Abenteuer in den Marlborough Sounds

Nach einer Woche im wunderschönen Abel Tasman National Park mit Bike, Kayak und zu Fuß stieg ich am Montag wieder auf mein Rad und fuhr los gen Osten Richtung Marlborough Sounds. An diesem Tag stand nur ein kurzer Trip von 50 km nach Nelson an, ein Teil der Strecke verlief auf dem „Great Taste Trail“, allerdings nutzte ich nur den Radweg und nicht die vielen Einkehrmöglichkeiten – in der Früh war noch alles geschlossen. Leider war ein Teil des Radwegs, Rabbit Island, gesperrt wegen Brandgefahr. Da die letzten Wochen hier im Norden sehr trocken waren, herrscht hohe Brandgefahr, und südlich von Nelson hatte es schon einen großen Brand gegeben, mit Straßensperrungen und Evakuierungen. Hier ein paar Eindrücke von dem Trail nach Nelson:

In Nelson gab es die letzte Wiedervereinigung des deutsch-luxemburgischen Radl-Dreamteams – ja, Pino war wieder da! Zusammen machten wir uns auf zu einer Stadtbesichtigung:

Leere, aber nette Innenstadt.

Cathedral in Nelson.

Leider war eine Attraktion, nämlich der Track im Botanical Garden zum Mittelpunkt von Neuseeland, wegen Brandgefahr gesperrt:

So begnügten wir uns mit einem Spaziergang durch den „Queen’s Garden“:

Abends gingen wir lecker Pizza essen, danach gabs, zur Feier unseres letzten gemeinsamen Abends, ganz romantisch eine Flasche Wein zum Sonnenuntergang am Hafen 😊.

Am nächsten Tag stand für mich eine anstrengende Etappe auf dem Plan, ca 90 km über ein paar Berge nach Elaine Bay in die Marlborough Sounds. Wie anstrengend das wirklich werden sollte, merkte ich dann aber erst beim Fahren… Zunächst ging es 45 km auf dem State Highway entlang und zwei lange, aber nicht sehr steile Berge hinauf und wieder hinunter. Das anstrengendste hier waren allerdings nicht die Berge, sondern die LKWs, die teilweise Zentimeterdicht auf der engen Straße an mir vorbei fuhren! Einer war so nah an mir dran, dass ich in den Straßengraben musste – ist aber zum Glück nichts passiert. Kurz bevor es vom Highway runter ging, machte ich Frühstückspause in einem Café am Straßenrand. Der Inhaber sagte mir, das schwierigste Stück hätte ich geschafft, ab jetzt würde es nur noch leicht auf und ab gehen. Ha ha!! Ich glaube der gute Mann war noch nie in Elaine Bay!! Während ich mich die zwei langen und teilweise sehr steilen Berge hinauf quälte, wünschte ich mir so sehr, dass er neben mir radeln würde – nur damit er sieht, wie „flach“ es hier ist!!! Dafür waren die Ausblicke aber umso genialer:

Den letzten Berg hinauf, der natürlich der steilste war, bin ich ungefähr fünfmal gestorben, ich war echt fertig!! Dazu trugen natürlich auch die Temparaturen um 30 Grad ihren Teil bei. Und so kam ich fix und alle nach 92 km und knapp 1500 Höhenmetern (mit einem voll beladenen Rad mit ca 42-45kg!) am Campingplatz in Elaine Bay an:

Steg direkt am Campingplatz.

Eigentlich wollte ich am nächsten Tag weiter nach French Pass radeln, aber da es sehr windig und kühl wurde, entschied ich mich dafür, lieber den Archer Track zu laufen und meinen Beinen so eine kleine Pause vom Radfahren zu gönnen – schließlich musste ich ja auch zurück wieder über die Berge drüber.

Meinen Beinen hatte die Radlpause gut getan, und so startete ich am Donnerstag erstaunlich fit den ersten Berg hinauf – heutiges Ziel war Anakiwa, von wo aus ich ab Freitag eine zweitägige Kayaktour gebucht hatte. Leider fing mitten am Berg meine Gangschaltung an zu spinnen, zum Glück nur in den schweren Gängen, so dass ich trotzdem gut den Berg raufkam. Ich beschloss, am Campingplatz/Shop in Okiwi Bay Halt zu machen (dort hatte ich schon auf dem Hinweg Pause gemacht) und mir das dort genauer anzusehen, und was ich da sah, sah gar nicht gut aus:

So konnte ich nicht weiter fahren, schon gar nicht über die Berge… glücklicherweise bekam ich sofort Hilfe von den beiden Leuten vom Campingplatz, die gleich rum fragten, ob mich jemand samt Rad und Gepäck nach Havelock mitnehmen könnte.

Meine beiden Helfer vom Campingplatz in Okiwi Bay 😃.

Und sie fanden Jeff, Gael und ihren Sohn, die mit ihrem Boot nach Kaikoura unterwegs waren. Sie packten kurzerhand mein Rad mit Gepäck in ihr Boot auf dem Trailer und nahmen mich bis Havelock mit. Meine Helden des Tages!!! Vielen Dank nochmal dafür!!! 😘

Leider konnte mir in Havelock niemand helfen. Ich rief also die Kayakcompany an, um entweder den Trip für den nächsten Tag zu canceln oder irgendwie einen Weg zu finden, wie ich nach Anakiwa kommen könnte. Und wieder hatte ich Glück: Sea Kayak Adventures veranstalten nicht nur Kayaktouren, sondern verleihen auch Fahrräder und können sie auch reparieren! Außerdem gab es eine Möglichkeit, mit Helen’s „Link Bus“ von Havelock nach Anakiwa zu kommen, und so fuhr mich Helen für 10 Dollar mit meinem ganzen Zeug zu Sea Kayak Adventures, die mein kaputtes Rad in Empfang nahmen und bis Samstag nach der Kayaktour reparieren würden. Von dort fuhr sie mich ein paar Meter weiter zu Smith’s Farm, einem netten Campingplatz, wo ich die Nacht verbringen würde. Was für ein abenteuerlicher Tag!! Nach dem Zeltaufbau brauchte ich erstmal eine kurze Wanderung zu einem Wasserfall (naja, Wasserfällchen) in der Nähe. Nachts gibts hier Glowworms zu bewundern, aber ich wusste schon, dass ich nach diesem chaotischen Tag früh ins Bett wollte, und schaute ihn mir deshalb bei Tageslicht an:

Am Freitag wurde ich von Aaron, dem Besitzer der Kayakagentur (und Fahrradreparierer 😊) vom Zeltplatz aufgesammelt, um mit meinen sechs anderen Kayakkollegen zusammenzutreffen, und schon nach wenigen Minuten war klar, dass das eine sehr coole Truppe war – wir flaxten herum, als würden wir uns schon ewig kennen. Mit dabei waren Bonnie und Pattie aus den USA, James 1 aus den USA, James 2 aus Kanada, Olaf aus den Niederlanden, Maarit aus Deutschland, unser Guide Dan aus Kanada und ich. Bevor wir los konnten, mussten wir erstmal packen, und das startete schon sehr witzig:

Umpacken unserer Sachen in Dry Bags.

Olafs Isomatte (schwarz) neben meiner (orange) – sein Schlafsack hatte übrigens ungefähr die gleiche Größe 😂. Im Auto alles kein Problem, und ganz sicher wesentlich bequemer als meine…

Nach dem Packen und der Einweisung ging’s dann endlich los zum und auf das Wasser. Und es wurde wie erwartet ein sehr cooler Trip! Nicht nur war die Stimmung super, auch das sportliche Niveau beim Kayaking war wesentlich höher als bei meiner letzten Kayaktour, da alle vorher schonmal Kayak gefahren waren bzw. sowieso regelmäßig fuhren. Da konnte ich mich richtig austoben! Die Landschaft war ganz anders als im Abel Tasman NP, statt Sandstränden gab es (nur bei Ebbe) Kiesstrände, alles war viel wilder, die Berge steiler. Hier ein paar Eindrücke von der Tour:

Unser Zeltplatz – wir hatten ihn ganz für uns allein!

Dan beim Erklären der verschiedenen Farne, James und Maarit hören gespannt zu.

Erstmal ein Bierchen nach der anstrengenden Paddelei 😊.

James, Bonnie und Olaf, nachdem wir unsere selbstgeernteten Muscheln gegessen hatten.

Olaf und Maarit beim Genießen des Sonnenuntergangs.

Hammer!!!!

Kayakkuscheln 😂.

Die komplette Truppe: Maarit, Olaf, James, Dan, Bonnie, ich, Pattie und James.

Nach einem tollen Kayaktrip, der leider viel zu kurz war, kamen wir Samstag Nachmittag wieder in der Base an, wo schon mein repariertes Rad auf mich wartete. Da für Sonntag Sturm und Regen angesagt waren, wollte ich unbedingt noch nach Picton radeln, und so ging es, nach herzlichem Abschied von meiner Paddelcrew, auf dem wunderschönen Queen Charlotte Drive die 20km zu meinem Hostel in Picton.

Heute, am Sonntag, regnet es wirklich in Strömen (was hier aber dringend nötig ist), und ich sitze gemütlich auf der Couch im warmen, trockenen Hostel. Das wird ein fauler Tag heute! Morgen werde ich mir Picton mal näher anschauen, und am Dienstag geht es mit der Fähre auf die Nordinsel nach Wellington. Dort komme ich für ein paar Tage bei Murray unter, einem Radler, den ich auf dem Alps2Ocean Trail kennen gelernt habe, und der mich zu sich nach Hause eingeladen hat. Freu mich schon sehr darauf, ihn wieder zu sehen!

Bisher bin ich 3000 Kilometer fast ganz um die Südinsel herum geradelt und habe wahnsinnig viele verschiedene Landschaften gesehen und tolle Menschen getroffen! Bin jetzt gespannt, was die Nordinsel zu bieten hat 😊.

Viele Grüße aus Picton (das letzte Mal von der Südinsel)!

Kayaking im Abel Tasman National Park 🚣‍♂️

Nach dem Tag Kayaking im Milford Sound wusste ich, dass ich das unbedingt nochmal länger machen wollte. So durchforstete ich das Internet und buchte schließlich eine 3-Tagestour mit einem zusätzlichen Tag Hiking im Abel Tasman National Park. Ich hatte kurz mit dem Gedanken gespielt, eine 5-Tagestour zu machen, aber das war mir dann schlichtweg zu teuer.

Und so wurde ich Dienstag früh am Hostel per Bus aufgesammelt und nach Marahau gebracht, von wo es per Wassertaxi weiter nach Totaranui ging. Diesen Tag hatte ich für mich allein zum Hiken, am Mittwoch morgen würde ich dann mit der Kayakgruppe zusammentreffen. Am Zeltplatz in Totaranui angekommen, baute ich erstmal das von der Abel Tasman Kayak Company geliehene Zelt auf, schmiss meine Sachen hinein und machte mich dann mit leichtem Gepäck auf meine 6-stündige Wanderung.

Leihzelt erfolgreich aufgestellt 😜.

Die Tour war Teil des mehrtägigen Abel Tasman Great Walks, und so war, zumindest anfangs, auch relativ viel los auf dem Weg. Dieser schlängelte sich durch den Wald die Hügel auf und ab, ging hinunter zu und über wunderschöne Strände und ab und zu gab es eine kurze Kletterei über Steine und Felsen, war also sehr abwechslungsreich. Und immer wieder gab es tolle Ausblicke über karibisch anmutende Buchten und strahlend türkis-blaues Wasser:

Mein erstes Ziel war der Separation Point, eine Landzunge mit Leuchtturm, das die Abel Tasman Sea von der Golden Bay trennt. Dort sollte es neben einem schönen Blick die Steilküste entlang auch Seelöwen zu sehen geben, und ich hab tatsächlich auch zwei gesehen, allerdings nur von sehr weit weg.

Zurück ging es über den Inland-Track und den Gibbs Hill, doch überraschend lang und steil bergauf (und danach bergab), dafür aber mit Ausblick!

Zurück auf dem Campingplatz hüpfte ich kurz ins Meer, verspeiste meine mitgebrachten Brote und fiel todmüde relativ früh in meinen Schlafsack. So wachte ich rechtzeitig zu einem tollen Sonnenaufgang wieder auf:

Pünktlich um 10.00 Uhr kam das Wassertaxi und brachte die beiden Kanadier und mich nach Awaroa, wo unsere Kayakgruppe schon auf uns wartete und eifrig am Organisieren war:

Wir waren die ersten beiden Tage zu zehnt mit den beiden Guides Roy und Balveer: Mary und Dan aus Wales, Julia und Ben aus Deutschland, Christin (Norwegen) und Paul (Frankreich/México), Katie aus Schweden, die beiden Kanadier und ich, eine echt coole Truppe! Nach doch ziemlich zeitraubendem Packen und Beladen der Kayaks und theoretischer Einführung ins Kayaking ging es dann endlich los – bei strahlendem Sonnenschein, spiegelglatter See und nahezu Windstille, ein Traum! Ich war mit Katie in einem Boot, quasi eine deutsch-schwedische Mannschaft 😊. Hier ein paar Eindrücke von unserem Trip:

Während Balveer und Roy mit viel Kreativität (Shelter für Schatten 😊) unseren Lagerplatz für Lunch bereiteten…

… hatten wir Zeit, zu schwimmen, zu faulenzen oder uns die Gegend zu Fuß anzuschauen.

Essen!!! Immer sehr lecker und reichlich 😃.

In action – schließlich will das Essen ja auch verdient werden 😜.

Team GER-SWE 💪🏻, im Hintergrund Team CAN.

Balveer, unserer indisch-veganer Guide, immer voran.

Unglaublich schöne Strände.

Tonga Arches bei Ebbe.

Drei Tage paddelten wir entlang der Küste des Abel Tasman National Park von Awaroa zurück nach Marahau, mit etlichen Zwischenstopps in wunderschönen Lagunen, an Badestränden, Felsinseln und für kurze Wanderungen zu Aussichtspunkten. Jeden Morgen, Mittag und Abend wurden wir von Roy und Balveer mit leckeren Mahlzeiten verwöhnt (natürlich halfen wir mit), und jeden Abend übernachteten wir an einem anderen Zeltplatz, was jedes Mal ziemlich viel Schlepperei bedeutete, denn schließlich mussten die Kayaks ausgeräumt und das ganze Zeug inklusive Kayaks ins Lager gebracht werden. Und morgens das Gleiche mit wieder Beladen. Bei Ebbe war das dann teilweise ganz schön weit zu schleppen…. 😓. Aber mit vereinten Kräften ging es jedes Mal ziemlich flott 💪🏻😃.

Nach zwei Tagen verließen uns Christin, Paul, Ben und Julia, und auch Balveer musste wieder zurück, so dass wir den letzten Abend und den letzten Tag nur noch zu siebt waren:

Jessie, Lizzy, Dan, Roy, Mary und Katie.

Gruppenselfie auf einer kurzen Wanderung.

Roy im Selfie-Wahn 😊.

Da ich unbedingt mal das Single Kayak ausprobieren wollte (und ich sowieso noch nicht genug vom Paddeln hatte), schnappte ich mir mit Roys Erlaubnis sein Boot und paddelte Donnerstag Abend und Freitag früh vorm Frühstück nochmal ein paar Extra(r/st)unden durch die Bucht – was für ein genialer Sport! Außerdem versuchten Katie und ich uns in der Eskimorolle, die uns aber leider nicht gelang… Kayakfahren werde ich auf alle Fälle von jetzt an öfter machen!!

Nach tollen gemeinsamen drei Tagen trafen wir etwas wehmütig Freitag Nachmittag in Marahau ein, hieß es jetzt doch Abschied nehmen! Ich hätte es locker noch ein paar Tage „ausgehalten“ – der Tausch Fahrrad gegen Kayak war echt genial! Im Abel Tasman Kayak-Lager erwartete uns eine Überraschung: Balveer wartete dort auf uns, er war extra an seinem freien Tag gekommen, um sich nochmal von uns zu verabschieden!

Nach einem letzten Mal Kayaks-Ausladen und erster Dusche nach vier Tagen (sonst gabs nur Baden im Meer, dafür aber etliche Male pro Tag) ging es per Bus wieder zurück zum Hostel.

Heute, am Samstag, lege ich mal einen Ruhetag ein und nutze das zum Blogschreiben und zur weiteren Planung. Morgen mach ich einen Strandtag im 12km entfernten Kaiteriteri, ich hoffe nur, dass der Wind morgen weg ist, sonst wird’s anstrengend, der bläst nämlich gerade wie verrückt! Am Montag steig ich dann wieder aufs Radl und fahre weiter gen Osten nach Nelson.

Viele Grüße aus Motueka!

Auf dem Weg in den Norden 🚴🏻‍♀️🚴🏻‍♀️🚴🏻‍♀️

Hallo inzwischen aus Motueka an der Nordküste der Südinsel! Inzwischen ist schon wieder eine Woche vergangen, die ich radelnd (wie immer) und mit Hiking und Kayakfahren verbracht habe – krass, wie schnell dies Zeit verfliegt! Aber der Reihe nach:

Samstag Abend trafen noch drei weitere Radler im Hostel ein, Mei aus Malaysia und das kanadische Pärchen David und Martine, und wir verbrachten einen sehr lustigen Abend miteinander. Dann gab es noch ein gemeinsames Frühstück zusammen, bevor ich nach Norden und alle anderen nach Süden weiterfuhren:

Am Sonntag brach ich, mal wieder mit Pino, von Westport auf nach Murchison. Ausnahmsweise starteten wir erst spät, da bis 10.00 Uhr die Straße wegen des „Buller Gorge Marathons“ gesperrt war. So schauten wir uns erstmal in aller Ruhe den (noch leeren) Zielbereich in Westport an,…

… bevor wir nochmal an der Absperrung aufgehalten wurden, aber immerhin mit bester Unterhaltung:

Ich denke mal, davon haben die Läufer nicht so viel mitgekriegt:

Das Wetter war an diesem Tag sehr durchwachsen, was man an den folgenden Bildern sehen kann. Pino und ich wurden mehrmals nass, aber gegen Nachmittag kämpfte sich auch mal die Sonne durch. Die Fahrt durch die Buller Gorge am Fluss entlang war wunderschön, zumal wegen des Marathons auch weniger Verkehr war.

Buller Gorge Swing Bridge.

In Murchison zelteten wir auf einem der schönsten Campingplätze bisher, sehr komfortabel – Pino auf einer überdachten Bühne, ich unter einem Zelt (aber das hatten wir uns nach 100 km und 860 hm auch verdient):

Am nächsten Tag ging es (80km, 580hm) weiter nach Tapawera, die Hälfte der Strecke auf Schotterstraße, aber dafür war da auch sehr wenig Verkehr. Inzwischen war auch die Sonne wieder da, und es wurde schön warm, genau mein Wetter!

Am Montag lag nur noch eine kurze 50km-Etappe vor uns, die bis auf einen kurzen, steilen Berg hauptsächlich bergab ging, so dass wir schon um 10.30 Uhr in Motueka ankamen.

Nach Zwischenstopp in der Tourist Information gönnten wir uns eine Portion Fish and Chips, bevor wir noch ein bisschen am Meer entlang fuhren und uns die Gegend um Motueka herum ansahen:

Plakat im Infozentrum – so passend! Die Sandflies können wirklich unerträglich sein!

Abends gingen wir zusammen Essen und danach ein Stündchen ans Meer, dann hieß es Abschied nehmen. Pino fährt jetzt wieder zurück nach Christchurch, während ich noch ein bisschen an der Nordküste bleibe und dann auf die Nordinsel weiter fahre.

Von meinem Hiking- und Kayaktrip lest ihr in meinem nächsten Blog 😊.

Viele Grüße aus Motueka!

Die Westküste hinauf 🚴🏻‍♀️⛰

Hallo, liebe Daheimgebliebene, ich hoffe ihr ertrinkt nicht im Schnee?! Ich sitze gerade bei schönstem Sonnenschein im T-Shirt im Garten des Hostels in Westport und genieße das Wetter und meinen Pausentag 😎.

Die letzten sechs Tage bin ich die Westküste Richtung Norden raufgefahren, aber der Reihe nach: Samstag ging es von Fox Glacier über Franz Josef Village zum Lake Ianthe, zum Glück wieder bei allerbestem Wetter.

Mein Zeltplatz, ganz idyllisch an dem kleinen See 😊.

Am Sonntag radelte ich zuerst auf dem State Highway bis Ross und von dort auf dem Westcoast Wilderness Trail bis Hokitita:

Der Trail ab Ross – zunächst ganz flach und gerade, aber ohne Verkehr.

Hokitita ist ein nettes kleines Städtchen am Meer mit einem Strand, an dem Kunstwerke aus Treibholz und allem, was so angespült wird, gemacht werden:

Ich zeltete auf dem Gelände der Seaview Lodge, das vorher ein psychiatrisches Krankenhaus gewesen war. Viele Einrichtungsgegenstände und Räumlichkeiten sind noch original von dieser Zeit, war echt irgendwie cool! Und der Ausblick über Hokitita, das Meer und den Sonnenuntergang war der Hammer!

Am Montag ging es weiter auf dem Wilderness Trail über „Cowboys Paradise“, einer Wildwest-Stadt für Touristen, die seit Jahren auf die Fertigstellung wartet, nach Kumara. Landschaftlich war es sehr schön, der Trail echt abwechslungsreich mit Dirt Roads, Single Mountainbike Trails und Feld- bzw. Waldwegen, aber auch ziemlich anstrengend, da es doch ordentlich auf und ab ging. Hier ein paar Eindrücke:

Der Wilderness Trail endet in Greymouth, aber da es von Kumara bis Greymouth nur 30km waren, beschloss ich, bis Punakaiki weiterzufahren. Dort warteten die Pancake Rocks auf mich (und Millionen andere Touristen). Aber erstmal machte ich Zwischenstopp in Greymouth zum Frühstücken und Einkaufen:

Nach Greymouth ging es very scenic an der Küste entlang (natürlich mit den dazugehörigen Bergen bzw. deren Ausläufern, dafür aber auch mit coolen Ausblicken):

Bei den Pancake Rocks angekommen, zog es immer mehr zu, der Wetterbericht hatte für nachmittags Regen angekündigt. Für die Fotos war das irgendwie gut, die Farbe des Meers wurde unglaublich türkis!

Nach der Besichtigung bin ich ziemlich schnell die letzten zwei Kilometer zum Campingplatz geradelt, und konnte mein Zelt dann tatsächlich noch im Trockenen aufbauen. Danach traf ich mich mit Silke aus Hamburg, die ich vorher schon in Te Anau und Wanaka getroffen hatte, im Hostel, wo wir zusammen lecker Nudeln kochten. Außerdem erwartete mich dort eine Überraschung: Auch Melanie, die ich ganz am Anfang meiner Neuseelandreise in Akaroa kennen gelernt hatte, war in diesem Hostel! Es wurde ein netter Abend, an dem jede Menge Reiseerlebnisse ausgetauscht wurden:

Silke und Melanie, beide aus Berlin.

Nach einer verregneten Nacht erwachte ich morgens immer noch zum Geräusch des prasselnden Regens auf mein Zelt, also beschloss ich, gaaaaanz gemütlich zu frühstücken, in der Hoffnung, dass der Regen bis nach dem Essen aufhören würde. Leider ging dieser Plan nur so bedingt auf, es nieselte um 8.00 Uhr immer noch, ich brach aber dann trotzdem auf, um noch ein bisschen Vorsprung vor dem ganzen Verkehr zu haben, der so ab 10.00 Uhr auf den State Highways einsetzt. Schade war nur, dass dieses Stück der Küste besonders schöne Ausblicke gehabt hätte und ich davon nicht viel gesehen habe – ich hatte dafür eher den „mystic view“:

Aber zum Glück wurde das Wetter gen Norden hin besser:

Das typische Wetter in Neuseeland in einem Bild: blauer Himmel, Wolken, Regen. 😂

Mittags kam ich in Greymouth an, wo ich mir für drei Nächte ein Hostelbett gebucht hatte, also ein bisschen Pause für meine geschundenen Beine und Luxus, wie zum Beispiel Waschmaschine + Trockner, ein Bett, heiße Dusche und Spülklo und eine voll ausgestattete Küche 😜. Und Internet!

Eigentlich wollte ich Donnerstag ja mal eine (Radl-)Pause machen, aber das hat nur bedingt geklappt. Ich wollte nämlich zum Cape Foulwind, um Seehunde anzuschauen, aber das ist 15km entfernt. Und so schwang ich mich wieder auf meinen Drahtesel und fuhr dorthin, aber wenigstens war es flach, ohne Wind und ohne Gepäck – was für eine Wohltat! Am Parkplatz dort angekommen, parkte ich mein Rad und wanderte den wunderschönen Cape Foulwind Walkway immer an den Klippen entlang bis zur Seal Colony:

Der Seehund-Kindergarten, rechts die Erzieherin, die auf die Bande aufpassen muss…

… während die Eltern faul rumliegen 😝.

Hier noch ein Action-Video 😊.

Nach dreistündiger Wanderung und 30km Radfahren war ich wieder zurück in Westport und machte erstmal Stadtbesichtigung. Da die Stadt jetzt nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat, war das innerhalb einer Stunde erledigt (aber auch nur, weil ich eine halbe Stunde den Surfern zugeschaut hab):

Abends traf ich mich mit Pino, meinem Radlkollegen aus Luxemburg, der extra ein bisschen Gas gegeben hat, um mich wieder einzuholen, und wir gingen lecker indisch essen. Wahrscheinlich reisen wir die nächsten paar Tage wieder zusammen.

Heute, am Freitag, ist nun wirklich mal Ausruhen angesagt, und das bei bestem Wetter! Ich werde jetzt die Hängematten des Hostels mal probeliegen… 😴😃. Morgen geht es Richtung Nordküste, in drei Tagen möchte ich im Abel Tasman National Park sein.

Viele Grüße aus Westport!

P.S.: Heute morgen gab es richtiges deutsches Brot, das Silke aus dem Hostel in Punakaiki mitgebracht hat. Die Besitzer sind Deutsche, die selbst backen! Sooooo lecker!!!!

Über den Haast Pass bis Fox Glacier an der West Coast

Am Dienstag verließ ich das liebgewonnene Wanaka und machte mich auf den Weg zur Westküste. Bei schönstem Wetter und nur wenig Wind (was für ein seltenes Geschenk!!) kam ich über die Hügel zwischen Lake Hawea und Lake Wanaka schnell voran und genoss die tolle Landschaft, die dann, als ich am Ufer des Wanakasees entlang fuhr, sogar noch schöner wurde:

„That Wanaka Tree“

Lake Hawea

Lake Wanaka

Kurz vor Makarora machte ich Mittagspause in einem Café an der Straße und traf dort auf eine Gruppe von Rennradfahrerinnen, die eine kurze Fahrt von Lake Hawea Village bis Makarora und zurück zusammen unternahmen. Eine von ihnen hatte Probleme mit der Gangschaltung, und natürlich half ich gerne mit meinem Werkzeug aus:

Nach erholsamer und unterhaltsamer Mittagspause schwang ich mich zurück auf mein Rad und weiter ging es Richtung Haast Pass. Unterwegs machte ich an den Blue Pools halt:

Superklares Wasser!

Und dann kam der Haast Pass: da ich bis dahin ja schon ca 80km (und etliche Höhenmeter) hinter mir hatte, war ich entsprechend müde die letzten zwei steilen Kilometer bergauf und dementsprechend dankbar, als ich oben von einer Baustelle für 5 Minuten „aufgehalten“ wurde – Zeit, um unauffällig durchzuschnaufen und mich mit dem Straßenarbeiter, der das Stoppschild hielt, zu unterhalten. Zum Glück ging es die letzten paar Kilometer zum Campingplatz Pleasant Flat dann (fast) nur noch bergab – mit etlichen Wasserfällen unterwegs:

Am Campingplatz angekommen (nach 96km und 1100hm) lernte ich zu meiner Freude drei andere Radreisende kennen, die auch auf dem Weg zur Westcoast waren: Ian und Francis aus Schottland und Asik aus Malaysia. Zusammen verbrachten wir einen netten Abend an der Feuerstelle (gut, um die lästigen Sandflies ein bisschen in Schach zu halten) mit jeder Menge Tee und guter Unterhaltung:

Leider würden sie am nächsten Tag viel später aufbrechen als ich und nur bis Haast Village fahren, das war mir mit 45km zu wenig.

Ich brach am Mittwoch früh um 6.30 Uhr auf und kam schon vor 9.00 Uhr in Haast Village an, es ging, von kleinen Hügeln unterbrochen, hauptsächlich bergab und raus aus den Bergen:

In Haast genehmigte ich mir ein Frühstück und nahm dann die zweite Hälfte meines Tagessolls in Angriff – die Westküste entlang bis zum Lake Paringa. Es ging die ganze Zeit, zum Glück mit sehr wenig Verkehr, den State Highway an sattem, grünen Regenwald entlang.

Unterwegs machte ich am Ship Creek halt, um das Meer auch mal von Nahem zu sehen:

Danach kam das anstrengendste Stück des Tages (natürlich zum Schluss!): es ging steil hinauf zum Knight’s Point, von wo ich dann aber wenigstens einen coolen Blick von der Steilküste hatte:

Danach ging es wieder halbwegs flach am Lake Moeraki vorbei zu meinem Ziel, dem Campingplatz am Lake Paringa.

Lake Moeraki.

Da das Wetter super war und ich doch etwas streng roch, entschloss ich mich, nach dem Zeltaufbau schnell in den See zu hüpfen und mich so zu reinigen – wie auf vielen einfachen Campingplätzen gab es auch hier keine Dusche. Das Wasser war zwar wie erwartet frisch, aber das Sonnenbad danach wärmte mich schnell wieder auf. Während ich faul in der Sonne rum lag (aber verdient, nach 98km und 650hm!), kam ein noch sehr junger Radler, Clemens aus Baden-Württemberg, an. Er war schon ein paar Monate länger in Neuseeland unterwegs, und nachdem wir in gegensätzliche Richtung unterwegs waren, konnten wir Tipps und Erfahrungen austauschen.

Der Donnerstag begann mit leichtem Nieselregen, aber bei warmen Temperaturen und ohne Wind. Nach den beiden langen Radtagen wollte ich heute nur bis Fox Glacier fahren, ca 70km und nicht sonderlich bergig. Nach Fox Glacier würden nämlich zwei sehr steile Berge auf mich warten, darauf hatte ich am Ende des Radtages keine Lust. Außerdem gab es in Fox Glacier ein paar Sachen, die ich mir anschauen wollte. Und so radelte ich los. Obwohl es eine vergleichsweise leichte Etappe war, fiel mir das Radeln heute schwer – ob das am (anfangs) trüben Wetter oder an den beiden anstrengenden Tagen davor lag, keine Ahnung! Auf alle Fälle war ich froh, als ich um 11.30 Uhr in Fox Glacier Village ankam! Dort genehmigte ich mir erstmal einen leckeren Lunch, bevor ich im Hostel eincheckte. Ich hatte mich gegen Zelten entschieden, da für Freitag heftiger Regen angesagt war, und das ist einfacher und gemütlicher indoors zu ertragen. Auch wenn es letzte Nacht nicht geregnet hatte, war mein Zelt (wie fast immer) tropfnass, so dass ich es erstmal zum Trocknen aufging, bevor ich mich wieder auf mein Rad schwang, aber jetzt ohne Gepäck:

Mal wieder tropfnasses Zelt… 🙄

Ich fuhr auf einem wunderschönen Rad-/Fußweg zum Parkplatz des Fox Glaciers und hikte dann die letzten paar Kilometer zum Aussichtspunkt:

So ein Gletscher ist schon faszinierend! Und dieser ging nach der letzten Eiszeit bis zum Meer hinunter! Jetzt endet er auf ca 300m im Regenwald.

Nach der Gletscherbesichtigung radelte ich weiter zum Lake Matheson, wo man, das richtige Wetter vorausgesetzt, tolle Reflektionen der Berge im See sehen kann- dummerweise nicht heute! Trotzdem war der eineinhalbstündige Spaziergang um den See herum nett, der moosbewachsene Wald hier mit hin und wieder Ausblick auf den See, ist faszinierend!

Heute leider keine Reflektion – weder perfekt noch unperfekt… 😢.

Naja, ein bisschen Reflektion hab ich doch gefunden – allerdings nur von den Bäumen, nicht den Bergen 😉.

Für die Biologen unter euch: interessante Spinnennetze.

Als ich dann zurück im Hostel war, duschte ich nur noch und fiel todmüde ins Bett – es waren dann doch wieder 90km Radeln und zusätzlich 3 Stunden Wandern, aber ein superschöner Tag!

Den Freitag verbrachte ich komplett im Hostel auf der Couch in der Lounge – es schüttete, was runter ging! Meine Beine waren dafür wahrscheinlich nicht undankbar 😜.

Morgen, also am Samstag, geht es weiter an der Westküste entlang Richtung Norden, das Wetter soll wieder schön, wenn auch kühler sein. Ich hoffe mal das Beste…

Viele Grüße aus Fox Glacier Village!

Wanaka – ein Hiking Paradise!

Inzwischen bin ich also in Wanaka gelandet, und genieße ein Berg-See-Idyll bei allerbestem, warmem (!) Wetter 😊. Aber der Reihe nach: bevor ich am Donnerstag Queenstown verließ, war ich noch mit Laura aus, die ich vor knapp 7 Wochen in Christchurch kennen gelernt hatte (Gott, ist das schon wieder sooo lange her?!?). War ein echt netter Abend!

Am Donnerstag früh stieg ich auf mein nur mit einer Tasche bepacktes Rad (Danke nochmal für den Gepäcktransport, Laura!!!) und machte mich auf den bergigen Weg nach Wanaka. Es hatte am Vortag gestürmt und geregnet, und es war richtig kalt geworden – ich startete bei 3 Grad, und das im Sommer!! Aber immerhin schien die Sonne, so dass es bald wärmer wurde. Die ersten 25 km über Arthur’s Point und Arrowtown gingen in munterem Auf und Ab dahin.

Kirche in Arrowtown.

Blick auf die Berge, die ich jetzt gleich hochfahren würde.

Und dann ging es auf die Cardrona Valley Road – rauf auf über 1000m in 11 km. Die ersten drei Kilometer schlängelte sich die Straße in Serpentinen relativ steil hinauf, und man hatte danach vom ersten Aussichtspunkt schonmal einen netten Ausblick:

Die nächsten fünf Kilometer ging es gemäßigt bergauf, bevor es auf den letzten drei Kilometern nochmal richtig knackig steil wurde, aber dann war es geschafft!

Oben traf ich auf ein holländisches Ehepaar, das auch mit Rädern unterwegs war, und wir verabredeten uns im berühmten Cardrona Hotel ein paar Kilometer weiter auf einen Kaffee. Da es von nun an bergab ging, sauste ich schonmal vorneweg, das war sooo genial! Ein paar Minuten nach mir kamen die beiden dann auch an:

Nach wohlverdienter Pause und netter Unterhaltung mit Erfahrungsaustausch machte ich mich dann auf die letzten 25 Kilometer nach Wanaka, die es stetig bergab ging, sehr angenehm! Hier noch ein paar Eindrücke von unterwegs:

Ein ewig langer Zaun voller BHs!

Angekommen – Lake Wanaka! Das Wasser hatte übrigens keine Badetemperaturen… 😖

Am Freitag schaute ich mir Wanaka mal genauer an, ein recht netter Touri-Ort, schön gelegen am See mit Blick auf die Berge.

Skyline Walking Track

Am Samstag stand Hiking, und zwar den Skyline Track, auf meinem Programm. Das erste Stück geht es zum meistbestiegenen Berg Wanakas, dem Roy’s Peak, und eigentlich wollte ich es machen wie viele andere auch, nämlich nachts loslaufen und oben den Sonnenaufgang genießen. Da aber Bewölkung und sogar etwas Regen angesagt war, sparte ich mir das Nachts-Aufstehen und schlief bis 5.00 Uhr. Nach kurzem Frühstück radelte ich eine halbe Stunde zum Start des Tracks, wo mich eine Überraschung erwartete: heute fand ein Bergrennen über 107 km statt! Start am Parkplatz.

Zeit für ein Foto war anscheinend trotz Rennen 😜.

Ich ging also mit den Läufern los, was etwas demotivierend war, weil ich ständig von irgendwem überholt wurde… trotzdem konnte ich das bisschen Sonnenaufgang, was zu sehen war, genießen:

Der Weg zum Roy’s Peak ist eher langweilig, es geht die ganze Zeit eine 4WD Road nach oben. Aber der Ausblick von oben über die Berge und den Lake Wanaka ist genial:

Danach wurde es wunderschön und interessant, denn es ging über einen schmalen Grat in immer steilem Auf und Ab zum nächsten Gipfel, dem Mount Alpha.

Stellenweise war es ziemlich schmal, es ging ganz schön steil und tief runter und inzwischen blies auch der Wind ordentlich da oben, aber die Spannung machte es nur noch interessanter! Das letzte Stück hinauf zum Mount Alpha ging fast vertikal nach oben.

Es war super! Nach dem Gipfel wurde ich zuerst von einem Fotografen, der die Läufer ablichtete, und dann von ein paar Männern, die die Läufer mit Essen und Trinken versorgten, empfangen. Prompt bekam ich auch einen Tee und Pie, was bei dem kalten Wind echt gut tat! Dann ging es bergab und über den Steep Creek am Fluss entlang (und zweimal durch ihn durch) ins Cardrona Valley, wo der Track an der Valley Road endet.

Angeblich hätte man für den Weg 10-11 Stunden brauchen sollen, ich hatte ihn in 6,5 Stunden gemacht (war wohl von den Läufern inspiriert 😜) – 1600 Höhenmeter auf knapp 20 Kilometer. Zurück zum Hostel bin ich getrampt, und später hat mich Laura zu meinem Fahrrad gefahren, dass ich dann die 8km mit schweren Beinen zurückgeradelt habe. Danach war nur Essen und Ausruhen angesagt!

Isthmus Peak Track

Am nächsten Tag, also Sonntag, wollte Laura mit zwei Freundinnen auf den Isthmus Peak steigen. Da ich am Samstag die lange Tour gemacht hatte, hielt ich mir bis morgens offen, ob ich mitkommen würde oder nicht. Überraschenderweise ging es meinen Beinen relativ gut, so dass ich beschloss, mitzugehen. So holte mich Laura um 10.30 Uhr ab und wir fuhren die 30km bis zum Start des Tracks, wo wir uns mit Lauras beiden Freundinnen Vanessa und Jacky trafen. Bei schönstem Wetter und 28 Grad (yayyyy!!!) ging es los:

Im Gegensatz zum Roy’s Peak war der Weg zum Glück sehr abwechslungsreich, es ging über Stock und Stein, Wiese, Felsen und durch Wald.

Da mir die Mädels zu langsam waren, ging ich alsbald alleine vorneweg – bin anscheinend inzwischen echt fit durch das ganze Radeln und Trekking in Südamerika. Und so war ich bald am Gipfel angekommen, von wo man einen Blick auf Lake Wanaka, Lake Hawea und die Berge hat:

Gipfelkreuz auf Neuseeländisch 😊.

Lake Wanaka.

Lake Hawea.

Nach langer Essenspause bin ich dann wieder hinunter gelaufen, unterwegs kamen mir die Mädels entgegen, die noch auf dem Weg zum Gipfel waren. Ich würde dann unten am Auto auf sie warten.

Weg nach unten.

Nach weiteren zwei Stunden war ich wieder am Auto, ich hatte ungefähr 5,5 Stunden für 16km und 1000hm gebraucht, und meinen Beinen ging’s echt gut! Zur Belohnung für unsere Mühen gönnten wir uns nach der Wanderung dann eine Riesenpizza!

Heute, am Montag, ist Ruhetag, ich werde nur ein bisschen einkaufen, Wäsche waschen, packen und ein bisschen in der Sonne liegen, damit sich meine Beine bis morgen ein wenig erholen können. Morgen geht es weiter Richtung Westküste, und das bei unglaublichen 29 Grad!!! Juhuuuu!!!

Viele Grüße aus Wanaka!

Queenstown – Stadt der Adrenalin-Junkies

Der Weg dorthin…

Nach dem total verregneten und stürmischen Samstag hatte sich das Wetter am Sonntag ein klein wenig gebessert, zumindest am Morgen – es war zwar immer noch sehr windig und kühl bei 10 Grad, aber wenigstens hatte es aufgehört zu regnen. Ich machte mich also von Te Anau auf den Weg nach Queenstown, heutiges Ziel waren die Mavora Lakes. Die ersten 30km flutschte es nur so dank des kräftigen Rückenwindes, und so bog ich schon nach 1,5 Stunden vom State Highway auf die Schotterstraße zu den Lakes ab, die Teil des Around The Mountains Cycling Trails war. Nun kam der Wind von der Seite, war aber noch zu ertragen. Dafür hatte ich keinen Verkehr mehr, und die Landschaft um mich herum war sehenswert:

Doch dann wurde es richtig stürmisch, und natürlich änderte sich die Windrichtung, so dass ich Gegenwind hatte, zum Teil so heftige Böen, dass ich stehen bleiben und mich mit meinem ganzen Gewicht dagegen stemmen musste, um nicht rückwärts zu fahren! Was für ein Spaß – nicht!!! Und so war ich heilfroh, als ich nach weiteren 37km (für die ich 3,5 Stunden gebraucht hatte!!) endlich an der Abzweigung zu den Lakes und dem Campingplatz ankam – auch wenn die dunklen Wolken am Himmel nichts Gutes verhießen…

Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig vor dem Regen, mein Zelt aufzubauen, und so saß ich die nächsten 6 Stunden Regen wenigstens im Trockenen. In der kurzen Regenpause abends kochte ich mir schnell Nudeln und machte ein paar Bilder. Wahrscheinlich ist es hier bei sonnigem Wetter echt schön, ich hätte auf diesen Zwischenstopp aber verzichten können, auch wegen der vielen Sandflies, die mein Zelt regelrecht belagerten. Hier trotzdem ein Foto vom South Mavora Lake:

Am Montag morgen packte ich bei Nieselregen mein Zeug und das mal wieder tropfnasse Zelt und radelte los Richtung Walter Peak Station. Das Wetter war weiterhin ungemütlich windig, nass und kühl, aber wenigstens hatte ich nicht mehr so krassen Gegenwind. Und die Landschaft war atemberaubend – wild, menschenleer, echt am A… der Welt! Nur Kühe gab es jede Menge, und die standen (oder 💩) auch gern mal auf der (die) Straße, aber wenn ich näher kam, machten sie brav Platz. Hier ein paar Eindrücke:

Eines der zwei Fords auf dem Weg mit eisigem Wasser!

Der erste Blick auf den Lake Wakatipu.

Ziemlich durchgefroren, auch wegen meiner von den Fords tropfnassen, eisigen Füße, kam ich um 12 Uhr nach 55km in Walter Peak Station an. Hier gab es jede Menge Touristen, v.a. Asiaten, die auffälligerweise überall da gehäuft auftauchen, wo sie sich möglichst wenig bewegen müssen. Hierher kann man in einer Cruise mit dem Dampfschiff TSS Earnslaw fahren, ein paar Fotos machen, Andenken kaufen, die Farm besichtigen und angeblich richtig gut (und teuer) essen, bevor man mit dem Schiff wieder zurück nach Queenstown fährt. Für mich war die Bootsfahrt zwar schön, aber eine Notwendigkeit – anders kommt man von hier nicht nach Queenstown. So sieht es in Walter Peak Station aus:

Ticket- und Gift Shop.

Teures, aber hübsches Restaurant mit schönem Garten.

Die TSS Earnslaw, das letzte Dampfschiff in Neuseeland.

Und so kam ich am frühen Nachmittag in meinem Hostel in Queenstown an und nutzte den Rest des Tages zum Zelttrocknen, Einkaufen, Planen für die nächsten Tage und Ausruhen.

Queenstown

Am Dienstag wollte ich den hiesigen Hausberg Ben Lomond (1748m) besteigen. Angeblich sei das eine sehr anstrengende, schwierige Tour mit 1400 Höhenmetern – mir kam sie nicht so schwer vor, lediglich die letzten 200hm waren wirklich steil. Ich startete also bei heute endlich wieder wunderschönem, warmem Wetter mit bester Laune um 7.30 Uhr am Morgen. Zuerst ging es auf dem Tiki Trail zur Bergstation der Gondola, die zum Glück erst um 9.00 Uhr öffnete, so waren noch keine Leute unterwegs. Der Weg windet sich wunderschön durch den Wald, auch mal über Fels:

Der erste Blick an der Gondola-Station über den See war schonmal nicht schlecht:

Dann ging es weiter auf dem Ben Lomond Track:

Sobald man aus dem Wald rauskommt, kann man den ganzen Weg über das Ziel, den Ben Lomond Summit sehen, der sich weit in den Himmel reckt. Außerdem hat man (wenn man sich umdreht) einen tollen Blick auf den See:

Vom Ben Lomond Saddle ging es dann die letzten 400hm zum Gipfel:

Oben wurde ich von diesem cleveren und frechen Kerlchen empfangen:

Während ich mit Fotografieren abgelenkt war, machte er sich an meinem (komplett geschlossenen) Rucksack zu schaffen und schaffte es tatsächlich, ihn soweit zu öffnen, dass er seinen Kopf reinstecken konnte, bevor ich ihn verjagte! Danach gelang es ihm, einer Französin die Lunchtüte zu klauen, damit war er für die nächste Viertelstunde beschäftigt. 😜

Der Ausblick von hier oben war „absolutely stunning“ – 360 Grad Rundumblick:

Hier das Beweisfotos, dass ich auch wirklich oben war 😜:

Und noch ein paar Fotos – ich konnte mich mit Fotografieren kaum zurückhalten, so toll war der Ausblick:

Leider war es wegen des mal wieder sehr starken Windes saukalt am Gipfel, mir waren richtig meine Hände eingefroren, so dass ich nicht so lange oben blieb, wie ich gerne geblieben wäre. Und so kam ich, inzwischen wieder gut warm, nach etwas mehr als 5 Stunden im Hostel an – was für ein genialer Hike!

Am Mittwoch war mal wieder Regen angesagt, so dass ich beschloss, nicht nochmal zu hiken oder Mountainbiken zu gehen (das war meine andere Option), sondern mir Queenstown ein bisschen anzuschauen und mich ansonsten auszuruhen, da am Donnerstag eine anstrengende Radetappe ansteht. Queenstown ist komplett auf Tourismus und v.a. Adrenalin-Junkies ausgerichtet, die sich von irgendwelchen Höhen hinabstürzen wollen (mit und ohne Fallschirm, dafür mit Seil an den Beinen) oder anderswie ihren Kick bekommen wollen. Deshalb besteht ein große Teil der Stadt aus Hotels, Restaurants, Agenturen und Geschäften:

Blick auf Queenstown von Queenstown Garden aus.

Anlegestelle für das Dampfschiff, Blick auf die Gebäude am Hafen.

Fußgängerzone am frühen Morgen (deshalb ist sie so leer😉).

Anglican Church.

Statue des Nationalvogels von Neuseeland, dem Kiwi.

Strandpromenade.

Heute Abend treffe ich mich mit Laura, einer Deutschen, die ich ganz am Anfang in Christchurch im Hostel kennen gelernt habe, auf ein Kaltgetränk, freu mich schon!

Morgen, also am Donnerstag geht es weiter nach Wanaka. Ich hab schon ein wenig Schiss vor dieser Etappe, da es über die Cardrona Crown Range auf 1100m drüber geht, und ich 800hm auf 11km mit all meinem Gepäck bewältigen muss, die teilweise sehr steil sein sollen. Aber das werde ich schon irgendwie schaffen… notfalls muss ich halt mal schieben 😳. Dafür ist der Ausblick von oben sicher genial!

Das nächste Mal melde ich mich dann von Wanaka, wo ich ein paar Tage bleiben werde, hauptsächlich um ein paar Bergtouren und evtl nochmal Kayaken zu machen.

Viele Grüße aus Queenstown!

P.S.: Ich würde mich sehr über den ein oder anderen Kommentar von euch freuen, also haltet euch nicht zurück 😊.