Argentinische Seite der Iguazu-Fälle

Leider bin ich gerade nicht vom Glück verfolgt, was das Wetter angeht. Als ich Donnerstag hier in Puerto Iguazu ankam, herrschte ja noch schönster Sonnenschein bei 32 Grad, am Freitag war es dann schon kühler und wechselhaft, seit Samstag ist es hier nur noch grau, kühl bei 12-15 Grad und es wechselt zwischen Nieselregen, normalem Regen und heftigen Regengüssen. Deshalb hab ich Samstag erstmal einen Ruhetag eingelegt und mich um meine Wäsche gekümmert, ansonsten ein bisschen gelesen und eben gefaulenzt – war auch mal gut. Mittags kam noch eine weitere Deutsche hier an, Laura aus Lörrach, wir quatschten eine ganze Weile und machten aus, am nächsten Tag zusammen zur argentinischen Seite der Wasserfälle zu gehen. Abends kamen die beiden Inder Pem und Alaap zurück, die ich ja schon vom Vortag kannte und wir gingen zusammen essen – war ein netter Abend:

Am nächsten Morgen verschoben wir erstmal unseren Aufbruch nach hinten, da es wie aus Eimern schüttete und wir beide noch einen zusätzlichen Kaffee zum Aufwachen brauchten. Die beiden Inder hatten noch überlegt, ob sie mit uns kommen, aber denen war es dann zu nass. Dafür schloss sich uns noch Sarah, eine Französin aus Marseille, an, die die letzten Tage ihrer elfmonatigen Reise in Puerto Iguazu verbrachte. Das Mistwetter hatte auch deutliche Vorteile, wir hatten den Bus ganz für uns:

Und auch im Parque Nacional de Iguazu war nicht allzu viel los, dafür, dass Sonntag war! Zunächst fuhren wir mit der Bimmelbahn zum Garganta del Diablo:

An der Station angekommen, geht es über einen überraschend langen Metallstieg, der über fast den ganzen Fluss geht, bis zum Wasserfall vor. Ich war ziemlich überrascht von der Breite des Flusses. Leider sind die Fotos wegen des schlechten Wetters heute nicht so beeindruckend…

Auf der argentinischen Seite sieht man den Garganta del Diablo von oben:

Was für ein Spektakel, selbst (oder gerade wegen) bei diesem Wetter. Es ist wirklich unbeschreiblich! Ich hab mal ein Video gemacht, damit ihr wenigstens einen Eindruck von dem Lärm bekommt, den so ein riesiger Wasserfall macht:

Danach sollte es ans Wandern gehen. Der Nationalpark hat drei Wege zu bieten, von denen zwei relativ kurz sind und quasi von allen Touristen gemacht werden, während der dritte kaum gegangen wird, weil er hin und zurück 7 km lang ist. Unser Plan war, dass wir mit den ersten beiden (Circuito inferior + Paseo superior) anfangen, eventuell dann mit dem Boot auf die Insel fahren und dort die kleine Runde gehen, und wenn dann noch Zeit ist, den letzten Trail, den Sendero Macuco, auch noch machen.

Leider machte uns da das Wetter einen Strich durch die Rechnung: das Boot fuhr wegen der Wassermassen und der starken Strömung nicht, also schied die Insel aus. Dafür genossen wir erstmal die Ausblicke, die man von den beiden Wanderwegen hat. Beim „Upper circuit“ (superior) schaut man von oben auf die Wasserfälle, das ist zwar interessant, aber nicht ganz so beeindruckend, da man quasi nur die Kante sieht, über die das Wasser fließt, um dann in die Tiefe zu stürzen:

Der „Lower Circuit“ bietet dafür einen Blick von unten auf die Wasserfälle, ist also wesentlich spektakulärer.

Nach der Enttäuschung, dass wir nicht auf die Insel können, brauchten wir erstmal eine Stärkung. Also kehrten wir im Restaurant des Parks ein und futterten uns durch das Buffet. Danach wollten wir den dritten Weg in Angriff nehmen, aber auch hier vermasselte das Wetter uns unseren Plan – der Weg war gesperrt! Sehr schade, denn der hätte uns zu einem Wasserfall geführt, den man von nirgendwo anders sehen kann – abgesehen davon, dass wir uns alle drei auf mehr Wandern gefreut und bis jetzt eigentlich nur einen Spaziergang gemacht hatten.

Da es im Park nichts mehr für uns zu tun gab, beschlossen wir, den Bus zurück nach Puerto Iguazu zu nehmen und dort nochmal ein bisschen zu gehen, nämlich zum Hito Tres Fronteras, also dem Dreiländereck. Das hatten die beiden Mädels noch nicht gesehen, und mir war ein bisschen mehr Bewegung nur recht, abgesehen davon, dass es sehr lustig war mit den beiden, wie man unschwer an den ganzen Selfies erkennen kann 😜

Die Aussicht war zwar bei dem Wetter nicht so der Burner, trotzdem kann man im Hintergrund links Paraguay und rechts Brasilien sehen. Der Vordergrund ist natürlich wesentlich hübscher 😝

Zurück im Hostel verbrachten wir dann noch einen netten Abend miteinander, tauschten Telefonnummern und Fotos aus und redeten über unsere jeweiligen Reisen. Für Laura sollte es am nächsten Tag nach Salta und in den Norden Argentiniens weitergehen. Sarah hatte nur noch São Paulo und von dort aus ihren Heimflug auf dem Programm nach ihrer fast einjährigen Reise durch die Welt. Sie gab mir noch gute Tipps zu sehenswerten Orten und sogar Telefonnummern von Anbietern für diverse Aktivitäten. Außerdem machte sie mir den Mund wässrig mit Bildern aus Patagonien – wahnsinnig schön!!! Das steht ja eigentlich nicht auf meinem Programm, weil es da grad saukalt ist, aber inzwischen bin ich schon am Überlegen, ob ich im November (dann sollte es schon etwas wärmer sein) nicht doch wenigstens einen kurzen Abstecher dorthin mache…. mal sehen 😊

Für Montag und Dienstag hab ich noch keine Pläne, ich glaube, nochmal zu den Wasserfällen brauche ich nicht zu gehen, da für Montag nochmal Regen angesagt ist (und es regnet tatsächlich!) und der Weg, den ich noch nicht kenne, sicherlich immer noch gesperrt ist. Hab heute erstmal ausgeschlafen und werde jetzt von hier aus noch ein bisschen umherwandern. Für morgen, also Dienstag, will ich mal schauen, ob ich eine Mountainbike-Tour buchen kann, das Wetter soll wieder schön sein…

Viele Grüße aus dem verregneten Puerto Iguazu! 🌧💧💦☔️

3 Kommentare zu „Argentinische Seite der Iguazu-Fälle“

  1. Also, deine neue rosa Northface-Regenjacke für 35 Euro ist wirklich wunderhübsch und wirkt sehr hochwertig und funktionell 😉
    Wieder tolle Bilder, du Streber! Und geh bloß nach Patagonien!!! Hab ich dir ja auch gesagt. 🙂

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  2. Du bist ja nur neidisch auf meine einzigartige Designerjacke 😜. Das war übrigens der Gemeinschaftsponcho des Hostels, der wurde nach Gebrauch immer an den nächsten Wasserfallbesucher weitergegeben 😊

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