Yeah, Death Road Survivors!

Heute war es endlich so weit, heute sollten wir (Anne aus den Niederlanden, die auch in unserem Hostel schlief, Frank und ich) uns todesmutig die Death Road auf Mountainbikes hinunterstürzen! Ich war schon total aufgeregt, schließlich wollte ich das schon letzte Woche machen, aber da gab es Sperrungen und gewalttätige Proteste der Kokabauern in dieser Gegend, so dass das zu gefährlich gewesen wäre.

Um 6.30 Uhr machten wir uns auf den Weg zum „Little Italy“, unserem Treffpunkt. Da das Restaurant aber bei unserer Ankunft noch zu war, tranken wir nebenan im „Higher Ground“ unseren Frühstückskaffee, ein total cooles Café/Restaurant mit sehr origineller Einrichtung, z.B. auf der Toilette:

Um 7.30 Uhr ging’s dann ab in den Bus, der schon mit unseren Rädern auf dem Dach auf uns wartete. Unsere Gruppe bestand aus 7 Teilnehmern (Jess + Daniel aus Australien, Favio + Harminder aus den USA, Anne aus den Niederlanden und Frank + ich), den beiden Guides Remy und Fernanda und unserem Busfahrer Torreto. Schon auf der 1,5-stündigen Busfahrt war zu merken, dass das echt eine coole Truppe war. Zuerst wies Remy uns (in sehr gutem Englisch) in Abläufe und Regeln ein, sagte was zur Ausrüstung und allem, was sonst noch wichtig war. Danach gab es eine Vorstellungsrunde, damit wir auch wissen, mit wem wir den Berg runterradeln. Oben am Pass La Cumbre, unserem Startpunkt auf ca 4500m, angekommen, bekam jeder sein Rad und seine Ausrüstung und durfte erstmal alles ausprobieren. Hier ein paar Bilder von vor dem Start – es hatte die Nacht vorher geschneit:

Danach opferten wir Pachamama hochprozentigen Alkohol, damit wir sicher unten ankommen. Manche opferten eher sich selbst was von dem hochprozentigen Tropfen, was merkwürdige Folgen hatte…

Das letzte „Vorher“-Gruppenbild:

Und dann ging es endlich los! Die ersten Kilometer heizten wir auf asphaltierter Straße den Berg hinunter. Die genialen Ausblicke genossen wir nur bei den Zwischenstopps, die Remy an strategisch wichtigen Stellen einschob, v.a. wegen Fotos und um uns die Gefahren des nächsten Abschnittes zu erläutern.

Auf diesem Teilstück fühlte ich mich supersicher, auf Straße schnell fahren kann ich! Und so kam ich als erste dicht hinter Remy am Ende dieses Teilstücks an, weit vor den anderen, yayyy!

Doch dann begann die eigentliche Death Road: eine oft sehr enge, einspurige Schotterstraße mit Felsen und großen Steinen zwischendrin, das war eine ganz andere Hausnummer! Bevor es los ging, gab es nochmal letzte Anweisungen und Hilfestellungen und natürlich ein Gruppenbild:

Und auf ging es, den Berg hinunter! Wir hatten richtig gute Räder mit Hydraulikbremsen und hervorragende Guides, von denen einer immer vorne und einer hinten fuhr, außerdem konnte jeder sein eigenes Tempo fahren. Trotzdem brachte ich es natürlich fertig, einen sensationellen Sturz (den zum Glück keiner gesehen hat, voll peinlich!) hinzulegen, weil ich vergessen hatte, dass ich Hydraulikbremsen hatte, die beim kleinsten Zug sofort bremsen. Ich versuchte an Frank dranzubleiben (unmöglich) und sah den Stein im Weg zu spät, bremste volle Kanne, das Rad blieb stehen und ich flog mit wunderschöner Judorolle über den Lenker, zum Glück auf den Weg und nicht in den Abgrund 😜. Mir war außer blauen Flecken (und angekratztem Selbstbewusstsein) nichts passiert, aber mein Sattel war total verbogen. Kein Problem, unser Versorgungsfahrzeug hatte noch einen Ersatzsattel, so dass es gleich weiter ging. Jetzt wusste ich wenigstens, wie die Bremsen funktionieren 🤔.

Die Fahrt war der Wahnsinn, es hat irrsinnig viel Spaß gemacht und war erstaunlich anstrengend dafür, dass es fast nur bergab ging – allerdings mehr als 3000hm und 60km bergab! Aber man musste immer voll konzentriert bleiben, denn der Abgrund war nie weit. Leider war die Sicht nicht immer gut, aber für Aussicht war während des Fahrens eh keine Zeit 😊.

Hier noch ein paar Bilder:

In Coroico angekommen, mussten wir uns noch einen halben Kilometer bergauf quälen (dafür waren die Downhill-Bikes nicht wirklich geeignet), bis wir laut keuchend am Ziel, einem Hotel mit Swimmingpool, ankamen. Inzwischen war uns ordentlich heiß, zum einen wegen der Anstrengung, zum anderen, weil es hier 25 Grad hatte. Krass, heute morgen waren wir im Schnee bei um die 0 Grad gestartet! Also nichts wie ab in den Pool, am besten noch mit dem wohlverdienten Bier:

Nach dem Erfrischungsbad gab es noch lecker Essen, bevor wir die 2,5-stündige Rückfahrt nach La Paz antraten. Was für ein geniales Abenteuer, das würde ich sehr gerne wiederholen!!!

Hier noch unsere fearless leaders Remy und Fernanda, und ich mit dem Boss:

Zurück in La Paz beschlossen Anne, Frank und ich nach dem Duschen noch zum Essen in das Restaurant von heute morgen zu gehen. Lustigerweise und ohne, dass das verabredet gewesen wäre, trafen wir dort unsere gesamte Death Road Crew wieder und hatten noch einen schönen gemeinsamen Abend mit Essen und bolivianischem Wein.

Morgen fahre ich mit Anne und Jonas (aus München), ebenfalls eine Hostelbekanntschaft, mit dem Bus nach Copacabana. Dann heißt es wieder Abschied nehmen von Frank. Was für ein cooles Wochenende!

Viele Grüße zum (vorerst?) letzten Mal aus La Paz (ähm, inzwischen Cusco)!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s