Badesee nahe Freising.
Kleine Kirche in Niederding.
Flughafen München.
In so einer Maschine sitze ich hoffentlich bald…

Heute morgen habe ich auch mal wieder ein Los gezogen:

Das kann ich leider beim besten Willen nicht erfüllen, dann kann ich ja nicht mit Paddy skypen!! Das geht nicht!!! Aber wenn jemand von euch diese Challenge ausprobieren möchte – viel Spaß! 🙂

Und hier noch was Lustiges zum Abschluss: Sandy, meine Nachmieterin in meiner alten Wohnung, schickte mir dieses Foto per WhatsApp und fragte mich, ob das Holzteil mit den zwei Füssen im Keller zufällig noch mir gehöre, denn falls nicht, würde sie es jetzt dann zum Sperrmüll mitnehmen:

Daraufhin bekam ich Schweißausbrüche, schaute unter mein Bett und musste tatsächlich feststellen, dass ich dieses Teil, das den Lattenrost in der Mitte stützen soll, vergessen hab!! Seitdem fühle ich mich in meinem Bett nicht mehr ganz so sicher…. aber bisher hat es gehalten 😉

So, das wars mal wieder von mir. Ihr dürft natürlich gerne einen Kommentar hinterlassen, würde mich sehr freuen! Ich hoffe, es geht euch allen gut und ihr seid gesund und noch nicht zu deprimiert wegen der Kontaktbeschränkungen und dem zur Zeit weitgehend Spaß-freien Leben… Sobald es Visum-technisch etwas Neues gibt, melde ich mich natürlich sofort 🙂

Viele Grüße aus dem heute sonnigen Freising!

Eure Susi