Mistwetter und wohlverdiente Pause

Hallo liebe Daheimgebliebenen, inzwischen habt ihr Ferien, es ist Sonntag, der vierte Advent, und ihr bereitet euch wahrscheinlich auf Weihnachten vor. Ich sitze auf der Couch in meinem Hostel in Geraldine im Warmen und denke an die letzte Woche zurück, die, wie ihr ja schon an der Überschrift erkennen könnt, nicht ganz so einfach war. Inzwischen hab ich schon einige Radlkilometer in den Beinen, bin von Christchurch nach Little River (Samstag, 80km, 125hm), von dort nach Akaroa (Sonntag, 48km, 1140hm), von Akaroa zurück nach Little River und weiter nach Coes Ford (Montag, 68km, 820hm), von dort nach Rakaia Gorge (Dienstag, 84km, 440hm), und schließlich am Donnerstag weiter nach Geraldine (84km, 320hm) geradelt. So sieht das auf der Karte aus:

Aber nun der Reihe nach: Der Dienstag war wohl der langweiligste Tag meiner gesamten „Radlkarriere“: es ging fast nur geradeaus und flach dahin, zu sehen gab es immer das Gleiche: entweder hohe grüne Hecken neben der schnurgeraden Straße oder Wiesen mit Kühen und Schafen, und in der Ferne die Berge, und das über 84km!!!

Die Hecken hier sind riesig! Damit ihr mal einen Eindruck von der Höhe bekommt, hier ein Foto (durch diese Einfahrt passt ein Kleinlaster von der Höhe her):

Das Wetter war bis 30km vor Ende übrigens okay, es war angenehm bei 20 Grad und bedeckt. Dann jedoch kam Wind auf, und die letzten 20km waren ein einziger Kampf gegen 30km/h Wind mit bis zu 50km/h Böen, natürlich von vorne! Teilweise kämpfte ich mich im kleinsten Gang mit 6-7 km/h vorwärts, immer die drohenden dicken Regenwolken im Rücken. Ich war soooo froh, als ich endlich den Fluss und kurz danach den Campingplatz erreichte!

Erster Blick auf den Fluss, im Hintergrund die Berge.

Rakaia Gorge.

Ich baute mein Zelt am geschütztesten Ort des ganzen Campingplatzes auf, und trotzdem war das wegen des Windes gar nicht so einfach!

Ausblick aus meinem Zelt.

Nach dem Essen ging es früh ins Bett bzw. den Schlafsack, ich war echt geschafft von der letzten Etappe! Am nächsten Tag war Ausruhen angesagt bzw. evtl. ein bisschen Wandern, die Gegend hier ist (bei schönem Wetter) traumhaft! Dummerweise fing es nachts zu regnen an und hörte bis Donnerstag Mittag nicht mehr auf. Als ich am Mittwoch morgen aus meinem Zelt kroch, sah es so aus:

Es regnete den ganzen Tag und es wurde unangenehm kalt, so dass ich den Tag im Zelt verbrachte, nach Wandern war mir gar nicht zumute, die Nässe durchdrang alles! Zum Glück war mein Zelt dicht! Abends kam ein anderer Radler völlig durchnässt im Camp an, Pino aus Luxemburg. Wir unterhielten uns eine Weile und beschlossen, am nächsten Tag zusammen nach Geraldine weiter zu fahren.

Leider regnete es Donnerstag morgen immer noch, so dass wir unsere Zelte tropfnass und dreckig einpacken und in der Nässe und Kälte losradeln mussten. Hier ein paar Eindrücke von unterwegs:

Blick auf die Berge (die man leider wegen der Regenwolken nicht sieht).

Pino aus Luxemburg.

Einer der Flüsse, die wir überquerten.

Frühstücks- (und Aufwärm-)Pause in einem netten kleinen Laden mit Sitzecke in Mt. Somers.

Da es, nachdem wir uns gleich zu Beginn unserer Tour den Berg aus der Rakaia Gorge herauf gekämpft hatten, fast nur noch gerade bzw. leicht bergab ging, trafen wir schon um 13.30 Uhr in Geraldine ein. Nach dem Einchecken im Hostel kümmerten wir uns erstmal um die durchnässten Zelte: wir hängten sie auf der Wäscheleine auf und spritzten sie mit einem Gartenschlauch ab. Danach gab es auch für uns die wohlverdiente heiße (!) Dusche – ein Traum! Den Rest des Tages verbrachten wir mit Einkaufen, Kochen (Pino) und Essen (wir beide 😜) und Ausruhen. Da weiterhin Regen angesagt war, beschloss ich, bis Montag im Hostel zu bleiben, Pino wollte Samstag wieder los.

Freitag gingen wir auf Stadt- bzw. eher Dorfbesichtigung:

Abends kam noch eine andere Radlerin, Grace aus Australien im Hostel an (inzwischen schüttete es wieder) und wir unterhielten uns den Rest des Abends und tauschten Erfahrungen und Reiserouten aus.

Pino machte sich am Samstag morgen auf die Weiterreise, aber wahrscheinlich treffen wir uns in ein paar Tagen wieder. Da überraschenderweise die Sonne schien, entschied ich mich für eine Wanderung auf einem Trail um Geraldine herum, und es war traumhaft! Was so ein bisschen Sonne doch ausmacht!

Kaum zurück im Hostel, braute sich schon das nächste Unwetter zusammen, und eine Stunde später regnete es wieder. Den Rest des Tages verbrachte ich mit Lesen, Route planen und musizieren – Craig, der „Herbergsvater“, spielt supergut Klavier:

Ich hoffe, er spielt heute nochmal, hat gestern echt Spaß gemacht! Den heutigen Sonntag werde ich faulenzen – lesen, Blog schreiben und v.a. die Wärme des Hostels genießen, in den nächsten Tagen ist wieder Zelten angesagt, da alles ausgebucht ist, weil die Kiwis in ihren Weihnachtsferien auch gerne in ihrem Land unterwegs sind. Morgen geht es weiter nach Lake Tekapo, eine lange, anstrengende Etappe mit vielen Höhenmetern, ganz nah ran ans bzw eigentlich schon fast ins Gebirge. Aber ab morgen soll es auch sonnig und warm werden, juhuuuu! Weihnachten werde ich dort verbringen, wahrscheinlich mit Wandern 😃.

Ich wünsche euch frohe Weihnachten!Merry Christmas from New Zealand! 🎁🎄

6 Kommentare zu „Mistwetter und wohlverdiente Pause“

  1. Hey Susi,
    Nasse Geschichte, nääää! Aber wirst sehen, das wird schon noch ! Auf diesem Wege auch dir schöne Weihnachten- egal wie und wo du sie verbingst 🙂
    Liebe Grüsse aus dem auch regnerischen und teilw.windigen München!

    Evi

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    1. New Orleans – auch nicht schlecht! Dann feier schön und iss was Leckeres für mich mit. Bei mir wird’s nur Fertignudeln geben – auf einem Campingkocher ist alles andere schwierig… 😊. Keine Sorge, ich pass auf mich auf, aber Neuseeland ist sowieso sehr sicher. Liebe Grüße!

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