La Ciudad Perdida – auf dem Weg zur „verlorenen Stadt“

Vorbemerkung: da meine Kamera den Jungle leider nicht überlebt hat und auch mein Handy mit der Hitze, dem vielen Regen und der hohen Luftfeuchtigkeit auf dem Trek nicht gut zurecht kam, gibt es erstmal nur ein paar wenige Bilder. Den Rest werde ich nachliefern, sobald unser (fast professioneller) Fotograf Justin seine Bilder hochgeladen hat.

Am Freitag morgen brachen 13 Abenteurer aus 6 verschiedenen Ländern (7 Leute aus Deutschland, 2 aus Spanien, je 1 aus England, USA, Belgien, Südafrika) mit unserer Guía Denise, unserem Assistant Guía Fernando und unserer Übersetzerin Aileen vom Expotour-Office aus auf zwei Jeeps verteilt auf zu unserem Start des Treks in El Mamey. Auf der zweistündigen Fahrt dorthin hatten wir schonmal die Gelegenheit, uns etwas kennenzulernen und uns wenigstens die Hälfte der Namen zu merken. Bevor wir aufbrachen, stärkten wir uns nochmal mit einem deftigen Lunch in El Mamey, und Denise erzählte uns, was uns in den nächsten 4 Tagen erwarten würde. Hier eine an die Wand des Restaurants gemalte Karte des Treks:

Gut gelaunt, gestärkt, sauber + trocken (das letzte Mal in den 4 Tagen) und motiviert starteten wir unser Abenteuer. Es war ziemlich heiß und schwül, und schon bald lief der Schweiß in Strömen. Da kam der erste Fluss, den wir durchqueren mussten, gerade recht!

Wir zogen unsere Stiefel und Socken aus und wateten durch das erfrischende Nass. Auf der anderen Seite angekommen, ging es zurück in Socken und Stiefel und weiter ging’s.

Das war übrigens das (erste und) letzte Mal, dass wir für eine Flussdurchquerung die Stiefel auszogen… da wir durchgehend nass waren von Regen und Schweiß und wir gefühlt 10x am Tag durch einen Fluss mussten, machten wir uns diese Mühe danach nicht mehr 😊.

Bald ging es ziemlich steil den Berg rauf und es begann zu schütten – nicht das letzte Mal auf unserem Trek, denn es ist Regenzeit in Kolumbien. Wir versuchten, alles so gut wie möglich wasserdicht zu verpacken, wofür Denise uns mit Müllsäcken ausstattete:

Unser Weg wurde nun supermatschig (Bilder dazu werden nachgeliefert), wir versanken manchmal knöcheltief im Lehmmatsch, und diejenigen, die nur Laufschuhe anhatten, mussten aufpassen, dass sie ihre Schuhe nicht im Schlamm verlieren. Da es häufig bergauf oder bergab ging, war es zusätzlich richtig rutschig. Wir sahen alle ziemlich schnell aus wie Schweine, aber wir hatten unseren Spaß! Zum Glück kam immer mal wieder ein Fluss, in dem wir unsere vollgelehmten und 10kg schweren Stiefel (und uns) waschen konnten. 😜

Unterwegs boten sich trotz Wolken häufig schöne Ausblicke:

Zwischendurch wurden wir an strategisch günstigen Stellen (z.B. nach schwerem , langem Anstieg) mit Snacks in Form von Obst und einer Pause belohnt.

Wassermelonen-Pause: Von links: Dean (England), Ellen (Belgien), ich, Gregor, Magdalena (Deutschland) und Ivan (Spanien).

Orangen-Pause: Ivan und die drei deutschen Geschwister Simon, Veronika und Jakob.

Einer der Pausenplätze, im Vordergrund unser Fast-Profi-Fotograf Justin aus den USA. Im Hintergrund Leute einer anderen Gruppe.

Unsere Gruppe, die „Lulos“: Magdalena, Veronika, Jakob, Sarah, Simon, Justin, Gregor, Dean, ich, Jackie, Ellen, Mark, unsere Guía Denise, Ivan und Assistant Guía Fernando.

Eines unserer Bettenlager. Da die Luftfeuchtigkeit dort so hoch ist, roch es immer ziemlich muffig. Einige behaupteten, es hätte „bed bugs“ gegeben, ich hatte keine 😊.

Im Hintergrund links war die Küche, vorne der Essbereich. Das Essen auf dem Trek war sehr gut und reichlich!

Ein zur Zeit verlassenes Kogui-Dorf. Hier leben die Halbnomaden immer für einige Zeit, bis sie zu einem ihrer anderen Dörfer weiter ziehen.

Hin und wieder gab es zur Flussüberquerung auch mal eine wackelige Hängebrücke, auf die maximal zwei Personen gleichzeitig durften.

So ging es zwei Tage durch den Dschungel der Sierra Nevada de Santa Marta, bergauf und bergab (meist bergauf), durch Flüsse hindurch, manchmal mit Hilfe eines Seils, da die Strömung so stark war und uns das Wasser bis zum Bauch ging, durch Matsch, über Stock und Stein – nie langweilig, einfach ein 4-tägiges Abenteuer! Am Morgen des dritten Tages erreichten wir unser Ziel – La Ciudad Perdida, die verlorene Stadt. Welch ein großartiger Anblick! Sehr beeindruckend, ähnlich wie Maccu Picchu. Schon der Weg dorthin ist atemberaubend – im wahrsten Sinne des Wortes, denn man muss vom Fluss aus 1260 Stufen das Steilufer hinauf erklimmen, die zudem ziemlich rutschig sind. Dann erreicht man die unterste Ebene der Stadt:

Sie wurde ab 600 n.C. bis um 1200 n.C. von den dort lebenden Tairona vor allem als heilige Stätte gebaut, aber es lebten dort auch ein paar von ihnen, wohl die Priester und Reichen, zur Hochzeit der Kultur wohl bis zu 8000 Menschen. Als die Spanier nach Kolumbien kamen, brachten sie neben Geschenken und Krieg auch Krankheiten mit. Diese für die einheimische Bevölkerung unbekannten und unheilbaren Krankheiten dezimierten die Tairona, und sie gaben ihre Stadt im Dschungel auf. Die Spanier waren jedoch nie in der Stadt gewesen. So geriet die Stadt in Vergessenheit, der Dschungel nahm sie sich zurück, alles wucherte zu. Erst 1975 wurde sie von Grabräubern wiederentdeckt und geplündert. Anfang der 80er Jahre errichtete Kolumbien dort dann einen archäologischen Stützpunkt und ließ die Stätte von Soldaten bewachen. Seitdem kann man im Rahmen einer geführten Tour, dem Lost City Trek, die Ciudad Perdida besichtigen, alleine darf man nicht dorthin. Jeden September ist sie für Touristen gesperrt, dann treffen sich die Stammeshäuptlinge der umliegenden Stämme (Nachfahren der Tairona) dort für ihre heiligen Zeremonien und um die Stadt von negativer Energie zu säubern. Hier ein paar Eindrücke (dummerweise immer mit mir oder anderen drauf, das sind alle Bilder, die ich bisher geschickt kriegt habe):

Das Dreiergespann: Justin, Jackie und ich 😊.

Nach ausführlicher Besichtigung machten wir uns auf den 1,5-tägigen Rückweg, leider der gleiche wie der Hinweg. Aber ab nächstem Jahr soll es einen Rundweg geben, wenn man sich mit den dort lebenden Stämmen einigen kann, die verhindern das nämlich bisher.

Nach 4 anstrengenden, heißen, nassen, abenteuerlichen und eindrücklichen Tagen kamen wir am Montag pünktlich zum Lunch wieder in El Mamey, unserem Ausgangspunkt, an. Zwar waren wir alle ziemlich erledigt und zerstochen (La Ciudad Perdida ist laut Denise „capital de los mosquitos“), aber glücklich – was für ein cooles Abenteuer mit einer coolen Gruppe!

Fazit: Wer Trekking mag und sowas mal in einem schwül-heißen Klima ausprobieren will, außerdem wasserfest ist (man ist durchgehend nass, und nichts trocknet dort bei der Luftfeuchtigkeit) und es abenteuerlich mag, der sollte diesen Trek unbedingt machen! Für mich war es einer der besten Treks in Südamerika! Und die Ciudad Perdida ist es allemal wert – wir sahen die Stadt mit nur zwei anderen Gruppen gleichzeitig, ganz anders als in Maccu Picchu mit 2500 Menschen.

Das war mein letzter Mehrtages-Trek, jetzt werde ich die verbleibenden 1,5 Wochen in Südamerika ganz entspannt in Palomino am karibischen Meer verbringen und versuchen, die vielen Eindrücke aus den letzten 4 Monaten zu verarbeiten. Was für eine geniale Zeit!

Viele Grüße aus Palomino!

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