Hallo liebe Leser, diese Woche bin ich zur Abwechslung mal pünktlich mit meinem Blog. Hier ist es jetzt Sonntag Abend, und während Paddy unser Abendessen kocht, schreibe ich euch von meiner Woche.
Diese Woche hieß es „back to racing“ – Dienstag Abend war race night, und wie (fast) jeden Dienstag Abend war es kalt, windig und regnerisch. Der Wettergott ist dieses Jahr wahrlich kein Radrenn-Fan… Zum Aufwärmen radelte ich die knapp 10km zum Start nach Otane, meine Beine fühlten sich gar nicht gut an, und ich dachte, das wird kein gutes Rennen werden… Heute musste ich ohne Sandy ran, sie hatte leider keine Zeit.
Warten auf das race briefing, noch sind nicht alle da. Wie schon erwähnt war das Wetter nicht das beste, so dass sich die Teilnehmerzahl leider in Grenzen hielt.
Diese Woche stand Kermesse auf dem Programm, d.h. 4 Runden á 8,5km auf einem flachen Kurs – es würde mit Sicherheit ein schnelles Rennen werden! Es war erst mein drittes Rennen in C grade, und so war mein Ziel, so lange wie möglich mit der Gruppe zu fahren ohne den Anschluss zu verlieren. Schon in der ersten Runde merkte ich, wie meine Beine plötzlich besser wurden, und ich fühlte mich richtig gut, so gut, dass ich tatsächlich relativ viel Arbeit an der Spitze machte. Wie eigentlich immer wurde das Rennen in C grade im Zielsprint entschieden, und ich war dabei! Ich landete auf dem dritten Platz, 2 Sekunden hinter dem Sieger, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 35 km/h – mein schnellstes Rennen bis jetzt. Was für ein cooles Rennen!
Das Ergebnis dieses Rennens – A und B grade mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 41km/h!!
Vor der Weihnachtspause ist jetzt nur noch ein Rennen, und am 19.12. ein Mannschaftsrennen (davon erzähle ich euch dann mehr, wenn es soweit ist), dann ist erstmal Pause für zwei Wochen, bevor es im Januar in die zweite Hälfte der Saison geht. Aber genug vom Sport!
Auf unserem Campingplatz gehen die Renovierungsarbeiten weiter voran, allerdings leider langsamer als uns lieb ist – so langsam geht uns die Zeit aus bis Weihnachten… Paddy war in den letzten Tagen hauptsächlich mit Klempnerarbeiten in den beiden Bädern beschäftigt:
Die Leitungen für die Waschbecken sind gelegt, jetzt fehlen nur noch die Waschbecken…Noch mehr Rohre… hier zu den Duschen.Das sind unsere Dusch-Timer, damit unsere Gäste es mit der Dusch-Länge nicht übertreiben…
Außerdem hat Paddy die Bäder sauber gemacht, jetzt fehlen nur noch die Waschbecken und die Decke, beides sollten wir in der kommenden Woche schaffen…
Die Maler haben diese Woche angefangen, die Waschküche zu streichen, so sah sie vorher aus (wir haben die Waschmaschinen in die Mitte gerückt, um Platz zum Streichen zu schaffen):
Das „Nachher-Bild“ gibt es dann, wenn sie fertig gestrichen ist und eine neue Decke hat. Auch dem Küchenfußboden haben sich die Maler angenommen, leider bisher mit nur mäßigem Erfolg, denn die Farbe will und will nicht trocknen (siehe Video, unbedingt mit Ton anschauen!):
Zuerst wurde der Boden geschliffen…… dann gemalert – die ganze Küche ist jetzt frisch gestrichen und würde eigentlich echt gut aussehen, wäre da nicht…
… dieses „sticky noise“ 😦
Irgendwie müssen wir dieses Problem in der kommenden Woche lösen, wie auch immer… In dieser Woche kommen die Edelstahl-Arbeitsplatten hinein, und in den Bädern werden die Decken installiert. Paddy will die Waschbecken in den Bädern einbauen und die Spülbecken in der Küche anschließen. Für das Einsetzen und den Anschluss der Gaskochplatten brauchen wir jedoch einen Fachmann, der das hoffentlich auch nächste Woche machen kann. Und sobald das Fußboden-Problem in der Küche gelöst ist, können wir sie wieder einräumen und sie kann benutzt werden. Ich bin froh, wenn es soweit ist, denn zur Zeit benutzen alle die Küche unserer Lodge, die eigentlich nicht für so viel Publikumsverkehr gedacht ist… Es ist also noch jede Menge zu tun vor unserer Hauptsaison, und natürlich auch noch jede Menge „Kleinkram“, den ich gar nicht erwähnt habe. Drückt uns die Daumen, dass wir alles (oder wenigstens so viel wie möglich) rechtzeitig hin kriegen 🙂
Neben der Arbeit brauchen wir natürlich etwas zum Ausgleich, ich habe mein Radfahren und Paddy hat seine Musik. Gestern hatte Paddy’s Band einen Gig im Copperpot (wie im letzten Blog angekündigt), der so gut lief, dass der Kneipenbesitzer sie gerne fest für einen Gig im Monat buchen würde. Ich war leider zu müde, um die Nacht durchzutanzen und blieb zu Hause. Am nächsten Morgen gab es die übliche Nachbesprechung beim Frühstück im „Goat Horn Café“, mit einem Teil der Band und ein paar Gästen:
Glyn, Paddy, Andy, Bob und Steve beim Frühstück.
Der nächste Termin am heutigen Sonntag war die Alpaka-Schur, die wir wegen Regens schon zweimal verschieben mussten. Heute sollte es endlich klappen, denn der Regen wartete bis wir fertig waren 🙂
Zuerst lockte Paddy Felix (das weiße Alpaka) und Radar (der schwarze Bruder) in unser provisorisches Gehege, was erfreulich einfach war dank eines Asts mit leckeren Blättern:
Noch sind die beiden ganz wollig und schauen aus wie Alpakas.
„Ich sag dir, irgendetwas ist faul hier!“„Oh Gott, das ist der Mann mit dem Foltergerät!!!“
In den folgenden Videos (unbedingt mit Ton anschauen) werdet ihr Zeuge, wie sich Felix beim Scheren anstellt…
Zuerst der Kampf, Felix auf den Tisch zu kriegen…
… dann der Kampf beim Scheren.
Felix schreit und spuckt die ganze Zeit, als ginge es um sein Leben, so dass alle nach dem Scheren mit grüner Spucke bekleckert sind. Zum Glück ist Radar das Gegenteil und lässt die Schur relativ geduldig über sich ergehen. Nach ihrem Friseurtermin schauen die Alpakas echt lustig aus, denn irgendwie bleibt nicht viel von ihnen übrig, wenn man die Wolle wegnimmt:
Jetzt sind die beiden bereit für sommerliche Temperaturen, es muss nur noch das Wetter mitspielen 😉
Dem ganzen Regenwetter zum Trotz produziert unser Grapefruit-Baum jede Menge Früchte, aber vielleicht mag er es auch gerne feucht. Jedenfalls ernten wir eimerweise Grapefruits, die sehr saftig und fast süß schmecken. Heute habe ich ein bisschen Saft gepresst – sehr lecker, sogar unverdünnt und ohne Zucker!
So, das wars mal wieder für heute, Dinner ist fertig, wir werden es uns jetzt schmecken lassen. Ich hoffe, euch geht es gut und ihr seid weiter mit euren Weihnachtsvorbereitungen als wir es sind… Lasst gerne mal wieder von euch hören! Euch noch eine schöne, weiße Vorweihnachtszeit! Bis nächste Woche!
Hallo liebe Leser, nach dem großen Rennen letztes Wochenende starteten Paddy und ich ziemlich müde in die neue Woche. Mein Körper brauchte erstmal eine Pause, und so ließ ich das wöchentliche Dienstagsrennen ausfallen und stieg erst am Mittwoch für eine lockere Runde wieder aufs Rad. Insgesamt bin ich nur an 3 Tagen geradelt, nur 160km bzw. 6 Stunden diese Woche, was verglichen mit den letzten Monaten, wo ich um die 300km jede Woche geradelt bin, nichts ist. Aber mein Körper brauchte die Pause, nächste Woche gehts wieder weiter mit dem Training.
Dafür waren wir bei den Renovierungsarbeiten auf unserem Campingplatz umso geschäftiger! Letzte Woche haben wir die Gemeinschaftsküche herausgerissen, das sah dann so aus:
Unter den Spülbecken fand sich noch jede Menge Schlamm von der Überschwemmung, und ein Loch im Betonboden:
Nicht sehr lecker…
Paddy versteckte alle Leitungen und Rohre hinter Holzpaneelen, so dass alles ordentlich aussieht:
Dann konnten die Maler ans Werk gehen und Roy und seine Jungs machten die Wände weiß, jetzt schaut es schon viel besser aus!
Kommende Woche wird der Fußboden gestrichen (nachdem wir komplett ausgeräumt und sauber gemacht haben), dann kommen die Küchenzeilen und Kochplatten rein.
Auch in den Bädern hat sich einiges getan, seit wir sie herausgerissen haben: Die Wände wurden gestrichen, die Duschwände und der Fußboden geschliffen, poliert und versiegelt, Paddy hat die Toiletten und zwei der vier Duschen eingebaut, die Türen wurden installiert und die Türgriffe und Schlösser montiert. Kommende Woche will Paddy die Rohre verlegen und die Waschbecken einbauen.
Die neuen Türen im toilet block…… mit frisch montierten Schlössern und Türgriffen.Niegelnagelneue Toiletten.
Und während die Duschen im Damenbereich schon so aussehen…
Die Wasserwaage gehört da natürlich nicht rein, und der Duschkopf und die Mixer-Halterung fehlen noch, aber sonst sieht es schon ganz gut aus!
… ist im Herrenbereich noch ein bisschen mehr zu tun:
Auch die Decke muss noch gemacht werden, zusammen mit eingebauten down lights:
Neue Balken sind schon da, aber die Decke fehlt noch.
Unsere cabins sind (bis auf Bilder an den Wänden) fertig, letzte und diese Woche wurden die Wände außen und das Dach neu gestrichen, jetzt schauen sie fast aus wie neu:
Auch der Barbecue Bereich schaut dank Tracy wieder echt schmuck aus:
Bis Weihnachten wollen wir alles fertig haben, das wird ganz schön knapp… Krass, dass alles soooo lange dauert, immerhin ist die Überschwemmung nun schon fast 10 Monate her! Aber wir sind auf der Zielgeraden, ein Ende ist in Sicht 🙂
Während ich von euch solche Bilder von Weihnachtsmarkt und Winter geschickt bekomme (danke an Bettina und Claudi) …
… sieht Weihnachtsmarkt (bzw. Farmers‘ Market) und Dezember bei uns so aus (siehe auch Titelbild):
Ich werde mich wahrscheinlich nie daran gewöhnen, dass Weihnachten hier im Sommer ist… es fühlt sich einfach falsch an, Weihnachten in Shorts und T-Shirt am Strand, ohne Kälte, (richtige) Weihnachtsmärkte und Glühwein.
Neben allen möglichen Ständen mit Essen und Trinken, frischem Obst und Gemüse und allem möglichen Weihnachtszeug war auch für Unterhaltung gesorgt: verschiedene Musiker spielten von 10 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags, unter anderem Paddy’s Band „The MonotoneNZ“ und zwei Neulinge in der Musikszene, die Paddy auf der Gitarre begleitete:
„The MonotoneNZ“ auf der Bühne des Farmers Market Waipukurau.Ihr erster Auftritt: Phoebe mit Tohu, der für den Rhythmus sorgte, und Paddy an der Gitarre. Musik-Neuling Tohu mit Paddy.
Nächsten Samstag spielen die „MonotoneNZ“ im Copperpot in Waipukurau, da werde ich mal wieder die Nacht (oder wenigstens den Abend) durchtanzen, wie in alten Zeiten im Kunstpark in München (ich sag nur „Willenlos“) – damals, als ich noch jung war 😉
Während bei euch das Schneechaos eingezogen ist, ist hier heute ein grauer, regnerischer Tag. Irgendwie hat der Sommer noch nicht richtig hergefunden, es ist und bleibt wechselhaft. Aber der Sommer ist ja auch erst 3 Tage alt, ich geb ihm noch eine Chance, dieses Jahr nach zwei Jahren Pause auch wirklich zu kommen… Diese Fotos hab ich heute beim Spaziergang mit Harvey gemacht:
Harvey kümmert das wenig, solange er im Fluss rumtoben kann, und das macht er bei jedem Wetter und allen Temperaturen!
So, das wars mal wieder von mir. Genießt den Schnee (nicht so sehr das Verkehrschaos) und trinkt einen Glühwein oder zwei auf dem Weihnachtsmarkt für mich mit! Wie immer freue ich mich darauf, von euch zu hören!
Hallo liebe Leser, es ist geschafft, I did it!!! 160 Kilometer um den Lake Taupo herum!!! Yayyyyy!!! Was für ein Erlebnis! Was für ein cooles Wochenende mit coolen Leuten! Drei Tage später spüre ich immer noch meine Beine und bin immer noch müde, aber das war es so was von wert! Aber von vorne:
Am Freitag Vormittag gleich nach dem Putzen machten Paddy und ich uns auf den Weg nach Taupo, unseren Campingplatz wußten wir bei Tracy in guten Händen. Unser Hund Harvey lag schmollend auf seinem Bett und kam nicht einmal raus, um auf Wiedersehen zu sagen… er wusste gleich, als wir packten, dass wir für ein paar Tage weg sein würden. Das Wetter war nicht gut, es war kühl und regnete, aber die Aussichten für Samstag, den Renntag, waren etwas besser, wenn auch nicht toll…
Auf dem Weg nach Taupo im Regen.
Wir hatten ein AirBnB gemietet, das wir mit Sandy, Craige, Cheryl und Shane teilen würden. Da wir dort erst um 15.00 Uhr einchecken konnten, gingen wir zuerst in die Stadt und warteten bei einem Kaffee auf Sandy und Craige, Cheryl und Shane würden erst am Abend kommen.
Stärkung nach der regnerischen Fahrt.
Kurz darauf kamen Sandy und Craige an und wir machten uns auf den Weg zur Anmeldung fürs Rennen ins Great Lake Center. Schnell noch die Startgruppe gewechselt auf eine schnellere Gruppe, dann waren wir „fertig“ fürs Rennen am nächsten Tag:
Sandy und ich bei der Anmeldung für das „Round the Lake“-Rennen. All set to go 🙂Die Expo mit diversen Verkaufsständenmit allem rund ums Radeln.
Wir wanderten noch über die Expo in der anschließenden Halle, wo ich drei paar Socken und das diesjährige Taupo-Trikot erstand, dann machten wir uns auf zu unserem AirBnB. Es lag etwas außerhalb des Stadtzentrums in Hilltop, sehr ruhig in einer Nebenstraße, war super gemütlich und gut ausgestattet:
Ich war schon krass nervös und wollte unbedingt nochmal den Kurs mit dem Auto abfahren, um ihn mir nochmal anzuschauen. Gesagt getan – wir vier hüpften ins Auto und erkundeten ein letztes Mal die Strecke. Während Sandy fuhr und sie und ich uns versuchten, die kritischen Stellen einzuprägen (v.a. die Berge), genossen Craige und Paddy die Fahrt auf andere Weise:
Hydrieren ist wichtig vor einem Rennen!!
Nach der Erkundungsrunde besorgten wir uns im Supermarkt Zeug fürs Abendessen (Pasta natürlich) und saßen noch ein wenig mit Cheryl und Shane, die inzwischen eingetroffen waren, zusammen, bevor’s ins Bett ging. Wer mich kennt, weiß, dass ich vor Wettkämpfen/Rennen/Spielen immer schlecht schlafe, und auch diese Nacht war nicht sonderlich ergiebig, so dass ich froh war, als ich um 6 Uhr endlich aufstehen konnte. Das Wetter war zwar besser als am Vortag, der Regen hatte aufgehört und es war bewölkt, aber ziemlich frisch mit 8 Grad am Morgen (und 14 Grad Höchsttemperaturen am Nachmittag) und sehr windig! Unser Zeug hatten wir am vorigen Abend schon hergerichtet, so dass wir nur noch frühstücken und uns auf die Räder schwingen mussten. Craige und Paddy würden uns zum Start begleiten und dann am Kuratau Hill auf uns mit Getränken warten. Shane war bei einem der Mountainbike-Rennen angemeldet und Cheryl wollte bei allen Starts und Finishs der Clubmitglieder sein, zur moralischen Unterstützung und um Fotos zu machen. Dafür war sie schon in der Nacht um 1 Uhr aufgestanden, um Delwin beim Enduro-Start (320km!!! 2 Runden um den See!!!) zu unterstützen:
39 Radler waren am Start für das Enduro-Rennen,unter ihnen Delwin.
Auch der Rest des Tages würde für Cheryl ziemlich stressig werden, immerhin waren 11 Mitglieder des CHB Cycling Bats hier zu verschiedenen Rennen angemeldet:
Janette, Julie and Liz für eines der Mountainbike-Rennen.Shane, ebenfalls Mountainbike.Die Hulenas – Hamish, Ryan and Stephen – für das Straßenrennen.Doug, ebenfalls Straßenrennen, hier schon nach dem Rennen. Er ist hier in Taupo schon über 20 Mal gestartet!Und schließlich Sandy und ich, direkt am Start.
Nach dem Frühstück schwangen wir uns also auf unsere Räder und wollten den Hinweg zur Startlinie als Aufwärmen nutzen, was aber nur bedingt klappte, den erstens war die halbe Strecke bergab und zweitens hatte ich nach 4 Minuten einen Platten!! Ich bin wohl durch eine Glasscherbe gefahren. Das war gar nicht gut für meine Nerven! Wir riefen Craige und Paddy zu Hilfe, die schnell den Schlauch wechselten und fuhren dann direkt zum Start – Aufwärmen ist ja sowas von überbewertet! 😉
Um 7:50 Uhr startete unser Rennen, und gleich den Berg hinauf! Wir erwischten eine gute Gruppe, mit der wir die ersten Kilometer gut mitgehen konnten, so dass der Start richtig gut lief. Danach ließen wir abreißen und fanden kurz bevor es in den krassen Gegenwind ging, eine Gruppe, die ein für uns gutes Tempo hatte, was es sooo viel leichter machte! Der Wind war nicht schön! Trotzdem lief alles hervorragend bis Kilometer 85, als ich Krämpfe bekam, die ich leider auch bis zur Ziellinie nicht mehr los wurde. Wir stoppten für ein paar Minuten auf dem Kuratau Hill, wo Paddy und Craige uns mit vollen Fahrradflaschen versorgten und ich versuchte, meine krampfenden Beine zu dehnen. Danach stürzten wir uns den Berg hinab Richtung Turangi, mit der Aussicht, endlich bald aus dem Gegenwind rauszukommen. Kurz nach Turangi hatten wir dann endlich Rückenwind, nach 120km! Das war schön, und jetzt warf Sandy den Motor richtig an und wir sausten Richtung Taupo. Leider kamen meine Krämpfe zwischendurch immer wieder, aber in diesem Rennen habe ich gelernt, dass man auch mit Krämpfen radeln kann und die irgendwann aufhören (und auch wieder kommen). Sandy war der Hammer, sie machte die ganze Arbeit und ließ mich im Windschatten fahren, und schaffte es dann noch, mich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36km/h auf den letzten 22km zum Ziel zu bringen – zugegebenermaßen mit viel downhill und etwas Rückenwind – aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich immer noch unter Krämpfen litt, nicht schlecht, oder? Hier ein paar Eindrücke vom Rennen:
Sandy in front, ich hinterher – so sah das das ganze Rennen aus.Ich auf den letzten 500m.Kurz vor dem Ziel…Ziellinie überquert!Geschafft! Yayyyyy!!!Und hier das offizielle Ergebnis: 5:59:15hfür die 160km, das brachte mir den 9.Platz in meiner Altersklasse (von 45), Platz 43 unter den Frauen (von 184) und Platz 659 im gesamten Starterfeld(ca 1500 Starter).
Im Ziel war ich total happy, dass ich es erstens geschafft hatte und zweitens unter den Bedingungen (fieser Wind, Krämpfe) unter 6 Stunden geblieben war! Das ist ziemlich in Ordnung für das erste Mal glaube ich. Und das ist die Zeit, die ich nächstes Jahr unterbieten will 🙂
Im Ziel und Event Village angekommen, gab es frische Orangen, die Finisher-Medaille und Getränke – Craige brachte uns gleich eine eiskalte Cola, das war das beste Getränk in meinem Leben ;-). Hier trafen wir auf einen Teil der anderen, die auf uns gewartet hatten, und tauschten erstmal unsere Renngeschichten aus.
Shane, Sandy, Cheryl, Liz, ich, Paddy, Janette und Julie nach unseren Rennen.
Da es schnell kühl wurde, so völlig verschwitzt nach dem Rennen, fuhren wir zurück in unser AirBnB, duschten und aßen eine Kleinigkeit – Hunger hatte ich wirklich nicht, nach dem ganzen Süßkram während des Rennens (Gels, Jetplanes usw), aber laut meiner Garmin hatte ich 3500kcal verbraucht, die mussten wieder aufgefüllt werden. Zu dieser Zeit war Delwin immer noch in ihrem Enduro Rennen unterwegs, deshalb beschlossen wir, zum Hatepe Hill zu fahren und sie für ihre letzten 20km nochmal kräftig anzufeuern.
Warten auf Delwin – Paddy vor unserem Pajero, der uns alle sechs hergebracht hatte.Auch Bronnie und Winnie, die extra zum Anfeuern nach Taupo gekommen waren, gesellten sich zu uns.Drei Blondinen am See -Sandy, ich und Cheryl.Auch Lee stieß hier zu uns – er war zusammen mit Jo und Neill die erste Runde (also 160km!) mit Delwin mitgeradelt, zur Unterstützung – echt krass!
Nachdem Delwin durch war, und sie sah noch richtig gut aus dafür, dass sie schon 300km in den Beinen hatte, fuhren wir zum Price Giving zurück zum Event Village. Inzwischen war die Sonne richtig rausgekommen und es war sehr angenehm, wenn auch nicht sommerlich.
Price giving im Event Village.
Hier trafen wir uns auch wieder mit all den anderen Radlern unseres Clubs, tauschten unsere Geschichten aus und warteten auf Delwin, die nach über 16 Stunden glücklich und erleichtert die Ziellinie überfuhr – was für eine grandiose Leistung!!!
Die strahlende Heldin des Tages – man sieht ihr die 320km gar nicht an!
Für den Abend war Feiern angesagt – ich wollte Cocktails. Und so zogen wir von der Siegerehrung zum Lonestar, und es gab Bier für die Jungs und Cocktails für die Mädels, yummy!!
Nach kurzem Zwischenstop beim Liquor store kamen wir wieder in unserer Unterkunft an. Cheryl hatte lecker Chicken pasta für uns vorbereitet, die wir uns heute alle redlich verdient hatten und uns jetzt schmecken ließen.
Gute Stimmung im Auto 🙂
Wir ließen uns noch 1-2 Weinchen / Bierchen schmecken, dann fielen wir todmüde in unsere Betten – was für ein Tag!
Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein bei so gut wie keinem Wind – natürlich! War ja klar! Wir packten unsere Autos, räumten die Unterkunft auf und brachen auf zum Frühstück mit Winnie und Bronnie im Bodyfuel in Taupo. Ich nutzte das superschöne Wetter noch für ein paar Fotos:
Meine Flatmates für das Wochenende – schön wars!
Frühstück im Bodyfuel.
Dann trennten sich unsere Wege, einige gingen Christmas shoppen, andere zum Mountain biken und Paddy und ich machten uns auf den Heimweg. Da das Wetter so schön war, beschlossen wir, über die Desert Road und Gentle Annie heim zu fahren, und obwohl es ab Mitte Desert Road zuzog, genossen wir den Umweg in herrlicher Landschaft:
Auf der Desert Road, den noch schneebedeckten Vulkan Mount Ruapehu im Blick.Kurzer Fotostop auf der „Gentle Annie“ zwischen Taihape und Napier.
Am Spätnachmittag waren wir wieder zurück auf unserem Campingplatz, und Harvey war überglücklich, uns wieder zu haben! Es war ein tolles Wochenende mit einem coolen Rennen und sehr guten Freunden!
Ende Oktober/Anfang November besuchten uns meine Ex-Kollegin Lisa, ihr Mann Julian und Sohn Jonah für ein paar Tage. Sie nutzten unseren Campingplatz als Basis für Tagesausflüge, und am Abend verbrachten wir einige Zeit zusammen, mit lecker Essen und Wein. War echt schön, auch mal wieder Deutsch zu sprechen 🙂
Lisa, Jonah und ich mit unseren Alpacas.Pizza-Abend!Abschiedsbild mit Harvey.
So, das wars für diese Woche, nächste Woche geht es weniger ums Radfahren ;-). Bis dahin macht es gut und lasst euch nicht so sehr vom vorweihnachtlichen Trubel stressen! Trinkt einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt für mich mit!
Hallo liebe Leser, Frühling ist hier (und fast schon wieder vorbei)! Sorry für die laaaaaaange Pause, irgendwie habe ich nie die Zeit gefunden, mich mal wieder zu melden. Deshalb gibt es heute einen relativ umfangreichen Blogbeitrag, vor dem ich mich jetzt schon seit ein paar Wochen drücke… sorry! In Zukunft wird es einen wöchentlichen Beitrag geben, ich werde mir jeden Sonntag Zeit nehmen, euch von hier und mir zu berichten. Das sollte besser funktionieren für mich, ansonsten ist die Gefahr zu groß, dass ich den Blog gar nicht mehr schreibe. Freut euch also in Zukunft auf jeden Sonntag 🙂
Aber nun zu dem, was hier in den letzten Monaten so los war: Im Juli/August fand die Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland statt, und wenn man sowas schonmal direkt vor der Haustüre hat, geht man natürlich auch hin! Wir sicherten uns Tickets für das Vorrundenspiel zwischen Japan und Spanien und eines der Viertelfinale, beides in Wellington. Für das Vorrundenspiel blieben wir nur über Nacht, aber das Viertelfinale verbanden wir mit einem Wochenende in der Hauptstadt. Hier ein paar Bilder vom Spiel Japan – Spanien, leider war das Stadion nicht voll, trotzdem war es ein tolles Erlebnis, und ein zumindest für mich überraschendes Ergebnis mit 4:0 für Japan:
Zwei Wochen später machten wir uns wieder auf den Weg nach Wellington, um das Viertelfinale zwischen Spanien und den Niederlanden zu sehen. Und dieses Mal war das Stadion voll, und fest in der Hand der holländischen Fans. Was für eine Atmosphäre! Und was für ein tolles Spiel (nicht so sehr für die Holländerinnen)!
Vor dem Spiel.Wie immer waren wir früh da, und wie man an unseren dicken Winterjacken sehen kann, war es nicht sehr warm, dafür aber sonnig.Im Stadion war es auch vor den Essensständen deutlich voller als zum Vorrundenspiel.Volles Stadion zum Anpfiff – was für eine Stimmung! Und das, obwohl Neuseeland definitiv kein Fußballland ist.
Nach dem Spiel schauten wir auf dem Fanfest vorbei, was allerdings nichts besonderes war – hauptsächlich ein Fußballfeld für Kids und eine Halle mit Essensständen und Live Musik für die Erwachsenen:
Dann checkten wir in unserem niedlichen, kleinen AirBnB im Stadtteil Aro Valley ein, das über einer Garage gebaut war und nur einen kurzen Fußmarsch vom Zentrum entfernt lag – perfekt!
Unser Auto vor dem schmucken kleinen AirBnB, unserer Unterkunft für dieses Wochenende.
Abends zogen wir los, um eine Sportsbar zu finden, in der wir uns das Viertelfinale zwischen Japan und Schweden anschauen konnten. Wir wurden fündig – im Irish Pub „Jack Hacketts“ gab es neben ganzen Wänden voller TV-Bildschirmen, auf denen das Spiel zu sehen war, auch leckere Burger, so dass gleichzeitig für unser Dinner gesorgt war. Wir fanden einen Platz an einem Tisch mit Japan-Fans, die uns bereitwillig aufnahmen, allerdings endete ihr Abend nicht mit dem gewünschten Ergebnis, da Japan verlor.
Viertelfinale Japan – Schweden im Irish Pub.
Am nächsten Tag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück in einem der vielen Cafés Wellingtons zunächst auf Shopping-Tour – sehr erfolgreich, wie man sehen kann. Es war definitiv Schuhtag – DocMartins für uns beide und Radschuhe für mich:
Nach einer kurzen Pause in unserer Unterkunft machten wir uns zu einem Spaziergang durch Aro Valley auf, einem interessanten Stadtteil, der auch einen kleinen Park inklusive Mountainbike-Trails hat, so dass unser Spaziergang ein bisschen zu einer Wanderung wurde:
Danach kümmerten wir uns um unser leibliches Wohl. Wir fanden eine Schweizer Bäckerei, und zu meiner großen Freude hatten sie Laugenstangen – Gott, wie ich Brezen hier vermisse!! Ich war also ziemlich glücklich 🙂
Für Paddy’s Glück brauchte es eine kleine Craft beer Brauerei, die auch schnell gefunden war – „Garage Project“. Dort konnte man verschiedene Biersorten probieren, was Paddy natürlich gerne machte:
Im Taproom der Brauerei – nein, das sind keine Urinproben!Paddy mit seinen vier Bierproben 🙂
Den Abend verbrachten wir wieder in der Sportsbar, schließlich wollten wir das Australien – Frankreich-Spiel nicht verpassen. Dieses Mal hatten wir das Glück, superbequeme Lazy-Boy-Liegesessel zu ergattern, von denen man per Handy sogar Essen und Trinken bestellen konnte, das dann prompt gebracht wurde. Und das Ergebnis hat auch gepasst – Australien gewann in einem wahren Fußballthriller im Elfmeterschießen, nach 10 Elfmetern pro Mannschaft!!!
Essen und Trinken ist schon da, jetzt muss nur noch das Spiel starten!
Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Waipawa, wo weitere Restaurierungsarbeiten auf unserem Campingplatz auf uns warteten. Hier hat sich zum Glück in den letzten Monaten einiges getan, auch wenn wir neun Monate nach dem Cyclone immer noch nicht fertig sind. Inzwischen sind all unsere Gebäude wiederhergestellt, mit Ausnahme unseres toilet/kitchen blocks, daran arbeiten wir gerade. Unsere große Selbstversorger-Lodge ist nun fertig, wir müssen nur noch Kleinigkeiten machen, wie Bilder aufhängen, Küchenschränke einräumen usw. Diese Fotos sind ein paar Monate her, als wir die Lodge hauptsächlich als Stauraum für alle neuen Möbel nutzten und gerade an Küche und Bad arbeiteten, neue Fotos von dem fertig gestellten Haus zeige ich euch dann im nächsten Blogbeitrag:
Mein Lieblingsgebäude, unsere kleine, zweistöckige Selbstversorger-Villa ist komplett fertig und wir haben inzwischen auch schon Gäste dort gehabt. Nachdem sie so schön geworden ist, ist es echt schwer, sie zu vermieten – wir machen uns ständig Sorgen, dass die Leute irgendetwas kaputt oder einfach nur jede Menge Dreck machen.
Unsere Villa, versteckt hinter dem blühenden Kirschbaum.
Das Schlafzimmer im ersten Stock:
Die Lounge mit Küchenzeile im Erdgeschoss:
Und zu guter Letzt das Badezimmer:
Auch unsere Cabins sind (bis auf Bilder an den Wänden) fertig, im Moment werden sie gerade von außen gestrichen. Auch hier haben wir grün und weiß kombiniert, wie in all unseren Gebäuden. In diesen Fotos fehlen noch ein paar Möbel – wir haben Kühlschränke und Nachttische in allen Cabins, ich zeige euch das im nächsten Blog, für heute also nur die Minimalausstattung:
Cabin 3 – schaut der Boden nicht toll aus?Cabin 1, unsere größte cabin mit zwei Betten und einem Tisch mit Stühlen.
Auch einer unserer 7 Wohnwagen-„Leichen“ ist inzwischen wiederhergestellt, unser blauer Caravan, in dem ich bei meinem ersten Besuch hier auch schon geschlafen habe. Paddy musste fast den kompletten Rahmen neu bauen, da das Holz verrottet war. Die Flutschäden waren da nur zweitrangig… Inzwischen ist er schon wieder vermietet:
Letzte Woche wurde unser Driveway neu asphaltiert, allerdings ist das ein sehr grober Belag verglichen mit dem, was wir von Deutschland gewöhnt sind – aber trotzdem so cool!
Da auch unsere Auffahrt asphaltiert werden soll, mussten wir vorher unsere Wasserrohre ausgraben und tiefer legen (wobei leider ein paar kaputt gingen, die dann repariert werden mussten), so dass unser Hof kurzzeitig so aussah:
Paddy auf der großen Walze.
Im Moment arbeiten wir gerade am Toilet block. Wir haben die Holzwände durch Steinwände ersetzt, die Wände in der Dusche und der Boden wurden poliert und versiegelt und die Wände sind inzwischen gestrichen. Letzte Woche hat Paddy die Toiletten eingebaut, gerade werden die Toilettentüren eingebaut, nächste Woche sind die Waschbecken dran. Fotos gibt es dann von dem Endprodukt 😉 Hier ein Eindruck von Paddy the Plumber:
Da wir wussten, dass es eine Weile dauern würde, bis wir mit den Bädern fertig sein würden, mussten wir eine Zwischenlösung finden. Wir verbrachten Tage damit, online und per Telefon nach Leih-Portacoms zu fahnden, hatten da aber entweder kein Glück oder es war unbezahlbar, so dass wir am Ende beschlossen, zwei Units zu kaufen. So haben wir auch nach der Renovierung zwei zusätzliche Duschen + Toiletten, für die Zeit im Jahr, wenn wir die Erntehelfer bei uns haben.
Letzte Woche hat Davie, unser Elektriker-Freund, in der Küche ein neues Switchboard eingebaut, so sah das aus – keine Ahnung, wie er sich da auskennen kann…
Davie am Switchboard, Paddy schaut ihm zu.Kabelsalat.
In den nächsten zwei-drei Wochen wollen wir unseren Toilet Block fertig haben, so dass alles für Weihnachten und unsere Hauptsaison bereit ist. Drückt uns die Daumen, dass wir das schaffen 🙂
Aber es gibt hier natürlich nicht nur Arbeit. Was ich neben Arbeiten im Moment am meisten mache ist Rennrad fahren. Nächsten Samstag, am 25. November, findet die Taupo Cycle Challenge statt, ein großes Radrennen mit verschiedenen Events und dem Hauptrennen, 160km rund um den See. Dafür trainiere ich seit ca einem halben Jahr mit Sandy, einer erfahrenen Radlerin, die mich coacht und fast täglich mit mir auf Central Hawke’s Bay’s Straßen unterwegs ist. Um fit zu werden für dieses Event starteten wir mit dem Training im Juni, was hier Winter ist. Es wird zwar nicht so kalt wie in Deutschland, aber es ist trotzdem keine reine Freude, bei 3-6 Grad stundenlang durch die Gegend zu radeln… meine Füße verwandeln sich dann in Eisklötze, egal was ich mache. Immerhin hatten wir ab und zu richtig schönen Sonnenschein, da ließ es sich leichter aushalten:
Sunday morning group ride…… mit anschließendem Kaffeetrinken in der Sonne: v.l. Neil, Steve, Robbie, Sandy, Craige, Roy, ich und Jo.
Ein Problem im Winter ist, dass die verschwitzten Klamotten nicht trocknen, da unser Haus nicht viel wärmer (oder sogar kälter) als draußen ist. Deshalb packte ich mein nasses Trainingszeug einfach immer direkt vors Feuer (wahrscheinlich hat das ein oder andere Kleidungsstück jetzt einen Brandfleck), was olfaktorisch nicht immer ein Genuss war…
Zum Glück ist es inzwischen wärmer, der Sommer ist in Sicht, und man kann ein paar Schichten weniger tragen. Dem Regen entkommt man trotzdem nicht immer, und was ich von Regen auf dem Rad halte, könnt ihr diesem Bild entnehmen:
Ende September ist auch unsere wöchentliche Rennserie wieder gestartet, jeden Dienstag wird von 18.00-19.30 Uhr auf wechselnden Kursen in verschiedenen Leistungsklassen gegeneinander angetreten. Die ersten beiden Rennen startete ich in D grade und konnte beide Rennen mit über einminütigem Vorsprung gewinnen.
Ich im leader-Trikot 🙂Sandy und ich nach dem erfolgreichen zweiten Rennen, in dem wir als einzige Mädels alle Männer hinter uns gelassen hatten.
Nach diesen zwei klaren Siegen stieg ich in C grade auf und habe dort bisher zwei Rennen gemacht. Das erste lief super, ich konnte mit der Gruppe mithalten und kam nur 2 Sekunden nach dem Sieger als Achte ins Ziel, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33.2km/h, für mich persönliche Bestzeit. Im zweiten Rennen konnte ich nicht mithalten und verlor den Anschluss, aber hatte mit Steve und Doug noch wenigstens ein gutes Training, auch wenn wir mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun hatten und erst einige Minuten nach den anderen ins Ziel kamen. Da liegt noch jede Menge Arbeit vor mir (und Sandy), damit ich in jedem Rennen mithalten kann!
Aber das Hauptaugenmerk liegt im Moment eh auf Taupo, und um mich an längere Strecken zu gewöhnen, fuhren wir jeden Samstag mit ein paar anderen Verrückten 100+km. Natürlich versüßten wir uns die Anstrengung mit Kaffee und Gebäck als Belohnung:
Kaffee in Norsewood auf meiner ersten 130km-Fahrt mit meiner Taupo training support crew Sandy, Lee, Neil und Jo.
Zur Vorbereitung auf Taupo fuhren Sandy und ich ein 100km Rennen im Oktober, den Karapiro Flyer. Es war mein erstes langes Rennen und diente hauptsächlich zum Training und um Erfahrung mit großen Rennen und Fahren in großen Gruppen zu machen. Freitag Abend machten wir uns auf den Weg nach Karapiro bei Cambridge, wo wir bei meinem Freund Gibbo, der zufälligerweise 100m von der Start- und Ziellinie entfernt wohnt, unterkamen.
Sandy bei letzten Vorbereitungen am Bike am Abend vor dem Rennen.Mein Bike, ready for the race.Klamotten, Essen und alles, was man fürs Rennen am nächsten Tag braucht.
Am nächsten Morgen startete das Rennen nach ausführlichem Aufwärmen dann um 10.00 Uhr. Die ersten 50km waren flach, die zweite Hälfte des Rennens dann ziemlich hügelig. Leider lief es nicht so, wie ich es mir erhofft hatte… das Anfangstempo war für mich wohl zu schnell, so dass ich nach 30km schon völlig am Ende war. Den „Rest“ des Rennens quälte ich mich dann Richtung Ziel, und 70km können ganz schön lang sein… naja, wenigstens kämpfte ich mich durch und schaffte es über die Ziellinie, wenn auch nicht in der erhofften Zeit, aber wahrscheinlich habe ich dadurch mehr gelernt als wenn alles glatt gelaufen wäre. Mir tat nur Sandy leid, die geduldig an meiner Seite (oder vor mir) blieb, mich durchgehend motivierte und mir beim Leiden zusehen musste – genießen konnte sie dieses Rennen sicher nicht!
Der Rennkurs – landschaftlich war es ein sehr schönes Rennen.Mein Ergebnis – nicht so toll… aber wenigstens sollte ich in der Lage sein, das nächstes Jahr zu unterbieten 😉
Nach dem Rennen stärkten wir uns erstmal mit Pommes und Pepper squids und schauten uns die Siegerehrung an. Das ganze Event war hervorragend organisiert!
Danach ließen wir es uns in Gibbo’s Spa Pool gutgehen – ganze drei Stunden genossen wir das warme Wasser und das ein oder andere Kaltgetränk, schließlich mussten wir die ganze Flüssigkeit ersetzen, die wir im Rennen verloren hatten!
Zwei Wochen später machten Sandy, Craige und ich uns auf den Weg nach Taupo, um eine Trainingsfahrt auf der Rennstrecke zu machen und uns die ersten 115km anzuschauen. Das letzte Stück von Turangi nach Taupo kannte ich schon von letztem Jahr, wo ich das55km Rennen gefahren war. Craige war so nett, uns mit dem Auto zu begleiten für den Fall der Fälle. Wir hatten Riesenglück mit dem Wetter, es war zwar ziemlich frisch (wir starteten bei 3 Grad) aber dafür strahlender Sonnenschein und man hatte einen tollen Blick auf die Vulkane des Tongariro National Parks:
Blick auf die Vulkane von Taupo aus, wo der Start und das Ziel des Rennens sein werden.Blick auf die Vulkane von der anderen Seeseite aus– ich musste einfach anhalten und ein Foto machen, Training hin oder her.Craige und Sandy bei verdientem Lunch in Turangi nach unserem Training ride.
Gestern machten wir unsere letzte lange Fahrt vor dem Rennen, diese Woche werde ich nur noch kürzere Einheiten machen und mich für Samstag erholen. Drückt mir ganz fest die Daumen für das Rennen am Samstag!
Nun aber genug vom Radfahren! Sorry an alle Nichtsportler, die ich damit so lange gelangweilt habe 🙂
Der andere Teil unseres Social life dreht sich hauptsächlich um Musik – entweder Paddy’s Band spielt irgendwo oder wir schauen uns andere Live Musiker an. Im September fuhren wir mit Paula und Steve nach Hastings, wo ihre Tochter mit ihrer Band im „Common Room“ auftrat. Die location war ziemlich cool und die Band, „Danica Bryant and Band“, war noch besser! Die drei 21-jährigen Mädels Danica (guitar + vocals), Taylor (drums) and Nat (base) rockten die Bude!
Ende Oktober gönnten wir uns einen freien Nachmittag mit Live Musik in der Abbey Winery bei schönstem Sommerwetter, netter Gesellschaft (Paula und Steve) und leckeren Getränken. Die Musik war sehr gut, als main act trat die „Phil Edward Band“ auf, doch das Mädel, das davor spielte, fand ich tatsächlich noch besser (leider weiß ich ihren Namen nicht).
Auch Paddy’s Band hatte einen großen Auftritt in der „Cabana“ in Napier, zusammen mit einer jungen Band, „Atlantic Wave“, die vor ihnen spielte. Es war das erste Mal, das sie außerhalb von Central Hawke’s Bay spielten. Der Gig war richtig gut, schade nur, dass nicht so viele Leute da waren! Das war mir aber egal, ich tanzte die halbe Nacht, und das nach 130km Radfahren am Morgen!
Die Band „Atlantic Wave“– echt gut, wenn auch nicht unbedingt mein Musikgeschmack.Paddy’s Band „The MonotoneNZ“.
Nicht nur in seiner Band ist Paddy ein gefragter Gitarrist, auch sein Freund Roy leiht ihn sich gerne mal für Auftritte im Waipukurau Club aus:
Zum Abschluss noch ein paar Natur- bzw. Jahreszeitenbilder:
Tolle Farben am winterlichen Fluss (Juli).Harvey stört es nicht im geringsten, wenn es kalt ist – ein Bad im Fluss geht immer!Winterlicher Sonnenaufgang (August).Schneebedeckte Ruahine Ranges in der Ferne (September).Juhuuu, der Frühling ist da! Blumen blühen vor unserem Office (Oktober).Unser Garten grünt, auch wenn die Bäume hier noch kahl sind(September).Leicht neblige Morgenstimmung in unserem Camp, die Kirschbäume fangen an zu blühen (Oktober).Unsere blühenden Kirschbäume in ihrer vollen Pracht (Oktober)!
So, das wars für heute von mir. Ich hoffe euch geht es gut und ihr versinkt nicht im Vorweihnachtsstress. Drückt mir die Daumen am Samstag für mein Rennen! Ich berichte euch dann ausführlich davon am Sonntag. Nicht vergessen, ab jetzt gibt es jeden Sonntag einen frischen Blogbeitrag (dafür kürzer als der Mammutbeitrag heute). Ach ja, der Countdown für unseren Heimatbesuch läuft – noch 7,5 Monate! Und wie immer freue ich mich darauf, von euch zu hören 🙂
Hallo liebe Leser und vor allem liebe Freunde in Deutschland,
heute nur ganz kurz die gute Neuigkeit: Paddy und ich kommen nächstes Jahr nach Deutschland auf Heimaturlaub!!! Flüge sind gebucht, am 2.Juli 2024 landen wir in Frankfurt und am 28. August geht es wieder zurück nach Neuseeland – 2 Monate Europa, yayyy!! Viel geplant haben wir noch nicht (es ist ja auch noch ein Jahr Zeit), aber wahrscheinlich sind wir die ersten 4 Wochen in Deutschland und danach reisen wir noch ein wenig in Europa umher. Ich hoffe, dass ich so viele von euch wie möglich sehen kann, freu mich jetzt schon riesig!!!
Das wars für heute, ich wollte euch nur gleich die gute Neuigkeit wissen lassen. Im nächsten Blog berichte ich euch dann von unseren Fortschritten bei der Renovierung unseres Campingplatzes, und was es sonst so Neues gibt.
Hallo liebe Leser, endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir 🙂 Inzwischen ist es schon fast fünf Monate her, dass unser Campingplatz dank des Cyclones Gabrielle überschwemmt wurde, und noch immer haben wir offiziell geschlossen, noch immer sind wir am Renovieren und Wiederaufbauen… Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt – naiv wie wir waren, dachten wir Ende Februar, dass wir im April oder Mai wieder öffnen könnten… Aber alles braucht seine Zeit, und natürlich sind sämtliche Handwerker komplett ausgebucht und beschäftigt, wir waren ja nicht die einzigen, die überschwemmt wurden. Doch immer, wenn wir ungeduldig und unzufrieden mit dem Fortschritt sind, schauen wir uns die Fotos der Verwüstung kurz nach dem Cyclone an, nur um zu sehen, was wir schon erreicht haben (siehe vergangene Blogbeiträge). Hier als Nachtrag noch ein paar Bilder direkt nach der Überschwemmung, als das Wasser noch da, aber am Zurückgehen war:
Und da wollen wir wieder hin – so sah unser Holiday Park ein paar Tage vor der Überschwemmung aus (danke an Maxim für das coole Drohnenvideo):
Auch wenn es nach unserem Geschmack viel zu langsam voran geht, ist der Fortschritt doch zu erkennen: Die Wände in all unseren Gebäuden sind wieder geschlossen und die Räume sind gestrichen, hier unsere kleine Selbstversorger-Villa:
Hier warten wir jetzt darauf, dass die Küchenzeile eingebaut, danach der PVC-Boden in Bad und Küchenzeile und der Teppich im Loungebereich und Schlafzimmer verlegt wird.
Unsere große Selbstversorger-Lodge hat inzwischen sogar Teppichboden (das erste Bild war direkt nach dem Streichen), auch hier warten wir auf Kücheneinbau und PVC-Böden in Küche und Bad. Wir haben sogar schon Möbel gekauft, die aber noch verpackt oder noch gar nicht geliefert sind:
Unsere TV Lounge ist das einzige Gebäude, das vollständig wieder hergerichtet ist, es fehlen jetzt nur noch Kleinigkeiten wie eine Standlampe und ein paar Bilder. Hier der Prozess bis dahin und das Ergebnis:
Die braune Couch stand vorher in unserem Wohnzimmer, wir tauschten sie gegen eine neue ein – Harvey liebt sie (leider):
Unsere neue Wohnzimmer-Couch. Solange wir dabei sind, liegt Harvey VOR der Couch, aber sobald wir nicht da sind…
Auch unsere Cabins sind noch „work in progress“: nachdem die Handwerker die Wände wieder zu gemacht und verspachtelt hatten, brachten Paddy und ich Holzleisten zwischen Wänden und Decke an, danach begannen die Malerarbeiten. Da die Maler zwischendurch zu einem anderen Job mussten, schliffen wir die Fußböden (naja, hauptsächlich ehrlicherweise Anne und Simon, unsere deutschen Freunde aus Koblenz, die wir letztes Jahr kennenlernten, als sie ein paar Tage bei uns verbrachten) und trugen dann drei Schichten Polyurethan auf. Inzwischen ist unser Maler und Freund Roy (mein Radfahr-Kumpel) wieder zurück und malert fleißig, so dass die Cabins nächste Woche fertig sein sollten, dann müssen wir sie nur noch einrichten (Betten sind schon bestellt):
Paddy beim Anbringen der Holzleisten, man sieht außerdem die Verspachtelung, wo die Wände zum Trocknen geöffnet worden waren.Die erste Schicht ist schon geweißelt.Simon beim Abschleifen des Holzfußbodens.Anne und Simon at work 🙂Paddy beim Versiegeln des Bodens……und hier das Ergebnis, sieht gut aus!Und es wird weiter gemalert – Roy in action (hier beim Schleifen der Deckenfuge)!
Auch unser Office ist inzwischen fertig, wir warten nur noch auf die Möbel, dann lade ich im nächsten Blog ein paar Bilder davon hoch. Das einzige Gebäude, in dem noch nichts passiert ist, ist der Küchen-/Bäderblock. Hoffentlich wird dort auch bald angefangen, denn beide Bäder und die Küche werden komplett neu gemacht… Wir hoffen, dass das bis September (spätestens Oktober) zum Frühjahrsbeginn fertiggestellt ist und wir komplett eröffnen können zur neuen Saison!
Auch der Park selbst hat noch einige Baustellen offen: der Boden muss an vielen Stellen noch von Schutt geräumt, begradigt und Rasen gepflanzt werden (an ein paar Stellen haben wir das schon gemacht), aber dazu ist es jetzt gerade zu nass. Tracy, unsere Gärtnerin, hat sich dem Pflanzenleben in unserem Garten und dem Holiday Park angenommen und an vielen Stellen schon echte Wunder bewirkt, hat aber noch einige Pläne für den Rest – sie ist echt super! Als letztes müssen dann noch die Wege wiederhergestellt werden, teilweise asphaltiert, teilweise nur geschottert, aber auch das muss warten bis September/Oktober, bis das Wetter stabiler und trockener wird.
Unsere Feuerholzhütte ist inzwischen auch wieder gerichtet und wir haben Feuerholz aufgestockt, so dass wir jetzt im Winter nicht (zuviel) frieren müssen. Netterweise haben wir Feuerholz von der Holzfabrik nebenan bekommen, da unser Feuerholz weggeschwommen ist – irgendein Nachbar flussabwärts war bestimmt happy darüber 😉
Unser Grundstück vor dem Holiday Park ist noch völlig chaotisch, voll mit Schutt und Asphaltstücken und Dreck und der Boden total uneben, und das Grass wächst durch und über alles. Wir hoffen, dass wir Hilfe von der Gemeinde bekommen, um es zu räumen und zu begradigen… Aber die Eisenbahnbrücke ist inzwischen wieder hergestellt, nur die Straße untendurch muss noch gebaut werden:
Im Moment sind Paddy und ich viel mit Möbel- und Zubehör-Shopping beschäftigt, schließlich müssen alle unsere Gebäude wieder eingerichtet werden, und so fahren wir regelmäßig nach Hastings und Napier auf der Jagd nach passenden (und bezahlbaren) Möbeln:
Über all der Arbeit mit Wiederaufbau könnte man fast die schönen Dinge des Lebens vergessen – meinen Geburtstag zum Beispiel. Den verbrachten wir zuerst mit einem romantischen Dinner (7-Gänge-Menu) in einem französischen Restaurant und anschließender Übernachtung in Napier:
Das „Poivre et sel“ in Napier.
Zwei Tage später feierten wir dann bei uns zuhause mit Freunden, wie immer mit Pizza und Margaritas (bzw. allen möglichen Getränken mit und ohne Alkohol):
Aileen, Annette, Steve und Susan beim Zubereiten der Pizzas.Craige, Wayne und Sandy vom Radverein.Noch ein paar mehr Radler: Wendy, Roy, Neil und Jo.Warten auf den Kuchen ;-): Lyn, Davy, Susan, Annette, Harry, Sarita, Roy.
Harry, der Sänger von Paddy’s Band, baut gerade ein Tiny House, und da er uns bei den Aufräumarbeiten direkt nach der Überschwemmung tatkräftig geholfen hatte, war es Ehrensache, uns zu revanchieren und ihm beim Zusammenbauen des Tiny House zu helfen. Abgesehen davon kamen wir so auch mal aus unserem „Katastrophengebiet“ heraus! Hier ein paar Eindrücke:
In den letzten Wochen besuchten Paddy und ich ein paar Konzerte ganz unterschiedlicher Art – ein großer Vorteil, einen Musiker zum Freund zu haben, ich war noch nie vorher auf so vielen Musikveranstaltungen! 😉
Über den ganzen Monat Mai verteilt gab es in Central Hawke’s Bay etliche sogenannte „Small Hall Sessions“ an verschiedenen Veranstaltungsorten, die jeweils drei lokale Musiker/Bands mit ihren eigenen Songs boten. Der erste Part war immer ein noch unbekannter, aber aufstrebender Musiker, der zweite war schon regional bekannt und der dritte Künstler war überregional, wenn nicht sogar international bekannt. Wir besuchten zwei dieser Small Hall Sessions, und beide waren super! Hier ein Eindruck von der in Takapau:
Das Setting in der Takapau Town Hall: Tische und Stühle für ca 40 Gäste, klein und gemütlich.Steve und Paddy mit dem Veranstalter und Organisator Jamie (Mitte), und Photobomber Paula 🙂Paula und ich – Essen und Getränke gab es dort natürlich auch.
Ein weitaus größeres Konzert war das von 10cc in Hastings. Die amerikanische Band ist international vor allem mit ihren Hits „I’m not in love“ und „Dreadlock Holiday“ bekannt. Es war ein super Konzert in einer tollen Location!
Opening act mit „Hello Sailor“, einer echten Kiwi-Band.10cc live on stage – super!!
Im Juni fuhren wir mit ein paar Freunden zur Pink Floyd Experience nach Palmerston North. Obwohl ich kein ausgesprochener Pink Floyd-Fan bin (zu viele Gitarren-Solos), war die Show doch echt beeindruckend!
Abendessen vorm Konzert: Rick, Glyn, Steve, Robbie, Paddy und ich.
Wie oben schon erwähnt, kamen Anne und Simon aus Koblenz uns Anfang Juni nochmal für ein paar Tage besuchen, bevor es für sie nach einem Jahr Neuseeland wieder nach Hause nach Deutschland ging – so schnell kann ein Jahr vergehen! Wir verbrachten ein paar schöne Tage bzw. Abende zusammen mit gutem Essen und Wein, Musik und Kicker. Außerdem halfen sie uns mit dem Schleifen unserer Cabin-Böden, vielen Dank nochmal! Es war toll, euch kennen gelernt zu haben – wir sehen uns dann nächstes Jahr in Deutschland wieder!
Anne und Simon waren Kicker-Profis!Abschiedsbild.
Ansonsten gibt es bei uns nicht viel Neues. Ich habe vor vier Wochen wieder mit ernsthaftem Radfahrtraining angefangen und fahre zur Zeit zwischen 200 und 250km pro Woche, leider häufig zumindest teilweise auf der Rolle indoors, weil das Wetter (mal wieder!) nicht mitspielt. Aber wann immer möglich bin ich draußen unterwegs, oft alleine, manchmal mit meinen Trainingspartnern Roy oder Sandy und manchmal mit anderen in group rides:
Craige und Sandy in der Kaffeepause an ihren Handys.Neil, Jo und ich – kalter, aber sonniger Wintermorgen.
Anfang Juli hatte der Radclub zur Saisonabschlussfeier geladen, und als Gastredner war Julian Dean eingeladen, ein ehemaliger Radprofi, der die Tour de France sieben Mal gefahren ist. Es war ein schöner Abend und Julian gab interessante Einblicke in das Leben eines Radprofis. Am nächsten Morgen schloss er sich unserem sonntäglichen Group Ride an, und trotz krassen Windes fanden sich tapfere 14 Gestalten, die sich diesem entgegen stemmten:
Group ride des CHB Bats Cycling Clubs mit Ex-Profi Julian Dean (Mitte).Natürlich wollten Sandy und ich noch ein Foto mit dem very down-to-earth Julian Dean 🙂
Wie schon angedeutet, ist das Wetter weiterhin echt besch…. wir hatten bisher ein paar kalte Tage, wie man es für Winter erwarten würde, aber hauptsächlich ist es nach wie vor nass. Das ist besonders unangenehm, da wir zur Zeit wegen der Überschwemmung keine Unterbodenisolierung unter unserem Haus haben, und so ist es sogar noch kälter als letztes Jahr. Hier der Beweis:
Schnee auf den Bergen der Ruahine Ranges – wunderschön!Das sorgt aber gleichzeitig auch für sehr kalte Temperaturen bei uns: 4 Grad IN der Küche (nicht draußen)!! Kühlschranktemperaturen in unserem Haus!!!Sogar Harvey bevorzugt den Platz direkt vor dem Heater.
Ende Juni mussten wir nochmal ein wenig bangen, denn es gab tagelang schwere Regenfälle, und der Fluss stieg deutlich an. Freitag abends um 7 kam dann ein Polizist und ließ uns wissen, dass wir vorbereitet sein sollten für eine eventuelle Evakuierung, woraufhin hektische Geschäftigkeit auf unserem Campingplatz ausbrach und jeder sein mobiles Heim fahrbereit machte oder gleich bei Freunden Unterschlupf suchte. Zum Glück stieg das Wasser nicht so hoch, dass die neu gebauten bzw reparierten Deiche getestet wurden! Trotzdem bedeutete es für viele Leute hier in der Gegend ein paar schlaflose Nächte, zu frisch ist die Erinnerung an Cyclone Gabrielle noch in den Köpfen! Auch wir blieben nicht völlig cool und unternahmen einige Spaziergänge pro Tag hinunter zum Fluss, nur um zu sehen, ob er nach da ist, wo er hin gehört:
Waipawa und unser Campingplatz blieben dieses Mal zwar verschont, aber die Straßen litten doch arg, und nun gibt es überall riesige Schlaglöcher, was das Fahren vor allem in der Nacht gefährlich macht. Außerdem wurde die Waipawa Bridge am SH50 zerstört:
Auch dieses Wochenende ist mal wieder total verregnet, so ätzend!!! Entweder ist es superwindig oder es schüttet, was runtergeht. Ich hoffe wirklich, dass wir dieses Jahr endlich einen schönen Sommer haben – ich weiß schon gar nicht mehr wie sich das anfühlt! Aber bis dahin ist es noch eine ganze Weile, der Winter endet im September…
So, das wars mal wieder für heute. Ich hoffe, bei euch in Deutschland ist es sonnig und warm und ihr genießt den Sommer! Nur noch ein paar Wochen, dann sind Ferien, haltet durch!
endlich finde ich mal wieder die Zeit, euch von meinem Leben hier zu berichten! Ich schulde euch noch sämtliche Ereignisse seit unserem Roadtrip Ende November bis zum Cyclone Gabrielle und der Überschwemmung Mitte Februar – quasi dem Leben pre flooding. Darauf werde ich mich in diesem blog-Beitrag konzentrieren.
Zuerst einmal zu dem, was so in meinem Radfahrerleben geschah seit meinem ersten großen Radrennen Ende November in Taupo: Meine erste Rennsaison mit den CHB Bats (meinem Fahrrad-Club) beendete ich im Dezember auf dem zweiten Platz in E1 grade, nur einen Punkt hinter dem ersten Platz, soooo knapp!! Herzlichen Glückwunsch an Brent!
Trotz des zweiten Platzes im letzten Rennen reichte es nicht mehr, um Brent zu überholen, der im Gesamtklassement mit 111 Punkten erster wurde.
Zwischendurch war ich sogar E1 grade leader für zwei Rennen und durfte das Leader-Trikot tragen:
Nicht sehr vorteilhaft für die Figur, dieses Trikot… 😉
Hier der Beweis: Die Urkunden wurden feierlich bei der Weihnachtsfeier / Saisonabschlussfeier überreicht. Die zweite Urkunde ist für meinen dritten Platz im Vergleich der Gesamtpunkte von E1 und E2 grade, die beide die kurze Distanz fahren (A-D grade fahren eine längere Distanz).
Schwarz auf weiß – mein Abschneiden in meiner ersten Radrenn-Saison.
Kurz nach Weihnachten kam endlich mein im August bestelltes neues Gravelbike – das Trek Checkpoint SL5! Jetzt kann ich wieder touren gehen. Sooooo cool!!!! Ab diesem Zeitpunkt fuhr ich fast nur noch dieses Bike, außer in den Rennen – es ist echt gut, wenn auch nicht so schnell wie ein Rennrad!
Mein neues Gravelbike – schnell und sieht gut aus 😉
In der neuen Saison, die von Anfang Januar bis Mitte März ging, stieg ich in die nächsthöhere Kategorie (D grade) auf, das bedeutete erstens eine längere Distanz und zweitens eine etwas höhere Geschwindigkeit. Vor meinem ersten Rennen war ich ziemlich nervös, vor allem, weil der Kurs ziemlich hügelig war, aber es lief richtig gut für mich, ich beendete das Rennen als sechste von zwölf, damit war ich sehr happy! Leider machte ich nur noch ein Rennen in dieser Saison (5.Platz), bevor die Überschwemmung mir einen Strich durch die restliche Saison machte. So waren nicht nur die Dienstag-Abend-Rennen für mich beendet, sondern auch das für März geplante 4-Tage-Rennen „Tour of Northland“, auf das ich mich so gefreut und für das ich zusammen mit Roy bis dahin so viel trainiert hatte. Aber da waren dann andere Dinge wichtiger! Naja, nächstes Jahr dann!
Vor ein paar Wochen habe ich auch mit dem Mountain biken angefangen, ein bisschen als Ausgleichstraining – macht echt Spaß und ist etwas völlig anderes als Radrennen auf der Straße! In Neuseeland gibt es sehr viele Mountainbike Parks, die nur zu diesem Zweck gebaut sind, das ist echt cool. Wir haben einen dieser Parks, den Gum Tree Mountainbike Park, gleich im nächsten Ort, ich muss also gar nicht weit fahren für coole Trails. Die Trails dort sind alle Grad 2 und 3, was für mich als Anfänger völlig ausreichend ist!
So sehe ich nach ein paar Runden Mountain biken in der Früh aus – verschwitzt, aber glücklich!
Im April habe ich beschlossen, mir ein richtig gutes Rennrad zu kaufen, da mir das Radrennen echt Spaß macht und ich inzwischen weiß, dass ich das wohl noch länger machen werde. Mein 260-Dollar Trade-me bike ist jetzt dauerhaft in meinem Indoor cycling trainer (quasi retired mit 17 Jahren), wird also weiter benutzt, aber für die Rennen und das Training draußen habe ich jetzt diese Maschine:
Mein neues Rennrad: Scott Addict RC 15 – kein Vergleich zu meinem alten Bike!
Damit bin ich deutlich schneller als mit meinem „Classic bike“, und es macht noch mehr Spaß! Das nächste große Ziel (neben der im September startenden neuen Saison) ist das Lake Taupo Rennen Ende November, dieses Mal die ganze Runde um den See, 160km. Dafür bin ich jetzt zumindest bike-technisch bestens gerüstet, jetzt muss ich „nur“ noch trainieren 😉
Pre flooding, als wir noch einen geöffneten schönen und intakten Campingplatz mit Gästen hatten, machten wir im Dezember Bekanntschaft mit drei deutschen Reisenden, die alle länger blieben, als die eine Nacht, die sie ursprünglich geplant hatten (jaja, das ist mir hier in 2019 auch passiert). Zuerst kam Gesa durch unser Gate geradelt (wie ich damals), wenig später folgte Silke in ihrem Van und wiederum einen Tag später Maxim, der tatsächlich bis März bei uns blieb. Das Schöne am Arbeiten auf einem Campingplatz ist, dass man immer interessante Menschen trifft und die dann auch mal zum Abendessen einladen kann, was wir mit den dreien taten. Wir kochten zusammen ein vegetarisches Nudelgericht und verbrachten einen sehr unterhaltsamen Abend miteinander:
Natürlich quatschte ich ausführlich mit Gesa, der Radlerin, über ihre Tour und Erlebnisse und konnte ihr ein paar Tips zu sehenswerten Routen durch Neuseeland geben. Ich war schon ein bisschen neidisch, wäre echt gerne ein paar Wochen mit getourt… Nach 3 Nächten bei uns radelte sie weiter gen Süden – war echt nett, dich kennen gelernt zu haben, Gesa!
Zwei Radtourer unter sich: Gesa und ich.
Silke blieb noch bis Neujahr, um unsere jährliche große Silvesterparty mitzuerleben, bevor sie sich zur Südinsel und von da nach Australien aufmachte. Die Silvesterparty war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg, mit tollem Wetter, guter Live-Musik mit zwei Bands, frischer Pizza aus unserem Pizza-Ofen und geschätzten 100 Gästen – besser kann man ein neues Jahr nicht starten! Hier ein paar Eindrücke:
Das neue Jahr begann gut: Wir erfüllten uns einen gemeinsamen Traum und schafften ein Rooftop-Tent an. Damit, so hoffen wir, können wir einfach auch mal für ein oder zwei Nächte spontan losfahren und irgendwo zelten, ohne großes Planen. Außerdem wollen wir es für weitere Roadtrips nutzen. Bisher haben wir es leider nur einmal benutzt (flooding se Dank), aber das war echt cool. Das schöne an einem Rooftop tent ist, dass es in 5 Minuten „aufgebaut“ ist (man muss es eigentlich nur aufklappen), und dass man Kissen und Schlafsäcke / Decken einfach drin lassen kann, auf der mitgelieferten bequemen Matratze, und zum Abbauen einfach zuklappt. Wir testeten es für eine Nacht an der Kairakau Beach, meinem Lieblingsstrand von den fünfen in unserer Nähe. Hier ein paar Fotos von unserem Tent und dem Kurztrip:
Ich stand sogar freiwillig extra-früh auf, um den Sonnenaufgang zu fotografieren (und das, obwohl die Matratze im Zelt echt bequem ist!). Das ist mein Lieblingsbild, noch bevor die Sonne aufging:
Grandiose Farben: Kairakau Beach kurz vor Sonnenaufgang.
Mitte Februar, genauer gesagt am 10.02., brachen wir zu einem lange vorher organisierten, einwöchigen (so dachten wir) Motorradtrip auf der Südinsel auf, zusammen mit Steve und Paula und ihrem Freund aus England, Bob. Tracy würde unseren Campingplatz managen und Maxim war in unser Haus eingezogen, um Harvey zu hüten. Freitag nachmittag ging es bei schönem Wetter auf die Motorräder Richtung Wellington, wo wir die Nacht verbrachten, um am nächsten Morgen die Fähre nach Picton auf der Südinsel zu nehmen. Da die Fähre Verspätung hatte, blieb uns jede Menge Zeit für Kaffee und Fotos 🙂
Warten auf die Fähre: Bob, ich, Paddy, Steve und Paula.
In Picton angekommen, stiegen wir wieder auf die Motorbikes und machten uns auf den Weg nach Kaikoura, wo wir zwei Nächte bleiben wollten. Unterwegs gab es einen kurzen Stop an einer Robbenkolonie:
Robbe müsste man sein – den ganzen Tag faul rumliegen 😉
In Kaikoura angekommen, fanden wir eine coole Unterkunft für uns sechs (wir trafen uns mit Gibbo auf dem Weg nach Kaikoura) – ein ganzes Haus für uns allein, 3 Schlafzimmer, 2 Bäder und ein großer Küchen-Lounge-Bereich:
Am Abend ging es in ein nahegelegenes Restaurant zum Dinner mit ein paar alkoholischen Getränken, schließlich konnten wir heim laufen.
Bob, Gibbo, Steve, Paula, ich und Paddy.
Kaikoura ist ein nettes, ziemlich touristisches Städtchen an der Ostküste der Südinsel, und vor allem bekannt wegen der Whale watching tours, die von hier starten. Wir verzichteten auf das whale watching (war sowieso die falsche Jahreszeit) und widmeten uns einer Stadtbesichtigung inklusive des kleinen Automuseums:
Nach einer kurzen Erholungspause brachen wir zu einer 12km langen Wanderung auf dem Kaikoura Peninsula Walkway auf, wo es neben Robben und Seelöwen auch tolle Aussichten zu sehen gab. Und das Wetter spielte auch mit!
Wer eine tolle Aussicht haben will, muss natürlich vorher dafür arbeiten, und so ging es ein paar Stufen hinauf…
Bob kämpft sich die Stufen hinauf……aber dieser Ausblick war es wert!Selfie-time! 🙂Ein Gruppenbild am nächsten Aussichtspunkt durfte natürlich nicht fehlen!
Am nächsten Tag verließen wir Kaikoura und machten uns auf den Weg nach Lake Tekapo, mit einem kurzen Zwischenstop in Christchurch, um eine neue Batterie für Paddy’s Motorrad zu kaufen – wir benötigten nach jedem Halt Starthilfe, was zwar ein gutes Training für diejenigen ist, die anschieben, aber auf Dauer doch ein bisschen lästig 😉
Da diese Tour vergleichsweise lang war, gab es etliche Zwischenstopps zum Beine-Ausstrecken, Fotos machen und natürlich auch zum Essen – das Fairlie Bakehouse ist neuseelandweit bekannt für seine leckeren Pies, hat aber auch sehr gute cakes:
Lunchbreak vor der letzten Etappe über den Burkes Pass nach Lake Tekapo.
Auch in Lake Tekapo hatten wir ein ganzes Haus für zwei Nächte gemietet, ganz nahe am See. Nach unserer Ankunft dort kümmerte Paddy sich als erstes um sein Motorbike – Batterie laden und austauschen. Und so waren alle Bikes vorm Haus geparkt, schön in einer Reihe:
Da das Wetter phantastisch war und Lake Tekapo einer meiner Lieblingsorte in Neuseeland ist, hatte ich Hummeln im Hintern und trieb die anderen an, schnellstmöglich zum See hinunter zu gehen, bevor es dunkel (oder bewölkt) wurde, denn dann verliert der See seine türkise Farbe und sieht relativ normal aus. Die Eile war es absolut wert, aber seht selbst:
Die berühmte „Church of the good Shepherd“in traumhafter Kulisse.Paula, Steve und Fotograf Bob beim „Sheepdog Memorial“.Blick über den See und die Kirche in die Berge – davon kann man echt nicht genug kriegen!Lake Tekapo footbridge – an der gleichen Stelle errichtet wie die erste Brücke dort aus dem 19.Jahrhundert – der Pfeiler im Vordergrund erinnert daran.
Für den nächsten Tag war eine Motorradtour nach Mount Cook Village geplant, wo wir uns das Dorf und das Hillary-Museum anschauen und den Hooker Track wandern wollten. Doch das war genau der Tag, an dem Cyclone Gabrielle über die Nordinsel hereinbrach und unseren Campingplatz „umgestaltete“, so dass der Tag dann ganz anders verlief…
Kurzer Stop kurz vor Mount Cook village, um dieses Foto zu machen…Genialer Anblick kurz vor Mount Cook Village.
Im Village angekommen, suchten wir uns ein Cafe und wollten es uns mit Kaffee und Frühstück vor unserem Hike gut gehen lassen, als uns Tracy’s Anruf aus dem Katastrophengebiet Waipawa erreichte: „Der Fluss ist durch denn Damm gebrochen und läuft nun durchs Camp, wir mussten evakuieren!“ Von da an war alles anders: Paddy hing am Telefon und versuchte, so viel wie möglich über die Situation zuhause zu erfahren, und ich versuchte so schnell wie möglich einen Flug zurück zu organisieren, was auch gelang: ich ergatterte zwei Tickets von Christchurch nach Napier für den nächsten Tag. An Museum oder Hike war irgendwie nicht mehr zu denken, aber immerhin statteten wir einer Ruderveranstaltung in Twizel einen kurzen Besuch ab, bevor wir zurück zu unserem Haus und zu einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht fuhren, nachdem wir in den Nachrichten Bilder der Verwüstung aus Central Hawke’s Bay gesehen hatten.
Paddy, Steve, Paula und Gibbo am Rande des Ruderwettkampfs.
Am nächsten Tag brachen wir in der Früh auf unseren Motorrädern auf nach Christchurch, parkten unser Motorrad bei Verwandten von Gibbo und ließen uns zum Flughafen fahren – den Rest der Geschichte habe ich euch ja schon geschrieben, inklusive zahlreicher Bilder der Verwüstung.
Das wars für heute mit der Zusammenfassung der Ereignisse von Dezember bis Februar, im nächsten Blog erzähle ich euch dann mehr über unser post flooding Leben und den Stand der Wiederaufbauarbeiten – hoffentlich komme ich schon in den nächsten Tagen dazu 🙂
Hallo liebe Leser, endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir! Es gibt soooo viel zu berichten und nachzuholen, nachdem ich nicht gerade sehr schreibfleißig war in den letzten Monaten, aber heute konzentriere ich mich erstmal auf die letzten 5 Wochen, also die Zeit post Cyclone Gabrielle.
Ich hatte euch ja geschrieben, dass wir in Sicherheit sind, denn ich dachte mir, dass die ganzen Überschwemmungen in Neuseeland infolge des Tropensturms auch im deutschen Fernsehen thematisiert würden, und wollte nicht, dass sich alle Sorgen um mich machen. Paddy und ich waren zu der Zeit gerade auf einem Motorradtrip auf der Südinsel (darüber berichte ich euch dann im nächsten Blog), also weit weg von dem ganzen Chaos. Sobald wir von Tracy hörten, dass das Camp evakuiert wird weil der Flussdamm gebrochen war, buchten wir Rückflugtickets nach Napier für den nächsten Tag . Am frühen Morgen fuhren wir von Lake Tekapo nach Christchurch, lagerten unser Motorrad und die Motorradsachen bei Freunden ein und flogen nach Napier, wo wir erstmal stecken blieben, denn viele Straßen und Brücken waren wegen des Sturms unpassierbar. Zum Glück sind wir mit Rosco, einem Piloten befreundet, der lieh sich eine kleine Cessna in Waipukurau und holte uns in Napier mit dem Flieger ab – echt cool! Das gab uns gleich auch die Chance, Central Hawke’s Bay nach dem Sturm aus der Luft zu sehen… Ich bin ja nicht so der Held mit Fliegen und hatte schon ein wenig Respekt vor dem winzig kleinen Flugzeug, aber es flog viel ruhiger als die meisten Passagierflugzeuge!
Rosco und Paddy vor dem kleinen Flieger. Blick ins Cockpit der 4-Sitzer-Maschine.Rosco, Paddy und ich auf dem Heimweg.Blick auf überschwemmte Wohngebiete in Napier.Überall braune Brühe…
Und dann flogen wir über unseren Campingplatz. Das Wasser war schon ein paar Stunden nach der Flut wieder weg gewesen, aber das angerichtete Chaos war selbst aus einiger Höhe nicht zu übersehen… Ich habe euch zum Vergleich eine Luftaufnahme unseres Holiday Parks von zwei Wochen vor der Überschwemmung eingefügt, quasi nach dem Motto „Finde die Fehler“ (es sind mehr als 10…):
Vorher-Nachher-Vergleich (leider nicht ganz die gleiche Perspektive).
Doch was war genau passiert? Der Cyclone Gabrielle hatte in den nahegelegenen Ruahine Ranges in 24 Stunden so viel Regen gebracht wie dort normal in 6 Monaten runter kommt, so dass der Waipawa River sich von einem Rinnsal in einen reißenden Fluss verwandelt hatte und etliche Bäume, Brücken und was sich sonst noch im Weg befand mit sich riss. Der Flussdamm konnte diesen Massen nicht standhalten und brach an mehreren Stellen, so dass der Fluss plötzlich durch alle angrenzenden Grundstücke, Häuser, Wohnwägen usw durchfloss. Unsere Campbewohner hatten 10 Minuten Zeit, das Camp zu verlassen nachdem die Feuerwehr kam und sie zur Evakuierung aufrief. Das Wasser war in dieser Zeit im Camp von bodenbedeckt auf hüfthoch gestiegen! Einige schafften es noch, mit dem Auto hinaus zu fahren, so wie Graham, von dem ich dieses Bild habe:
Hier begann das Wasser in den Holiday Park zu laufen.
Danach muss der Fluss ca 1m hoch durch das Camp geflossen sein, er riss Zäune, Wohnwägen, Cabins, Bäume, Holz von der gegenüberliegenden Holzfabrik und alles mögliche andere mit, was herumstand. Alle unsere Gebäude, Wohnwägen und Wohnmobile, Container, Workshop, Schuppen und communal facilities wurden geflutet und beschädigt, und als das Wasser ein paar Stunden später zurückging, bot sich ein Bild der Verwüstung:
Die Einfahrt zu unserem Campingplatz – die Zäune rechts und links waren weggerissen worden und es sah aus wie ein Kriegsschauplatz.Der asphaltierte Parkplatz vor unserem Officewar verschwunden, zusammen mit dem Rosenbeet links am Zaun entlang.
Wie man an obigen Bildern sehen kann, war der Zaun komplett verschwunden bzw. platt gemacht, ebenso der Garten, der direkt hinter dem Zaun war. Dafür lag das Ortsschild, das normal einige hundert Meter weiter weg steht, auf unserem Grundstück.
Hier einige Eindrücke vom Campingplatz:
Zwei unserer Cabins wurden zerstört, eine wurde etwa 200m weiter geschwemmt und stand ganz woanders als sonst. Das war schon ein sehr trauriger Anblick:
Auch unsere communal facilities und unsere TV Lounge hatten einiges abgekriegt, aber da der Block aus Steinen und Beton besteht, stand er wenigstens noch. Doch die ganzen Waschmaschinen, Trockner, Küchenherde und Kühlschränke waren natürlich voller Wasser und Schlamm:
Der Schlamm, im Englischen „silt“ genannt, ist echt am schlimmsten! Er ist voller Zeug, das man nicht um sich haben will (Chemikalien, Bakterien, Abwasser,…) und sehr hartnäckig! Erst trocknet er ewig nicht und man läuft ständig durch wadenhohen übel riechenden Schlamm, dann trocknet er und verwandelt sich in ganz ganz feinen Staub, der in jede Ritze eindringt und den man die ganze Zeit einatmet. Ich hab keine Ahnung, ob wir den jemals wieder los werden! Man fühlt sich die ganze Zeit dreckig und staubig, und unser Haus ist ständig voll damit, obwohl es das einzige Gebäude ist, das innen kein Wasser ab bekam. Aber man trägt den silt an den Füßen von der Veranda ins Haus, Harvey bringt ihn an Füßen und Fell hinein und der Wind erledigt den Rest – es ist echt ätzend! Und wenn man putzt, hält es ungefähr 2 Minuten, dann ist alles wieder staubig. Naja, man gewöhnt sich an alles…
Die Lodge, ein Haus, das wir hauptsächlich an die Erntehelfer oder an Familien oder Gruppen vermieten, hatte nicht so viel Glück wie unser Haus, hier lief das Wasser durch:
Fünf unserer eigenen Wohnwägen sind ebenfalls zerstört, von denen leider nicht alle versichert waren… wir hoffen, dass wir ein paar davon noch retten können. Hier nur ein Eindruck von unserem Oxford Caravan, der unterhalb des Fensters von der Anhängerkupplung eines anderen Wohnwagens wie eine Dose aufgeschlitzt worden war:
Auch vor dem hinteren Teil unseres Grundstücks, wo unsere Woodshed mit unserem Feuerholz und weitere Hütten und Container mit allem möglichen Zeug sind, hat der Fluss nicht Halt gemacht. Er riss die Rückwand der woodshed zusammen mit einem großen Teil unseres Feuerholzes für den Winter mit sich, und richtete in den anderen Hütten weiteres Schlamm- und Dreck-Chaos an. Zum Glück bekommen wir ausreichend neues Feuerholz für den Winter kostenlos von der benachbarten Holzfabrik (ich muss also nicht frieren ;-)) – vielen Dank!
Unser Haus war glücklicherweise trocken geblieben und für sicher erklärt worden, so dass wir gleich in der ersten Nacht nach unserer Rückkunft dort schlafen konnten. Als wir ankamen, hatten wir weder Strom noch Wasser, doch beides wurde sehr schnell wieder hergestellt, schon zwei Tage nach dem Sturm funktionierte es wieder. Leider musste das Wasser drei Wochen lang abgekocht werden bzw. konnte nicht getrunken werden, da die water treatment plant auch schwer beschädigt worden war. Aber inzwischen haben wir wieder sauberes Trinkwasser, und auch keine Wasserlimitierung mehr. Wir hatten echt Glück mit unserem Haus, das Wasser kam buchstäblich bis zur Haustüre hoch, also über unsere Veranda drüber, aber machte dann an der Türe halt! Unser Garten hat jedoch leider den ganzen Schlamm und Dreck abbekommen:
Am nächsten Morgen nutzten wir unseren Spaziergang mit Harvey dazu, uns den Schaden an der River Stop Bank und in der Umgebung mal anzuschauen. Unter der Eisenbahnbrücke steckten zwei große Wassertanks fest und blockierten die Öffnung, woraufhin sich das Wasser nebendran einen Weg gebahnt und die Brückenseite mit all dem Geröll und Kies herausgesprengt hatte, so dass nur noch die Gleise in der Luft hingen. Von dort floss der Fluss direkt durch unser Camp, nicht ohne 5 oder 6 weitere Wassertanks mitzunehmen, die wie Bowlingkugeln durch den Holiday Park schwammen und alles platt machten, was im Weg war.
Ein Stück weiter flussaufwärts war der Flussdamm an mehreren Stellen gebrochen:
An so viel Zerstörung könnte man schon verzweifeln, aber wir hatten zum Glück soooo viele Helfer in der ersten Woche, dass das Schlimmste ziemlich schnell aufgeräumt war. Es war echt der Hammer! Ganz viele freiwillige Helfer strömten in unseren Holiday Park, bewaffnet mit Baggern, Trucks, Anhängern, Schubkarren, Schaufeln, Putzzeug oder auch einfach ohne alles und packten mit an. Paddy und ich hatten Tränen in den Augen, als die ersten kamen! Über die ganze Woche waren es hunderte Leute, die entweder kamen, weil sie uns kannten und uns helfen wollten oder auch einfach nur, weil sie im Radio gehört hatten, dass Hilfe gebraucht wird. Auch ortsansässige Firmen beteiligten sich mit ganzen Arbeitstrupps und schwerem Gerät an den Aufräumarbeiten, und alles freiwillig und unentgeltlich! Der community spirit war wirklich großartig! Und es waren ja nicht nur wir, die Hilfe brauchten – alle Grundstücke nahe des Flusses waren überflutet worden. Die Gemeinde hatte ganz schnell einen Sammelpunkt für freiwillige Helfer organisiert und schickte von dort die Trupps zu den Menschen, die Hilfe brauchten. Hier ein paar Eindrücke von den Aufräumarbeiten:
Mr. Apple kam mit einem ganzen Trupp Erntehelfer aus Samoa, die hier das angeschwemmte Holz und alles andere aus dem Zaun und Gebüsch zogen. Die Burschen von Mitre10 holten ihre angeschwemmten Holzplanken ab, kamen dann zurück und halfen bei den Aufräumarbeiten. Unter anderem richteten sie Kelly’s Tiny House wieder auf, das umgestürzt war.Hier halfen einige Leute mit, einen Wohnwagen von einem Bus zu ziehen. Andere luden ihre Anhänger mit zerstörtem Zeug aus Containern, Wohnwägen und Gebäuden voll und fuhren es zur Müllhalde, hier die Matratzen aus unserem Matratzenlager, die wir alle wegwerfen mussten.Es wurde fleißig geputzt… hier Robbie und Laura mit Zeug aus Paddy’s Workshop.Steve und Maxim putzten den MR2, der einiges an Silt und Wasser abbekommen hatte.Und auch die Gebäude wurden fleißig geputzt, hier unser office.Die Wege und Gebäude wurden von Silt befreit, mit Baggern und Schaufeln und Rechen und allem, was dafür geeignet war.Dreck wurde auf Trucks geladen und weggekarrt.Und auch Paddy probierte sich als Baggerfahrer – jetzt will er natürlich seinen eigenen Bagger haben! Aileen, Paddy’s Schwester, brachte Bettzeug und Handtücher aus unserem nassen Laundry room in unser trockenes Gästezimmer, was wir gerade zum Lager umfunktioniert haben.Unser „sparky“ (Elektriker) Frederico aus Argentinien, der uns so schnell und sicher wie möglich wieder mit Strom versorgte. Sehr cooler Sonnen- bzw. Regenschutz übrigens!
Obendrein wurden wir mit Essen und Trinkwasser bis zum Abwinken versorgt, so dass sich alle Helfer ausgiebig stärken konnten. Ich weiß nicht, wie viele Leute Essen zubereiteten und verteilten, aber es müssen hunderte gewesen sein, so viel Essen, wie alleine bei uns ankam! Die einzigen Ausgaben, die wir in dieser ersten Woche hatten, war für Diesel für die Bagger und Bier für die Helfer. Hier ein paar Eindrücke von den Pausen:
Vielen vielen Dank nochmal an alle Helfer!!! Ohne euch hätten wir das nie geschafft!
Inzwischen schaut es schon wieder viel besser aus bei uns, der ganze Müll ist weg, das Gras wächst nach und viele Wohnwagen-„Leichen“ sind inzwischen abgeholt worden. Aber natürlich ist noch jede Menge zu tun, und das wird auch noch einige Zeit so bleiben. Wir haben leider einige unserer permanents verloren, entweder weil sie nicht mehr nahe an einem Fluss wohnen wollten oder weil sie nicht versichert waren und ihren Wohnwagen verloren haben. Von den fast 30 sind uns 13 geblieben, wobei der ein oder andere eventuell noch zurück kommt, und wir werden ganz sicher wieder neue Bewohner finden, die zu uns passen. Offiziell sind wir im Moment geschlossen, wir wollen aber ab April wieder für Camper und Wohnwägen öffnen. Die Reparatur und Renovierung bzw. Neubau unserer Cabins wird aber eine Weile dauern, wahrscheinlich wird es Frühling werden, bis wir wieder im Normalbetrieb sind.
Bis Ende April haben wir außerdem 15 Erntehelferinnen aus Tuvalu hier, die für Mr.Apple arbeiten. Eigentlich hätten wir 36 Leute bekommen sollen, aber da all unsere Gebäude unbewohnbar sind, sind es nur die 15, für die Mr. Apple kleine Cabins gemietet und bei uns aufgestellt hat (zum Glück nach der Überschwemmung!). Wir haben also wenigstens ein bisschen was an Einkünften. Glücklicherweise sind wir versichert, auch gegen loss of income, so dass wir imstande sein sollten, den Campingplatz wieder aufzubauen. Bisher klingen die Leute von den Versicherungen sehr vernünftig und großzügig, aber es muss sich erst noch herausstellen, wie gut wir wirklich versichert sind…
Letzte Woche haben endlich die Arbeiten an den Gebäuden begonnen.Es mussten alle Wände geöffnet werden, damit sie trocknen und von silt gereinigt und desinfiziert werden können. Im Moment schauen alle Gebäude echt schlimm aus! Aber sobald sie trocken sind geht es ans Wiederaufbauen, Streichen und Renovieren, und danach sieht alles viel besser aus als vorher! Das ist der Ist-Zustand in unserer kleinen Selbstversorger-Villa momentan:
Außerdem wurden heute die Duschen und Wände im Herren-Waschraum rausgerissen, dahinter/darunter war es auch 5 Wochen nach der Überschwemmung noch nass und es fing an zu schimmeln. So sieht es dort gerade aus:
Lustig, was sich hinter den Duschwänden so verbirgt:
Gestern wurde außerdem die Unterbodenisolierung unter unserem Haus entfernt. Irgendwie hatten wir gehofft, dass unser Haus völlig ungeschoren davon gekommen war, aber nach einiger Zeit begann es zu riechen, der Fußboden begann sich zu wölben und unsere Türen klemmen. So war klar, dass es unter dem Haus noch feucht sein muss und das ganze Zeug raus muss – was für eine ätzende Arbeit, im Dreck unter dem Haus im Dunkeln herumzukriechen und Isolierung zu entfernen! Mir haben die Jungs echt leid getan!
Vor zwei Wochen hat uns unser deutscher „Dauercamper“ Maxim verlassen. Er war Ende Dezember eigentlich für nur 1 oder 2 Nächte gekommen und ist dann fast 3 Monate geblieben – zuerst hat er seinen Van zu einem self contained vehicle ausgebaut (mithilfe von Paddy’s Werkzeugen und Workshop, den Paddy ihm gerne zur Nutzung überließ), danach baute er eine Treppe für Kelly’s Tiny House (sie hat die Überschwemmung unbeschadet überstanden), danach arbeitete er auf einer Baustelle, um noch ein wenig Geld zu verdienen, und dann half er uns nach der Überschwemmung. Wir hätten ihn gerne hier behalten, auch wenn er uns manchmal beim Kicker schlug ;-). Harvey liebte ihn für sein ausdauerndes Chucky-Werfen und Gassigehen, ich bin ganz sicher, dass er ihn sehr vermisst. Aber natürlich ist er nicht nach Neuseeland gekommen, um das ganze Jahr in einem Nest wie Waipawa zu verbringen! Gute Reise und viele tolle Abenteuer, lieber Maxim, und komm uns nochmal besuchen, bevor es wieder nach Hause geht!
Paddy, Maxim und ich – unser Abschiedsbild.Und noch ein Abschiedsbild mit Harvey 🙂
So, das wars erstmal von mir für heute. Ich hoffe, ich komme bald dazu, euch von unserem (leider sehr kurzen) Motorradtrip und der Zeit davor zu schreiben, aber wie ihr euch sicher vorstellen könnt, sind wir gerade ziemlich busy mit Wiederaufbau. Ich hoffe, euch geht es gut. Bei euch wird es jetzt Frühling, wir hingegen haben Herbst, und das nach einem nicht vorhandenen Sommer, igitt!!!! Ich hoffe, dass wenigstens der Herbst schön wird… und dann der nächste Sommer. Die letzten beiden waren echt mehr als mäßig, dieses Jahr quasi gar nicht vorhanden mit dem vielen vielen Regen. Ich glaube der wärmste Tag war 26 Grad. Naja, kann eigentlich nur besser werden 😉
Wie immer freue ich mich über Kommentare, WhatsApps, Texts, emails, Anrufe usw! Last mal was von euch hören! Und lasst es euch gut gehen!
Liebe Leser, nur ganz kurz heute, um alle zu beruhigen, die in den Nachrichten von dem Tropensturm in NZ gehört haben: Paddy, Harvey und ich sind in Sicherheit , und zum Glück alle unsere permanents auch. Paddy und ich sind gerade noch auf der Südinsel, versuchen aber, morgen nach Hause zu kommen.
Leider steht unser Campingplatz unter Wasser, und von Telefonaten und Bildern unserer Freunde und Paddy’s Familie zu urteilen, ist der Schaden groß, Genaueres lasse ich euch wissen, wenn wir daheim sind. Wir werden für eine Weile keinen Strom oder Wasser haben, also macht euch keine Sorgen, falls ich mich eine Weile nicht melden sollte. Wichtig ist, alle sind gesund und sicher.
Hallo liebe Leser, ich weiß gar nicht, wie oft ich schon angefangen habe, diesen Blog-Beitrag zu schreiben… unser Urlaub war im November, und nun haben wir schon fast Februar und ich habe es immer noch nicht geschafft! Aber jetzt! Doch erst einmal wünsche ich euch natürlich ein gutes neues Jahr (und frohe Weihnachten nachträglich)!
Und nun zu unserem lange herbei ersehnten Urlaub, unserem ersten gemeinsamen Urlaub seit wir es im August 2021 endlich nach Neuseeland geschafft haben! Wir hatten 10 Tage zur Verfügung, und die einzig feste Station war Taupo für die letzten drei Tage, da ich da an dem großen Radrennen am See entlang teilnehmen wollte. Wir planten ganz grob einen Roadtrip, der uns dann nach einigen spontanen Änderungen nach Whanganui, New Plymouth, Raglan, Rotorua und Turangi/Taupo führte:
So sah unser Roadtrip auf der Karte aus.
18.-20.11. Whanganui, New Plymouth
Am 18.11. ging es, natürlich nach dem Putzen, endlich los: wir packten unseren Pajero voll, schnallten unsere Räder auf den neuen Fahrradständer und fuhren los Richtung Whanganui.
Kurzer Check, ob die Räder auch sicher befestigt sind – bombenfest!
Der Tag startete freundlich und warm, aber es war Regen und unbeständig für die nächsten Tage angekündigt. Nach kurzer Rast und Lunch in Dannevirke ging es durch bis zu unserem heutigen Ziel Whanganui. Dort hatten wir ein nettes Cottage über AirBnB gemietet, das wir erstmal bezogen, bevor wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt machten. Natürlich begann es schon ein paar Minuten später wie aus Eimern zu schütten! Wir retteten uns von einem Unterstand zum nächsten und kehrten schnell in einen Pub ein – wir hatten eh Hunger und Durst. Zum Glück ließ der Regen bald nach, so dass wir noch ein wenig durch die Stadt wandern konnten. Hier ein paar Eindrücke:
Unser kleines Cottage für die Nacht – das Foto ist vom nächsten Morgen, als die Sonne schien.Überrascht vom Regenguss auf dem Weg in die Innenstadt.
Innenstadt.
Cafe Orange, das im Mai, als ich mit Tibor hier war, noch ganz anders aussah. Jetzt hatte man sich für eine super-hässliche Wanddekoration aus künstlichen Blumen entschieden, echt grausam!
Am nächsten Morgen wachten wir zu strahlendem Sonnenschein auf, und wir machten uns erneut auf den Weg in die Innenstadt, um noch ein wenig zu bummeln und vor allem frühstücken zu gehen. Nicht nur fanden wir leckere französische Croissants und guten Kaffee, sondern auch einen schönen Kunsthandwerkermarkt, auf dem allerhand los war, aber seht selbst:
Frisch gestärkt bestiegen wir unser Auto und machten uns auf via „Surf-Highway“ nach New Plymouth, wo wir Freunde von Paddy besuchen wollten. Zwischendurch machten wir in Opunake eine Pause, die wir für einen Spaziergang hinunter zum Strand nutzten, und zum Glück hielt das Wetter noch:
Am Nachmittag kamen wir bei Scotty and Katy in New Plymouth an, und die Wiedersehensfreude war riesengroß, denn außer uns waren auch zwei andere alte Freunde zu Besuch, Bryn und Heather. Sie kennen sich alle von vor 30 Jahren, als sie zusammen in London wohnten und arbeiteten. Scotty heizte den Grill an und es wurde ein sehr unterhaltsamer, feucht-fröhlicher und langer Abend!
Katy, ihr Sohn Matt, Bryn, Scotty, Heather und Paddy lassen sich das Abendessen schmecken!
20.-21.11. Raglan
Am nächsten Morgen entschieden Paddy und ich, statt wie geplant den Forgotten World Highway nach Taumaranui zu nehmen (den wir beide schon kannten), die Westküste entlang auf Nebenstraßen nach Raglan zu fahren. Das Örtchen ist bekannt für seine Surfer und Künstler und steht wegen der gechillten Lebensweise bei den meisten Touristen auf der To-See-Liste – so auch auf meiner, denn dorthin hatte ich es bisher nicht geschafft. Und so machten wir uns nach einem herzhaften Katerfrühstück auf den Weg. Leider war das Wetter nicht das Beste, wir hatten an diesem Tag einen Mix aus Sonne, Regen, Wolken und wieder Regen, was man auch auf den Fotos sehen kann. Unser erster Stop war beim „Elephant Rock“ und den „Three Sisters“, berühmten Felsformationen in der Nähe von Tongaporutu. Bei Ebbe (und schönem Wetter) kann man dorthin wandern, bei diesem Wetter verleitete es uns aber nicht dazu…
Blick auf den Elephant Rock in der Ferne.Elephant Rock (links) und die „Three sisters“.
Im Laufe der Fahrt rissen die Wolken dann etwas auf und die Sonne kam heraus. Nach Awakino verließen wir den Highway und folgten der schmalen Manganui Road, die sich an der Küste entlang schlängelt. Unser nächster Stop war der Waikawau Tunnel Beach, ein Strand, den man nur durch einen Tunnel erreichen kann. Schon die Fahrt dorthin war ein Abenteuer, es führt eine enge Schotterstraße dorthin, die sich zwischen Felsen durchquetscht. Vor dem schmalen Tunnel sind 2-3 Parkplätze, dann läuft man durch einen kurzen engen Tunnel und plötzlich steht man auf einem langen schwarzen Sandstrand – echt mega! Wir erkundeten den Strand und einen Wasserfall, der ein paar hundert Meter vom Tunnel entfernt von den Klippen fiel. Natürlich kam zwischendurch mal wieder ein Regenguss, so dass wir patschnass zurück zum Auto kamen. Aber das war es absolut wert, seht selbst:
Und weiter ging es auf scenic routes, die nicht nur Schotter, sondern auch ein paar Erdrutsche zu bieten hatte, bis zu unserem Ziel Raglan:
Schotterstraße durch schöne Landschaft.Uuuups, hier fehlt ein ordentliches Stück Straße!Tolle Aussicht – schade nur, dass das Wetter nicht mitspielte!
In Raglan angekommen, bezogen wir zunächst unser AirBnB und machten uns dann auf die Suche nach etwas Essbarem, das wir in Form einer Seafood Platter in einem Restaurant in der Ortsmitte auch fanden:
Yummy!!! Die Seafood platter für zwei Personenhätte auch locker für drei gereicht!
Danach brauchten wir einen Verdauungsspaziergang durch den inzwischen dunkel gewordenen Ort:
Auch der nächste Tag versprach wettertechnisch wieder durchwachsen zu werden. Da Strand und Baden somit ausschieden, beschlossen wir, einen Loop zuerst an der Küste entlang nach Süden und dann mehr im Landesinneren wieder zurück zu fahren:
Die Straße war eine sehr schmale Schotterstraße, und wir sahen vielleicht noch drei andere Autos, ansonsten hatten wir sie komplett für uns. Sie führt durch Wälder und über Hügel und bietet immer wieder schöne Aussichten über die Küste. Kurz bevor sie wieder ins Landesinnere abbiegt, kann man nach rechts hinunter zum wunderschönen Ruapuke Beach fahren, und selbst bei diesem Wetter lohnte sich das!
Auf unserem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu den Bridal Veil Falls, und auch hier trotzten wir dem Regen und wanderten zum Wasserfall, der mit dem ganzen Regen der letzten Tage recht eindrucksvoll war:
Nach dem ganzen Regen brauchten wir einen ruhigen Abend in unserem quirky AirBnB im Hinterland von Raglan. Auf dem Heimweg stoppten wir kurz am Supermarkt und kauften Sachen für unser Abendessen, dann ging es zu unserer Unterkunft für die Nacht. Unser Vermieter hat einfach zwei kleine Einzimmer-Häuschen durch einen überdachten Bereich im Freien verbunden, so dass ein Häuschen das Schlafzimmer war, das andere Küche und Bad (nur durch einen Vorhang getrennt, das war schon ein bisschen komisch…) und der Teil im Freien war Außenküche/Ess- und Sitzbereich – sehr interessant!
Inmitten von lauter Grün unsere Unterkunft: Links Küche + Bad, dann der Freibereich, rechts das Schlafzimmer.Der Sitzbereich im Freien – zum Glück war es trotz Dauerregen nicht wirklich kalt, so dass man gut dort sitzen konnte.
22.-24.11. Rotorua
Der nächste Morgen begrüßte uns mit Sonnenschein und zumindest teilweise blauem Himmel, und so bekamen wir zum Abschied noch einen schönen Blick auf Raglan und die Küste, bevor wir uns auf den Weg über Hamilton nach Rotorua machten, wo wir die nächsten drei Tage verbringen wollten. In Hamilton legten wir eine kurze Kaffee- und Spazierpause ein, hier ein paar Bilder:
Aussicht auf die Küste Richtung Raglan.
In Rotorua wartete eine unangenehme Überraschung auf uns: man hatte in unserer Unterkunft vergessen, den Kühlschrank zu reinigen, der aber schon einige Zeit ausgeschaltet gewesen war – igitt!! Und so war unsere erste Beschäftigung Kühlschrank-Saubermachen – fast wie bei uns daheim auf dem Campingplatz, nur dass unsere Kühlschränke nie so ausschauen 🙂
Als „Entschädigung“ bekamen wir vom Vermieter dann ein paar Kekse und eine Flasche Wein… wenigstens etwas 😉
Am Abend waren wir mit Paddy’s Neffen Mike, seiner Frau Amy und ihren Kids Finn, Eve und Jack an der Mountainbike-Strecke verabredet, da die Kids dort jeden Dienstag Rennen fahren. Inzwischen hatte es wieder angefangen zu regnen und es wurde auch recht stürmisch, so dass das Rennen abgesagt wurde. Also trafen wir uns bei Mike und Amy daheim und verbrachten einen netten Abend miteinander.
Der Mittwoch begann, wie der Dienstag aufgehört hat – mit Wind und Regen. Gegen Mittag hörte der Regen auf, so dass ich beschloss, eine schnelle Runde Training auf meinem Rennrad zu erledigen, denn immerhin stand am Samstag ja mein Rennen an. Und so radelte ich ein Stündchen die Mountain Road bis zum Summit hinauf und wieder herunter, so hatte ich wenigstens ein bisschen was getan. Erfreulicherweise kam danach die Sonne heraus, so dass wir beschlossen, uns den Skyline Park näher anzuschauen. Man fährt dort mit der Gondel hinauf und kann dann oben einfach nur spazieren gehen und Kaffee trinken, sich mit einem Mountainbike den Berg hinabstürzen (im wahrsten Sinne des Wortes! Die Strecken dort sind nichts für Anfänger!) oder die Sommerrodelbahn nach unten nehmen. Wir wählten die Spazier- und Kaffeevariante, da die Rodelbahn doch eher etwas langweilig aussah. Die Aussicht von dort oben über Rotorua und den See sind beeindruckend! Hier ein paar Bilder:
Nach unserem Abenteuer hoch über Rotorua wollten wir dann aber auch ein bisschen was von Rotorua selbst sehen, so dass wir uns auf den Weg in die Stadt machten und dort zwei Stunden durch den Ort wanderten. Da ich in meinem Travelblog 2019 schon von Rotorua berichtet habe, beschränke ich mich hier nur auf ein paar Fotos ohne Erklärungen (wer sich für Rotorua interessiert, kann ja bis März 2019 zurück scrollen;-)):
An diesem Tag waren wir abends zu Paddy’s anderem Neffen Josh mit Frau Brenda und Tochter Sophia zum Dinner eingeladen – es gab lecker selbstgemachte Pizza, und es wurde ein vergnüglicher Abend!
Auch der Donnertag startete verregnet, so dass wir uns den sehr seltenen Luxus leisteten, ausgiebig auszuschlafen. Gegen Mittag wurde es wieder besser, und wir brachen auf Richtung Lakes – zuerst zum Green und Blue Lake, die ihre Farbe dank Mineralien im Wasser bekommen, wenn die Sonne darauf scheint. Sie liegen nah beieinander und man kann sie beide von einem Aussichtspunkt aus sehen. Mit ein wenig Phantasie sieht der eine See wirklich grüner aus als der andere:
Blue und green lake im Vergleich.
Danach ging es weiter zum Lake Tarawera, mit dem Mount Tarawera im Hintergrund, einem Vulkan, der 1886 ausbrach und mehrere Orte verschüttete und die damals berühmten Touristenattraktionen Pink and White Terraces im See begrub.
Lake Tarawera, im Hintergrund der teilweise von Wolken bedeckte Mount Tarawera.Aussicht von der Aussichtsplattform über den See.Aussichtspunkt, im Hintergrund zieht schon der nächste Regen auf.
Im Anschluss an unseren Roadtrip besuchten wir das Privatmuseum „Buried Village“, wo man einige beim Vulkanausbruch verschüttete Häuser ausgegraben und Fundstücke ausgestellt hat. Dort erfährt man sehr viel über diese Naturkatastrophe, bei der 140 Menschen den Tod fanden.
Paddy im „buried village“.
Zurück in Rotorua gönnten wir uns ein leckeres Abendessen in einem der vielen Restaurants in der Eat Street.
25.-27.11. Taupo / Turangi
Am Freitag morgen packten wir unsere Sachen und brachen Richtung Taupo auf, denn heute nachmittag war Registrierung fürs Radrennen. Da wir nicht in Eile waren, machten wir ein paar Zwischenstopps auf dem Weg, ausnahmsweise in strahlendem Sonnenschein. Der erste Zwischenstopp führte uns zum Eingang und Cafe des Waimangu Volcanic Valley, leider hatten wir keine Zeit, uns das wirkliche Valley anzuschauen, aber ich wollte Paddy den Ort zeigen, den ich im Mai mit Tibor besucht hatte. Im Gegensatz zu damals, kurz nach der Öffnung der Grenzen, war der Parkplatz an diesem Tag proppenvoll! Wir sahen uns nur die Beschreibungen am Eingang an, genossen den Ausblick und genehmigten uns einen Kaffee und einen Muffin im Cafe dort:
Paddy beim Studieren der Infotafel am Eingang des Waimangu Volcanic Valleys.
Der nächste Stop war bei den Mudpools bei Wai-O-Tapu ein paar Kilometer weiter:
Qualmendes und blubberndes Schlammbadbei Wai-O-Tapu.
Danach ging es direkt nach Taupo zum Great Lake Center, wo die Registrierung für das morgige Rennen und eine kleine Expo rund ums Radeln stattfand.
Gute Stimmung beim Anstehen zur Registrierung und Startnummern-Ausgabe.Hier bekam man seine race bag.
Nach der Anmeldung und der Abholung meiner Startnummer und der race bag schlenderten wir ein wenig durch die Ausstellung, und ich deckte mich mit allem möglichen Radfahrzeug ein – Helm, Trikots, Radlerhose, T-Shirts und Bücher. Der arme Paddy musste als Packesel herhalten 😉
Nach erfolgreicher Anmeldung und Shopping machten wir uns auf den Weg nach Turangi, mit einem kurzen Zwischenstopp in Acacia Bay, wo Paddy einige Familienurlaube verbracht hatte. Wir schauten einem Boot beim Zu-Wasser-Lassen zu und genossen den Ausblick auf den Lake Taupo. In der Ferne konnte man die nächsten Regenwolken schon sehen…
Da ich nicht das Around-the-lake-Rennen, das 160km lang um den ganzen See geht, machen würde, sondern nur das „Length-of-the-lake race“ mit 55km, hatten wir ein AirBnB in Turangi gebucht, denn dort würde mein Rennen am nächsten Tag starten. Und so fuhren wir die morgige Rennstrecke schonmal in umgekehrter Richtung, so dass ich die Chance hatte, sie mir etwas genauer anzusehen. Insgesamt ist der Kurs landschaftlich schön entlang des Lake Taupo gelegen und es geht hauptsächlich flach dahin, bis auf den berühmt-berüchtigten Hatepe Hill, der die Radler auf 3km Länge ca 350 Höhenmeter hinauf führt, mit unterschiedlicher Steigung. Naja, das würde ich schon irgendwie hinkriegen!
In Turangi checkten wir in unser echt schönes AirBnB mit sehr netten Gastgebern ein, und ich bereitete mein morgiges Rennen vor:
Unsere Unterkunft für die nächsten zwei Nächte – blitzsauber und echt schön eingerichtet!Race bag und mit Startnummer ausgestatteter Helm…… race tag am Rad angebracht und Rad gecheckt, ob alles okay ist – alles bereit fürs Rennen!
Wie es sich vor einem Rennen gehört, wollte ich zum Abendessen meine Kohlenhydratspeicher mit Pasta auffüllen, und so schlenderten Paddy und ich zum einzigen italienischen Restaurant am Ort, nur um zu erfahren, dass sie voll seien, dass wir aber gerne in einer Stunde wieder kommen könnten, aber mit langer Wartezeit rechnen müssten. Na toll! Wir wollten nicht potentielle zwei-zweieinhalb Stunden aufs Essen warten, weshalb wir uns schweren Herzens auf den Weg zum Supermarkt machten (der Pub war voll und ansonsten gibt es in Turangi nichts außer Fast food restaurants). Immerhin konnten wir dort fertige Lasagne kaufen, die wir daheim nur noch in der Mikrowelle aufwärmen mussten, und so kam ich doch noch zu meinen Nudeln 🙂
Pre-race dinner: Lasagne, Nudelsalat und Coke.
Vor lauter Aufregung vor meinem ersten richtigen Radrennen konnte ich natürlich nicht wirklich viel schlafen, und so fiel mir das Aufstehen am Samstag Morgen gar nicht schwer, das Frühstücken allerdings schon viel schwerer, denn hungrig war ich ganz und gar nicht! Ich machte mich fertig fürs Rennen, und dann ging es auf zum Turangitukua Park, von wo das Rennen starten würde.
Paddy begleitete mich dorthin und fuhr kurz vor dem offiziellen Start mit unserem Auto los Richtung Taupo, wo er mich an der Ziellinie empfangen wollte. Das Wetter war, wie die vergangenen Tage schon, nicht berauschend, man konnte schon sehen, dass es Regen geben würde. Hier ein paar Eindrücke von vor dem Start:
Pünktlich um 11.00 Uhr ging es dann los! Mit 500 anderen Radlern machte ich mich auf die 55km nach Taupo, was für ein Abenteuer! Es dauerte ca die ersten 5km, bis ich mein Tempo und eine gute Gruppe gefunden hatte, mit der ich mitradeln konnte. Inzwischen hatte es natürlich auch angefangen zu regnen, mal mehr, mal weniger, und es würde nicht aufhören bis kurz vor Taupo. Ich konnte mit der ca 8 Leute großen Gruppe bis zum Hatepe Hill mitgehen bei einem Schnitt von 32/33km/h, also recht flott für mich. Am Berg brach die Gruppe dann auseinander, jeder kämpfte hier für sich allein, aber ich kam ganz gut hinauf. Doch dann, als es an den eigentlich schönen Part, den downhill ging, wurde es schwierig. Da es nass war, waren einige Radler sehr ängstlich unterwegs, und es bildete sich eine Autoschlange hinter ihnen (die Strecke war nicht für Autos gesperrt), die wiederum andere Radler zum Bremsen zwang, da es kaum Seitenstreifen gab. Ein Radler musste sogar abspringen, weil er nicht mehr rechtzeitig bremsen konnte, und das direkt vor mir! Anstatt also mit 50-60km/h den Berg hinab zu rasen, bremste ich meinen Weg nach unten mit 15km/h – super ärgerlich! Meine Gruppe war dann natürlich weg, und ich musste die restlichen 19km alleine fahren, da ich niemanden mehr fand, der schnell genug war. Trotzdem war ich insgesamt mit dem Ergebnis meines ersten Rennens zufrieden – immerhin wurde ich 81. von ca 500, 19. bei den Frauen und 5. in meiner Altersklasse, und meine durchschnittliche Geschwindigkeit war 29.8km/h, das war nicht schlecht für mein erstes Rennen, gerade bei diesen Bedingungen!
Im Ziel angekommen erwartete mich Paddy schon, er hätte mich beinahe verpasst, da er dachte, dass ich sicher länger als zwei Stunden brauchen würde! Nach ein paar Minuten Erholungszeit und ein paar Stücken Orange, die wir Radler im Ziel bekamen, war ich wieder fit genug, um mit Paddy das Event Village anzuschauen. Inzwischen war auch die Sonne herausgekommen, so dass mein durchnässtes Gewand trocknen konnte. Hier ein paar Fotos von nach dem Rennen:
Eigentlich hatten wir geplant, nach dem Rennen zu den Hot Pools zu gehen, aber leider waren diese wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. So machten wir uns auf den Weg zurück zu unserer Unterkunft, holten uns Sushi und eine Flasche Wein aus dem Supermarkt (wir versuchten dieses Mal gar nicht erst, ein Restaurant zu finden) und genossen unseren letzten Urlaubsabend in unserem AirBnB, natürlich mit jeder Menge Analyse des Rennens – ich war immer noch voller Adrenalin!
Festessen nach dem Rennen und zur Feier unseres letzten Urlaubsabends.
Am nächsten Morgen hieß es dann Koffer packen, Räder ans Auto montieren und ab nach Hause. Wir wollten jedoch die scenic route über die Desert Road und die „Gentle Annie“ nehmen, die landschaftlich der Hammer sind! Hier ein paar Eindrücke von der Desert Road und Mount Ruapehu:
Desert Road
Bevor es auf die „Gentle Annie“ ging, stoppten wir in Taihape, der Stadt der Gummistiefel, für ein bisschen Sightseeing und einen Kaffee:
Dann ging es auf den letzten Abschnitt unserer Heimreise, die Taihape-Napier Road oder auch „Gentle Annie“. Sie schlängelt sich in ständigem Auf und Ab über die Berge, mit tollen Ausblicken, und nahezu ohne Verkehr. Hier ein paar Fotos:
Am späten Sonntag Nachmittag kamen wir wieder zuhause in Waipawa an, und die Wiedersehensfreude bei Harvey (und uns) war riesig! Ich hatte ihn doch sehr vermisst!!
So, das wars erstmal für heute. Im nächsten Blog erzähle ich euch dann, was sich seit November so alles hier getan hat. Und ich gelobe Besserung, was die Häufigkeit meiner blog posts angeht! Ich hoffe, euch geht es gut und der Winter ist nicht zu hart in Deutschland (oder wo auch immer ihr seid). Lasst mal was von euch hören – per Kommentar, email, sms, WhatsApp oder auf welchem Wege auch immer.
Ganz liebe Grüße aus dem leider immer noch sehr nassen Neuseeland!