Two Germans on tour part 3: Mount Taranaki, Stratford, Forgotten World Highway

Hallo liebe Leser, im dritten Teil unserer Reise ging es von New Plymouth nach Stratford und über den „Forgotten World Highway“ bis nach Turangi. Bisher hatten wir ja wirklich Pech, was den Mount Taranaki angeht – keine Spur zu sehen von ihm, was uns schon frustrierte! Tibor brachte das in seinen selbst gezeichneten Postkarten gut zum Ausdruck:

Postcard made (and copyright by) Tibor.

An unserem letzten Tag war uns das Glück dann jedoch endlich hold: unseren Augen bot sich der unglaubliche Anblick des Vulkans Mount Taranaki (oder auch als Mount Egmont bekannt), als wir aus New Plymouth raus und in Richtung Mount Egmont Visitor Center fuhren:

Finally!!! Mount Taranaki am Horizont!
Was für ein atemberaubender Anblick!

Wir genossen den Anblick, auf den wir die letzten 4 Tage vergeblich gewartet hatten, in vollen Zügen, es ist wirklich ein toller Berg! Doch leider zogen relativ schnell wieder Wolken davor, so dass wir den Vulkan eine halbe Stunde später vom Mount Egmont Visitor Center nicht mehr sehen konnten. Egal, wir waren überglücklich, ihn überhaupt gesehen zu haben! Im Visitor Center nahmen wir uns ein wenig Zeit, die liebevoll erstellte kleine Ausstellung anzuschauen.

Mount Egmont Visitor Center.
Im kleinen Museum des Visitor Centers.

Von dort brachen wir zu einer kleinen Wanderung durch einen echten Zauberwald auf – es war der Hammer! Wir machten gefühlte zweitausend Bilder, weil die mit Moos bewachsenen Bäume einfach so fantastisch aussahen! Aber seht selbst, hier eine kleine Auswahl aus den zweitausend Bildern 😉

Ausblick vom Visitor Center ins Tal Richtung Meer.
Der Start unserer Wanderung.
Tibor im Zauberwald.
Wunderschön!
Winzig kleine Pilze wuchsen dank der Feuchtigkeit auf den Blättern.
Im Sonnenschein noch viel schöner!

Nach der Wanderung machten wir uns auf den Weg nach Stratford, der Shakespeare-Stadt, wo wir die nächste Nacht verbringen wollten. Dieses kleine Städtchen ist so Shakespeare-begeistert, dass man auf Schritt und Tritt Zeugnissen davon begegnet:

Ansonsten gab es hier nicht viel zu sehen, so dass wir nach einem Rundgang und einer Tasse Kaffee in einem kleinen Café nur noch schnell den Supermarkt aufsuchten, um uns mit Zutaten für unser Abendessen zu versorgen, und uns dann aufmachten in das für diese Nacht gebuchte Motel etwas außerhalb der Stadt.

Der schwrazwäldlerisch anmutende Clock tower, der fünfmal am Tag ein Glockenspiel aus „Romeo and Juliet“ erklingen lässt.
Stratford Innenstadt – tatsächlich „Broadway“ genannt 🙂

Am nächsten Morgen brachen wir nach dem Frühstück auf Richtung Highway 43, dem berühmten „Forgotten World Highway“. Den hätte ich eigentlich in meinem Sabbatjahr mit dem Fahrrad fahren wollen, aber da hatte die Zeit nicht mehr gereicht. Leider hatten wir nicht so viel Glück mit dem Wetter, es regnete zwar nicht, aber es war grau in grau und ziemlich kalt, was uns nicht gerade dazu motivierte, uns viel rund um den Highway anzuschauen. Die Landschaft war trotzdem echt schön, was aber auf den Bildern wegen des grauen Wetters nicht so herauskommt:

Am frühen Morgen sah das Wetter noch ganz gut aus, so dass wir den Mount Taranaki nochmal zu Gesicht bekamen.
Landschaft kurz nach Stratford.
Am Strathmore Saddle: Letzter Blick über die Hügel auf den in der Ferne hinter Wolken verschwindenden Mount Taranaki.
Bye bye, Mount Taranaki!
Was man unterwegs nicht alles findet: Zum Trocknen aufgehängte Schweinshaut, die bestialisch stank!

Die Hauptattraktion entlang des Forgotten World Highways ist die Republik „Whangamomona“, die sich als Reaktion auf die geänderten Gebietsgrenzen zwischen der Taranaki Region und der Manawatu-Whanganui Region 1989 zur unabhängigen Republik erklärte. Man kann dort einen Pass der Republik bekommen oder seinen eigenen stempeln lassen. Bisherige Präsidenten waren neben tatsächlichen (menschlichen) Einwohnern auch eine Ziege und ein Hund, und alle zwei Jahre wird im Januar der „Republic Day“ gefeiert.

Das Begrüßungsschild am Eingang der Republik.
Blick auf das berühmte Hotel in Whangamomona.
Ob er wohl auch schonmal Präsident der Republik war?

Natürlich wollten wir unseren Pass stempeln lassen, und da wir auch ein wenig hungrig waren, kehrten wir im Hotel Whangamomona ein, das gleichzeitig Hotel, Pub und Immigration Office ist. So bekamen wir neben Mince Pie auch einen Stempel der Republik Whangamomona. Das Hotel war sehr interessant eingerichtet:

Pub, Hotel und Immigration Office in einem.

Gut gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg, nicht ohne von der Republik gebührend verabschiedet zu werden:

Bye bye, Whangamomona!
Aussicht vom Tahora Saddle, bei klarem Wetter kann man die Berge des Tongariro National Park sehen – leider nicht an diesem Tag.

Unterwegs muss man durch den Moki Tunnel fahren, einen sehr engen (dafür hohen), unbeleuchteten Tunnel:

Inzwischen ist fast der gesamte Highway asphaltiert, nur ein 12 km langes Teilstück zur Tangarakau Gorge ist Schotterweg und voller Schlaglöcher, so dass es einem deutlich länger vorkommt. Der Weg durch die Schlucht ist allerdings sehenswert! Wir machten noch einen kurzen Zwischenstop am Grab von Joshua Morgan, der bei der Planung dieser Straße 1893 im Alter von nur 35 Jahren an Peritonitis starb, zwei Jahre bevor die Straße fertig gebaut war.

Schotterstraße, die hier gar nicht so schlimm aussieht, wie sie zeitweise war.

Tangarakau River.
Schafherde kurz for Taumaranui.
Interessantes Denkmal in Taumaranui.

Das letzte Stück unseres Weges von Taumaranui nach Turangi führte uns nördlich am Tongariro National Park vorbei, und natürlich hatten wir gehofft, schonmal einige Blicke auf die Vulkane Mt Tongariro, Mt Ruapehu und Mt Ngauruhoe zu erhaschen, aber da hatten wir mal wieder Pech! Unser „Ausblick“ von der Aussichtsplattform:

Wie man sieht, sieht man nichts.
Egal, dann fotografieren wir halt das einzige, was man sehen kann – uns!

Je näher wir Turangi kamen, desto besser wurde die Sicht, so dass wir wenigstens einen schönen Blick auf Lake Taupo hatten:

Nach einem langen Roadtrip kamen wir irgendwann doch noch in Turangi an, checkten in unserem Motel ein, und zogen los, um ein Restaurant für unser Dinner zu finden. Doch leider hatte an diesem Tag alles geschlossen bis auf den indischen Pizzaladen. Wir waren so hungrig, dass uns das auch egal war – wie schlimm kann eine Pseudo-italienische Pizza vom Fast Food Inder schon sein?!?

Italienische Pizza vom Inder – schaut etwas merkwürdig aus, war aber essbar, wenn auch nicht die beste Pizza, die wir je gegessen haben.

Müde, satt und zufrieden sanken wir danach in unsere Betten. Am nächsten Tag stand der Tongariro National Park auf unserem Programm, aber davon berichte ich euch dann im nächsten Blogbeitrag!

Bis dahin macht es gut!

Eure Susi

Two Germans on tour part 2: New Plymouth

Hallo liebe Leser, heute also der zweite Teil unseres Neuseeland-Road-Abenteuers: In New Plymouth angekommen, mussten wir erstmal unser Apartment finden, das wir online reserviert hatten, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, da es in einem Hinterhof lag. Dort angekommen, waren wir angenehm überrascht über die Größe und Einrichtung, außerdem war die Lage optimal, es waren nur ein paar hundert Meter bis in die Innenstadt. Hier ein paar Bilder unserer Bleibe für die nächsten drei Tage:

Wir richteten uns ein, tranken ein Tässchen Tee und zogen dann los, um uns die Innenstadt ein wenig anzuschauen und ein Restaurant für unser Abendessen zu finden. Leider war das Wetter ziemlich bescheiden, der Wind heulte durch die Straßen und es regnete immer mal wieder. Ein paar Eindrücke aus der Innenstadt:

Auch hier fanden wir ein paar Kuriositäten:

Offensichtlich werden hier Babies hergestellt.
Ich wusste nicht, dass es auch fleischbasierte vegetarische Kost gibt 🙂
„Ich nehme dann Menü 1 und einmal eine arranged marriage“ 🙂

Auch Straßenkunst gab es hier wieder reichlich zu sehen. Hier nur eine kleine Auswahl:

Da das Wetter echt bescheiden und außerdem recht kalt war, beschlossen wir, die Zeit lieber irgendwo im Warmen, Trockenen zu verbringen, und am besten mit Essen und Trinken. Wir fanden die echt coole kleine Brauerei „Three Sisters“, wo uns der nette französische Kellner erstmal alle Biersorten durchprobieren ließ, bevor wir uns entscheiden mussten. Normalerweise mag ich Bier ja gar nicht, aber es gab ein paar Sorten, die echt lecker schmeckten (nämlich nicht sehr nach Bier). Ich entschied mich für „Stonefruit Milkshake“, das tatsächlich nach Milchshake schmeckte, und dazu noch 8% Alkohol hatte! Tibor nahm ein Stout, und natürlich mussten wir dazu auch was essen, und da uns Guillaume den Blumenkohl in Bierteig ans Herz legte, nahmen wir den auch – sehr lecker!!

Die Bar in der „Three Sisters Brewery“.
Hier kann man dem Brauer bei der Arbeit zuschauen.
Lecker Blumenkohl im Bierteig – genau richtig, um den Alkohol etwas zu neutralisieren!

Ein wenig später kam eine ganze Gruppe Frontera-Mitarbeiter auf Betriebsausflug herein und wir kamen ins Gespräch, so dass sich ein paar von ihnen spontan zu uns setzten und wir ein paar nette Stunden miteinander verbrachten. So kam ich auch noch in den Genuss eines zweiten (nicht nach Bier schmeckenden) Bieres, dieses Mal mit Pflaumen-, Aprikosen- und Kirschgeschmack, sehr lecker (und wieder 8% Alkohol) – ich war danach gut drauf 😉

So schnell findet man neue Freunde – die Frontera-Gruppe.

Ein paar Stunden später wankten wir satt, glücklich und ein klein wenig angetrunken zu unserer Bleibe zurück und fielen in unsere Betten.

Am nächsten Tag wollte ich auf alle Fälle einen Teil des Coastal Walkways an der Küste entlang machen, vorher sahen wir uns noch das Gebäude der Gowett-Brewster-Gallery, den Clock Tower und die Taranaki Cathedral Church of St. Mary, die älteste Steinkirche in Neuseeland, an:

Die imposante Fassade der Gowett-Brewster Art Gallery…
… die man hervorragend für Spiegelfotos mit uns und Clock Tower nutzen konnte.
Das der Art Gallery gegenüberliegende historische Gebäude im Kolonialstil, zusammen mit Clock Tower.
Taranaki Cathedral Church of St. Mary...

Danach liefen wir zum Marsland Hill Reserve, in der Hoffnung, heute Mount Taranaki zu Gesicht zu bekommen, aber seht selbst:

Wenn man genau hinschaut, kann man im Hintergrund den Fuß des Vulkans sehen, aber das wars dann auch schon!
Immerhin gab es von dort schöne Ausblicke über die Stadt und dieses War Memorial zu sehen.

Enttäuscht (und auf später oder den nächsten Tag hoffend) machten wir uns auf den Weg zurück durch die Stadt und ans Meer, zum Coastal Walkway, der sich über 13 km an der Küste entlang erstreckt. Wir wollten einen Teil davon laufen, zur berühmten Te Rewa Rewa Bridge, und danach durch die Stadt wieder zurück. Das Wetter blieb durchwachsen und windig, so dass wir zwischendurch immer mal wieder nass wurden. Der Walkway ist echt schön, neben Ausblicken aufs Meer kann man immer mal wieder ein Kunstwerk bewundern, und auch die Landschaft ändert sich zwischendurch. Hier ein paar Eindrücke unserer Wanderung:

The Wind Wand – eine 48m hohe Glasfaserskulptur von Len Lye, die sich im Wind bewegt.
Immer am Meer entlang, teilweise war das Wetter sogar gut.

Vom Wetter geformte Felswände.
Es gab tatsächlich ein paar verrückte Surfer, die bei dem krassen Wind über die Wellen rasten.
Ich weiß ja nicht, ob ich meinen Hund hier anbinden würde…
Kurz dem Regen und Wind entkommen: Tibor bei Kaffee und Kuchen mit Blick aufs Meer.
Und weiter ging es auf dem Coastal Walkway Richtung…
… Te Rewa Rewa Bridge. Da braute sich schon das nächste Unwetter zusammen.
Die Brücke ist echt beeindruckend…
… hier mit Regenbogen. Aber eigentlich hätte man Folgendes sehen sollen:
Den Mount Taranaki. Doch da sich dieser die meiste Zeit in Wolken versteckt, hat man für die armen Menschen, die ihn nicht zu Gesicht bekommen, ein großes Poster davon nahe der Brücke aufgestellt, so dass man mit ein bisschen Schummeln dieses berühmte Foto selbst machen kann.
Coole Wandmalerei an einer Garage.

Völlig durchnässt und kaputt (ich zumindest) kamen wir wieder in unserer Ferienwohnung an. Ich brauchte erstmal eine heiße Dusche, einen heißen Tee und eine Pause, Tibor war ausgehungert nach Kultur und zog gleich wieder los, um sich die Art Gallery anzuschauen. Wir trafen uns später wieder in der Innenstadt, wo wir uns heute ein Thai Restaurant für unser Dinner ausgeguckt hatten. Doch zuvor gab es einen schönen Sonnenuntergang überm Meer zu sehen:

Beautiful sunset.

Auch an unserem letzten Tag in New Plymouth hegten wir die, inzwischen zugegebenermaßen schwache Hoffnung, endlich Mount Taranaki zu Gesicht zu bekommen, und wieder wurden wir enttäuscht. Das Wetter war zwar besser als die letzten zwei Tage, trotzdem verharrten die Wolken hartnäckig um den Vulkan herum. Heute wollten wir zunächst den Te Henui Walkway laufen und uns danach den Pukekura Park anschauen. Beides war echt sehenswert! Aber seht selbst:

Entlang des Te Henui Walkways gab es Infotafeln zur Geschichte rund um den Te Henui River zu sehen.

Vom Ende des Walkways machten wir uns auf zum Pukekura Park, dessen Eingang irgendwie gar nicht so einfach zu finden war… aber wir schafften es irgendwann doch. Der Park ist sehr schön angelegt, und viele Bäume und Pflanzen sind beschildert, so dass man jede Menge über die Pflanzen dort lernen kann.

Bewachsener Baum.

Müde und erschöpft machten wir uns nach einem langen Tag mit etlichen zurückgelegten Kilometern auf den Heimweg. Dort begegnete uns noch dieser lustige kleine Kerl, der auf einer Mauer saß:

Den Abend verbrachten wir bei einem selbstgekochten Abendessen mit leckerem Wein daheim. Am nächsten Tag wollten wir zuerst zum Mount Taranaki/Egmont National Park Visitor Center fahren (in der Hoffnung, den Vulkan endlich zu sehen, wenn wir schon halb oben sind) und danach zu unserer nächsten Unterkunft in Stratford. Aber das lest ihr dann im nächsten Blog. Bis dahin macht es gut!

Eure Susi

Two Germans on tour part 1: Whanganui

Hallo liebe Leser, hier nun der erste Teil unserer knapp zweiwöchigen Neuseeland-Tour, auf der wir selbstverständlich nur einen kleinen Teil der Nordinsel sehen konnten. Danach fuhr Tibor alleine weiter, um auch den hohen Norden der Nordinsel zu sehen. Hier unsere gemeinsame Tour, die Städte, in denen wir übernachteten, sind rot markiert:

Unsere Gesamtroute auf einen Blick (ohne die Ausflüge von den jeweiligen Unterkünften aus).

Dank Paddy’s Einsatz als Automechaniker konnten wir also wie geplant am Donnerstag morgen, den 19.05., in unser Abenteuer starten. Für Tibor war es gleichzeitig die erste Autofahrt in Neuseeland, also das erste Mal fahren auf der „falschen“ Seite, was er jedoch souverän meisterte:

Tibor bei seiner „Neuseeland-Jungfernfahrt“ im Pajero, im Hintergrund die Ruahine Ranges.

Zunächst war uns auch das Wetter wohl gesinnt, so dass wir bei strahlendem Sonnenschein (heil) an unserem ersten Ziel ankamen: Whanganui. Nach einem kurzen Spaziergang und Lunch in einem Café machten wir uns auf den Weg in unser Motel, checkten ein und zogen dann wieder los, um die Stadt genauer zu erkunden. Leider waren inzwischen Wolken aufgezogen, so dass wir zwischendurch ein wenig nass wurden. Trotzdem genossen wir unsere Sightseeing Tour, und den heftigsten Regenguss saßen wir in einem Café bei einem aromatischen Heißgetränk aus. Hier ein paar Eindrücke von Whanganui:

Eingang zu „Cooks Gardens“, einem Sportkomplex, mit Denkmal für den Neuseeländer Peter Snell, den dreimaligen Olympiasieger über 800 und 1500m.

In Whanganui gibt es jede Menge Wandmalereien, quasi in jeder Straße findet man mindestens eine, und die meisten sind sehr gut. Hier ein paar Beispiele:

Der Whanganui River, unser Motel war direkt am Fluss. Da war das Wetter noch schön…

Am Nachmittag machten wir uns auf den Weg zu einem von nur zwei Aufzügen in der Welt, die zwei Stadtteile miteinander verbinden (der andere ist in Portugal). Hier ist der Aufzug in den Berg gebaut, d.h. man muss zuerst durch einen Tunnel zum Eingang des Aufzugs laufen.

Das wäre die Alternative zum Aufzug (das ist nur die erste Treppe) – da gehts ziemlich steil hoch…
Der Tunnel zum Lift – erinnert ein wenig an den alten Elbtunnel in Hamburg. Und er hatte ein tolles Echo!
Das Innere des Aufzugs war ziemlich feudal, verglichen mit heutigen Aufzügen. So sahen Lifts wohl 1916 aus.

Der Blick von oben über Whanganui war echt schön, nur leider spielte jetzt das Wetter nicht mehr mit. Es regnete und windete, so dass es für uns ein relativ kurzes Abenteuer oben auf dem Berg wurde, es war einfach zu ungemütlich! Außerdem war die Sicht leider nicht so toll, eigentlich hätten wir von hier aus schon den Mount Taranaki sehen sollen…

Dieser Turm stand hinter dem Aussichtspunkt auf dem Aufzugshäuschen. Auch den hätten wir erklimmen können, verzichteten aber wegen des Regens darauf.
Zum Glück war Tibor für alle Wetter gerüstet 🙂

Danach brauchten wir erstmal einen heißen Kaffee, und so machten wir uns auf den Weg zurück in die Innenstadt.

Im Trockenen und Warmen!

Bei dem Wetter war uns nicht mehr zum Ausgehen zumute, so dass wir auf dem Heimweg am Supermarkt vorbei gingen und uns was fürs Abendessen mitnahmen. Dann machten wir es uns in unserem Zuhause für diese Nacht gemütlich, während draußen der Wind und der Regen tobten.

Am nächsten Morgen packten wir unser Zeug, luden es ins Auto und machten uns auf den Weg in die Innenstadt, um dort ein nettes Café für unser Frühstück zu finden. Leider war das, was wir uns am Vortag ausgesucht hatten, wegen Personalmangel geschlossen, aber wir fanden ein anderes, sehr nettes Café mit leckerem Kaffee und Scones bzw. Kuchen.

Unser leckeres Frühstück.

Frisch gestärkt ging es nun auf dem Surf-Highway an der Küste entlang Richtung New Plymouth, unserer nächsten Station. Heute war ich der Fahrer, das Wetter war alles andere als schön, es war sehr windig und zwischendurch regnete es immer mal wieder heftig. Wir legten einen kurzen Stop in Opunake ein und fanden dort einige schöne Fotomotive:

Ausblick auf die aufgewühlte See.
Statue von Peter Snell, der dreimalige Mittelstrecken-Olympiasieger, der in diesem Ort geboren wurde.

Nach der kurzen Pause ging es weiter auf dem Surf-Highway, immer in der Hoffnung, dass sich die Wolken doch noch lichten und wir einen Blick auf den Mount Taranaki erhaschen würden. Doch leider tat uns das Wetter diesen Gefallen nicht, der „Ausblick“ auf den Vulkan sah so aus:

Irgendwo hinter den kleinen Hügeln steckt Mount Taranaki in den Wolken.

In den Outskirts von New Plymouth angekommen, wurde das Wetter etwas besser, und wir stoppten kurz, um einen Blick aufs Meer und den Coastal Walkway zu erhaschen, bevor wir uns auf den Weg in unsere Unterkunft für die nächsten drei Tage machten.

Blick Richtung Hafen, im Vordergrund der Coastal Walkway.
Blick die Küste nach Norden entlang, das Meer war ziemlich rau heute.

Was wir so alles in New Plymouth anstellten, schreibe ich euch im nächsten Blogbeitrag. Bis dahin macht es gut, bleibt gesund und weiterhin viel Erfolg bei den Abikorrekturen an meine Lehrerfreunde 🙂

Eure Susi

Ein deutscher Tourist in Waipawa (und Umgebung)

Hallo liebe Leser, inzwischen ist es nun schon drei Wochen her, dass Tibor bei uns in Waipawa war, aber trotzdem möchte ich euch unsere gemeinsamen Tage hier nicht vorenthalten, denn wir haben ein paar echt coole Dinge gemacht – und es war sooo schön, endlich jemanden aus meiner Heimat hier haben zu können! Die ersten Tage hatte er noch ein wenig mit Jetlag zu kämpfen, weswegen der gemütliche Start in sein Neuseeland-Abenteuer wahrscheinlich nicht das schlechteste war. Die Vormittage hatte er ganz für sich, da Paddy und ich mit Cleaning beschäftigt waren, und ab mittags sind wir dann zusammen losgezogen.

Die erste Tour, die wir machten, war nach Pourerere Beach, unserem „Hausstrand“, der eine halbe Autostunde entfernt ist. Am Morgen hatte es noch geregnet, aber dann kam die Sonne raus, so dass wir dachten, dass das Wetter perfekt sei. Doch in Pourerere angekommen, mussten wir feststellen, dass hier die Wolken noch tief hingen, was jedoch für coole Fotos sorgte. So hatte ich den Strand noch nie gesehen:

Tief hängende Wolken und Nebel in Pourerere.
Eine ganz spezielle Atmosphäre – a little creepy.
Tibor beim Muscheln-Sammeln, und es begann aufzuklaren, der erste Fetzen Blau am Himmel.
Strand-Impressionen.
Und dann klarte es doch noch auf.

Wieder zuhause angekommen, kochte Tibor ein indisches Dal für uns, seeeeehr lecker!!! Das aßen wir über die nächsten drei Tage, da er etwas mehr gekocht hatte, was wir echt genossen, mussten wir doch nicht so schnell wieder kochen 😉

Leckeres Abendessen!!

Der nächste Tag startete sonnig und warm (dafür dass hier inzwischen Winter ist) – die Temperaturen gingen hinauf bis 24 Grad! Tibor und ich machten uns früh auf den Weg in die Art-Deco-Stadt Napier, die ca 60 km entfernt ist. Ich mag Napier sehr, fast die gesamte Innenstadt wurde nach einem Erdbeben 1931 im Art-Deco-Stil wieder aufgebaut, und liegt malerisch zwischen Hügeln direkt am Meer. Außerhalb der Innenstadt schmiegen sich die Häuser an die Hügel, und von vielen von ihnen muss man grandiose Ausblicke haben. Wir starteten unsere Sightseeing Tour am Meer an der Marine Parade und liefen dann ein wenig in der Innenstadt herum.

Morgenstimmung am Strand von Napier.
Der deutsche Tourist, immer mit Kamera im Anschlag 😉

Zwischendurch brauchten wir natürlich eine kleine Stärkung, und so suchten wir uns in der Innenstadt ein nettes Café, wo wir draußen sitzen und beim Essen Leute beobachten konnten. Tibor probierte seinen ersten (und letzten?) pie, die sind sehr beliebt in Neuseeland und man bekommt sie überall.

Tibor vor seinem ersten Pie, ich gönnte mir einen Savory Scone.
Eindruck von der Innenstadt: Palmen vor Art-Deco-Häusern.

Frisch gestärkt machten wir uns nun auf den Weg nach Bluff Hill, um dort die Aussicht zu genießen. Unterwegs boten sich uns schon tolle Ausblicke, einige schöne bzw. interessante Häuser und diverse lustige Kleinigkeiten, aber seht selbst:

Oben am Bluff Hill angekommen, bot sich uns eine schöne Aussicht über den Hafen und die Bucht, aber leider waren inzwischen Wolken aufgezogen, so dass die Sicht nicht mehr ganz so gut war:

Hoch über der Bucht und dem Hafen.
Oben auf dem Bluff Hill.

Da am nächsten Tag noch besseres Wetter angesagt war, beschlossen wir, eine Runde Berg- (oder besser Hügel-)wandern zu gehen und den Te Mata Peak zu besteigen. Bei sonnigen 23 Grad ließen wir Paddy wiedermal am Campingplatz zurück, stiegen ins Auto und fuhren eine halbe Stunde nach Havelock North, um vom Parkplatz dort los zu wandern. Hier ein paar Eindrücke von der sehr schönen Tour:

Eine Karte zeigte uns unsere Möglichkeiten – wir entschieden uns für den „Giant Circuit“ (rot).
Bei dem Wetter war Sonnencreme angesagt – Tibor bei der Hautpflege, bevor es losging.

Tibor auf dem Weg nach oben – fast da!
Der Gipfel liegt vor uns.
Gipfelfoto von den fleißigen „Bergsteigern„.
Der grandiose Blick über die Hügel, in der Ferne die Hügelkette der Ruahine Ranges.

Nach einem superschönen Tag in der Natur kamen wir müde aber glücklich wieder am Campingplatz an. Paddy hatte inzwischen die Bremsen am Pajero repariert, die beim letzten TÜV bemängelt worden waren. Da wir dieses Auto (aus unserer umfangreichen Sammlung) für unsere Neuseeland-Tour nehmen wollten, bedeutete das für Tibor und mich, dass wir uns jetzt ans Packen machen konnten, da unserer Abreise am nächsten Morgen nun nichts mehr im Wege stand. Aber davon schreibe ich dann mehr im nächsten Blog 🙂

Bis dahin macht es gut! An meine Lehrerkollegen: viel Erfolg und gute Nerven bei der Abikorrektur!

Eure Susi

Mein erster Besuch aus Deutschland – Empfang in Wellington

Hallo liebe Leser,

Zuerst mal die beste Neuigkeit seit langem: mein Partnership Work Visa wurde um zwei Jahre verlängert, ohne dass wir nochmal eines beantragen und dafür bezahlen mussten, juhuuuuu!!!! Das heißt, dass ich in den nächsten 2 Jahren legal hier wohnen, arbeiten und ein- und ausreisen darf so oft ich will, was ja nicht ganz unwichtig ist für einen Heimatbesuch (den wir für nächstes Jahr Sommer planen). Außerdem gibt es Immigration New Zealand zwei Jahre Zeit, meinen Antrag auf dauerhaftes Bleiberecht (residency) zu bearbeiten, den wir im März gestellt haben. Paddy und ich sind soooo happy, das erste Mal läuft mal was wirklich gut und unkompliziert, was mit Visum zu tun hat (und von allein)!

Meine Visumsverlängerung 😊

Das andere Event, auf das ich mich sehr gefreut habe, war Tibors Ankunft in Neuseeland – mein erster Besucher aus Deutschland! Das mussten wir natürlich gebührend würdigen, und so organisierten wir uns Paddy‘s Schwester als Urlaubsvertretung auf dem Campingplatz und machten uns auf den Weg nach Wellington, um Tibor dort zu empfangen und ihm Wellington ein wenig zu zeigen, bevor wir ihn zu uns nach Hause brachten.

Paddy mit einem etwas erschöpften Tibor kurz nach der Ankunft am Wellingtoner Flughafen.

An diesem Tag machten wir verständlicherweise nicht mehr viel, sondern checkten in unserem AirB&B ein und machten uns auf die Suche nach einem Restaurant in der Nähe. Google empfahl uns die „Double Vision Brewery“, nur 5 Gehminuten entfernt, und das war ein echter Glückstreffer: leckeres craft beer (auch das cider war sehr gut), gutes bar food, gute Live Musik und eine schöne Atmosphäre:

dvb – double vision brewery in Wellington.
Paddy und Tibor genießen Bier und Musik.

Am nächsten Morgen brauchten wir als erstes ein ordentliches Frühstück mit Kaffee, bevor wir unsere Sightseeingtour starten konnten, und so machten wir uns auf den Weg in die Wellingtoner Innenstadt und fanden „Joe‘s Garage“ für unsere Stärkung:

Frisch gestärkt stellten wir das Auto in einem Parkhaus ab (zum Glück fuhr Paddy, denn das Parkhaus war krass eng und niedrig, unser großer Pajero passte gerade so rein…) und spazierten durch die Innenstadt, an der Bayfront entlang zum Aufstieg zum Mount Victoria Lookout und über die berühmte Cuba Street wieder zurück in die Innenstadt. Wir hatten richtig Glück mit dem Wetter, denn es war mild und meist sonnig und für Wellington ungewöhnlich wenig Wind. Hier ein paar Eindrücke:

Blick aus dem Parkhaus durch die Stadt hinunter zum Wasser.
Blick von der Bayfront in die Stadt.
Blick aufs Wasser und gegenüberliegendes Ufer.
Wir drei hoch über Wellington 😊

Bevor wir uns wieder auf den Rückweg zu unserer Unterkunft machten, nahmen wir noch einen kurzen Umweg, um mein auf „TradeMe“ ersteigertes Rennrad abzuholen. Hauptsächlich habe ich es gekauft, um auf meiner Rolle zu benutzen, wenn das Wetter schlecht ist, aber vielleicht entdecke ich ja auch eine neue Liebe zum Rennradfahren, wer weiß?

Mein cooles neues (gebrauchtes) Bike.

Den Abend verbrachten wir in unserer neuen Lieblingskneipe ums Eck, der double vision brewery, wo ich einen neuen Freund fand, den ich am liebsten mit nach Hause genommen hätte!!

Am nächsten Morgen ging es nach einem leckeren Frühstück in Wellington auf die Heimreise über die Rimutaka Hills, leider bei nicht allzu schönem Wetter:

Denkmal am Lookout.
Ausblick von oben zurück Richtung Wellington…
… und in die andere Richtung, Richtung Hawke’s Bay, wo das Wetter deutlich besser war.

Nach drei Stunden Fahrt kamen wir wohlbehalten, wenn auch in Tibor‘s Fall sehr müde, in Waipawa auf unserem Campingplatz an. Glücklicherweise waren die drei RSE workers, die in der „Villa“ gewohnt hatten, einen Tag vor unserer Abfahrt nach Wellington ausgezogen, so dass Tibor sein eigenes kleines Häuschen für sich hatte, wo er von uns (und unserem frühen Aufstehen) ganz ungestört sein konnte. Die nächsten Tage verbrachte er bei uns auf dem Campingplatz, und wir unternahmen kleinere Trips von dort aus, bevor Tibor und ich dann auf eine knapp zweiwöchige Tour durch den Süden der Nordinsel aufbrachen. Davon werde ich euch in den nächsten Tagen in Etappen mehr erzählen und natürlich jede Menge Fotos zeigen. Also bleibt dran – stay tuned! 😁

Das soll es erstmal für heute gewesen sein! Ich hoffe euch geht es gut. Wie immer freue ich mich über jeden Kommentar, auf welchem Weg auch immer. Liebe Grüße aus dem im Moment winterlichen (d.h. hier verregneten) Neuseeland!

Eure Susi

Geburtstag und Kurzurlaub in Napier

Hallo liebe Leser, inzwischen ist es Mai und ich bin jetzt schon 10 Monate in Neuseeland – krass, wie die Zeit verfliegt! Der Winter kommt mit großen Schritten und die Nächte sind inzwischen oft schon ganz schön frisch mit 4 Grad, morgens haben wir jetzt häufig Nebel:

Morgenspaziergang: so langsam verzieht sich der Nebel über dem Fluss und zwischen den Hügeln.

Die letzten zwei Wochen hatten wir tolles Wetter, jeden Tag Sonnenschein und Temperaturen zwischen 15-21 Grad, aber die Tage werden merklich kürzer, inzwischen wird es schon vor 17.30 Uhr dunkel. Im Winter gehen hier die Temperaturen tagsüber runter auf 12-16 Grad (selten bleibt es unter 10 Grad), in der Nacht meist zwischen 3-6 Grad, selten kann es auch mal Frost geben. Das klingt jetzt verglichen mit Winter in Deutschland nicht so dramatisch, aber hier sind die Häuser wesentlich schlechter isoliert, und Zentralheizung gibt es auch nicht, so dass die Häuser viel kälter sind als in Deutschland. Unser sehr schönes, aber auch sehr altes Haus ist superkalt, geheizt wird mit drei Kaminen, so dass wir jede Menge Feuerholz brauchen – und das muss natürlich erstmal gemacht werden. Praktischerweise mussten letztes Jahr ein paar Bäume auf dem Campingplatz gefällt werden, die seitdem auf der Alpaka-Weide herumliegen und aufs Kleinmachen warten. Und so zogen Paddy, Paddy’s Schwester Aileen und ich bewaffnet mit Kettensägen und Holz-Spaltmaschine zur Alpaka-Weide und machten uns an die Arbeit. Ich hatte vorher noch nie mit einer Kettensäge gearbeitet, so dass Paddy mir erstmal eine Einweisung geben musste. Was für ein Spaß! 🙂

Die ersten Versuche mit der Kettensäge 🙂
Aileen und Paddy mit dem wood splitterdie teilweise sehr großen Baumstammstücke lassen sich so gut in Kamin-gerechte Stücke spalten.
Ich in action am wood splitter 🙂

Am nächsten Tag weiß man dann schon, was man getan hat, ich hatte ganz schön Muskelkater! Aber dafür ist unser Holzschuppen jetzt wieder randvoll mit Feuerholz!

Im Holiday Park wird es jetzt deutlich ruhiger, wir haben nicht mehr viele Buchungen und es kommen nur zwei, drei Wohnwagen pro Tag, meist auch nur für eine Nacht. Zum Glück haben wir unsere permanents, und 36 Erntehelfer aus Samoa und Tuvalu, die noch bis Juli bleiben. Das sind echt coole Jungs und Mädels, sie arbeiten sechs Tage die Woche sehr hart, haben nur den Samstag frei, an dem dann Wäsche gewaschen und geputzt wird, und trotzdem sind sie immer gut drauf und freundlich. Samstags hört man überall im Camp polynesische Musik und ihr Gelächter, und jeden Tag wird auf der Wiese vor dem Campingplatz Volleyball gespielt, solange es noch hell ist:

Die Samoans beim Volleyball-Spielen.

Damit für so viele Leute genug heißes Wasser zum Duschen da ist, haben wir von Elektroheizung auf Gas umgestellt, und jede Woche werden die Gasflaschen neu gefüllt. Damit beim Befüllen kein Unfall passiert, mussten wir zwischen den Gasflaschen und dem Heizer eine Wand bauen:

Paddy beim Befestigen des Rahmens für die Wand. Daran befestigten wir dann feuerfeste Platten.

Eine andere Sache, die wir immer mal nebenher machen, ist Entrümpeln von Paddy’s Zeug in seinen zahlreichen Containern und Hütten. Dieses Mal taten wir das in einem Schuppen im Dorf, den er zusätzlich angemietet hatte, weil sein ganzes Zeug in seine 5 (oder so) Schuppen nicht mehr passte! Ich war vorher noch nie da drin gewesen und hatte keine Ahnung was mich erwartete. Und das sah so aus:

Blick in Paddy’s Schuppen vor dem Entrümpeln.

Der Schuppen enthielt alte (unbrauchbare) Teppiche, Reifen, Motorradteile, Holz, jede Menge Plastikteile für Quadbikes, ein kleines Boot, ein Pissoir, eine Toilette, etliche tote Ratten, zahllose Fenster, Kleinkram, und vieles mehr – was man halt so in einem Schuppen hat. Eine Ladung noch brauchbarer Reifen ging zurück zum Campingplatz in einen anderen Schuppen, eine Truckladung ging auf den Sperrmüll und eine Ladung Altmetall zum scrap man, wo wir tatsächlich $160 dafür bekamen! Jetzt sieht der Schuppen fast leer aus, yayyy!

Eine Ladung voller Reifen.

Neben dem Arbeiten gibt es aber auch noch andere Dinge im Leben, zum Beispiel mit Freunden feiern oder einfach nur etwas Leckeres essen, was wir gerne und häufig tun, wie hier mit selbst gemachten Pies bei uns in der Küche:

Val, Paula, Marcus und Steve beim Verköstigen der Pies.
Paddy beim Pie-Backen.

Am 6. April waren wir zu Roy’s Feier seines 65. Geburtstags eingeladen, ein wichtiger Geburtstag, weil das das Renteneintrittsalter in Neuseeland ist – wobei die meisten Leute weiter arbeiten, das ist anders als bei uns, hier wollen die meisten länger arbeiten. Und auch Roy hat nicht die Absicht, jetzt in Rente zu gehen.

Das „Geburtstagskind“ beim Auspusten der Kerzen (keine 65 Stück) 😉
Die Geburtstagstorte.
Natürlich durfte die Live-Musik nicht fehlen: Paddy mit Roy beim Musizieren.

Ostern war für uns ein Wochenende wie jedes andere, nur etwas busier, aber trotzdem blieb Zeit für einen Oster-Brunch mit Paddy’s Familie bei Aileen, mit leckeren Muffins und Scones:

Aimee (Josh’s Frau), Paddy, Josh (Aileen’s Sohn), Sam und Livi (Paddy’s Tochter mit Partner) beim Osterbrunch.

Und was macht man sonst noch so an Ostern? Man bewundert seine Motorräder :-). Paddy hatte seine komplette Motorrad-Flotte vor dem Haus geparkt – echt eine beeindruckende Sammlung!

Paddy’s ganzer Stolz!

Ende April ist mein Geburtstag, und dies war der erste Geburtstag in Neuseeland. Es war schon sehr merkwürdig, das erste Mal ohne meine (deutschen) Freunde zu feiern, aber feiern wollte ich natürlich schon! Deshalb luden wir Paddy’s Freunde (inzwischen auch meine) zu einer Party bei uns ein. Am Abend vorher backten wir fleißig Kuchen – einen Rhabarber-Streuselkuchen (danke für das Rezept, Bettina!) und einen Apfelkuchen, yummy!!! Hier der sehr sehr leckere Rhabarber-Streuselkuchen:

Am Morgen wurde ich reich von Paddy beschenkt – ich muss wohl sehr brav gewesen sein 😉

Meine Geschenke: zwei Tage Napier mit leckerem Dinner und Übernachtung, einen coolen Fahrradtrainer (für kalte, nasse Wintertage), Fahrradhandschuhe und ein Handyhalter fürs Rad.

Der Tag war ein ganz normaler Arbeitstag, aber am Spätnachmittag heizten wir den Pizzaofen ein und bereiteten alles für die Party vor. Es war eine echt coole Party, auch wenn mir ein wenig meine deutschen Freunde fehlten! Hier ein paar Eindrücke:

Der Pizzaofen – fast fertig für die Pizzas.
Stolzer Vater mit Tochter 🙂
Die ganze Geburtstags-Runde beim Happy Birthday-Singen mit Geburtstagskuchen im Vordergrund.
Jede Menge leckerer Kuchen – inklusive Berrit’s Käsekuchen und Wendy’s Chocolate slices!
Später am Abend endete die Party gemütlich im Wohnzimmer, und Harvey war wie immer „center of attention“, hier verwöhnt von Livi.

Den Tag nach der Party brauchten wir zum Erholen – Aileen’s Margaritas hatten es echt in sich – und so entführte Paddy mich als Teil meines Geburtstagsgeschenks erst am Sonntag nach Napier. Wir hatten wiedermal echt Glück mit dem Wetter, es war strahlender Sonnenschein und angenehm warm. Wir berichten den Tag mit Stadtbummel, ein bisschen Shoppen (ich brauchte dringend Jeans), einem Spaziergang zum Bluff Hill, um den Sonnenuntergang anzuschauen und danach einem fantastischen Dinner im Restaurant „Bistronomy“ – 6-Gänge-Menu mit den dazu passenden Weinen. Es war echt super – und schön, mal vom Campingplatz weg zu kommen. Vielen vielen Dank, Paddy!

Brunnen in Napier.
Paddy mit Oldtimer an der Marine Parade – Napier gilt als Art Deco Stadt.
Spaziergang zum Bluff Hill…
… um den Sonnenuntergang anzuschauen – sehr romantisch 🙂
Der Start in den Abend mit Aperol Spritz.

Zurück in unserem echt netten AirB&B wartete nicht nur ein sehr bequemes Bett auf uns, sondern auch Katze „Oscar“, die die halbe Nacht mit uns verbrachte.

Am nächsten Morgen waren wir zum Frühstücken mit Paddy’s Freunden Baz und Jane verabredet, und da das Wetter so schön war, konnten wir sogar draußen sitzen. ich hatte ein superleckeres Schoko-Croissant, etwas, das es hier nicht oft gibt!

Was für ein schöner Geburtstag und was für ein schönes Wochenende! Kaum wieder Zuhause angekommen, wartete schon der Campingplatz-Alltag auf uns, und Harvey, den wir wahrscheinlich mehr vermisst haben als er uns, war er doch bei Aileen in den besten Händen! Trotzdem war die Wiedersehensfreude auch bei ihm groß 🙂

Harvey abends völlig geschafft auf der Couch.

Das folgende Wochenende spielte Paddy’s Band in Waipukurau auf dem „Green Patch“, um für die Krebsforschung Geld zu sammeln und gleichzeitig die Leute auf ihrem Shoppingtrip zu unterhalten.

Hier eine kleine Kostprobe der „Monotones“.

Letzten Sonntag nutzten Paddy und ich das schöne und relativ warme Wetter nochmal für einen Motorradtrip aus – wer weiß, wie oft das noch geht, bevor der Winter kommt und es zu kalt wird. Wir fuhren raus zur Kairakau Beach, einer von fünf Stränden bei uns in der Nähe, den ich noch nicht kannte. Es war super! Das ist der schönste der Strände, finde ich. Keine Ahnung, warum Paddy mir den nicht schon früher gezeigt hat :-). Hier ein paar Eindrücke:

Kairakau Beach mit jeder Menge Treibholz.
Die Aussicht auf die andere Seite.
Die beiden Biker 🙂
Paddy im verschwindenden Sonnenlicht.
Blick aufs Meer.
Blick den Fluss hinauf, der hier ins Meer mündet.

So, das wars mal wieder für heute. Beim nächsten Mal gibt es einen Blog mit meinen ersten Besucher aus Deutschland, mehr wird noch nicht verraten. Das ist so aufregend, endlich können mich meine Freunde besuchen, und ich kann ihnen meine neue Heimat direkt zeigen, nicht nur in meinem Blog! Freu mich schon riesig!! Bis zum nächsten Blog! Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Susi

Sauwetter und Überschwemmung

Hallo liebe Leser, bei euch wird es so langsam Frühling, bei uns herbstelt es schon ganz schön – obwohl das bei diesem nassen Wetter schwer zu sagen ist. Wenn man den Neuseeländern glaubt, war dies einer der nassesten Sommer ever, wir hatten ca 4 Wochen, in denen es heiß und trocken war, aber ansonsten gab es häufig Regen, vor allem im Februar und März. Das sorgte für jede Menge nasse Füße, aber auch für grüne, saftige Wiesen fast den ganzen Sommer über. Bisher ist es aber wenigstens noch ziemlich warm, zwischen 18 und 23 Grad. Und da man zu dieser Jahreszeit nie wissen kann, wie oft man gewisse Dinge noch tun kann, haben wir die schönen Tage ausgenutzt wo es ging:

Nochmal den Pizza-Ofen einheizen und draußen auf dem Deck sitzen: Glyn, Steve, Paddy, Lyn und Paula.
Der Pizzabäcker 🙂
Motorbike-Tour nach Clifton, hier beim Lunch im Café Hygge: Paddy, Glyn, Mark, Steve, Paula und ich.
Auf dem Rückweg gab es eine kurze Kaffeepause im „Birdwoods“.

Ende März kam dann richtig viel Regen. Montag, der 21.03., war schon ziemlich verregnet, so dass der Fluss schon anstieg und am Dienstag (ausnahmsweise ein sonniger Tag) so aussah:

Braun und größer als normal – der Waipawa River.

Aber das war nichts im Vergleich zu dem, was die nächsten Tage bringen sollten! Mittwoch und Donnerstag brachten heftige Regenfälle, so dass das normalerweise kleine Flüsschen zu einem reißenden Strom wurde. Damit ihr wisst, wie der Waipawa River normal aussieht, habe ich euch Vergleichsbilder dazu hochgeladen:

Die Straße zu unserem Campingplatz (und die angrenzende Wiese) stand unter Wasser, da war für Autos kein Durchkommen mehr, da musste man einen Umweg fahren:

Überschwemmte Straße unter der Eisenbahnbrücke.

Kurzzeitig hatten wir ein bisschen Angst, dass auch der Campingplatz überschwemmt würde, aber zum Glück hat der Damm das Wasser abgehalten:

Das Wasser reichte bis zum Damm, links davon ist unser Campingplatz. Normalerweise kann man den Fluss vom Damm aus noch nicht mal sehen!
Der reißende Waipawa River reicht fast bis an die Straße ran.

Leider hat die erst 2017 fertig gestellte Swing Bridge am Tukituki River nicht überlebt! Das ist sooo traurig! Ich bin 2-3 Mal pro Woche da drüber geradelt auf dem Weg nach Waipukurau oder einfach nur auf einer Radtour. Jetzt kann man nur noch auf der Autobrücke den Fluss überqueren. Hier wieder ein paar Vorher-Nachher-Bilder:

Am nächsten Tag machten wir uns auf zu unserer täglichen Dog-Walking-Runde zu dem kleinen Wäldchen am Fluss, und auch das stand unter Wasser – sehr zu Harvey’s Vergnügen, der happy durch den Wald schwamm:

Harvey beim Spazier-Schwimmen im Wald.

Zum Glück folgt nach Regen auch irgendwann wieder Sonnenschein, und die letzten paar Tage waren trocken, warm (bis 24 Grad) und sonnig, so dass wir jede Menge Rasen mähen konnten – und mussten! Am Sonntag nahmen wir uns nach dem Putzen den halben Tag frei und fuhren zum Te Mata Peak, einem Berg bei Havelock North. An diesem Tag waren wir faul und fuhren mit dem Auto hoch, aber nachdem ich die Hiking- und Mountainbike-Trails gesehen habe, will ich auf alle Fälle wieder dort hin und sie ausprobieren! Hier ein paar Eindrücke von unserem Sonntagsausflug bei schönstem Wetter:

Es gibt Neuigkeiten für alle, die mich gerne besuchen möchten: Ab 01. Mai öffnet Neuseeland seine Grenzen für Touristen aus Visum-freien Ländern, wozu Deutschland gehört. Das heißt, ab dann könnt ihr, wenn ihr geimpft seid, nach Neuseeland fliegen und müsst nicht mehr durch MIQ (managed isolation) oder euch isolieren. Ihr braucht nur noch einen negativen Test vor Abflug. Also macht euch an die Urlaubsplanung!!! Wir haben hier immer ein Plätzchen für euch frei und freuen uns riesig über jeden, der kommt 🙂

So, das wars für heute. Ich hoffe euch geht es gut und ihr seid alle gesund. Ich wünsche euch jetzt schonmal Frohe Ostern und meinen Lehrerfreunden schöne Osterferien!

Eure Susi

Ein halbes Jahr in meiner neuen Heimat!

Liebe Leser, inzwischen ist es März und ich bin schon über ein halbes Jahr hier in Neuseeland – krass, wie schnell die Zeit vergangen ist!!! Und was für ein spannendes und schönes (aber auch nicht immer einfaches) halbes Jahr das war! Ich habe viele neue Dinge gelernt (Rasenmähen mit dem Ride-on mower, Ölwechsel machen, Zaun bauen, Kamin anfeuern, diverse Fahrzeuge fahren, alle Arbeiten rund um einen Campingplatz,…), viele neue Leute kennen gelernt, einen Hund adoptiert und mich ziemlich gut hier eingewöhnt, obwohl mein neues Leben so ganz anders ist als mein altes in Deutschland. Und das Wichtigste von allem: Paddy und ich sind zusammen und genießen jeden einzelnen Tag miteinander. Selbst nach jetzt einem Jahr zusammen wohnen und obwohl wir fast 24 Stunden jeden Tag miteinander verbringen, fühlt es sich doch immer noch besonders an, morgens mit ihm aufzuwachen und ihn einfach in den Arm nehmen zu können – so schnell werden wir das wohl nicht für selbstverständlich nehmen, zu hart war der Kampf, bis wir das erreicht hatten! Insgesamt sind wir jetzt schon 3 Jahre zusammen, und die ersten zwei davon waren sicherlich die härtesten meines Lebens, zuerst dank der Fernbeziehung und dann wegen des Zwangs-Getrenntseins wegen Corona. Jetzt steht der letzte Schritt an, der Antrag des Partnership Residency Visa, der zeitlich unbegrenzten Aufenthaltserlaubnis. Diese Woche werden wir die letzten Formulare und Dokumente zusammentragen und nächste Woche einreichen. Drückt uns die Daumen, dass das klappt, und hoffentlich relativ schnell. Leider ist die durchschnittliche Bearbeitungszeit 10-12 Monate, d.h. wir müssen wohl zwischenzeitlich nochmal ein Partnership Work Visa beantragen, wenn mein aktuelles im August ausläuft, was natürlich nochmal extra kostet… Aber was solls, Hauptsache es klappt! Sobald ich Residency habe, kann ich dann auch wieder nach Deutschland kommen, vorher traue ich mich das nicht… nochmal halte ich eine lange Trennung von Paddy nicht aus!

Neben dem Zusammenstellen der Papiere für das Visum gab es die letzten Wochen noch zahlreiche andere Dinge zu erledigen, wir waren ziemlich gut beschäftigt! Zu allererst wollten wir unbedingt unser Grundstück komplett fertig einzäunen, damit Harvey, unser Hund, nicht ausreißen oder im Camp frei herumlaufen kann. Leider fing er nämlich an, nicht nur auf dem Campingplatz herumzulaufen, sondern weitete seine Solo-Spaziergänge auf außerhalb des Holiday Parks aus, und das wurde uns zu gefährlich, da er leider keine Angst vor Autos oder LKWs hat – im Gegenteil, er jagt sie (zum Glück bisher nur unter der Brücke, wenn sie darüber fahren). Und so machten wir uns in Windeseile an die Fertigstellung des Zauns und das teilweise provisorische Stopfen einiger Schlupflöcher, bis wir mehr Zeit haben, eine Dauerlösung zu finden. Hier ein paar fotografische Beweise unserer Arbeit:

Die letzten Zaunlatten liegen nach dem Streichen zum Trocknen in der Sonne – insgesamt waren es 189, die natürlich 2x gestrichen werden mussten!
Die fertigen Zaunlatten, dahinter rechts der alte ausgeblichene Zaun, links schon ein Stück des neuen Zauns.
Paddy beim Annageln der Latten.
Harvey hat noch keine Ahnung, was da vor sich geht. Er sitzt entspannt mit seinem Lieblingsspielzeug „Chucky“ im Schatten und schaut uns bei der Arbeit zu.
Juhuuu, der Zaun inklusive Gate ist fertig! Und auch den Zaun am Eingang des Campingplatzes neben der Lodge haben wir fertig gestellt (ohne Bild).

Die einzig verbliebenen offenen „Fluchtstellen“ waren ein kleines Loch neben dem Tor am entfernten Ende unseres Grundstücks und die Garage, die keine Rückwand hat. Beides haben wir notdürftig mit Maschendrahtzaun zu gemacht. Natürlich wollten wir die „Hundesicherheit“ unseres Zauns gleich mal testen, und so ließen wir Harvey im Garten und gingen beide durch das Gartentor hinaus auf den Campingplatz – keine 15 Sekunden später rannte uns Harvey hinterher, und wir hatten keine Ahnung wie er rausgekommen war! Zuerst dachten wir, er sei über den kleinen Maschendrahtzaun in der Garage gesprungen (zugegebenermaßen könnte er wahrscheinlich überall locker drüber springen, er hat eine Wahnsinns-Sprungkraft! Aber zum Glück weiß er das nicht ;-)). Aber nach einigem Suchen fanden wir dann sein Schlupfloch:

Eine fehlende Latte im alten Zaun, versteckt hinter Weinreben (fürs Foto und die Reparatur haben wir die zur Seite geschoben).
Groß genug für unseren schlanken Hund zum Durchlaufen, wie er uns hier bewies.
Loch gestopft 🙂
Harvey findet das nicht so toll und beschwert sich bei Paddy 😉

Jetzt kann Harvey seine relative Freiheit genießen und in Haus und Riesengarten umherstreifen so viel er will. Bisher klappt das sehr gut, mal sehen wie lange…

Da wir ab März 36 RSE workers (Recognized Seasonal Employees) von den Inseln beherbergen würden, die in Mr.Apple’s pack house ganz in der Nähe arbeiten würden, musste noch einiges vorbereitet werden. Zum einen brauchten wir mehr Unterkünfte, unsere Cabins und Lodge und Villa sind nicht groß genug. Hierfür lieh sich die Firma Mr. Apple kleine cabins, in denen jeweils zwei workers untergebracht werden würden. Diese cabins stehen nun verteilt auf dem ganzen Campingplatz, ganze 9 Stück davon!

Lieferung der ersten cabin.
Auch ein zusätzlicher Waschraum mit Toiletten und Dusche wurde geliefert, er steht rechts von unserem Toilet Block.

Außerdem ließen wir das elektrische Wasserheizsystem am Toilet Block durch Gas ersetzen, und natürlich übernahm Paddy einige Arbeiten wie Rohre austauschen und anschließen. In der Woche davor stellten wir einiges in unseren Gebäuden um, tauschten Doppelbetten gegen Einzelbetten aus und besorgten noch ein paar Extra-Betten.

Doch bevor die RSE workers Anfang März einzogen, stand am letzten Februarwochenende noch das „Tennis-Wochenende“ an, an dem im benachbarten Tennisclub ein Veteranen-Turnier stattfindet und der ganze Campingplatz voll mit Tennisspielern aus ganz Neuseeland ist. Normalerweise gibt es jedes Jahr am Samstag eine Party mit Live-Musik von Paddy’s Band im Garten, aber da Omikron gerade durchs Land raste und die Infektionszahlen mit jedem Tag höher wurden, verzichteten wir auf die Party. Die machten die Tennisleute aber auch ohne uns! Wir gesellten uns ein bisschen dazu, seilten uns aber relativ früh wieder ab – schließlich mussten wir fit sein am nächsten Morgen, um die Überreste zu entsorgen! Nachdem am Montag früh auch die letzten Tennisspieler ausgecheckt hatten, ging es ans Großreinemachen – alle cabins und Unterkünfte mussten geputzt werden (natürlich zusätzlich zum Toilet Block)!!! Zum Glück half Paddy’s Schwester Aileen mit, und trotzdem waren wir den ganzen Tag beschäftigt!

Am Nachmittag des nächsten Tages zogen dann 15 Damen aus Tuvalu, Papua Neu-Guinea und den Solomon-Inseln und 4 Herren aus Samoa bei uns am Campingplatz ein. Sie waren schon seit vor der Pandemie in Neuseeland, haben also ihre Freunde und Familien seit 2,5 Jahren nicht mehr gesehen, ganz schön hart! Die fehlenden 17 Jungs sitzen noch in Samoa fest, da Flüge gecancelt wurden. Sie werden diese Woche erst ankommen. Drei Tage nach ihrer Ankunft bei uns testeten fünf von ihnen positiv auf Covid, was bei Paddy kurzzeitig für Panik sorgte. Aber da Covid gerade in Neuseeland wütet, mit täglich mehr als 20.000 Neuinfektionen und einer Inzidenz von knapp 2900, war das nur eine Frage der Zeit. Inzwischen ist noch ein positiver Fall dazu gekommen, und alle isolieren sich brav in ihren cabins bzw. in der Lodge und werden mit Essen und allem Nötigen versorgt, das scheint soweit ganz gut zu klappen. Zum Glück ist keiner von ihnen wirklich krank. Wir erklären ankommenden Campern im Moment die Situation, so dass sie entscheiden können, ob sie hier bleiben wollen oder nicht, aber die meisten reagieren nur mit Schulterzucken und meinen „es ist ja eh überall“.

Nachdem alle Vorbereitungen für die RSE workers abgeschlossen und diese eingezogen waren, hatte Paddy endlich Zeit, eine Wand für Sams Wohnwagen-Anbau zu bauen. Sam ist einer unserer permanents und hilft uns auf dem Campingplatz. Bisher hatte er nur eine Plane als Wand, inzwischen steht die neue, solide Holzwand, der Winter kann kommen 😉

Der Rahmen steht, das Fenster liegt schon zum Einbau bereit.
Paddy beim Sägen.
Die Wand inklusive Fenster steht!

Ein weiteres Abenteuer war mein zum Glück am Ende doch erfolgreicher Versuch, einen neuseeländischen Führerschein zu bekommen, was uns drei Fahrten nach Napier und schlappe 150 Dollar für Übersetzungen kostete, wegen falscher Auskünfte und einem in Neuseeland nicht brauchbaren internationalen Führerschein, den ich mir extra vor meiner Abreise noch hatte machen lassen. Kleiner Tipp für alle, die nach NZ kommen wollen: Spart euch das Geld! Beim dritten Anlauf war alles gut, und der Führerschein sollte in den nächsten Tagen hier ankommen 🙂

Neben all der Arbeit gab es aber auch Vergnügen: Zum Beispiel waren wir zweimal bei Matt und Berrit zum Dinner eingeladen, einmal einfach nur so, und das zweite Mal zu Matts Geburtstag. Wie immer waren es sehr vergnügliche Abende und hervorragendes Essen, alles aus eigenem Anbau!!

Paddy, Berrit und Matt.
Berrit’s neueste Errungenschaft: eine Zwiebelschäl-Brille 🙂
Matt’s Geburtstagsfeier: Berrit, Matt, Rod, Helen, Chris, Richard and Paddy.

Paddy hat seit ein paar Wochen ein neues gebrauchtes Fahrrad, das er für zwei Kisten Bier bekommen hat und das dringend ausprobiert werden musste. Und so schwangen wir uns an einem sonnigen Sonntag auf die Räder und radelten am Tukituki River entlang – das Rad ist wirklich gut! Ein zwar älteres, aber gut funktionierendes Scott Gravel Bike:

Paddy mit seinem neuen Rad auf dem Tukituki Radweg.
Der Tukituki River.
Die beiden Biker 🙂

Wenn er wählen kann, bevorzugt Paddy allerdings die motorisierte Variante, und so schwangen wir uns letzten Sonntag auf seine Harley und fuhren zum Paper Mulberry Café für einen späten Lunch:

Wie steht mir die Harley? 🙂
Die beiden Motorbiker.
Paddy genehmigt sich einen Lamb Pie.

Der einzige Sport, den Paddy je gemacht hat, ist Tennis. Und da der Tennisclub direkt nebenan ist, gingen wir an einem schönen Samstag Nachmittag einfach mal rüber und spielten mit Paula, Steve und ihrem Sohn Tommy ein Stündchen. Da außer Paddy keiner wirklich gut ist, und ich sowieso erst das zweite Mal in meinem Leben einen Tennisschläger in der Hand hatte, spielten wir ohne Regeln, damit wenigstens ein bisschen ein Spiel zustande kam. Es muss schrecklich ausgesehen haben, aber wir haben uns prächtig amüsiert! Das werde ich ab jetzt wohl öfter mal machen, vielleicht lerne ich es ja noch 😉

Steve beim Aufschlag, Paula schaut zu.
Tommy und Paddy, der mal wieder einen verunglückten Ball aufsammeln musste.
Stärkung nach dem Tennis: Paddy, Steve, Paula und ich mit Crackern und Käse. Tommy war schon nach Hause gegangen.

Ich hatte euch ja beim letzten Mal berichtet, dass ihr mich ab Juli besuchen kommen könnt. Gerade vor ein paar Minuten kam in einer der neuseeländischen Zeitungen online die Meldung, dass geimpfte Touristen aus visumfreien Ländern schon im April nach Neuseeland reisen können, ohne managed isolation oder Quarantäne (https://www.stuff.co.nz/national/politics/300542040/covid19-nz-government-to-move-tourism-opening-date-forwards-to-april)! Solltet ihr also noch nichts vorhaben, kommt vorbei! Ab April ist es möglich! Die offizielle Meldung und das genaue Datum werden morgen bekannt gegeben.

So, das wars mal wieder von mir! Ich hoffe, euch geht es gut, ihr seid gesund und munter und habt nicht zu viel Stress. Ich freue mich, von euch zu hören, auf welchem Weg auch immer! Ganz liebe Grüße von Paddy, Harvey und mir!

Eure Susi

3 Tage Radtour – mein erster Urlaub hier! :-)

Hallo, liebe Leser, mit 6-wöchiger Verspätung berichte ich euch heute von meinem ersten Kurzurlaub hier, den ich in guter Tradition auf dem Rad verbrachte – und leider ohne Paddy, denn einer muss ja den Campingplatz managen. Aber Paddy war nicht böse drum, Radfahren ist nicht so seins, zumindest nicht so lange Touren. Aber es fühlte sich schon komisch an, das erste Mal Getrennt-Sein seit unserer „Wiedervereinigung“ letztes Jahr im März…

Das Wetter war perfekt, sonnig und heiß, ganz so, wie ich es mag. Und so radelte ich, mit zwei Satteltaschen voll Campingzeug und ein paar Klamotten am Rad, am Samstag morgen los Richtung Te Awanga, mein Etappenziel für den ersten Tag.

Tag 1 meiner Tour: Waipawa – Te Awanga, ca 75 km und 900 Höhenmeter, es ging ganz schön rauf und runter!

Ich hatte mir eine ziemlich hügelige Tour ausgesucht, die ziemlich anstrengend war, zumal ich im Moment nicht so fit bin wie ich gerne wäre, aber dafür gab es so gut wie keinen Verkehr und die Landschaft war echt toll! Hier ein paar Eindrücke:

Der Tukituki River, kurz bevor es hügelig wurde.
Die Hügel in der Ferne schauen aus wie mit Teppich belegt.
Da kann man ein bisschen erahnen, wie hügelig es war.
Kleine Hügelkette, an deren Fuß sich der Tukituki River entlang windet.
Am höchsten Punkt angekommen – dafür schau ich noch ganz fit aus 🙂 Danach ging es die letzten 10 km nur noch bergab bzw. gerade.
Am Meer in Clifton angekommen, von da waren es nur noch ein paar Kilometer bis zum Campingplatz.

Leider zeigte mein Rad unterwegs Verschleißerscheinungen (es ist immerhin schon 16 Jahre alt, es ist das Rad, mit dem ich in meinem Sabbatjahr durch Neuseeland getourt bin): ein kleines Teilchen, das das Bremsseil führt, brach ab, so dass meine Vorderbremse nicht mehr funktionierte. Aber das hielt mich nicht vom Weiterfahren ab, ich bremse eh nicht viel, frei nach dem Motto „wer bremst, verliert!“

Ganz schön mitgenommen, mein armes altes Rad! Das lässt sich wohl nicht mehr reparieren…

Auf dem Weg zum Campingplatz legte ich einen kurzen Zwischenstopp am Dorfladen ein, um mir mein Abendessen zu besorgen, dann ging es auf die letzten 3 Kilometer, immer am Meer entlang. Am Zeltplatz angekommen, baute ich gleich mein Zelt auf (das letzte Mal hab ich es im Sabbatjahr benutzt, vor 3 Jahren!), ging duschen und machte mich dann über mein nur bedingt gesundes Abendessen her:

Mein Zelt, nur durch ein paar Büsche von Strand und Meer getrennt.
Abendessen! Sellerie-Sticks, Cracker mit Käse-Dip und ein Cider, die Chips hab ich dann gar nicht mehr gegessen (erst am nächsten Abend ;-)).

Nach dem Essen ging ich noch ein bisschen spazieren, um die müden Muskeln ein bisschen zu entspannen und mir die Gegend anzuschauen.

Blick hin zum Cape Kidnappers ganz in der Ferne.
Fix und fertig nach diesem anstrengenden Tag!

Ich war echt fertig!! Und so ging ich relativ früh schlafen, um fit für den nächsten Tag zu sein! Leider schlief ich nicht so toll, zum einen, weil ich Paddy neben mir vermisste und zum anderen, weil ich so kaputt war.

Deshalb war es kein Problem, früh genug für den Sonnenaufgang aufzuwachen und einen dringend benötigten Kaffee zu trinken, bevor ich mein Zelt abbaute, mein Rad belud und mich auf meinen Drahtesel schwang.

Sonnenaufgang in Te Awanga.

Tag 2 meiner Tour führte mich nach Napier und auf einige Radwege rund um Napier, heute komplett flach (aber trotzdem 75 Kilometer), was gut war nach dem anstrengenden Tag gestern, obwohl es meinen Beinen und meinem Hintern überraschend gut ging.

Unser Rückweg von Bay View zurück nach Clive. Der Hinweg war ähnlich, ging aber komplett am Meer entlang.

Zuerst ging es nach Clive, wo ich mich mit Paula traf, die mich an diesem Tag begleitete. Zuerst gönnten wir uns ein leckeres Frühstück zur Stärkung:

Frühstück mit Paula.

Dann ging es frisch gestärkt los Richtung Napier. Hier ein paar Eindrücke von einem tollen Radltag bei bestem Sommerwetter:

Beach in Napier mit Blick auf das Meer und Cape Kidnappers im Hintergrund.
Cycling girls :-).
In Napier war Markttag, den ließen wir uns natürlich nicht entgehen.
Mini-Susi
Kleiner Loop vom Meer weg ins Binnenland bei Bay View.
Kunst am Flughafen von Napier.
Zwei verschwitzte Radler, die sich mit einem Cider für die Rückfahrt stärken.

Nach einem superschönen Tag auf dem Rad (mit Eisessen und Einkehr für Cider und Pommes) und 75 gefahrenen Kilometern kamen wir wieder in Clive an. Paula setzte mich netterweise am Campingplatz Hastings ab (so sparte ich mir die letzten 10 Kilometer) und fuhr zurück nach Hause, während ich in Hastings mein Zelt aufbaute, duschen ging, mir noch schnell was zum Essen kaufte und dann den Abend gemütlich ausklingen ließ. Neben mir zeltete Steve, ein anderer Radfahrer, der auf einer längeren Tour unterwegs war, und natürlich kamen wir ins Gespräch und tauschten uns aus über unsere Radabenteuer. Müde, aber nicht ganz so fertig wie am Tag zuvor, kroch ich dann auch wieder recht früh in meinen Schlafsack, um die zweite Nacht ungewohnter Weise ohne Paddy einzuschlafen. Ich muss zugeben, das fühlte sich schon sehr komisch an…

Der letzte Tag meiner Radtour führte mich von Hastings über die „Middle Road“ zurück nach Waipawa, nur eine relativ kurze Etappe mit ca 50 Kilometern, aber auch wieder recht hügelig. Das Wetter war deutlich kühler und bedeckt, was angenehm zum Radeln, aber nicht so schön für die Fotos war. Hier ein paar Bilder:

Kunstwerke im Vorgarten einer Farm bei Hastings…
… echt cool, und nur eine kleine Auswahl dessen, was da so rumstand.
Das größte Stück meiner Tour führte mich auf der Middle Road entlang, einer Nebenstraße mit wenig Verkehr.
Kurvig durch die Hügel nahe des Tukituki River.

Das letzte Selfie auf meiner Tour, im Hintergrund der Tukituki River.

Erschöpft aber glücklich kam ich am frühen Nachmittag wieder Zuhause an, wo ich frenetisch von Harvey (natürlich auch von Paddy ;-)) begrüßt wurde! Ich hatte die beiden echt vermisst – Paddy noch etwas mehr als Harvey :-). In dieser Nacht schlief ich wieder deutlich besser, nicht nur, weil ich wieder in einem Bett schlafen konnte, sondern vor allem, weil ich in Paddy’s Arm einschlafen konnte.

Zum Schluss noch ein Bild von Harvey, das ein Freund ein wenig überarbeitet hat:

Harvey – best dog ever!

Im nächsten Blog bringe ich euch auf den neuesten Stand, was so alles passiert ist in den letzten 6 Wochen. Bis dahin macht es gut und bleibt gesund!

Eure Susi

Weihnachten, Silvester und Januar am anderen Ende der Welt – und es ist Sommer!!!

Hallo liebe Leser, auch wenn es schon wieder eine Ewigkeit her scheint, berichte ich euch heute trotzdem noch von Weihnachten und Silvester „down under“. Wie schon im letzten Blog erwähnt, kommt für einen Europäer bei sommerlichem Wetter nicht so wirklich Weihnachtsstimmung auf, Weihnachten gleicht hier eher einem Sommerfest bei uns (was es hier ja auch ist). Und so feierten wir am 25.12. in T-Shirts draußen Weihnachten, mit Aperol Spritz und Pizza aus dem eigenen Pizzaofen:

Ich mit Aperol Spritz beim Testen meines Weihnachtsgeschenks 🙂
Paddy und Harvey (mit seinem Weihnachtsgeschenk) mir gegenüber.
Sam und Liv, Paddy’s Tochter, kamen zum Weihnachtslunch vorbei – Christmas Pizza.

Natürlich gab es auch Geschenke! Paddy und ich machten Bescherung nach dem täglichen Putzen (ja, auch an Weihnachten muss geputzt werden…), und danach nochmal mit Liv und Sam. Ich muss echt brav gewesen sein… 🙂

Meine Geschenke auf einen Blick – Hängematte, Wireless earphones und pie maker (ich liebe pies!!!)
… und ein richtig cooles Gemälde von Harvey, das er übrigens erstmal angeknurrt hat.
Paddy mit seinen Geschenken: das neueste Ken Follett Buch, coole alte Comics (vom Wichteln mit seiner Familie) und einem Gutschein für einen neuen Motorradsitz für eines seiner Bikes.
Harvey war glücklich mit der (natürlich lecker gefüllten) Kong.
Bescherung mit Liv und Sam – Liv freute sich sichtlich über…
…ein Gemälde von ihrem Hund Dusty.

Abends kamen Paula und Steve noch auf ein paar Drinks auf unserer Terrasse vorbei. Am nächsten Tag war Liv’s Geburtstag, und Sam und Liv kamen zum Brunch. Natürlich gab es auch ein cooles Geburtstagsgeschenk:

Alle helfen beim Auspacken, sogar Harvey!
Liv mit ihrem neuen Wakeboard, das sie gleich in den nächsten Tagen bei ihrem Urlaub am Lake Taupo ausprobierte.

Ansonsten war Weihnachten ziemlich arbeitsreich, denn endlich wurde es voll auf unserem Campingplatz! Am 24.12. war kein einziger Gast da, wir waren bis auf unsere permanents komplett leer – es waren wohl alle mit Weihnachtsvorbereitungen beschäftigt… aber ab dem 25.12. ging das Weihnachts- und Silvester-Geschäft los, und wir waren durchgehend bis etwa Mitte Januar fast voll, so dass uns definitiv nicht langweilig wurde. Auch das Wetter spielte mit, es war die ganze Zeit sonnig und warm – perfekt für Camping.

Ein paar Tage nach Weihnachten waren wir bei Berrit und Matt zum Abendessen eingeladen. Berrit kommt auch aus Deutschland (lebt aber schon ewig hier), und so konnte ich mal wieder ein bisschen deutsch sprechen, natürlich nur zwischendurch, sonst hätten Paddy und Matt nicht mitreden können 😉

Berrit und Matt haben ein großes Grundstück am Rand von Waipawa, mit allen möglichen Tieren und einem großen Gemüse- und Obstgarten, und einem tollen Blick über Wiesen und Felder. Es ist kaum zu glauben, dass man tatsächlich IN Waipawa ist, es fühlt sich an wie mitten in der Pampa:

Blick über die Hügel hinter Waipawa – schade, dass das Wetter an diesem Abend nicht schön war…
Auch Berrits und Matts Haus ist schön und gemütlich, und der Tisch war schon gedeckt für ein leckeres Abendessen.
Burger mit Salat und Gemüse aus dem eigenen Garten – soooo lecker!!!
The two Kiwi-German couples – scheint eine gute Kombi zu sein 🙂

Am 31.12. gab es bei uns auf dem Campingplatz eine große Silvesterparty für alle Gäste und Freunde, mittlerweile schon das dritte Mal, sie ist also inzwischen eine Tradition. Das erste Mal, Silvester 2019, war ich dabei, letztes Jahr musste Paddy dank Corona und geschlossenen Grenzen ohne mich feiern. Neuseeländer sind etwas verrückt, sie starten ihre Feiern immer sehr früh, unsere Party ging am frühen Nachmittag schon los – nach dem Aufbau versuchte sich Steve erfolgreich als DJ, mit echten Schallplatten und Musik aus den 70er und 80er Jahren!

Das Set Up für die Bands und den DJ unter selbstgebasteltem Dach in unserem Garten.
DJ Steve in seinem Element!
Harvey scheint die Musik zu gefallen.

Der Vorteil an einem frühen Start ist, dass nie ganz viele Leute auf einmal da sind (wichtig zu Corona-Zeiten), sondern es mehr ein ständiges Kommen und Gehen ist. Zum Glück spielte das Wetter mit, so dass wir schön draußen feiern konnten. Nach und nach kamen mehr und mehr Leute (und ein paar gingen wieder), und Paddy heizte den Pizzaofen ein. Zusätzlich wurde außerdem gegrillt, so dass jeder mitbringen und zubereiten konnte, was er wollte. Abends spielten Paddy’s Band, eine befreundete Band aus Palmerston North, und John Jones, einer unserer „Dorfbewohner“ auf unserem Campingplatz, hatte einen Gastauftritt als Sänger- ein Abend voller richtig guter Musik, es wurde ausgiebig getanzt! Hier ein paar Eindrücke:

Der Pizzaofen wird eingeheizt.
Auch der Grill war einsatzbereit und wurde eifrig genutzt.
Die beiden Gastgeber – unser letztes Bild im Jahr 2021.
Der Garten füllt sich so langsam.
Diese Fans sitzen in der ersten Reihe, also ganz nah an der Musik...
… während es sich Berrit, Matt und ihre zwei Freunde lieber weiter hinten auf einer Picknickdecke bequem gemacht hatten.
Für Harvey war das alles ziemlich aufregend, aber irgendwann wurde er dann doch müde…
Kleine Kostprobe von Paddy’s Band „The Monotones“.
Gastauftritt von John Jones – er hat eine echt coole Stimme!

Anders als bei uns wird in Neuseeland nicht sonderlich geballert um Mitternacht, und auch sonst ist der Start ins neue Jahr kein großes Ding – ganz im Gegenteil, ein großer Teil der Bevölkerung verschläft ihn einfach, und auch ein großer Teil unserer Gäste war schon vor Mitternacht gegangen. Der verbliebene Rest zählte die letzten 10 Sekunden des alten Jahres herunter, dann wünschte man sich ein frohes neues Jahr und dann ging es mit der Musik weiter – keine Raketen oder Böller oder Sich-um-den Hals-fallen oder so (was zu Covid-Zeiten wohl auch besser ist…), alles sehr unaufgeregt. Und um 1 Uhr war die Party zu Ende, so dass wir (für mich ungewohnt früh an Neujahr) nach grobem Aufräumen um 1.30 Uhr im Bett waren. Am nächsten Morgen räumten wir den Rest auf, was zum Glück nicht mehr dramatisch war, und gönnten uns danach mit einigen Freunden, die hier geschlafen hatten oder auch wieder von Zuhause kamen, ein ausgiebiges Frühstück mit Eggs and Bacon:

Neujahrs-Frühstück!

Wie schon erwähnt, war es im Januar ziemlich busy bei uns, so dass wir den Tag über meist gut beschäftigt waren. Aber abends blieb schon immer noch Zeit für ein paar schöne Dinge, wie Drinks und Gespräche mit Freunden, Musik machen, mit Harvey spielen, … :

Paddy und Harry beim Musizieren auf unserer Terrasse.
Paddy, Steve und Paula bei Chips und Drinks in unserem Garten.
Meine beiden Jungs beim Chillen.
Playtime! „Jetzt wirf schon endlich!“
Richtiges Eis in einer richtigen Eisdiele in Hastings!! Yummy!!! Mit Eis haben es die Neuseeländer leider nicht so, Eisdielen gibt es nur sehr wenige, und häufig gibt es nur Softeis. Umso mehr hab ich dieses Eis genossen!

An einem der vielen schönen heißen Sommertage unternahm ich mal wieder eine Radtour und traf mich unterwegs mit Paula und Tommy, ihrem Sohn, um das letzte Stück zu ihrem Haus gemeinsam zu radeln und dann bei ihnen ein kühles Getränk zu genießen… keine Ahnung, ob Bloody Mary als isotonisches Getränk gilt, aber gut wars allemal ;-). Wenig später kam Paddy mit dem Auto nach, das ich dann abends mitsamt meinem Rad und Paddy heimfuhr, da er zu viele „Sportgetränke“ getrunken hatte.

Paula und Tommy am Tukituki River.
Vitaminreiches Sportgetränk 😉
Paula, Steve und Hund Barry bei Snacks und Drinks auf ihrer Terrasse.
Barry mit seinem heißbeliebten Spielzeug, das er jedem hartnäckig auf den Schoß legt, immer in der Hoffnung, dass sich jemand erbarmt und das Ding endlich wirft.
Wunderschöner Abendhimmel.

Ein Höhepunkt im Januar war das Alpaka-Scheren, ein echtes Schauspiel, vor allem mit Felix, unserem weißen Alpaka! Aber bevor es losgehen konnte, mussten wir noch schnell am Tag zuvor ein kleines Gehege bauen, damit wir die Alpakas nicht über die ganze Weide jagen mussten.

Der erste Pfosten ist schon drin!
Paddy beim Befestigen des Drahtzauns.

Wir hatten die Alpakas schon morgens um 10.00 Uhr in das kleine Gehege gelockt (für ein paar saftige Äste tun sie alles, außerdem sind sie sehr neugierig), so dass es gleich losgehen konnte, als der Scherer um 11.30 Uhr mit seinem Tisch und Werkzeug kam. Es ging für mich überraschend schnell, und ich hatte irgendwie mehr Show erwartet, aber das Scheren, der beiden kleinen Alpakas ging relativ unspektakulär von statten. Nur Felix, das weiße Alpaka, wehrte sich und schrie und spuckte die ganze Zeit, während die beiden anderen, schon geschorenen Alpakas zuschauten und sich dachten „Was für ein Weichei! Der stellt sich echt an!“

Das kleine braun-weiße Alpaka war als erstes dran, die beiden anderen schauten erstmal zu.
So wird das Alpaka auf den Tisch geschnallt, bevor es mit der Schur losgehen kann.
Da geht ganz schön was runter!
Nach dem neuen Haarschnitt wird noch geimpft…
… und pedikürt…
…und so sehen sie nach der Schönheitskur aus – ein bisschen lustig, weil nach der Schur nicht mehr viel von den Alpakas übrig ist, und vor allem der Hals lächerlich dünn aussieht 🙂

An einem Sonntag Ende Januar machten wir einen Ausflug mit dem „Classic Car Club“, so dass Paddy’s Cadillac mal wieder bewegt wurde. Dieses Mal ging es zum Café Hygge in Clifton, wo ich mit Paddy zu seinem Geburtstag schon war, mit einem Zwischenstopp bei „Birdswood“, einem Café/Kunstgallerie/Süßwarenladen. Das Wetter war wie schon die ganze Zeit superschön und heiß, was für gute Laune (und gute Fotos) sorgte:

Birdswood – ein beliebtes Ausflugsziel in der Nähe von Hastings.
Mit kleiner Kunstgalerie, deren Produkte man natürlich kaufen konnte…
…und einem Süßigkeitenladen aus früheren Zeiten…
… der innen so aussah. Man konnte sich aus allem aussuchen, was man wollte und mixen und zahlte dann nach Gewicht. So lernte ich ein paar Süßigkeiten aus Paddy’s Jugendzeiten kennen (ich hoffe allerdings, dass sie nicht wirklich so alt waren…).
Dann ging es durch wunderschöne Landschaft weiter nach Clifton, an der Bergkette um den Te Mata Peak vorbei.
Im Café Hygge saßen wir an Tischen vor romantischer Meereskulisse.
Paddy’s Schwester Aileen mit Partner Andrew.
Paddy und ich.
Live Musik von zwei jungen Mädels – etwas zu psychodelic für meinen Geschmack, aber sehr gechillt.
Bevor wir uns wieder auf den Heimweg machten, gab es noch einen letzten Blick auf den Ozean.

Was gibt es sonst noch zu berichten? Ende März werden wir das Partnership Residency Visa beantragen (das letzte, yayyy!!!!), das heißt, in den nächsten Wochen müssen wir wieder fleißig Bilder und gesammelte Beweise für unsere Beziehung zusammentragen, das wird wieder ein bisschen Papierkrieg… Aber Sally, unsere immigration advisor, ist optimistisch, dass das klappt, die Frage ist nur wie lange es dauert. Naja, hoffen wir das Beste… ich bin nicht böse, wenn ich niemandem mehr beweisen muss, dass ich in einer ernsthaften Beziehung bin!

In Sachen Corona gibt es auch ein paar Neuigkeiten: Omikron hat auch Neuseeland erreicht, und die Regierung schätzt, dass die Infektionszahlen sehr bald in die Höhe schießen werden. Zur Zeit sind es um die 200 Fälle pro Tag. Doch dank der hohen Impfquote von über 90% ist man vorsichtig optimistisch, dass die Omikronwelle nicht zu dramatisch wird. Trotzdem gelten auch hier ähnliche Regeln wie in Deutschland (ich hatte euch ja letzten Blogbeitrag von dem traffic light system berichtet), und ohne Impfung kann man viele Dinge nicht machen. Diese Woche gab es endlich Neuigkeiten, was die Grenzen und MIQ (managed isolation and quarantine) angeht. Bisher konnte man nur nach Neuseeland einreisen, wenn man einen der wenigen MIQ-Plätze ergattert hatte, weshalb tausende Neuseeländer (und andere) die letzten zwei Jahre nicht einreisen konnten. Da es hier inzwischen seit August auch Covidfälle in der community gibt und die positiv getesteten Leute sich daheim isolieren dürfen, macht das MIQ-System für geimpfte und negativ getestete Einreisende nicht mehr wirklich Sinn. Deshalb hat die Regierung folgende Änderungen beschlossen: Ab Ende Februar können geimpfte Neuseeländer und Australier von Australien nach Neuseeland kommen und sich 2 Wochen daheim isolieren. Ab Mitte März können geimpfte Neuseeländer aus der ganzen Welt und Leute mit speziellen Arbeitsvisa ohne MIQ mit Heimisolation kommen, und ab April Studenten und Work & Travel Visa Besitzer. Ab voraussichtlich Juli werden die Grenzen für alle geimpften Touristen aus visumfreien Ländern geöffnet, ab Oktober für alle anderen. Wie das dann mit Selbstisolation läuft, wie lange und ob das dann überhaupt noch notwendig ist, steht noch nicht fest. Das heißt Stand heute ist, dass ihr mich theoretisch ab Juli besuchen kommen könnt… ich glaub das erst, wenn es wirklich soweit ist… aber immerhin gibt es jetzt endlich sowas wie einen „Öffnungsplan“!

So, jetzt habe ich endlich mal wieder aufgeholt mit Schreiben, jetzt seid ihr wieder auf dem aktuellen Stand ;-). Ich werde versuchen, wieder regelmäßiger und in kürzeren Abständen zu schreiben, dann wird es nicht jedesmal so lang – und ich vergesse nicht die Hälfte…

Ich hoffe, euch geht es gut und ihr seid gesund! Lasst mal was von euch hören!

Ganz liebe Grüße aus Neuseeland!

Eure Susi