Ein „Kiwi“ in den (deutschen) Alpen

Hallo liebe Leser, wie schon im letzten Blogbeitrag angekündigt, verbrachten Paddy und ich nach unserem München-Abenteuer eine knappe Woche in den Bergen im Berchtesgadener Land. Nach dem wir Anne am Montag zum Bahnhof gebracht und verabschiedet hatten, stiegen wir in unser Auto und fuhren gen Süden. Unterwegs machten wir einen Zwischenstopp bei Lena, einer Ex-Kollegin und guten Freundin, die inzwischen im Chiemgau wohnt. Es war ein wunderschöner warmer Sommertag, und so konnten wir ihren selbstgebackenen, sehr leckeren Kuchen (natürlich Rhabarberkuchen, mit Rhabarber aus dem eigenen Garten) auf der Terrasse im Garten genießen, während wir uns über die neuesten Neuigkeiten austauschten.

Lena mit Sohn Maxi.

Danach zeigten Lena und Flo uns die Baustelle, wo bald ihr eigenes Haus stehen wird, und das Dorf, und natürlich gönnten wir uns ein Eis in der lokalen Eisdiele.

Gruppenbild am Brunnen (nach dem Eis): Paddy und ich, Lena, Maxi und Flo.

Da Paddy auf alte Autos steht, zeigte Flo uns danach seinen VW Käfer – Paddy hätte ihn am liebsten mitgenommen!

Maxi findet den Käfer mindestens genauso cool wie Paddy.

Nach einem schönen Nachmittag mit Lena und ihrer Familie ging es für Paddy und mich danach noch die letztem 30 km nach Bayerisch Gmain bei Bad Reichenhall, wo wir uns ein AirB&B gemietet hatten – 55qm ganz für uns alleine, mit einem Balkon mit Bergblick! Echt sehr cool!

Die AirB&B-Wohnung war in diesem Haus unterm Dach, parken konnten wir in der Einfahrt (wie man sehen kann).
Der Ausblick von unserem Balkon auf das Lattengebirge mit der schlafenden Hexe – na, wer findet sie?
Unsere immer-hungrigen Nachbarn: eine Amselfamilie mit 5 Jungen lebte unterm Dach über unserem Balkon.

Luftlinie keine 50m entfernt verlief die deutsch-österreichische Grenze durch den Weißbach. Zu Fuß waren es vielleicht 500m, und da wegen Corona die Grenzen eine Weile geschlossen waren, sieht man auf dem Foto auch noch eine rasch erstellte „Grenzanlage“. Offiziell hätte man sich online registrieren lassen (in der Zeit in der wir da waren) und negativ getestet gewesen sein müssen, aber da der Grenzposten nicht mehr besetzt war, schauten Paddy und ich uns Großgmain „heimlich“ auf einem Abendspaziergang an.

Die provisorische und unbesetzte Grenzstation zwischen Bayerisch Gmain und Großgmain.

Am nächsten Morgen fuhren wir zum Königssee. Um eine Bootsrundfahrt auf dem Königssee machen zu dürfen, musste man einen negativen Covidtest vorweisen, und so reihten wir uns brav am Parkplatz in die Schlange an der Teststation ein und waren eine halbe Stunde später stolze Besitzer eines negativen Tests. So bewaffnet machten wir uns auf den Weg zur Anlegestelle und kauften unser Ticket, und dann ging es los. Die Boote sind Elektroboote und somit sehr leise, manche der Boote sind fast 100 Jahre alt, so dass schon die Bootsfahrt an sich toll war. Zusätzlich bekamen wir noch ein Fanfarenkonzert an der Echowand – unser Reiseleiter auf dem Boot spielte auf der Fanfare, um uns das Echo zu zeigen, was richtig gut klang und für Gänsehaut sorgte. Neben seinem musikalischen Talent hatte er natürlich noch jede Menge Wissen und Geschichten um den Königssee parat.

Die Ticketschalter und der Platz vor der Bootsanlegestelle in Schönau.
Paddy an Bord, mit der Bob- und Rodelbahn Königssee im Hintergrund.
Eines der vielen Elektroboote vor traumhafter Kulisse.

Wir fuhren bis ganz ans andere Ende des Sees nach Salet, wo wir ausstiegen und die kurze Wanderung zum Obersee mit gefühlt 5 Millionen anderen Menschen machten. Aber das war es auf alle Fälle wert! Der See ist wunderschön und liegt vor den Bergen wie ein riesengroßer Spiegel, aber seht selbst:

Paddy auf dem Weg zum Obersee, im Hintergrund die Berge mit dem Röthbach-Wasserfall.
Der Obersee mit Blick in die Berge.
Der Obersee, von unserer Picknickstelle auf einem Felsen zurück Richtung Salet fotografiert.

Nach kurzer Stärkung mit Banane und Müsliriegel ging es zurück zur Anlegestelle, und nach etwas Wartezeit auf das Boot zurück auf den Königssee nach St. Bartholomä, der wohl am meisten fotografierten Kirche im Süden Deutschlands – weshalb ich hier kein Bild von ihr poste (ok, hauptsächlich deshalb, weil gerade gebaut und renoviert wird und das Bild mit den Kränen und Maschinen echt nicht toll aussieht). Nach einem kurzen Spaziergang am Ufer reihten wir uns in die laaaaange Warteschlange am Bootsanleger ein, und ausgerechnet da fing es natürlich an zu regnen… Nach gefühlt ewiger Wartezeit und dicht gedrängt (von wegen social distancing) zuerst in der Schlange draußen und dann in der Wartehalle waren wir froh, als endlich vier oder fünf leere Boote gleichzeitig kamen, um die Menschenmassen wieder zurück nach Schönau zu bringen. Trotzdem war es ein genial schöner Ausflug!

Fast ein wenig Milford Sound-feeling… der Blick von St. Bartholomä Richtung Schönau.
Waiting in the rain, im Hintergrund die Kirche (und die anderen Wartenden).

Am nächsten Tag präsentierte sich das Wetter von seiner schönsten Seite: strahlender Sonnenschein und schön warm! Und so beschlossen wir, das schöne Wetter für einen Ausflug auf den Jenner zu nutzen und die Aussicht zu genießen. Es ging also zunächst mal wieder Richtung Schönau und der Jenner-Bergbahn.

Unterwegs Richtung Berchtesgaden mit Blick auf den Watzmann.

Da Paddy eher kein Bergwanderer ist, verzichtete ich darauf, ihn zu Fuß den Berg raufzujagen, stattdessen nahmen wir die gemütliche Variante:

Paddy in der Gondel auf dem Weg nach oben.

Oben angekommen, wanderten wir die letzten 10 Minuten zum Gipfel hinauf und genossen die wirklich sagenhafte Aussicht!!

Paddy und ich am Gipfel des Jenner.
Blick auf den Königssee und die umliegenden Berge von der Aussichtsplattform unterhalb des Gipfels.

Nach diesen fantastischen Ausblicken und Eindrücken gönnten wir uns erstmal ein Frühstück auf der Terrasse der Jenneralm:

Da ich wenigstens ein bisschen wandern wollte, entschieden wir uns dafür, bis zur Mittelstation runterzulaufen, was teilweise zwar etwas steil war, aber die ganze Zeit tolle Ausblicke bot. Außerdem diente es der deutsch-neuseeländischen Völkerverständigung – die Kuh fand Paddy zumindest sehr faszinierend, es kam sogar eine kurze Unterhaltung zustande 🙂

Zurück im Tal beschlossen wir, uns Berchtesgaden ein wenig anzuschauen und dort etwas zu essen. Wir schlenderten also durch den hübschen Ort, genehmigten uns ein Eis bzw. Kuchen und schafften es danach sogar, Paddy ein paar Bergschuhe zu shoppen – jetzt gibt es keine Ausreden mehr, die nächste Bergtour kommt bestimmt 😉

Hier ein paar Eindrücke von Berchtesgaden:

Lustige Hausnummern gibts hier…
Hmmmm, lecker Eiskaffee und Sachertorte!
Ich bevorzugte statt der Torte lieber einen großen Eisbecher.

Da die Nacht und der nächste Morgen verregnet waren, schliefen wir erstmal aus und machten uns recht spät auf die Socken Richtung Kehlsteinhaus bzw. Adlernest, dem Haus, das Hitler sich in den Bergen bauen ließ. Paddy hatte sich vorher schon einige Dokus zu diesem Thema angeschaut und war ganz scharf darauf, es jetzt live zu sehen. Um dort hin zu kommen, muss man zuerst mit dem Auto bis zur Dokumentation Obersalzberg fahren, einem Museum über die Nazis in Berchtesgaden, und dann den Bus hinauf zum Kehlsteinhaus nehmen, denn auf der schmalen Straße dürfen nur die Busse fahren. Oben angekommen, geht es durch einen Tunnel zu einem Fahrstuhl, der einen dann direkt ins Kehlsteinhaus hinauf bringt. Oben angekommen, erklommen wir erstmal den Gipfel des Kehlsteins und genossen die Natur, die heute sehr wechselhaftes Wetter bot:

Eingang zum Tunnel unter dem Kehlsteinhaus.
Paddy im Tunnel zum Aufzug.
Der beeindruckende Vorraum zum Aufzug.
Der Gipfel des Kehlstein mit bedrohlich wirkenden Wolken und fernem Donnergrollen.
Teilweise war die Sicht ungefähr sowas einige Möchtegern-Bergsteiger wieder zur Umkehr zwang.
Der Blick vom Gipfel zum in den Wolken versteckten Kehlsteinhaus.
Und so sah es dann 5 Minuten später aus!

Nach unserer „Wanderung“ zum Gipfel schauten wir uns das Kehlsteinhaus etwas genauer an, zumindest die wenigen Räume, die man sich anschauen darf. Da wir noch ein wenig Zeit hatten, bevor der letzte Bus nach unten fuhr, genehmigten wir uns einen Kaffee im Restaurant, Hitlers ehemaliges Kaminzimmer.

Geschnitztes Schild am Kehlsteinhaus.
Das Restaurant im Kaminzimmer, der Marmor für den Kamin war angeblich eine Schenkung von Mussolini.
Das einzige Zimmer neben dem Kaminzimmer, das man sich anschauen kann.
Beeindruckender Blick aus dem Bogengang des Hauses.

Leider hatten wir danach keine Zeit mehr für die Dokumentation Obersalzberg, und so beschlossen wir, am nächsten Tag nochmal zu kommen und uns das Museum anzuschauen. Gesagt getan, ausnahmsweise standen wir früh auf und waren um 9.00 Uhr die ersten Besucher und hatten das Museum zumindest anfangs für uns allein. In einer sehr interessanten Ausstellung erfuhren wir mehr über das kleine Nazireich, das Hitler hier erschaffen hatte, und wie er sein Bergdomizil geschickt für Propagandazwecke, aber auch für Regierungsgeschäfte nutzte. Der letzte Teil der Ausstellung sind die Tunnel, die quasi den ganzen Obersalzberg durchlaufen und fast alle Häuser miteinander verbanden. Hier gab es aber nicht nur Gänge und Bunker, sondern ganze Wohnräume, in denen man gut einige Zeit hätte leben können, wenn es die Situation erfordert hätte. Hier ein paar Eindrücke:

Links die Dokumentation Obersalzberg mit dem Museum, rechts die Baustelle des neuen Hauses mit den Tunneln.

Einer der vielen Tunnel im Obersalzberg.
Es gab auch Wohnräume bzw. Büros in dieser Unterwelt.

Danach brauchten wir erstmal eine Stärkung! Und so hielten wir erneut in Berchtesgaden und schlemmten Eis und Kuchen, bevor wir zurück in unsere Ferienwohnung fuhren, um den letzten Abend bei Wein und leckerer Brotzeit zu genießen. Am nächsten Morgen hieß es dann leider schon wieder Kofferpacken und Heimfahren nach viel zu kurzen Tagen im Berchtesgadener Land!

Das wars von unserem Kurzurlaub. Inzwischen sind wir schon wieder eine Woche zurück in Kleinostheim und haben das heiße Sommerwetter mit Radtouren zum See und Am-See-liegen genossen. „Nebenher“ haben wir alles für unser Visum fertig gemacht, das morgen eingereicht wird, und dann bleibt uns nur noch Abwarten, Beten und Hoffen… also drückt uns ganz fest die Daumen, dass es dieses Mal klappt!!

Um uns ein wenig vom Stress des Wartens abzulenken fahren wir am Mittwoch in den hohen Norden, meine Schwester besuchen und ein paar Tage an der Ostsee zu verbringen… mal schauen, ob wir das so genießen können, während wir auf Nachrichten aus Neuseeland warten…

So, das wars mal wieder von uns! Ich hoffe euch gehts gut – bleibt gesund und munter! Bis zum nächsten Blogbeitrag 🙂

Eure Susi

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