Unendliche Weiten in den Salinas Grandes

Die Stadt Jujuy hat uns nicht sonderlich gut gefallen, es war irgendwie tot dort, was aber auch an dem kalten, bewölkten Wetter und dem Feiertag gelegen haben könnte. Trotzdem hier ein paar Eindrücke von der Stadt im Norden Argentiniens:

Nach einer eher unruhigen Nacht (wir sind alle drei erkältet), brachen wir morgens von Jujuy auf Richtung Humahuaca im Norden. Auf dem Weg dorthin standen mehrere Sehenswürdigkeiten auf dem Programm: Der Cerro de los Siete Colores, die Salinas Grandes, und nicht zuletzt natürlich wieder traumhafte Landschaft. Außerdem würden wir auf dem Weg zu den Salinas auf über 4000 Höhenmetern sein, wir waren schon gespannt, wie es uns da gehen würde…

Zauberhafte Landschaft auf dem Weg, und der Himmel strahlend blau und unglaublich:

Zuerst ging es ziemlich gemächlich nach oben, immer an einem (fast) ausgetrockneten Fluss entlang.

Der Cerro de los Siete Colores hat uns nicht so wahnsinnig beeindruckt, aber war ganz nett:

Dann ging es steiler bergauf, die Straße wand sich in Serpentinen die Anden hinauf…

… Bis zum höchsten Punkt…

… und oben sah es so aus:

Bevor es dann wieder ein kleines Stückchen (ca 1000hm) nach unten ging:

Jetzt musste erstmal eine Stärkung her, in einem netten, kleinen Restaurant am Straßenrand:

Und dann kam der erste Blick auf die Salinas Grandes:

Dort angekommen, machten wir zuerst eine Führung mit (wieder mit dem Auto, ähnlich wie im Nationalpark), danach ging’s zum vergnüglichen Teil, unserem privaten Fotoshooting- was für ein Spaß! Und der Himmel hier ist einfach unglaublich!!!

Das hätten wir noch Stunden machen können! Aber wir hatten ja dann doch noch einiges an Strecke zu fahren bis nach Humahuaca, nicht zuletzt wieder über den 4000hm-Pass… Auf dem Rückweg sahen wir dann noch ein paar fluffige Tiere:

Kühe und Kälbchen

Alpakas

Guanacos

In Humahuaca angekommen, suchten wir zuerst unser Hostal, entledigten uns unseres Gepäcks und erkundeten dann das Dorf. Es gefiel uns wesentlich besser als Jujuy! Auf ca 2800m gelegen, mit lauter netten kleinen Gässchen mit Kopfsteinpflaster und vielen kleinen Geschäften, Restaurants und Hostels. Hier ein Blick auf das Dorf:

Morgen geht es wieder zurück nach Salta und am Donnerstag mit dem Flugzeug nach Buenos Aires.

Viele Grüße aus Humahuaca!

Weinprobe, die zweite! 🍷🤪

Heute war der erste Tag in Argentinien, an dem das Wetter nicht traumhaft war: bewölkt, kalt bei nur 8 Grad mit eisigem Wind, es hat sich also viel kälter angefühlt, so dass wir den größten Teil des Tages gefroren haben.

Unser Programm heute bestand aus Weinbergbesichtigung, Weinprobe und abends Essen mit den Weingutbesitzern. Um 10.00 Uhr wurden wir von Oswaldo, einem der Besitzer der Bodega Domingo Molina, mit seinem geländegängigen Auto abgeholt. Das war wichtig, denn es ging auf sehr kleinen, schlechten Straßen, über Stock und Stein, durch ausgetrocknete Flußbetten und manchmal auch querfeldein durch die wunderschöne Natur Richtung Weinberg.

Der Wein wächst hier auf 2200m auf Sandboden, und ist idyllisch eingebettet in noch höhere Berge:

Oswaldo erklärte ganz viel zum Anbau, zu den verschiedenen Pflanzen und dazu, wie man mit ihnen umgehen muss. Für die Weinkenner unter euch: Das Weingut Domingo Molina baut folgende Weine an: Malbec, Cabernet Sauvignon, Petite Merlot, Tannat, Torrontes.

Das Weingut hat 8 Angestellte mit ihren Familien, und es gibt für die Kinder eine eigene Grundschule mit im Moment 15 Schülern, die von Dienstag bis Donnerstag (also nur 3 Tage pro Woche) beschult werden. Für sie wäre die nächste Schule sonst 30km weit weg, und es gibt in solchen Gegenden keinen Bus, weil die Straßen viel zu schlecht sind. Nach der Grundschule ist für die ärmere Bevölkerung dann häufig Schluss mit Schule, weil die nächste Schule zu weit weg ist. So sieht die Minischule aus:

Auf dem Rückweg zeigte uns Oswaldo noch ein paar alte Felsmalereien der Indios, die auch auf seinen Flaschenetiketten zu sehen sind:

Zurück im Hotel gabs Mittagessen und erstmal wieder ein bisschen aufwärmen, bevor wir in das Städtchen Cafayate zurückfuhren, um Proviant für die morgige Fahrt einzukaufen und das Wein-Eis zu probieren – war superlecker, nur die Temperaturen passten nicht so dazu… Ein paar Eindrücke von Cafayate:

Der nächste Programmpunkt war die Besichtigung der Bodega Domingo Molina inklusive Weinprobe. Es ist ein kleiner Familienbetrieb, der vom Vater gegründet wurde und inzwischen von seinen drei Söhnen Oswaldo, Rafael und Gabriel geführt wird, also alles ganz klein und übersichtlich.

Zuerst probierten wir verschiedene Weine aus den Tanks, die noch nicht ganz fertig waren.

Danach bekamen wir auch einige „Endprodukte“, die sehr lecker waren!

Während Rafael, Walter und ein anderer Mitarbeiter der Bodega nach dem Probieren den Wein immer gleich wieder ausspuckten, brachten Elli und ich es nicht übers Herz, den guten Wein so zu verschwenden – dementsprechend „gut gelaunt“ verließen wir dann auch das Weingut. 🤪

Nebenan war ein Kaktusgarten, der liebevoll von einer Frau gepflanzt und gepflegt war, die uns gleich ganz herzlich empfing und uns unter wortreichen Erklärungen ihre Schätze zeigte, das war sehr beeindruckend!

Abends trafen wir uns wieder mit Oswaldo und seiner Familie, also Frau und drei Kindern zum Essen im Restaurant „El Rancho“, wo wir uns bei interessanten Tischgesprächen (soweit ich sie verstanden habe 😜) die Empanadas und Locro, ein typisch argentinischer Eintopf mit Bohnen, Kartoffeln und Fleisch, schmecken ließen.

Das war wieder ein toller Tag, den man so als Tourist nie hätte! Trotzdem war ich froh, als wir wieder im Hotel waren, da es wirklich anstrengend war, den ganzen Tag zu versuchen, möglichst alles zu verstehen, was so gesprochen und erklärt wird – mein Spanisch ist da echt noch mehr als ausbaufähig!!!

Morgen geht es über Salta nach Jujuy (ich finde den Namen schon sehr lustig, klingt so ein bisschen nach „Hui“) bin mal auf die Stadt gespannt. 😊

Viele Grüße ein letztes Mal aus Cafayate!

Atemberaubende Fahrt nach Cafayate

Sobald wir genug von der Aussicht über Salta hatten, stiegen wir wieder in unseren Leihwagen und fuhren Richtung Cafayate, unser heutiges Ziel. Unterwegs gab es einiges zu sehen, zum Beispiel einen Mini-Karnevalszug:

Mittags hielten wir in einem hübschen und erstaunlich sauberen Dorf (ansonsten ist es hier ziemlich dreckig, jeder schmeißt seinen Abfall einfach in die Pampa), um uns zu stärken. Hier ein paar Eindrücke:

Und dann fing die Fahrt erst richtig an, wir kamen in die Berge. Unglaublich schön! Ich glaube ich habe 300 Fotos gemacht, hinter jeder Kurve war wieder eine komplett neue Landschaft, eine noch schönere Aussicht! Einfach traumhaft, aber seht selbst. Hier nur eine winzige Auswahl:

Nachmittags um 17.00 Uhr erreichten wir Cafayate und unsere Unterkunft – ein Mega-Luxus-Resort etwas außerhalb mitten in den Bergen in den Weinfeldern. Der Hammer!!! Nachdem ich die nächsten Wochen in Hostels verbringen werde, werde ich die zwei Nächte, die wir hier verbringen, ordentlich genießen 😝

Jetzt trinken wir noch ein Fläschchen Wein, morgen geht es zum nächsten Weingut – Walter arbeitet, Elli und ich trinken Wein, das nennt man Arbeitsteilung 🤪😂

Viele Grüße aus Cafayate!

Salta

Nach einem langen, aber entspannten Reisetag – mit dem Auto von San Juan nach Mendoza, von dort mit Flugzeug über Zwischenstopp in Córdoba nach Salta – kamen wir abends um 19.30 Uhr in unserem Hotel in Salta an. Wir machten uns kurz frisch und dann ging es auf Stadterkundung.

Da Freitag Abend war, war jede Menge los auf den Straßen. In der Fußgängerzone war sogar Flohmarkt, auf dem es hauptsächlich Spielzeug gab, weil am Sonntag „día del niño“ (Tag des Kindes) ist. Auf Empfehlung des Hotels gingen wir dann in ein wirklich richtig gutes Restaurant mit tollem Ambiente. Das gesamte Essen und zwei Flaschen Wein kosteten uns umgerechnet nur 37 €, und das Essen war fantastisch!

Danach ging’s zurück ins Hotel und ab in die Falle. Am nächsten Morgen wollten wir, bevor wir Richtung Cafayate aufbrechen wollten, auf den Cerro San Bernardo, um einen schönen Blick über Salta zu haben. Dort geht auch eine Seilbahn hoch, und viele Leute benutzen den Weg hinauf für Sport – Gehen, Jogging, Radfahren war alles geboten. Wir waren faul und nahmen das Auto 🚗😜

Danach ging’s auf atemberaubende Fahrt nach Cafayate, aber das findet ihr im nächsten Blogeintrag 😊

Mondlandschaft 🌜

Gut erholt nach der langen Autofahrt gestern stiegen wir für weitere 1,5 Stunden ins Auto und fuhren zum Nationalpark Ischigualasto. Es ist unglaublich, wie riesig Argentinien ist! Man fährt stundenlang auf einer kerzengraden Straße, ohne auch nur irgendein Haus oder Dorf, geschweige denn einen Menschen zu sehen! Dummerweise gilt das auch für Tankstellen, aber dazu später mehr… 😉

Unendliche Weiten…

… und, wie man sieht, geniales Wetter!

Hier ist so wenig Verkehr, dass man sich bequem auf die Straße legen kann:

Aber für Suizidversuche braucht man ziemlich viel Geduld – Walter hat dann irgendwann aufgegeben, außer Sonnenbrand ist hier nichts zu wollen 😂

Unglaublich faszinierende Landschaft unterwegs, hier mal ein „Fluss“, sonst ist es staubtrocken:

Das Einzige, was hier gut wächst, sind Kakteen:

Und dann erreichten wir schließlich den Nationalpark, nur um festzustellen, dass wir, um wieder zurückzukommen, unbedingt tanken mussten. Da die geführte Tour immer nur zur vollen Stunde begann, beschlossen wir deshalb, erstmal im 30km entfernten Dorf zu tanken – da gäbe es laut Ticketverkäufer im Park jemanden, der Sprit Kanisterweise verkauft. Und so tankt man dann auf argentinisch:

Wir packten die Gelegenheit gleich beim Schopfe und bestellten uns Empanadas zum Mittagessen, und während diese frisch zubereitet wurden, schauten wir uns das Dorf ein wenig an. Es hatte irgendwie was von wildem Westen:

Mit unseren Empanadas im Gepäck / in der Hand ging’s wieder Richtung Nationalpark.

Die Tour dort sollte drei Stunden dauern und lief folgendermaßen ab: ein Ranger fuhr im ersten Auto mit, führte die Tour und ließ an sehenswerten Stellen anhalten und erklärte etwas zur Entstehungsgeschichte – auf Spanisch natürlich. Die anderen Leute fuhren in Kolonne hinter dem ersten Wagen her. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass dafür mein Spanisch nicht ausreichte, aber ich bekam von Walter danach immer die Kurzversion nochmal auf Deutsch 😊

Die Landschaft war atemberaubend, wirklich unglaublich! Es hatte tatsächlich was von Mondlandschaft. Leider kommt das auf den Bildern nicht immer so wirklich raus, aber ich hoffe, ihr bekommt trotzdem einen guten Eindruck:

Tiere gabs hier auch, aber die waren echt schwierig zu erwischen mit der Kamera! Eine Art Lama, ein Guanaco:

Auch Argentiniens Nationalvogel, der Condor, ließ sich blicken – aber nicht gut fotografieren… 😕

Der einzige, der still gehalten hat, war der hier:

Fragt mich nicht, was für ein Dinosaurier das war, keine Ahnung – mein Neffe wüsste es bestimmt! ☺️

Zum Abschluss der Tour konnte man sich das Museum über die Dinosaurier und die Ausgrabungen hier anschauen, das war sehr sehenswert, obwohl es ziemlich klein war. Da die Tour doch ziemlich anstrengend war, gönnten wir uns in der Cafeteria noch einen Snack inklusive Kaffee, bevor es zurück ging Richtung Mendoza. Das Tankstellenproblem hatte ich ja schon erwähnt, und trotz unserem „Zwischentanken“ wurde es mächtig knapp – buchstäblich mit dem letzten Schluck Benzin sprotzten wir in die Tankstelle in San Juan ein, Walter hatte bis dahin Blut und Wasser geschwitzt, ob wir es tatsächlich noch schaffen, aber Ende gut alles gut. Ein perfekter Tag mit einem spannenden Ende…

Die Nacht verbringen wir in San Juan, bevor wir morgen zum Flughafen Mendoza fahren, das Auto abgeben und nach Salta weiterfliegen.

Viele Grüße aus San Juan!

Weinprobe 🍷🤪

Heute stand noch ein wenig Stadtbesichtigung (bzw. eher Parkbesichtigung) und danach Weinprobe an – für Elli und mich Vergnügen, für Walter Arbeit. Zu allererst holten wir unseren Leihwagen ab, mit dem wir die nächsten drei Tage rumkurven werden:

Danach ging’s zum Parque San Martin und hinauf auf den Cerro de la Gloria.

Die Argentinier stehen auch auf große Monumente, ähnlich wie die Kubaner:

Ein Dreier-Selfie darf da natürlich nicht fehlen 😜

Was machen die beiden da nur???

Solche Schrottkisten fahren hier rum – und nach einiger Anschiebhilfe ist er tatsächlich auch gefahren! 😂

Ausblicke über Mendoza

Am Fuße des Berges verführte uns dann diese Plakette mit der Frau mit der goldenen Brust zu ein paar Schmarrnfotos 😜

Und dann ging’s auf zum Weingut. Dort angekommen, wurden wir erstmal durch den Betrieb geführt und durften schonmal direkt aus den Weintanks probieren:

Dann wurden noch ein paar Werbefotos geschossen…

… bevor es zur richtigen Weinverkostung in stilvollem Rahmen und mit Pizza und Empanadas ging:

Satt, angetrunken (nur Elli und ich, Walter musste ja fahren) und zufrieden ging’s nun auf eine laaaaange Fahrt nach San José de Jáchal, damit wir morgen Vormittag gleich zum Nationalpark weiter können. Völlig müde und geschafft fielen wir so um 23.30 Uhr in die Betten, ohne auch nur einen Gedanken an Abendessen zu verschwenden.

Viele Grüße aus San José de Jáchal!

Traumhafte Busfahrt

Hallo aus Mendoza! Nach relativ ereignislosen zwei Reisetagen, Sonntag mit Fähre und Bus von Ilha Grande zurück nach Rio und gestern per Flug von Rio nach Santiago de Chile, traf ich mich Montag Abend am Flughafen Santiago mit Walter und Elli. Eine Nacht verbrachten wir in Santiago, bevor es am Dienstag um 7.30 Uhr mit dem Bus über die Anden nach Mendoza/Argentinien ging. Und was war das für eine traumhafte Fahrt!!! Aber seht selbst:

Wir drei in unserem mega-komfortablen Bus – wir hatten die besten Plätze, ganz vorne im 1. Stock 😃

Frühstück

Die ersten Sonnenstrahlen

Wenn der Tunnel gesperrt ist, gehts auch mal nebendran vorbei 😊

Auf chilenischer Seite schlängelt sich die Straße in knapp 30 Kurven nach oben.

Video von der Fahrt nach oben

Winter in den Anden – wir haben auch Skifahrer gesehen.

Baustelle

Grenze

In Mendoza angekommen, haben wir erstmal im Hotel eingecheckt, uns umgezogen und ich konnte einen ganzen Sack dreckige Wäsche in die Wäscherei abgeben – zum Spottpreis von wahrscheinlich um die 35€… was tut man nicht alles für saubere, gut riechende Wäsche 😝. Zum Glück wasche ich sonst per Hand…

Danach ging’s ein bisschen in die Stadt Mendoza, hier ein paar Eindrücke:

Kleine Stärkung: Café con leche + Churros dulce de leche

Morgen gehts Leihwagen holen und zu einem Weingut 😊. Wir gehen jetzt erstmal was essen, Walter ist schon ganz scharf auf seine halbe tote Kuh 🐄.

Viele Grüße aus Mendoza! 🇦🇷

Nachtrag: Fotos Kanufahren + Night Hike

Hab gerade eben noch Fotos von den fünf Spaniern aus Barcelona geschickt kriegt von der Kanutour und dem Night Hike, die will ich euch natürlich nicht vorenthalten 😉

Kanufahren bei Sauwetter! Hat trotzdem Mega-Spaß gemacht!

Night Hike: die Spanier waren echt eine sehr nette Truppe 😊

Was für eine Aussicht!!!

Wie ihr euch vom Titel her schon denken könnt, hat es heute geklappt mit der Bergtour zum Pico do Papagaio, und das gleich in zweierlei Hinsicht: erstens war das Wetter traumhaft, und zweitens hab ich’s heut auch nach ganz oben geschafft, und zwar völlig problemlos! 😊💪🏻

So um 6.30/7.00 Uhr, kurz nachdem es hell wurde, bin ich los. Ich hatte ordentlich Respekt vor dieser Tour (wenn nicht sogar Angst davor, wieder zu versagen), mir war es am Mittwoch beintechnisch so schlecht gegangen, dass ich dachte die Tour muss superschwer sein, wenn’s bei mir so gar nicht geht. Und ich hatte inzwischen keine Ahnung mehr, ob das wirklich von dem Bergjogging am Vortag war oder ich einfach tatsächlich völlig unfit bin. Umso schöner war es dann, als ich sehr schnell merkte, dass die Tour völlig problemlos machbar war – es war, als hätte ich ein paar komplett neue Beine! Und so konnte ich die Tour durch den Wald, über jede Menge Wurzeln und Steine, über einen Fluss und mit einigen sehr steilen Passagen, an denen man die Hände zum Klettern mitbenutzen musste, richtig genießen! Schon der Weg an den Gipfel war traumhaft!

Der Einstieg zum Trail.

Oben hab ich erstmal nicht den Weg auf den Felsen rauf gefunden und war nur am Fuß des Papagaio. War zwar auch nett, aber ich wollte schon ganz hoch!

Mal wieder ein Selfie-Versuch 😜

Kakteen am Fuß des Papagaio.

Also bin ich wieder zurück und hab dann auch den Einstieg in den Weg auf den Gipfel, also den Papageienkopf, gefunden. Oben war es traumhaft! Die Sonne schien, es ging kaum Wind und deshalb war es auch schön warm, ich hatte eine beeindruckende Aussicht und ich hatte den Berg ganz für mich allein! Dieses Gefühl kenn ich von den Bergtouren daheim so gar nicht 😜

Yayy, noch ein Selfie von mir, wo ich auf dem Grad sitze. Da ging’s ganz schön tief runter – sieht man hier gar nicht so 😊

Links sieht man Abraão, rechts oben der schöne Strand ist Lopez Mendes, zu dem ich es jetzt leider gar nicht geschafft hab 😕

Hab bestimmt eine Stunde lang den Blick genossen, bevor ich mich an den Abstieg gemacht hab. Nachdem der Trail meist ziemlich steil verläuft, war auch der Rückweg bergab nicht ganz unanstrengend. Unterwegs kamen mir jetzt tatsächlich ein paar Leute entgegen, unter anderem 5 Brasilianer, die mit einer Schnappsflasche in der Hand auf dem Weg nach oben waren. Die Flasche war fast leer, die Jungs dafür umso voller. 😂🥃

Um 13.00 Uhr war ich dann zurück im Dorf, d.h. insgesamt bin ich wohl so 5 Std gewandert (ohne Pause oben), das war ein ganz sportliches Tempo, v.a. weil ich mich einmal noch verlaufen hab und erst nach einer Viertelstunde einsehen wollte, dass das jetzt nicht mehr der Trail ist – ich hasse umdrehen!

Bin nach Hause, hab mich schnell umgezogen und bin dann gleich weiter an den Strand – dachte ich zumindest. Aber Überraschung: der Strand war weg! Das Meer war bis an die Häuser hoch gestiegen, die ganzen Tische und Stühle der Strandbars standen im Wasser! Sah sehr lustig aus! Ich bin trotzdem noch nach Praia Julia gelaufen, wollte meine Muskulatur im Wasser entspannen (obwohls ihr überraschenderweise gar nicht schlecht ging).

Praia Julia: eigentlich ist das hier alles normal Strand. 😄

Nach dem Planschen hab ich auf dem Rückweg noch drei Argentinier und eine Deutsche (aus München!) getroffen und wir haben ein Stündchen gequatscht in drei verschiedenen Sprachen.

Da heute mein letzter Abend auf der Insel ist, hab ich mit Martin und Thomas ausgemacht, dass wir nachher noch zusammen weggehen. Die beiden sind echt coole Typen, hatte jede Menge Spaß mit ihnen diese Woche. Morgen gehts dann mit der Fähre wieder nach Angra dos Reis, von dort mit dem Bus nach Rio. Am Montag geht mein Flieger nach Santiago de Chile, wo ich mich mit Walter und Elli treffe. Dann gibts drei Wochen Berichte und Bilder aus Argentinien, freu mich schon sehr!

Viele Grüße ein letztes Mal von der Ilha Grande! Werde sie schon ein bisschen vermissen, war sehr schön hier…

Back to the cold weather :-(

Nach dem wunderschönen, warmen Tag gestern waren heute wieder 18-20 Grad bei dicker Bewölkung geboten, und irgendwie hab ich den ganzen Tag gefroren, außer wenn ich mich bewegt hab. Da morgen schon mein letzter Tag auf der Insel ist, ist morgen der zweite Versuch Pico de Papagaio angesagt, diesmal am Tag und alleine. Ich will da unbedingt oben stehen und den genialen Rundumblick haben! Drückt mal die Daumen, dass das klappt und der Berg nicht den ganzen Tag in Wolken gehüllt ist wie heute… dann bekommt ihr auch coole Fotos zu sehen, versprochen! 😃👍🏻

Heute wollte ich mich deshalb nicht groß verausgaben, zumal meine Beine immer noch etwas schwer sind von dem Doppelhike am Dienstag/Mittwoch Nacht. Also machte ich einen netten Spaziergang auf einem Rundweg direkt bei Abraão, und noch so ein bisschen kreuz und quer durch die Natur. Das beste war das Klettern über die Steine einen kleinen Fluss hoch! Hier ein paar Fotos davon:

Es ging auch mal hoch auf einen Felsblock, allerdings war die Aussicht nur grün:

Und der nächste Selfie-Versuch, zu meiner Verteidigung: mit Kamera, nicht mit Handy, und verschwitzt wie immer beim Sport 😜

Was man hier so alles im Wald findet… ein altes Aquädukt zum Beispiel:

Und wieder ein paar Bilder aus der Flora: sobald ein Baum(-Teil) stirbt, machen diese leuchtend-roten Pilze sich das zu Nutze:

Jackfruit trees gibts hier ganz viele:

Und ein trüber Ausblick aufs Meer darf natürlich auch nicht fehlen:

Heut hab ich mal „gekocht“ in meiner Outdoor-Veranda-Küche:

Da ich für morgen jede Menge Power brauchen kann, mussten es heute Nudeln sein. Dummerweise gibts die nur in 500gr-Packungen, und die krieg ich niemals aufgefuttert, also gabs Instantfutter – aber immerhin mit frischer Avocado 🥑 😜

Noch eine unangenehme Nebenwirkung des kühlen und feuchten Wetters: meine Klamotten brauchen eeeewig zum Trocknen! Ich hoffe sehr, dass es im Hostel in Rio am Sonntag eine Wasch- und Trockengelegenheit gibt, so langsam gehen mir die sauberen Klamotten aus… Sonst müssen mich Walter und Elli ab Montag stinkend ertragen 😝

Also morgen Daumendrücken für freie Sicht und schönes Wetter 👍🏻👍🏻👍🏻

Viele Grüße von der frierenden Susi