3-Tages-Trek im Colca-Canyon

Nach mehr als 7-stündiger Busfahrt (der Bus war unendlich langsam!) durch teilweise atemberaubende Landschaft kamen Anne und ich Dienstag nachmittag um 16.30 Uhr endlich in Cabanaconde an. Wir checkten im Pachamama Homestay ein und gönnten uns nach vielen Nächten in Schlafsälen mal ein Zimmer nur für uns – was für ein Luxus! Der Besitzer des Hostals ist gleichzeitig Guide und gibt jeden Tag Tipps für Touren durch den Colca-Canyon, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Und so fanden wir uns um 17.30 Uhr im Restaurant des Pachamama ein, zusammen mit anderen Wanderwütigen, wo wir eine „Sammeleinweisung“ bekamen und anschließend individuelle Touren absprechen konnten. So gut beraten, stand unsere Tour am Abend noch fest: Wir würden am ersten Tag nach Llahua den Canyon hinabwandern, am zweiten Tag durch den Canyon nach San Juan de Chuccho und am dritten Tag aus dem Canyon hinaus zurück nach Cabanaconde. Nach einem leckeren Abendessen ging es dann früh ins Bett – wir wollten morgen vor der Wanderung noch mit dem Bus zum Cruz del Condor, um Kondore zu beobachten.

1.Tag:

Morgens um 6.30 Uhr machten wir uns nach ausgiebigem Frühstück auf zur Bushaltestelle und mit einem altersschwachen Bus, der kaum die Berge rauf kam, ging es zum Cruz del Condor, wo schon etliche Touristen auf Kondore warteten. Wir mussten auch gar nicht lange warten, da flogen schon ein paar von ihnen den Canyon rauf und runter. Einer kam sogar richtig nah und flog über uns drüber. Sie sind nur leider zu schnell für die Kamera, weshalb die Bilder nicht soooo doll sind…

Cruz del Condor mit auf Kondore wartenden Touristen.

Blick hinab in den Canyon.

Meine beiden besten Versuche, diese riesigen Vögel zu fotografieren 😳.

Nach erfolgreicher „Kondorbesichtigung“ schnappten wir uns einen Minibus zurück nach Cabanaconde und starteten unsere Wanderung nach Llahua. Zuerst ging es mit wundervollen Ausblicken oben am Rand des Colca-Canyons entlang zum ersten Mirador. Um diese Jahreszeit ist es sehr trocken hier, weshalb alles so braun und etwas trostlos aussieht.

Kurze Zeit später führte der Weg bergab in den Canyon hinein, zuerst noch relativ gemäßigt, aber bald schon wurde der Weg ziemlich steil und sehr unangenehm zu begehen, da es wegen dem Geröll sehr rutschig war. Aber der tolle Ausblick entschädigte für die Quälerei bergab. Und zu meiner Freude (nicht so sehr für Anne) war es schön warm, um nicht zu sagen heiß, genau mein Wetter!

Ca. 1200m tiefer kamen wir dann am Grund des Canyons an, dem Rio Colca. Hier gab es nicht nur eine Brücke für die Autos, sondern auch eine sehr wackelige Hängebrücke für Fußgänger, die aber wegen Altersschwäche gesperrt war. Außerdem hatte der Fluss einen Geysir zu bieten:

Bis zu unserer Unterkunft, der Llahua Lodge, hatten wir noch einen Berg zu überwinden, einmal hoch und das ganze wieder hinunter bis zum Fluss. Dafür wurden wir mit unserer eigenen Blockhütte, einer kalten Cola und Hot Springs belohnt, wofür besonders unsere Beinmuskulatur dankbar war. Bis Spätnachmittags waren dann doch relativ viele andere Wanderer in Llahua angekommen, die natürlich alle im heißen Wasser endeten, wo wir schon bald eine sehr lustige Runde aus Menschen aus allen möglichen Ländern beisammen hatten.

Sieht ein bisschen aus wie Baustelle, ist aber die Llahua Lodge, vielmehr Rezeption + Restaurant.😜

Weit unten am Fluss waren die Hütten.

Unsere Hütte für eine Nacht.

Anne und ich in den Hot Springs mitten im Fluss.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant der Lodge oben am Berg, wo es ein etwas sparsames Abendessen, einen Pisco Sour und jede Menge gute Laune gab. Danach ging es früh ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.

Die beiden Dutch Girls Anne und Luisa.

Abendessenrunde: Pauline aus Frankreich, Luisa, Sean aus England, ich und Anne.

2. Tag:

Um 6.00 Uhr früh (naja, bis wir es hatten, war es 6.30 Uhr) gab es ein ebenfalls sehr sparsames Frühstück und danach brachen wir auf Richtung Tagesziel San Juan de Chuccho. Die ersten drei Stunden ging es bergauf bis zum nächsten Mirador, und schon bald war uns dank herunterbrennender Sonne und Berg ziemlich warm.

Nach wohlverdienter Pause am Aussichtspunkt machten wir uns auf den Weg nach Malata, wo wir uns nach den letzten beiden sehr sparsamen Mahlzeiten ein großes Mittagessen gönnten.

Da es noch sehr früh war, beschlossen wir, nicht auf direktem Weg nach San Juan zu gehen, sondern über Tapay, wofür wir zusätzliche 700 Höhenmeter nach oben (und danach natürlich auch wieder nach unten) zu überwinden hatten. Das Dorf Tapay selbst hatte zwar nicht sonderlich viel zu bieten, aber der Trail dorthin und von dort nach San Juan war wunderschön, wenn auch anstrengend.

In San Juan angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem von Luisa empfohlenen Hostel, checkten ein und genossen die volle Aufmerksamkeit der Gastgeberin, da wir ihre einzigen Gäste waren.

Wir bekamen neben einer heißen Dusche (und nicht ganz frischen Kissenbezügen) ein superleckeres Abendessen im Kerzenschein auf der Veranda. Die Aussicht von dort war allerdings beängstigend, da wir genau auf den Trail schauten, der uns am nächsten Tag aus dem Canyon hinaus bringen sollte – 1300hm über nur 6 km!!! Es sah aus, als müssten wir eine steile Wand hochklettern! Das konnte ja heiter werden…

3. Tag:

Da wir der großen Hitze entkommen wollten (zusätzlich zu den vielen Höhenmetern), beschlossen wir, schon um 5.30 Uhr zu frühstücken, um früh loszukommen. Wir hatten beide nicht so toll geschlafen, sei es wegen der Nervosität ob der erwarteten Anstrengung oder wegen der nicht ganz so sauberen Bettwäsche… Frisch gestärkt vom ausgiebigem Frühstück brachen wir auf, um die Canyonwand zu erklimmen.

Zum Glück war es dann nicht so schlimm, wie befürchtet (oder wir waren inzwischen wirklich fit 😜). Der Weg schlängelte sich in Serpentinen, meist nicht supersteil, die Wand entlang nach oben. Zwischendrin gab es steile Passagen mit Stufen (ich hasse Stufen!!!), aber auch flachere Passagen, auf denen man den tollen Ausblick über das Colca-Tal genießen konnte.

Nach 3 Stunden waren wir oben am Mirador San Miguel angekommen, von wo gerade etliche organisierte Touren losstarteten, hinab in den Canyon. Wir waren echt froh, dass wir das ohne Gruppe gemacht hatten!

Die letzten Kilometer zurück nach Cabanaconde waren ein Klacks, es ging bergab! Wir besorgten uns noch Obst, Getränke, Süßkram und unsere Bustickets nach Arequipa, bevor wir unter die wohlverdiente Dusche und in frische Klamotten (yayyy, was für ein tolles Gefühl!) hüpften und den Rest des Tages mit Whatsappen (nach 3 Tagen ohne Internet) und Rumhängen verbrachten.

Da Anne schon morgen zurück nach Arequipa fahren würde, war dies unser letzter gemeinsamer Abend. Den verbrachten wir standesgemäß mit einem leckeren Abendessen und Pisco Sour. Ich fahre erst am Sonntag zurück nach Arequipa und von dort nach Lima.

Viele Grüße aus Cabanaconde!

Arequipa – die weiße Stadt

Nach mehr als einer Woche Cusco (Trek included) ging es am Sonntag Abend zusammen mit Anne mit dem Nachtbus nach Arequipa. Geplant war eine Nacht dort und dann Weiterfahrt nach Cabanaconde zum Colca-Canyon. Morgens um 7.00 Uhr kamen wir an, checkten im Hostel ein, frühstückten dort gleich und dann ging’s auf zur Stadtbesichtigung. Im Gegensatz zu Cusco wird man hier nicht an jeder Straßenecke von Leuten belästigt, die einem was verkaufen wollen – sehr angenehm. Zusammen mit dem herrlichen, warmen Wetter sorgte das bei uns für ordentlich gute Laune. Hier ein paar Bilder aus Arequipa:

Plaza de Armas + Kathedrale

Kathedrale

Säulengänge rund um die Plaza

Für Autos gesperrte Straße in der Innenstadt.

Besonders sehenswert und beeindruckend ist das Monasterio de Santa Catalina, quasi eine Stadt in einer Stadt:

Klostergarten mit jeder Menge Obst- und Avocadobäumen.

Mittagessen! 😜

Ausblick vom Klosterdach auf einige der Vulkane, die Arequipa umgeben.

Nach ausgiebiger Stadtbesichtigung ruhten wir uns im Hostel etwas aus, dann gingen wir mit Alex, einem Kanadier aus dem Hostel, lecker Burger essen, Riesenburger mit großer Portion Pommes und Getränk für nicht ganz 5 Euro! Zurück im Hostel packten wir unsere Sachen um, da wir lediglich unsere kleinen Rucksäcke für die Colca- Canyon-Tour mitnehmen wollten. Das hieß wirklich nur das Allernötigste, wir werden dann halt 3 Tage müffeln in den gleichen Klamotten 😷😂. Bin gespannt auf den Colca-Canyon!

Viele Grüße aus Arequipa!

Salkantay Trek nach Machu Picchu – der Wahnsinn!!!

Sonntag Abend fand das Briefing für den Trek im Office von Salkantay Trekking statt, wo ich meine Gruppe und unseren Guide kennenlernte. Unsere Gruppe bestand aus 10 Personen und war vom Alter her gut gemischt zwischen 25 und Ende 50: Kai und seine Mutter Angelika aus der Nähe von Freiburg, Brian aus Texas, Art aus Texas, Ellen und Erika aus San Francisco, Kristen aus New York, Nishan und Wendy aus Toronto und ich. Unser Guide, KJ, erklärte uns ausführlich jede einzelne Tagesetappe und was wir zu erwarten hätten. Außerdem gab er uns Tipps, was wir für den Trek alles brauchen würden. Wir bekamen Duffelbags und Schlafsäcke, die von Mulis getragen werden würden, so dass wir nur unseren Tagesrucksack schleppen müssen.

1. Tag:

Am Montag ging es dann um 4.00 Uhr los, jeder wurde an seinem Hotel abgeholt und wir fuhren 2 Stunden lang nach Mollepata, wo wir erstmal lecker frühstückten. Dann ging es nochmal 1 Stunde auf einer sehr schmalen, holprigen Straße weiter zu unserem Startpunkt in Challacancha. Die Landschaft, durch die wir fuhren, war atemberaubend schön! Dort angekommen, wurden unsere Duffelbags und Schlafsäcke vom Bus auf die Mulis geladen und wir machten uns fertig für die erste Etappe. Das Wetter war noch nicht so berauschend, es war ziemlich bewölkt und kühl.

Nishan, Ellen, Kristen und Wendy mit unseren Duffelbags kurz vor dem Aufbruch.

Die erste Etappe sollte uns lediglich zu unserem Camp für die Nacht in Soraypampa führen, 3 Stunden durch „Peruvian Flats“, die alles andere als flach sind. Dafür hatten wir sehr schnell schöne Ausblicke, soweit es die Wolken zuließen:

Zwischendrin machten wir immer mal kurz Halt, und es gab informative „speeches“ von KJ, unserem Guide, der sehr viel über die Inkas, Geschichte, Traditionen, Natur und Tierwelt wusste.

Kurze Pause: Wendy, Nishan, Brian, Erika, Elle, Kristen, Kai, Angelika, Art.

Unser Guide KJ in Action bei einer seiner „speeches“.

Im Camp angekommen, bekamen wir unsere Skydomes zugewiesen, ein Iglu aus Glas, das ich mir mit Kristen, meiner Zimmerkollegin für diese Woche teilte. Die Skydomes waren fantastisch, man hatte einen unglaublichen Blick in die Berge und den Himmel, und das vom Bett aus!

Dann gab es erstmal Lunch – unglaublich, was die beiden Köche Alejandro und Kleve auf zwei Propangaskochern zauberten!!!

Für den Nachmittag war der Aufstieg vom Camp (3800m) zum Humantay Lake auf 4200m geplant. Das sollte gleichzeitig ein kleiner Test sein, damit KJ einschätzen konnte, wie fit wir sind und wie viel Zeit wir in den nächsten Tagen so brauchen würden. Ich hatte ziemlich Bedenken wegen meiner Erkältung, doch es ging erstaunlich gut bei mir. Ich startete als eine der letzten und ging ein stetiges, langsames Tempo. Die anderen waren teilweise zu schnell angegangen, teilweise hatten sie mit der Höhe zu kämpfen, so dass sie sehr viele Pausen brauchten. Anfangs versuchte ich, mit ihnen Pause zu machen, doch sobald ich anhielt, kam der Husten, so dass ich beschloss, einfach in einem durchzugehen. So stand ich als erste der Gruppe nach ca 45 Minuten am Ufer des Sees – traumhaft!

Auf dem Grat oberhalb des Sees.

Wir verbrachten bestimmt 1-1,5 Stunden dort oben, kraxelten auf dem Grat oberhalb des Sees rum, betrachteten die Landschaft und veranstalteten lustige Fotosessions. Dann ging es wieder hinunter zum Camp, wo schon Tee und Gebäck auf uns warteten, um die Zeit bis zum Abendessen zu überstehen. Das Abendessen war dann wieder der Hammer, soooo lecker!!! Nach dem Essen ging’s bald in die Kojen, da wir einen langen Tag vor uns hatten und schon um 4.30 Uhr aufstehen mussten. Da es in dieser Höhe nachts a…kalt ist, ging ich mit 4 Schichten Klamotten, Mütze und Handschuhen ins Bett, und tatsächlich fror ich nicht, lediglich der Husten verhinderte eine ausgiebige Nachtruhe.

2. Tag:

Pünktlich um 4.30 Uhr wurden wir von Kleve mit Kokatee am „Bett“ geweckt, wir packten unsere Taschen, genehmigten uns ein leckeres Frühstück und dann ging es los: heute stand der schwerste Tag an, wir hatten einen 3-stündigen Uphill-Hike bis zum Salkantay Pass auf 4600m vor uns, danach noch weitere 5-6 Stunden bergab bzw. gerade zu unserem nächsten Camp in Challay. Da einige aus unserer Gruppe höhenkrank und wirklich schlecht beieinander waren, entschieden sie sich dafür, mit dem Pferd bzw. Muli zum Pass hochzureiten, so dass wir nur zu fünft starteten. Der Hike war zwar anstrengend, aber die Ausblicke entschädigten für allen Schweiß!

Auf dem Weg Richtung Pass, im Hintergrund in der Mitte der majestätische Salkantay.

Blick zurück ins Tal, Richtung Camp.

Der Salkantay von relativ nah am Pass, ausnahmsweise mit Schnee, denn es hatte die Nacht über etwas geschneit.

Das steilste Stück, „the Seven Snakes“, mit Blick ins Tal.

At the top: Kristen und ich.

Oben am Pass angekommen, gab es heißen Kokatee von Kleve, der unterwegs mal schnell an uns vorbeigesprintet war. Hier trafen wir 5 Hiker auf unsere 5 Reiter, um gemeinsam das Gipfel- äh Passglück zu genießen. Leider konnten einige es nicht wirklich genießen, da sie wegen der Höhe mit Atemnot, Kopfschmerzen und Übelkeit zu kämpfen hatten. Mir ging es erstaunlich gut, nur der Husten war dank Pause wieder da. Wir machten etliche Bilder (leider zog es dann zu), stärkten uns mit einem Snack und KJ erzählte uns noch etwas zu den Bergen und Bräuchen der Peruaner. Bevor wir uns auf den Weg ins Tal machten, opferten wir Pachamama (Mutter Erde) noch jeder 3 Kokablätter.

Pause: KJ, Ellen, Erika, Kai, Kristen, Wendy (die mit einer SaO2 von nur 49% dringend Sauerstoff brauchte) und Nishan.

Von nun an ging es hauptsächlich abwärts, diesmal wieder mit allen zusammen. Leider fing es dann zu schneien und später zu regnen an, so dass wir nach 2-3 Stunden völlig durchnässt in unserem Lunchspot ankamen, wo Alejandro und Kleve aber zum Glück schon für leckere Wärmung von innen gesorgt hatten. Wir stürzten uns auf das Mittagessen, um danach gestärkt die letzten 3 Stunden unseres Hikes bis zum Camp zu überstehen. Zum Glück hörte es irgendwann zu regnen auf und die Sonne kam heraus. Die ganze Landschaft veränderte sich drastisch, es wurde sehr grün und deutlich wärmer.

Blick zurück in die von Wolken verhüllten Berge, wo wir gerade hergekommen waren.

Sonne und sooooo viel grün!!

Schließlich kamen wir, doch einigermaßen erledigt, in unserem Camp in Challay an. Hier hatten wir die Möglichkeit, für 10 Soles lauwarm zu duschen, was wir gerne annahmen. Da unsere Sachen völlig durchnässt waren, nutzten wir alle Möglichkeiten, die wir finden konnten, um sie zu trocknen, u.a. auch das Dach unserer Schlafhütten. Heute gönnten wir uns nach dem Abendessen noch ein Bierchen in gemütlicher Runde, zumal morgen nur ein relativ kurzer Hike anstand. Dann ging’s in die Falle, wo ich mal wieder wegen Husten nicht viel schlafen konnte. Zum Glück hatte Kristen Oropax 😜.

3. Tag:

Heute durften wir bis 5.00 Uhr „ausschlafen“, bevor wir wieder mit Kokatee geweckt wurden. Nach dem Frühstück sollte es immer dem Fluss entlang hinab ins Tal gehen bis zu unserem Camp in Lucmabamba. Dort würden wir zum Lunch eintreffen, danach stand als Erholung Ziplining und Hot Springs an, für die, die das machen wollten. Heute hatten wir Glück mit dem Wetter, den ganzen Tag schien die Sonne und es war angenehm warm. Leider war das auch das Lieblingswetter der Mücken, wir wurden ordentlich von ihnen gepiesackt!

Unsere „Andean Huts“ mit unseren Bags davor, fertig zum Aufladen auf die Mulis.

Wunderschöne Landschaft immer am Fluss entlang.

Wasserfall am Wegesrand mit Angelika und Brian davor.

Pünktlich zum Lunch kamen wir in unserem Dschungel-Camp an, wo sich nach dem Mittagessen alle bis auf Brian, er wollte im Camp bleiben, und Art, der als Fotograf mit wollte, für das Ziplining entschieden. Ich hatte das noch nie gemacht und war gespannt, was mich erwartete. Es war saucool!! Mit einem Bus fuhren wir eine halbe Stunde nach Santa Teresa, wo die Ziplines waren: 6 Ziplines, eine Hängebrücke und ein Felsen, den man raufklettern konnte. In verschiedenen Posen sausten wir die Ziplines entlang, mal sitzend, mal Kopfüber oder bäuchlings mit ausgebreiteten Armen – es war echt cool!! Hier ein paar Bilder:

Die Zipline-Crew

Danach ging es zu den Hot Springs, wo wir unsere müden Muskeln im heißen Wasser erholen und entspannen ließen. Leider hab ich da keine Bilder gemacht. Während wir noch schön im Wasser aufweichten, kam KJ herangeeilt und sagte, wir müssten sofort raus, uns umziehen und zurückfahren, da gerade Straßenblockaden aufgebaut würden wegen Protesten der Kokabauern. Sonst würden wir nicht mehr zurückkommen. Wie spannend! Aber wir hatten Glück und kamen gut durch und zurück zum Camp. Allerdings waren auch für morgen Proteste und Blockaden angesagt, so dass nicht sicher war, ob der Bus mit unseren Duffelbags durchkommen würde. Deshalb riet uns KJ, frische Klamotten und alles, was wir für den übernächsten Tag in Machu Picchu brauchten, in unseren Tagesrucksack zu packen, d.h. morgen stand wieder ein schwerer 9-Stunden-Hike an, nur diesmal mit Gepäck. Alle, die gleich am Samstag ihren Rückflug gebucht hatten, waren dementsprechend nervös, ob ihre restlichen Sachen rechtzeitig wieder in Cusco sein würden. Mit entsprechend flauem Gefühl ging es früh ins Bett, da Wecken um 4.30 Uhr angesagt war. Hier unsere Jungledomes:

4.Tag:

Nach Wecken, Packen und Frühstück stand der Abschied von unseren beiden Köchen, Vater Alejandro und Sohn Kleve an, die hervorragend für uns gesorgt hatten. Heute würden wir Lunch unterwegs bei Einheimischen und Abendessen in einem Restaurant in Aguas Calientes essen, und auch morgen war für Essen in Aguas Calientes gesorgt. Mit tosendem Applaus (und anständigem Trinkgeld) verabschiedeten wir uns von den beiden.

Abschied: KJ mit einer Rede für Alejandro und Kleve.

Dann ging es, diesmal mit doch recht schwerem Gepäck, auf einen 15-Minuten Uphillhike zur nächsten Kaffeeplantage, wo wir von Maria, der Besitzerin, in die Geheimnisse des Kaffeeanbaus eingewiesen wurden und alle Schritte des Prozesses ausprobieren durften:

Kaffeebohnen-Pflücken mit Maria.

Erika beim maschinellen Schälen der Kaffeebohnen.

Angelika beim Rösten der getrockneten Kaffeebohnen.

Ich durfte dann zum Mahlen ran.

Und dann gabs den frischen Kaffee zusammen mit einem Snack mit Avocados, Kartoffeln, Plantains und Käse – sehr lecker!!

Frisch gestärkt und nun auch wach machten wir uns auf auf unseren letzten richtigen Hike, ca 9 h nach Aguas Calientes. Die ersten 3 Stunden ging es stetig, häufig steil bergauf, da wir über die Bergkette ins nächste Tal mussten. Es war ziemlich warm und wir keuchten (in meinem Fall husteten) uns den Berg hinauf, mit Unterstützung von KJ’s Musik, die laut aus seinen Speakern dröhnte – sehr zum Unmut einiger seiner Kollegen. Egal, wir fandens toll, uns peitschte die Musik nach oben, vorbei an allen anderen Wanderern. Oben erwarteten uns tolle Ausblicke:

Schaukeln am Abgrund: Ellen und Erika.

Blick über die Berge nach Machu Picchu (in der Mitte).

Die drei Deutschen der Gruppe: Kai, ich, Angelika.

Dann ging es nur noch bergab ins Tal, wo wir, mit einer Lunchpause zwischendrin, nach 3 Stunden Hidroelektrica erreichten. Von dort fährt ein Zug nach Aguas Calientes, doch wir entschieden uns dafür, auch die letzten 3 Stunden zu hiken. Da es immer an den Gleisen entlang ging, war dieser Teil der Wanderung nicht sonderlich spannend. Zu allem Überfluss fing es dann auch noch zu regnen und gewittern an, so dass wir tropfnass und frierend in Aguas Calientes ankamen. Wir gingen gleich in unser Hotel, hüpften unter die (in meinem Fall kalte 😒) Dusche, danach ging’s zu unserem letzten gemeinsamen Abendessen. Nach KJ’s letztem Briefing für den nächsten Tag ließen wir nochmal unsere Highlights der letzten Woche Revue passieren und waren uns einig, dass es ein tolles Erlebnis gewesen war. Fast ein wenig melancholisch ging es zurück in Hotel, einige gingen noch auf ein Bierchen, andere gleich ins Bett (ratet mal, zu welcher Gruppe ich wohl gehört hab 😜).

5. Tag:

Heute wurden wir nicht liebevoll mit Kokatee geweckt, sondern mussten selbständig aufstehen, und das auch noch mitten in der Nacht, da wir uns um 4.00 Uhr mit KJ zum Anstehen für den Bus nach Machu Picchu treffen sollten. Wir hatten einstimmig beschlossen, den Bus zu nehmen statt die über 2000 Stufen nach oben zu erklimmen. Also standen wir bis 5.20 Uhr mit gefühlten Millionensiebzehn anderen Touristen an der Bushaltestelle an. In Wirklichkeit dürfen um 6.00 Uhr „nur“ 1500 Besucher nach Machu Picchu rein und um 12.00 Uhr nochmal 1000. Wir waren dann auch tatsächlich als eine der ersten drinnen, und der erste Blick auf Machu Picchu ist wirklich magisch! Leider war es so früh noch ziemlich bewölkt, weswegen die ersten Bilder noch nicht so der Hammer waren. Aber das wurde besser 😃.

Yeah, wir hatten es geschafft – den ganzen Salkantay Trek bis Machu Picchu!!!

Oben angekommen gab es die letzte, sehr ausführliche „speech“ von KJ über die Inkas und Machu Picchu. Danach hieß es Abschied nehmen von ihm – während wir uns in aller Ruhe die Anlage anschauen und den ein oder anderen Berg erklimmen konnten, bevor unser Zug um 16.20 Uhr zurück ging, würde KJ gleich zurück nach Cusco fahren. Wir hatten ihn alle in unser Herz geschlossen, weshalb der Abschied nicht leicht war, und auch ihm fiel der Abschied sichtlich schwer.

Letztes Bild mit KJ – Weltbester Guide! Danke, KJ!!

Danach schauten wir uns in Kleingruppen die Anlage an. Ich hatte keine Lust mehr, die 5000 Stufen auf den Machu Picchu Mountain rauf zu steigen, sondern begnügte mich damit, zusammen mit Brian zur Puente del Inka, zum Sonnentor und danach nach Machu Picchu selbst zu wandern. Hier ein paar Fotos:

Da wir gegen Mittag ziemlich genervt von den Menschenmassen waren (und außerdem genug gesehen hatten), machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zurück nach Aguas Calientes und trafen uns mit allen anderen (außer KJ natürlich) zum Lunch in einem Restaurant. Um 16.20 Uhr fuhren wir mit dem Zug nach Ollantaytambo, wo wir von einem Bus aufgesammelt und zurück nach Cusco gebracht wurden. Jeder duschte schnell in seinem jeweiligen Hotel/Hostel, dann trafen wir uns zum Abschiedsabendessen in einem Burgerrestaurant in der Stadtmitte. Wir waren zwar alle totmüde, aber nachdem viele schon am nächsten Tag ihre Heimreise antreten würden, war dies die letzte Chance auf ein gemeinsames Essen. Und so war der harte Kern vollzählig vertreten, nur Nishan, Wendy und leider auch KJ fehlten.

Ein sehr lustiger Abend ging dann doch etwas traurig mit Abschiednehmen zu Ende. Was für eine tolle Woche!! Und was für eine tolle Truppe – werd sie vermissen!

Für mich geht es nach einem Erholungstag (muss endlich den blöden Husten loswerden) am Sonntag mit dem Nachtbus nach Arequipa weiter, wo neben Stadtbesichtigung auch eine Trekkingtour durch den Colca-Canyon auf dem Programm stehen. Coolerweise kommt Anne mit, so dass ich die nächste Woche zu zweit unterwegs bin 😃.

Viele Grüße ein letztes Mal aus Cusco!

Cusco – eine Stadt mit vieeeeeelen Treppen!

Nach einer ereignislosen Nachtbusfahrt kam ich am Freitag morgen (21.09.) in Cusco an. Hier traf ich auch Anne wieder, wir hatten uns im gleichen Hostel verabredet. Nach dem Frühstück brachen wir zu einer Stadtbesichtigung auf. Da unser Hostel etwas außerhalb des Zentrums am Berg gelegen war, bedeutete jeder Ausflug jede Menge Treppen, und das auf einer Höhe von 3400m – ziemlich anstrengend! Dafür hatten wir einen unglaublichen Blick über die Stadt.

Das historische Stadtzentrum ist wirklich sehenswert: jede Menge Kirchen und Kolonialgebäude und nette kleine Gassen.

Was allerdings superlästig in Cusco ist, sind die vielen Verkäufer, die einem ständig irgendetwas andrehen wollen, von Massagen über Touren zu Klamotten. Ich weiß nicht, wie oft ich „No, gracias!“ sagen musste in den letzten Tagen – das war so ganz anders als in La Paz, wo sich keiner um dich schert. Aber Cusco ist halt eine richtige Touristenstadt, mit allen Vor- und Nachteilen.

Mittags trafen wir uns mit Jonas, der inzwischen auch aus Arequipa in Cusco angekommen war, zum Lunch und tauschten unsere Reisestories der letzten Tage und die Pläne für die nächsten Tage aus. Jonas wollte zum Rainbow-Mountain und die Jungle Tour nach Machu Picchu machen, Anne hatte für den nächsten Tag den Salkantay-Trek gebucht, den ich am Montag starten würde. Nachdem Anne für die Tour um 3.30 Uhr aufstehen musste und ich schon wieder eine fette Erkältung hatte, ließen wir den Abend gemütlich im Hostel ausklingen.

Leider wurde meine Erkältung immer schlimmer statt besser, ich hatte etwas Fieber, aber v.a. der Husten war superlästig (ich hielt damit den ganzen Schlafsaal wach), so dass ich nicht sicher war, ob ich die 5-Tages-Trekkingtour wirklich würde machen können. Ich versuchte, die Tour um 2-3 Tage zu verschieben, aber das war nicht möglich wegen der personalisierten Eintrittskarte für Machu Picchu. Also half alles nichts, ich musste fit werden bis Montag, weshalb ich das Wochenende nicht viel gemacht hab außer kurze Spaziergänge, Rumhängen und jede Menge Vitamine in mich reinpressen. Ich wollte die Tour auf alle Fälle machen! Und es hat geklappt, aber dazu dann mehr im nächsten Blog 😃.

Viele Grüße aus Cusco / Peru!

Isla del Sol – eine Insel im Streit

Heute ging es, nach dem Abschied von Anne, die ich aber wahrscheinlich in Cusco wiedersehen werde, um 8.30 Uhr mit dem Boot zur Isla del Sol. Ursprünglich hatte ich geplant, 1-2 Nächte dort zu verbringen. Da man im Moment aber nur den ganz kleinen südlichen Teil (ca 20% der Insel) besuchen kann, lohnt sich das nicht. Der Norden ist zur Zeit gesperrt, weil sich Norden und Süden gerade bekriegen wegen der ungerecht verteilten Einkünfte aus dem Tourismus. Der wesentlich größere Norden hat die meisten Touristenattraktionen (Inkaruinen) und somit auch mehr Einnahmen, was dem Süden nicht passt. Deshalb bekriegen sie sich seit 1,5 Jahren, bisher ohne Ergebnis / Lösung.

Das Boot legte um 10.15 Uhr im Hafen von Yumani an, von wo aus man die steilen Inkatreppen erklimmen muss, um richtig in das Dorf zu kommen – da macht man innerhalb weniger Meter gleich mal 300 Höhenmeter – lung busting!!

Ich entschied mich, oben (keuchend) angekommen, für den Weg nach Norden aus dem Dorf hinaus, da ich den Touristenmassen ein wenig entkommen wollte, und wanderte durch wunderschöne Landschaft mit atemberaubenden Aussichten auf schmalen Wegen – die Insel ist autofrei.

Irgendwann wurde ich von einem älteren Herrn freundlich aber bestimmt gebeten, umzukehren, da ich inzwischen im gesperrten Norden sei. Uuuups! Ich wollte aber nicht den gleichen Weg zurück und fragte, ob es nicht einen anderen Weg gäbe, woraufhin mir der Alte einen anderen Weg zeigte und mich bis zur „Grenze“ begleitete, um sicherzustellen, dass ich auch wirklich zurück in den Süden gehe. Schon irgendwie krass, oder? Aber hier gab es auch noch ein paar nette Aussichten, bevor ich um 15.00 Uhr das Boot zurück nach Copacabana nahm:

Morgen nehme ich den Nachtbus nach Cusco, d.h. ich werde den Tag bis dahin wohl eher entspannt mit Proviantbesorgen, bissl im Dorf spazieren und lesen verbringen.

Viele Grüße aus Copacabana (ähm, auch schon aus Cusco, weil das Internet zu schlecht war, um Bilder hochzuladen)!

Copacabana – nein, nicht Rio, sondern Titicaca-See!

Anne, Jonas und ich starteten unsere Reise zum Titicacasee mit einer Taxifahrt zum Busterminal am Cemeterio, um von dort einen stinkenden, altersschwachen, klapprigen Bus nach Copacabana zu nehmen – aber was kann man für den Preis von 25 Bolivianos (umgerechnet 3 €) auch erwarten?!

Und es kam, wie es kommen musste: wir hatten einen Platten:

Alles kein Problem, innerhalb kürzester Zeit war der Reifen gewechselt (Übung macht wohl den Meister 😂) und wir fuhren weiter. In Tiquina mussten alle aussteigen, und Bus und Passagiere fuhren auf separaten Fähren nach San Pedro hinüber. Das waren die Fähren für die Menschen, unten eine Autofähre:

Mit einstündiger Verspätung kamen wir in Copacabana an und bezogen erstmal unsere Zimmer im Hostal Florencia. Anne und ich hatten den „Mirador“ mit unglaublichem Ausblick auf Stadt und See (und unglaublich atemraubenden Aufstieg in den 5. Stock!):

Auch sonst sah unser Hostal ganz nett aus:

Danach machten wir uns auf zur Stadtbesichtigung, die sehr schnell geschehen war, da der Ort hauptsächlich Touri-Ort ist und nicht so wahnsinnig viel zu bieten hat. Hier die Kathedrale:

So langsam bekamen wir Hunger, also suchten wir uns ein Restaurant (oder eher Essensstand) und probierten die Spezialität dieser Gegend: Trucha (Forelle) – sehr lecker! Mit vollem Bauch schleppten wir uns danach den Cerro de Calvario hinauf (keuch!! Voller Bauch und auf 3800m!), um ganz romantisch den Sonnenuntergang zu sehen. Die Plackerei hat sich auf alle Fälle gelohnt!

Der Rückweg über unterschiedlich große Stufen im Halbdunkel war dann gar nicht so einfach! Im Hostal angekommen, quatschten wir noch ein bisschen, dann ging es in die Falle. Wir hatten für den nächsten Tag alle unterschiedliche Pläne: Anne wollte einen Tagesausflug zur Isla del Sol machen, für Jonas ging es mit dem Bus weiter nach Arequipa und ich hatte einen Hike um Copacabana rum geplant.

Um 10 Uhr am nächsten Tag, nach mal wieder eher dürftigem Frühstück, machte ich mich auf den Weg in den Norden Richtung Yampupata. Ich hatte kein spezielles Ziel, wollte mir nur die Halbinsel ein wenig anschauen und mich fitter machen für das Hiking in solchen Höhen. Anfangs ging es auf der Straße immer an der Küste entlang, bis ich mich an einer Abzweigung dazu entschloss, wegen der Aussicht lieber rechts den Berg hoch zu gehen.

Nach einer Weile wurde es mir zu langweilig, den Weg entlang zu gehen und ich erklomm querfeldein den nächsten Berg – unter lautem Keuchen und Nach-Luft-Schnappen! Unglaublich, wie krass anstrengend das auf 4000m ist! Und das, obwohl ich schon seit knapp zwei Wochen in dieser Höhe bin… Gemeinerweise schaut der Berg (bzw. die Berge) auf den Fotos gar nicht so dramatisch aus! 😤

Unterwegs begegneten mir dann noch diese beiden Süßen:

Nach 7 Stunden Bergtour in toller Landschaft kam ich dann völlig fertig wieder im Hostal an, wo Anne schon auf mich wartete. Ich gönnte mir eine wohlverdiente warme Dusche (das Wasser war leider eher spärlich, aber immerhin warm) und dann gingen wir im Dorf noch lecker essen. Morgen reist Anne weiter nach Cusco, ich fahre morgen zur Isla del Sol und dann am Donnerstag nach Cusco.

Viele Grüße aus Copacabana (naja, Cusco)!

Yeah, Death Road Survivors!

Heute war es endlich so weit, heute sollten wir (Anne aus den Niederlanden, die auch in unserem Hostel schlief, Frank und ich) uns todesmutig die Death Road auf Mountainbikes hinunterstürzen! Ich war schon total aufgeregt, schließlich wollte ich das schon letzte Woche machen, aber da gab es Sperrungen und gewalttätige Proteste der Kokabauern in dieser Gegend, so dass das zu gefährlich gewesen wäre.

Um 6.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum „Little Italy“, unserem Treffpunkt. Da das Restaurant aber bei unserer Ankunft noch zu war, tranken wir nebenan im „Higher Ground“ unseren Frühstückskaffee, ein total cooles Café/Restaurant mit sehr origineller Einrichtung, z.B. auf der Toilette:

Um 7.30 Uhr ging’s dann ab in den Bus, der schon mit unseren Rädern auf dem Dach auf uns wartete. Unsere Gruppe bestand aus 7 Teilnehmern (Jess + Daniel aus Australien, Favio + Harminder aus den USA, Anne aus den Niederlanden und Frank + ich), den beiden Guides Remy und Fernanda und unserem Busfahrer Torreto. Schon auf der 1,5-stündigen Busfahrt war zu merken, dass das echt eine coole Truppe war. Zuerst wies Remy uns (in sehr gutem Englisch) in Abläufe und Regeln ein, sagte was zur Ausrüstung und allem, was sonst noch wichtig war. Danach gab es eine Vorstellungsrunde, damit wir auch wissen, mit wem wir den Berg runterradeln. Oben am Pass La Cumbre, unserem Startpunkt auf ca 4500m, angekommen, bekam jeder sein Rad und seine Ausrüstung und durfte erstmal alles ausprobieren. Hier ein paar Bilder von vor dem Start – es hatte die Nacht vorher geschneit:

Danach opferten wir Pachamama hochprozentigen Alkohol, damit wir sicher unten ankommen. Manche opferten eher sich selbst was von dem hochprozentigen Tropfen, was merkwürdige Folgen hatte…

Das letzte „Vorher“-Gruppenbild:

Und dann ging es endlich los! Die ersten Kilometer heizten wir auf asphaltierter Straße den Berg hinunter. Die genialen Ausblicke genossen wir nur bei den Zwischenstopps, die Remy an strategisch wichtigen Stellen einschob, v.a. wegen Fotos und um uns die Gefahren des nächsten Abschnittes zu erläutern.

Auf diesem Teilstück fühlte ich mich supersicher, auf Straße schnell fahren kann ich! Und so kam ich als erste dicht hinter Remy am Ende dieses Teilstücks an, weit vor den anderen, yayyy!

Doch dann begann die eigentliche Death Road: eine oft sehr enge, einspurige Schotterstraße mit Felsen und großen Steinen zwischendrin, das war eine ganz andere Hausnummer! Bevor es los ging, gab es nochmal letzte Anweisungen und Hilfestellungen und natürlich ein Gruppenbild:

Und auf ging es, den Berg hinunter! Wir hatten richtig gute Räder mit Hydraulikbremsen und hervorragende Guides, von denen einer immer vorne und einer hinten fuhr, außerdem konnte jeder sein eigenes Tempo fahren. Trotzdem brachte ich es natürlich fertig, einen sensationellen Sturz (den zum Glück keiner gesehen hat, voll peinlich!) hinzulegen, weil ich vergessen hatte, dass ich Hydraulikbremsen hatte, die beim kleinsten Zug sofort bremsen. Ich versuchte an Frank dranzubleiben (unmöglich) und sah den Stein im Weg zu spät, bremste volle Kanne, das Rad blieb stehen und ich flog mit wunderschöner Judorolle über den Lenker, zum Glück auf den Weg und nicht in den Abgrund 😜. Mir war außer blauen Flecken (und angekratztem Selbstbewusstsein) nichts passiert, aber mein Sattel war total verbogen. Kein Problem, unser Versorgungsfahrzeug hatte noch einen Ersatzsattel, so dass es gleich weiter ging. Jetzt wusste ich wenigstens, wie die Bremsen funktionieren 🤔.

Die Fahrt war der Wahnsinn, es hat irrsinnig viel Spaß gemacht und war erstaunlich anstrengend dafür, dass es fast nur bergab ging – allerdings mehr als 3000hm und 60km bergab! Aber man musste immer voll konzentriert bleiben, denn der Abgrund war nie weit. Leider war die Sicht nicht immer gut, aber für Aussicht war während des Fahrens eh keine Zeit 😊.

Hier noch ein paar Bilder:

In Coroico angekommen, mussten wir uns noch einen halben Kilometer bergauf quälen (dafür waren die Downhill-Bikes nicht wirklich geeignet), bis wir laut keuchend am Ziel, einem Hotel mit Swimmingpool, ankamen. Inzwischen war uns ordentlich heiß, zum einen wegen der Anstrengung, zum anderen, weil es hier 25 Grad hatte. Krass, heute morgen waren wir im Schnee bei um die 0 Grad gestartet! Also nichts wie ab in den Pool, am besten noch mit dem wohlverdienten Bier:

Nach dem Erfrischungsbad gab es noch lecker Essen, bevor wir die 2,5-stündige Rückfahrt nach La Paz antraten. Was für ein geniales Abenteuer, das würde ich sehr gerne wiederholen!!!

Hier noch unsere fearless leaders Remy und Fernanda, und ich mit dem Boss:

Zurück in La Paz beschlossen Anne, Frank und ich nach dem Duschen noch zum Essen in das Restaurant von heute morgen zu gehen. Lustigerweise und ohne, dass das verabredet gewesen wäre, trafen wir dort unsere gesamte Death Road Crew wieder und hatten noch einen schönen gemeinsamen Abend mit Essen und bolivianischem Wein.

Morgen fahre ich mit Anne und Jonas (aus München), ebenfalls eine Hostelbekanntschaft, mit dem Bus nach Copacabana. Dann heißt es wieder Abschied nehmen von Frank. Was für ein cooles Wochenende!

Viele Grüße zum (vorerst?) letzten Mal aus La Paz (ähm, inzwischen Cusco)!

Zwei Münchner in La Paz

Kaum mit dem Nachtbus aus Uyuni wieder in La Paz angekommen, kam es nach 4 Monaten endlich zu einem Wiedersehen mit Frank, der schon seit Mai in Südamerika unterwegs ist. Wir hatten es doch tatsächlich geschafft, dass sich unsere Wege für dieses Wochenende kreuzten – Frank kam vom Norden, also Peru und Titicacasee (wo es für mich dann hingeht), ich vom Süden nach La Paz. Wir hatten uns in dem Hostel verabredet, in dem ich vor Uyuni auch war, und so starteten wir unser Wiedersehen erstmal mit einem leckeren Frühstück im Hostel. Danach ging’s auf in die Stadt zur Stadtbesichtigung – nach der Red Cap Guided Walking Tour war ich bestens gerüstet, Frank die Stadt zu zeigen 😜. Da ich schon genug Fotos von La Paz gepostet habe, hier nur noch ein paar Eindrücke vom Alltags- bzw. Straßenleben:

Den Abend verbrachten wir im Hostel im Gespräch mit Robert, einem österreichischen Bergführer, der jetzt in La Paz lebt. Mit ihm möchte Frank nächste Woche den ein oder anderen 6000er besteigen – aber ohne mich, das ist mir zu krass😊.

Am Samstag besuchten wir vormittags den Markt, wo Frank ein Fußballtrikot der bolivianischen Nationalmannschaft und ich eine Sonnenbrille erstanden. Dann machten wir eine Teleférico-Tour (ich kannte mich da ja schon aus) durch die Stadt mit einem Mittagessensstop in El Alto:

Danach ging es schnurstracks zum Hernando Siles Fußball-Stadion, wir wollten uns ein Erstligaspiel zwischen Bolivar La Paz und The Destroyers Santa Cruz anschauen. Für 30 Bolivianos (umgerechnet 3,75€) erstanden wir Tickets für die Kurve der Heimmannschaft, wo die Kapelle und die Fans schon fleißig probten. Leider gingen die Fans in dem 40.000 Zuschauer fassenden Stadion doch etwas unter…

Das Spiel war, wie nicht anders zu erwarten, eher bescheiden. Die Gäste aus dem 3000m tiefer gelegenen Santa Cruz hatten gegen Bolivar nicht den Hauch einer Chance, und so bekamen wir zwar wenig Niveau, aber dafür 6 Tore zu sehen – das Spiel endete 5:1. Aber es war mal ein Erlebnis, ein Fußballspiel im höchstgelegenen (von der FIFA zugelassenen) Stadion der Welt zu sehen 😊.

Abends gingen wir mit fünf anderen Hostelgästen noch was essen und dann relativ früh ins Bett – am Sonntag wartete die Death Road auf uns, aber dazu mehr im nächsten Blog.

Viele Grüße mal wieder aus La Paz (ok, zum Zeitpunkt des Postens wars dann schon Cusco 😜)!

Salar de Uyuni + Lagunas

So, endlich finde ich mal wieder die Zeit, euch zu schreiben und ein paar Bilder hochzuladen – leider dauert das hier eine gefühlte Ewigkeit, weil das Internet so langsam ist… Wie ja schon in meinem letzten Blogbeitrag angekündigt, fuhr ich Montag mit dem Nachtbus nach Uyuni, wo wir gegen 7.30 Uhr ankamen. Da ich bis zum Beginn der Jeeptour um 10.30 Uhr noch Zeit hatte, schaute ich mir die Stadt ein wenig an, die jedoch nicht allzu viel zu bieten hat:

Um 10.30 Uhr ging’s dann los mit der Jeeptour, unsere Rucksäcke wurden auf dem Dach befestigt und wir quetschten uns in den Jeep. Unsere Gruppe bestand aus vier Brasilianern (die kaum Englisch konnten und sonst auch nur „Portuñol“, was ich kaum verstand), mir und unserem Driver und Guide Ronald, der zum Glück erstens ein sehr klares Spanisch sprach, was ich sehr gut verstand und zweitens zusätzlich gut Englisch konnte. So hatte ich immerhin ihn als Ansprechpartner 😊.

Aber trotz der Kommunikationsprobleme waren die Brasilianer sehr nett und gaben sich Mühe, mich mit einzubeziehen. Unsere erste Station war der Cemetario de Trens, den ich jetzt nicht so wahnsinnig interessant fand, ganz im Gegensatz zu dem brasilianischen Pärchen Chris und Luis: Ausgemacht waren 20 Minuten Besichtigungszeit, die beiden kamen nach sage und schreibe einer Stunde wieder! Mit Zeiten hatten es die Brasilianer generell nicht so… 😜

Über einen Zwischenstopp in dem Dorf Colchani, wo wir dazu verführt werden sollten, Tourikram zu kaufen (echt faszinierend, die meisten machens wirklich!), ging es dann endlich in die Salar de Uyuni. Ich kannte ja schon die Salinas Grandes in Argentinien, aber die sind im Vergleich wirklich niedlich. Unendliche weiße Weiten! Einmal waren die saltflats auch Teil der Ralley Dakar, was man hier überall stolz gezeigt bekommt.

Mittagessen gab es in einem Salzhotel mit Speisesaal, in dem die jeweiligen Fahrer das mitgebrachte Essen für ihre Gruppen vorbereiteten. Da fast alle Agenturen die gleiche Route anbieten, sammeln sich an den Besichtigungs- und Essensplätzen dann immer 20-30 Jeeps mit Besatzungen – das fand ich nicht so toll. Aber was soll’s, ist halt so, und sehenswert ist es trotzdem!

Nach dem Essen ging’s ganz tief in die Salzwüste zum Fotoshooting, das unser Driver / Guide / Fotograf professionell durchführte – war eine Riesengaudi! Aber seht selbst:

Unser letzter Stopp des ersten Tages war die Isla Inkahuasi, auch Kakteeninsel genannt, die tatsächlich wie eine Insel in der Salzwüste liegt. Von dort hat man, wenn man den kleinen Berg erklimmt (gar nicht so einfach bei einer Höhe von 3800m – keuch!), einen tollen Blick über die weißen Weiten:

Danach ging’s raus aus der Salar de Uyuni zu einem kleinen Salzhotel, wo wir unsere erste Nacht verbrachten – ich hatte sogar ein Einzelzimmer! Dafür gab es kein warmes Wasser, d.h. Dusche fiel aus 😝.

Am nächsten Morgen gab es nach schlecht geschlafener Nacht (konnte ewig nicht einschlafen, weil es so kalt war) ein spartanisches Frühstück mit drei Tage alten Semmeln, aber immerhin Kaffee, so dass wir gut gewärmt erst den Jeep beluden und dann selbst wieder in den Jeep stiegen.

Heute ging es hinauf in die Berge Richtung chilenische Grenze. Nach abenteuerlicher (aber dank der Fahrkünste von Ronald immer sicheren) Fahrt über Piste, Felsen, Schotter usw. kamen wir zu unserem ersten Stopp, einem semi-aktiven Vulkan, der zwar noch vor sich hinraucht, aber nicht mehr ausbricht.

Hier durfte ich mich mal ein bisschen austoben, die Gegend erkunden und herumklettern in der tollen Landschaft, während die Brasilianer höhengeschwächt lieber am Touristand Bier tranken.

Danach ging es weiter zu diversen Lagunen mit jeder Menge Flamingos, jede einzelne einfach atemberaubend schön!

Unser letzter Stopp des Tages war die Laguna Colorada, die bei den richtigen Wetterbedingungen (viel Wind und Sonne) rot leuchtet, da durch den Wind die sonst am Seeboden liegenden Mineralien aufgewirbelt werden, die für die rote Farbe sorgen:

Neben Flamingos gab es hier auch ganz viele Lamas und einen Fuchs:

Ich bin eine Stunde um die Lagune gewandert, war superschön, trotz eisigem Wind. Meine unter der Höhe leidenden Mitreisenden warteten im Auto, war mir aber ehrlich gesagt egal.

Diese Nacht verbrachten wir in einer Herberge auf 4300m, die (wie überall hier) ziemlich kalt war, und auch hier gab es kein warmes Wasser, aber inzwischen hatte ich mich schon ans Nichtduschen gewöhnt 🙃. Nach dem Abendessen erzählte uns Ronald noch ganz viel über Bolivien, die Lebensweisen und verschiedenen Kulturen und auch über Politik und den inzwischen umstrittenen Präsidenten Evo Morales. Das war sehr interessant! Doch weil wir am nächsten Tag schon um 5.00 Uhr aufbrechen mussten, gingen wir relativ früh ins Bett. Das hätte ich mir auch sparen können – erst war mir saukalt und ich konnte nicht einschlafen, dann schlug die Höhenkrankheit bei zweien der Brasilianern voll zu (wir schliefen alle in einem Zimmer): Chris musste sich immer wieder Erbrechen und bekam keine Luft, Adajuto zitterte und hatte auch Probleme mit der Atmung. Da war an Schlaf nicht zu denken, so dass wir alle froh waren, als wir um 4.30 Uhr aufstehen konnten und es weiter ging. Ronald versorgte die Kranken noch mit Tabletten, die aber nur bedingt helfen.

Der dritte Tag der Tour führte uns zuerst zu unechten Geysiren (es ist einfach nur Dampf, der durch die vulkanische Aktivität aus dem Boden entweicht) und blubbernden und rauchenden Schwefelfeldern, im Sonnenaufgang echt mystisch:

Die zweite Station des heutigen Tages war die Laguna Verde, also die grüne Lagune, die vor einem Vulkan liegt und bei Wind grün schimmert. Als wir da waren, war es aber wohl nicht windig genug…

Durchgefroren von der Nacht, wie ich war, freute ich mich schon die ganze Zeit auf das nächste Highlight: die Thermalquellen. Hier ließen Kleve und ich uns eine Stunde lang im heißen Wasser aufweichen – ein Traum! Die anderen Brasilianer waren leider noch nicht wieder fit genug und schliefen lieber im Auto. Leider gibt es hiervon keine Bilder, Kleve hat sie mir (noch?) nicht geschickt.

Der letzte Programmpunkt vor der langen Rückfahrt nach Uyuni war der Felsengarten, wo man durch Wind und Regen zu interessanten Formen geformte Felsen bewundern konnte:

Danach ging es zurück nach Uyuni, und den Brasilianern ging es mit jedem Höhenmeter, den wir nach unten fuhren wieder besser, die Armen! Um ca 17.00 Uhr kamen wir in Uyuni an, von wo aus ich mit dem Nachtbus wieder zurück nach La Paz fuhr.

Fazit der Tour: die Landschaften hier im Süden Boliviens sind atemberaubend schön und wirklich sehenswert. Allerdings wäre es mir lieber gewesen, allein (nicht erlaubt) oder mit einer privaten Tour (die leider unbezahlbar ist) unterwegs zu sein, da man sich dann nicht an festgelegte Routen und eng getaktete Zeitpläne halten muss.

Noch eine Anmerkung zu diesem Blogbeitrag: Es hat sage und schreibe 3 Stunden gedauert, bis die Bilder hochgeladen waren!! 💩 Internet hier!!! Geschrieben wären die nächsten drei Berichte schon, aber das mit den Bildern kann dauern…

Viele Grüße inzwischen aus Cusco!

Ich lebe noch 🤗

Hallo zusammen, wollte euch nur ein kurzes Lebenszeichen schicken, da ich ja jetzt länger keinen Blogbeitrag mehr verfasst habe. Ich habe in den letzten Wochen so einiges erlebt, ich war auf einer 3-tägigen Jeeptour zur Salar de Uyuni und mehreren Lagunen, bin die Death Road mit dem Mountainbike hinunter gebrettert, hab mich mit Frank getroffen und zusammen mit ihm La Paz erkundet und bin inzwischen am Titicacasee angekommen, von dem es jedoch morgen schon wieder weiter nach Cusco geht. Leider ist das Internet hier zu schlecht, um euch mit ausführlichen Berichten und Fotos zu versorgen, aber das werde ich nachholen, sobald ich besseres Internet habe, versprochen!

Viele Grüße einstweilen aus Copacabana!