Trekking-Hochburg Huaraz: Ein paar 1-day hikes zum Aufwärmen…

Am Mittwoch Abend kam ich nach 8-stündiger Busfahrt (mit teilweise spektakulären Ausblicken) in Huaraz in der Cordillera Blanca an. Huaraz liegt auf etwas über 3000m und ist von zahlreichen Bergen über 5700 und sogar 6000m umgeben – das lässt jedes Trekker-Herz höher schlagen!

Am Donnerstag machte ich mich auf, die Stadt zu erkunden und mich über mögliche Mehrtagestouren schlau zu machen. Dass die Stadt sehr lebhaft und laut ist, hatte ich heute Nacht schon mitgekriegt – mein Hostel liegt sehr zentral, mit allen Vor- und Nachteilen… Aber hier geht es den meisten ja auch nicht um Huaraz selbst, sondern um die vielen Berge und Touren, die von hier aus gestartet werden können. Da das bei mir nicht anders ist, gibt’s auch nicht viele Bilder von der Stadt selbst 😜:

Ich wollte rausfinden, ob es möglich wäre, eine 8-10-tägige Huayhuash-Tour zu machen, das ist ein etwas kleineres Gebirge nicht weit von hier, das wunderschön und noch nicht so touristisch sein muss. Leider stellte sich heraus, dass es jetzt, in der Nebensaison, so gut wie unmöglich ist, eine Gruppe dafür zusammen zu kriegen. Und alleine kann ich mir das leider nicht leisten… Die einzige Mehrtagestour, die wohl möglich ist, ist der berühmte Santa-Cruz-Trek. Eigentlich wollte ich den nicht machen, weil den jeder macht, aber dafür muss er natürlich auch was haben… mal sehen. Da muss ich mir nochmal Gedanken machen.

Freitag: Laguna Ahuac

Am Freitag wollte ich erstmal eine Akklimatisierungstour-Tour machen – ich war mir nicht so sicher, ob mein Aufenthalt in Arequipa (2700m) und Lima (Meereshöhe) etwas ausgemacht hatten. Dafür suchte ich mir gleich mal eine ziemlich heftige Tour aus, die aber kaum jemand, und schon gar keine Gruppen, macht: Von den Ruinen Willkahuaín zur Laguna Ahuac. Das sind 1200hm auf nur 6 km, die Laguna liegt auf 4550m. Mit dem Bus ging’s zum Startpunkt, und um kurz nach 7 Uhr brach ich auf.

Wie nicht anders zu erwarten, ging es die ganze Zeit bergauf, meist sogar ziemlich steil und häufig mit Riesenstufen bzw. Steinen. Das kommt nur bei den Bildern immer nicht so rüber…

Mir lief schon nach kurzer Zeit der Schweiß das Gesicht hinunter, und bis ich nach 3 Stunden ziemlich fertig aber glücklich die Laguna erreichte, war ich komplett durchgeschwitzt. Aber der Anblick der Laguna und der drumherum liegenden Berge war der Hammer!! Und ich hatte das alles ganz für mich allein!!

Nach ein bisschen um die Laguna Herumklettern und Essenspause ging es dann wieder den gleichen Weg hinunter – das war den größten Teil der Strecke nicht schön, da man wegen den Steinen und dem Geröll höllisch aufpassen musste, dass man nicht wegrutschte! So war der Weg zurück zu den Ruinen eine zweistündige Quälerei – hinauf war das Geröll kein Problem gewesen.

Zurück im Dorf gab es wegen Lunchzeit natürlich erstmal keinen Bus zurück nach Huaraz. So beschloss ich, zumindest erstmal, zu laufen. Gar kein Problem, denn es ging weiter bergab, und auf der Straße (naja, Dirtroad) war das Laufen auch kein Problem, weshalb ich letztendlich den kompletten Weg zurücklief. Yayyy, 8-stündige Bergtour mit 1200hm rauf und 1500hm runter – wenn das keine gute Akklimatisierungstour ist! Erfreulicherweise war die Höhe kein Problem – naja, für meine Beine schon, die sind ziemlich müde, aber sonst alles gut.

Samstag: Laguna Wilcacocha (500hm, 7 km)

Nach der anstrengenden Tour gestern wollte ich es heute etwas ruhiger angehen lassen, aber trotzdem wenigstens eine kleine Tour machen. So nahm ich, nach Ausschlafen und Frühstück, um 10.30 Uhr einen Bus Richtung Süden, der mich an der Puente Santa Cruz absetzte. Von dort startet der Trek zur Laguna Wilcacocha, für den 2 Stunden rauf und 1 Stunde wieder hinunter angegeben waren, also recht kurz und auch nur 400hm. Am Fluss ging es los:

Der Weg ging dann doch einigermaßen steil nach oben – sehr zum Leidwesen meiner von gestern ohnehin noch sehr müden Beine! Das Raufgehen fiel mir heute sehr schwer!

Dafür war es angenehm warm und die Sonne schien, zumindest bis nachmittags. Unterwegs gab es wieder tolle Ausblicke, die Lagune war jetzt nicht so der Burner – es war mehr ein kleiner Teich mit relativ wenig Wasser. Aber das Panorama konnte sich sehen lassen!

Nach kurzer Pause und Stärkung oben ging es wieder hinunter und zurück zum Hostel. Das war echt genug für heute! Nach schneller (und warmer!) Dusche traf ich mich mit Anne, der Holländerin, mit der ich im Colca-Canyon unterwegs gewesen war, auf einen Saft, und sie erzählte begeistert von ihrem Santa Cruz Trek, von dem sie gerade zurück gekommen war. Eigentlich hatte ich Mehrtagestouren schon abgehakt, aber nun war ich doch wieder angefixt, denn Anne meinte, ihre Agentur hätte fast jeden Tag den Santa Cruz Trek im Angebot. Also ging ich, nach Abschied von Anne, ßfür die es jetzt erst nach Lima und dann nach Neuseeland geht, bei der Agentur vorbei und fragte mal nach. Und siehe da, ich hab jetzt sogar die Wahl zwischen Santa Cruz Trek und Mini-Huayhuash (4 Tage statt 8 oder 10), wo ich ja eigentlich hin wollte. Der Nachteil: die Agentur ist nicht so besonders gut bewertet, v.a. was Ausrüstung, also Zelte und Schlafsäcke, angeht. Naja, werd bis Montag mal überlegen… Morgen mach ich erstmal einen Tagestrip zur berühmten Laguna 69, organisiert vom Hostel, so dass ich mich nicht darum kümmern muss, wie ich da hin komme.

Sonntag: Laguna 69 (700hm, 14 km)

Um 4.30 Uhr klingelte der Wecker, da wir schon um 5.00 Uhr vom Hostel abgeholt wurden. Los ging es mit 15 Leuten mit einem Bus Richtung Yungay und von dort auf einer superholprigen Dirtroad in die Berge hinein. Wir legten eine kurze Frühstückspause ein, danach gab es einen kurzen Zwischenstopp an der Laguna Chinancocha:

Um kurz nach 9.00 Uhr kamen wir am Startpunkt für den Trek an, zusammen mit gefühlten 50 anderen Bussen. Unser „Guide“ David hatte im Bus kurz was zu Bergen, Pflanzen und Tieren gesagt, und das wars dann mit dem guiden – dann hieß es: da ist der Weg, um 15.00 Uhr müsst ihr wieder am Bus sein. War mir nur recht, ich hatte eh keine Lust, in einer Gruppe zu wandern und ständig warten zu müssen. So machten sich also sämtliche Leute aus all den vielen Bussen gleichzeitig auf den Weg zur Laguna. Zum Glück zog sich das Ganze sehr schnell auseinander, viele waren schon nach den ersten 2 (flachen!) Kilometern platt und gaben auf oder wurden zumindest sehr langsam. Für den Weg nach oben hatte unser Guide ca. 3 Stunden angegeben, ich war (gemütlich) in 2.15 Std. oben, meine Beine hatten sich wieder gut erholt – und der Weg war lange nicht so steil wie der vorgestern. Die Laguna 69 ist dank ihrer Farbe wirklich der Hammer! Zu schade nur, dass das Wetter nicht so toll war und die Wolken die ganze Zeit tief in den Bergen hingen…

Oben wurde es dann ziemlich schnell kalt, so dass ich mich um kurz nach 12 Uhr wieder auf den Rückweg machte, im Laufschritt, um wieder warm zu werden. Um 13.30 Uhr war ich schließlich als erste wieder unten und musste 2 Stunden warten, bis wir endlich abfuhren – einige waren doch tatsächlich zu spät!! War ein Superausflug gewesen!

Um 18.30 Uhr kamen wir wieder in Huaraz an. Da wir total ausgehungert waren, zogen wir zu fünft los und ließen uns in einem kleinen Restaurant die Riesenportionen Pasta schmecken! Dann ging es heim, duschen und ab ins Bett.

Morgen ist für mich Ruhetag, hab mich jetzt für den Mini-Huayhuash Trek entschieden und hoffe einfach, dass ich mich nachts nicht tot friere… D.h. morgen muss ich mich dafür anmelden und noch ein paar Sachen besorgen. Ansonsten wird gefaulenzt und gelesen 😊.

Viele Grüße aus Huaraz!

5 Kommentare zu „Trekking-Hochburg Huaraz: Ein paar 1-day hikes zum Aufwärmen…“

  1. Susi, you are a very busy woman! The sights you are seeing are amazing in your images you share. I know you are enjoying yourself. Remember, we can’t judge the guides we experience with KJ. It would not be fair to the other guides. He is in a class of his own.

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    1. Hey Brian, thanks for the compliment! And yeah, I know I can‘t compare other guides to KJ – it was just that there wasn‘t any „guiding“ at all. Hope you are doing well – how was Florida? Keep following my Blog and commenting 😊

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  2. Wir sitzen gerade in der ubahn auf dem Weg in die Schule und sind sehr sehr neidisch! Einfach traumhafte Bilder und wir stellen uns nur eine Frage: warum sitzen wir hier und nicht schon längst in einem Flugzeug 😉
    Wir wünschen Ihnen tolle Erfahrungen und Begegnungen!
    Riesendrücker
    Maria und Nina

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    1. Hi Nina und Maria, schön, von euch zu hören! Keine Bange, Reisen kann man auch bzw. viel besser nach dem Abi 😉. Hoff es läuft gut für euch in der Schule? Danke, werde sicher weiter tolle Gegenden sehen und interessante Leute treffen und drüber schreiben – also lest einfach ab und zu hier nach, wo ich mich rumtreibe. Viele Grüße aus Trujillo/Peru!

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