Erster Versuch mit der GoPro

Natürlich habe ich die erste Radtour gleich dazu genutzt, meine neue GoPro auszuprobieren. Es ist noch jede Menge Luft nach oben (ich darf nicht so viel in der Gegend rumgucken), aber man bekommt schon einen Eindruck von der Summit Road, oder?

Erste Radtour in Neuseeland: Godley Head 🚵🏻‍♀️

Hallo Leute, morgen gehts los mit meiner Neuseeland-Rundfahrt! Freu mich riesig darauf, und bin gespannt, wie es ist, mit so viel Gepäck rumzufahren… bisher hatte ich immer nur die zwei Gepäcktaschen hinten, jetzt sind noch zwei kleine Taschen vorne und ein Sack mit Campingzeug für den Gepäckträger dazu gekommen…

Da ich die letzten 4 Monate gar nicht Fahrrad gefahren bin (ich war in Südamerika ja backpacken), wollte ich vor meiner großen Tour eine Tagestour ohne Gepäck machen. Den Mittwoch habe ich noch zum Einkaufen gebraucht, außerdem habe ich mir die Transitional Cathedral angeschaut, auch „Cardboard Cathedral“ genannt, weil sie zum großen Teil aus Pappkarton gemacht ist:

Danach besuchte ich das Museum „Quake City“, das sich mit den schlimmen Erdbeben 2010 und 2011 befasst.

Das Museum war ganz nett, aber es gab wahnsinnig viel zu lesen, was es dann schon irgendwann mühsam machte. Was mich jedoch sehr berührt hat, war eine neuseeländische Mutter mit ihren beiden kleinen Söhnen, die das Erdbeben noch nicht miterlebt hatten. Sie wollte ihnen zeigen, wie das damals war. Ein Teil der Ausstellung war ein Film mit Interviews mit Leuten, die live dabei waren. Während diese Leute über ihre Erfahrungen sprachen, schauten die beiden Jungs gebannt zu und ihre Mutter wischte sich immer wieder verstohlen Tränen aus den Augen, weil ihr das immer noch so nahe ging. Herzzerreißend! Ansonsten muss man das Museum jetzt nicht unbedingt gesehen haben… aber ich bin auch nicht so der Museumsmensch 😜. Aber was soll man bei dem nassen und kalten Wetter auch sonst machen?!

Außerdem finde ich es faszinierend, wie die Menschen hier mit diesem Unglück umgehen. Die Innenstadt wurde 2011 zum großen Teil zerstört, und es starben knapp 200 Menschen. Viele mussten ihre Häuser verlassen, weil diese entweder kaputt waren oder in der sogenannten „Red Zone“, der gefährdeten Zone waren. Und trotzdem (oder gerade deswegen?) herrscht hier ein unglaublicher Optimismus und eine mitreißende Aufbruchstimmung. Es gibt immer noch viele Baustellen und leere Plätze, die jedoch durch sogenannte „gap filler“ zum Leben erweckt werden. Das kann alles sein, vom Freiluftkino über alternative Cafés mit Paletten als Sitzgelegenheiten zu selbstgebastelten Bowlingbahnen – Hauptsache die Bevölkerung macht mit. Wen das näher interessiert, der kann sich mal die Website anschauen: https://gapfiller.org.nz/. Christchurch ist echt sehenswert!

Am Donnerstag wurde das Wetter (zunächst) etwas besser, und ich beschloss, mein Radl (und mich) mal ein bisschen einzufahren. Ich fuhr erstmal am River Avon entlang nach New Brighton ans Meer, alles schön flach:

Am Wegesrand gibt es immer wieder Schautafeln mit Infos zu den Auswirkungen des Erdbebens. Hier ein Teil einer Brücke, die völlig zerstört wurde:

In New Brighton angekommen, fuhr ich weiter, die Bucht entlang durch Sumpflandschaft, mit Blick auf die Port Hills, meinem nächsten Ziel:

Da ich ja eigentlich geplant hatte, morgen meine große Radreise zu beginnen, wollte ich mich nicht komplett verausgaben und den Berg hochradeln, sondern gemütlich die Gondel nehmen:

Pustekuchen – Fahrräder waren da leider nicht erlaubt! Was soll’s, dachte ich, dann radl ich halt doch hoch, so schlimm kann’s ja nicht sein… Direkt neben der Gondelstation begann der „Bridle Path“, ein Track für Fußgänger und Mountainbiker, der zur Summit Road hinaufführt und dann auf der anderen Seite wieder hinunter nach Lyttelton.

Was soll ich sagen – es war steil! Sowas war ich nicht gewohnt, zumindest nicht mit dem Fahrrad 😜.

Aber aufgeben geht ja gar nicht! Also kämpfte ich mich tapfer den Berg rauf und wurde oben, nach 500 Höhenmetern, mit einem tollen Blick über Christchurch und auf der anderen Seite Lyttelton belohnt:

Christchurch in der Ferne und Vororte im Vordergrund.

Lyttelton, das hauptsächlich aus Hafen besteht.

Panorama Richtung Süden, von der Summit Road aus.

Völlig verschwitzt, aber oben angekommen 😃.

Leider zog es immer mehr zu, so dass ich bald nur noch wenig Aussicht hatte. Ich beschloss, die Summit Road, die an einem Kraterrand entlang läuft, nach Osten bis zu ihrem Ende in Godley Head zu fahren. Mit besserer Sicht wäre das natürlich noch schöner gewesen, aber ich hab es trotzdem genossen. Hier ein paar Eindrücke:

Von Godley Head ging es runter zur Küste und durch ein paar Vororte zurück nach Christchurch, insgesamt ca 70 km weit bei 620 Höhenmetern. Wirklich eine tolle Tour, bei Sonnenschein garantiert noch schöner…

Zurück im Hostel war ich dann doch ziemlich k.o. und beschloss, erst am Samstag loszufahren, auch, weil ich noch ein paar Kleinigkeiten am Fahrrad machen musste. So hatte ich den heutigen Freitag zum Chillen, Wäsche waschen, bissl am Rad rumschrauben und nochmal Bett und warme Dusche genießen 🛌🚿😊.

Morgen geht es los Richtung Akaroa, und dann werde ich sicher häufiger zelten, ohne warme Dusche… Aber ab morgen soll das Wetter besser werden! Ich hoffe, ich finde zwischendurch immer mal wieder WLAN, um euch zu schreiben, aber eventuell wird das nicht mehr ganz so regelmäßig sein… Wünsch euch schonmal ein schönes Wochenende!

Viele Grüße zum letzten Mal aus Christchurch!

Neuseeland – ein Traum wird wahr! Ankunft in Christchurch

Nach 25 Stunden Flug mit Zwischenstopp in Singapur kam ich am Montag Vormittag am Flughafen Christchurch an. Der Flug von Singapur nach Christchurch war sehr kurzweilig, da mein Sitznachbar, ein Sportreporter und ehemaliger (Nationalmannschafts-)Marathonläufer, sehr unterhaltsam war. Wir quatschten den größten Teil des Fluges über Sport, Neuseeland und alles mögliche andere, und er lud mich sogar zu sich nach Hause in die Nähe von Queenstown ein. Außerdem bot er mir an, mich zu einem Rugbyspiel mitzunehmen, das er kommentiert, so cool! Ich hoffe, das klappt 😊.

Am Flughafen angekommen, kam ich ohne Probleme durch Zoll und Immigration (ich hatte ein bisschen Angst wegen meines Fahrrads, weil man das nicht klinisch rein kriegt und das laut Internet bei der Einreise Probleme geben kann) und machte mich in der Eingangshalle gleich daran, mein Rad wieder zusammen zu bauen, die Taschen auszupacken und alles ans Rad zu montieren.

Mein abfahrbereites Radl am Flughafen – noch ohne Lowrider-Gepäcktaschen.

Dann ging es die 12 km nach Christchurch hinein und zum Hostel. An den Linksverkehr muss ich mich erstmal wieder gewöhnen… Schön ist, dass es hier sehr viele, gut gekennzeichnete Radwege gibt:

Nach dem Einchecken im Hostel machte ich mich zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt, um etwas einzukaufen und die Stadt ein bisschen kennen zu lernen. Ich war zwar todmüde, wollte mich aber um 13.00 Uhr dann doch noch nicht hinlegen. Christchurch hat sehr viele Grünflächen und Parks und nur wenige Hochhäuser, was mehr den Eindruck einer Kleinstadt vermittelt statt den der drittgrößten Stadt in Neuseeland mit 340.000 Einwohnern.

Floral Clock.

River Avon, der sich durch die Stadt schlängelt.

James Cook Statue am Victoria Square.

Wie man an den Bilder sehen kann, ist das Wetter in Christchurch im Moment nicht so besonders, bewölkt mit ab und zu Regen bei nur 13-16 Grad… Ab Freitag soll es besser und wärmer werden…

Neben den Parks fallen vor allem die vielen neuen Gebäude und die Baustellen auf. 2011 und 2014 wurde ein großer Teil der Innenstadt durch heftige Erdbeben zerstört, so dass sich die Stadt noch mitten im Wiederaufbau befindet. Hier ein paar Eindrücke:

Christchurch Cathedral, nach dem Erdbeben 2014 nur noch eine Ruine, die jetzt aber wieder aufgebaut werden soll.

Baustelle Convention Center, eine von vielen in der Stadt.

Das Kunstwerk „Chalice“ am Cathedral Square (mit Baustelle im Hintergrund).

Gebäude am Cathedral Square.

Bridge of Remembrance.

Clock Tower.

Historisches Gebäude.

Neue Einkaufszentren in der Innenstadt.

Weihnachtsstimmung in der Fußgängerzone, alles ganz neu gebaut.

Modernes Gebäude des Busbahnhofs.

Christchurch Art Gallery.

Nach dem Stadtbummel bin ich früh ins Bett und hab 12 Stunden geschlafen – ich war wohl wirklich müde 😊.

Da mein Hostel kein Frühstück anbietet, entschied ich mich dafür, heute mal ganz dekadent frühstücken zu gehen, statt einzukaufen und im Hostel zu essen. Ich fand ein nettes Café ganz in der Nähe und ließ es mir richtig gut gehen: Triple Chocolate Muffin, Blackforest Chocolate Fudge und Riesen-Cappuccino – geschätzte 15.000 Kalorien… und danach war mir erstmal schlecht! 🙄

Mein Frühstück, zusammen mit der aktuellen Tageszeitung.

Weil das Frühstück so reichhaltig gewesen war, war ich froh, dass ich mit dem Radl unterwegs war, so konnte ich gleich wenigstens ein paar der gerade reingeschaufelten Kalorien verbrennen. Heute stand Shopping auf dem Programm, und wer mich kennt, weiß, dass ich shoppen hasse! Aber da ich wegen der begrenzten Gepäckmenge auf dem Flug nur wenig mitnehmen konnte, musste ich vieles hier besorgen. So klapperte ich einige Outdoor-, Fahrrad-, Sportgeschäfte und Supermärkte ab und besorgte, was ich in den nächsten Wochen brauchen würde, z.B Campingkocher, Topf, Fahrradflasche, Gewürze, usw. Bin mal gespannt, wie ich das alles auf meinem Fahrrad unterbringe…

Nach erfolgreicher shopping spree fuhr ich durch den kalten Nieselregen zurück zum Hostel – ich hoffe wirklich, dass das Wetter bald besser (und v.a. wärmer) wird! Morgen steht Sightseeing auf dem Programm, bisher bin ich ja nur völlig planlos durch Christchurch gefahren.

Viele Grüße aus Christchurch!

Heimaturlaub

Nach dreitägiger Heimreise kam ich Mittwoch Abend in München an und machte mich vom Flughafen per S-Bahn auf den Weg zu Sandra, bei der ich bis zu meiner Weiterreise am Samstag wohnen durfte. Dort erwartete mich eine Überraschung: Sandra hatte ein paar Freunde zum Pizzaessen eingeladen!! Was für ein cooles Heimkommen nach vier Monaten! Natürlich gab es viel zu erzählen – ich von meiner Reise, die anderen von Schule und allem, was ich sonst so verpasst habe. Hab den Abend sehr genossen nach der langen Zeit ohne meine Freunde 😊.

Lustige Mädelrunde: Sandra, Nadine, Moni, Tanja (nur oben), Bettina, ich, Laura.

Am Donnerstag Vormittag stand erstmal Wäschewaschen, Einkaufen (leckeres deutsches Brot und Käse!!!) und Frühstück auf dem Programm, bevor ich mich zu meiner Wohnung (bzw. eher meinem Keller, wo ich mein ganzes Zeug verstaut habe), aufmachte, um schonmal mit Packen für Neuseeland anzufangen. Danach traf ich mich mit Moni, Bettina und Sandra auf dem Haidhauser Weihnachtsmarkt – ich wollte unbedingt Glühwein trinken und wenigstens ein bisschen Weihnachtsfeeling haben, bevor ich weiter reise.

Danach war ich für zwei Stündchen bei Steffi und Patrick, meinen Vermietern, und erfuhr das Neueste über ihre geplante Hochzeit und meine Untermieter. Zurück bei Sandra zelebrierten wir nach dem Abendessen das „Unboxing“ meines neuen Handys und der GoPro, und dank Michis Technikverstand brachten wir beides sogar erfolgreich zum laufen.

Auch der Freitag war komplett verplant (aber wie sollte es auch anders sein, wenn man nur drei Tage daheim ist): morgens stand ein Friseurtermin an, nachmittags kam Kati für einen kurzen Besuch extra aus dem Allgäu angereist, hab mich soooo darüber gefreut! Auch mit ihr gab es einiges an Geschichten auszutauschen. Abends radelte ich mit Sandra zu Evi, die ihre alljährliche Schrottwichtelparty extra auf diesen Freitag gelegt hatte, damit ich dabei sein konnte. Die Wiedersehensfreude war auf beiden Seiten groß, und wir verbrachten einen superschönen Abend zusammen mit leckerem Essen und Trinken, absonderlichen Schrottwichtel-Geschenken und jeder Menge guter Laune. Hier ein paar Eindrücke:

Unser Buffet.

Ich beim Geschenkauspacken, Stefan schmunzelt im Hintergrund über das „gelungene“ Schrottgeschenk.

Laura mit ihrem Geschenk, daneben Sandra und Tibor, dem vor lauter Lachen schon die Tränen kamen 😂.

Anja, Saskia, Christian, Claudi und Steffi beim gespannten Beobachten der Geschenke-Auspack-Orgie.

Evi und der Leuchtepulli.

Samstagmorgen besuchte ich Lena und ihr ganz „frisches“ Baby Maxi, und gemeinsam genossen wir ein leckeres Frühstück (gute deutsche Semmeln, Maxi bekam Milch) und den Austausch der Neuigkeiten.

Danach radelte ich zu meiner Wohnung und packte meine Sachen für Neuseeland fertig. Da ich den Radlkarton erst passend zuschneiden musste, dauerte das eine ganze Weile. Hier das Ergebnis:

Um 18.00 Uhr fuhren Sandra und Michi mich zum Flughafen, wo es nach einigen kleineren Schwierigkeiten (Fahrrad nicht als Sperrgepäck angemeldet, Gepäck zu schwer, fehlendes Rückflugticket) doch zu einem „Happy End“ kam, nachdem ich noch schnell online ein Flugticket für die Weiterreise aus Neuseeland raus buchte – was für ein Chaos! Und so saß ich um 22.15 Uhr glücklich (weil alle Gepäck- und Einreiseprobleme gelöst waren) und gleichzeitig etwas traurig (ich HASSE Abschied) im Flugzeug von München über Singapur nach Christchurch, wo ich Montag Vormittag ohne Zwischenfälle wohlbehalten ankam.

Viele Grüße aus Christchurch / Neuseeland! 🇳🇿

Byebye (Adios) Südamerika! Bis zum nächsten Mal 😃

Inzwischen bin ich nach 1,5 Wochen Faulenzen in Palomino zurück in Santa Marta, wo ich meine letzte Nacht in Kolumbien verbringe. Morgen geht es auf meine lange, etwas umständliche Heimreise, von Santa Marta über Bogotá nach Rio, und von dort nach 15 Stunden Aufenthalt über Amsterdam zurück nach München – kaum fliegt man zwei Tage, ist man auch schon wieder zu Hause 😜.

Ich kann noch gar nicht fassen, dass meine Zeit in Südamerika tatsächlich schon rum ist – die vier Monate sind viel zu schnell vergangen! Ich bin unterwegs öfters gefragt worden, was mir denn am besten gefallen hätte, aber die Frage kann ich echt nicht beantworten, es gab so viele Highlights! Und jedes Land ist so ganz anders, man kann das schlecht vergleichen. Ich versuch mich trotzdem mal an einem Resümee:

Städtetechnisch hat mich La Paz am meisten beeindruckt, aber auch Rio und Cartagena fand ich toll. Von den kleineren Städten haben mir Salta und Chachapoyas sehr gut gefallen. Die Highlights unter den Aktivitäten sind noch viel schwerer, denn eigentlich fand ich alles toll. Die schönsten Treks waren der Salkantay Trek (Spitzenreiter, schon allein wegen der coolen Gruppe und KJ, unserem Guide), der Hike zu den Gocta-Fällen und der abenteuerliche Lost City Trek. Mit dem Mountainbike die Death Road runter zu heizen, war auch unglaublich cool. Und obwohl die 3-Tages-Jeeptour zum Salar de Uyuni und den Lagunas absolut touristisch ist, gehört sie zu meinen persönlichen Highlights, die Landschaft ist einfach unfassbar schön! Eine ganz eigene Welt war der Dschungel im Amazonas, so anders und interessant, mit vielen Tieren in ihrer natürlichen Umgebung, die man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Bei Landschaft und Natur gibt es für mich keine Highlights, mir hat gerade die Abwechslung gut gefallen, von Strand und Meer über Gebirge, Wüsten, Salzwüsten, Lagunen, Regenwald bis hin zu Dschungel war alles dabei – eine Wahnsinns-Vielfalt! Was ich allerdings gemerkt hab, ist, dass ich Berge liebe und vermisse, wenn ich mal länger keine hab. Flache Landschaft ist auf Dauer nicht so meins.

Kulinarische Highlights waren für mich: Açaí (Brasilien), Rindfleisch, Eis, Wein (Argentinien), jede Menge verschiedene Kartoffeln, Quinoa (Bolivien), Ceviche, Alpaka, Juane, Plantains, frische Früchte, Pisco Sour (Peru), Fisch + Meeresfrüchte, frische Früchte (Kolumbien).

Aber das absolute Highlight meiner Reise waren die vielen Bekanntschaften mit Menschen aus aller Welt. Leider lernt man beim Reisen nur sehr wenige Leute wirklich gut kennen, da man sich immer nur relativ kurz sieht. Trotzdem hatte ich das Glück, vielen besonderen Menschen zu begegnen, und ich hoffe sehr, dass einige Kontakte bestehen bleiben und man sich vielleicht sogar mal wieder sieht.

Natürlich gibt es auch Dinge, die mir nicht so gut gefallen haben. Das größte Übel meiner Reise: Packen – ich HASSE packen!!! Das ist als Backpacker jetzt nicht so wirklich praktisch, denn eigentlich muss man fast jeden Tag packen… Irgendwie müssen meine Klamotten unterwegs gewachsen oder dicker geworden sein (ich war nicht shoppen!), jedenfalls wurde es von Mal zu Mal schwieriger, alles in den Rucksack zu kriegen. Und ständig ist man auf der Suche nach irgendwas, was natürlich grundsätzlich gaaaanz unten im Rucksack liegt. 🙄

Ein weiterer Nachteil, den das Reisen – egal wo – so an sich hat, ist, dass man ständig Abschied nehmen muss: von tollen Menschen, von schönen Städten oder atemberaubenden Landschaften. Das tut jedes Mal ein bisschen weh – bis man sich vor Augen führt, wie genial es ist, dass man diese überhaupt kennen lernen durfte 😊.

Zu Südamerika selbst fällt mir nichts Negatives ein, außer vielleicht, dass es nirgendwo gutes Brot gibt (da sind wir Deutschen einfach zu verwöhnt) – aber das trifft ja auf fast alle Länder, außer vielleicht der Schweiz und Österreich, zu 😂.

Ich bin mir ganz sicher, dass ich wieder kommen werde, es gibt hier noch soooo viel zu sehen! Ich möchte unbedingt noch mehr von Bolivien sehen, in Peru den großen Huayhuash Trek machen, den „Rest“ von Kolumbien erkunden, durch Patagonien wandern, … Dafür brauche ich wohl noch das ein oder andere Sabbatjahr 😜. Aber dann lerne ich vorher ordentlich Spanisch! Sprachlich war ich doch eher ziemlich limitiert… 🙄.

Nächste Woche geht es, nach dreitägigem Kurzaufenthalt in München, ins nächste Abenteuer: Neuseeland mit dem Radl erkunden! Freu mich schon riesig darauf!! Ich hoffe, ihr verfolgt auch weiterhin meinen Blog. Ich wünsche euch noch einen schönen ersten Advent (fühlt sich irgendwie komisch an bei Sonne und 32 Grad 😎)!

Viele Grüße ein letztes Mal aus Südamerika, genauer gesagt aus Santa Marta/ Kolumbien!

🎵 Today I don‘t feel like doing anything…“ 🎶 – being lazy in Palomino 😎

Hallo liebe Daheimgebliebenen, heute mal ein etwas ungewöhnlicher Blogbeitrag von mir – übers Nichtstun. Seit Montag Abend bin ich nun in Palomino an der kolumbianischen Karibikküste und hauptsächlich damit beschäftigt zu chillen – das habe ich in den letzten vier aufregenden Monaten über dem Reisen ganz vergessen! Und es ist toll!! Ich hätte nie gedacht, dass ich das länger als einen Tag aushalte, aber inzwischen mach ich das schon fast eine Woche, und es ist immer noch toll 😊.

Aber Palomino bietet sich dafür auch wirklich an, ein kleines, verschlafenes Dörfchen ohne große Attraktionen außer dem Meer und zwei Flüssen – ok, und dahinter mit der Sierra Nevada das höchste Küstengebirge der Welt, wo man ordentlich hiken gehen könnte… aber da war ich ja schon während des Lost City Treks. 😜

Das erste Mal seit Beginn meiner Reise bleibe ich zwei Wochen am gleichen Ort, es lohnt sich also endlich mal, den Rucksack auszupacken! Hierfür habe ich mir eine gemütliche Hütte fernab des Touristentrubels am Ortsrand, nahe den Bergen gemietet, mit zwei Schlafzimmern, Außenküche und -essbereich, Freiluftdusche und Ökotoilette – und am wichtigsten: Hängematte vor der Tür. Hier ein paar Bilder von meinem „Zuhause“:

So heißt meine Unterkunft (AirBnB).

Mein Schlafzimmer: Bett mit Moskitonetz, sehr wichtig! Dummerweise mögen mich die kolumbianischen Moskitos – ein völlig neues (und unangenehmes!) Gefühl für mich!

Freiluftküche und Essbereich, mit Eingang zum Schlafzimmer.

Essbereich, dahinter meine geliebte Hängematte. Links Blick durch das Schlafzimmer ins Freiluftbad.

Freiluftdusche.

Ökotoilette: was man dort „produziert“, wird zu Kompost – nützt der Umwelt doppelt, zum einen als Dünger, zum anderen wird Wasser gespart. Interessantes Konzept, wenn auch anfangs etwas gewöhnungsbedürftig…

Aufgang ins obere Schlafzimmer.

Zweites Schlafzimmer unterm Dach.

Natürlich tue ich nicht wirklich „nichts“, mein typischer Tag schaut gerade in etwa so aus: so um 7.00 Uhr wache ich meistens auf, gammel noch ein Stündchen lesend im Bett rum, bevor ich aufstehe und mein Frühstück zubereite: Obstsalat aus frischem Obst (am Vortag eingekauft), ein paar Kekse und Kokatee – die Kekse als Brotersatz, ich kann dieses weiche, klebrige, süße Brot hier nicht mehr sehen! Nach dem gemütlichen Frühstück pack ich mein Badezeug und mach mich auf den Weg zum Strand.

Straße direkt bei meiner Hütte, rechts wohne ich.

Die letzten paar Meter bis zum Strand, soooo ein schöner Spaziergang jeden Tag!

Da ich etwas abgelegen wohne, sind es ca 20 Minuten bis dahin, wo alle Touristen (und sämtliche Strandbars) sind und weitere 40 Minuten durch den weichen Sand zu meinem Lieblingsplatz, der Flussmündung des Rio San Salvador – da ist dann kein Mensch mehr. Ich liebe diesen Platz, denn man kann erstens in Meer UND Fluss baden und hat zweitens einen wunderbaren Ausblick aufs Meer in die eine Richtung und den Dschungel und die Berge der Sierra Nevada in die andere Richtung – ein Traum!

Touristy part of the beach (=> viele Menschen).

Und so schön leer schaut’s dann eine halbe Stunde Fußmarsch später aus 😊.

Rio San Salvador mit den Bergen der Sierra Nevada im Hintergrund.

Hier verbringe ich dann die nächsten 3-4 Stunden mit Baden, Lesen, Schlafen und Aufs-Meer-/In-die-Berge-Schauen, bevor ich mich wieder auf meinen einstündigen Heimweg mache. Wenn ich diesen Spaziergang nicht täglich hätte, hätte ich wahrscheinlich schon eine tiefe Beinvenenthrombose vom vielen Rumliegen bekommen 😝. Auf dem Heimweg kaufe ich noch schnell alles ein, was ich so brauche – es ist ein bisschen wie in Dominica, für 8 Sachen muss man in 4 verschiedene Läden gehen. Aber ich hab ja Zeit 😊.

Daheim angekommen, zaubere ich ein leckeres Abendessen (ok, meist Nudeln, aber mit jeder Menge frischem Gemüse😊) und verzehre es gemütlich auf meiner Essveranda. Danach gehts in die Hängematte zum Weiterlesen. Da es hier schon sehr früh dunkel wird (so um 17.30 Uhr), fühl ich mich um 19.00 Uhr so, als wäre es schon 23.00 Uhr. Ich dusche noch im Mondschein in meiner Freiluftdusche (keine Angst, man kann nicht reinschauen), putze Zähne und krieche dann ins Bett unter mein Moskitonetz. Wenn das Internet funktioniert bzw. Strom da ist (der fällt hier häufiger mal aus), schau ich ein bisschen Netflix oder ich lese wieder, solange bis mir die Augen zu fallen. Ein Traum!!! Ich glaube, so lange hab ich Faulsein noch nie ausgehalten, aber es ist echt schön! Und mein schlechtes Gewissen hält sich in Grenzen, da ich schon bald jeden Tag auf dem Radl verbringen werde… Aber bis dahin hab ich noch eine ganze Woche hier (die wohl dann doch etwas aktiver wird als die letzte 😜), bevor es am Montag in einer Woche auf meine dreitägige Heimreise geht. Wider Erwarten freue ich mich sehr auf meinen superkurzen Heimaturlaub und darauf, einige meiner Freunde wieder zu sehen!

Aber jetzt genieße ich erstmal noch meine letzte Woche in Südamerika! Was für ein faszinierender Kontinent! Ich komme garantiert wieder!

Viele Grüße aus Palomino!

P.S.: Sorry für die teilweise schlechte Bildqualität, aber da meine Kamera kaputt gegangen ist, muss ich nun meine crappy Handykamera benutzen… altes Handy… 🙄

La Ciudad Perdida – auf dem Weg zur „verlorenen Stadt“

Vorbemerkung: da meine Kamera den Jungle leider nicht überlebt hat und auch mein Handy mit der Hitze, dem vielen Regen und der hohen Luftfeuchtigkeit auf dem Trek nicht gut zurecht kam, gibt es erstmal nur ein paar wenige Bilder. Den Rest werde ich nachliefern, sobald unser (fast professioneller) Fotograf Justin seine Bilder hochgeladen hat.

Am Freitag morgen brachen 13 Abenteurer aus 6 verschiedenen Ländern (7 Leute aus Deutschland, 2 aus Spanien, je 1 aus England, USA, Belgien, Südafrika) mit unserer Guía Denise, unserem Assistant Guía Fernando und unserer Übersetzerin Aileen vom Expotour-Office aus auf zwei Jeeps verteilt auf zu unserem Start des Treks in El Mamey. Auf der zweistündigen Fahrt dorthin hatten wir schonmal die Gelegenheit, uns etwas kennenzulernen und uns wenigstens die Hälfte der Namen zu merken. Bevor wir aufbrachen, stärkten wir uns nochmal mit einem deftigen Lunch in El Mamey, und Denise erzählte uns, was uns in den nächsten 4 Tagen erwarten würde. Hier eine an die Wand des Restaurants gemalte Karte des Treks:

Gut gelaunt, gestärkt, sauber + trocken (das letzte Mal in den 4 Tagen) und motiviert starteten wir unser Abenteuer. Es war ziemlich heiß und schwül, und schon bald lief der Schweiß in Strömen. Da kam der erste Fluss, den wir durchqueren mussten, gerade recht!

Wir zogen unsere Stiefel und Socken aus und wateten durch das erfrischende Nass. Auf der anderen Seite angekommen, ging es zurück in Socken und Stiefel und weiter ging’s.

Das war übrigens das (erste und) letzte Mal, dass wir für eine Flussdurchquerung die Stiefel auszogen… da wir durchgehend nass waren von Regen und Schweiß und wir gefühlt 10x am Tag durch einen Fluss mussten, machten wir uns diese Mühe danach nicht mehr 😊.

Bald ging es ziemlich steil den Berg rauf und es begann zu schütten – nicht das letzte Mal auf unserem Trek, denn es ist Regenzeit in Kolumbien. Wir versuchten, alles so gut wie möglich wasserdicht zu verpacken, wofür Denise uns mit Müllsäcken ausstattete:

Unser Weg wurde nun supermatschig (Bilder dazu werden nachgeliefert), wir versanken manchmal knöcheltief im Lehmmatsch, und diejenigen, die nur Laufschuhe anhatten, mussten aufpassen, dass sie ihre Schuhe nicht im Schlamm verlieren. Da es häufig bergauf oder bergab ging, war es zusätzlich richtig rutschig. Wir sahen alle ziemlich schnell aus wie Schweine, aber wir hatten unseren Spaß! Zum Glück kam immer mal wieder ein Fluss, in dem wir unsere vollgelehmten und 10kg schweren Stiefel (und uns) waschen konnten. 😜

Unterwegs boten sich trotz Wolken häufig schöne Ausblicke:

Zwischendurch wurden wir an strategisch günstigen Stellen (z.B. nach schwerem , langem Anstieg) mit Snacks in Form von Obst und einer Pause belohnt.

Wassermelonen-Pause: Von links: Dean (England), Ellen (Belgien), ich, Gregor, Magdalena (Deutschland) und Ivan (Spanien).

Orangen-Pause: Ivan und die drei deutschen Geschwister Simon, Veronika und Jakob.

Einer der Pausenplätze, im Vordergrund unser Fast-Profi-Fotograf Justin aus den USA. Im Hintergrund Leute einer anderen Gruppe.

Unsere Gruppe, die „Lulos“: Magdalena, Veronika, Jakob, Sarah, Simon, Justin, Gregor, Dean, ich, Jackie, Ellen, Mark, unsere Guía Denise, Ivan und Assistant Guía Fernando.

Eines unserer Bettenlager. Da die Luftfeuchtigkeit dort so hoch ist, roch es immer ziemlich muffig. Einige behaupteten, es hätte „bed bugs“ gegeben, ich hatte keine 😊.

Im Hintergrund links war die Küche, vorne der Essbereich. Das Essen auf dem Trek war sehr gut und reichlich!

Ein zur Zeit verlassenes Kogui-Dorf. Hier leben die Halbnomaden immer für einige Zeit, bis sie zu einem ihrer anderen Dörfer weiter ziehen.

Hin und wieder gab es zur Flussüberquerung auch mal eine wackelige Hängebrücke, auf die maximal zwei Personen gleichzeitig durften.

So ging es zwei Tage durch den Dschungel der Sierra Nevada de Santa Marta, bergauf und bergab (meist bergauf), durch Flüsse hindurch, manchmal mit Hilfe eines Seils, da die Strömung so stark war und uns das Wasser bis zum Bauch ging, durch Matsch, über Stock und Stein – nie langweilig, einfach ein 4-tägiges Abenteuer! Am Morgen des dritten Tages erreichten wir unser Ziel – La Ciudad Perdida, die verlorene Stadt. Welch ein großartiger Anblick! Sehr beeindruckend, ähnlich wie Maccu Picchu. Schon der Weg dorthin ist atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes, denn man muss vom Fluss aus 1260 Stufen das Steilufer hinauf erklimmen, die zudem ziemlich rutschig sind. Dann erreicht man die unterste Ebene der Stadt:

Sie wurde ab 600 n.C. bis um 1200 n.C. von den dort lebenden Tairona vor allem als heilige Stätte gebaut, aber es lebten dort auch ein paar von ihnen, wohl die Priester und Reichen, zur Hochzeit der Kultur wohl bis zu 8000 Menschen. Als die Spanier nach Kolumbien kamen, brachten sie neben Geschenken und Krieg auch Krankheiten mit. Diese für die einheimische Bevölkerung unbekannten und unheilbaren Krankheiten dezimierten die Tairona, und sie gaben ihre Stadt im Dschungel auf. Die Spanier waren jedoch nie in der Stadt gewesen. So geriet die Stadt in Vergessenheit, der Dschungel nahm sie sich zurück, alles wucherte zu. Erst 1975 wurde sie von Grabräubern wiederentdeckt und geplündert. Anfang der 80er Jahre errichtete Kolumbien dort dann einen archäologischen Stützpunkt und ließ die Stätte von Soldaten bewachen. Seitdem kann man im Rahmen einer geführten Tour, dem Lost City Trek, die Ciudad Perdida besichtigen, alleine darf man nicht dorthin. Jeden September ist sie für Touristen gesperrt, dann treffen sich die Stammeshäuptlinge der umliegenden Stämme (Nachfahren der Tairona) dort für ihre heiligen Zeremonien und um die Stadt von negativer Energie zu säubern. Hier ein paar Eindrücke (dummerweise immer mit mir oder anderen drauf, das sind alle Bilder, die ich bisher geschickt kriegt habe):

Das Dreiergespann: Justin, Jackie und ich 😊.

Nach ausführlicher Besichtigung machten wir uns auf den 1,5-tägigen Rückweg, leider der gleiche wie der Hinweg. Aber ab nächstem Jahr soll es einen Rundweg geben, wenn man sich mit den dort lebenden Stämmen einigen kann, die verhindern das nämlich bisher.

Nach 4 anstrengenden, heißen, nassen, abenteuerlichen und eindrücklichen Tagen kamen wir am Montag pünktlich zum Lunch wieder in El Mamey, unserem Ausgangspunkt, an. Zwar waren wir alle ziemlich erledigt und zerstochen (La Ciudad Perdida ist laut Denise „capital de los mosquitos“), aber glücklich – was für ein cooles Abenteuer mit einer coolen Gruppe!

Fazit: Wer Trekking mag und sowas mal in einem schwül-heißen Klima ausprobieren will, außerdem wasserfest ist (man ist durchgehend nass, und nichts trocknet dort bei der Luftfeuchtigkeit) und es abenteuerlich mag, der sollte diesen Trek unbedingt machen! Für mich war es einer der besten Treks in Südamerika! Und die Ciudad Perdida ist es allemal wert – wir sahen die Stadt mit nur zwei anderen Gruppen gleichzeitig, ganz anders als in Maccu Picchu mit 2500 Menschen.

Das war mein letzter Mehrtages-Trek, jetzt werde ich die verbleibenden 1,5 Wochen in Südamerika ganz entspannt in Palomino am karibischen Meer verbringen und versuchen, die vielen Eindrücke aus den letzten 4 Monaten zu verarbeiten. Was für eine geniale Zeit!

Viele Grüße aus Palomino!

Vorletzte Station in Südamerika: Santa Marta

Am Mittwoch morgen nahm ich den Bus nach Santa Marta, der statt 4 Stunden dann 6 Stunden unterwegs war, ich kam also erst um 17.30 Uhr im Hostel an. Ich hatte zwar nur faul im Bus gesessen, war aber trotzdem todmüde und beschloss, nicht mehr auszugehen. Glücklicherweise war mein Hostel mit Dachterrasse, gemütlichen Hängematten und sogar einem Restaurant ausgestattet. Der Nachteil daran war, dass ich direkt neben Dachterrasse + Bar mein Zimmer hatte, es also bis 23.30 Uhr ziemlich laut war – hat mich aber nicht sonderlich gestört, dafür war ich zu müde 😜.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf in die Stadt, um herauszufinden, ob ich den Lost City Trek noch machen kann, und ich hatte Glück! Morgen, also am Freitag, geht es los: 4 Tage Trekking durch die Sierra Nevada zur „Verlorenen Stadt“. Das wird mein letzter Mehrtagestrek in Südamerika sein, und so ganz anders als die vorherigen: heiß, schwül, jede Menge Moskitos, Berge, Regen und Matsch – freu mich riesig darauf!

Nachdem ich gebucht hatte, machte ich ein bisschen auf Tourist und sah mir an, was Santa Marta so zu bieten hat. Um ehrlich zu sein, ist es keine Katastrophe, diese Stadt nicht zu sehen, aber trotzdem hat sie ein paar schöne Ecken. Ich bin aber froh, dass ich nur 2 Nächte hier bin. Hier ein paar Bilder von Santa Marta in schönstem Sonnenschein:

😂😂😂 Der „Garten“ ist bestimmt 4 qm groß! 😂😂😂

Meine tägliche Portion frische Mango – im Becher 😊.

So, ich werde jetzt noch eine große Portion Nudeln verdrücken, um meine Kohlenhydratspeicher für morgen aufzufüllen, dann muss ich packen (ich HASSE packen!!!), duschen und ab ins Bett. Die nächsten vier Tage hört ihr nichts von mir, da bin ich in der Wildnis, ohne Internet und Telefon 😊.

Viele Grüße aus Santa Marta!

Cartagena – eine traumhaft schöne Stadt!

Am Sonntag, nur eine Nacht nach meinem Dschungeltrip, ging es um 5.30 Uhr mit dem Mototaxi zum Flughafen von Iquitos. Von dort flog ich mit Zwischenstopp in Lima nach Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste – nach fast acht wunderschönen, ereignisreichen Wochen verließ ich also Peru, mit jeder Menge schöner Erinnerungen. Peru ist wirklich ein tolles Land! Irgendwie war ich schon ein bisschen wehmütig… 😢

Aber das änderte sich schlagartig, sobald ich in Cartagena gelandet war. Endlich wieder Karibikluft schnuppern! Das war ein Klima und ein Leben, wie ich es von Dominica her kannte: trotz der späten Stunde noch schön warm (und feucht) und überall gut gelaunte Leute auf der Straße, sicher noch mehr als sonst, da gerade der Tag der Unabhängigkeit gefeiert wurde. Zu dumm nur, dass ich todmüde war von den letzten beiden Reisetagen, zuerst aus dem Dschungel zurück nach Iquitos und heute von dort nach Cartagena. Nach erfrischender Dusche ging’s also recht früh ins Bett.

Am nächsten Morgen startete ich gemütlich mit Obstsalat und Café con Leche in den Tag, bevor ich zum Sightseeing aufbrach. Heute stand die Altstadt auf dem Programm, ich hatte schon gehört, dass sie schön, aber voller Touristen sein sollte. Und sie ist wunderschön!! Lauter gut erhaltene bzw. restaurierte Kolonialhäuser, saubere Straßen, nette Cafés, eine teilweise begehbare Stadtmauer mit Blick aufs Meer – ein Traum! Und das allerbeste: es war sehr wenig los, da heute ein Feiertag war und die meisten Läden geschlossen hatten. Hier ein paar Eindrücke:

Plaza de la Santísima Trinidad.

Plaza de la Aduana.

Straßen mit Kolonialgebäuden in der Altstadt.

Torre del Reloj, Eingang zur Altstadt.

Catedral de Santa Catalina de Alejandría.

Keine Ahnung, welche Kirche das ist, aber schön ist sie 😉.

Säulengang im ehemaligen Zollhaus am Plaza de la Aduana.

Skulptur in einem der vielen, kleinen Parks.

Parque India Catalina.

Eine der vielen Skulpturen aus Metall am Plaza San Pedro Claver.

Monumento India Catalina – blöderweise waren da immer irgendwelche Touris, die hochlaufen und Selfies machen mussten, so dass ich es nach 15 Minuten aufgab, die Statue ohne Menschen zu fotografieren.

Außenfassade einer Kneipe.

Muelle de Los Pegasos.

Ich fand die Pflanze vor den Kolonialgebäuden und den Fahnen so toll 😃.

Palmenbewachsener Park vor dem Centro de Convenciones.

„A bird rules the world“ 😂 – Skulptur mit zwei Vögeln drauf am Meer.

Skyline vom Stadtteil Bocagrande kurz vor Sonnenuntergang.

Sonnenuntergang über dem karibischen Meer.

Die beleuchtete Kathedrale.

Nach sechs Stunden Sightseeing in brütender Hitze hatte ich genug und kehrte zum Hostel zurück, um noch etwas zu essen, zu duschen und todmüde ins Bett zu fallen.

Am Dienstag wollte ich eigentlich auf den einzigen Hügel der Stadt, den Cerro de la Popa, hinauflaufen, auf dem sich ein Kloster befindet – weniger wegen des Convento, sondern mehr wegen der Aussicht auf die Stadt. Doch nachdem mir beide Hostelmitarbeiter abrieten, weil die Gegend dort nicht sicher ist und es häufiger Überfälle gibt, entschied ich mich schweren Herzens dagegen – und auf Taxifahren hatte ich keine Lust. Stattdessen entschied ich mich dafür, zum Castillo de San Felipe de Barajas, dem größten Fort in Südamerika, zu laufen und dieses zu besichtigen. Schon von weitem sieht man es über der Stadt thronen.

Am Eingang besorgte ich mir neben der Eintrittskarte auch einen Audioguide (und wurde von dem Typen am Schalter hemmungslos angeflirtet, er erklärte mir möglichst umständlich und in epischer Breite den selbsterklärenden Audioguide, aber war sehr nett 😂). Dann ging meine zweistündige Erkundungstour des riesigen Baus los. Am faszinierendsten fand ich das bisher nur zum Teil entdeckte Tunnelsystem unter dem Fort, das alle Bereiche irgendwie miteinander verbindet. Hier ein paar Fotos vom Castillo bzw. der Aussicht von dort auf die Stadt:

Nach einer kurzen Mittagspause, in der ich mein Blätterteiggebäck von gestern aß, machte ich mich auf den Weg nach Bocagrande, einem Stadtviertel mit sehr vielen großen Hotels und eher wohlhabenden Menschen. Zuerst lief ich ein wenig an der Strandpromenade entlang, bis ich irgendwann aufs Klo musste. Glücklicherweise war ganz in der Nähe ein großes Einkaufszentrum mit sehr sauberen Toiletten – und weil ich schonmal da war (und shoppen hasse), nutzte ich die Gelegenheit, um einen großen Eisbecher zu essen und den Ausblick von der dortigen Terrasse zu genießen:

Ein letzter Blick auf die Skyline von Bocagrande:

Da es immer dunkler am Himmel wurde, machte ich mich relativ bald auf den Heimweg – leider zu spät! Es schüttete wie aus Eimern und ich mittendrin, so dass ich tropfnass im Hostel ankam. Aber der Regen hier ist warm, so dass das nicht wirklich schlimm ist. Den Rest des Abends verbrachte ich mit Lesen und Blog schreiben, da es den ganzen Abend (mit ein paar Pausen) regnete und gewitterte.

Morgen geht es weiter nach Santa Marta und zum Tayrona National Park – ich hoffe, ich kann spontan noch eine Trekkingtour zur berühmten Ciudad Perdida, der verlorenen Stadt, buchen… Drückt mir mal die Daumen! 😉

Viele Grüße aus Cartagena!

Abenteuer im Dschungel – Vorankündigung

Da meine Kamera leider ihren Geist komplett aufgegeben hat, und so ein Blog ohne Bilder ziemlich langweilig ist, werde ich den Blogbeitrag nachreichen. Zum Glück hatten wir mit Annabel eine halbprofessionelle Fotografin dabei, und so kann ich, sobald sie die Bilder hochgeladen hat, ein weiteres Highlight der Blogschreibekunst inklusive genialer Fotos posten 😜. Freut euch also schonmal darauf!

Nur so viel vorab: es war genial im Dschungel, und ich wäre gerne noch ein paar Tage länger geblieben! Die Moskitos gaben sich zwar alle Mühe, uns den Spaß zu verderben, aber das gelang ihnen (zumindest bei mir) nicht – zu interessant war die Tier- und Pflanzenwelt hier! Aber Genaueres dann, sobald ich Bilder habe 😊.

Viele Grüße inzwischen aus Cartagena / Kolumbien 🇨🇴 !