259 Tage ohne Paddy…

Inzwischen haben Paddy und ich uns seit 259 Tagen (oder 37 Wochen oder 9,5 Monaten) nicht mehr gesehen, nicht mehr in den Armen gehalten oder geküsst. An manchen Tagen ist es unglaublich schwer, das zu ertragen und man möchte sich nur verkriechen und den ganzen Tag weinen, an anderen Tagen ist es etwas besser, aber das Vermissen ist immer da und nimmt einem jegliche Motivation, irgendwas Sinnvolles zu tun oder an dem, was man sonst so gerne macht, viel Freude zu empfinden. Zum Glück sind Paddy und ich gut darin, uns gegenseitig aufzumuntern, und meistens geht es uns nicht beiden gleichzeitig richtig schlecht, aber es ist schwer zu ertragen, den anderen traurig und niedergeschlagen vor dem Computer zu sehen und ihn nicht in den Arm nehmen zu können. Und weiterhin kein Ende in Sicht…

Immerhin gibt es kleine Fortschritte in Neuseeland, sie haben seit Mittwoch letzter Woche wieder angefangen, Partnership Visas zu bearbeiten, die sich schon vor Corona aufgestapelt hatten – seit September 2019! Ab Anfang Oktober soll es außerdem eine Erleichterung für die 61 Visa-freien Länder geben: von da an können Partner z.B. auch aus Deutschland versuchen, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, dann ein Visum beantragen und wenn beides genehmigt wird, dürfen sie alleine nach Neuseeland einreisen. Bisher ging das nur, wenn der neuseeländische Partner einen im eigenen Land „abgeholt“ hat und man gemeinsam wieder nach Neuseeland eingereist ist – was nicht nur infektionstechnisch gar keinen Sinn gemacht hat, sondern auch doppelt so teuer war mit Flugtickets und Quarantäne-Kosten. Trotzdem muss man dann immer noch nachweisen, dass man in einer „genuine and stable relationship“ ist, was in Neuseeland nur durch Zusammen-Wohnen anerkannt ist. D.h. leider bringen uns diese Änderungen gar nichts, da wir noch nicht zusammen gewohnt haben. Aber immerhin tut sich endlich mal etwas. Vielleicht werden ja ab Mitte November auch wieder Visitor Visas bearbeitet, dann haben wir eine größere Chance… mal sehen. Wir werden es trotzdem mit der Ausnahmegenehmigung im Oktober versuchen, rechnen uns aber so gut wie keine Chancen aus. Die andere Möglichkeit ist die, dass Paddy mich „abholt“, dann steigen unsere Chancen um einiges (keine Ahnung warum), deshalb hoffe ich, dass er im Januar herkommen kann – wenigstens würden wir uns dann (nach einem Jahr!!!) mal wieder sehen, auch wenn ich die Ausnahmegenehmigung nicht bekommen sollte. Naja, mal sehen.

Aber das Leben muss ja in der Zwischenzeit auch irgendwie weiter gehen, und so versuche ich das Beste draus zu machen und habe zum Glück ganz viele Freunde, die mir dabei helfen 🙂

Zunächst war ich erfolgreich auf Arbeitssuche – ab 01.10. werde ich im Klinikum Freising auf der Intensivstation anfangen und auch dort im Personalwohnheim wohnen. Eigentlich wollte ich ja wieder im Rechts der Isar auf meiner alten Station arbeiten, aber dort sah es schlecht mit Zimmer im Personalwohnheim aus (und wenn, dann wäre das Zimmer unmöbliert), so dass ich mich dann für Freising entschieden habe. Ich kenne das Klinikum noch aus meiner Ausbildung, obwohl sich in den letzten 20 Jahren einiges verändert hat. Aber ich habe nie in Freising gewohnt, und so bin ich, als ich zum Vorstellungsgespräch dort war, ein wenig in der Stadt rumgelaufen und habe es mir angeschaut – Fazit: echt ganz nett! Aber seht selbst 🙂

Freisinger Marienplatz.
Innenstadt von Freising.
Innenstadt von Freising.
Freisinger Dom.

Nachdem ich mir meinen neuen Arbeitsplatz gesichert hatte, konnte ich dann meine vorerst letzten freien Tage nochmal genießen. Natürlich war ich bei dem tollen Wetter wieder fleißig radeln, unter anderem eine Runde nach Dachau, und von dort an der Amper entlang und über Unter- und Oberschleißheim wieder zurück. Ich war vorher noch nie wirklich in Dachau, sondern bisher immer nur durchgefahren, und habe gleich mal eine kleine Stadtbesichtigung gemacht.

Schloss Dachau.
Altstadt in Dachau.
Irgendein Entenweiher unterwegs 🙂
So schau ich beim Radeln aus – neuerdings auch mit Helm, dank Paddy 😉

Außerdem nutzte ich die Zeit, mich mit einigen meiner Freunde zu treffen, unter anderem mit Laura, die ich im Dezember 2018 in Christchurch kennen gelernt habe, als sie dort work & travel gemacht hat – war sehr nett, sie mal wieder zu sehen!

Laura, mit der ich in Neuseeland ein paarmal unterwegs war.

Auch bei Walter und Elli war ich mal wieder zu Gast, diesmal waren wir faul und haben einfach Essen bestellt und Walters leckeren Wein getrunken:

Elli, Walter, Stephan und ich in geselliger Runde auf dem Balkon.

Ein weiteres Highlight der letzten 2 Wochen war das Entenessen am Samstag bei Sven und Tanja, zu dem auch Baui eingeladen war, ein Ex-Kollege, den ich schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen habe. Es war ein schöner Abend mit sehr leckerem Essen und gutem Wein von Walter 🙂

Sven, Tanja und Baui mit der leckeren Ente.
Soooooo lecker!!! Danke, Sven!

Jetzt bricht also meine letzte Woche hier in Lochhausen an, nächste Woche Dienstag oder Mittwoch ziehe ich um in mein neues Heim in Freising. Dann muss ich mich erstmal wieder dran gewöhnen, alleine zu wohnen… die beiden werden mir schon abgehen… sie haben mich echt verwöhnt die letzten Wochen, von leckerem Essen über schöne Gespräche bis hin zu Ablenkung bzw. Aufmuntern, wenn es mir wegen Paddy und unserer Situation mal wieder schlecht ging.

Tanja und Sven ganz schick zum Ausgehen.
Anton mit meinem Schuh, in der Hoffnung, dass er fürs Schuhbringen was zum Futtern bekommt 🙂

So, das wars erstmal wieder von mir, den nächsten Blogeintrag gibt es dann wahrscheinlich schon von meinem neuen Zuhause aus! Ich wünsche euch eine schöne Woche, bleibt gesund!

The waiting continues… auf Arbeitssuche

Hallo liebe Leser, eigentlich gibt es bei mir nicht wirklich was Neues, aber ich wollte mal wieder was von mir hören lassen 🙂

Während ich darauf warte, dass sich in Neuseeland was ändert und sie endlich die Grenzen wieder aufmachen oder es sonst eine legale Möglichkeit für mich gibt einzureisen, versuche ich, trotzdem sinnvolle Dinge zu tun – die Warterei, das „Paddy-Vermissen“ und das „Sich-verloren-fühlen“ machen einen sonst echt depressiv. So fuhr ich erstmal für ein paar Tage in meine alte Heimat Aschaffenburg, um meinen Vater und seine Freundin Elke zu besuchen und zwei Kisten meines verbliebenen Hab und Guts bei ihm zu parken. Wir verbrachten nette Stunden mit guten Gesprächen und dem ein oder anderen leckeren Essen. Zur Krönung meines „Heimaturlaubs“ schaffte ich es sogar, mich mit ehemaligen Schulkameradinnen wieder zu treffen! Antje und ich hatten uns tatsächlich seit dem Abitur 1993 (Gott, bin ich alt!!) nicht mehr gesehen! Es war ein supercooler Abend mit echt leckerem Essen und vielen Erinnerungen – ich hoffe, das klappt bald mal wieder, dann vielleicht auch mit ein paar mehr Ex-Schulkameraden.

Mein Vater und Elke beim Vietnamesen in Aschaffenburg.
Katja, ich und Antje bei unserem Treffen in einem Biergarten in Lohr.

Wieder zurück in meinem vorübergehenden Zuhause in Lochhausen, begann ich erstmal, meine neue Umgebung zu erkunden, teilweise mit dem Rad und teilweise zu Fuß. Hier ein paar Eindrücke meiner neuen Umgebung:

Coole Wolkenbilder auf meiner Radtour zum Pucher Meer (siehe Titelbild).
Auch schöne Laufstrecken gibt es in Hülle und Fülle, hier in der Aubinger Lohe.
Es gibt sogar einen Freiluft-Fitness-Parcour – falls mich mal die Lust nach Krafttraining unter freiem Himmel packen sollte…

Neben Radfahren, Baden gehen und Laufen bzw. Spazierengehen nutzte ich die vergangenen Wochen dazu, mich mit Freunden zu treffen – das lenkt auch gut vom Liebeskummer ab, zumindest zeitweise. Außerdem wer weiß, wie lange ich noch da bin und wie oft bzw. selten ich meine Freunde dann zu sehen kriege?!

Kniffelabend mit Tanja und Sven. Neben jeder Menge Ablenkung verwöhnen sie mich auch noch von vorn bis hinten mit leckerem Essen und sind immer für mich da, wenns mir mal nicht so gut geht. Danke!!!
Lecker Pizza-Essen mit Frank, und danach stundenlanges WhatsApp-Videogespräch mit Paddy. Die beiden haben sich vom ersten Moment an, als sie sich auf der Wiesn letztes Jahr begegneten, hervorragend miteinander verstanden.
Treffen im Park mit meinen Schulmädels, also meinen ehemaligen Kolleginnen. Leider werde ich sie jetzt nicht mehr jeden Tag sehen – werde sie echt vermissen!
Vergnüglicher Abend mit meiner Ex-Nachbarin Sandy, die jetzt in meiner alten Wohnung wohnt und netterweise meine Post sammelt.
Da radl ich jedes Mal vorbei, wenn ich in meine alte Hood fahre – der Königsplatz mit dem Riesenrad bei Nacht ist echt sehenswert!

Aber ich war nicht nur faul die ganze Zeit – einen Tag hab ich immerhin Claudi beim Garten-Aufschütten geholfen. Die körperliche Arbeit mit Erde schippen und Schubkarre fahren hat echt Spaß gemacht und war ein gutes Training – und der Muskelkater am nächsten Tag hielt sich doch echt in Grenzen. Außerdem haben wir uns am nächsten Abend mit einem leckeren Essen belohnt 🙂

Ladung Nummer eins – Claudi steht schon in den Startlöchern. Danach kam dann nochmal eine kleinere Ladung.
Und so sah dann das Ergebnis im Garten aus. Ich hätte echt ein Vorher-Bild zum Vergleich machen sollen! Tobi und Claudi legen letzte Hand bzw. Fuß an.
Claudi und ich bei unserem „Belohnungs-Essen“ – war ein cooler Abend!

Ein Ereignis, auf das ich mich sehr gefreut habe und das erstaunlich kurzfristig geklappt hat, war ein Wiedersehen mit einigen meiner Freunde aus der Krankenpflege-Ausbildung, die inzwischen auch schon wieder 20 Jahre her ist!! Wir trafen uns in einem Lokal in Freising und quatschten stundenlang über alte Zeiten, aber auch, wohin uns unser Leben jetzt so verschlagen hat, und was alles passiert ist seit der Ausbildung bzw. unserem letzten Treffen. Ich hoffe, das klappt bald mal wieder, vielleicht dann auch mit ein paar mehr Leuten, die leider so kurzfristig keine Zeit hatten – Gruß an Annette und Evelyn!

Ich, Katharina, Mechthild und Viola bei unserem Treffen in Freising – keiner von uns hat sich wirklich verändert, bis auf ein paar Falten mehr (natürlich nur Lachfältchen) oder das ein oder andere Kilo mehr… also ich meine natürlich hiermit nur mich!

Ach ja, ein Los hab ich auch mal wieder gezogen, aber das konnte ich nicht erfüllen, ist in Corona-Zeiten etwas schwieriger… aber ich werde nochmal ein paar Tage nach Unterfranken fahren, das muss dann zählen.

Zählt eine Stadt an einem Fluss auch? Der Main ist ja fast so schön wie das Meer….

Die einzige Neuigkeit, die es im Moment wirklich gibt, ist, dass ich mich inzwischen bei zwei Krankenhäusern beworben habe und bei einem Vorstellungsgespräch war – lustigerweise bei einer alten Bekannten, so dass die Wiedersehensfreude echt groß war – aber dazu schreibe ich in meinem nächsten Blog mehr, denn Teil 2 dazu kommt diese Woche erst noch. Also Daumen drücken, dass das mit dem Job klappt!

Ansonsten verbringe ich viel Zeit mit Skypen mit Paddy, zur Zeit skypen wir zweimal täglich, was dank Ferien und ab nächste Woche „Arbeitslosigkeit“ gut möglich ist. Wir brauchen das beide gerade sehr, die Situation macht uns beiden zu schaffen, aber wenn einer von uns richtig traurig und down ist, schafft der andere es zum Glück immer ganz gut, ihn ein bisschen aufzurichten. Aber das ist wirklich gerade das Härteste, was ich in meinem Leben bisher durchleben musste, vor allem, weil wir keine Ahnung haben, wann wir uns wiedersehen bzw. wann ich nach Neuseeland kommen kann. Es wäre ganz sicher leichter, wenn es ein festes Datum gäbe, auf das wir hin fiebern könnten. Leider klappt es bei Paddy im Herbst nicht mit einem Besuch, da er niemanden hat, der ihn solange auf dem Campingplatz vertreten kann – mal ganz abgesehen davon, dass es wahnsinnig teuer und zeitaufwändig wäre, da er bei seiner Rückkehr zwei Wochen in Quarantäne müsste, die ihn nicht nur nicht arbeiten lässt, sondern auch noch über 3000 Dollar kostet… Jetzt hoffen wir, dass es vielleicht Anfang nächstes Jahr mit einem Besuch klappt, denn wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht an eine baldige Grenzöffnung.

Ich habe euch ja im letzten Blog schon von der Facebook-Gruppe erzählt, in der Neuseeländer, die von ihren internationalen Partnern und gemeinsamen Kindern getrennt sind, sich gegenseitig Mut machen und die Initiative ergreifen wie z.B. Petitionen stellen, emails an Politiker schicken usw. Dort hat ein Mitglied einen offenen Brief veröffentlicht, den er an einen Politiker geschickt hat. Da er sehr gut die momentane Situation von durch die Grenzschließung getrennten Familien zeigt, möchte ich ihn euch nicht vorenthalten (aber Vorsicht – sehr traurig!):

It has now been 295 days since I last held my daughter and kissed my wife. And I am tired. I am tired of your inaction in holding my wife and daughter distant from me. I am tired of you allowing family members of foreigners into NZ but refusing that right to family members of NZ citizens. I am tired of being told to be kind to others while the government refuses to be kind to me. I am tired of trying to offer hope to my wife and daughter while INZ offers no hope to us. I am tired of going home to an empty house and looking at my wife and daughter from 8000kms away. I am tired of being told „we are working on it“ when all that is required is political will to make it happen. I am tired of bulls..t excuses around quarantine capacity and border control when in truth there are over 2000 beds in quarantine facilities unused tonight. I am tired of the loneliness of sacrificing my family life while the rest of NZ, you included, draw comfort from those closest to you. I am tired of being asked how my family is doing, then trying to hold back the tears when I answer. I am tired of the insincerity of this government toward good NZ citizens who are denied their right to be with their loved ones. I am tired of pouring out my pain in impassioned emails to MPs knowing they will be received with indifference. I am tired of the mental and emotional strain you are placing on me and my family. 295 days and still the government does nothing to offer us hope and ease our pain. While you sleep soundly, surrounded by loved ones, I will be sleeping alone longing to hear my daughter’s laugh and hold my wife’s hand. For God’s sake, take a moral stand and do what you know is right.

Das beschreibt ziemlich gut, wie sich das gerade anfühlt für die ca 1700 binationalen Paare, die zur Zeit darauf hoffen, dass Neuseeland sie zusammen kommen lässt – von den binationalen Paaren weltweit, die durch die gleiche Grenzpolitik in anderen Ländern getrennt sind, ganz zu schweigen. Wenn ihr uns und andere Leute unterstützen wollt, findet ihr in meinem Facebook-Profil eine Petition, die ihr unterschreiben könnt – vielleicht hilft das ja….

So, das wars mal wieder für heute. Ich melde mich wieder, wenn es was Neues bezüglich Arbeit gibt, womit ich die nächsten Tage rechne… Ist zwar nicht wirklich was ich im Moment möchte (also hier ein neues Leben aufbauen, wenn ich doch ganz woanders sein möchte), aber notwendig, damit ich mir das Warten leisten kann – und nicht durchdrehe, weil ich zu viel Zeit zum Nachdenken habe.

Ganz liebe Grüße und euch eine schöne Woche! Und meinen Kollegen und allen Schülern einen guten Start ins neue Schuljahr!

Bad news from New Zealand

Hallo liebe Leser, heute gibt es keine guten Neuigkeiten – seit Dienstag gibt es auch in Neuseeland nach über 100 Tagen ohne Corona-Infektionen wieder positiv Getestete in der Bevölkerung. Am Dienstag wurde ein Mann in Auckland, der wegen Symptomen zum Arzt ging, positiv getestet, und auch drei weitere Familienangehörige testeten positiv. Daraufhin reagierte die neuseeländische Regierung gewohnt resolut mit sofortigem Lockdown des Levels 3 in Auckland und Level 2 für den Rest des Landes. Inzwischen wurden insgesamt 30 Fälle in und um Auckland entdeckt, bisher ist noch nicht klar, wo und wie der Virus wieder aufgetaucht ist. Soweit zu den offiziellen News.

Passender Facebook-Cartoon von Dienstag…

Im Moment ist schwer zu sagen, ob und wie das Paddy’s und meine Situation beeinflusst, einfacher macht es sie wohl aber eher nicht… Generell ist es für mich leider unmöglich nach Neuseeland zu kommen, solange die Grenzen geschlossen sind. Man kann zwar einen Ausnahmeantrag stellen, aber der hat bei uns leider überhaupt keine Chance, bewilligt zu werden, da wir nicht als Paar in einer ernsthaften Beziehung anerkannt werden, weil wir noch nicht zusammen gewohnt haben. Außerdem werden im Moment generell keine Visa-Anträge aus dem Ausland bearbeitet.

Ausschnitt von der offiziellen Immigration Homepage INZ

Die Situation ist echt besch… für uns! Diese Woche war besonders hart, weil ich eigentlich am Montag geflogen wäre und seit Mittwoch in Neuseeland hätte sein sollen… So bleiben uns nur unsere täglichen Skype-Sessions und jede Menge zusätzliche WhatsApps, um uns gegenseitig aufzubauen und durchzuhalten. Wir haben uns seit 6.Januar nicht mehr gesehen, also seit mehr als 7 Monaten, und das ist ganz schön hart! Vor allem, weil es keine Aussicht auf Besserung gibt. Im Moment hoffen wir, dass Paddy wenigstens mal für einen Besuch nach Deutschland kommen kann, aber zur Zeit gibt es kaum Flüge aus Neuseeland heraus, und wer weiß, wie es hier in Deutschland ab Herbst sein wird, jetzt, wo unsere Zahlen wieder steigen… Trotzdem ist das wohl unsere beste Chance, uns wenigstens mal wieder für ein paar Wochen zu sehen. Billig wäre das Ganze nicht, weil Paddy bei seiner Rückkehr 14 Tage in „managed isolation“ müsste, die über 3000 Dollar kostet – d.h. nicht nur mehr Kosten, sondern auch 2 Wochen zusätzlichen Urlaub, den er im Hotel hocken müsste… aber das würden wir in Kauf nehmen.

Auf Facebook gibt es eine Gruppe für Leute, die durch die Grenzschließung in Neuseeland von ihrem Partner bzw. ihren Kindern getrennt worden sind. Da findet man ganz schön krasse und traurige Geschichten, und es erscheint zum Teil ziemlich wahllos, wer eine Einreise genehmigt bekommt und wer nicht. Es gibt zum Beispiel Paare, die schon Jahre zusammen leben, manchmal mit gemeinsamen Kindern, bei denen der ausländische Partner (und die Kinder) trotzdem nicht einreisen darf, d.h. Kinder haben ihren zweiten Elternteil zum Teil seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen. Echt krass! Und die Regierung interessiert sich anscheinend nicht sehr für diese Schicksale. Sie argumentiert, dass die Quarantäne-Einrichtungen voll seien, aber erstaunlicherweise findet sich dann doch Platz für Sportmannschaften und Film-Crews… offensichtlich lässt sich an denen besser verdienen. Hier ein paar Screenshots von einigen Schicksalen bzw. Posts, die auf dieser Seite veröffentlicht wurden:

So traurig – die Familie wollte in die Heimat der Mutter, Neuseeland, zurückkehren, der Vater blieb zurück in England, um das Haus zu verkaufen und alles zu regeln und dann nachzukommen, als der Lockdown kam. Jetzt sitzt er in England fest, da er Engländer ist und keine neuseeländische Staatsbürgerschaft hat.
Sowas geht dann – dafür gibt es interessanterweise Quarantäne-Plätze! Pferderennstrecken sind anscheinend systemrelevant…
Und noch eine traurige Geschichte: Er, Australier, nahm einen vorübergehenden Job auf einem Schiff an, bevor er bei der Polizei anfangen wollte, um Leben (und Steuern) in NZ zahlen zu können und nicht auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Jetzt kommt er nicht mehr ins Land, und seine Frau ist schwanger mit ihrem ersten Kind.

Wie ihr sehen könnt, gibt es jede Menge herzzerreißende Schicksale wegen der Grenzschließungen, und ich bin sicher, dass es diese auch bei uns gab, bis wir die neue Regelung für unverheiratete ausländische Partner von Deutschen hatten, die jetzt nach Deutschland kommen dürfen. Ausnahmsweise sind wir mal fortschrittlicher als andere… 😉

Hier noch ein offener Brief an die regierende Labour-Party und die Premierministerin Jacinda Ardern, der mir gut gefallen hat (auch wenn er wahrscheinlich nichts nützen wird):

Soweit zur momentanen Situation und speziell Paddy’s und meiner, sollte es etwas Neues geben, werde ich euch natürlich sofort informieren, aber wenn ich ehrlich bin, glaube ich nicht, dass ich dieses Jahr noch nach Neuseeland komme…

Da ich ja trotzdem irgendwie positiv bleiben muss und das Leben ja trotzdem weitergeht, versuche ich, das beste daraus zu machen. Zum Glück habe ich tolle Freunde, die mich aufbauen und ablenken, wann immer ich das brauche. Allen voran Tanja and Sven, meine tollen Gastgeber, die mir im Moment ein Dach über dem Kopf geben:

Um meine neue Umgebung ein wenig kennen zu lernen, brach ich am Sonntag mit meinem Rad zu den Langwieder Seen auf, die nur 10 Minuten entfernt sind. Was sich da meinen Augen bot, war der helle Wahnsinn!!

Sonntag Nachmittag am Lußsee… Social distancing klappt hier wohl nicht wirklich…
Zum Glück ist das Gelände riesig und es finden sich auch sonntags noch weniger bevölkerte Fleckchen 🙂

Und so genoss ich das tolle Sommerwetter diese Woche mit einem guten Buch (danke nochmal an meine Englisch-Fachschaft!) am See und abends auf Tanja’s Terrasse.

Heute hab ich auch mal wieder ein Los gezogen:

Hm, das hilft mir ganz sicher beim Positiv-Denken! Also hier meine Liste:

  • Paddy
  • meine Freunde
  • Gesundheit
  • Internet und damit die Möglichkeit, mit Paddy zu skypen
  • tolles Sommerwetter
  • ein Dach über dem Kopf
  • verschiedene Beruf zu haben, mit denen ich ganz sicher auch vorübergehend Arbeit finden werde
  • eigentlich ein positiver Mensch zu sein (auch wenn das gerade etwas schwerer fällt als sonst)
  • mein Fahrrad

Es gibt sicher noch viel mehr, aber das soll für jetzt reichen. Ab morgen bin ich für eine Woche unterwegs auf Familienbesuch, zuerst in Aschaffenburg bei meinem Vater, dann bei meiner Schwester und meinen Neffen und Nichte im hohen Norden – die habe ich auch schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen! Das wars erstmal für heute von mir! Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und eine schöne nächste Woche! 🙂

Umzug in mein neues temporäres Zuhause

Liebe Follower, Freunde und sonstige Leser, nach einer anstrengenden Woche schaffe ich es endlich mal wieder, euch zu schreiben. Inzwischen wohne ich in meiner Übergangsunterkunft bei Tanja und Sven in Lochhausen (so richtig auf dem Land), die mir netterweise für die nächste Zeit Unterschlupf gewähren. Vielen Dank euch beiden!!!

Letzte Woche Sonntag startete ich ernsthaft mit Kisten packen und Möbel abbauen in meiner geliebten alten Wohnung, wo ich doch tatsächlich schon 7 Jahre (minus mein Sabbatjahr) glücklich gewohnt hatte. Am Montag half mir Claudi, einen großen Teil meiner weltlichen Besitztümer zum „Weißen Raben“ und zum Wertstoffhof zu fahren, und am Dienstag landeten die übrigen sperrigen Sachen dank Sandra’s und Michi’s Hilfe (und ihrem Bus) ebenfalls in schon genannten Institutionen, so dass ich von Dienstag auf Mittwoch schon in einer sehr leeren Wohnung hauste… Am Freitag fand der letzte Akt statt – das Großreinemachen mit Claudi und die anschließende Schlüsselübergabe. Wie wir danach ausgesehen haben, könnt ihr am Titelbild sehen – dank der über 30 Grad draußen war es auch in meiner Wohnung sehr kuschelig bzw. schweißtreibend 🙂

Hier ein paar Eindrücke:

So sauber waren die Fenster schon lange nicht mehr…
Eine meiner Lieblingsbeschäftigungen – Herd saubermachen…
Letztes Rauswischen der nun leeren und sauberen Wohnung 🙂

Vielen Dank nochmal an Claudi, Sandra und Michi für eure Hilfe!!! Ohne euch hätte ich das nicht geschafft!

Das sind meine ganzen restlichen Besitztümer, wobei die beiden Kisten in Aschaffenburg gelagert werden und der Computer noch verkauft wird… also reduziert sich das auf 4 Taschen und 2 kleine Kisten.

Nun wohne ich also im beschaulichen, ländlichen Lochhausen, Tanja und Sven haben mich mit offenen Armen empfangen und mir ihr Gästezimmer hergerichtet und sogar Platz in den Schränken verschafft. Hier ein paar Eindrücke von meinem vorübergehenden Zuhause:

„Mein“ Zimmer 🙂
Und die sehr coole Terrasse, auf der ich ausgiebig chillen kann bei dem tollen Sommerwetter.
Einer meiner drei Gastgeber – Anton.

Leider habe ich noch kein Bild von meinen anderen beiden Gastgebern Tanja und Sven, aber das wird nachgeholt!

Damit ich mit meinem Trennungsschmerz von der Wohnung nicht so alleine bin, hatten Walter und Elli mich für Samstag Abend zum Pizza-Essen bei sich eingeladen – neben echter selbst gemachter italienischer Pizza gab es coole Unterhaltungen und mal wieder ein lustiges Skype-Gespräch mit Paddy und uns dreien. War echt ein schöner Abend – danke dafür!

Heute ist Ruhetag angesagt, ich bin von der letzten Woche doch ganz schön kaputt und muss auch erstmal realisieren, dass ich jetzt quasi obdachlos und arbeitslos und „mein ganzes Zeug los“ bin. Im Moment fühlt es sich noch an, als wäre ich nur zu Besuch ein paar Tage hier und könnte dann einfach wieder zurück. Ich werde meine Wohnung schon sehr vermissen, und meine „Hood“ und meine Nachbarn/Vermieter… Aber ich werde mich schon dran gewöhnen.

Aus Neuseeland gibt es leider nichts Neues, außer, dass jetzt jeder Ausnahmeantrag auf Einreise 45 Dollar kostet. Diese Woche will Paddy nochmal mit Sally, unserer Immigration adviser, sprechen, ob wir irgendwas tun können außer warten. Wir sind beide nicht sehr hoffnungsvoll… aber mal sehen.

Ach ja, und ich habe das zweite Los aus dem Geschenk meiner Englisch-Fachschaft geöffnet:

In Ermangelung eines Autos werde ich das heute nachmittag auf dem Fahrrad tun, wenn ich hier meine neue Heimat näher erkunde 🙂

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag, genießt das tolle Wetter! Und natürlich freue ich mich auf eure Kommentare.

Bis bald!

Waiting…. wie ein kleines Virus meine Pläne durcheinander bringt

„Wir befinden uns im Jahre 2020 n.Chr. Die ganze Welt wird von einem Virus beherrscht… Die ganze Welt? Nein! Eine von unbeugsamen Neuseeländern bevölkerte Insel (also eigentlich zwei, um genau zu sein) hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten“ – und hat ihn sogar ausgerottet…

Hallo liebe Follower, nach über einem Jahr Pause werde ich nun wieder regelmäßig Blogbeiträge schreiben und euch so auf dem Laufenden halten. Was in der Einleitung so schön klingt, ist für meine persönliche Situation leider eher nicht so gut, denn meine Pläne, im August nach Neuseeland auszuwandern, sind jetzt erstmal „on hold“, da Neuseeland die Grenzen für alle Ausländer bis auf weiteres geschlossen hat. Aber von vorne, für diejenigen, die jetzt wirklich seit einem Jahr nichts von mir gehört oder gelesen haben:

Im März letzten Jahres begegnete ich bei meiner Radreise durch Neuseeland Paddy, und wir verliebten uns ineinander. Nach mehreren gegenseitigen Besuchen und einigen Schwierigkeiten, die vorher gemeistert werden mussten, beschlossen wir, dass ich meine Zelte in Deutschland abbrechen und im August zu ihm nach Neuseeland ziehen würde. So begannen die Vorbereitungen dafür ab Anfang des Jahres mit dem Kündigen sämtlicher Verträge, die man so hat – damals war von Corona in Europa noch nicht die Rede. Nachdem Paddy im April wegen Corona nicht wie geplant nach Deutschland kommen konnte, um die Wartezeit zu überbrücken und sich mal wieder zu sehen, dämmerte uns, spätestens im Juni, dass das mit dem Umzug vielleicht schwierig werden könnte… und so ist es nun leider auch gekommen.

Und so sitze ich nun hier in München in meiner halbleeren Wohnung, aus der ich nächste Woche ausziehen werde, ohne Job, denn auch den hatte ich schon gekündigt, und hoffe auf irgendein Zeichen der neuseeländischen Regierung, dass sie zumindest mal darüber nachdenken, die Grenzen unter bestimmten Umständen oder für bestimmte Leute zu öffnen. Wir haben uns seit Anfang Januar nicht mehr gesehen, und ich vermisse Paddy sehr. Zum Glück gibt es Skype und WhatsApp! So schaffen wir es tatsächlich fast täglich, miteinander zu Reden und uns wenigstens auf dem Bildschirm zu sehen oder zumindest zu texten.

Ein Bild aus glücklichen Tagen…

Mein (voraussichtlich) letztes Schuljahr als Lehrer ist nun rum, und es ist ein ganz merkwürdiges Gefühl, denn ich war ja sehr gerne Lehrer. Trotzdem bin ich mir sicher, dass das die richtige Entscheidung war, auch wenn uns das Schicksal bzw. Corona es gerade nicht einfach macht. Von meinen Kollegen habe ich zum Abschied noch sehr nette Geschenke bekommen, eines davon sind 50 Lose mit Aufgaben darauf, die ich dann erfüllen muss – sehr coole Idee! Ich hätte sie gerne als Countdown genommen, aber 50 Tage werden wohl nicht reichen… deshalb habe ich jetzt beschlossen, dass ich alle 3 Tage ein Los öffnen werde, in der Hoffnung, dass 150 Tage reichen… Und heute hab ich damit angefangen – hier mein Los mit meiner ersten Aufgabe:

Ok, das fällt mir gerade schwer, mit alldem, was gerade in meinem Leben passiert bzw. leider eben nicht passiert… aber ich werde mir Mühe geben. Vielleicht probier ich’s mal damit:

Ich werde euch in den nächsten 150 Tagen immer an meinen Aufgaben, und allem was sonst noch so passiert (oder nicht), teilhaben lassen, also stay tuned!

Die nächste Woche steht jetzt erstmal der Auszug aus meiner geliebten Wohnung an, und im Rahmen dessen das Loswerden von fast all meinem Zeug, denn nach Neuseeland werde ich mit ganz leichtem Gepäck reisen. Es wird so langsam leerer hier:

Der Esstisch mit den Stühlen und der Couchtisch sind schon weg…

Das wars heute erstmal von mir, mein erster Blogeintrag nach einem Jahr! In drei Tagen gibts dann den nächsten mit der nächsten Aufgabe 🙂

Bis dahin lasst es euch gut gehen, genießt das tolle Sommerwetter und bleibt gesund!

Liebe Grüße!

Back in Munich

Am Samstag Vormittag brach ich zum letzten Teil meiner Heimreise auf, dem Flug von Auckland nach Bangkok und dann weiter nach München, beide jeweils 11-12 Stunden lang. Zum Abschied zeigte Auckland sich noch einmal von seiner schönen Seite, nämlich mit einem tollen Regenbogen über dem Flughafen:

Etwas wehmütig stieg ich in meinen Flieger nach Hause, jetzt war mein Sabbatjahr tatsächlich rum! Fast ein ganzes Jahr des Reisens war irgendwie wie im Flug vergangen, ich habe tolle Landschaften gesehen, tolle Menschen kennengelernt und in fremde Kulturen hinein geschnuppert. Da kann man dann schonmal ein bisschen schwermütig werden – zumal ich ja im Moment auch keine Ahnung habe, wann ich Paddy wiedersehen werde, der mir jetzt schon sehr fehlt!

Doch je näher ich München kam, desto mehr freute ich mich auch auf daheim – meine Freunde wiederzusehen und generell wieder in meiner Lieblingsstadt zu Hause zu sein. Und so stieg ich gut gelaunt, wenn auch müde nach sehr wenig Schlaf im Flugzeug, in München aus dem Flieger, sammelte meinen Rucksack ein, stiefelte durch die Tür und wurde prompt mit lautem Geschrei und Plakat von Laura und Claudi empfangen – so cool!!

Danach ging’s erstmal zu einem ausgiebigen und leckeren Frühstück in ein Münchner Café, wo ich natürlich schon mal ein bisschen was von meiner Reise erzählte und von den beiden die Neuigkeiten aus der Heimat erfuhr. Etwas später kam Frank noch dazu, der am gleichen Tag noch in den Urlaub flog.

Am frühen Nachmittag fuhr Claudi mich zu Lena’s Wohnung, wo ich für die nächsten sechs Wochen wohnen darf, da meine Wohnung ja bis zum 31.07. vermietet ist. Vielen Dank nochmal, Lena und Flo!!! Und so genoss ich noch ein paar Momente auf der Dachterrasse und versuchte zu kapieren, dass ich jetzt tatsächlich wieder zurück in München bin, bevor ich todmüde ins Bett fiel.

Seither sind schon ein paar Tage vergangen und ich bin immer noch dabei, mich wieder an Deutschland zu gewöhnen. Inzwischen habe ich einige Freunde wieder gesehen und freue mich sehr darauf, auch den Rest hoffentlich bald zu treffen.

Vielen Dank für euer treues Verfolgen meines Blogs und eure zahlreichen Kommentare über alle möglichen Kanäle – ich hoffe, ihr habt Spaß dabei gehabt und konntet so auch ein wenig mit mir mitreisen. Jetzt freue ich mich darauf, euch alle möglichst bald „live“ wiederzusehen!

Viele Grüße aus München!

Eure Susi

Auf dem laaaaangen Heimweg

Hier sitz ich nun im Auckland Airport und weiß nicht genau, ob ich happy oder traurig bin – wahrscheinlich ein bisschen von beidem. Zum einen seeeehr happy, weil es nach 11 Monaten jetzt nach Hause geht, in mein geliebtes München und zu meinen Freunden, die ich mehr vermisst habe als ich vorher gedacht hätte! Zum anderen traurig, weil ein tolles Sabbatjahr zu Ende geht (zumindest der Reiseteil), in dem ich viel gesehen, viel erlebt und wahnsinnig nette und interessante Menschen kennen gelernt habe. Und weil ich keine Ahnung habe, wann ich Paddy wiedersehe, den ich sehr vermisse.

Nach ein paar schönen letzten Tagen auf der Trauminsel Aitutaki ging die Heimreise am Mittwoch Nachmittag mit dem Flug von Aitutaki zurück nach Rarotonga los – in einem winzigen Flugzeug für 12 Passagiere. Da ich ganz vorne saß, konnte ich dem Piloten beim Zeitunglesen und Candy Crush-Spielen zusehen (ein bisschen geflogen ist er wohl auch😜), was ich erstaunlicherweise aber eher beruhigend fand.

Letzter Tag am Strand von Aitutaki 😎☀️.

Mit einiger Verspätung landete der kleine Flieger in Rarotonga, und dort erwartete mich eine schöne Überraschung: Ann von dem AirB&B, in dem ich in Rarotonga gewohnt hatte, wartete auf mich, um mich abzuholen! Das war so cool! Und so verbrachte ich 6 Stunden bei leckerem Dinner und tollen Gesprächen mit Elizabeth und Ann in ihrem Haus – sie hatten mir sogar ein Bett hergerichtet, damit ich mich ausruhen konnte! Einfach so! Vielen Dank nochmal!!!

Um Mitternacht brachte mich Ann wieder zurück zum Flughafen, wo ich um 2.30 Uhr mit dem nächsten (diesmal deutlich größeren) Flugzeug Richtung Auckland abhob. Die Wartezeit am Flughafen verbrachte ich damit, meinen Rückflug nach Deutschland last Minute noch irgendwie zu regeln – der 💩🤬 Reiseveranstalter hatte mir auf meinen Umbuchungswunsch im Mai eine Mail mit dem neuen Flug und den Umbuchungskosten geschickt, aber meinen Flug dann nicht umgebucht, was ich leider erst in Rarotonga festgestellt habe. Aber dank einer sehr guten Freundin in München, die das dann mal eben schnell geregelt hat, hab ich jetzt doch noch mein Ticket für morgen bekommen! Vielen Dank, Claudi! 😘

Auckland Airport.

Inzwischen bin ich in Auckland angekommen, habe einen riesigen Cappuccino und einen Donut intus und vertreibe mir das Warten mit dem Schreiben eines meiner letzten Blogeinträge für dieses Sabbatjahr. Um zwei Uhr kann ich in mein Hotel einchecken und will dann nur noch schlafen!! Morgen Mittag startet meine lange Heimreise über Bangkok zurück nach München! Ich freu mich riesig darauf, euch alle wieder zu sehen! Bis Sonntag morgen zurück in München!😘

Viele Grüße aus Auckland!

Trauminsel Aitutaki / Cook Islands

Die letzte Woche meines Sabbatjahres wollte ich nochmal richtig auf einer Trauminsel in der Südsee genießen, und dank eines Tipps einer Freundin fiel die Wahl auf die kleine Insel Aitutaki, die wie Rarotonga ebenfalls zu den Cook Islands gehört. Nach 45-minütigem Flug landete ich vom verregneten Raro im sonnigen Aitutaki. Da meine Woche in Raro wettertechnisch doch eher durchwachsen war, hoffte ich auf besseres Wetter hier. Am Flughafen wurde ich von den Besitzern meines AirB&Bs, Enoa und Ross, schon erwartet, sie luden mein Gepäck und mich ins Auto ein und zeigten mir auf der Fahrt zur Unterkunft schonmal die wichtigsten Orte. Da die Insel sehr klein ist, war das schnell passiert 😜.

Markthalle der „Hauptstadt“ Arutanga.

Blick vom Hafen in Arutanga auf die Bucht.

Ich hatte ein Studio in einem Bungalow mit zwei Studios, aber das andere war leer, so dass ich die gesamte Veranda mit Blick in den schönen großen Garten für mich hatte:

Meine Veranda.

Ausblick in den Garten.

Die Unterkunft war sehr „basic“, hatte aber alles, was ich brauchte, und Enoa brachte öfter Obst aus seinem Garten vorbei und war immer für ein Schwätzchen zu haben.

Am nächsten Tag füllte ich erstmal den Kühlschrank und lief dann die zwei Kilometer zum nächsten Fahrzeugverleih, um mir ein Fahrrad für die Woche auszuleihen. Und ich hatte echt Glück – mein Rad war relativ neu und funktionierte einwandfrei, wenn es auch nicht gerade das sportlichste Modell war…

Ich unternahm gleich mal eine kleine Tour durch den Süden der Insel, und wurde natürlich prompt mal wieder nass! Der Regen hatte mich bis hierher verfolgt 🙄. Hier trotzdem einige erste Eindrücke:

Der nächstgelegene Strand, zu Fuß vielleicht 15 Minuten von meiner Unterkunft aus.

Eine der vielen Kirchen (Vaipae), die die Insel trotz ihrer winzigen Größe hat.

Typisches Inselsträßchen mit Ausblick auf die Lagune – das türkisfarbene in der Mitte 😜.

Blick über die Lagune, in der Ferne ballten sich schon die Regenwolken.

Trotzdem (oder gerade deswegen) tolle Farben.

Am nächsten Tag schien dann endlich die Sonne, und die Insel zeigte sich in ihrer ganzen Schönheit! Da ich das Gefühl hatte, jeden Sonnentag nutzen zu müssen, radelte ich ans andere Ende der Insel, zur Ootu Beach, zum Baden. Ein Traum!!!

Was für ein Idyll! Und diese Farben! Grandios! Da das Wetter die darauffolgenden Tage schön blieb (mit dem ein oder anderen kurzen Regenschauer zwischendurch), verbrachte ich noch einige Tage dort – es war zum Baden der schönste Strand der Insel. Da nahm ich die 20km-Radtour doch gerne für in Kauf 😜.

Wer mich kennt, weiß aber, dass ich nicht nur faul rumliegen kann, und so nahm ich mir die beiden Hügel der Insel vor. Zuerst ging es mit dem Rad hinauf zum Piraki-Lookout, was trotz der geringen Höhe ziemlich anstrengend war, da es erstens ziemlich heiß war und zweitens das Rad nicht fürs Bergfahren gemacht war… Aber wenigstens hatte ich oben ein bisschen Aussicht:

Ausblick vom Piraki-Lookout.

Der Weg durchs Grüne wieder hinunter zur Küste.

Dann radelte ich ein paar Kilometer weiter bis zum Anfang des „Hikes“ zum Mount Maungapu, dem höchsten „Berg“ der Insel. Der Aufstieg war teilweise doch etwas steil, aber sehr kurz – in 10 Minuten stand ich schweißgebadet am Gipfel – wer macht sowas auch in der größten Mittagshitze???

Danach brauchte ich erstmal ein Bad im kühlen Nass!! Hierfür nahm ich einfach den nächstgelegenen Strand, den ich ganz für mich allein hatte! Das Wasser musste ich mir dort allerdings mit Hunderten von Seegurken teilen – sehr eklig, wenn man da aus Versehen drauf tritt (und wahrscheinlich noch unangenehmer für die betroffene Seegurke 😜).

Außer Seegurken gibts hier noch jede Menge Krabben. Leider habe ich die riesigen Coconut Crabs nicht aufs Bild gekriegt, die waren immer ganz schnell in ihren Löchern verschwunden – kein Wunder, landen sie doch gerne bei den Inselbewohnern im Kochtopf! Dafür habe ich diese Exemplare mit ihrer einen großen roten Schere fotografieren können:

Ich mach mir jetzt noch drei schöne letzte Tage hier, frei nach dem Motto, das hier auf Verkehrsschildern zu sehen ist (einfach großzügig über die Grammatik hinwegsehen 😜):

Am Mittwoch geht es zurück nach Rarotonga und von dort über einen Zwischenstopp für eine Nacht in Auckland wieder zurück in die Heimat. Freu mich schon sehr auf München und meine Freunde nach meiner 11-monatigen Reise!

Viele Grüße aus Aitutaki!

Eine Woche auf Rarotonga/ Cook Islands

Nach dem traurigen Abschied von Paddy war ich froh, dass es nun wieder in ein warmes Land ging – so sehr ich Neuseeland auch mag, bevorzuge ich doch eher warme Orte, wenn ich die Wahl habe. Und so kam ich Dienstag Nacht in meinem neuen Zuhause für eine Woche an. Leider war das Wetter insgesamt ziemlich durchwachsen, es waren einige Regentage dabei, aber wenigstens war der Regen hier warm 😊. Und „Emily’s“, mein AirB&B, war super, ich hatte mein eigenes Reich bestehend aus Schlafzimmer, Küche und Bad und eine Terrasse, auf der ich wohl die meiste Zeit verbrachte. Meine Gastgeber Elizabeth und Anne waren super nett und nahmen sich immer Zeit für ein kleines Pläuschchen oder sogar ein gemeinsames Frühstück oder eine Tour durch den riesigen Garten. Ich fühlte mich fast wie zuhause!

Ich mit meiner Gastgeberin Elizabeth.

Und mit meiner anderen Gastgeberin Ann. Sie kommt aus Fidji und arbeitet für Elizabeth.

Blick von meiner Terrasse in den Garten.

The puppy Poppy – sie verbrachte jede Menge Zeit mit mir auf der Veranda.

Ann bereitete mir einen polynesischen Lunch: Taro mit Taroblättern in Cocosmilch – soooo lecker!! In Dominica heißt das übrigens Dasheen – ich fühlte mich fast wie „daheim in Dominica“ 😊.

Ich verbrachte die Woche überwiegend mit Faulsein – am Strand oder auch auf meiner Terrasse – aber natürlich sah ich mir die Insel auch ein bisschen an. Die Hauptstadt Avarua ist die einzige Stadt hier, und selbst sie wirkt für einen Europäer eher dörflich, aber nett. Hier ein paar Eindrücke von den schönsten Gebäuden:

Natürlich durfte auch Strand nicht fehlen, und so machte ich mich die paar Tage, wo das Wetter schön war, auf den 20-minütigen Fußweg zum Strand, den ich dann ganz für mich alleine hatte:

Ein paar Meter weiter war der sogenannte Black Rock, ein heiliger Ort für die Maoris, wo die Seelen der Verstorbenen ihre Reise antreten, ähnlich wie Cape Reinga in Neuseeland. An diesem Strand waren auch immer einige Touristen, aber die meisten Touristen wohnten in den Resorts im Süden der Insel, so dass es nie wirklich voll war.

Elizabeth hatte auch ein Fahrrad hier, dass zwar schon bessere Tage gesehen hatte, mich aber trotzdem die 32km sicher um die Insel brachte. Hier ein paar Bilder von meiner Inselrundfahrt:

Mein Bike für diese Woche, leider war die Gangschaltung nicht mehr so die beste…

So sieht die Hauptstraße aus, die einmal um die Insel geht. Sobald man etwas von Avarua weg ist, hat man auch kaum noch Verkehr.

Soldatenfriedhof bei Nikao.

Strand nahe Muri.

Das Denkmal „Seven Canoes“. Von hier waren laut Legende die sieben Kanus aufgebrochen, die dann Neuseeland entdeckten.

Das ganze in neuer mit den Namen der Canoes.

Eine der vielen Kirchen auf Rangiroa.

Vorgelagertes Inselchen bei Muri.

Strand von Muri. Trotz der vielen Hotels hier ist der Strand angenehm leer. Allerdings zog es da auch schon zu…

Bemaltes Häuschen an der Straße, die zum Wasserfall führt.

Leider begann es ab der Hälfte der Rundfahrt zu regnen, so dass ich keine Fotos mehr machen konnte und außerdem völlig durchnässt wieder daheim ankam. Aber das Radeln hat trotzdem Spaß gemacht, es hat sich so gut angefühlt, endlich mal wieder auf einem Fahrrad zu sitzen!

Am Samstag Abend nahm mich Ann mit zu Freunden zum Kava-Trinken. Dies ist ein traditioneller Brauch in Fidji (Ann kommt von Fidji), früher wurde es nur bei zeremoniellen Anlässen und nur von Männern getrunken, jetzt macht man das zum „Socializing“, zum Zusammensitzen und quatschen. Kava wird aus einer Wurzel hergestellt, die zu Pulver zerrieben wird, das man dann in Wasser mischt. Es hat keinen Alkohol, wohl aber einen leicht betäubenden und beruhigenden Effekt. Schmecken tut es allerdings nicht wirklich lecker, es schmeckt wie in Wasser verdünnte Erde… das einzige, was ich gemerkt habe, war, dass meine Zunge ein bisschen taub wurde. Aber es war sehr interessant, die Zeremonie dazu zu sehen und es zu probieren.

Kim und Ann beim Mischen des Kava in der speziellen Schale. Dazu wird das Kavapulver zuerst in ein Säckchen gefüllt.

Kim presst das Kava-Pulver, das sich in dem Säckchen befindet, ins Wasser aus.

Dann füllt er die Kokosnuss-Schale, aus der getrunken wird. Jeder trinkt eine Schale, danach wird wieder aufgefüllt und der nächste trinkt.

Kim beim Kava-Trinken, vor ihm die Schüssel mit dem bräunlichen Getränk.

Heute ist Dienstag, der 04.06., und endlich habe ich es geschafft, mit meinem Blog aufzuholen! Auf der Aranui gab es kein Internet, so dass ich nichts posten konnte, und in den 2,5 Wochen mit Paddy in Neuseeland hatte ich besseres zu tun… 😜.

Flughafen von Rarotonga.

Aber jetzt seid ihr wieder auf dem neuesten Stand! Ich warte gerade auf meinen Flug nach Aitutaki, einer anderen kleinen Insel, die auch zu den Cook Islands gehört. Dort werde ich noch 1,5 Wochen verbringen, dann geht es heim nach München – nach fast 11 Monaten Reisen! Freu mich schon sehr auf daheim, aber werde jetzt erstmal noch die Trauminsel genießen!

Viele Grüße aus Avarua auf Rarotonga!

Die (vorerst) letzten Tage in Neuseeland: Kauri Forest und Bayly‘s Beach

Am Freitag machten wir uns auf nach Bayly’s Beach, auf unsere letzte Etappe vor Auckland – unsere letzten vier gemeinsamen Tage waren angebrochen! Krass, wie schnell zwei Wochen vergehen können!

Unser erster Zwischenstopp kam schon nach wenigen Kilometern: Wir wollten den kurzen Signal-Road-Track laufen für einen letzten Blick über Hokianga Harbour:

Danach ging es weiter zum Waipoua Kauri Forest, dort wollten wir uns diese Baumgiganten mal näher anschauen. Der Kauri-Bestand in Neuseeland wurde nicht nur durch Abholzung durch europäische Siedler, sondern auch durch die Kauri dieback disease sehr stark dezimiert, und der Waipoua Forest ist der größte verbleibende Kauri-Wald in Neuseeland, auf den verständlicherweise gut aufgepasst wird:

Bevor man ihn betritt, muss man sich an solchen Stationen die Schuhe desinfizieren, damit die dieback disease nicht hineingetragen wird.

Ein großer Teil der Wege verläuft über sogenannte Board Walks, damit niemand auf die empfindlichen Kauriwurzeln steigt.

Wir wollten natürlich auch die beiden größten und ältesten Kauribäume sehen, Tane Mahuta (Lord of the Forest), der auf 1500-2000 Jahre alt geschätzt wird, 52m hoch und 14m im Umfang misst: Tane Mahuta, der Lord of the Forest.

Te Matua Ngahere, der Father of the Forest, der zwar nicht so hoch ist, dafür aber mit 16m Umfang der dickste Baum in Neuseeland.

Zwei Touristen im Kauri Forest.

Nach Bestaunen dieser Baumriesen gönnten wir uns dort noch Lunch, dann ging es weiter an den Kai Iwi Lakes vorbei bis zu unserem neuen Zuhause in Bayly’s Beach.

Einer der Kai Iwi Lakes.

Landschaft nahe Dargaville.

Dort angekommen, luden wir das Auto aus, fuhren schnell zum Einkaufen nach Dargaville, in die nächste Stadt, und kamen dann zurück, um mit Graham, unserem Vermieter, und seinem Hund eine Quattour im Sonnenuntergang am Strand zu machen:

Unser Fahrzeug, auf dem tatsächlich drei Menschen und ein Hund Platz hatten.

Von der Abendsonne angeleuchtete Sandsteinfelsen am Strand.

Graham und Paddy.

Traumhafter Sonnenuntergang!!

Am nächsten Tag schauten wir uns Dargaville näher an, mussten aber feststellen, dass das ein eher langweiliger, düsterer Ort ist, weshalb er von uns umgetauft wurde in Darkaville 😜.

Cooler Name für ein Café.

Mal wieder ein interessantes Klohäuschen.

Am Fluss, der durch Dargaville fließt.

Da uns „Darkaville“ nicht sonderlich gefiel, waren wir früh wieder zurück in unserem Zuhause und nutzten die Zeit für einen Strandspaziergang, diesmal bei Tageslicht:

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Musikmachen, voll schön! Ich war so froh, dass Paddy seine Gitarre mitgenommen hatte!

Am Sonntag war es ziemlich bewölkt und regnerisch, deshalb blieben wir erstmal lange im Bett, bevor wir uns dann dafür entschieden, nach dem Frühstück nach Whangarei zu fahren. Dort waren wir zwar schon gewesen, aber die Stadt hat uns deutlich besser gefallen als „Darkaville“.

Die große Sonnenuhr des Clock Museums vor einem schönen Kolonialgebäude.

Der Eingang zum Clock Museum mit toll bemalter Wand.

Künstler am Werk in einer Glasbläserei. Wir haben ihm so lange fasziniert zugeschaut, bis der Laden zugeschlossen war und wir über den Hintereingang raus mussten 😊.

Am Montag fuhren wir auf nun wieder sehr belebten Straßen zurück nach Auckland. Wir waren beide schon ziemlich traurig, da dies unser letzter gemeinsamer Tag war und wir noch nicht wissen, wann wir uns wiedersehen – Deutschland und Neuseeland liegen halt auch einfach mal maximal weit auseinander! Und so verzichteten wir auf weiteres Sightseeing und versuchten, die letzten Stunden zusammen noch zu genießen mit Musikmachen und lecker indisch essen gehen.

Am Dienstag brachte Paddy mich zum Flughafen und machte sich dann, nach tränenreichem Abschied, wieder allein auf den Weg nach Hause, während ich die nächsten Stunden am Flughafen mit Blogschreiben (ich musste 4 Wochen aufholen!!) verbrachte, während ich auf meinen Flug zu den Cook Islands wartete. Mal sehen, wann wir uns wiedersehen…

Viele Grüße aus Auckland!