Back in my old job

Hallo liebe Leser, jetzt wohne ich nun schon beinahe 2 Wochen in meiner neuen Bude und fühle mich inzwischen auch halbwegs zuhause hier, auch wenn es noch das ein oder andere Problemchen gibt (wie zum Beispiel ein nach dem Duschen überschwemmtes Bad) und ich eigentlich lieber ganz woanders wäre – aber hilft ja nicht! Seit gestern habe ich einen neuen (alten) Mitbewohner, den Claudi mir gestern netterweise gebracht hat – vielen Dank nochmal!

Juhu, hab jetzt wieder einen Fernseher, und hab es sogar geschafft, ihn zum Laufen zu bringen 🙂

Am 01.10. ging dann das Arbeitsleben für mich wieder los – die Nacht vorher schlief ich so gut wie gar nicht vor lauter Aufregung, schließlich hatte ich seit 13 Jahren nicht mehr in meinem alten Beruf als Krankenschwester gearbeitet. So fiel mir das Aufstehen um 5.00 Uhr am Morgen ausnahmsweise nicht schwer, wahrscheinlich kommt das so schnell nicht mehr vor… Ich machte mich auf den 3-minütigen Weg in die Arbeit, zog mich um und das ist dann das Ergebnis:

So sehe ich in der Arbeit aus.

Und für alle Maskengegner: Ja, wir arbeiten 8 Stunden mit Maske! Und wir überleben das sogar, jeden Tag, und keiner beschwert sich darüber. Dann erwartete mich und eine andere neue Kollegin eine kleine Überraschung: wir wurden von einer Kollegin mit einer selbstgebastelten Mini-Schultüte voller Süßigkeiten (kein Schulzeug) empfangen – voll süß!!

Mini-Schultüte zum ersten Arbeitstag.

Der erste Arbeitstag verging wie im Flug, ich merkte, dass ich doch einiges vergessen hatte bzw. aus der Übung war, aber vieles kam auch relativ schnell wieder, und es machte richtig Spaß, wieder was Praktisches zu arbeiten und zur Abwechslung mal von anderen zu lernen statt selbst der Lehrer zu sein! Angeleitet wurde ich die ersten paar Tage von Hildegard, einer erfahrenen Intensivschwester, die seit über 20 Jahren auf dieser Intensivstation arbeitet. Nach 4 Tagen übernahm Dani dann ihre Rolle, und es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich die beiden arbeiteten bzw. mich anleiteten – während Hildegard mich sehr viel machen ließ und wenig beobachtete, nahm Dani es sehr genau, erklärte und zeigte alles sehr detailliert und beobachtete dann, wie ich das mache. Da ich so lange aus dem Job draußen war, kam mir diese genaue Arbeitsweise sehr entgegen, so bekam ich immer gleich Rückmeldung und konnte Dinge ändern und anpassen. Gelernt habe ich aber in den vergangenen 9 Tagen von beiden eine Menge! Und beide sind sehr geduldig – ich nicht so sehr… es ist schon irgendwie frustrierend, wenn man sich wieder wie ein Anfänger vorkommt, nachdem man irgendwann mal echt fit im Job war… aber das kommt schon wieder. Es ist ja auch nicht so als hätte ich alles schon mal gekonnt, einige Dinge haben sich natürlich in den letzten 13 Jahren geändert, außerdem wird in Freising anders gearbeitet als im Rechts der Isar in München, die Geräte sind andere, Medikamente haben andere Namen, die Tagesroutine läuft anders ab, usw usw. Und das Patientenklientel ist auch ein ganz anderes: Hier in Freising sind es hauptsächlich sehr alte Patienten, und die wenigsten sind richtige Intensivpatienten (also intubiert und beatmet, mit schweren akuten Erkrankungen), in München wären sie eher auf einer Wachstation gewesen, nicht auf Intensiv. Das verändert natürlich die Arbeit, aber es macht sie auch interessant. Zusätzlich zu dem ganzen Fachlichen kommt noch hinzu, dass die Station von der Anästhesiologie und der Inneren Abteilung betreut wird, das heißt, man muss wissen, welcher Arzt von welcher Fachrichtung kommt und für welche Patienten zuständig ist… als ob Namen lernen nicht schon schwer genug wäre 😉

Aber es macht richtig Spaß, bisher finde ich meine Kollegen alle sehr nett, und ich bin sicher, dass ich schon bald wieder „drin“ bin im Job. Ich hab ja noch ein bisschen Einarbeitungszeit 🙂

Das Klinikum Freising von der Altstadt her kommend.
Vollmond über dem Krankenhaus, von meinem Fenster aus fotografiert.

Was richtig cool und sehr ungewohnt mit meinem neuen Job ist, ist, dass ich nach 8 Stunden Arbeit wirklich frei habe. Als Lehrer kommt man von der Schule heim und die Arbeit beginnt erst so richtig, und selbst wenn man mal früh Schluss macht, hat man ständig ein schlechtes Gewissen, weil man eigentlich noch was tun müsste – den Unterricht besser vorbereiten, korrigieren, emails schreiben, … Jetzt komme ich nach der Arbeit heim und habe frei. Da die ersten Tage echt anstrengend waren und ich sehr viel Frühdienst hatte, habe ich das bisher noch nicht so richtig genutzt. Meist habe ich mich nochmal für 2-3 Stunden hingelegt und dann den Abend mit Skypen mit Paddy verbracht.

Gemütlicher Abend mit Tee und Kerzenschein.

Oder ich war nachmittags einkaufen und habe mir Freising ein bisschen angeschaut bzw. war spazieren. Freising ist echt ein schönes Städtchen, ich liebe die kleinen Gassen mit Kopfsteinpflaster, von denen es hier nur so wimmelt:

Was nach einem Umzug auch immer noch ansteht, ist das Ummelden, das ich am Mittwoch dank online-Termin (Corona lässt grüßen) erledigte.

Das „Wartezimmer“ des Bürgerbüros: wie an vielen Orten zu Corona-Zeiten findet das Warten draußen statt, zum Glück an diesem Tag bei schönstem Wetter.
Blick auf Gebäude am Marienplatz beim Warten auf meinen Termin.

Andere Dinge, die ich so neben der Arbeit her erledigte, waren die Anmeldung und der Anschluss des Internets, die Einstellungsuntersuchung beim Betriebsarzt, Abschließen eines Krankenkassenvertrags und einiger Verträge, die ich wegen meines eigentlich geplanten Umzugs nach Neuseeland schon gekündigt hatte – echt ätzend! So langsam habe ich mein neues Leben hier wieder in geordnete Bahnen gebracht, mal schauen, wie lange ich hier noch bin…

In Neuseeland gibt es nicht wirklich viel Neues. Seit 05.10. gibt es die ersehnte Änderung der Ausnahmegenehmigung, und erwartungsgemäß hilft das nicht vielen, denn die Regeln sehen noch immer vor, dass man nur eine Ausnahmegenehmigung bekommt, wenn man vor Corona schonmal zusammen gewohnt hat, was auf viele (uns eingeschlossen) nicht zutrifft. Unsere immigration adviser Sally hat dementsprechend versucht, unsere Hoffnungen zu dämpfen – nicht dass wir ohne das sehr hoffnungsvoll wären… Trotzdem sammeln wir gerade alles, was irgendwie als „Beweis“ für unsere ernstgemeinte Beziehung dienen könnte – als ob das Überstehen einer inzwischen 10-monatigen Trennung und das Kündigen eines Beamtenjobs auf Lebenszeit inklusive Pension nicht schon genug Beweis unserer ernsten Absichten und gemeinsamen Zukunftspläne wäre!!! Sobald wir genug „Beweise“ in Form von support letters von Freunden, Chat-Verläufen, Screenshots unserer täglichen Skype-Sessions, usw usw, zusammen haben, werden wir es probieren mit der Beantragung einer sogenannten EOI – expression of interest, was für ein Hohn! Wir sind definitiv mehr als INTERESSIERT daran, mich ins Land zu bekommen! Für diese EOI muss man einen kurzen Fragebogen beantworten und hat ein paar Zeilen Platz, um die eigene Situation zu beschreiben und INZ (Immigration New Zealand) davon zu überzeugen, dass man wirklich einen guten Grund hat, ins Land einreisen zu wollen. Nur auf Grundlage dessen entscheiden sie dann, ob sie die EOI genehmigen oder nicht, es ist also wirklich eine Lotterie. Wenn man die EOI bekommt, wird man eingeladen, ein CPVV (critical purpose visitor visa) zu beantragen, hierfür braucht man dann die „Beweise“ und verschiedene Nachweise zu Vermögen, Gesundheit usw. Auch das kann natürlich wieder abgelehnt werden, und natürlich kostet beides Geld, unabhängig davon, ob es genehmigt wird oder nicht. Es bleibt also spannend (und teuer) bei uns, und leider auch wenig hoffnungsvoll, zumindest für die nahe Zukunft… Drückt uns alle ganz fest die Daumen – vielleicht gewinnen wir ja das Lotteriespiel überraschend 🙂

Natürlich habe ich auch mal wieder ein Los gezogen, diesmal eines, das ich wirklich erfüllen kann:

Hab ich gleich heute gemacht: Ich habe mehr als zwei Stunden mit Paddy geskyped und den Rest des sowieso verregneten Tages überwiegend gefaulenzt – ferngesehen, gelesen, gechattet. Die nächsten zwei Tage werde ich ausschlafen, ein bisschen sporteln, mit Freunden telefonieren, Zeug für mein Visum zusammenstellen und weiter faulenzen, bevor es am Dienstag wieder in die Arbeit geht.

Hier noch ein Gruß von Paddy’s Alpacas – ich weiß, dass viele meiner Freunde Alpacas lieben (gell, Laura und Claudi?):

Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende! Bleibt gesund!

Eure Susi

5 Kommentare zu „Back in my old job“

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