Rückkehr in den Wettkampf-Sport – nur in einer neuen Sportart :-)

Hallo liebe Leser, endlich gibt es mal wieder was Neues von mir – irgendwie war immer etwas los hier, oder ich war einfach zu faul zu schreiben… 😉

Wie die Überschrift schon verrät, habe ich einen neuen Wettkampfsport gefunden – das Rennradfahren. Ich hatte euch ja schon in meinen letzten Blogbeiträgen geschrieben, dass ich mit Road biking angefangen habe, und was wegen Knieproblemen als Ersatz fürs Laufen als Indoor cycling auf der Rolle begann, ist nun zu meinem neuen Sport geworden! Inzwischen habe ich schon 6 Rennen hinter mir, und es macht riesigen Spaß! Jeden Dienstag Abend organisiert der CHB Cycling Club ein Rennen irgendwo in der Nähe von Waipukurau. Gefahren wird in verschiedenen Leistungsgruppen von Grade A- Grade F (A ist die schnellste Gruppe), in jeder Gruppe sind zwischen 5 und 12 Fahrern (mal mehr, mal weniger), gestartet wird in 2-Minuten-Abständen zwischen den Gruppen.

Ich bei meinem ersten Rennen am Start, noch völlig umprofessionell im Pulli.

Das erste Rennen fuhr ich in Grade E2, aber da ich es mit 3 Minuten Abstand zu den anderen gewann, wurde ich für das nächste Rennen gleich in E1 Grade hochgestuft. Dort habe ich jetzt 5 Rennen gemacht, dreimal wurde ich zweite, letzten Dienstag hab ich gewonnen, gestern wurde ich wieder zweite! Die ersten drei Rennen habe ich mich jeweils am Ende auf den letzten Metern aussprinten lassen, nachdem ich vorher die Tempoarbeit geleistet habe – sehr dumm! Aber Taktik muss ich halt noch lernen ;-). Letzten Dienstag hab ich es dann besser gemacht und mir die Tempoarbeit geteilt, so dass ich im Schlusssprint eine reelle Chance hatte und gewinnen konnte. Gestern war Tony am Berg zu stark für mich und zog davon, so dass am Ende ca 20 Sekunden zwischen uns lagen, aber auch ich hatte 20 Sekunden Vorsprung vor dem Dritten. Seit gestern führe ich die Rangliste in E1 grade mit 78 Punkten an, aber das wird nur eine Woche halten, denn nächste Woche bin ich nicht da für das Rennen, denn wir machen Urlaub! Aber dazu später mehr 🙂

Wenn euch meine Rennen interessieren, könnt ihr hier jeden Mittwoch nachschauen, wie ich abgeschnitten habe (unter „Results“): https://www.cyclingchb.co.nz. Hier die Abschlusstabelle des Rennens von letzter Woche Dienstag:

Sieht nicht schlecht aus, mein Name ganz oben, oder? 🙂 Meine Durchschnittsgeschwindigkeit war 29.6km/h, die 66 am Ende war meine Punktzahl letzte Woche Dienstag. Da ich inzwischen nochmal zweite geworden bin, habe ich jetzt 78 Punkte vor Brent mit 77 Punkten..

Damit wir als Cycling Club auf normalen Straßen (allerdings nur Nebenstraßen) Rennen fahren dürfen, müssen wir selbst für Sicherheit sorgen, d.h. jeder von uns muss mal als Marshal an einer Ecke stehen, um das Rennen zu stoppen wenn ein Auto kommt, oder eines der Begleitfahrzeuge fahren. Ich hatte gleich am 4. Renntag „Dienst“:

Vor dem letzten Rennen hatte Jo Baker versucht, mich zu überreden, in D grade hoch zu gehen, aber das traue ich mir noch nicht zu. Der Sprung in die nächsthöhere Gruppe ist groß, denn ab D grade werden längere Strecken gefahren, zwischen 40 und 50km anstatt zwischen 22 und 28km. Außerdem sind sie im Schnitt auch noch 1-2km/h schneller unterwegs… meine schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit war bisher 30km/h, dort wird zwischen 31-32km/h gefahren. Da muss ich noch ein wenig trainieren und Wettkampferfahrung sammeln, aber im Januar werde ich es wohl schon probieren.

Zunächst steht aber nächste Woche Samstag, am 26.11., mein erstes großes Rennen an, das „Length of the Lake“ der Taupo Cycle Challenge (https://www.cyclechallenge.com). Hier geht es 55km von Turangi nach Taupo am Lake Taupo entlang, mit hunderten anderen Radlern. Bin sehr gespannt, wie das so wird! Drückt mir die Daumen!

Damit ich besser werde, muss ich natürlich jede Menge trainieren, und so radle ich im Moment zwischen 160-240km in der Woche, meist 5x pro Woche, wovon ein Ride eine längere Distanz ist, so um die 80km zur Zeit. Den long ride mache ich meist mit Roy, einem sehr erfahrenen Radler und einer von Paddy’s langjährigsten Freunden. Von ihm lerne ich alles, was man rund ums Rennradfahren wissen muss – danke, Roy! 🙂

Roy und ich vor unserem long ride.

Auch wenn sich gerade viel ums Radeln dreht, gibt es aber natürlich noch andere Dinge in meinem Leben, zum Beispiel die Arbeit. Der Winter war leider sehr sehr ruhig, wir hatten nur wenige Gäste, dafür mehr Zeit, uns ums Renovieren und Reparieren zu kümmern. Zunächst renovierten wir unsere kleine Villa, ein Selbstversorger-Häuschen mit Küche und Bad. Wir starteten mit dem Abschleifen der alten Farbe an den Wänden (gelb und dunkelblau!!), danach ging es ans Streichen, alles wurde weiß, was bei den dunkelblauen Flächen etwas dauerte…

Paddy-Schlumpf mit vom Abschleifen bläulichem Haar und Gesicht 🙂

Danach schliffen wir den Fußboden ab und gaben ihm eine neue Schicht Polyurethan. Der Geruch ist noch immer nicht ganz verschwunden, aber es schaut jetzt sooo viel besser aus! Aber seht selbst:

Der nächste größere Job war etwas unerfreulicher: Ein Abflussrohr des septic tank war verstopft, so dass das Wasser aus Dusche und Toilette nicht mehr abfließen konnte. Also kam Steve Camden mit seinem Bagger und hob ein großes Loch um die Rohre herum aus, so dass Paddy das verstopfte Rohr finden, herausschneiden und ersetzen konnte – kein sehr großes Vergnügen, wie ihr euch wahrscheinlich denken könnt…

Paddy the plumber 🙂

Außerdem muss man auf einem Campingplatz natürlich sehr viel Rasen mähen, einer der Jobs, die ich echt gerne mache, vor allem mit unserem großen Sit-on lawn mower, liebevoll „Ferrari“ genannt. Das ist sehr meditativ, ein bisschen wie Therapie, und man sieht gleich, was man geschafft hat 😉

Man kann gut sehen, wie viel Spaß mir Rasenmähen macht, auch wenn es mit dem „kleinen roten Rasenmäher“ ist.

Neben der Arbeit gibt es natürlich auch jede Menge soziale „Events“, unsere Freunde schauen gerne häufig auf ein (bzw mehrere) Bier oder eine Pizza vorbei, wie hier Berit, Matt, Estelle, Val und Marcus (und Hund Billy)- es war das erste Mal diese Sommer-Saison, das wir den Pizza-Ofen einheizten und draußen saßen.

Außerdem hatten wir Anna und Simon aus Deutschland zu Gast, die als Gäste unseres Campingplatzes kamen und als Freunde gingen – leider viel zu früh, wir hätten sie gerne noch ein bisschen hier behalten! Neben coolen Gesprächen und leckerer Pizza teilten wir auch die Leidenschaft für Musik (Simon und Anna machen in Deutschland häufig Straßenmusik, und sie sind sehr gut!) und Kicker – die beiden zogen Paddy und mich gnadenlos ab! Da konnten wir (noch) nicht mithalten, trotz regelmäßigen Trainings 😉

Anna, Simon und Paddy (und Harvey) beim Musikmachen.
Pizza-Abend mit Wendy, Roy, Anna, Simon Paddy und Harvey.

Drei Deutsche und ein Kiwi 🙂

Der Höhepunkt des Jahres in Waipawa ist definitiv der „Duck day“, der jedes Jahr Anfang Oktober gefeiert wird – quasi das Oktoberfest von Waipawa ;-). Am Vormittag ist auf dem Markt einiges geboten wie diverse Verkaufsstände, Essen und Trinken, Spiele und Musik:

Paddy und Harry trugen zur musikalischen Untermalung bei.

Der Höhepunkt und Namensgeber des Tages ist allerdings das „Duck Race“. Hunderte Gummienten treten in einem künstlichen Kanal neben dem Fluss in einem Rennen gegeneinander an. Die Businesses von Waipawa haben große Gummienten, die sie liebevoll gestaltet haben und die vor dem Rennen im Schaufenster ausgestellt wurden:

Die phantasievoll gestalteten Gummienten der Geschäftswelt von Waipawa.

Leider hatten Paddy und ich es verpasst, unsere Gummiente rechtzeitig künstlerisch zu gestalten, so dass sie leider bis nächstes Jahr mit der Teilnahme am Rennen warten muss…

Alle anderen Leute haben ganz normale kleine Gummienten. Die Besitzer der schnellsten Enten gewinnen alle möglichen Preise. Das Wetter war an diesem Tag toll, so dass jede Menge Menschen an den Waipawa River kamen, um dieses Schauspiel zu verfolgen, das natürlich auch professionell von einem Kommentator begleitet wurde. Hier ein paar Eindrücke:

Die Menschenmenge wartet auf den Start des Rennens.
Und da kommen sie auch schon den Kanal hinunter geschwommen.
Die Athleten nach dem Rennen beim Ausschwimmen 🙂
Nach dem Rennen war Enten-Einsammeln angesagt, was die Kids nur zu gerne taten.

Anfang November verbrachten wir einen heiteren und ziemlich alkoholischen Abend bei Kyle und Carina, die zum Dinner geladen hatten, da die gemeinsamen Freunde Mike und Janine, die letztes Jahr aus Waipawa weggezogen sind, auf Heimatbesuch waren. Paddy und Mike sind gute Freunde und hatten sich schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen, und es wurde ein cooler und sehr langer Abend mit jeder Menge Geschichten aus der gemeinsamen Vergangenheit.

Paddy beobachtet Kyle beim Zubereiten des Dinners 🙂
Mike, Carina und Janine.
Kyle beim Vorbereiten des Dinners: Lammbraten mit Wedges und Salat – sehr lecker!

Auch Paddy’s Band, The MonotoneNZ, hatte inzwischen wieder zwei Auftritte, die beide sehr gut waren, jedoch besser besucht hätten sein können… Aber das tat der Stimmung keinen Abbruch, es wurde eifrig getanzt!

The MonotoneNZ beim Auftritt im Copperpot.
Das Publikum, noch sitzend, aber kurz danach wurde getanzt was das Zeug hielt.
Meine zwei Rad-Buddies Robbie und Roy mit ihren Frauen Denise und Wendy waren auch da.
Die Band bei ihrem Auftritt im Leopard Hotel zwei Wochen später, leider zeitgleich zum Rugby World Cup Finale, weshalb es leider ziemlich leer blieb.
Und seit neuestem mit Soundman Robbie – jetzt klingen sie noch besser 🙂
Kurze Pause: Paddy, Steve, Steve und seine Frau Laura.

Auch unser Hund Harvey ist bei bester Laune und Gesundheit und genießt vor allem seine Spaziergänge zweimal am Tag. Inzwischen ist er deutlich ruhiger geworden und gehorcht um einiges besser als am Anfang – wir haben ihn jetzt schon ein ganzes Jahr, krass wie die Zeit vergeht! hier ein paar Eindrücke für alle Hundefans unter euch:

Zum Abschluss hier noch ein ein paar Eindrücke vom Wetter hier im Oktober (wobei es in den letzten Wochen echt schön und warm war):

Kalter, aber sehr klarer Morgen mit dem in der Kälte dampfenden Fluss und den schneebedeckten Ruahine Ranges im Hintergrund.
Krasser Hagelsturm in Waipawa!

Am Freitag starten Paddy und ich in unseren ersten gemeinsamen Urlaub seit wir zurück in Neuseeland sind – 10 ganze Tage!!! Wir sind total happy, dass wir jemanden gefunden haben, der sich um den Campingplatz kümmert (vielen vielen Dank, Tracy und Diane!), und auch Harvey hat mit Tommy (vielen vielen Dank, Tommy!) den perfekten Dogsitter, so dass er uns wahrscheinlich gar nicht vermissen wird (wir ihn ganz sicher schon). Wir können unser Glück noch gar nicht fassen, dass wir es wirklich schaffen werden, ein paar Tage weg zu kommen – das ist wirklich schwierig mit einem Campingplatz. Wir werden einen Roadtrip machen und Freunde besuchen und dann natürlich zu meinem ersten großen Radrennen nach Taupo fahren. Aber davon erzähle ich euch dann in meinem nächsten Blogbeitrag, auf den ihr nicht so lange warten müsst – versprochen! Also drückt mir am 26.11. die Daumen für das Rennen 🙂

Was gibt es bei euch Neues? Wie geht es euch so? Wie immer freue ich mich darauf, von euch zu hören!

Ganz liebe Grüße von Susi und Paddy (und natürlich Harvey)!

Yayyyyyy, finally NZ resident!!!!

Hallo liebe Leser, heute gibt es gute Neuigkeiten – mein residency visa based on partnership ist genehmigt worden, juhuuuu!!!!! Nach zwei harten Jahren mit gefühlt unendlich vielen Visa-Anträgen, hunderten Stunden mit Sammeln und Zusammenstellen von Beweisen für unsere Beziehung, einigen Niederlagen, ca 15.000€ Kosten, vielen vielen bangen Stunden des Wartens und Hoffens und einem abschließenden Telefon-Interview letzte Woche halten wir nun endlich das heiß ersehnte Schriftstück in unseren Händen!! Jetzt habe ich unbegrenztes Aufenthaltsrecht in Neuseeland!!! Das einzige, was wir jetzt noch machen müssen, ist in zwei Jahren Permanent Residency zu beantragen, aber das ist nur noch Formsache, dafür muss man kein Material mehr sammeln. Der ganze Albtraum ist vorbei!! Wir können es noch gar nicht richtig glauben. Als am Montag morgen Sally, unsere immigration adviser, anrief und die frohe Botschaft überbrachte, musste ich erstmal heulen – die ganze Anspannung fiel mit einem Mal weg, und da kamen schon noch ein paar traumatische Erinnerungen hoch, wie das abgelehnte Visum im Dezember 2020 und das Gefühl der völligen Hoffnungslosigkeit, nachdem wir uns schon fast ein Jahr nicht mehr gesehen und keine Ahnung hatten, wann, wie und wo wir uns wiedersehen können… Einige von euch haben unsere dramatische Geschichte ja miterleben dürfen/müssen – vielen Dank für all den Beistand, die Ablenkung, das Daumendrücken und Mitfühlen! Und natürlich vielen Dank an alle, die mit ihren Briefen und Support letters einen ganz praktischen Beitrag zu diesem Visum geleistet haben!!

Für uns beide dauerte es ein paar Tage, um wirklich zu verstehen, dass wir jetzt endlich am Ziel sind! Aber natürlich feierten wir schon am Montag Abend mit einer Flasche Schampus!

Der Champagner war echt lecker!!

Außerdem belohnten wir uns mit einem Nachmittag in Napier mit Steve und Paula, den wir mit Shoppen und einem leckeren Lunch verbrachten.

Paddy und Paula auf dem Weg zum nächsten Second Hand Shop 🙂

Inzwischen hat der Frühling endlich Einzug gehalten, die Tage werden länger und wärmer und manchmal kommt sogar die Sonne heraus. Leider gibt es aber immer noch sehr viel Regen… Die letzten Tage begannen dann unsere Bäume zu blühen, das sieht echt toll aus:

Auch die Bäume am Fluss entlang werden langsam grün:

Regnerische Abendstimmung am Fluss, mit frisch ergrünten Bäumen.
Sonniger und warmer Sonntag-Morgen – Paddy nutzte ihn gleich zum Gitarre-Spielen an der frischen Luft.

Anfang September spielte Paula’s und Steve’s Tochter Natalie mit ihrer Band in Napier, das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen! Danika Bryant ist mit ihren beiden Bandmitgliedern auf Neuseelandtour, und sie sind echt gut! Hier ein paar Eindrücke von dem tollen Konzert in der Urban Winery:

Steve’s Schwester, Paddy, ich und Paula voller Vorfreude in der Urban Winery.
Steve and Nicola, Paula’s Schwester.
Zum Einstimmen eine „Vorgruppe“, ein 16-jähriges Mädel, nicht schlecht für das Alter!
Und dann der main act: Danika Bryant mit Band.
Natalie an der Bass-Gitarre.
Hier eine kurze Hörprobe 🙂

Es war ein toller Abend mit gutem Essen (Tapas) am Anfang und dann noch besserer Musik von einer sehr jungen Band!

Das nächste musikalische Highlight stand dann schon zwei Wochen später auf dem Programm: Paddy’s Band, „The MonotoneNZ“, hatte einen Auftritt im Otane Pub! Auch der war ein voller Erfolg, obgleich man ihn nicht mit ihrem letzten Konzert im Copperpot vergleichen kann, wo die Leute extra kamen, um die Band spielen zu hören. In Otane war es eine gewöhnliche Pub-Nacht mit überwiegend locals, die jeden Samstag Abend in den Pub gehen, um Freunde auf ein Bierchen zu treffen oder Rugby zu schauen. Auch an diesem Abend lief neben der Live Musik der Fernseher mit Rugby (ohne Ton). Trotzdem war die Stimmung gut, und einige Leute tanzten sogar:

Das Ankündigungsplakat für den Gig.
Die Band in action.
Das Publikum – zumindest ein kleiner Teil davon.

Da Paddy auf dem Foto, das für das Plakat benutzt wurde, nicht dabei war, wollten die Jungs ein neues Foto haben, und so gab es bei der letzten Bandprobe ein kurzes „Foto-Shooting“ mit mir, wo ein paar brauchbare Bilder bei rauskamen. Mein Lieblingsbild ist dieses:

The MonotoneNZ: Paddy McCloskey, Steve Bridge, Steve Bennett, Glyn Sharp und Harry Twinn (vorne mit den Blümchen).

Ansonsten gibt es nicht viel Neues zu berichten. So langsam kommen wieder ein paar mehr Leute auf unseren Campingplatz, und wir hatten die ersten internationalen Travelers, hauptsächlich aus Australien, aber auch aus der Schweiz und den Niederlanden. Wenn das Wetter besser wird, sollte es auch hier wieder geschäftiger werden – wir freuen uns darauf!

Nächste Woche geht es mit den Radrennen für mich los. Ich hatte euch ja im letzten Blog berichtet, dass ich mit dem Straßenrennen angefangen habe, bisher macht es echt Spaß. Aber wegen des schlechten Wetters bin ich erst ein paarmal wirklich draußen geradelt, unter anderem am Sonntag mit Roy, der mich auf eine 25km-Runde mitnahm, um mal auszuprobieren, wie es ist, mit jemandem zusammen zu radeln. Ich kam auf stolze 27km/h Durchschnittsgeschwindigkeit! Wenn man bedenkt, dass ich bei der ersten Fahrt vor ein paar Wochen 23 km/h Durchschnitt geradelt bin, ist das gar nicht schlecht, oder?! 🙂 Mal sehen, wie es mir am Dienstag beim grading race geht. Das wird als Time Trial abgehalten und dient der Gruppeneinteilung für die nächsten Rennen. Ich werde wohl ganz unten in E2 anfangen, was mir aber recht ist, bin ja noch Anfänger im Rennradfahren. Dann hab ich wenigstens die Chance, auch mal ein Rennen zu gewinnen bzw. werde nicht immer letzter. Und ich kann mich hoch arbeiten 😉

So, das wars mal wieder von mir. Ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt die Wiesn. Wie immer freue ich mich über Kommentare, WhatsApps, emails oder video calls. Bis demnächst, bleibt gesund und munter!

Eure Susi

Wahnsinn – 1 Jahr Neuseeland!!! Wie die Zeit vergeht!

Hallo liebe Leser, endlich finde ich mal wieder die Zeit, euch von meinem Leben hier zu berichten. So krass, jetzt lebe ich schon ein ganzes Jahr hier in Neuseeland, am anderen Ende der Welt! Am 23.08.21 sind Paddy und ich nach 5 gemeinsamen Monaten in Deutschland und 2 Wochen MIQ (managed isolation) hier in unserem Heim in Waipawa angekommen! Das Jahr ist, im Gegensatz zu den 15 Monaten, die Paddy und ich getrennt waren, soooo schnell vergangen! Es war ein tolles, ereignisreiches und spannendes Jahr, und mein Leben hier könnte kaum verschiedener von meinem Leben in Deutschland sein – Campingplatzbetreiber statt Lehrer (oder auch Krankenschwester), Dorf (Waipawa) statt Millionenstadt (München), 230 Quadratmeter Wohnfläche statt 47, Leben mit Hund und Partner statt als Single, jede Menge körperliche Arbeit an der frischen Luft statt sitzend am Schreibtisch, Kamin (und kaltes Haus) statt Zentralheizung (und warme Wohnung), usw usw. Ich könnte die Liste noch eine ganze Weile fortführen 🙂

Fakt ist, ich liebe mein neues Leben hier! Paddy und ich genießen noch immer jede Minute, die wir zusammen haben – wahrscheinlich wissen wir das so viel mehr zu schätzen als andere, weil unser Weg doch um einiges komplizierter war als für die meisten anderen Paare. Und unser Hund Harvey komplettiert unsere kleine Familie! Ich liebe das Zusammenarbeiten mit Paddy und meinen neuen Job, der so viel stressfreier ist als meine vorherigen Jobs (auch wenn ich das Unterrichten und die Schüler ein bisschen vermisse). Bisher kann ich also mit voller Überzeugung sagen, dass der Umzug nach Neuseeland die richtige Entscheidung für mich war – auch wenn ich meine Freunde und manche Dinge in Deutschland hin und wieder vermisse.

Nun aber zu dem, was hier so in den letzten Wochen los war, seit ich von meinem Roadtrip mit Tibor wieder zurück bin. So schön es auch war, mehr von Neuseeland zu sehen und Tibors Gesellschaft zu genießen, so hatte ich doch meine beiden Männer ziemlich vermisst!

Meine beiden Lieblingsmänner mit ihren jeweiligen Lieblings-Spielzeugen: Harvey mit Chucky, Paddy mit Gitarre 😉

Auch die täglichen Spaziergänge mit Harvey hatten mir sehr gefehlt, auch wenn mir das frühe Aufstehen nicht gerade liegt… aber sobald ich (oder wir) dann mit ihm unterwegs bin, genieße ich es, obwohl es manchmal ganz schön frostig war! Hier ein paar Eindrücke:

Apropos frostig: In unserem Haus ist es bei kalten Temperaturen nicht viel wärmer als draußen. Hier unser Thermometer am Kühlschrank an einem kalten Morgen (wohlgemerkt die Küche ist der wärmste Raum in unserem Haus, im Schlafzimmer hat es ungefähr die gleiche Temperatur wie draußen!):

Yayyy, da macht das Aufstehen echt Spaß! 6 Grad in der Küche…. da ist der Kaffee in null Komma nix kalt!

Sollte euch also nächsten Winter etwas kühler sein, weil Strom und Gas so teuer geworden sind, schaut euch dieses Bild an, dann gehts euch bei euren gesetzlich vorgeschriebenen 19 Grad besser. Ich bin echt froh, wenn es nach ein paar Stunden Kaminfeuer endlich mal 19 Grad hat! Aber inzwischen hab ich mich echt ganz gut dran gewöhnt (und wärmere Klamotten gekauft) – und zum Glück kommt ja jetzt der Frühling und es wird wärmer 🙂

Leider war es nicht nur kalt, sondern auch sehr nass in den letzten Wochen, so dass wir nicht so viel draußen tun konnten, wie wir gerne getan hätten. Dafür blieb mehr Zeit für zum Beispiel Kuchen backen. Ja, ihr lest richtig! Ich backe inzwischen Kuchen! Und sogar richtig leckeren Kuchen! Anfang Juli verließen uns unsere RSE worker und schenkten uns zum Abschied eine große Kiste Äpfel. Und da wir beide nicht so wirkliche Apfelesser sind, sie im Kuchen aber gerne mögen, bot es sich an, diverse Apfelkuchen-Varianten auszuprobieren:

Harvey ist die Kälte ziemlich egal – obwohl er schon auch gerne nahe am Kaminfeuer liegt. Aber trotz Kälte geht er jeden Tag im Fluss baden und tollt draußen herum. Von jedem Spaziergang bringt er einen neuen Stock mit nach Hause, und so sammeln sich in unserem Garten seine Stöckchen an. Eines Morgens kam ich auf die Veranda und mir bot sich folgender Anblick:

Harvey räumt auf! Seine gesamte „Stick collection“ unter unserem Tisch, seinem Lieblingsplatz.

Manchmal schaffen es Paddy und ich, uns einen halben Tag frei zu nehmen und etwas zu unternehmen. Im Juni schauten wir uns an einem sonnigen Tag Hastings ein wenig näher an und gingen sogar in die Art Gallery! Hier ein paar Eindrücke:

Natürlich kam auch er kulinarische Genuss nicht zu kurz: Wir genehmigten uns einen leckeren Lunch in der „Brave Brewery“:

Unser Arbeitsalltag sah in den letzten Wochen etwas ruhiger aus als gewöhnlich. Da unsere RSE workers uns Anfang Juli verließen und das Wetter meist nicht sehr schön war, war es ziemlich ruhig auf dem Campingplatz, so dass sich das Putzen zeitlich in Grenzen hielt. Leider konnten wir viele Arbeiten aufgrund des schlechten Wetters nicht angehen (wie z.B. Dach und Fußboden in den communal facilities renovieren), aber zu tun gibt es hier immer etwas:

Mal wieder ein Trip zum Recyclinghof – Auf-/Ausräumen von Paddy’s Containern und Schuppen.

Paddy hatte mehr Zeit als sonst, in seinem Workshop Quadbikes zu reparieren. Hier bastelte er aus zwei kapputten Quadbikes ein funktionierendes – so cool!!

Außerdem hatten wir Zeit, Marcus, einem guten Freund, mit seinem Dach zu helfen:

Ein Highlight im Juni war der Wine tasting-/Shopping-Trip, den ich von Paula zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Am Vormittag holte Paula mich daheim ab und wir fuhren nach Hastings, wo wir uns erstmal einen Kaffee gönnten, bevor wir unsere Shopping-Tour starteten. Wer mich kennt, weiß, wie sehr ich Shopping liebe (nicht!!!), aber zu zweit und mit einer Expertin wie Paula war es nicht ganz so schlimm, und ich wurde sogar fündig: ich erstand Stiefeletten und ein warmes Kapuzen-Sweatshirt! Mittags ging es dann zum Lunch zur Church Road Winery in Napier (das liegt mir viel besser als Shopping), das Essen war super lecker, und danach gab es für mich noch ein Wine tasting (Paula war die designierte Autofahrerin, musste also nüchtern bleiben). Vielen Dank nochmal für den tollen Tag, Paula!

Am 23. Juni spielte Paddy’s Band ein Charity Konzert für die Ukraine im Copperpot, der Abend war ein voller Erfolg! Alle 150 Tickets verkauft und es mussten sogar Gäste an der Tür abgewiesen werden, weil es zu voll war! Und die Stimmung war der Hammer – die Leute tanzten vom ersten bis zum letzten Song! Ich ebenfalls, so dass es nur vom Anfang Fotos bzw Videos gibt, danach war ich zu sehr mit Zappeln und Musik-Genießen beschäftigt 😉

Das Plakat für das Konzert.
Die Band beim Aufbauen, hier Steve (Lead guitar) und Steve (Drums).
So langsam füllt sich die Kneipe, noch sind Tische und Stühle an ihrem Platz…
Paula und ich, die zwei Groupies 🙂
Und dann ging es endlich los – die Band in action!
Kleine Kostprobe von einem der ersten Songs, die an diesem Abend gespielt wurden.

Auch sonst kommt bei uns das soziale Leben nicht zu kurz – Freitag abends (oder auch zu anderen Tagen und Zeiten) ist unsere Küche ein beliebter Treffpunkt für unsere Freunde:

Steve, Paula, Lodge und Paddy.

Mitte Juli kam endlich das heißersehnte Geschenk von Claudi und Thorsten bei uns an (das sie im März losgeschickt hatten) – ein niegelnagelneuer Turnier-Kicker!!! Da war die Freude groß! Und natürlich wurde er auch gleich aufgebaut und ausprobiert. Was für ein cooles Geschenk!! Vielen vielen Dank nochmal, Claudi + Thorsten! Ihr könnt jetzt jederzeit auf ein Spielchen vorbei kommen 😉

Ein paar Tage später erwischte es uns mit Covid – zuerst Paddy, der sich bei seiner Bandprobe ansteckte, und dann drei Tage später auch mich. Zum Glück und wahrscheinlich auch dank Impfung war es nicht wirklich dramatisch, wir hatten beide die ersten beiden Tage Gliederschmerzen und Fieber, aber danach ging es uns schnell wieder gut, nur müde und schlapp waren wir noch für ein paar Tage. Zum Glück half uns Tracy, die hier auf dem Campingplatz lebt, mit dem Putzen und Managen des Holiday Parks aus, wir mussten uns ja 7 Tage isolieren.

Ein paar Wochen später, nachdem wir uns komplett auskuriert hatten, unternahmen wir die erste Radtour dieser Saison, denn endlich ließ sich die Sonne mal für ein paar Stunden am Stück sehen und es war mit 17 Grad relativ warm. Wir radelten nach Waipukurau und gönnten uns im Hatuma Café einen Snack und einen Coffee to go, die wir im Grass sitzend „picknick-style“ zu uns nahmen, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Paddy hatte sich echt gut gehalten – 26km sind für die erste Radtour nach einigen Monaten Pause nicht schlecht!

Blick auf die schneebedeckten Ruahine Ranges in der Ferne.
Beweis-Selfie: Paddy und ich auf der Radtour.

Eine Woche später nahmen uns Roy und Wendy mit zu meinem ersten lokalen Rugby-Spiel. Es war echt interessant, vor allem, nachdem Roy mir die Regeln erklärte und ich das Spiel besser verstand. Trotzdem finde ich Fußball interessanter – es ist einfach flüssiger und schneller. Aber das war garantiert nicht das letztes Rugby Match, das ich mir anschauen werde!

Rugby Match zwischen den Auswahl-Mannschaften aus Central Hawke’s Bay und Waikato.

Vor zwei Wochen luden wir mal wieder ein paar Freunde zu Freitag-Abend-Drinks zu uns ein, und dieser Abend endete dann mit einem Kickerturnier, das allen großen Spaß machte – es wurde hitzig und laut und viel gelacht!

Letztes Wochenende bekamen wir einen ersten Vorgeschmack auf den Sommer – strahlender Sonnenschein und 22 Grad! Das war sooooo schön!!! Wir nutzen dies gleich für unsere nächsten Radtour, dieses Mal ging es am Tukituki River entlang zu Paula uns Steve’s, wo wir Scones zur Stärkung angeboten bekamen, bevor wir uns nach ein paar gemeinsamen Stunden wieder auf den Rückweg machten. Paula und Steve begleiteten uns ein Stückchen:

Im Moment fahre ich sehr viel Fahrrad, leider wegen des schlechten Wetters überwiegend drinnen auf der Rolle, aber dank Zwift (Radl-App mit Gaming-Charakter für alle Nicht-Radfahrer) macht sogar das Spaß!

Mein Indoor Trainings-Set-Up, auf dem Tisch steht beim Training der Laptop, auf dem die Zwift-App läuft.
Seit einer Woche habe ich jetzt sogar Klick-Schuhe, da funktioniert das Radeln gleich viel besser!
Und so schaut das Zwift-Training auf meinem Laptop aus – es ist echt sehr kurzweilig und motivierend!

Da mein Knie das Laufen nicht mehr wirklich mag, habe ich mich jetzt aufs Radfahren spezialisiert, und als Ex-Wettkämpfer brauche ich Herausforderungen, weshalb ich bald Radrennen ausprobieren werde. Ich habe mich für die Taupo Cycle Challenge Ende November für das kurze Rennen über 55km angemeldet – ich freu mich schon riesig darauf! Bis dahin heißt es natürlich trainieren und fit werden, d.h. ich bin fast jeden Tag auf dem Rad und außerdem morgens zweimal die Woche im Fitness und zweimal Schwimmen, es ist also fast wie in alten Leistungssport-Zeiten! Zum Glück habe ich einen sehr verständnisvollen Chef (und Partner) 🙂

Der nächste Ort, Waipukurau, hat einen Radfahr-Verein, der ab Ende September jeden Dienstag Abend ein Rennen veranstaltet, das werde ich zum Üben und Fitwerden nutzen, schließlich bin ich noch nie Rennen gefahren. Außerdem habe ich mir ein neues Rad bestellt, das leider erst irgendwann im November kommen wird. Solange muss ich das Roadbike nehmen, das ich mir gebraucht fürs Indoor Cycling gekauft habe, aber das ist gut genug für den Anfang. Mein neues Rad wird ein Gravel Bike sein, das man sowohl fürs Radrennen als auch für Touren und auf Trails verwenden kann, quasi eine Mischung aus Mountainbike und Roadbike – schließlich will ich auch wieder auf Touren gehen. Und das ist es:

Mein neues Rad: das Trek Checkpoint SL5.

Die letzte Neuigkeit von uns aus Neuseeland ist, dass wir jetzt einen case officer für meine Residence application haben, d.h. dass mein Visumsantrag auf dauerhaftes Bleiberecht, den wir im März eingereicht hatten, jetzt bearbeitet wird. Also drückt uns ganz fest die Daumen, dass auch der letzte Schritt in diesem langen Visumsprozess erfolgreich ist und ich bald das dauerhafte Bleiberecht habe! 

So, das wars mal wieder von uns. Paddy ist inzwischen fast im Lazy-Boy-Sessel eingeschlafen, und auch Harvey schläft schon tief und fest – noch mit seinem Lieblingsspielzeug im Maul. Zeit für mich, mich auch bettfertig zu machen 😉

Ich wünsche euch noch einen schönen Spätsommer und erholsame Restferien an meine Lehrerfreunde! Ich freue mich über eure Kommentare, WhatsApps, emails oder Video calls, also lasst mal was von euch hören! Ganz liebe Grüße von uns dreien! Wir gehen jetzt ins Bett 🙂

Eure Susi

Two Germans on tour part 6: Rotorua

Hallo liebe Leser, dieser Blogbeitrag ist der letzte aus der Reihe „Two Germans on tour“ – endlich, 2 Monate nach unserem Trip durch Neuseeland, ist es geschafft und unser kompletter Trip ist online! Irgendwie war halt immer was zu tun…

Aber nun zu unserer letzten gemeinsamen Etappe, die uns nach Rotorua führte: Am Samstag Morgen brachen wir im bedeckten Taupo auf Richtung Rotorua, uns war also kein letzter Blick auf die drei Vulkane am anderen Seeufer vergönnt. Und bald sahen wir gar nichts mehr, dichter Nebel hatte sich breit gemacht, so dass die Fahrt für den armen Tibor, der heute der Chauffeur war, ganz schön stressig und langsam wurde.

Verzweifelt versucht die Sonne, durch den dichten Nebel zu dringen.

Unser erster Stop, Wai-O-Tapu, das „Geothermal Wonderland“, lag dann auch noch ziemlich verschlafen im Nebel, was nicht so schlimm war, da es eh geschlossen hatte. Aber die Mud Pools konnten wir uns trotzdem anschauen:

Beeindruckendes Schauspiel bei den Mud Pools.

Doch je näher wir unserem nächsten Ziel, dem Waimangu Volcanic Valley, kamen, desto besser wurde das Wetter, und dort angekommen, konnten wir kaum noch glauben, dass wir durch eine solche Nebelsuppe gefahren waren:

Der Eingang zum Waimangu Volcanic Valley im strahlenden Sonnenschein.

Zuerst gönnten wir uns einen Kaffee im Café im Visitor Center, bevor wir schließlich loszogen, um mehr über den Vulkanausbruch des Mount Tarawera und wie er die Gegend verändert hat zu lernen. Hierfür spaziert man einige Kilometer durch das ganze Tal bis hin zum Lake Rotomahana, vorbei an kochenden Seen, heißen Bächen, sprudelnden Quellen, verschiedenfarbigen Böden, Farnen usw usw – es war atemberaubend (nicht nur der kurze steile Hike hinauf zum Aussichtspunkt ;-)). Hier eine Kostprobe:

Die Übersicht mit Karte.
Am Eingang ein kurzer Überblick über die Geschichte.

Lake Rotomahana mit dem Mount Tarawera im Hintergrund, hier endet die Wanderung durch das Volcanic Valley (Foto copyright by Tibor).

Da wir jede Menge fotografierten und sämtliche Infotafeln studierten und uns auch sonst viel Zeit ließen, war es tatsächlich nach 16.00 Uhr, bis wir Waimangu verließen und uns auf die letzten Kilometer nach Rotorua machten. Zum Glück war es gerade noch hell, so dass wir unsere Unterkunft noch im Tageslicht suchen konnten, sie war gar nicht so einfach zu finden! Endlich angekommen bot sich uns ein atemberaubender Blick von unserem riesigen Deck, das im Sommer echt genial sein muss:

Aussicht im Sonnenuntergang über Rotorua vom Deck unseres Apartments – Hammer!!

Unser Apartment war sehr geräumig und schön, und unsere Gastgeber hatten uns zur Begrüßung sogar eine Flasche Wein, ein paar Pralinen und ein paar Knabbereien hingestellt! Hier konnten wir es uns die nächsten drei Tage gut gehen lassen:

Obwohl wir beide nach unserer langen Wanderung ziemlich k.o. waren, beschlossen wir, noch nach Rotorua hinein zu fahren, um dort nett essen zu gehen, wir waren ziemlich hungrig! Wir parkten das Auto nahe an der Stadtmitte und liefen den Rest des Weges zur „Eat Street“ zu Fuß. Hier ein paar Eindrücke von Rotorua by night:

Wir entschieden uns für den Inder in der Eat Street, der recht gut besucht war, was leider auch eine längere Wartezeit bedeutete. Aber das Essen war es absolut wert! Sehr lecker!

Todmüde und voll gefressen fielen wir dann daheim nur noch in unsere Betten. Der nächste Morgen war wettertechnisch nicht so schön, so dass es leider keine tollen Bilder vom Sonnenaufgang gibt. Die Aussicht war trotzdem toll!

Blick über Rotorua zum See – Dampfschwaden überall.

Das Wetter sollte heute allgemein wechselhaft werden, doch da der Tag zumindest trocken anfing, beschlossen wir, den Tree Walk im Redwood Forest zu machen, von dem uns Paddy vorgeschwärmt hatte. Hier ein paar Fotos von dem Tree Walk und den Baumriesen:

Danach fuhren wir zum Green and Blue Lake, dem Lake Tarawera und dem Aussichtspunkt, in der Hoffnung, den Mount Tarawera heute von der anderen Seite zu sehen, aber daraus wurde wegen tiefhängender Wolken und immer mal wieder Regen leider nichts. Auch die Fotos schauen ein bisschen dröge aus in diesem grauen Wetter:

Der Green Lake, der bei Sonnenschein grünlich schimmert.
Der Blue Lake daneben, heute war leider kein Unterschied zu sehen.
Aussichtsplattform über den Lake Tarawera hin zum Mount Tarawera, von dem heute jedoch nichts zu sehen war.
Die Aussicht war trotzdem nicht schlecht.

Auf dem Rückweg machten wir einen längeren Stop im Buried Village, einem Museum in Privatbesitz, das ganz dem Vulkanausbruch des Tarawera 1886 gewidmet ist, bei dem 2 Dörfer komplett und eines teilweise verschüttet wurden und 150 Menschen starben. Das Museum ist sehr informativ und bringt dem Besucher die Geschichte des Vulkanausbruchs mit persönlichen Erzählungen von Leuten, die es miterlebt hatten, nahe. Wen dies näher interessiert, findet mehr Infos auf der Homepage des Museums (https://www.buriedvillage.co.nz). Hier ein paar Eindrücke:

Eingang zum Museum.
Ein geschmolzener Kinderschuh, der nach dem Ausbruch gefunden wurde.

Um uns nach dem deprimierenden Museum etwas aufzumuntern, machten wir den kurzen Hike zum Wasserfall, der auf dem Museumsgelände zu finden ist.

Wieder zurück in Rotorua begaben wir uns auf Stadtbesichtigungstour, diesmal bei Tageslicht. Wir hatten richtiges Aprilwetter mit fast allem, was das Wetter so zu bieten hat: Sonnenschein, Wolken, Regenguss, Sonne, Wind, … und alles in 5-minütigem Wechsel. Tibor war für alle Wetter gerüstet, ich hingegen wurde zwischendurch ordentlich nass. Aber Rotorua ist auch im Regen schön. Ich liebe dieses Städtchen, in dem es überall dampft und nach Schwefel riecht! Viele Bewohner machen sich die Vulkanaktivität zu nutze und heizen ihre Häuser oder ihr Wasser mit dem natürlichen Dampf. Manche kochen sogar im heißen Wasser draußen. Auch die Architektur ist sehenswert, allen voran das Rotorua Museum (das leider geschlossen war), das marokkanisch anmutende Blue Bath und die Tourist Information:

Das Gebäude der Tourist Information (iSite).
Das Blue Bath (zur Zeit geschlossen).
Das Rotorua Museum (zur Zeit geschlossen).

Zuerst sahen wir uns den Government Garden an, in dem auch das Blue Bath und das Rotorua Museum zu finden sind. Hier ein paar Eindrücke:

Danach liefen wir vom Polynesian Spa immer am Ufer des Lake Rotorua entlang bis hin zum Ohinemutu Village. Ausgerechnet da überraschte uns dann ein Regenguss, und es gibt natürlich keine Möglichkeit, sich irgendwo unterzustellen… ich muss zugeben, ich war kurzzeitig ein bisschen neidisch auf Tibor’s professionelle Ausrüstung:

Tibor im Trockenen 🙂

Aber die krasse Landschaft mit all seiner geothermalen Aktivität und den intensiven Farben und dem Dampf und Schwefel ließen uns schnell das bescheidene Wetter vergessen und uns nach den besten Motiven jagen:

Es dämmerte schon (obwohl das bei dem Wetter schwer zu sagen war, weil es eh ziemlich dunkel war), als wir unser letztes Ziel für heute erreichten, das Ohinemutu Village. Hier gibt es eine Kirche, ein Marae (Maori meeting house), einen Friedhof und jede Menge Skulpturen, Dampf (sogar aus der Straße) und Schwefel zu sehen bzw. zu riechen:

Im Dunklen machten wir uns dann auf den Rückweg zum Auto, nun war der Boardwalk am Seeufer entlang sogar beleuchtet!

Der beleuchtete Boardwalk in Rotorua.

Nach diesem ereignisreichen Tag freuten wir uns jetzt auf unser warmes, trockenes Apartment, selbstgekochtes Dinner und eine heiße Dusche! Aber wir wussten ja, dass wir uns am nächsten Tag ausruhen konnten, da der Wetterbericht sintflutartige Regenfälle für den ganzen Tag angesagt hatte.

Und so kam es dann auch – den ganzen Tag schüttete es, was nur runter ging! Aussicht war heute definitiv nicht von unserem Deck!

Die „Aussicht“ am Morgen…
... und am Mittag… 😦

Zum Glück hatten wir so ein cooles, geräumiges Apartment! Wir nutzten den Tag zum Faulenzen, Lesen, Fotos sortieren, Postkarten schreiben und zeichnen (Tibor) und im Internet surfen. Schade nur, dass das auch unser letzter Tag auf dem gemeinsamen Trip war, und wir uns so nichts mehr ansehen konnten.

Mit Wein ist das Wetter doch gleich besser 😉
Tibor war wenigstens produktiv: er vollendete die Zeichnung, die er bei uns daheim angefangen hatte – nicht sehr schmeichelhaft für Paddy und mich, aber sooo cool! (Zeichnung copyright by Tibor).

Der nächste Morgen kam mit einem strahlenden Sonnenaufgang daher und ließ das Regenwetter von gestern schnell vergessen.

Dieser Tag versprach wieder schön zu werden.

Heute war Abschied angesagt, während ich wieder zurück nach Waipawa fahren würde, würde Tibor mit seinem gebuchten Leihwagen weiter touren und sich den Norden der Nordinsel alleine anschauen. Doch bevor ich ihn zum Flughafen brachte, wo sein Leihwagen auf ihn wartete, hatten wir noch ein bisschen Zeit, die wir dazu nutzten, uns den Kuirau Park in der Stadtmitte anzuschauen, der mich schon bei meinem ersten Besuch in Rotorua vor 3 Jahren fasziniert hatte:

Dann wurde es aber doch langsam Zeit, sich auf den Weg zum Flughafen zu machen. Während Tibor die letzten Formalitäten am Schalter der Leihwagenfirma erledigte, hatte ich ein wenig Zeit, mir die Miniausstellung zu Jean Batten anzuschauen, der neuseeländischen Heldin der Lüfte:

Irgendwann hieß es jedoch Abschied nehmen. Tibors Plan für heute war, nach Mount Maunganui weiter zu fahren, eine kurze Strecke, so dass es nicht zu stressig wird am ersten Tag allein und mit einem neuen Auto. Und was für ein fancy Auto er da hatte!

Tibors cooler Leihwagen, er roch sogar noch brandneu!

Tibor hatte geplant, sich in den nächsten 2,5 Wochen mit einigen Zwischenstopps die Ostküste hochzuarbeiten bis nach Cape Reinga und danach zurück nach Auckland zu fahren, von wo dann sein Rückflug gehen würde. Wie dieser Teil seiner Reise war, müsst ihr ihn selbst fragen, denn ich musste zurück nach Waipawa, wo ein süßer Hund und ein ebensolcher Campingplatzbesitzer mich schon sehnlichst erwarteten – von den Campingplatz facilities ganz zu schweigen 😉

Es waren sehr coole zwei Wochen mit Tibor, auch wenn es vielleicht nicht immer ganz einfach war, denn wir sind zwei sehr unterschiedliche Menschen und hatten oftmals auch sehr unterschiedliche Vorstellungen, was Unterkünfte oder Essen angingen, aber im Großen und Ganzen kann ich zumindest für mich sagen, dass es eine tolle Tour war! Danke für deinen Besuch, Tibor! Ich hoffe, dir hat es auch gefallen. See you next year in Germany!

Bye bye!! Zurück nach Waipawa ging es für mich mit dem Firmenwagen 🙂

Das war es also endlich mit der Berichterstattung von unserer Tour durch Neuseeland! Ab dem nächsten Blogbeitrag geht es wieder um „schnöden“ Alltag und alles, was seit Ende Mai so bei uns los war! Keine Angst, es war alles andere als langweilig bei uns! 😉

Ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt euer geniales Sommerwetter! Ich muss zugeben, ich bin gerade ziemlich neidisch auf euch! Ich wünsche euch jetzt schonmal einen schönen Ferienstart (geht ja Ende dieser Woche los), genießt die freie Zeit und den Urlaub! Und meldet euch mal wieder 🙂

Ganz liebe Grüße aus Neuseeland!

Eure Susi

Two Germans on tour part 5: Taupo

Hallo liebe Leser, heute erzähle ich euch von unseren „Abenteuern“ in Taupo, wo wir zwei Tage verbrachten, und hier war uns der Wettergott endlich wirklich wohl gesonnen – im wahrsten Sinne des Wortes!

Wir starteten nach Frühstück und Packen in Turangi, heute war Tibor der Chauffeur, so dass ich mich zu 100% dem wunderschönen Seepanorama hingeben konnte, denn es ging 55km immer am Ufer des Lake Taupo entlang bis nach Taupo.

In Taupo angekommen, gönnten wir uns erstmal einen leckeren Kaffee an der Uferpromenade in der Sonne – endlich Urlaubsgefühle!! Der Morgen hatte zwar richtig kühl angefangen, aber in der Sonne wurde es jetzt schön warm!

Da wir erst am Nachmittag in unserer Unterkunft einchecken konnten, nutzten wir die Zeit und fuhren ein paar Kilometer aus Taupo heraus zum Geothermal „Craters of the Moon“. Ich war ja schon 2019 dort und wusste, was uns erwartete, aber Tibor war völlig geflasht von dem Anblick: Überall dampfte, zischte und blubberte es, und die Landschaft, die hier von Vulkanaktivität erschaffen wurde, ist faszinierend, auch beim zweiten Mal noch 🙂

Tibor beim Studieren der Infotafeln nahe des Eingangs.
Na das klang ja gefährlich!
Boardwalk zur Hölle 😉

Mud pools.
Panoramablick vom Lookout Loop.
Jede Menge Lärm und Dampf – faszinierend!

Unser nächster Stop war bei den nicht weit entfernten Huka Falls. Musste ich mir bei meinem letzten Besuch den Anblick noch mit tausenden Menschen (buchstäblich!) teilen, hatten wir die Wasserfälle heute fast für uns allein – der Gegensatz war wirklich krass! Aber die Grenzen haben gerade erst wieder aufgemacht, und im Winter ist Neuseeland für die meisten Bewohner der nördlichen Hemisphäre einfach nicht sehr attraktiv, was ich voll nachvollziehen kann! Und so genossen Tibor und ich die Abwesenheit von Touristen und machten uns auf Bilderjagd. Hier eine Auswahl meiner Beute:

Schild in der Nähe des Mountainbike-Parks „Crater of the Moon“.
Erster Blick von oben auf den Waikato River und die Huka Falls.
Auf dieser Brücke drängeln sich zu Normalzeiten die Menschenmassen – Tibor hatte sie ganz für sich allein.
Blick auf Brücke und Huka Falls von etwas weiter stromabwärts.
Blick von der Brücke auf die Wassermassen, die sich durch die Felsen graben.
Flussabwärts wird der Waikato River weiter und ruhiger.

Nach all diesen Eindrücken brauchten wir eine Pause, und so machten wir uns auf den Weg zurück nach Taupo und checkten in unserer neuen Bleibe für die nächsten zwei Nächte ein – was für ein Luxus!! Wir hatten zwei Schlafzimmer, zwei Badezimmer, Küche, Wohnzimmer und Balkon – jede Menge Platz! Und das auch noch direkt am Ufer des Lake Taupo und nahe beim Stadtzentrum! Tibor war überglücklich über die luxuriöse Unterkunft nach den für ihn doch eher spartanischen Motels die Nächte zuvor. Hier ein Eindruck:

Nach kurzer Erholungspause zogen wir los, um uns Taupo ein wenig anzuschauen. Ich mag Taupo sehr, auch wenn es sehr touristisch ist, aber die Lage am See ist einfach toll, und an klaren Tagen sieht man am anderen Ufer die Vulkane des Tongariro National Park. Außerdem gibt es jede Menge nette Cafés und Restaurants, einen schönen Yachthafen und jede Menge Kleinigkeiten in der Stadt zu entdecken, aber seht selbst:

Golfen am/im See – heute ohne Blick auf die Vulkane, die von Wolken umhangen waren.
Zum Schluss gab es noch einen Kaffee mit Seeblick – auch hier war es sehr leer!

Zum krönenden Abschluss dieses Tages lud mich Tibor zum Essen in ein feines Restaurant ein. Das Essen war köstlich, der Wein sehr gut und die Stimmung gelöst und urlaubsmäßig – ein perfekter Abend!

Auch wenn Tibor hier etwas grimmig drein schaut, bin ich sicher, dass er den Abend genossen hat 🙂
Die Bar in dem Restaurant – und unser Essen.

Der nächste Tag startete zwar eiskalt, aber wunderschön – und die Vulkane zeigten sich in ihrer ganzen Pracht:

Blick über „Golfinsel“ und Lake Taupo zum Tongariro National Park.
Die drei Vulkane: Mt Ruapehu, Mt Ngauruhoe und Mt Tongariro (Foto copyright by Tibor).

Heute stand zuerst ein schnelles Shopping im Sportgeschäft auf dem Programm, wo Tibor nach Sneakers und ich nach Laufschuhen schauten – erfolgreich, wie ihr hier sehen könnt! Jetzt müssen nur noch meine Knie wieder mitspielen, dann kann ich endlich wieder regelmäßig laufen gehen!

Meine Shopping-Ausbeute 🙂
Tibor beim wohlverdienten Kaffee in der Sonne.

Als nächstes stand eine Wanderung entlang des Waikato Rivers auf unserem Programm, und inzwischen hatte es sich merklich aufgewärmt, so dass wir im T-Shirt wandern konnten. Wir starteten von unserer Unterkunft aus am See entlang bis zur Mündung des Waikato Rivers, vorbei am Yachthafen, und dann immer am Fluss entlang Richtung Huka Falls. Hier ein paar Fotos:

Auf dem Rückweg erhaschten wir dann nochmal einen Blick auf die Vulkane:

Letzter Blick auf die Vulkane – sie sahen ganz nah aus!

Abends erholten wir uns in den Wairakei Thermal Pools von den Strapazen unserer Wanderung – ein Traum! (Fotos copyright by Tibor)

Müde und vom heißen Wasser völlig tiefenentspannt fielen wir abends in unsere Betten. Am nächsten Morgen ging es für uns weiter nach Rotorua, aber davon mehr im nächsten Blogbeitrag.

Bis dahin macht es gut und bleibt gesund!

Eure Susi

Two Germans on tour part 4: Tongariro National Park

Hallo liebe Leser, heute berichte ich euch von unseren Abenteuern im Tongariro National Park. Dieser Tag war einer der eindrucksvollsten auf unserer Tour, ich hoffe, die Bilder bringen das ein wenig rüber. Hier unsere geplante Tour, einmal rund um den Tongariro National Park herum, und natürlich nach Whakapapa Village, also auch hinein und ein bisschen einen Vulkan hinauf:

Unsere Tagestour für den Tongariro National Park.

Morgens frisch gestärkt nach unserem Frühstück machten wir uns auf Richtung Vulkane, in der Hoffnung, sie heute auch wirklich zu Gesicht zu kriegen. Das Wetter in Turangi und auf den ersten Kilometern unserer Tour jedenfalls bestärkte unsere Hoffnungen:

Strahlend blauer Himmel an einem kühlen Tag – es hatte 9 Grad, als wir starteten.

Leider sah es, je näher wir den Vulkanen kamen, anders aus, hier hingen die Wolken sehr tief und verhüllten (mal wieder) den Blick auf die Berge…

Blick hinein ins Vulkangebiet, man kann den schneebedeckten Fuß des höchsten Berges, des Mount Ruapehu, erkennen.

Unsere Absicht war es, wenigstens einen kurzen Hike zu machen, und so fuhren wir auf einer holprigen Schotterpiste zum Startpunkt des Tongariro Crossings. Nicht, dass wir vor hatten, den ganzen Hike zu machen, dafür waren wir nicht ausgerüstet, denn dazu hätten wir Winterausrüstung inklusive Steigeisen usw. mitbringen müssen, aber wir hofften auf ein paar Kilometer entlang des Tals. Leider war es dann aber viel zu kalt für das, was wir an hatten, denn obwohl das Thermometer 10 Grad anzeigte, war es mit dem Wind, der hier ziemlich eisig pfiff, gefühlt unter 0 Grad, und das schon am Startpunkt! Und so sahen wir uns nur kurz am Start um und genossen die wilde Vulkan-Landschaft, bevor wir völlig unterkühlt wieder ins warme Auto stiegen. Solltet ihr die Chance haben, diesen Hike mal zu machen, es lohnt sich auf alle Fälle! Ich habe ihn im März 2019 gemacht, und es war super, auch wenn ich nur ca eine halbe Stunde gute Sicht (für gute Fotos) hatte. Falls es euch interessiert, scrollt einfach zurück in meinem Blog und schaut euch die Fotos an :-).

Schotterpiste zum Startpunkt des Tongariro Crossings.
Tibor am Unterstand beim Start.
Und hier geht er los, der Hike – leider nicht für uns an diesem kalten Tag.

Weiter ging es zum Whakapapa Village, einem Skiort am Fuß des Mount Ruapehu. Bevor man in das Dorf reinfährt, erblickt man schon von Weitem das berühmte, 1929 erbaute Chateau Tongariro Hotel:

Da die Wintersaison noch nicht angefangen hatte (wir waren dafür 2-3 Wochen zu früh), war es sehr ruhig rund um das sonst mit Skifahrern (und im Sommer Wanderern) wimmelnde Gebiet. Wir stoppten am Visitor Center und sahen uns die Ausstellung an, bevor wir die Straße zum Skigebiet hochfuhren.

Plan vom Whakapapa Village.
Maori-Kunstwerk am Eingang des Visitor Centers.
So sieht der Tongariro National Park bei klarem Wetter von oben aus, in der Mitte der aus „Herr der Ringe“ bekannte „Schicksalsberg“, mit richtigem Namen Mount Ngauruhoe (fragt mich nicht, wie man das ausspricht ;-)).
Hier nochmal als beschriftetes Winterpanorama – wirklich sehr eindrucksvoll!
Auf dem Weg zum Ski field.
Der Blick von oben ins Tal.
Oben angekommen, und ein klein wenig vom Vulkan und dem Skigebiet kann man sehen.
Bis auf 1650m kann man hinauf fahren, danach gehts nur noch mit dem Skilift weiter. Der Vulkan selbst ist 2797m hoch.Und glaubt mir, die angezeigten 6 Grad fühlten sich wegen des Windchills wie -6 Grad an!
Skifahren auf einem Vulkan ist schon irgendwie irre – muss ich unbedingt ausprobieren, wenn die Saison eröffnet ist!

Leider war der Skilift hoch auf den Gipfel noch nicht in Betrieb, da wäre ich schon gerne hochgefahren. So machten wir uns durchgefroren wieder auf den Weg ins Tal und beschlossen, uns im Chateau Tongariro einen Kaffee zu gönnen und uns aufzuwärmen. Es ist schon ein beeindruckendes Gebäude in einer tollen Lage! Hier ein paar Eindrücke:

Gesättigt und aufgewärmt setzten wir unsere Tour rund um den Nationalpark fort. Leider hingen die Wolken fest in den Vulkanen und weigerten sich standhaft, sich weg zu bewegen. Trotzdem boten sich uns schöne Blicke über eine faszinierende Landschaft:

Wir fuhren durch den Skiort Ohakune, der sehr nett aussah, aber entschieden uns, nur durchzufahren und nicht zu halten. Unser nächstes Ziel war die Desert Road, die uns auf der Ostseite des Tongariro National Parks an den Vulkanen entlang wieder zurück nach Turangi bringen würde. Und was für eine tolle Landschaft sich uns bot! Das war das absolute Highlight dieses Tages! Die Desert Road hat ihren Namen nicht von ungefähr, man sieht weit und breit kein Zeichen von Leben, dafür nur Weite, blauen Himmel, Steppe und Berge in der Ferne:

Desert Road.
Weit und breit nur der Himmel, Steppe und ein paar Strommasten.
… und ein paar Hügel in der Ferne.

Und dann sahen wir ihn endlich – den Mount Ruapehu! Anscheinend hingen die Wolken nur auf der Westseite fest. Um ein bisschen näher zu kommen, fuhren wir auf eine Dirt road, die zum Tukino Skifield führt. Dank Allrad war die Piste kein Problem, wir fuhren aber trotzdem nicht allzu weit in die Pampa hinein.

Da war er, in all seiner Schönheit – Mount Ruapehu.
Sehr beeindruckend!
Der deutsche Tourist. Wir machten hunderte von Bildern!

Leider versteckten sich Mount Tongariro und Mount Ngauruhoe, der Schicksalsberg, weiterhin vor uns. Und so wurde der Ring, sie alle zu knechten, dieses Mal leider nicht im Vulkan entsorgt…

Ganz schwach konnte man die Umrisse des Schicksalsberges in den Wolken erahnen (Foto von Tibor)
… aber das war uns zu unheimlich, und so nahmen wir den Ring einfach wieder mit! 🙂 (Foto von Tibor).

Müde, aber glücklich und immer noch beeindruckt von der Schönheit des Tongariro National Parks kamen wir abends wieder in Turangi an. Da wir den ganzen Tag überwiegend im Auto gesessen hatten, beschlossen wir, einen Abendspaziergang zu machen, um wenigstens noch ein bisschen Bewegung zu haben. Wir fanden den Tongariro River Trail, der sich idyllisch am Fluss entlang schlängelt. Doch nicht nur der Fluss, auch der Abendhimmel bot schöne Fotomotive:

Nicht sicher, was man durch diesen Bilderrahmen sehen soll… die Tankstelle vielleicht?!?

Nach einem langen, eindrucksvollen Tag kamen wir wieder im Hotel an und fielen nach dem Abendessen müde aber glücklich in unsere Betten. Hier noch ein paar Bilder von unserem Motel-Apartment:

Am nächsten Tag wollten wir nach Taupo weiterfahren, aber das erzähle ich euch im nächsten Blogbeitrag. Bis dahin macht es gut und bleibt gesund!

Eure Susi

Two Germans on tour part 3: Mount Taranaki, Stratford, Forgotten World Highway

Hallo liebe Leser, im dritten Teil unserer Reise ging es von New Plymouth nach Stratford und über den „Forgotten World Highway“ bis nach Turangi. Bisher hatten wir ja wirklich Pech, was den Mount Taranaki angeht – keine Spur zu sehen von ihm, was uns schon frustrierte! Tibor brachte das in seinen selbst gezeichneten Postkarten gut zum Ausdruck:

Postcard made (and copyright by) Tibor.

An unserem letzten Tag war uns das Glück dann jedoch endlich hold: unseren Augen bot sich der unglaubliche Anblick des Vulkans Mount Taranaki (oder auch als Mount Egmont bekannt), als wir aus New Plymouth raus und in Richtung Mount Egmont Visitor Center fuhren:

Finally!!! Mount Taranaki am Horizont!
Was für ein atemberaubender Anblick!

Wir genossen den Anblick, auf den wir die letzten 4 Tage vergeblich gewartet hatten, in vollen Zügen, es ist wirklich ein toller Berg! Doch leider zogen relativ schnell wieder Wolken davor, so dass wir den Vulkan eine halbe Stunde später vom Mount Egmont Visitor Center nicht mehr sehen konnten. Egal, wir waren überglücklich, ihn überhaupt gesehen zu haben! Im Visitor Center nahmen wir uns ein wenig Zeit, die liebevoll erstellte kleine Ausstellung anzuschauen.

Mount Egmont Visitor Center.
Im kleinen Museum des Visitor Centers.

Von dort brachen wir zu einer kleinen Wanderung durch einen echten Zauberwald auf – es war der Hammer! Wir machten gefühlte zweitausend Bilder, weil die mit Moos bewachsenen Bäume einfach so fantastisch aussahen! Aber seht selbst, hier eine kleine Auswahl aus den zweitausend Bildern 😉

Ausblick vom Visitor Center ins Tal Richtung Meer.
Der Start unserer Wanderung.
Tibor im Zauberwald.
Wunderschön!
Winzig kleine Pilze wuchsen dank der Feuchtigkeit auf den Blättern.
Im Sonnenschein noch viel schöner!

Nach der Wanderung machten wir uns auf den Weg nach Stratford, der Shakespeare-Stadt, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten. Dieses kleine Städtchen ist so Shakespeare-begeistert, dass man auf Schritt und Tritt Zeugnissen davon begegnet:

Ansonsten gab es hier nicht viel zu sehen, so dass wir nach einem Rundgang und einer Tasse Kaffee in einem kleinen Café nur noch schnell den Supermarkt aufsuchten, um uns mit Zutaten für unser Abendessen zu versorgen, und uns dann aufmachten in das für diese Nacht gebuchte Motel etwas außerhalb der Stadt.

Der schwrazwäldlerisch anmutende Clock tower, der fünfmal am Tag ein Glockenspiel aus „Romeo and Juliet“ erklingen lässt.
Stratford Innenstadt – tatsächlich „Broadway“ genannt 🙂

Am nächsten Morgen brachen wir nach dem Frühstück auf Richtung Highway 43, dem berühmten „Forgotten World Highway“. Den hätte ich eigentlich in meinem Sabbatjahr mit dem Fahrrad fahren wollen, aber da hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, es regnete zwar nicht, aber es war grau in grau und ziemlich kalt, was uns nicht gerade dazu motivierte, uns viel rund um den Highway anzuschauen. Die Landschaft war trotzdem echt schön, was aber auf den Bildern wegen des grauen Wetters nicht so herauskommt:

Am frühen Morgen sah das Wetter noch ganz gut aus, so dass wir den Mount Taranaki nochmal zu Gesicht bekamen.
Landschaft kurz nach Stratford.
Am Strathmore Saddle: Letzter Blick über die Hügel auf den in der Ferne hinter Wolken verschwindenden Mount Taranaki.
Bye bye, Mount Taranaki!
Was man unterwegs nicht alles findet: Zum Trocknen aufgehängte Schweinshaut, die bestialisch stank!

Die Hauptattraktion entlang des Forgotten World Highways ist die Republik „Whangamomona“, die sich als Reaktion auf die geänderten Gebietsgrenzen zwischen der Taranaki Region und der Manawatu-Whanganui Region 1989 zur unabhängigen Republik erklärte. Man kann dort einen Pass der Republik bekommen oder seinen eigenen stempeln lassen. Bisherige Präsidenten waren neben tatsächlichen (menschlichen) Einwohnern auch eine Ziege und ein Hund, und alle zwei Jahre wird im Januar der „Republic Day“ gefeiert.

Das Begrüßungsschild am Eingang der Republik.
Blick auf das berühmte Hotel in Whangamomona.
Ob er wohl auch schonmal Präsident der Republik war?

Natürlich wollten wir unseren Pass stempeln lassen, und da wir auch ein wenig hungrig waren, kehrten wir im Hotel Whangamomona ein, das gleichzeitig Hotel, Pub und Immigration Office ist. So bekamen wir neben Mince Pie auch einen Stempel der Republik Whangamomona. Das Hotel war sehr interessant eingerichtet:

Pub, Hotel und Immigration Office in einem.

Gut gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg, nicht ohne von der Republik gebührend verabschiedet zu werden:

Bye bye, Whangamomona!
Aussicht vom Tahora Saddle, bei klarem Wetter kann man die Berge des Tongariro National Park sehen – leider nicht an diesem Tag.

Unterwegs muss man durch den Moki Tunnel fahren, einen sehr engen (dafür hohen), unbeleuchteten Tunnel:

Inzwischen ist fast der gesamte Highway asphaltiert, nur ein 12 km langes Teilstück zur Tangarakau Gorge ist Schotterweg und voller Schlaglöcher, so dass es einem deutlich länger vorkommt. Der Weg durch die Schlucht ist allerdings sehenswert! Wir machten noch einen kurzen Zwischenstop am Grab von Joshua Morgan, der bei der Planung dieser Straße 1893 im Alter von nur 35 Jahren an Peritonitis starb, zwei Jahre bevor die Straße fertig gebaut war.

Schotterstraße, die hier gar nicht so schlimm aussieht, wie sie zeitweise war.

Tangarakau River.
Schafherde kurz for Taumaranui.
Interessantes Denkmal in Taumaranui.

Das letzte Stück unseres Weges von Taumaranui nach Turangi führte uns nördlich am Tongariro National Park vorbei, und natürlich hatten wir gehofft, schonmal einige Blicke auf die Vulkane Mt Tongariro, Mt Ruapehu und Mt Ngauruhoe zu erhaschen, aber da hatten wir mal wieder Pech! Unser „Ausblick“ von der Aussichtsplattform:

Wie man sieht, sieht man nichts.
Egal, dann fotografieren wir halt das einzige, was man sehen kann – uns!

Je näher wir Turangi kamen, desto besser wurde die Sicht, so dass wir wenigstens einen schönen Blick auf Lake Taupo hatten:

Nach einem langen Roadtrip kamen wir irgendwann doch noch in Turangi an, checkten in unserem Motel ein, und zogen los, um ein Restaurant für unser Dinner zu finden. Doch leider hatte an diesem Tag alles geschlossen bis auf den indischen Pizzaladen. Wir waren so hungrig, dass uns das auch egal war – wie schlimm kann eine Pseudo-italienische Pizza vom Fast Food Inder schon sein?!?

Italienische Pizza vom Inder – schaut etwas merkwürdig aus, war aber essbar, wenn auch nicht die beste Pizza, die wir je gegessen haben.

Müde, satt und zufrieden sanken wir danach in unsere Betten. Am nächsten Tag stand der Tongariro National Park auf unserem Programm, aber davon berichte ich euch dann im nächsten Blogbeitrag!

Bis dahin macht es gut!

Eure Susi

Two Germans on tour part 2: New Plymouth

Hallo liebe Leser, heute also der zweite Teil unseres Neuseeland-Road-Abenteuers: In New Plymouth angekommen, mussten wir erstmal unser Apartment finden, das wir online reserviert hatten, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, da es in einem Hinterhof lag. Dort angekommen, waren wir angenehm überrascht über die Größe und Einrichtung, außerdem war die Lage optimal, es waren nur ein paar hundert Meter bis in die Innenstadt. Hier ein paar Bilder unserer Bleibe für die nächsten drei Tage:

Wir richteten uns ein, tranken ein Tässchen Tee und zogen dann los, um uns die Innenstadt ein wenig anzuschauen und ein Restaurant für unser Abendessen zu finden. Leider war das Wetter ziemlich bescheiden, der Wind heulte durch die Straßen und es regnete immer mal wieder. Ein paar Eindrücke aus der Innenstadt:

Auch hier fanden wir ein paar Kuriositäten:

Offensichtlich werden hier Babies hergestellt.
Ich wusste nicht, dass es auch fleischbasierte vegetarische Kost gibt 🙂
„Ich nehme dann Menü 1 und einmal eine arranged marriage“ 🙂

Auch Straßenkunst gab es hier wieder reichlich zu sehen. Hier nur eine kleine Auswahl:

Da das Wetter echt bescheiden und außerdem recht kalt war, beschlossen wir, die Zeit lieber irgendwo im Warmen, Trockenen zu verbringen, und am besten mit Essen und Trinken. Wir fanden die echt coole kleine Brauerei „Three Sisters“, wo uns der nette französische Kellner erstmal alle Biersorten durchprobieren ließ, bevor wir uns entscheiden mussten. Normalerweise mag ich Bier ja gar nicht, aber es gab ein paar Sorten, die echt lecker schmeckten (nämlich nicht sehr nach Bier). Ich entschied mich für „Stonefruit Milkshake“, das tatsächlich nach Milchshake schmeckte, und dazu noch 8% Alkohol hatte! Tibor nahm ein Stout, und natürlich mussten wir dazu auch was essen, und da uns Guillaume den Blumenkohl in Bierteig ans Herz legte, nahmen wir den auch – sehr lecker!!

Die Bar in der „Three Sisters Brewery“.
Hier kann man dem Brauer bei der Arbeit zuschauen.
Lecker Blumenkohl im Bierteig – genau richtig, um den Alkohol etwas zu neutralisieren!

Ein wenig später kam eine ganze Gruppe Frontera-Mitarbeiter auf Betriebsausflug herein und wir kamen ins Gespräch, so dass sich ein paar von ihnen spontan zu uns setzten und wir ein paar nette Stunden miteinander verbrachten. So kam ich auch noch in den Genuss eines zweiten (nicht nach Bier schmeckenden) Bieres, dieses Mal mit Pflaumen-, Aprikosen- und Kirschgeschmack, sehr lecker (und wieder 8% Alkohol) – ich war danach gut drauf 😉

So schnell findet man neue Freunde – die Frontera-Gruppe.

Ein paar Stunden später wankten wir satt, glücklich und ein klein wenig angetrunken zu unserer Bleibe zurück und fielen in unsere Betten.

Am nächsten Tag wollte ich auf alle Fälle einen Teil des Coastal Walkways an der Küste entlang machen, vorher sahen wir uns noch das Gebäude der Gowett-Brewster-Gallery, den Clock Tower und die Taranaki Cathedral Church of St. Mary, die älteste Steinkirche in Neuseeland, an:

Die imposante Fassade der Gowett-Brewster Art Gallery…
… die man hervorragend für Spiegelfotos mit uns und Clock Tower nutzen konnte.
Das der Art Gallery gegenüberliegende historische Gebäude im Kolonialstil, zusammen mit Clock Tower.
Taranaki Cathedral Church of St. Mary...

Danach liefen wir zum Marsland Hill Reserve, in der Hoffnung, heute Mount Taranaki zu Gesicht zu bekommen, aber seht selbst:

Wenn man genau hinschaut, kann man im Hintergrund den Fuß des Vulkans sehen, aber das wars dann auch schon!
Immerhin gab es von dort schöne Ausblicke über die Stadt und dieses War Memorial zu sehen.

Enttäuscht (und auf später oder den nächsten Tag hoffend) machten wir uns auf den Weg zurück durch die Stadt und ans Meer, zum Coastal Walkway, der sich über 13 km an der Küste entlang erstreckt. Wir wollten einen Teil davon laufen, zur berühmten Te Rewa Rewa Bridge, und danach durch die Stadt wieder zurück. Das Wetter blieb durchwachsen und windig, so dass wir zwischendurch immer mal wieder nass wurden. Der Walkway ist echt schön, neben Ausblicken aufs Meer kann man immer mal wieder ein Kunstwerk bewundern, und auch die Landschaft ändert sich zwischendurch. Hier ein paar Eindrücke unserer Wanderung:

The Wind Wand – eine 48m hohe Glasfaserskulptur von Len Lye, die sich im Wind bewegt.
Immer am Meer entlang, teilweise war das Wetter sogar gut.

Vom Wetter geformte Felswände.
Es gab tatsächlich ein paar verrückte Surfer, die bei dem krassen Wind über die Wellen rasten.
Ich weiß ja nicht, ob ich meinen Hund hier anbinden würde…
Kurz dem Regen und Wind entkommen: Tibor bei Kaffee und Kuchen mit Blick aufs Meer.
Und weiter ging es auf dem Coastal Walkway Richtung…
… Te Rewa Rewa Bridge. Da braute sich schon das nächste Unwetter zusammen.
Die Brücke ist echt beeindruckend…
… hier mit Regenbogen. Aber eigentlich hätte man Folgendes sehen sollen:
Den Mount Taranaki. Doch da sich dieser die meiste Zeit in Wolken versteckt, hat man für die armen Menschen, die ihn nicht zu Gesicht bekommen, ein großes Poster davon nahe der Brücke aufgestellt, so dass man mit ein bisschen Schummeln dieses berühmte Foto selbst machen kann.
Coole Wandmalerei an einer Garage.

Völlig durchnässt und kaputt (ich zumindest) kamen wir wieder in unserer Ferienwohnung an. Ich brauchte erstmal eine heiße Dusche, einen heißen Tee und eine Pause, Tibor war ausgehungert nach Kultur und zog gleich wieder los, um sich die Art Gallery anzuschauen. Wir trafen uns später wieder in der Innenstadt, wo wir uns heute ein Thai Restaurant für unser Dinner ausgeguckt hatten. Doch zuvor gab es einen schönen Sonnenuntergang überm Meer zu sehen:

Beautiful sunset.

Auch an unserem letzten Tag in New Plymouth hegten wir die, inzwischen zugegebenermaßen schwache Hoffnung, endlich Mount Taranaki zu Gesicht zu bekommen, und wieder wurden wir enttäuscht. Das Wetter war zwar besser als die letzten zwei Tage, trotzdem verharrten die Wolken hartnäckig um den Vulkan herum. Heute wollten wir zunächst den Te Henui Walkway laufen und uns danach den Pukekura Park anschauen. Beides war echt sehenswert! Aber seht selbst:

Entlang des Te Henui Walkways gab es Infotafeln zur Geschichte rund um den Te Henui River zu sehen.

Vom Ende des Walkways machten wir uns auf zum Pukekura Park, dessen Eingang irgendwie gar nicht so einfach zu finden war… aber wir schafften es irgendwann doch. Der Park ist sehr schön angelegt, und viele Bäume und Pflanzen sind beschildert, so dass man jede Menge über die Pflanzen dort lernen kann.

Bewachsener Baum.

Müde und erschöpft machten wir uns nach einem langen Tag mit etlichen zurückgelegten Kilometern auf den Heimweg. Dort begegnete uns noch dieser lustige kleine Kerl, der auf einer Mauer saß:

Den Abend verbrachten wir bei einem selbstgekochten Abendessen mit leckerem Wein daheim. Am nächsten Tag wollten wir zuerst zum Mount Taranaki/Egmont National Park Visitor Center fahren (in der Hoffnung, den Vulkan endlich zu sehen, wenn wir schon halb oben sind) und danach zu unserer nächsten Unterkunft in Stratford. Aber das lest ihr dann im nächsten Blog. Bis dahin macht es gut!

Eure Susi

Two Germans on tour part 1: Whanganui

Hallo liebe Leser, hier nun der erste Teil unserer knapp zweiwöchigen Neuseeland-Tour, auf der wir selbstverständlich nur einen kleinen Teil der Nordinsel sehen konnten. Danach fuhr Tibor alleine weiter, um auch den hohen Norden der Nordinsel zu sehen. Hier unsere gemeinsame Tour, die Städte, in denen wir übernachteten, sind rot markiert:

Unsere Gesamtroute auf einen Blick (ohne die Ausflüge von den jeweiligen Unterkünften aus).

Dank Paddy’s Einsatz als Automechaniker konnten wir also wie geplant am Donnerstag morgen, den 19.05., in unser Abenteuer starten. Für Tibor war es gleichzeitig die erste Autofahrt in Neuseeland, also das erste Mal fahren auf der „falschen“ Seite, was er jedoch souverän meisterte:

Tibor bei seiner „Neuseeland-Jungfernfahrt“ im Pajero, im Hintergrund die Ruahine Ranges.

Zunächst war uns auch das Wetter wohl gesinnt, so dass wir bei strahlendem Sonnenschein (heil) an unserem ersten Ziel ankamen: Whanganui. Nach einem kurzen Spaziergang und Lunch in einem Café machten wir uns auf den Weg in unser Motel, checkten ein und zogen dann wieder los, um die Stadt genauer zu erkunden. Leider waren inzwischen Wolken aufgezogen, so dass wir zwischendurch ein wenig nass wurden. Trotzdem genossen wir unsere Sightseeing Tour, und den heftigsten Regenguss saßen wir in einem Café bei einem aromatischen Heißgetränk aus. Hier ein paar Eindrücke von Whanganui:

Eingang zu „Cooks Gardens“, einem Sportkomplex, mit Denkmal für den Neuseeländer Peter Snell, den dreimaligen Olympiasieger über 800 und 1500m.

In Whanganui gibt es jede Menge Wandmalereien, quasi in jeder Straße findet man mindestens eine, und die meisten sind sehr gut. Hier ein paar Beispiele:

Der Whanganui River, unser Motel war direkt am Fluss. Da war das Wetter noch schön…

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zu einem von nur zwei Aufzügen in der Welt, die zwei Stadtteile miteinander verbinden (der andere ist in Portugal). Hier ist der Aufzug in den Berg gebaut, d.h. man muss zuerst durch einen Tunnel zum Eingang des Aufzugs laufen.

Das wäre die Alternative zum Aufzug (das ist nur die erste Treppe) – da gehts ziemlich steil hoch…
Der Tunnel zum Lift – erinnert ein wenig an den alten Elbtunnel in Hamburg. Und er hatte ein tolles Echo!
Das Innere des Aufzugs war ziemlich feudal, verglichen mit heutigen Aufzügen. So sahen Lifts wohl 1916 aus.

Der Blick von oben über Whanganui war echt schön, nur leider spielte jetzt das Wetter nicht mehr mit. Es regnete und windete, so dass es für uns ein relativ kurzes Abenteuer oben auf dem Berg wurde, es war einfach zu ungemütlich! Außerdem war die Sicht leider nicht so toll, eigentlich hätten wir von hier aus schon den Mount Taranaki sehen sollen…

Dieser Turm stand hinter dem Aussichtspunkt auf dem Aufzugshäuschen. Auch den hätten wir erklimmen können, verzichteten aber wegen des Regens darauf.
Zum Glück war Tibor für alle Wetter gerüstet 🙂

Danach brauchten wir erstmal einen heißen Kaffee, und so machten wir uns auf den Weg zurück in die Innenstadt.

Im Trockenen und Warmen!

Bei dem Wetter war uns nicht mehr zum Ausgehen zumute, so dass wir auf dem Heimweg am Supermarkt vorbei gingen und uns was fürs Abendessen mitnahmen. Dann machten wir es uns in unserem Zuhause für diese Nacht gemütlich, während draußen der Wind und der Regen tobten.

Am nächsten Morgen packten wir unser Zeug, luden es ins Auto und machten uns auf den Weg in die Innenstadt, um dort ein nettes Café für unser Frühstück zu finden. Leider war das, was wir uns am Vortag ausgesucht hatten, wegen Personalmangel geschlossen, aber wir fanden ein anderes, sehr nettes Café mit leckerem Kaffee und Scones bzw. Kuchen.

Unser leckeres Frühstück.

Frisch gestärkt ging es nun auf dem Surf-Highway an der Küste entlang Richtung New Plymouth, unserer nächsten Station. Heute war ich der Fahrer, das Wetter war alles andere als schön, es war sehr windig und zwischendurch regnete es immer mal wieder heftig. Wir legten einen kurzen Stop in Opunake ein und fanden dort einige schöne Fotomotive:

Ausblick auf die aufgewühlte See.
Statue von Peter Snell, der dreimalige Mittelstrecken-Olympiasieger, der in diesem Ort geboren wurde.

Nach der kurzen Pause ging es weiter auf dem Surf-Highway, immer in der Hoffnung, dass sich die Wolken doch noch lichten und wir einen Blick auf den Mount Taranaki erhaschen würden. Doch leider tat uns das Wetter diesen Gefallen nicht, der „Ausblick“ auf den Vulkan sah so aus:

Irgendwo hinter den kleinen Hügeln steckt Mount Taranaki in den Wolken.

In den Outskirts von New Plymouth angekommen, wurde das Wetter etwas besser, und wir stoppten kurz, um einen Blick aufs Meer und den Coastal Walkway zu erhaschen, bevor wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage machten.

Blick Richtung Hafen, im Vordergrund der Coastal Walkway.
Blick die Küste nach Norden entlang, das Meer war ziemlich rau heute.

Was wir so alles in New Plymouth anstellten, schreibe ich euch im nächsten Blogbeitrag. Bis dahin macht es gut, bleibt gesund und weiterhin viel Erfolg bei den Abikorrekturen an meine Lehrerfreunde 🙂

Eure Susi

Ein deutscher Tourist in Waipawa (und Umgebung)

Hallo liebe Leser, inzwischen ist es nun schon drei Wochen her, dass Tibor bei uns in Waipawa war, aber trotzdem möchte ich euch unsere gemeinsamen Tage hier nicht vorenthalten, denn wir haben ein paar echt coole Dinge gemacht – und es war sooo schön, endlich jemanden aus meiner Heimat hier haben zu können! Die ersten Tage hatte er noch ein wenig mit Jetlag zu kämpfen, weswegen der gemütliche Start in sein Neuseeland-Abenteuer wahrscheinlich nicht das schlechteste war. Die Vormittage hatte er ganz für sich, da Paddy und ich mit Cleaning beschäftigt waren, und ab mittags sind wir dann zusammen losgezogen.

Die erste Tour, die wir machten, war nach Pourerere Beach, unserem „Hausstrand“, der eine halbe Autostunde entfernt ist. Am Morgen hatte es noch geregnet, aber dann kam die Sonne raus, so dass wir dachten, dass das Wetter perfekt sei. Doch in Pourerere angekommen, mussten wir feststellen, dass hier die Wolken noch tief hingen, was jedoch für coole Fotos sorgte. So hatte ich den Strand noch nie gesehen:

Tief hängende Wolken und Nebel in Pourerere.
Eine ganz spezielle Atmosphäre – a little creepy.
Tibor beim Muscheln-Sammeln, und es begann aufzuklaren, der erste Fetzen Blau am Himmel.
Strand-Impressionen.
Und dann klarte es doch noch auf.

Wieder zuhause angekommen, kochte Tibor ein indisches Dal für uns, seeeeehr lecker!!! Das aßen wir über die nächsten drei Tage, da er etwas mehr gekocht hatte, was wir echt genossen, mussten wir doch nicht so schnell wieder kochen 😉

Leckeres Abendessen!!

Der nächste Tag startete sonnig und warm (dafür dass hier inzwischen Winter ist) – die Temperaturen gingen hinauf bis 24 Grad! Tibor und ich machten uns früh auf den Weg in die Art-Deco-Stadt Napier, die ca 60 km entfernt ist. Ich mag Napier sehr, fast die gesamte Innenstadt wurde nach einem Erdbeben 1931 im Art-Deco-Stil wieder aufgebaut, und liegt malerisch zwischen Hügeln direkt am Meer. Außerhalb der Innenstadt schmiegen sich die Häuser an die Hügel, und von vielen von ihnen muss man grandiose Ausblicke haben. Wir starteten unsere Sightseeing Tour am Meer an der Marine Parade und liefen dann ein wenig in der Innenstadt herum.

Morgenstimmung am Strand von Napier.
Der deutsche Tourist, immer mit Kamera im Anschlag 😉