Salar de Uyuni + Lagunas

So, endlich finde ich mal wieder die Zeit, euch zu schreiben und ein paar Bilder hochzuladen – leider dauert das hier eine gefühlte Ewigkeit, weil das Internet so langsam ist… Wie ja schon in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, fuhr ich Montag mit dem Nachtbus nach Uyuni, wo wir gegen 7.30 Uhr ankamen. Da ich bis zum Beginn der Jeeptour um 10.30 Uhr noch Zeit hatte, schaute ich mir die Stadt ein wenig an, die jedoch nicht allzu viel zu bieten hat:

Um 10.30 Uhr ging’s dann los mit der Jeeptour, unsere Rucksäcke wurden auf dem Dach befestigt und wir quetschten uns in den Jeep. Unsere Gruppe bestand aus vier Brasilianern (die kaum Englisch konnten und sonst auch nur „Portuñol“, was ich kaum verstand), mir und unserem Driver und Guide Ronald, der zum Glück erstens ein sehr klares Spanisch sprach, was ich sehr gut verstand und zweitens zusätzlich gut Englisch konnte. So hatte ich immerhin ihn als Ansprechpartner 😊.

Aber trotz der Kommunikationsprobleme waren die Brasilianer sehr nett und gaben sich Mühe, mich mit einzubeziehen. Unsere erste Station war der Cemetario de Trens, den ich jetzt nicht so wahnsinnig interessant fand, ganz im Gegensatz zu dem brasilianischen Pärchen Chris und Luis: Ausgemacht waren 20 Minuten Besichtigungszeit, die beiden kamen nach sage und schreibe einer Stunde wieder! Mit Zeiten hatten es die Brasilianer generell nicht so… 😜

Über einen Zwischenstopp in dem Dorf Colchani, wo wir dazu verführt werden sollten, Tourikram zu kaufen (echt faszinierend, die meisten machens wirklich!), ging es dann endlich in die Salar de Uyuni. Ich kannte ja schon die Salinas Grandes in Argentinien, aber die sind im Vergleich wirklich niedlich. Unendliche weiße Weiten! Einmal waren die saltflats auch Teil der Ralley Dakar, was man hier überall stolz gezeigt bekommt.

Mittagessen gab es in einem Salzhotel mit Speisesaal, in dem die jeweiligen Fahrer das mitgebrachte Essen für ihre Gruppen vorbereiteten. Da fast alle Agenturen die gleiche Route anbieten, sammeln sich an den Besichtigungs- und Essensplätzen dann immer 20-30 Jeeps mit Besatzungen – das fand ich nicht so toll. Aber was soll’s, ist halt so, und sehenswert ist es trotzdem!

Nach dem Essen ging’s ganz tief in die Salzwüste zum Fotoshooting, das unser Driver / Guide / Fotograf professionell durchführte – war eine Riesengaudi! Aber seht selbst:

Unser letzter Stopp des ersten Tages war die Isla Inkahuasi, auch Kakteeninsel genannt, die tatsächlich wie eine Insel in der Salzwüste liegt. Von dort hat man, wenn man den kleinen Berg erklimmt (gar nicht so einfach bei einer Höhe von 3800m – keuch!), einen tollen Blick über die weißen Weiten:

Danach ging’s raus aus der Salar de Uyuni zu einem kleinen Salzhotel, wo wir unsere erste Nacht verbrachten – ich hatte sogar ein Einzelzimmer! Dafür gab es kein warmes Wasser, d.h. Dusche fiel aus 😝.

Am nächsten Morgen gab es nach schlecht geschlafener Nacht (konnte ewig nicht einschlafen, weil es so kalt war) ein spartanisches Frühstück mit drei Tage alten Semmeln, aber immerhin Kaffee, so dass wir gut gewärmt erst den Jeep beluden und dann selbst wieder in den Jeep stiegen.

Heute ging es hinauf in die Berge Richtung chilenische Grenze. Nach abenteuerlicher (aber dank der Fahrkünste von Ronald immer sicheren) Fahrt über Piste, Felsen, Schotter usw. kamen wir zu unserem ersten Stopp, einem semi-aktiven Vulkan, der zwar noch vor sich hinraucht, aber nicht mehr ausbricht.

Hier durfte ich mich mal ein bisschen austoben, die Gegend erkunden und herumklettern in der tollen Landschaft, während die Brasilianer höhengeschwächt lieber am Touristand Bier tranken.

Danach ging es weiter zu diversen Lagunen mit jeder Menge Flamingos, jede einzelne einfach atemberaubend schön!

Unser letzter Stopp des Tages war die Laguna Colorada, die bei den richtigen Wetterbedingungen (viel Wind und Sonne) rot leuchtet, da durch den Wind die sonst am Seeboden liegenden Mineralien aufgewirbelt werden, die für die rote Farbe sorgen:

Neben Flamingos gab es hier auch ganz viele Lamas und einen Fuchs:

Ich bin eine Stunde um die Lagune gewandert, war superschön, trotz eisigem Wind. Meine unter der Höhe leidenden Mitreisenden warteten im Auto, war mir aber ehrlich gesagt egal.

Diese Nacht verbrachten wir in einer Herberge auf 4300m, die (wie überall hier) ziemlich kalt war, und auch hier gab es kein warmes Wasser, aber inzwischen hatte ich mich schon ans Nichtduschen gewöhnt 🙃. Nach dem Abendessen erzählte uns Ronald noch ganz viel über Bolivien, die Lebensweisen und verschiedenen Kulturen und auch über Politik und den inzwischen umstrittenen Präsidenten Evo Morales. Das war sehr interessant! Doch weil wir am nächsten Tag schon um 5.00 Uhr aufbrechen mussten, gingen wir relativ früh ins Bett. Das hätte ich mir auch sparen können – erst war mir saukalt und ich konnte nicht einschlafen, dann schlug die Höhenkrankheit bei zweien der Brasilianern voll zu (wir schliefen alle in einem Zimmer): Chris musste sich immer wieder Erbrechen und bekam keine Luft, Adajuto zitterte und hatte auch Probleme mit der Atmung. Da war an Schlaf nicht zu denken, so dass wir alle froh waren, als wir um 4.30 Uhr aufstehen konnten und es weiter ging. Ronald versorgte die Kranken noch mit Tabletten, die aber nur bedingt helfen.

Der dritte Tag der Tour führte uns zuerst zu unechten Geysiren (es ist einfach nur Dampf, der durch die vulkanische Aktivität aus dem Boden entweicht) und blubbernden und rauchenden Schwefelfeldern, im Sonnenaufgang echt mystisch:

Die zweite Station des heutigen Tages war die Laguna Verde, also die grüne Lagune, die vor einem Vulkan liegt und bei Wind grün schimmert. Als wir da waren, war es aber wohl nicht windig genug…

Durchgefroren von der Nacht, wie ich war, freute ich mich schon die ganze Zeit auf das nächste Highlight: die Thermalquellen. Hier ließen Kleve und ich uns eine Stunde lang im heißen Wasser aufweichen – ein Traum! Die anderen Brasilianer waren leider noch nicht wieder fit genug und schliefen lieber im Auto. Leider gibt es hiervon keine Bilder, Kleve hat sie mir (noch?) nicht geschickt.

Der letzte Programmpunkt vor der langen Rückfahrt nach Uyuni war der Felsengarten, wo man durch Wind und Regen zu interessanten Formen geformte Felsen bewundern konnte:

Danach ging es zurück nach Uyuni, und den Brasilianern ging es mit jedem Höhenmeter, den wir nach unten fuhren wieder besser, die Armen! Um ca 17.00 Uhr kamen wir in Uyuni an, von wo aus ich mit dem Nachtbus wieder zurück nach La Paz fuhr.

Fazit der Tour: die Landschaften hier im Süden Boliviens sind atemberaubend schön und wirklich sehenswert. Allerdings wäre es mir lieber gewesen, allein (nicht erlaubt) oder mit einer privaten Tour (die leider unbezahlbar ist) unterwegs zu sein, da man sich dann nicht an festgelegte Routen und eng getaktete Zeitpläne halten muss.

Noch eine Anmerkung zu diesem Blogbeitrag: Es hat sage und schreibe 3 Stunden gedauert, bis die Bilder hochgeladen waren!! 💩 Internet hier!!! Geschrieben wären die nächsten drei Berichte schon, aber das mit den Bildern kann dauern…

Viele Grüße inzwischen aus Cusco!

Ich lebe noch 🤗

Hallo zusammen, wollte euch nur ein kurzes Lebenszeichen schicken, da ich ja jetzt länger keinen Blogbeitrag mehr verfasst habe. Ich habe in den letzten Wochen so einiges erlebt, ich war auf einer 3-tägigen Jeeptour zur Salar de Uyuni und mehreren Lagunen, bin die Death Road mit dem Mountainbike hinunter gebrettert, hab mich mit Frank getroffen und zusammen mit ihm La Paz erkundet und bin inzwischen am Titicacasee angekommen, von dem es jedoch morgen schon wieder weiter nach Cusco geht. Leider ist das Internet hier zu schlecht, um euch mit ausführlichen Berichten und Fotos zu versorgen, aber das werde ich nachholen, sobald ich besseres Internet habe, versprochen!

Viele Grüße einstweilen aus Copacabana!

Cañon de Palca mit Einheimischen

Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen (Laura, hab extra für dich gegendert!😜), ich hoffe, ihr hattet heute einen guten Start ins neue Schuljahr, hab an euch gedacht! Hallo natürlich auch an alle Nicht-Lehrer.😉

Gestern war ich mit Julio, einem Mitarbeiter im Hostel, und seinem Kumpel Marco bei einer Wanderung im Palca Canyon. Julio bot mir den Ausflug an, er ist eigentlich auch Guide, aber er wollte dafür kein Geld, das sei reines Freizeitvergnügen für ihn – echt cool! So stiefelten wir um 9.30 Uhr vom Hostel los Richtung Bushaltestelle, zu der wir uns allerdings durchfragen mussten, da Sonntags die Busse wegen Markt woanders abfahren. Außerdem gibt es keine zentrale Busstation (außer für Fernbusse), sondern alle Busse fahren je nach Ziel von woanders los – für Touristen nicht so einfach… Aber wir fanden den Bus, stiegen ein und mussten dann noch eine halbe Stunde warten, bis er losfuhr, da die Minibusse hier erst losfahren, wenn sie wirklich voll sind! Nachdem wir über eine Stunde brauchten, um unser Ziel zu erreichen, verstand ich das aber – sonst wird das ein Minusgeschäft für den Fahrer! Und die Fahrt kostete umgerechnet sowieso nur ca 80 Cent.

Durchgerüttelt, gequetscht und staubig stiegen wir dann mitten im Nirgendwo aus und es ging los. Das sind die beiden Jungs, mit denen ich unterwegs war, Julio und Marco:

Unterwegs begegneten uns anfangs ein paar Tiere:

Die Landschaft war traumhaft: wir starteten auf einer Höhe von ca 4000m und liefen zum Canyon hinab bis auf ca 3200m. Ich hatte schon tierisch Angst vor dem Rückweg das Ganze wieder bergauf – schließlich waren erst mein dritter Tag auf dieser Höhe!! Aber meine Angst war unbegründet, der ganze Trek war hauptsächlich bergab, nur aus dem Canyon raus nach Palca ging es etwas bergauf.

Hier ein paar Eindrücke von der Wanderung:

Dann waren wir im Canyon und liefen das ausgetrocknete Flussbett entlang flußabwärts, links und rechts türmten sich die Felswände um uns auf, sehr beeindruckend!

Am coolsten war, dass wir nur zwei anderen Wanderern begegnet sind und sonst komplett allein waren. Zwischendrin machten wir Mittagspause mit Kartoffeln, Mais und Hühnchen, das wir vom Markt mitgenommen hatten:

Dann ging es so langsam wieder raus aus dem Canyon:

Und das passiert, wenn man hier betrunken Auto fährt…

Das ist übrigens 100m unterhalb der Straße im Flussbett. Das Kreuz für den verunglückten Fahrer war oben am Straßenrand, echt traurig!

In Palca angekommen, machten wir uns wieder auf die Suche nach einem Bus. Der, der am Straßenrand stand, hatte nur noch einen Platz und schied somit aus – zum Glück! Denn während wir warteten, sah ich, wie der Fahrer Wasser auf die überhitzten Bremsen schüttete und es ordentlich dampfte. So schnell würde der nicht losfahren… Wir fanden dann ein Taxi, auch uralt und zerbeult, in das wir uns mit 7 Leuten quetschten – 4 Leute hinten, 2 auf dem Beifahrersitz neben dem Fahrer! Und dann ging die wilde Fahrt los, auf einer einspurigen Schotterstraße (keine Einbahnstraße!) ordentlich bergauf in halsbrecherischem Tempo – das das die Stoßdämpfer überhaupt ausgehalten haben!! Ich hatte schon ein bisschen Schiss, dass wir wie das Auto in obigem Bild enden würden, aber die tollen Ausblicke lenkten mich gut ab. Nach einer Stunde wilder Fahrt kamen wir heil im Hostel an. Hab dann nur noch geduscht, gegessen, gelesen und geschlafen.

Heute morgen ging ich als erstes zum nächstgelegenen Waschsalon, ich hatte nix Sauberes mehr zum Anziehen. Ihr glaubt ja gar nicht, wie sehr man sich über saubere Wäsche freuen kann! 😜

Dann ging’s weiter zur benachbarten Agentur „La Paz on Foot“, um mal abzuchecken, was es hier noch so zu tun gibt. Da ein Freund am Wochenende nach La Paz kommt, wollte ich länger bleiben, um mich mit ihm zu treffen, deshalb brauchte ich Ideen, was es hier noch zu erleben gibt. Die Dame von der Agentur sagte mir, dass morgen noch ein Platz frei wäre für die 3-tägige Tour Salar de Uyuni. Da wollte ich ja eh irgendwann hin, also hab ich gebucht, und fahre nachher mit dem Nachtbus nach Uyuni, morgens gehts dann gleich los mit der Tour und Donnerstag mit dem Nachtbus zurück, so dass ich Freitag morgen wieder in La Paz bin und das Wochenende mit Frank verbringen kann. So cool, freu mich voll!! Ihr werdet also sicher bis Freitag (wenn nicht länger) nichts von mir hören, da gibt’s kein Internet. 😊

Wünsch euch eine schöne Zeit bis dahin! Viele Grüße (noch) aus La Paz!

Again what learned – mit einem Guide durch La Paz

Bin heute morgen mit Kopfweh aufgewacht bzw. hatte schon die ganze Nacht Kopfschmerzen – keine Ahnung, ob das die Höhe ist oder die Erkältung, die ich gerade mal wieder hab dank der krassen Wetter- und Temperaturwechsel. Aber nach dem leckeren Frühstück und zusätzlich Wasser war dann alles wieder okay und ich beschloss, heute die Red-Cap Guided Walking Tour mitzumachen. Treffpunkt war am Plaza Sucre, oder auch Plaza San Pedro genannt, nach dieser Kirche hier:

Im Hintergrund sieht man, wie sich die Häuser bis auf die Berge hinaufziehen. La Paz ist echt riesig!

Unsere Tour begann mit ein paar Fakten zum Gefängnis San Pedro, das direkt an diesem Platz mitten in der Stadt liegt. Eigentlich ist es für 400 Insassen gedacht, es leben aber ca 1500 Menschen dort, da es erstens inzwischen mehr Gefangene hat und zweitens Familienangehörige dort mit wohnen dürfen. „Bewacht“ wird das Gefängnis von 15 Wärtern, die aber nur auf den Wachtürmen sind, ansonsten verwaltet sich das Gefängnis und die Gefangenen komplett selbst, es ist wie eine Stadt in der Stadt. Bis vor ein paar Jahren konnte man als Tourist sogar Touren durch das Gefängnis machen, aber da das einen florierenden Drogenhandel zur Folge hatte und dann ein paar Touristen getötet wurden, wurde das verboten. Heute gibt es trotzdem noch illegale Touren, die aber ziemlich gefährlich sind. Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass hier nicht die Schwerverbrecher untergebracht sind (für die gibt es ein Hochsicherheitsgefängnis außerhalb der Stadt), sondern hauptsächlich Kriminelle mit Drogendelikten oder kleineren Vergehen.

Dann ging es weiter zu den Märkten. Da einer in den anderen übergeht und irgendwie sowieso alles überall verkauft wird, erspar ich euch die Namen der „einzelnen“ Märkte 😜. Es war Samstag und somit Markttag, und dementsprechend ging es zu mit allem, was dazu gehört: Gedränge, Marktschreier, viele verschiedene Gerüche (manche gut, andere eher nicht so), Cholitas (indigene Marktfrauen in ihren berühmten Kostümen) und eine wahre Farbüberflutung. Angeblich erstrecken sich die Märkte über 40 Blöcke – aber irgendwie ist eh ganz La Paz ein einziger Markt.

Der einzige Markt, der anders ist, ist der Mercado de las Brujas, der Hexenmarkt. Dort gibt es alles mögliche Zeug, das man hier gerne Pachamama (Mutter Erde) opfert, um sie gnädig zu stimmen: 96%iger Alkohol, jede Menge Süßkram (sie steht wohl auf Süßigkeiten 😜), Amulette, tote Lamababies oder Lamaföten, usw…

Angeblich müssen die Lamababies aber eines natürlichen Todes sterben, sie werden nicht zu Opferzwecken getötet. Und für welche Gelegenheiten braucht man nun so einen Lamafötus? Der wird, wenn man ein Haus baut, in die Baugrube und das Fundament geworfen, um das Haus zu beschützen – natürlich zusammen mit Alkohol, Süßigkeiten und Kokablättern.

Hier noch ein Blick in so einen Hexenladen mit einer Cholita davor:

Hier sieht man ansatzweise die Tracht, die typisch ist für indigene Frauen in Bolivien (ich muss die Tage nochmal auf den Markt und eine Cholita fragen, ob ich ein Foto machen darf): der Bowlerhut, der über den Beziehungsstatus Auskunft gibt (gerade auf dem Kopf heißt vergeben, schief bedeutet noch zu haben), lange Ärmel, um die Haut zu schützen, und einen Petticoat mit möglichst vielen Schichten, damit die Frau möglichst breit in der Hüfte wirkt. Das Schönheitsideal hier ist etwas anders als bei uns, hier steht Mann auf gebährfreudiges Becken, eher kräftige (auch muskulöse) Frauen mit strammen Waden, die die Berge hochlaufen können mit Kind auf dem einen Arm und einem Sack Kartoffeln im anderen. Wenn eine Cholita einen Mann interessant findet, zieht sie ihren Rock etwas nach oben und zeigt ihm ihre (hoffentlich muskulöse) Wade. Tja, andere Länder, andere Sitten 😊.

Aber wir haben auch Dinge gemeinsam: Auch Bolivianern ist Markenware sehr wichtig 😂:

Danach ging’s zum Plaza San Francisco und zum Mercado Lanza, einem riesigen Indoormarkt, der um diese Uhrzeit aber eher sehr verschlafen war.

Danach verließen wir den eher indigenen Teil der Stadt und machten uns durch das Kolonialviertel auf den Weg zur Plaza Murillo, dem bekanntesten und wichtigsten Platz der Stadt. Hier noch ein kleiner Eindruck vom normalen Verkehrschaos um die Plaza San Francisco:

Die Plaza Murillo ist wirklich sehr sehenswert:

Die Kathedrale:

Der Wohnsitz des Präsidenten (Palacio Quemado), der aber nicht mehr als Wohnsitz genutzt wird, seit ein Präsident dort von Regierungsgegnern getötet wurde. Im Vordergrund unsere beiden Guides Marie und Max von der Red-Cap-Agentur, sie waren wirklich gut! Und es war die erste Führung auf Englisch für mich bisher 😬👍🏻

Links davon befindet sich der National Congress, in dem laut unseren Guides nicht wirklich gearbeitet wird. Trotzdem ein sehr schönes Gebäude!

Die linke Fahne in den Regenbogenfarben steht übrigens für alle indigenen Völker, von denen es in Bolivien 36 gibt. Die mittlere Flagge ist die Nationalflagge, die rechte Flagge ist laut Marie „die Flagge der Hoffnung“, es ist die „Naval flag“ (irgendwann, bevor Bolivien einen Krieg mit Chile verlor, hatte Bolivien ein Stück Küste), die zeigt, dass Bolivien immer noch darauf hofft, irgendwann wieder Zugang zum Meer zu bekommen.

Es gibt noch eine Besonderheit an diesem Gebäude, findet ihr sie (es ist nicht der Kran)?

Genau, die Uhr geht in Bolivien andersrum! Diese Uhr ließ der jetzige Präsident Evo Morales einbauen als Zeichen der Abkehr vom westlichen, kapitalistischen und modernen Denken zurück zur Tradition. Er ist der erste indigene Präsident von Bolivien (und es gab unzählige!!!), der viel für die Rechte und Gleichberechtigung der indigenen Völker getan hat. Trotzdem ist er sehr umstritten, unter anderem wegen seines Standpunktes zum Kokaanbau – er ist selbst Kokabauer! Seiner Ansicht nach gehört Koka zur bolivianischen Kultur und darf wieder offiziell angebaut werden, was den Amerikanern natürlich ein Dorn im Auge ist, denn aus dem meisten Koka wird Kokain hergestellt…

Die Bolivianer sind ein sehr protestfreudiges Völkchen, doch leider arten diese Proteste häufig in Gewalt aus. Von einem solchen Protest zeugen diese von Schusswaffen verursachten Löcher in der Häuserwand eines Hauses an der Plaza Murillo:

Bei diesem Protest 2003 wurden etliche Menschen getötet.

Nach der Stadtführung erkundete ich noch auf eigene Faust einige Viertel. Ich pilgerte zu einem der Aussichtspunkte über La Paz, dem Mirador Killi-Killi, und die nicht unerhebliche Anstrengung, um den Berg zu erklimmen bei der dünnen Luft, hat sich gelohnt:

Danach machte ich mich auf den Weg zurück zum Hostel mit zwei kleinen Umwegen. Der erste führte zum Stadion, zugegebenermaßen kein Anblick, der einen vom Hocker reißt…

Der zweite Umweg war gastronomischer Art und führte mich zur Feria Gastronomica, einem Foodfestival:

Um fünf, als ich da war, war noch nicht so viel los, hier in Südamerika wird eher immer sehr spät gegessen.

Nach umfassender Recherche, sprich zwei Runden um den Foodcourt, entschied ich mich für ein Gericht, das typisch für die Yungas ist (Namen hab ich vergessen) mit Kartoffeln, grünen Bananen, Kochbananen, einem Gemüse, das ich nicht kannte, und Lama- und Hühnchenfleisch, war sehr lecker!!

Nach dem Essen bekam ich sogar noch eine Tanzshow geboten! Während eine Band während des Essens bolivianische Musik spielte, traten dann danach diese acht Frauen und Männer auf:

Ich hab natürlich auch ein kurzes Video davon gemacht:

Vollgefressen und gut gelaunt machte ich mich dann auf den Heimweg (bergauf – ächz!), heute ist nur noch bissl lesen angesagt.

Wünsch all meinen Kollegen einen guten Start ins neue Schuljahr!! Ich werd am Montag mal an euch denken, während ich die Death Road mit dem Bike runterheize 😊

Viele Grüße aus La Paz!

Wahnsinns-Stadt La Paz

Seit gestern Nacht bin ich nun in La Paz. Die beiden Reisetage Mittwoch und Donnerstag verliefen relativ unspektakulär und wie geplant. Am Mittwoch übernachtete ich in einem Hostel in Buenos Aires und hatte mit ein paar Leuten aus aller Welt (Australien, Schweden und Uruguay) noch einen netten Abend, bevor ich am Donnerstag Argentinien nach 3 erlebnisreichen Wochen Richtung Bolivien verließ.

Ich hatte allerlei gruselige Geschichten gelesen (unter anderem auch auf der Homepage des auswärtigen Amtes) über Express-Kidnappings, bei denen Taxifahrer Touristen mit zwei Komplizen entführen und sie mit vorgehaltener Waffe zwingen, ihre Karten und PINS rauszugeben. Da stand ich also nun um 22.00 Uhr am Flughafen in El Alto und überlegte, ob es wirklich sicher ist, mit einem Taxi zum Hostel zu fahren, aber welche Wahl hatte ich denn?! Also setzte ich mich todesmutig in ein offizielles Airport-Taxi mit Nummer und hoffte das Beste… Meine Angst vor einer Entführung wich dann aber ganz schnell der Angst, nicht heil anzukommen – mein Fahrer war superunsicher und anscheinend halb blind! Jedenfalls machte er bei jedem entgegenkommenden Auto fast eine Vollbremsung und schlich auch sonst wahnsinnig langsam und mit völlig unnötigen Ausweichmanövern Richtung Stadtmitte. Hinter uns hatte sich eine lange Schlange von wütend hupenden Autos und Bussen gebildet. Am liebsten hätte ich das Steuer übernommen!! Schweißgebadet kam ich eine laaaaaaange halbe Stunde später im Hostel an. Da ging’s dann nur noch ins Bett, ich fühlte die Höhe schon ein bisschen, wie einen Druck im Kopf, schließlich ist El Alto auf über 4000m, und La Paz auch noch auf 3600m. So sieht mein Schlafsaal aus – 3 Betten übereinander! Aber dafür wir haben viel Platz im Zimmer 😃

Am nächsten Tag gab es endlich mal ein richtig gutes Frühstück: 2 sehr leckere Semmeln mit Butter und Marmelade (in Iguazu gabs immer nur Dulce de Leche, das kann ich jetzt nicht mehr sehen), frischgepresster O-Saft und Kaffee. Da ich mich erstmal an die Höhe gewöhnen wollte, wollte ich es langsam angehen lassen. Von der Hostelmitarbeiterin bekam ich den Tipp, zur ersten Seilbahnstation zu laufen und dann quasi fast einmal um die Stadt mit den verschiedenen telefericos zu fahren. Gesagt getan, ich machte mich auf zur Station der línea blanca und los ging’s. Zur Zeit gibt es 7 verschiedene Strecken, und drei andere sollen dieses bzw. nächstes Jahr noch dazu kommen. Eine Fahrt kostet 3 Bolivianos (ca 40 Cent), das kann sich jeder leisten.

Das Seilbahnfahren verschafft einem, neben tollen Ausblicken, einen Überblick über die Stadt. La Paz ist echt riesig!! Hier ein paar Bilder:

Und die ganze Stadt wird überragt von dem zweithöchsten Berg Boliviens, dem Illimani (6.438m).

Die línea roja bringt einen nach El Alto hinauf, das inzwischen eine eigene Millionenstadt geworden ist und weiter stetig wächst. Hier lebt v.a. die ärmere, indigene Bevölkerung, und angeblich soll es dort vor allem nachts nicht sicher sein. Tagsüber hab ich mich aber sicher gefühlt (wie überall, wo ich heute unterwegs war). Auch El Alto ist noch von höheren Bergen umgeben, die man im Hintergrund sehen kann.

Nach den Teleférico-Fahrten bin ich noch ein bisschen im Zentrum rumgelaufen. Ganz anders als die Städte in Argentinien, wo Orientierung einfach ist, weil sie schachbrettartig gebaut sind, ist La Paz aufgebaut – hier geht es völlig chaotisch durcheinander, bergauf und bergab, und meist gibt es keine Straßenschilder. Dazu kommt noch jede Menge Lärm (Hupen gehört hier zum guten Ton), Abgasgestank und eine Unmenge Menschen, die sich auf engen Gehsteigen (weil überall Marktstände stehen) aneinander vorbeizwängen. Echt ein Erlebnis! Ich hatte ziemlich schnell jegliche Orientierung verloren und ließ mich einfach mit der Menge mittreiben. Hab ja noch genug Zeit für „richtiges“ Sightseeing. Hier ein paar Eindrücke:

Die Stromleitungen erinnern mich ein bisschen an Dominica 😂

Eigentlich soll es fünf (oder sechs?) Märkte in La Paz geben, aber um ehrlich zu sein, ist die ganze Stadt ein Markt. Fast alle Straßen sind voll mit Buden und Ständen, und es ist überall sehr bunt.

Diese „Zebras“ (bestimmt arme Studenten 😊) stehen hier an stark befahrenen Kreuzungen und ermöglichen den Fußgängern das sichere Überqueren der Straße. Theoretisch gibt es zwar einige Ampeln, aber praktisch halten sich die Autofahrer nur sporadisch daran. Rücksicht auf Fußgänger wird hier nicht genommen, es herrscht das Recht des Stärkeren, und häufig ist es echt ziemlich knapp…

Morgen mache ich dann eine Sightseeingtour – hier gibt es sehr gute geführte Touren, was für mich wahrscheinlich besser ist, vielleicht finde ich mich danach ja zurecht 😜.

Für die nächsten Tage ist auf alle Fälle noch die Mountainbike-Tour auf der Death Road geplant und die ein oder andere Trekkingtour um La Paz herum. Zum Beispiel zum Muela del Diablo (Teufelszahn):

Mal sehen, wie ich mit der Höhe so zurecht komme… heute ging’s mir gut, war nur bergauf immer schnell außer Atem.

Viele Grüße aus dem quirligen La Paz! 🇧🇴

Sightseeing in und um Puerto Iguazu

Heute ist mein letzter Tag in Puerto Iguazu, und es ist jetzt auch genug. Ich hatte vorher schon gehört, dass 2-3 Tage hier genügen, und bei dem Wetterpech mit dem vielen Regen, das ich hatte, stimmt das auch. Eigentlich wäre ich gerne mehr gewandert und hätte noch die ein oder andere Mountainbike- oder Kayaktour gemacht, aber das war bei dem Wetter nicht möglich (Wege gesperrt, Fluss mit starker Strömung zu gefährlich). Also hatte ich einen ziemlich entspannten Aufenthalt hier – auch mal gut 😉.

Gestern hab ich vormittags gefaulenzt, ich hatte keine Lust, schon wieder tropfnass zu werden. Ab mittags ging der Regen dann in Nieseln über und ich beschloss, eine Wanderung zu den Guarani-Dörfern (ein Indio-Stamm) und dem drum herum liegenden Dschungel zu machen. Leider hab ich keine Bilder gemacht, aber ich fand es irgendwie blöd, von der Armut der dort lebenden Indios Fotos zu machen. Sie leben in sehr ärmlichen Hütten, die Kinder laufen überwiegend in Lumpen gekleidet und barfuß herum, überall hängt Wäsche und es liegt ziemlich viel Müll herum. Die Straßen bestehen aus rotem Lehm, der bei dem Wetter zu sehr rutschigem und klebrigem Schlamm mutiert. An Wochenenden verkaufen die Guarani handgefertigte Körbe und andere Kunstwerke an Touristen, aber Montag war nix los. Nach dem einen Dorf gab es einen ausgeschilderten Trail durch den Dschungel, war superschön, und ich hatte ihn ganz für mich allein. Nach 4-stündiger Wanderung kam ich nass wieder im Hostel an – merke: auch wenn es nur nieselt, ist man nach 4 Stunden nass 😝.

Heute schien endlich wieder die Sonne und es war angenehm warm bei 21 Grad (übrigens war die ganze letzte Woche bis Donnerstag Superwetter bei um die 30 Grad, und auch diese Woche soll wieder so werden – hab also genau die vier Tage Regen abgekriegt 😤). Das machte endlich wieder Lust auf Draußensein! Zunächst lief ich in einer 2-stündigen Wanderung durch die Stadt und wieder durch ärmere, eher ländliche Bereiche, bis ich zur Casa de Botellas kam.

Hier kann man sich ein Haus anschauen, das (fast) komplett aus Plastikflaschen und Tetrapack gebaut ist, inklusive der Möbel. Außerdem bekommt man für sein Eintrittsgeld die Technik erklärt und was alles hinter dem Projekt steckt. Auf die Idee kam man, als Argentinien in einer tiefen Finanzkrise steckte und viele Leute kein Geld für ein Haus / eine Wohnung hatten. Inzwischen werden solche Häuser auch in Brasilien und Paraguay gebaut. Eigentlich echt eine tolle Idee!

Die Flaschen werden mit einer Schraube miteinander verbunden und in einem Holz- oder Betonrahmen nebeneinander befestigt.

In den Lücken dazwischen werden Stromkabel und Wasserleitungen verlegt.

Und da keiner ein durchsichtiges und zugiges Haus will, wird mit einer Schicht Draht, Tetrapack und Putz gearbeitet.

Das Dach besteht aus Tetrapack (an Palettenholz befestigt) und Plastikflaschen. So sieht das von unten aus:

Und so kann so ein Plastikflaschenhaus von innen aussehen:

Von außen sieht es so aus:

Außerdem werden noch eine ganze Menge anderer Dinge aus „Abfall“ wie Plastikflaschen, Dosen, Reifen, Felgen usw. hergestellt, zum Beispiel Taschen, Spielzeug, Mäppchen, Lampen und vieles mehr.

Gleich um die Ecke bei der Casa de Botellas befindet sich „Güira Oga“, eine Tierpflege-Station, wo Tiere wieder aufgepäppelt werden, die krank oder verletzt sind, weil sie zum Beispiel von einem Auto angefahren wurden oder Opfer illegalen Tierhandels waren und beim Fangen oder Transport verletzt wurden. Der Tourguide wusste zu jedem einzelnen Tier die Geschichte, und viele davon waren ganz schön grausam und gruselig (und ich hab noch nichtmal alle Details verstanden!). Natürlich ist das große Ziel die Wiederauswilderung, aber das ist leider nicht bei allen Tieren möglich. Manche sind so schwer verletzt, dass sie sich alleine nicht mehr versorgen könnten, deshalb wohnen sie dann dauerhaft im Refugio. Hier eine kleine Auswahl an Bildern vom Refugio:

Beide Projekte fand ich superinteressant, und die Führungen waren sehr informativ, auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe (natürlich waren sie auf Spanisch). Wenn euch eines der Projekte oder beide näher interessieren, findet ihr mehr Infos darüber auf Facebook bzw. über die jeweilige Homepage (einfach googeln).

So, inzwischen ist es hier Mittwoch morgen, musste meinen Blogeintrag heute fertig machen, weil gestern das Internet mit dem Hochladen der Bilder überfordert war 😜.

Nachher geht mein Flug zurück nach Buenos Aires, dort verbringe ich eine Nacht, und dann geht es weiter nach La Paz. Freu mich schon riesig auf Bolivien!

Viele Grüße aus dem jetzt wieder sonnigen Puerto Iguazu!

Argentinische Seite der Iguazu-Fälle

Leider bin ich gerade nicht vom Glück verfolgt, was das Wetter angeht. Als ich Donnerstag hier in Puerto Iguazu ankam, herrschte ja noch schönster Sonnenschein bei 32 Grad, am Freitag war es dann schon kühler und wechselhaft, seit Samstag ist es hier nur noch grau, kühl bei 12-15 Grad und es wechselt zwischen Nieselregen, normalem Regen und heftigen Regengüssen. Deshalb hab ich Samstag erstmal einen Ruhetag eingelegt und mich um meine Wäsche gekümmert, ansonsten ein bisschen gelesen und eben gefaulenzt – war auch mal gut. Mittags kam noch eine weitere Deutsche hier an, Laura aus Lörrach, wir quatschten eine ganze Weile und machten aus, am nächsten Tag zusammen zur argentinischen Seite der Wasserfälle zu gehen. Abends kamen die beiden Inder Pem und Alaap zurück, die ich ja schon vom Vortag kannte und wir gingen zusammen essen – war ein netter Abend:

Am nächsten Morgen verschoben wir erstmal unseren Aufbruch nach hinten, da es wie aus Eimern schüttete und wir beide noch einen zusätzlichen Kaffee zum Aufwachen brauchten. Die beiden Inder hatten noch überlegt, ob sie mit uns kommen, aber denen war es dann zu nass. Dafür schloss sich uns noch Sarah, eine Französin aus Marseille, an, die die letzten Tage ihrer elfmonatigen Reise in Puerto Iguazu verbrachte. Das Mistwetter hatte auch deutliche Vorteile, wir hatten den Bus ganz für uns:

Und auch im Parque Nacional de Iguazu war nicht allzu viel los, dafür, dass Sonntag war! Zunächst fuhren wir mit der Bimmelbahn zum Garganta del Diablo:

An der Station angekommen, geht es über einen überraschend langen Metallstieg, der über fast den ganzen Fluss geht, bis zum Wasserfall vor. Ich war ziemlich überrascht von der Breite des Flusses. Leider sind die Fotos wegen des schlechten Wetters heute nicht so beeindruckend…

Auf der argentinischen Seite sieht man den Garganta del Diablo von oben:

Was für ein Spektakel, selbst (oder gerade wegen) bei diesem Wetter. Es ist wirklich unbeschreiblich! Ich hab mal ein Video gemacht, damit ihr wenigstens einen Eindruck von dem Lärm bekommt, den so ein riesiger Wasserfall macht:

Danach sollte es ans Wandern gehen. Der Nationalpark hat drei Wege zu bieten, von denen zwei relativ kurz sind und quasi von allen Touristen gemacht werden, während der dritte kaum gegangen wird, weil er hin und zurück 7 km lang ist. Unser Plan war, dass wir mit den ersten beiden (Circuito inferior + Paseo superior) anfangen, eventuell dann mit dem Boot auf die Insel fahren und dort die kleine Runde gehen, und wenn dann noch Zeit ist, den letzten Trail, den Sendero Macuco, auch noch machen.

Leider machte uns da das Wetter einen Strich durch die Rechnung: das Boot fuhr wegen der Wassermassen und der starken Strömung nicht, also schied die Insel aus. Dafür genossen wir erstmal die Ausblicke, die man von den beiden Wanderwegen hat. Beim „Upper circuit“ (superior) schaut man von oben auf die Wasserfälle, das ist zwar interessant, aber nicht ganz so beeindruckend, da man quasi nur die Kante sieht, über die das Wasser fließt, um dann in die Tiefe zu stürzen:

Der „Lower Circuit“ bietet dafür einen Blick von unten auf die Wasserfälle, ist also wesentlich spektakulärer.

Nach der Enttäuschung, dass wir nicht auf die Insel können, brauchten wir erstmal eine Stärkung. Also kehrten wir im Restaurant des Parks ein und futterten uns durch das Buffet. Danach wollten wir den dritten Weg in Angriff nehmen, aber auch hier vermasselte das Wetter uns unseren Plan – der Weg war gesperrt! Sehr schade, denn der hätte uns zu einem Wasserfall geführt, den man von nirgendwo anders sehen kann – abgesehen davon, dass wir uns alle drei auf mehr Wandern gefreut und bis jetzt eigentlich nur einen Spaziergang gemacht hatten.

Da es im Park nichts mehr für uns zu tun gab, beschlossen wir, den Bus zurück nach Puerto Iguazu zu nehmen und dort nochmal ein bisschen zu gehen, nämlich zum Hito Tres Fronteras, also dem Dreiländereck. Das hatten die beiden Mädels noch nicht gesehen, und mir war ein bisschen mehr Bewegung nur recht, abgesehen davon, dass es sehr lustig war mit den beiden, wie man unschwer an den ganzen Selfies erkennen kann 😜

Die Aussicht war zwar bei dem Wetter nicht so der Burner, trotzdem kann man im Hintergrund links Paraguay und rechts Brasilien sehen. Der Vordergrund ist natürlich wesentlich hübscher 😝

Zurück im Hostel verbrachten wir dann noch einen netten Abend miteinander, tauschten Telefonnummern und Fotos aus und redeten über unsere jeweiligen Reisen. Für Laura sollte es am nächsten Tag nach Salta und in den Norden Argentiniens weitergehen. Sarah hatte nur noch São Paulo und von dort aus ihren Heimflug auf dem Programm nach ihrer fast einjährigen Reise durch die Welt. Sie gab mir noch gute Tipps zu sehenswerten Orten und sogar Telefonnummern von Anbietern für diverse Aktivitäten. Außerdem machte sie mir den Mund wässrig mit Bildern aus Patagonien – wahnsinnig schön!!! Das steht ja eigentlich nicht auf meinem Programm, weil es da grad saukalt ist, aber inzwischen bin ich schon am Überlegen, ob ich im November (dann sollte es schon etwas wärmer sein) nicht doch wenigstens einen kurzen Abstecher dorthin mache…. mal sehen 😊

Für Montag und Dienstag hab ich noch keine Pläne, ich glaube, nochmal zu den Wasserfällen brauche ich nicht zu gehen, da für Montag nochmal Regen angesagt ist (und es regnet tatsächlich!) und der Weg, den ich noch nicht kenne, sicherlich immer noch gesperrt ist. Hab heute erstmal ausgeschlafen und werde jetzt von hier aus noch ein bisschen umherwandern. Für morgen, also Dienstag, will ich mal schauen, ob ich eine Mountainbike-Tour buchen kann, das Wetter soll wieder schön sein…

Viele Grüße aus dem verregneten Puerto Iguazu! 🌧💧💦☔️