Über den Haast Pass bis Fox Glacier an der West Coast

Am Dienstag verließ ich das liebgewonnene Wanaka und machte mich auf den Weg zur Westküste. Bei schönstem Wetter und nur wenig Wind (was für ein seltenes Geschenk!!) kam ich über die Hügel zwischen Lake Hawea und Lake Wanaka schnell voran und genoss die tolle Landschaft, die dann, als ich am Ufer des Wanakasees entlang fuhr, sogar noch schöner wurde:

„That Wanaka Tree“

Lake Hawea

Lake Wanaka

Kurz vor Makarora machte ich Mittagspause in einem Café an der Straße und traf dort auf eine Gruppe von Rennradfahrerinnen, die eine kurze Fahrt von Lake Hawea Village bis Makarora und zurück zusammen unternahmen. Eine von ihnen hatte Probleme mit der Gangschaltung, und natürlich half ich gerne mit meinem Werkzeug aus:

Nach erholsamer und unterhaltsamer Mittagspause schwang ich mich zurück auf mein Rad und weiter ging es Richtung Haast Pass. Unterwegs machte ich an den Blue Pools halt:

Superklares Wasser!

Und dann kam der Haast Pass: da ich bis dahin ja schon ca 80km (und etliche Höhenmeter) hinter mir hatte, war ich entsprechend müde die letzten zwei steilen Kilometer bergauf und dementsprechend dankbar, als ich oben von einer Baustelle für 5 Minuten „aufgehalten“ wurde – Zeit, um unauffällig durchzuschnaufen und mich mit dem Straßenarbeiter, der das Stoppschild hielt, zu unterhalten. Zum Glück ging es die letzten paar Kilometer zum Campingplatz Pleasant Flat dann (fast) nur noch bergab – mit etlichen Wasserfällen unterwegs:

Am Campingplatz angekommen (nach 96km und 1100hm) lernte ich zu meiner Freude drei andere Radreisende kennen, die auch auf dem Weg zur Westcoast waren: Ian und Francis aus Schottland und Asik aus Malaysia. Zusammen verbrachten wir einen netten Abend an der Feuerstelle (gut, um die lästigen Sandflies ein bisschen in Schach zu halten) mit jeder Menge Tee und guter Unterhaltung:

Leider würden sie am nächsten Tag viel später aufbrechen als ich und nur bis Haast Village fahren, das war mir mit 45km zu wenig.

Ich brach am Mittwoch früh um 6.30 Uhr auf und kam schon vor 9.00 Uhr in Haast Village an, es ging, von kleinen Hügeln unterbrochen, hauptsächlich bergab und raus aus den Bergen:

In Haast genehmigte ich mir ein Frühstück und nahm dann die zweite Hälfte meines Tagessolls in Angriff – die Westküste entlang bis zum Lake Paringa. Es ging die ganze Zeit, zum Glück mit sehr wenig Verkehr, den State Highway an sattem, grünen Regenwald entlang.

Unterwegs machte ich am Ship Creek halt, um das Meer auch mal von Nahem zu sehen:

Danach kam das anstrengendste Stück des Tages (natürlich zum Schluss!): es ging steil hinauf zum Knight’s Point, von wo ich dann aber wenigstens einen coolen Blick von der Steilküste hatte:

Danach ging es wieder halbwegs flach am Lake Moeraki vorbei zu meinem Ziel, dem Campingplatz am Lake Paringa.

Lake Moeraki.

Da das Wetter super war und ich doch etwas streng roch, entschloss ich mich, nach dem Zeltaufbau schnell in den See zu hüpfen und mich so zu reinigen – wie auf vielen einfachen Campingplätzen gab es auch hier keine Dusche. Das Wasser war zwar wie erwartet frisch, aber das Sonnenbad danach wärmte mich schnell wieder auf. Während ich faul in der Sonne rum lag (aber verdient, nach 98km und 650hm!), kam ein noch sehr junger Radler, Clemens aus Baden-Württemberg, an. Er war schon ein paar Monate länger in Neuseeland unterwegs, und nachdem wir in gegensätzliche Richtung unterwegs waren, konnten wir Tipps und Erfahrungen austauschen.

Der Donnerstag begann mit leichtem Nieselregen, aber bei warmen Temperaturen und ohne Wind. Nach den beiden langen Radtagen wollte ich heute nur bis Fox Glacier fahren, ca 70km und nicht sonderlich bergig. Nach Fox Glacier würden nämlich zwei sehr steile Berge auf mich warten, darauf hatte ich am Ende des Radtages keine Lust. Außerdem gab es in Fox Glacier ein paar Sachen, die ich mir anschauen wollte. Und so radelte ich los. Obwohl es eine vergleichsweise leichte Etappe war, fiel mir das Radeln heute schwer – ob das am (anfangs) trüben Wetter oder an den beiden anstrengenden Tagen davor lag, keine Ahnung! Auf alle Fälle war ich froh, als ich um 11.30 Uhr in Fox Glacier Village ankam! Dort genehmigte ich mir erstmal einen leckeren Lunch, bevor ich im Hostel eincheckte. Ich hatte mich gegen Zelten entschieden, da für Freitag heftiger Regen angesagt war, und das ist einfacher und gemütlicher indoors zu ertragen. Auch wenn es letzte Nacht nicht geregnet hatte, war mein Zelt (wie fast immer) tropfnass, so dass ich es erstmal zum Trocknen aufging, bevor ich mich wieder auf mein Rad schwang, aber jetzt ohne Gepäck:

Mal wieder tropfnasses Zelt… 🙄

Ich fuhr auf einem wunderschönen Rad-/Fußweg zum Parkplatz des Fox Glaciers und hikte dann die letzten paar Kilometer zum Aussichtspunkt:

So ein Gletscher ist schon faszinierend! Und dieser ging nach der letzten Eiszeit bis zum Meer hinunter! Jetzt endet er auf ca 300m im Regenwald.

Nach der Gletscherbesichtigung radelte ich weiter zum Lake Matheson, wo man, das richtige Wetter vorausgesetzt, tolle Reflektionen der Berge im See sehen kann- dummerweise nicht heute! Trotzdem war der eineinhalbstündige Spaziergang um den See herum nett, der moosbewachsene Wald hier mit hin und wieder Ausblick auf den See, ist faszinierend!

Heute leider keine Reflektion – weder perfekt noch unperfekt… 😢.

Naja, ein bisschen Reflektion hab ich doch gefunden – allerdings nur von den Bäumen, nicht den Bergen 😉.

Für die Biologen unter euch: interessante Spinnennetze.

Als ich dann zurück im Hostel war, duschte ich nur noch und fiel todmüde ins Bett – es waren dann doch wieder 90km Radeln und zusätzlich 3 Stunden Wandern, aber ein superschöner Tag!

Den Freitag verbrachte ich komplett im Hostel auf der Couch in der Lounge – es schüttete, was runter ging! Meine Beine waren dafür wahrscheinlich nicht undankbar 😜.

Morgen, also am Samstag, geht es weiter an der Westküste entlang Richtung Norden, das Wetter soll wieder schön, wenn auch kühler sein. Ich hoffe mal das Beste…

Viele Grüße aus Fox Glacier Village!

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