259 Tage ohne Paddy…

Inzwischen haben Paddy und ich uns seit 259 Tagen (oder 37 Wochen oder 9,5 Monaten) nicht mehr gesehen, nicht mehr in den Armen gehalten oder geküsst. An manchen Tagen ist es unglaublich schwer, das zu ertragen und man möchte sich nur verkriechen und den ganzen Tag weinen, an anderen Tagen ist es etwas besser, aber das Vermissen ist immer da und nimmt einem jegliche Motivation, irgendwas Sinnvolles zu tun oder an dem, was man sonst so gerne macht, viel Freude zu empfinden. Zum Glück sind Paddy und ich gut darin, uns gegenseitig aufzumuntern, und meistens geht es uns nicht beiden gleichzeitig richtig schlecht, aber es ist schwer zu ertragen, den anderen traurig und niedergeschlagen vor dem Computer zu sehen und ihn nicht in den Arm nehmen zu können. Und weiterhin kein Ende in Sicht…

Immerhin gibt es kleine Fortschritte in Neuseeland, sie haben seit Mittwoch letzter Woche wieder angefangen, Partnership Visas zu bearbeiten, die sich schon vor Corona aufgestapelt hatten – seit September 2019! Ab Anfang Oktober soll es außerdem eine Erleichterung für die 61 Visa-freien Länder geben: von da an können Partner z.B. auch aus Deutschland versuchen, eine Ausnahmegenehmigung zu bekommen, dann ein Visum beantragen und wenn beides genehmigt wird, dürfen sie alleine nach Neuseeland einreisen. Bisher ging das nur, wenn der neuseeländische Partner einen im eigenen Land „abgeholt“ hat und man gemeinsam wieder nach Neuseeland eingereist ist – was nicht nur infektionstechnisch gar keinen Sinn gemacht hat, sondern auch doppelt so teuer war mit Flugtickets und Quarantäne-Kosten. Trotzdem muss man dann immer noch nachweisen, dass man in einer „genuine and stable relationship“ ist, was in Neuseeland nur durch Zusammen-Wohnen anerkannt ist. D.h. leider bringen uns diese Änderungen gar nichts, da wir noch nicht zusammen gewohnt haben. Aber immerhin tut sich endlich mal etwas. Vielleicht werden ja ab Mitte November auch wieder Visitor Visas bearbeitet, dann haben wir eine größere Chance… mal sehen. Wir werden es trotzdem mit der Ausnahmegenehmigung im Oktober versuchen, rechnen uns aber so gut wie keine Chancen aus. Die andere Möglichkeit ist die, dass Paddy mich „abholt“, dann steigen unsere Chancen um einiges (keine Ahnung warum), deshalb hoffe ich, dass er im Januar herkommen kann – wenigstens würden wir uns dann (nach einem Jahr!!!) mal wieder sehen, auch wenn ich die Ausnahmegenehmigung nicht bekommen sollte. Naja, mal sehen.

Aber das Leben muss ja in der Zwischenzeit auch irgendwie weiter gehen, und so versuche ich das Beste draus zu machen und habe zum Glück ganz viele Freunde, die mir dabei helfen 🙂

Zunächst war ich erfolgreich auf Arbeitssuche – ab 01.10. werde ich im Klinikum Freising auf der Intensivstation anfangen und auch dort im Personalwohnheim wohnen. Eigentlich wollte ich ja wieder im Rechts der Isar auf meiner alten Station arbeiten, aber dort sah es schlecht mit Zimmer im Personalwohnheim aus (und wenn, dann wäre das Zimmer unmöbliert), so dass ich mich dann für Freising entschieden habe. Ich kenne das Klinikum noch aus meiner Ausbildung, obwohl sich in den letzten 20 Jahren einiges verändert hat. Aber ich habe nie in Freising gewohnt, und so bin ich, als ich zum Vorstellungsgespräch dort war, ein wenig in der Stadt rumgelaufen und habe es mir angeschaut – Fazit: echt ganz nett! Aber seht selbst 🙂

Freisinger Marienplatz.
Innenstadt von Freising.
Innenstadt von Freising.
Freisinger Dom.

Nachdem ich mir meinen neuen Arbeitsplatz gesichert hatte, konnte ich dann meine vorerst letzten freien Tage nochmal genießen. Natürlich war ich bei dem tollen Wetter wieder fleißig radeln, unter anderem eine Runde nach Dachau, und von dort an der Amper entlang und über Unter- und Oberschleißheim wieder zurück. Ich war vorher noch nie wirklich in Dachau, sondern bisher immer nur durchgefahren, und habe gleich mal eine kleine Stadtbesichtigung gemacht.

Schloss Dachau.
Altstadt in Dachau.
Irgendein Entenweiher unterwegs 🙂
So schau ich beim Radeln aus – neuerdings auch mit Helm, dank Paddy 😉

Außerdem nutzte ich die Zeit, mich mit einigen meiner Freunde zu treffen, unter anderem mit Laura, die ich im Dezember 2018 in Christchurch kennen gelernt habe, als sie dort work & travel gemacht hat – war sehr nett, sie mal wieder zu sehen!

Laura, mit der ich in Neuseeland ein paarmal unterwegs war.

Auch bei Walter und Elli war ich mal wieder zu Gast, diesmal waren wir faul und haben einfach Essen bestellt und Walters leckeren Wein getrunken:

Elli, Walter, Stephan und ich in geselliger Runde auf dem Balkon.

Ein weiteres Highlight der letzten 2 Wochen war das Entenessen am Samstag bei Sven und Tanja, zu dem auch Baui eingeladen war, ein Ex-Kollege, den ich schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen habe. Es war ein schöner Abend mit sehr leckerem Essen und gutem Wein von Walter 🙂

Sven, Tanja und Baui mit der leckeren Ente.
Soooooo lecker!!! Danke, Sven!

Jetzt bricht also meine letzte Woche hier in Lochhausen an, nächste Woche Dienstag oder Mittwoch ziehe ich um in mein neues Heim in Freising. Dann muss ich mich erstmal wieder dran gewöhnen, alleine zu wohnen… die beiden werden mir schon abgehen… sie haben mich echt verwöhnt die letzten Wochen, von leckerem Essen über schöne Gespräche bis hin zu Ablenkung bzw. Aufmuntern, wenn es mir wegen Paddy und unserer Situation mal wieder schlecht ging.

Tanja und Sven ganz schick zum Ausgehen.
Anton mit meinem Schuh, in der Hoffnung, dass er fürs Schuhbringen was zum Futtern bekommt 🙂

So, das wars erstmal wieder von mir, den nächsten Blogeintrag gibt es dann wahrscheinlich schon von meinem neuen Zuhause aus! Ich wünsche euch eine schöne Woche, bleibt gesund!

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