3-Tages-Trek im Colca-Canyon

Nach mehr als 7-stündiger Busfahrt (der Bus war unendlich langsam!) durch teilweise atemberaubende Landschaft kamen Anne und ich Dienstag nachmittag um 16.30 Uhr endlich in Cabanaconde an. Wir checkten im Pachamama Homestay ein und gönnten uns nach vielen Nächten in Schlafsälen mal ein Zimmer nur für uns – was für ein Luxus! Der Besitzer des Hostals ist gleichzeitig Guide und gibt jeden Tag Tipps für Touren durch den Colca-Canyon, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Und so fanden wir uns um 17.30 Uhr im Restaurant des Pachamama ein, zusammen mit anderen Wanderwütigen, wo wir eine „Sammeleinweisung“ bekamen und anschließend individuelle Touren absprechen konnten. So gut beraten, stand unsere Tour am Abend noch fest: Wir würden am ersten Tag nach Llahua den Canyon hinabwandern, am zweiten Tag durch den Canyon nach San Juan de Chuccho und am dritten Tag aus dem Canyon hinaus zurück nach Cabanaconde. Nach einem leckeren Abendessen ging es dann früh ins Bett – wir wollten morgen vor der Wanderung noch mit dem Bus zum Cruz del Condor, um Kondore zu beobachten.

1.Tag:

Morgens um 6.30 Uhr machten wir uns nach ausgiebigem Frühstück auf zur Bushaltestelle und mit einem altersschwachen Bus, der kaum die Berge rauf kam, ging es zum Cruz del Condor, wo schon etliche Touristen auf Kondore warteten. Wir mussten auch gar nicht lange warten, da flogen schon ein paar von ihnen den Canyon rauf und runter. Einer kam sogar richtig nah und flog über uns drüber. Sie sind nur leider zu schnell für die Kamera, weshalb die Bilder nicht soooo doll sind…

Cruz del Condor mit auf Kondore wartenden Touristen.

Blick hinab in den Canyon.

Meine beiden besten Versuche, diese riesigen Vögel zu fotografieren 😳.

Nach erfolgreicher „Kondorbesichtigung“ schnappten wir uns einen Minibus zurück nach Cabanaconde und starteten unsere Wanderung nach Llahua. Zuerst ging es mit wundervollen Ausblicken oben am Rand des Colca-Canyons entlang zum ersten Mirador. Um diese Jahreszeit ist es sehr trocken hier, weshalb alles so braun und etwas trostlos aussieht.

Kurze Zeit später führte der Weg bergab in den Canyon hinein, zuerst noch relativ gemäßigt, aber bald schon wurde der Weg ziemlich steil und sehr unangenehm zu begehen, da es wegen dem Geröll sehr rutschig war. Aber der tolle Ausblick entschädigte für die Quälerei bergab. Und zu meiner Freude (nicht so sehr für Anne) war es schön warm, um nicht zu sagen heiß, genau mein Wetter!

Ca. 1200m tiefer kamen wir dann am Grund des Canyons an, dem Rio Colca. Hier gab es nicht nur eine Brücke für die Autos, sondern auch eine sehr wackelige Hängebrücke für Fußgänger, die aber wegen Altersschwäche gesperrt war. Außerdem hatte der Fluss einen Geysir zu bieten:

Bis zu unserer Unterkunft, der Llahua Lodge, hatten wir noch einen Berg zu überwinden, einmal hoch und das ganze wieder hinunter bis zum Fluss. Dafür wurden wir mit unserer eigenen Blockhütte, einer kalten Cola und Hot Springs belohnt, wofür besonders unsere Beinmuskulatur dankbar war. Bis Spätnachmittags waren dann doch relativ viele andere Wanderer in Llahua angekommen, die natürlich alle im heißen Wasser endeten, wo wir schon bald eine sehr lustige Runde aus Menschen aus allen möglichen Ländern beisammen hatten.

Sieht ein bisschen aus wie Baustelle, ist aber die Llahua Lodge, vielmehr Rezeption + Restaurant.😜

Weit unten am Fluss waren die Hütten.

Unsere Hütte für eine Nacht.

Anne und ich in den Hot Springs mitten im Fluss.

Den Abend verbrachten wir im Restaurant der Lodge oben am Berg, wo es ein etwas sparsames Abendessen, einen Pisco Sour und jede Menge gute Laune gab. Danach ging es früh ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.

Die beiden Dutch Girls Anne und Luisa.

Abendessenrunde: Pauline aus Frankreich, Luisa, Sean aus England, ich und Anne.

2. Tag:

Um 6.00 Uhr früh (naja, bis wir es hatten, war es 6.30 Uhr) gab es ein ebenfalls sehr sparsames Frühstück und danach brachen wir auf Richtung Tagesziel San Juan de Chuccho. Die ersten drei Stunden ging es bergauf bis zum nächsten Mirador, und schon bald war uns dank herunterbrennender Sonne und Berg ziemlich warm.

Nach wohlverdienter Pause am Aussichtspunkt machten wir uns auf den Weg nach Malata, wo wir uns nach den letzten beiden sehr sparsamen Mahlzeiten ein großes Mittagessen gönnten.

Da es noch sehr früh war, beschlossen wir, nicht auf direktem Weg nach San Juan zu gehen, sondern über Tapay, wofür wir zusätzliche 700 Höhenmeter nach oben (und danach natürlich auch wieder nach unten) zu überwinden hatten. Das Dorf Tapay selbst hatte zwar nicht sonderlich viel zu bieten, aber der Trail dorthin und von dort nach San Juan war wunderschön, wenn auch anstrengend.

In San Juan angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem von Luisa empfohlenen Hostel, checkten ein und genossen die volle Aufmerksamkeit der Gastgeberin, da wir ihre einzigen Gäste waren.

Wir bekamen neben einer heißen Dusche (und nicht ganz frischen Kissenbezügen) ein superleckeres Abendessen im Kerzenschein auf der Veranda. Die Aussicht von dort war allerdings beängstigend, da wir genau auf den Trail schauten, der uns am nächsten Tag aus dem Canyon hinaus bringen sollte – 1300hm über nur 6 km!!! Es sah aus, als müssten wir eine steile Wand hochklettern! Das konnte ja heiter werden…

3. Tag:

Da wir der großen Hitze entkommen wollten (zusätzlich zu den vielen Höhenmetern), beschlossen wir, schon um 5.30 Uhr zu frühstücken, um früh loszukommen. Wir hatten beide nicht so toll geschlafen, sei es wegen der Nervosität ob der erwarteten Anstrengung oder wegen der nicht ganz so sauberen Bettwäsche… Frisch gestärkt vom ausgiebigem Frühstück brachen wir auf, um die Canyonwand zu erklimmen.

Zum Glück war es dann nicht so schlimm, wie befürchtet (oder wir waren inzwischen wirklich fit 😜). Der Weg schlängelte sich in Serpentinen, meist nicht supersteil, die Wand entlang nach oben. Zwischendrin gab es steile Passagen mit Stufen (ich hasse Stufen!!!), aber auch flachere Passagen, auf denen man den tollen Ausblick über das Colca-Tal genießen konnte.

Nach 3 Stunden waren wir oben am Mirador San Miguel angekommen, von wo gerade etliche organisierte Touren losstarteten, hinab in den Canyon. Wir waren echt froh, dass wir das ohne Gruppe gemacht hatten!

Die letzten Kilometer zurück nach Cabanaconde waren ein Klacks, es ging bergab! Wir besorgten uns noch Obst, Getränke, Süßkram und unsere Bustickets nach Arequipa, bevor wir unter die wohlverdiente Dusche und in frische Klamotten (yayyy, was für ein tolles Gefühl!) hüpften und den Rest des Tages mit Whatsappen (nach 3 Tagen ohne Internet) und Rumhängen verbrachten.

Da Anne schon morgen zurück nach Arequipa fahren würde, war dies unser letzter gemeinsamer Abend. Den verbrachten wir standesgemäß mit einem leckeren Abendessen und Pisco Sour. Ich fahre erst am Sonntag zurück nach Arequipa und von dort nach Lima.

Viele Grüße aus Cabanaconde!

5 Kommentare zu „3-Tages-Trek im Colca-Canyon“

  1. Mensch, wenn du jetzt nicht fit bist, dann weiß ich auch nicht. Man hat den Eindruck, du bist nur in Action! Ich freue mich so sehr, dich lachend auf den Selfies zu sehen! Es geht dir gut, du triffst tolle Menschen und darfst grandiose Landschaft bewundern. Ich hab dich lieb, Sissi!

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    1. Hi Schwesterlein, keine Angst, bin nicht nur in Action – heute ist Faulenzen angesagt. Hab den ganzen Tag in der Sonne gelegen und gelesen 😉
      Nachher geht dann mein Flug nach Lima. Aber ja, mir geht es sehr gut und ich genieße das Reisen sehr! Hab dich auch lieb! Drück dich aus der Ferne! 😘

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  2. Unglaublich, diese Tour, atemberaubende Bilder… ich bin grad ein bisschen neidisch, das muss ich zugeben. Wir sind nicht durch den Canyon, leider…

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    1. Ja, da hast du echt was verpasst. Hab v.a. genossen, dass man das ohne Guide und Gruppe machen konnte – war cool, selbst zu entscheiden, wohin man geht, wo u wie viele Pausen man macht usw. 😊

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  3. Hallo Susi,
    jetzt komm ich auch mal dazu in deinem Blog zu lesen! Tolle Bilder 🙂 Noch weiterhin eine super Zeit!
    Viele Grüße aus München! Claudia

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