Nachgereicht: GoPro-Videos von Akaroa

Nachdem ich mit der Kamera noch nicht so fit bin und dafür außerdem halbwegs gutes Internet brauche, muss ich euch noch was nachliefern von meinem Banks Peninsula Bergabenteuer auf der Summit Road. Hier seht ihr im Zeitraffer einen kleinen Teil meines „Ritts“ auf der Summit Road:

Im Gegensatz zum wolkigen Vortag war der Montag bei der Rückfahrt wolkenlos. Dummerweise hat der Fahrtwind (Höchstgeschwindigkeit 60 km/h) die Kamera verstellt, so dass nur der Anfang des Videos von der Hilltop-Abfahrt gut war:

Ich hoffe, euch gefallen die Videos. Ich werde weiter mit der GoPro „üben“, damit die nächsten besser werden 😜.

Viele Grüße aus Geraldine!

Mistwetter und wohlverdiente Pause

Hallo liebe Daheimgebliebenen, inzwischen habt ihr Ferien, es ist Sonntag, der vierte Advent, und ihr bereitet euch wahrscheinlich auf Weihnachten vor. Ich sitze auf der Couch in meinem Hostel in Geraldine im Warmen und denke an die letzte Woche zurück, die, wie ihr ja schon an der Überschrift erkennen könnt, nicht ganz so einfach war. Inzwischen hab ich schon einige Radlkilometer in den Beinen, bin von Christchurch nach Little River (Samstag, 80km, 125hm), von dort nach Akaroa (Sonntag, 48km, 1140hm), von Akaroa zurück nach Little River und weiter nach Coes Ford (Montag, 68km, 820hm), von dort nach Rakaia Gorge (Dienstag, 84km, 440hm), und schließlich am Donnerstag weiter nach Geraldine (84km, 320hm) geradelt. So sieht das auf der Karte aus:

Aber nun der Reihe nach: Der Dienstag war wohl der langweiligste Tag meiner gesamten „Radlkarriere“: es ging fast nur geradeaus und flach dahin, zu sehen gab es immer das Gleiche: entweder hohe grüne Hecken neben der schnurgeraden Straße oder Wiesen mit Kühen und Schafen, und in der Ferne die Berge, und das über 84km!!!

Die Hecken hier sind riesig! Damit ihr mal einen Eindruck von der Höhe bekommt, hier ein Foto (durch diese Einfahrt passt ein Kleinlaster von der Höhe her):

Das Wetter war bis 30km vor Ende übrigens okay, es war angenehm bei 20 Grad und bedeckt. Dann jedoch kam Wind auf, und die letzten 20km waren ein einziger Kampf gegen 30km/h Wind mit bis zu 50km/h Böen, natürlich von vorne! Teilweise kämpfte ich mich im kleinsten Gang mit 6-7 km/h vorwärts, immer die drohenden dicken Regenwolken im Rücken. Ich war soooo froh, als ich endlich den Fluss und kurz danach den Campingplatz erreichte!

Erster Blick auf den Fluss, im Hintergrund die Berge.

Rakaia Gorge.

Ich baute mein Zelt am geschütztesten Ort des ganzen Campingplatzes auf, und trotzdem war das wegen des Windes gar nicht so einfach!

Ausblick aus meinem Zelt.

Nach dem Essen ging es früh ins Bett bzw. den Schlafsack, ich war echt geschafft von der letzten Etappe! Am nächsten Tag war Ausruhen angesagt bzw. evtl. ein bisschen Wandern, die Gegend hier ist (bei schönem Wetter) traumhaft! Dummerweise fing es nachts zu regnen an und hörte bis Donnerstag Mittag nicht mehr auf. Als ich am Mittwoch morgen aus meinem Zelt kroch, sah es so aus:

Es regnete den ganzen Tag und es wurde unangenehm kalt, so dass ich den Tag im Zelt verbrachte, nach Wandern war mir gar nicht zumute, die Nässe durchdrang alles! Zum Glück war mein Zelt dicht! Abends kam ein anderer Radler völlig durchnässt im Camp an, Pino aus Luxemburg. Wir unterhielten uns eine Weile und beschlossen, am nächsten Tag zusammen nach Geraldine weiter zu fahren.

Leider regnete es Donnerstag morgen immer noch, so dass wir unsere Zelte tropfnass und dreckig einpacken und in der Nässe und Kälte losradeln mussten. Hier ein paar Eindrücke von unterwegs:

Blick auf die Berge (die man leider wegen der Regenwolken nicht sieht).

Pino aus Luxemburg.

Einer der Flüsse, die wir überquerten.

Frühstücks- (und Aufwärm-)Pause in einem netten kleinen Laden mit Sitzecke in Mt. Somers.

Da es, nachdem wir uns gleich zu Beginn unserer Tour den Berg aus der Rakaia Gorge herauf gekämpft hatten, fast nur noch gerade bzw. leicht bergab ging, trafen wir schon um 13.30 Uhr in Geraldine ein. Nach dem Einchecken im Hostel kümmerten wir uns erstmal um die durchnässten Zelte: wir hängten sie auf der Wäscheleine auf und spritzten sie mit einem Gartenschlauch ab. Danach gab es auch für uns die wohlverdiente heiße (!) Dusche – ein Traum! Den Rest des Tages verbrachten wir mit Einkaufen, Kochen (Pino) und Essen (wir beide 😜) und Ausruhen. Da weiterhin Regen angesagt war, beschloss ich, bis Montag im Hostel zu bleiben, Pino wollte Samstag wieder los.

Freitag gingen wir auf Stadt- bzw. eher Dorfbesichtigung:

Abends kam noch eine andere Radlerin, Grace aus Australien im Hostel an (inzwischen schüttete es wieder) und wir unterhielten uns den Rest des Abends und tauschten Erfahrungen und Reiserouten aus.

Pino machte sich am Samstag morgen auf die Weiterreise, aber wahrscheinlich treffen wir uns in ein paar Tagen wieder. Da überraschenderweise die Sonne schien, entschied ich mich für eine Wanderung auf einem Trail um Geraldine herum, und es war traumhaft! Was so ein bisschen Sonne doch ausmacht!

Kaum zurück im Hostel, braute sich schon das nächste Unwetter zusammen, und eine Stunde später regnete es wieder. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Lesen, Route planen und musizieren – Craig, der „Herbergsvater“, spielt supergut Klavier:

Ich hoffe, er spielt heute nochmal, hat gestern echt Spaß gemacht! Den heutigen Sonntag werde ich faulenzen – lesen, Blog schreiben und v.a. die Wärme des Hostels genießen, in den nächsten Tagen ist wieder Zelten angesagt, da alles ausgebucht ist, weil die Kiwis in ihren Weihnachtsferien auch gerne in ihrem Land unterwegs sind. Morgen geht es weiter nach Lake Tekapo, eine lange, anstrengende Etappe mit vielen Höhenmetern, ganz nah ran ans bzw eigentlich schon fast ins Gebirge. Aber ab morgen soll es auch sonnig und warm werden, juhuuuu! Weihnachten werde ich dort verbringen, wahrscheinlich mit Wandern 😃.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten!Merry Christmas from New Zealand! 🎁🎄

Anstrengende Tour nach Akaroa

Nach schlecht geschlafener Nacht (muss mich erst an Zelten gewöhnen…) stand ich um 7.00 Uhr auf, baute das noch nasse Zelt ab, packte mein Zeug aufs Rad und machte mich auf den Weg ins Café Little River, wo ich mir erstmal ein großes Frühstück gönnte – ich würde heute noch jede Menge Kalorien verbrennen!

Steak Pie, Cheesecake Brownie und Cappuccino 😃.

Im local gift shop fragte ich, ob ich einen Teil meines Gepäcks bis morgen dort abstellen dürfe, und die drei netten Damen erklärten sich sofort bereit, mein Zeug in ihrem „safe“, ein Lagerraum, aufzubewahren.

So konnte ich mit relativ leichtem Gepäck, das ich auf die beiden Satteltaschen verteilte, losradeln Richtung Berge. Zuerst ging es für 8 km bergauf, bis ich Hilltop auf ca 500m erreichte. Von dort hatte man schonmal einen tollen Blick über die ganze Bucht.

Irgendwie dachte ich, dass das das Schwierigste für diesen Tag gewesen war, aber weit gefehlt! Ich bog nach links auf die Summit Road ab, die am Rand des Kraters entlang geht und so tolle Ausblicke bietet, zumindest theoretisch. Dummerweise zog es komplett zu, so dass ich bald in den Wolken fuhr und gar nichts mehr sah, abgesehen davon, dass es auch recht frisch wurde. Hab trotzdem ein Video gemacht, aber das muss ich wann anders mal hochladen, hier ist das Internet zu langsam 😊.

Außerdem hatte ich mir die Summit Road lange nicht so bergig vorgestellt, aber es ging in einer Tour bergauf und bergab, und das meist sehr steil. Das zusammen mit der fehlenden Sicht machte die Fahrt super-anstrengend – irgendwie ist es ziemlich demotivierend, wenn immer sofort der nächste steile Berg kommt, obwohl man geglaubt hat, das wars jetzt… Irgendwann hatte ich es aber dann doch geschafft, und es ging in (anfangs wegen schlechter Sicht langsamem, dann) rasantem Tempo die steile Straße hinunter nach Akaroa (auch für dieses Video müsst ihr euch ein wenig gedulden).

Ich checkte im sehr netten, kleinen Hostel „Chez La Mer“ ein und schaute mir dann noch ein bisschen den Ort an, der bei Sonnenschein sicher nett ist, so war er ziemlich grau.

Da ich laut meinem GPS-Gerät ca 2000 Kalorien verbrannt hatte (1200 Höhenmeter, 48 km), musste ich die Energie ja auch wieder zuführen und beschloss, dies bei chinesischem Essen zu tun. Danach ging es zurück zum Hostel, wo ich noch ein Tässchen Tee vorm Kamin trank und dann geschafft ins Bett fiel.

Am nächsten Tag wollte ich eine andere Route zurückfahren, nämlich über den SH75. Der sollte mit 4 Hügeln und zum Schluss dem langen Berg weniger anstrengend und v.a. kürzer sein als die Summit Road. Und das war er auch! Ich radelte bei strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel los und genoss die tollen Ausblicke:

Nach schweißtreibenden 5 km, in denen man von 0 auf 500 Höhenmeter klettert, erreichte ich wieder Hilltop:

Danach ging es 8 km bergab, was für ein genialer Downhill!

Zurück in Little River gönnte ich mir ein spätes Frühstück / Brunch, sammelte mein Gepäck vom gift shop ein und radelte auf dem Little River Trail zurück Richtung Christchurch – das war ein bisschen langweilig, ich kannte die Strecke ja schon.

Kurz vor Lincoln bog ich dann links ab und fuhr die letzten 10km zum Campingplatz Coe’s Ford. Ich war schon um 14.30 Uhr da, so konnte ich in aller Ruhe das nasse Zelt aufbauen und trocknen lassen, eine Runde im Fluss planschen und mich waschen und danach noch ausgiebig Sonnenbaden, soooo schön, wenn das Wetter passt! Hier ein Eindruck vom Zeltplatz:

Morgen geht es ins Landesinnere Richtung Lake Tekapo, nächstes Etappenziel ist der Campingplatz Rakaia Gorge. Ich hoffe nur, dass das Wetter hält – für morgen Abend und Mittwoch ist Regen angesagt…

Viele Grüße aus Coe’s Ford!

P.S.: Inzwischen ist es Freitag, der 21.12. und ich bin schon in Geraldine – hatte vorher leider kein Internet. 😉

Little River Trail – von Christchurch nach Little River

Da ich vor Aufregung vor dem Start meiner Neuseeland-Rundfahrt schlecht geschlafen hatte, machte mir das Aufstehen um 6.00 Uhr gar nichts aus. Gepackt hatte ich gestern schon, und so ging es nach einem Restefrühstück und doch etwas zeitaufwändigem Bepacken des Fahrrads um 7.30 Uhr bei schönstem Sonnenschein los. So sieht mein Rad vollgepackt aus:

Die ersten paar Kilometer waren wegen des ganzen Gepäcks gewöhnungsbedürftig, es fühlte sich irgendwie ziemlich instabil an. Aber nach ein paar Kilometern hatte ich mich an meinen „Truck“ gewöhnt. Der erste Teil der Strecke aus Christchurch raus war nicht so einfach zu finden, da der Weg nicht beschildert und außerdem ständig eine Straße wegen Baustelle gesperrt war.

Strahlender Sonnenschein am Morgen nahe Christchurch, mit Blick auf die Port Hills.

Aber sobald ich Pebbleton erreicht hatte, war der Little River Rail Trail beschildert. Es ging ganz idyllisch immer an dem kleinen Flüsschen entlang, und wenn das Wetter gehalten hätte, wäre es auch echt schön gewesen. Aber leider zog es wieder zu, zwischendurch nieselte es sogar und es wurde windig.

In Motueka beschloss ich deshalb (und weil ich Hunger hatte), in Gebbie’s Garden Café einzukehren und mich mit Pasta und diversen Heißgetränken zu stärken:

Gestärkt und aufgewärmt ging es weiter am Lake Ellesmere entlang. Anfangs fand ich das noch schön, aber da man von dem See nicht viel sah, sondern nur das Sumpfland, wurde es irgendwann langweilig. Außerdem hatte ich jetzt kräftigen Gegenwind auf der ansonsten anspruchslosen flachen Strecke.

Zum Glück kam dann doch die Sonne heraus und ich fuhr einen kleinen Umweg nach Birdlings Flat, um das Meer zu sehen:

Danach wurde es auch landschaftlich interessant, um nicht zu sagen wunderschön: ich fuhr am Lake Forsyth entlang, und außenrum ragten jetzt Berge (ok, für Bayern eher Hügel) auf.

Kurz danach erreichte ich mein Ziel, den Campingplatz bei Little River, der ganz idyllisch an einem Flüsschen lag, in dem man sogar hätte Baden können (brrrr).

Zum ersten Mal baute ich mein brandneues Zelt auf und richtete mich ein.

Dann versuchte ich, meine Gangschaltung einzustellen, bekam es aber nicht hin, da es den Umwerfer total verschoben hatte (wie auch immer das passiert war). Zum Glück kam ein netter Neuseeländer vorbei, der hilfsbereit schnell sein Werkzeug aus seinem Camper holte und mir dann mein Radl wieder richtete. Es ist echt krass, wie nett und hilfsbereit alle Leute in Neuseeland sind! Nachdem das geschafft war, machte ich mich daran, die verbrauchten Kalorien wiederaufzufüllen – mit Fertignudeln, kein Feinschmeckeressen, aber dafür billig. Neuseeland ist nämlich ziemlich teuer.

Dann las ich noch ein bisschen, bevor ich in meinen Schlafsack kroch und die erste Nacht in meinem Zelt schlief. Morgen geht es weiter nach Akaroa.

Viele Grüße aus Little River!

Erste Radtour in Neuseeland: Godley Head 🚵🏻‍♀️

Hallo Leute, morgen gehts los mit meiner Neuseeland-Rundfahrt! Freu mich riesig darauf, und bin gespannt, wie es ist, mit so viel Gepäck rumzufahren… bisher hatte ich immer nur die zwei Gepäcktaschen hinten, jetzt sind noch zwei kleine Taschen vorne und ein Sack mit Campingzeug für den Gepäckträger dazu gekommen…

Da ich die letzten 4 Monate gar nicht Fahrrad gefahren bin (ich war in Südamerika ja backpacken), wollte ich vor meiner großen Tour eine Tagestour ohne Gepäck machen. Den Mittwoch habe ich noch zum Einkaufen gebraucht, außerdem habe ich mir die Transitional Cathedral angeschaut, auch „Cardboard Cathedral“ genannt, weil sie zum großen Teil aus Pappkarton gemacht ist:

Danach besuchte ich das Museum „Quake City“, das sich mit den schlimmen Erdbeben 2010 und 2011 befasst.

Das Museum war ganz nett, aber es gab wahnsinnig viel zu lesen, was es dann schon irgendwann mühsam machte. Was mich jedoch sehr berührt hat, war eine neuseeländische Mutter mit ihren beiden kleinen Söhnen, die das Erdbeben noch nicht miterlebt hatten. Sie wollte ihnen zeigen, wie das damals war. Ein Teil der Ausstellung war ein Film mit Interviews mit Leuten, die live dabei waren. Während diese Leute über ihre Erfahrungen sprachen, schauten die beiden Jungs gebannt zu und ihre Mutter wischte sich immer wieder verstohlen Tränen aus den Augen, weil ihr das immer noch so nahe ging. Herzzerreißend! Ansonsten muss man das Museum jetzt nicht unbedingt gesehen haben… aber ich bin auch nicht so der Museumsmensch 😜. Aber was soll man bei dem nassen und kalten Wetter auch sonst machen?!

Außerdem finde ich es faszinierend, wie die Menschen hier mit diesem Unglück umgehen. Die Innenstadt wurde 2011 zum großen Teil zerstört, und es starben knapp 200 Menschen. Viele mussten ihre Häuser verlassen, weil diese entweder kaputt waren oder in der sogenannten „Red Zone“, der gefährdeten Zone waren. Und trotzdem (oder gerade deswegen?) herrscht hier ein unglaublicher Optimismus und eine mitreißende Aufbruchstimmung. Es gibt immer noch viele Baustellen und leere Plätze, die jedoch durch sogenannte „gap filler“ zum Leben erweckt werden. Das kann alles sein, vom Freiluftkino über alternative Cafés mit Paletten als Sitzgelegenheiten zu selbstgebastelten Bowlingbahnen – Hauptsache die Bevölkerung macht mit. Wen das näher interessiert, der kann sich mal die Website anschauen: https://gapfiller.org.nz/. Christchurch ist echt sehenswert!

Am Donnerstag wurde das Wetter (zunächst) etwas besser, und ich beschloss, mein Radl (und mich) mal ein bisschen einzufahren. Ich fuhr erstmal am River Avon entlang nach New Brighton ans Meer, alles schön flach:

Am Wegesrand gibt es immer wieder Schautafeln mit Infos zu den Auswirkungen des Erdbebens. Hier ein Teil einer Brücke, die völlig zerstört wurde:

In New Brighton angekommen, fuhr ich weiter, die Bucht entlang durch Sumpflandschaft, mit Blick auf die Port Hills, meinem nächsten Ziel:

Da ich ja eigentlich geplant hatte, morgen meine große Radreise zu beginnen, wollte ich mich nicht komplett verausgaben und den Berg hochradeln, sondern gemütlich die Gondel nehmen:

Pustekuchen – Fahrräder waren da leider nicht erlaubt! Was soll’s, dachte ich, dann radl ich halt doch hoch, so schlimm kann’s ja nicht sein… Direkt neben der Gondelstation begann der „Bridle Path“, ein Track für Fußgänger und Mountainbiker, der zur Summit Road hinaufführt und dann auf der anderen Seite wieder hinunter nach Lyttelton.

Was soll ich sagen – es war steil! Sowas war ich nicht gewohnt, zumindest nicht mit dem Fahrrad 😜.

Aber aufgeben geht ja gar nicht! Also kämpfte ich mich tapfer den Berg rauf und wurde oben, nach 500 Höhenmetern, mit einem tollen Blick über Christchurch und auf der anderen Seite Lyttelton belohnt:

Christchurch in der Ferne und Vororte im Vordergrund.

Lyttelton, das hauptsächlich aus Hafen besteht.

Panorama Richtung Süden, von der Summit Road aus.

Völlig verschwitzt, aber oben angekommen 😃.

Leider zog es immer mehr zu, so dass ich bald nur noch wenig Aussicht hatte. Ich beschloss, die Summit Road, die an einem Kraterrand entlang läuft, nach Osten bis zu ihrem Ende in Godley Head zu fahren. Mit besserer Sicht wäre das natürlich noch schöner gewesen, aber ich hab es trotzdem genossen. Hier ein paar Eindrücke:

Von Godley Head ging es runter zur Küste und durch ein paar Vororte zurück nach Christchurch, insgesamt ca 70 km weit bei 620 Höhenmetern. Wirklich eine tolle Tour, bei Sonnenschein garantiert noch schöner…

Zurück im Hostel war ich dann doch ziemlich k.o. und beschloss, erst am Samstag loszufahren, auch, weil ich noch ein paar Kleinigkeiten am Fahrrad machen musste. So hatte ich den heutigen Freitag zum Chillen, Wäsche waschen, bissl am Rad rumschrauben und nochmal Bett und warme Dusche genießen 🛌🚿😊.

Morgen geht es los Richtung Akaroa, und dann werde ich sicher häufiger zelten, ohne warme Dusche… Aber ab morgen soll das Wetter besser werden! Ich hoffe, ich finde zwischendurch immer mal wieder WLAN, um euch zu schreiben, aber eventuell wird das nicht mehr ganz so regelmäßig sein… Wünsch euch schonmal ein schönes Wochenende!

Viele Grüße zum letzten Mal aus Christchurch!

Neuseeland – ein Traum wird wahr! Ankunft in Christchurch

Nach 25 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Singapur kam ich am Montag Vormittag am Flughafen Christchurch an. Der Flug von Singapur nach Christchurch war sehr kurzweilig, da mein Sitznachbar, ein Sportreporter und ehemaliger (Nationalmannschafts-)Marathonläufer, sehr unterhaltsam war. Wir quatschten den größten Teil des Fluges über Sport, Neuseeland und alles mögliche andere, und er lud mich sogar zu sich nach Hause in die Nähe von Queenstown ein. Außerdem bot er mir an, mich zu einem Rugbyspiel mitzunehmen, das er kommentiert, so cool! Ich hoffe, das klappt 😊.

Am Flughafen angekommen, kam ich ohne Probleme durch Zoll und Immigration (ich hatte ein bisschen Angst wegen meines Fahrrads, weil man das nicht klinisch rein kriegt und das laut Internet bei der Einreise Probleme geben kann) und machte mich in der Eingangshalle gleich daran, mein Rad wieder zusammen zu bauen, die Taschen auszupacken und alles ans Rad zu montieren.

Mein abfahrbereites Radl am Flughafen – noch ohne Lowrider-Gepäcktaschen.

Dann ging es die 12 km nach Christchurch hinein und zum Hostel. An den Linksverkehr muss ich mich erstmal wieder gewöhnen… Schön ist, dass es hier sehr viele, gut gekennzeichnete Radwege gibt:

Nach dem Einchecken im Hostel machte ich mich zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt, um etwas einzukaufen und die Stadt ein bisschen kennen zu lernen. Ich war zwar todmüde, wollte mich aber um 13.00 Uhr dann doch noch nicht hinlegen. Christchurch hat sehr viele Grünflächen und Parks und nur wenige Hochhäuser, was mehr den Eindruck einer Kleinstadt vermittelt statt den der drittgrößten Stadt in Neuseeland mit 340.000 Einwohnern.

Floral Clock.

River Avon, der sich durch die Stadt schlängelt.

James Cook Statue am Victoria Square.

Wie man an den Bilder sehen kann, ist das Wetter in Christchurch im Moment nicht so besonders, bewölkt mit ab und zu Regen bei nur 13-16 Grad… Ab Freitag soll es besser und wärmer werden…

Neben den Parks fallen vor allem die vielen neuen Gebäude und die Baustellen auf. 2011 und 2014 wurde ein großer Teil der Innenstadt durch heftige Erdbeben zerstört, so dass sich die Stadt noch mitten im Wiederaufbau befindet. Hier ein paar Eindrücke:

Christchurch Cathedral, nach dem Erdbeben 2014 nur noch eine Ruine, die jetzt aber wieder aufgebaut werden soll.

Baustelle Convention Center, eine von vielen in der Stadt.

Das Kunstwerk „Chalice“ am Cathedral Square (mit Baustelle im Hintergrund).

Gebäude am Cathedral Square.

Bridge of Remembrance.

Clock Tower.

Historisches Gebäude.

Neue Einkaufszentren in der Innenstadt.

Weihnachtsstimmung in der Fußgängerzone, alles ganz neu gebaut.

Modernes Gebäude des Busbahnhofs.

Christchurch Art Gallery.

Nach dem Stadtbummel bin ich früh ins Bett und hab 12 Stunden geschlafen – ich war wohl wirklich müde 😊.

Da mein Hostel kein Frühstück anbietet, entschied ich mich dafür, heute mal ganz dekadent frühstücken zu gehen, statt einzukaufen und im Hostel zu essen. Ich fand ein nettes Café ganz in der Nähe und ließ es mir richtig gut gehen: Triple Chocolate Muffin, Blackforest Chocolate Fudge und Riesen-Cappuccino – geschätzte 15.000 Kalorien… und danach war mir erstmal schlecht! 🙄

Mein Frühstück, zusammen mit der aktuellen Tageszeitung.

Weil das Frühstück so reichhaltig gewesen war, war ich froh, dass ich mit dem Radl unterwegs war, so konnte ich gleich wenigstens ein paar der gerade reingeschaufelten Kalorien verbrennen. Heute stand Shopping auf dem Programm, und wer mich kennt, weiß, dass ich shoppen hasse! Aber da ich wegen der begrenzten Gepäckmenge auf dem Flug nur wenig mitnehmen konnte, musste ich vieles hier besorgen. So klapperte ich einige Outdoor-, Fahrrad-, Sportgeschäfte und Supermärkte ab und besorgte, was ich in den nächsten Wochen brauchen würde, z.B Campingkocher, Topf, Fahrradflasche, Gewürze, usw. Bin mal gespannt, wie ich das alles auf meinem Fahrrad unterbringe…

Nach erfolgreicher shopping spree fuhr ich durch den kalten Nieselregen zurück zum Hostel – ich hoffe wirklich, dass das Wetter bald besser (und v.a. wärmer) wird! Morgen steht Sightseeing auf dem Programm, bisher bin ich ja nur völlig planlos durch Christchurch gefahren.

Viele Grüße aus Christchurch!