Summer holidays at Coromandel Peninsula 👙☀️

Nach all dem Schwefelgeruch, Dampf und Vulkangestein zog es mich jetzt wieder an die Küste, ich wollte Meer sehen, und so war mein Etappenziel am Mittwoch Mount Maunganui an der Ostküste der Nordinsel. Ich brach um 9.30 Uhr gemütlich in Rotorua auf, fuhr wann immer möglich auf Nebenstraßen und musste nur einen kleinen Teil auf Highway fahren. Die erste Hälfte der 85km langen Strecke hatte ein paar Hügel drin, unter anderem einen ziemlich steilen Berg aus der Mangorewa Gorge hinaus, aber danach ging es nur noch bergab bzw flach durch wunderschöne Landschaft auf leeren Nebenstraßen bis zum Meer. In Mount Maunganui angekommen, schlug ich erst mein Zelt auf und machte mich dann auf zu dem direkt neben dem Campingplatz liegenden Strand.

Am Strand wurde gerade aufgebaut für ein Bootsrennen am nächsten Tag.

Da mir das Wasser eh zu kalt war, beschloss ich, die angeblich einstündige Wanderung auf den Mount Maunganui hinauf zu machen und mir den Ort und die Küste von oben anzuschauen. Dummerweise hatten gefühlte Tausend Leute diese Idee, es ging zu wie auf dem Oktoberfest! Aber der Ausblick, den ich nach nur einer halben Stunde genießen konnte, war es wert:

Blick auf den Ort Mount Maunganui und seinen Strand.

Verschwitztes Selfie am Gipfel.

Danach gönnte ich mir eine Stunde in den Hot Pools neben dem Campingplatz – genau das richtige nach einem Radltag und anschließender Mini-Bergtour:

Der Ort selbst ist nicht sonderlich sehenswert, hier sind hauptsächlich reiche Neuseeländer in mehr oder weniger protzigen Häusern oder Touristen in großen Hotels zu finden.

Der Abend wartete dann noch mit einer Überraschung auf – einem atemberaubenden Vollmondaufgang:

Am Donnerstag morgen war ich früh wach, so dass ich mir auch den Sonnenaufgang über dem Meer anschauen konnte (siehe auch Titelbild):

Nach Frühstück und Packen ging es dann weiter die Ostküste hinauf zum ca 70km entfernten Waihi Beach. Das war ein grausamer Radltag: erst musste ich durch die Stadt Tauranga finden, und dann ging es bis auf die letzten 10 km auf dem vielbefahrenen Highway entlang, wo ein LKW nach dem anderen an mir vorbei raste – ganz schlimm! Ich war so froh, als ich endlich in Waihi Beach ankam! Ich genoss dann noch ein wenig den Strand (das Wasser war mir wie immer zu kalt, ich bin echt so ein Weichei!), bevor ich erschöpft in meinen Schlafsack kroch:

Der Freitag brachte dann ungemütliches Regenwetter, so dass ich die gesamte Strecke nach Tairua, sehr hügelige knapp 80km (knapp 900 Höhenmeter) im Regen verbringen musste, aber wenigstens war es halbwegs warm. Aber wenn man erstmal 6 Stunden durch Regen geradelt ist, ist einem dann doch ziemlich kalt… Die Strecke selbst war bestimmt sehr schön, aber viel gesehen hat man bei dem Wetter leider nicht.

Das gegenüber von Tairua liegende Pauanui.

Auch Tairua hat einen tollen Strand, aber selbst der schaut bei schlechtem Wetter nicht schön aus, weshalb ich ihn euch erspare 😉.

Am Samstag kam zum Glück die Sonne wieder heraus, so machte das Radeln nach Hahei Beach wieder richtig Spaß – zumal es schön kurvig und bergig an der Küste entlang ging, mit tollen Ausblicken und schnellen Downhills (Maximalgeschwindigkeit 68km/h – so cool!).

Da die heutige Strecke nur 30 km lang war, war ich schon früh in Hahei Beach und konnte mich daran machen, mein vom Vortag und der Nacht tropfnasses Zeug in der Sonne zu trocknen:

Danach ging es ab an den Strand, und der ist hier echt der Hammer!

Die berühmteste Sehenswürdigkeit hier ist die Cathedral Cove, die man nach knapp einstündiger Wanderung an der Küste entlang erreicht (oder für die fauleren Menschen per Wassertaxi). Dort ist es wunderschön, aber leider auch bumsvoll:

Ausblick von der Aussichtsplattform auf dem Weg zur Cathedral Cove.

Auf dem Weg zur Cathedral Cove.

Angekommen – mit gefühlten Millionensiebzehn anderen Menschen… 🙄

Cathedral Cove.

Blick in die Bucht – Südseefeeling…

Da es, wie man auf dem Bild oben sehen kann, langsam zuzog, und ich Menschenmassen eh nicht sonderlich mag, machte ich mich bald auf den Rückweg.

Blick auf Hahei Beach.

Eigentlich wollte ich nur eine Nacht in Hahei Beach verbringen, aber mir gefiel es so gut hier, dass daraus irgendwie drei Nächte wurden…. wahrscheinlich sogar vier, ich bin nämlich immer noch dort. Ich habe gerade Glück mit dem Wetter, die letzten drei Tage schien meist die Sonne und es war warm, so dass ich faul am Strand rumliegen konnte – ich mache quasi gerade Ferien vom Reisen 😊. Meine Hauptbeschäftigung gestern und vorgestern – faul am Strand liegen… 😊. Man beachte die dicken Radler-Oberschenkel 😜.

Abendstimmung am Strand.

Morgen werde ich nach Coromandel Town weiter radeln und wahrscheinlich mal wieder in einem Hostel schlafen, es ist Regen angesagt. Schade, ich liebe mein Zelt (auch wenn meine Luftmatratze leider den Geist aufgegeben hat und ständig platt wird…🙄), aber Zelten bei Regen macht nicht so viel Spaß…

Inzwischen läuft der Countdown für Neuseeland, ich hab jetzt nur noch etwas über zwei Wochen hier – Wahnsinn, fast schon wieder vier Monate rum!!!

Viele Grüße aus Hahei Beach!

Vorsicht heiß und stinkig! Die Vulkangegend rund um Rotorua 🌋

Am Samstag machte ich mich auf den Weg von Taupo nach Rotorua. Mit 55 überwiegend flachen Kilometern war es radtechnisch eine leichte und kurze Etappe mit dem Tagesziel Waiotapu, wo ich mir das „Thermal Wonderland“ anschauen wollte. Und das war wahrlich beeindruckend! Überall rauchte, dampfte und blubberte es, und über der etwas unheimlichen, aber schönen Landschaft waberte starker Schwefelgeruch – so ein bisschen Vorhof zur Hölle… 😊. Die Seen dampften und schillerten in krassen Farben – es war echt der Hammer!

Nach ausgiebiger Besichtigung fuhr ich dann nur noch zwei Kilometer weiter zur Waiotapu Tavern, schlug dort hinter dem Haus mein Zelt auf und ging relativ früh schlafen.

Am Sonntag schlief ich aus und machte mich erst recht spät auf den Weg nach Rotorua, aber es waren auch nur 30 Kilometer, so dass ich schon um 10.30 Uhr dort ankam. Da das normalerweise zu früh ist, um im Hostel einzuchecken, begab ich mich erstmal ein wenig auf Stadtbesichtigung:

Lakefront in Rotorua.

Maori Art an der Lakefront.

Blick auf die südlichste Bucht des Sees.

Rotorua Museum im Government Park.

Blue Pools Badehaus.

Wandmalerei in der Innenstadt.

Eatstreet, eine Fußgängerzone ausschließlich mit Restaurants.

Schaufelraddampfer auf dem Rotorua Lake.

Das Maori Village von der Ferne, im Vordergrund kochend heißer See.

Marae im Maori Village.

Anglican Church im Maori Village.

Soldatenfriedhof im Maori Village.

Dampfender See im Kuirau Park.

Der Montag begann ziemlich bewölkt, was für meine Fotos gar nicht gut war! Da ich gestern eigentlich schon das meiste von der Stadt gesehen hatte, wollte ich mir heute ein wenig die Umgebung anschauen und zu vier nahegelegenen Seen radeln – ausnahmsweise mal ohne Gepäck, welch ein Genuss!! Die Straße wand sich durch Wald und Wiesen über zahlreiche Hügel, und es herrschte wenig Verkehr – absolut geniale Radlbedingungen! Hier ein paar Eindrücke:

Leere, gute Straßen, ein Genuss!

See Nummer 1: Lake Okareka.

See Nummer 2: Blue Lake (so blau war er leider an diesem Tag nicht) oder Lake Tikitapu.

See Nummer 3: Green Lake bzw. Lake Rotokakahi.

Green (links) und Blue (rechts) Lake auf einen Blick.

See Nummer 4: Lake Tarawera.

Das Museum „Buried Village“ über ein Dorf, das im vorletzten Jahrhundert bei dem Ausbruch des Mount Tarawera Vulkans verschüttet wurde.

Den Rückweg fuhr ich über die Mountainbike-Trails durch den Whakarewareewa Forest, ein Traum!

Zum Schluss fuhr ich an dem MTB-Rennen „Crankworx“ vorbei und schaute den Profis noch ein bisschen zu:

Für Dienstag hatte ich eine Bustour zum Hobbiton Movieset gebucht – das zweite echt touristische Ding (nach der Doubtful Sound Cruise), das ich hier in Neuseeland mache. Und das ist perfekt durchorganisiert: jede Busladung Touristen bekommt gleich am Eingang einen Guide, der dann die komplette Gruppe durch das große Gelände führt, interessante Dinge über die Entstehung des Sets und Begebenheiten beim Filmen erzählt und ansonsten versucht, die Gruppe zusammen zu halten. Es gibt einen festen Ablauf, damit sich die vielen Gruppen nicht in die Quere kommen, und zum Schluss gibt es ein Freigetränk im „Green Dragon“, so dass die meisten Besucher nach eineinhalb Stunden Hobbiton zufrieden verlassen, nachdem ihr Guide sie wieder in den richtigen Bus gesetzt hat. Das klingt jetzt vielleicht etwas negativ, da sowas nicht so meine Welt ist, das Filmset selbst ist aber tatsächlich sehenswert!

Unser Guide Bethany und der erste Blick auf Hobbiton.

Der einzige künstliche Baum dort, bei dem alle paar Jahre die 200.000 Blätter einzeln neu mit Farbe besprüht werden müssen.

Nach unserem Freigetränk, in meinem Fall Ginger Beer, weil ich Bier nicht mag, ging es zurück nach Rotorua. Für heute steht nicht mehr viel auf dem Programm, werd mein Fahrrad mal ein bisschen putzen und pflegen, mein Zeug wieder packen und mich noch ein bisschen ausruhen. Morgen geht es nach Tauranga bzw. Mount Maunganui an die Ostküste und von dort dann in den nächsten Tagen zur Coromandel Halbinsel. Ich hoffe, das Wetter hält noch in meinen letzten drei Wochen hier. Übrigens dürft ihr auch gerne den ein oder anderen Blogbeitrag kommentieren, freue mich über Rückmeldungen 😊.

Viele Grüße aus Rotorua!

Taupo – eine Stadt zwischen Vulkanen, See und Flusslandschaft

Nach ein paar Tagen im wunderschönen Napier machte ich mich am Dienstag auf Richtung Taupo, also von der Ostküste ins Landesinnere. Das hieß 140km mit ordentlich Höhenmetern, nämlich knapp 2000, über zwei Tage verteilt.

Anfangs ging es flach an der Küste entlang aus Napier heraus…

… dann wurde es relativ schnell ziemlich hügelig.

Blöderweise ging es mir aber nicht so gut, irgendwie hat mein Bauch ein bisschen gesponnen, so dass ich ein paar Tage nicht ordentlich gegessen hatte bzw. das Essen immer relativ schnell wieder draußen war. Und so kam, was kommen musste – nach 35 km und bis dahin 800 Höhenmetern saß ich fix und alle mitten im Nirgendwo am Straßenrand. Radeln war an diesem Tag definitiv nicht mehr, und so beschloss ich, mein Glück als Anhalter zu probieren. Und schon nach zwei Minuten hatte jemand Mitleid mit mir, wie ich da so völlig fertig und verschwitzt mit meinem Rad stand. Pete, der gerade nach Rotorua unterwegs war (und für seinen Geschäftstermin eh schon spät dran war), hielt, packte kurzerhand mein Rad mit Gepäck auf sein Auto und los ging’s Richtung Taupo. War ich froh, als ich dort ankam und im Hostel im Bett war!

Den nächsten Tag verbrachte ich dann auch eher ruhiger, schlief erstmal aus und schaute mir dann den Ort ein bisschen an:

Da das Wetter eh nicht so berauschend war und es nachmittags regnete, nutzte ich den Tag zur Erholung, und meinem Bauch ging es dann auch besser, so dass ich mich am Donnerstag fit genug fühlte, die Huka Mountainbike-Trails zu den Huka Falls zu radeln, und das bei schönstem Wetter! Es war ein Traum! Der Trail war super, ziemlich anspruchsvoll, wunderschön durch Wald und am unglaublich grünen bzw blauen Fluss entlang.

Und da die „Craters of the Moon“ nur ein paar Kilometer weiter waren, sah ich mir diese dampfende Vulkanlandschaft auch noch an:

Am Freitag, also heute, stand der beliebteste One-day hike in Neuseeland an, das Tongariro Alpine Crossing. Leider war der Wetterbericht nicht sehr vielversprechend, es waren teilweise heftige Regenfälle angesagt. Ich beschloss, das Risiko trotzdem einzugehen und so saß ich um kurz nach 5.00 Uhr morgens mit 29 anderen Wanderwütigen im Bus Richtung Nationalpark. Um kurz nach 7.00 Uhr ging es los, anfangs noch im Halbdunkel und bei Nieselregen, aber nach einiger Zeit riss der Himmel auf und wir konnten die Vulkanlandschaft bewundern, zumindest kurz:

Leider zog es schon bald wieder zu und man sah nicht mehr so sonderlich viel…

Weiter unten wurde es dann grün, und auch die Sicht wieder besser:

Da ich die meiste Zeit eh nicht viel sah, nutzte ich den Hike zu Trainingszwecken (ok, mir war v.a. kalt 😜) und gab ein bisschen Gas, so dass ich nach 4,5 Stunden als erste am Parkplatz ankam. Dummerweise musste ich dann 2,5 Stunden auf den Bus warten… Aber trotz zumeist schlechter Sicht war der Hike atemberaubenden (und es gab keinen Starkregen), ich hoffe, das kommt auf den paar guten Bildern etwas rüber 😊.

Morgen radel ich weiter Richtung Rotorua, wo es noch mehr vulkanische Aktivität zu sehen gibt.

Viele Grüße aus Taupo!

On the road again: von Wellington nach Napier 🚴🏻‍♀️💨

Freitag vor einer Woche verabschiedete ich mich von meinem Gastgeber Murray, der mich drei Tage von vorne bis hinten verwöhnt hatte, und machte mich auf den langen Weg von Neuseelands Hauptstadt nach Napier an der Ostküste. Für heute waren 90km bis nach Greytown geplant, und das schönste daran war, dass das meiste davon auf Radweg/Trail sein würde.

Die erste Hälfte der Strecke ging immer schön flach am Wasser, zuerst an der Küste, dann am Hutt River entlang, und das bei schönstem Sonnenschein. Die zweite Hälfte fuhr ich dann auf dem Rimutaka Cycle Trail über die Rimutaka Hills, da wurde es, wie der Name schon sagt, etwas bergiger. Außerdem wechselte der glatte Asphalt zu Schotter, und es wurde ein Trail, was es mit meinem ganzen Gepäck um einige Nummern anstrengender machte. Dummerweise war der Trail an einigen Stellen nicht wirklich gut beschildert, so dass ich einige Umwege fuhr (oder ich war zu doof, die Schilder zu sehen), was mir statt der 90km dann eine Gesamtstrecke von 105km einbrachte. Hier ein paar Eindrücke:

Am Ende des Trails wurde es ein Single Track mit einigen großen und spitzen Steinen, und leider hielt mein Hinterreifen das bergab mit dem vielen Gepäck nicht aus – ich hatte meinen dritten Platten!

Und das an einer unmöglichen Stelle, es war so eng bzw. so steil, dass ich meinen Reifen unmöglich dort wechseln konnte, und so schob ich Rad + Gepäck laut fluchend die nächsten 2 Kilometer bis zum Parkplatz. Dort konnte ich endlich den Schlauch wechseln und die letzten 20 Tageskilometer in Angriff nehmen, inzwischen war es auch schon relativ spät und ich ziemlich k.o. Um 19.30 Uhr, kurz bevor es dunkel wurde, lief ich völlig fertig am Campingplatz in Greymouth ein, da war dann nur noch Zeltaufbauen, Duschen und Essen angesagt, bevor ich in meinen Schlafsack kroch.

Wieder gut erholt von den Strapazen des Vortages machte ich mich am Samstag auf den Weg über Masterton (wo ich erstmal lecker frühstückte) nach Alfredton, einem Campingplatz mitten im Nirgendwo. Heute waren nur 70km zumeist auf Nebenstraßen geplant, und ich genoss die Fahrt sehr: wenig Autos, gute Straße (ich glaube, Trails fahre ich mit dem ganzen Gepäck nicht mehr…🤔), und interessante Landschaft. Nur das Wetter hätte schöner sein können, dadurch, dass es bewölkt war, blieb es ziemlich kühl.

Am Sonntag radelte ich, diesmal über einige Hügel, 90km bis nach Wimbledon bzw. bis zur Wimbledon Tavern, wo ich kostenlos campen durfte, dafür dass ich dort aß und trank. Der Morgen war arschkalt, mir froren die erste Stunde fast die Finger ab!

Aber im Laufe des Vormittags kämpfte sich die Sonne durch, und auch die 960 Höhenmeter, die es zu bewältigen galt, wärmten mich dann schnell auf!

Als Belohnung gönnte ich mir zum Abendessen in der Wimbledon Tavern dann den Seafood Basket, der von Fett nur so triefte (danach war mir ziemlich schlecht):

Am Montag radelte ich knapp 80km weiter nach Waipawa, meiner letzten Station vor Napier. Heute war es nicht mehr ganz so hügelig, dafür hatte ich etwas Gegenwind, aber alles in allem gut machbar. Unterwegs kam ich an dem Ort mit dem längsten Namen der Welt vorbei:

In Waipawa angekommen, gönnte ich mir erstmal ein Eis und kaufte ein, bevor ich zum Campingplatz fuhr, mein Zelt aufbaute (und mal wieder trocknen ließ), duschte und aß. Eigentlich wollte ich ja wie immer früh ins Bett, aber auf dem Weg zum Zähneputzen hörte ich Gitarrenmusik und Gesang, da musste ich natürlich hinschauen! Ich fand Deon und T, zwei Kiwi Rail-Arbeiter, die für zwei Nächte in den Hütten des Campingplatzes untergebracht waren, und Paddy, den Besitzer des Campingplatzes bei einer spontanen Jam Session – und natürlich machte ich mit! Das war echt cool! So cool, dass ich beschloss, noch eine Nacht in Waipawa zu bleiben, um am nächsten Abend nochmal zusammen Musik zu machen. 😊

Tagsüber schaute ich mir das kleine Örtchen Waipawa ein bisschen näher an:

Abends fing ich mit Deon und T dann schonmal an, Musik zu machen, später kamen noch Paddy, zwei Kanadier, Steve (mit Gitarre) und Richard, und ein Schweizer, Daniel, dazu und wir jammten bis tief in die Nacht.

Deon.

T.

Paddy und Steve.

Deon singt ein Maori-Lied (nur Ton).

Erinnerungsfoto mit Paddy am Morgen, bevor ich weiter fuhr.

Nach kurzer Nacht ging es mit einem Tag „Verspätung“ auf die letzte 70km-Etappe nach Napier, die überwiegend flach war und wie die Tage zuvor auf sehr ruhigen Nebenstraßen und zum Schluss Radweg verlief.

Da ich erst spät losgefahren war (dafür wars aber schon schön warm!😃), kam ich erst so um 17.00 Uhr in Napier an. Ich checkte im Hostel ein, duschte und traf mich dann mit dem Schweizer Daniel vom Campingplatz in Waipawa auf Essen und Bierchen – in meinem Fall Cider. War ein sehr netter Abend – auch ohne Musik.

Am Donnerstag schaute ich mir Napier näher an. Natürlich treibt es mich zuerst immer auf irgendeinen Aussichtspunkt hinauf, in diesem Fall den Bluff Hill:

Die Stadt ist bekannt für ihre vielen Art Deco Bauten, die ab 1930 gebaut wurden, nachdem ein großer Teil der Stadt von einem Erdbeben zerstört worden war. Ich wanderte zum Sightseeing einfach die Straßen entlang, ohne mich groß zu informieren über offizielle Sehenswürdigkeiten – die Stadt an sich ist hier die Sehenswürdigkeit:

Am Nachmittag packte ich mein (leeres) Fahrrad und fuhr noch ein Ründchen an der Uferpromenade und dem Küstenradweg entlang:

Dann setzte ich mich an den Strand, hörte ein bisschen Musik und schaute aufs Meer hinaus – ein Traum, v.a. bei dem tollen Wetter und den warmen Temperaturen!

Heute, am Freitag, steht hauptsächlich Faulenzen auf dem Programm, neben Wäschewaschen und Blog schreiben. Es ist heftiger Regen angesagt, sonst wäre ich heute schon weiter Richtung Taupo gefahren. Bisher ist es trocken, hoffentlich verspätet sich der Regen nicht um einen Tag… 🙄

Viele Grüße aus Napier!

Von Picton zur Hauptstadt Wellington 🚢

Endlich komme ich mal wieder zum Schreiben, in Wellington war ich einfach zu beschäftigt 😜.

Bevor es am Dienstag auf die Fähre nach Wellington ging, schaute ich mir Montag noch in bisschen Picton an. Eigentlich wollte ich auch Hiken gehen, aber bis auf einen kurzen Track zu Bob’s Bay waren alle Tracks wegen Brandgefahr gesperrt. Hier ein paar Eindrücke von Picton:

Am Dienstag ging es dann in aller Frühe (um 8.00 Uhr) auf die Fähre, bei allerschönstem Wetter und ruhiger See – fast ein bisschen langweilig… 😜. Aber die Ausblicke auf die Marlborough Sounds waren atemberaubend!

Dann der erste Blick vom Schiff aus auf Wellington:

Wie im letzten Blog schon erwähnt, hatte mich Murray, den ich zusammen mit seiner Freundin Bev auf dem Alps2Ocean Trail kennen gelernt hatte, eingeladen, bei ihm zu wohnen, solange ich in Wellington war. Und so machte ich mich auf den Weg zu seinem Apartment im Stadtteil Kelburn und musste gleich mal feststellen, dass Wellington krass hügelig ist! Ich musste mein vollbepacktes Rad einen sehr steilen Berg hochschieben und kam dementsprechend schweißgebadet an der Wohnung an. Da Murray bis Nachmittag arbeiten musste, hatte er mir seinen Haustürschlüssel in einer Lockbox hinterlassen, so dass ich erstmal mein ganzes Zeug loswerden konnte, bevor ich zu einem ersten Streifzug durch die Stadt aufbrach. Der Ausblick von der Wohnung aus war der Hammer!!!

Ich zog mich schnell um und ging dann los Richtung Waterfront und von dort aus zum Mount Victoria – ich wollte Wellington erstmal „von oben“ sehen:

Was mir an Wellington sehr gut gefällt, ist, dass diese Stadt so grün ist! Überall gibt es Parks, Wald und Grünflächen. Was es auch zuhauf gibt, sind Berge und Treppen – fast ein bisschen wie in Cusco, nur die Luft ist nicht so dünn 😜

Da Murray um 17.00 Uhr heimkommen wollte, war ich auch so um die Uhrzeit wieder in seiner Wohnung, und es gab ein herzliches Wiedersehen:

Ich wurde die drei Tage, die ich bei ihm wohnte, nicht nur super unterhalten (und lernte sehr viel über Neuseeland), sondern auch von hinten bis vorne verwöhnt: Murray bekochte mich und bereitete mir jeden Tag das Frühstück vor, bevor er zur Arbeit ging, voll lieb!

Am Mittwoch schaute ich mir dann die Stadt näher an:

Skulptur im Botanic Garden.

The Beehive.

Parliamentary House.

Parliamentary Library.

Old St.Pauls Church.

Wellington Bahnhof…

… hier ist man nicht nur verrückt nach „Herr der Ringe“ 😜

Ach ja, eine „Sehenswürdigkeit“ hier ist auch der Wind – Wellington gilt als windigste Stadt der Welt, was es mir am Mittwoch auch beweisen wollte:

Dazu gabs passenderweise am gleichen Tag das hier in der Zeitung:

Am Donnerstag hatte sich das Wetter wieder beruhigt und ich beschloss, meinen letzten Tag in Zealandia, etwas nördlich von Wellington zu verbringen. Hier hatte man ein sehr großes Areal komplett eingezäunt, um zu verhindern, dass Nagetiere eindringen können, mit dem Ziel, einheimische, vom Aussterben bedrohte Vögel (und andere Tiere) hier nisten zu lassen und zu füttern und den Wald wieder ursprünglich werden zu lassen, was laut Plakat dort 500 Jahre dauert… Ich verbrachte 4 Stunden damit, zu hiken und Vögel zu beobachten bzw ihnen zu lauschen, war toll!

Ein Robin, der sehr neugierig war und bis auf 10cm an mich rankam.

Kakas bei der Fütterung – neben den frechen Keas von der Südinsel meine Lieblingsvögel!

Und hier noch ein ganz anderes Tier, das überall lautstark zu hören ist:

Am letzten Abend lud ich Murray zum wenigstens ganz kleinen Dank zum Essen ein, und es wurde noch einmal ein sehr unterhaltsamer Abend! Vielen Dank für alles, Murray!! 😘

Am Freitag ging es, auf Murray’s Anraten hin, Richtung Nordosten nach Napier. Aber darüber schreib ich dann im nächsten Blog 😊.

Viele Grüße aus Wellington (naja, inzwischen nicht mehr)!

Abenteuer in den Marlborough Sounds

Nach einer Woche im wunderschönen Abel Tasman National Park mit Bike, Kayak und zu Fuß stieg ich am Montag wieder auf mein Rad und fuhr los gen Osten Richtung Marlborough Sounds. An diesem Tag stand nur ein kurzer Trip von 50 km nach Nelson an, ein Teil der Strecke verlief auf dem „Great Taste Trail“, allerdings nutzte ich nur den Radweg und nicht die vielen Einkehrmöglichkeiten – in der Früh war noch alles geschlossen. Leider war ein Teil des Radwegs, Rabbit Island, gesperrt wegen Brandgefahr. Da die letzten Wochen hier im Norden sehr trocken waren, herrscht hohe Brandgefahr, und südlich von Nelson hatte es schon einen großen Brand gegeben, mit Straßensperrungen und Evakuierungen. Hier ein paar Eindrücke von dem Trail nach Nelson:

In Nelson gab es die letzte Wiedervereinigung des deutsch-luxemburgischen Radl-Dreamteams – ja, Pino war wieder da! Zusammen machten wir uns auf zu einer Stadtbesichtigung:

Leere, aber nette Innenstadt.

Cathedral in Nelson.

Leider war eine Attraktion, nämlich der Track im Botanical Garden zum Mittelpunkt von Neuseeland, wegen Brandgefahr gesperrt:

So begnügten wir uns mit einem Spaziergang durch den „Queen’s Garden“:

Abends gingen wir lecker Pizza essen, danach gabs, zur Feier unseres letzten gemeinsamen Abends, ganz romantisch eine Flasche Wein zum Sonnenuntergang am Hafen 😊.

Am nächsten Tag stand für mich eine anstrengende Etappe auf dem Plan, ca 90 km über ein paar Berge nach Elaine Bay in die Marlborough Sounds. Wie anstrengend das wirklich werden sollte, merkte ich dann aber erst beim Fahren… Zunächst ging es 45 km auf dem State Highway entlang und zwei lange, aber nicht sehr steile Berge hinauf und wieder hinunter. Das anstrengendste hier waren allerdings nicht die Berge, sondern die LKWs, die teilweise Zentimeterdicht auf der engen Straße an mir vorbei fuhren! Einer war so nah an mir dran, dass ich in den Straßengraben musste – ist aber zum Glück nichts passiert. Kurz bevor es vom Highway runter ging, machte ich Frühstückspause in einem Café am Straßenrand. Der Inhaber sagte mir, das schwierigste Stück hätte ich geschafft, ab jetzt würde es nur noch leicht auf und ab gehen. Ha ha!! Ich glaube der gute Mann war noch nie in Elaine Bay!! Während ich mich die zwei langen und teilweise sehr steilen Berge hinauf quälte, wünschte ich mir so sehr, dass er neben mir radeln würde – nur damit er sieht, wie „flach“ es hier ist!!! Dafür waren die Ausblicke aber umso genialer:

Den letzten Berg hinauf, der natürlich der steilste war, bin ich ungefähr fünfmal gestorben, ich war echt fertig!! Dazu trugen natürlich auch die Temparaturen um 30 Grad ihren Teil bei. Und so kam ich fix und alle nach 92 km und knapp 1500 Höhenmetern (mit einem voll beladenen Rad mit ca 42-45kg!) am Campingplatz in Elaine Bay an:

Steg direkt am Campingplatz.

Eigentlich wollte ich am nächsten Tag weiter nach French Pass radeln, aber da es sehr windig und kühl wurde, entschied ich mich dafür, lieber den Archer Track zu laufen und meinen Beinen so eine kleine Pause vom Radfahren zu gönnen – schließlich musste ich ja auch zurück wieder über die Berge drüber.

Meinen Beinen hatte die Radlpause gut getan, und so startete ich am Donnerstag erstaunlich fit den ersten Berg hinauf – heutiges Ziel war Anakiwa, von wo aus ich ab Freitag eine zweitägige Kayaktour gebucht hatte. Leider fing mitten am Berg meine Gangschaltung an zu spinnen, zum Glück nur in den schweren Gängen, so dass ich trotzdem gut den Berg raufkam. Ich beschloss, am Campingplatz/Shop in Okiwi Bay Halt zu machen (dort hatte ich schon auf dem Hinweg Pause gemacht) und mir das dort genauer anzusehen, und was ich da sah, sah gar nicht gut aus:

So konnte ich nicht weiter fahren, schon gar nicht über die Berge… glücklicherweise bekam ich sofort Hilfe von den beiden Leuten vom Campingplatz, die gleich rum fragten, ob mich jemand samt Rad und Gepäck nach Havelock mitnehmen könnte.

Meine beiden Helfer vom Campingplatz in Okiwi Bay 😃.

Und sie fanden Jeff, Gael und ihren Sohn, die mit ihrem Boot nach Kaikoura unterwegs waren. Sie packten kurzerhand mein Rad mit Gepäck in ihr Boot auf dem Trailer und nahmen mich bis Havelock mit. Meine Helden des Tages!!! Vielen Dank nochmal dafür!!! 😘

Leider konnte mir in Havelock niemand helfen. Ich rief also die Kayakcompany an, um entweder den Trip für den nächsten Tag zu canceln oder irgendwie einen Weg zu finden, wie ich nach Anakiwa kommen könnte. Und wieder hatte ich Glück: Sea Kayak Adventures veranstalten nicht nur Kayaktouren, sondern verleihen auch Fahrräder und können sie auch reparieren! Außerdem gab es eine Möglichkeit, mit Helen’s „Link Bus“ von Havelock nach Anakiwa zu kommen, und so fuhr mich Helen für 10 Dollar mit meinem ganzen Zeug zu Sea Kayak Adventures, die mein kaputtes Rad in Empfang nahmen und bis Samstag nach der Kayaktour reparieren würden. Von dort fuhr sie mich ein paar Meter weiter zu Smith’s Farm, einem netten Campingplatz, wo ich die Nacht verbringen würde. Was für ein abenteuerlicher Tag!! Nach dem Zeltaufbau brauchte ich erstmal eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall (naja, Wasserfällchen) in der Nähe. Nachts gibts hier Glowworms zu bewundern, aber ich wusste schon, dass ich nach diesem chaotischen Tag früh ins Bett wollte, und schaute ihn mir deshalb bei Tageslicht an:

Am Freitag wurde ich von Aaron, dem Besitzer der Kayakagentur (und Fahrradreparierer 😊) vom Zeltplatz aufgesammelt, um mit meinen sechs anderen Kayakkollegen zusammenzutreffen, und schon nach wenigen Minuten war klar, dass das eine sehr coole Truppe war – wir flaxten herum, als würden wir uns schon ewig kennen. Mit dabei waren Bonnie und Pattie aus den USA, James 1 aus den USA, James 2 aus Kanada, Olaf aus den Niederlanden, Maarit aus Deutschland, unser Guide Dan aus Kanada und ich. Bevor wir los konnten, mussten wir erstmal packen, und das startete schon sehr witzig:

Umpacken unserer Sachen in Dry Bags.

Olafs Isomatte (schwarz) neben meiner (orange) – sein Schlafsack hatte übrigens ungefähr die gleiche Größe 😂. Im Auto alles kein Problem, und ganz sicher wesentlich bequemer als meine…

Nach dem Packen und der Einweisung ging’s dann endlich los zum und auf das Wasser. Und es wurde wie erwartet ein sehr cooler Trip! Nicht nur war die Stimmung super, auch das sportliche Niveau beim Kayaking war wesentlich höher als bei meiner letzten Kayaktour, da alle vorher schonmal Kayak gefahren waren bzw. sowieso regelmäßig fuhren. Da konnte ich mich richtig austoben! Die Landschaft war ganz anders als im Abel Tasman NP, statt Sandstränden gab es (nur bei Ebbe) Kiesstrände, alles war viel wilder, die Berge steiler. Hier ein paar Eindrücke von der Tour:

Unser Zeltplatz – wir hatten ihn ganz für uns allein!

Dan beim Erklären der verschiedenen Farne, James und Maarit hören gespannt zu.

Erstmal ein Bierchen nach der anstrengenden Paddelei 😊.

James, Bonnie und Olaf, nachdem wir unsere selbstgeernteten Muscheln gegessen hatten.

Olaf und Maarit beim Genießen des Sonnenuntergangs.

Hammer!!!!

Kayakkuscheln 😂.

Die komplette Truppe: Maarit, Olaf, James, Dan, Bonnie, ich, Pattie und James.

Nach einem tollen Kayaktrip, der leider viel zu kurz war, kamen wir Samstag Nachmittag wieder in der Base an, wo schon mein repariertes Rad auf mich wartete. Da für Sonntag Sturm und Regen angesagt waren, wollte ich unbedingt noch nach Picton radeln, und so ging es, nach herzlichem Abschied von meiner Paddelcrew, auf dem wunderschönen Queen Charlotte Drive die 20km zu meinem Hostel in Picton.

Heute, am Sonntag, regnet es wirklich in Strömen (was hier aber dringend nötig ist), und ich sitze gemütlich auf der Couch im warmen, trockenen Hostel. Das wird ein fauler Tag heute! Morgen werde ich mir Picton mal näher anschauen, und am Dienstag geht es mit der Fähre auf die Nordinsel nach Wellington. Dort komme ich für ein paar Tage bei Murray unter, einem Radler, den ich auf dem Alps2Ocean Trail kennen gelernt habe, und der mich zu sich nach Hause eingeladen hat. Freu mich schon sehr darauf, ihn wieder zu sehen!

Bisher bin ich 3000 Kilometer fast ganz um die Südinsel herum geradelt und habe wahnsinnig viele verschiedene Landschaften gesehen und tolle Menschen getroffen! Bin jetzt gespannt, was die Nordinsel zu bieten hat 😊.

Viele Grüße aus Picton (das letzte Mal von der Südinsel)!

Kayaking im Abel Tasman National Park 🚣‍♂️

Nach dem Tag Kayaking im Milford Sound wusste ich, dass ich das unbedingt nochmal länger machen wollte. So durchforstete ich das Internet und buchte schließlich eine 3-Tagestour mit einem zusätzlichen Tag Hiking im Abel Tasman National Park. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, eine 5-Tagestour zu machen, aber das war mir dann schlichtweg zu teuer.

Und so wurde ich Dienstag früh am Hostel per Bus aufgesammelt und nach Marahau gebracht, von wo es per Wassertaxi weiter nach Totaranui ging. Diesen Tag hatte ich für mich allein zum Hiken, am Mittwoch morgen würde ich dann mit der Kayakgruppe zusammentreffen. Am Zeltplatz in Totaranui angekommen, baute ich erstmal das von der Abel Tasman Kayak Company geliehene Zelt auf, schmiss meine Sachen hinein und machte mich dann mit leichtem Gepäck auf meine 6-stündige Wanderung.

Leihzelt erfolgreich aufgestellt 😜.

Die Tour war Teil des mehrtägigen Abel Tasman Great Walks, und so war, zumindest anfangs, auch relativ viel los auf dem Weg. Dieser schlängelte sich durch den Wald die Hügel auf und ab, ging hinunter zu und über wunderschöne Strände und ab und zu gab es eine kurze Kletterei über Steine und Felsen, war also sehr abwechslungsreich. Und immer wieder gab es tolle Ausblicke über karibisch anmutende Buchten und strahlend türkis-blaues Wasser:

Mein erstes Ziel war der Separation Point, eine Landzunge mit Leuchtturm, das die Abel Tasman Sea von der Golden Bay trennt. Dort sollte es neben einem schönen Blick die Steilküste entlang auch Seelöwen zu sehen geben, und ich hab tatsächlich auch zwei gesehen, allerdings nur von sehr weit weg.

Zurück ging es über den Inland-Track und den Gibbs Hill, doch überraschend lang und steil bergauf (und danach bergab), dafür aber mit Ausblick!

Zurück auf dem Campingplatz hüpfte ich kurz ins Meer, verspeiste meine mitgebrachten Brote und fiel todmüde relativ früh in meinen Schlafsack. So wachte ich rechtzeitig zu einem tollen Sonnenaufgang wieder auf:

Pünktlich um 10.00 Uhr kam das Wassertaxi und brachte die beiden Kanadier und mich nach Awaroa, wo unsere Kayakgruppe schon auf uns wartete und eifrig am Organisieren war:

Wir waren die ersten beiden Tage zu zehnt mit den beiden Guides Roy und Balveer: Mary und Dan aus Wales, Julia und Ben aus Deutschland, Christin (Norwegen) und Paul (Frankreich/México), Katie aus Schweden, die beiden Kanadier und ich, eine echt coole Truppe! Nach doch ziemlich zeitraubendem Packen und Beladen der Kayaks und theoretischer Einführung ins Kayaking ging es dann endlich los – bei strahlendem Sonnenschein, spiegelglatter See und nahezu Windstille, ein Traum! Ich war mit Katie in einem Boot, quasi eine deutsch-schwedische Mannschaft 😊. Hier ein paar Eindrücke von unserem Trip:

Während Balveer und Roy mit viel Kreativität (Shelter für Schatten 😊) unseren Lagerplatz für Lunch bereiteten…

… hatten wir Zeit, zu schwimmen, zu faulenzen oder uns die Gegend zu Fuß anzuschauen.

Essen!!! Immer sehr lecker und reichlich 😃.

In action – schließlich will das Essen ja auch verdient werden 😜.

Team GER-SWE 💪🏻, im Hintergrund Team CAN.

Balveer, unserer indisch-veganer Guide, immer voran.

Unglaublich schöne Strände.

Tonga Arches bei Ebbe.

Drei Tage paddelten wir entlang der Küste des Abel Tasman National Park von Awaroa zurück nach Marahau, mit etlichen Zwischenstopps in wunderschönen Lagunen, an Badestränden, Felsinseln und für kurze Wanderungen zu Aussichtspunkten. Jeden Morgen, Mittag und Abend wurden wir von Roy und Balveer mit leckeren Mahlzeiten verwöhnt (natürlich halfen wir mit), und jeden Abend übernachteten wir an einem anderen Zeltplatz, was jedes Mal ziemlich viel Schlepperei bedeutete, denn schließlich mussten die Kayaks ausgeräumt und das ganze Zeug inklusive Kayaks ins Lager gebracht werden. Und morgens das Gleiche mit wieder Beladen. Bei Ebbe war das dann teilweise ganz schön weit zu schleppen…. 😓. Aber mit vereinten Kräften ging es jedes Mal ziemlich flott 💪🏻😃.

Nach zwei Tagen verließen uns Christin, Paul, Ben und Julia, und auch Balveer musste wieder zurück, so dass wir den letzten Abend und den letzten Tag nur noch zu siebt waren:

Jessie, Lizzy, Dan, Roy, Mary und Katie.

Gruppenselfie auf einer kurzen Wanderung.

Roy im Selfie-Wahn 😊.

Da ich unbedingt mal das Single Kayak ausprobieren wollte (und ich sowieso noch nicht genug vom Paddeln hatte), schnappte ich mir mit Roys Erlaubnis sein Boot und paddelte Donnerstag Abend und Freitag früh vorm Frühstück nochmal ein paar Extra(r/st)unden durch die Bucht – was für ein genialer Sport! Außerdem versuchten Katie und ich uns in der Eskimorolle, die uns aber leider nicht gelang… Kayakfahren werde ich auf alle Fälle von jetzt an öfter machen!!

Nach tollen gemeinsamen drei Tagen trafen wir etwas wehmütig Freitag Nachmittag in Marahau ein, hieß es jetzt doch Abschied nehmen! Ich hätte es locker noch ein paar Tage „ausgehalten“ – der Tausch Fahrrad gegen Kayak war echt genial! Im Abel Tasman Kayak-Lager erwartete uns eine Überraschung: Balveer wartete dort auf uns, er war extra an seinem freien Tag gekommen, um sich nochmal von uns zu verabschieden!

Nach einem letzten Mal Kayaks-Ausladen und erster Dusche nach vier Tagen (sonst gabs nur Baden im Meer, dafür aber etliche Male pro Tag) ging es per Bus wieder zurück zum Hostel.

Heute, am Samstag, lege ich mal einen Ruhetag ein und nutze das zum Blogschreiben und zur weiteren Planung. Morgen mach ich einen Strandtag im 12km entfernten Kaiteriteri, ich hoffe nur, dass der Wind morgen weg ist, sonst wird’s anstrengend, der bläst nämlich gerade wie verrückt! Am Montag steig ich dann wieder aufs Radl und fahre weiter gen Osten nach Nelson.

Viele Grüße aus Motueka!