Queenstown – Stadt der Adrenalin-Junkies

Der Weg dorthin…

Nach dem total verregneten und stürmischen Samstag hatte sich das Wetter am Sonntag ein klein wenig gebessert, zumindest am Morgen – es war zwar immer noch sehr windig und kühl bei 10 Grad, aber wenigstens hatte es aufgehört zu regnen. Ich machte mich also von Te Anau auf den Weg nach Queenstown, heutiges Ziel waren die Mavora Lakes. Die ersten 30km flutschte es nur so dank des kräftigen Rückenwindes, und so bog ich schon nach 1,5 Stunden vom State Highway auf die Schotterstraße zu den Lakes ab, die Teil des Around The Mountains Cycling Trails war. Nun kam der Wind von der Seite, war aber noch zu ertragen. Dafür hatte ich keinen Verkehr mehr, und die Landschaft um mich herum war sehenswert:

Doch dann wurde es richtig stürmisch, und natürlich änderte sich die Windrichtung, so dass ich Gegenwind hatte, zum Teil so heftige Böen, dass ich stehen bleiben und mich mit meinem ganzen Gewicht dagegen stemmen musste, um nicht rückwärts zu fahren! Was für ein Spaß – nicht!!! Und so war ich heilfroh, als ich nach weiteren 37km (für die ich 3,5 Stunden gebraucht hatte!!) endlich an der Abzweigung zu den Lakes und dem Campingplatz ankam – auch wenn die dunklen Wolken am Himmel nichts Gutes verhießen…

Ich schaffte es gerade noch rechtzeitig vor dem Regen, mein Zelt aufzubauen, und so saß ich die nächsten 6 Stunden Regen wenigstens im Trockenen. In der kurzen Regenpause abends kochte ich mir schnell Nudeln und machte ein paar Bilder. Wahrscheinlich ist es hier bei sonnigem Wetter echt schön, ich hätte auf diesen Zwischenstopp aber verzichten können, auch wegen der vielen Sandflies, die mein Zelt regelrecht belagerten. Hier trotzdem ein Foto vom South Mavora Lake:

Am Montag morgen packte ich bei Nieselregen mein Zeug und das mal wieder tropfnasse Zelt und radelte los Richtung Walter Peak Station. Das Wetter war weiterhin ungemütlich windig, nass und kühl, aber wenigstens hatte ich nicht mehr so krassen Gegenwind. Und die Landschaft war atemberaubend – wild, menschenleer, echt am A… der Welt! Nur Kühe gab es jede Menge, und die standen (oder 💩) auch gern mal auf der (die) Straße, aber wenn ich näher kam, machten sie brav Platz. Hier ein paar Eindrücke:

Eines der zwei Fords auf dem Weg mit eisigem Wasser!

Der erste Blick auf den Lake Wakatipu.

Ziemlich durchgefroren, auch wegen meiner von den Fords tropfnassen, eisigen Füße, kam ich um 12 Uhr nach 55km in Walter Peak Station an. Hier gab es jede Menge Touristen, v.a. Asiaten, die auffälligerweise überall da gehäuft auftauchen, wo sie sich möglichst wenig bewegen müssen. Hierher kann man in einer Cruise mit dem Dampfschiff TSS Earnslaw fahren, ein paar Fotos machen, Andenken kaufen, die Farm besichtigen und angeblich richtig gut (und teuer) essen, bevor man mit dem Schiff wieder zurück nach Queenstown fährt. Für mich war die Bootsfahrt zwar schön, aber eine Notwendigkeit – anders kommt man von hier nicht nach Queenstown. So sieht es in Walter Peak Station aus:

Ticket- und Gift Shop.

Teures, aber hübsches Restaurant mit schönem Garten.

Die TSS Earnslaw, das letzte Dampfschiff in Neuseeland.

Und so kam ich am frühen Nachmittag in meinem Hostel in Queenstown an und nutzte den Rest des Tages zum Zelttrocknen, Einkaufen, Planen für die nächsten Tage und Ausruhen.

Queenstown

Am Dienstag wollte ich den hiesigen Hausberg Ben Lomond (1748m) besteigen. Angeblich sei das eine sehr anstrengende, schwierige Tour mit 1400 Höhenmetern – mir kam sie nicht so schwer vor, lediglich die letzten 200hm waren wirklich steil. Ich startete also bei heute endlich wieder wunderschönem, warmem Wetter mit bester Laune um 7.30 Uhr am Morgen. Zuerst ging es auf dem Tiki Trail zur Bergstation der Gondola, die zum Glück erst um 9.00 Uhr öffnete, so waren noch keine Leute unterwegs. Der Weg windet sich wunderschön durch den Wald, auch mal über Fels:

Der erste Blick an der Gondola-Station über den See war schonmal nicht schlecht:

Dann ging es weiter auf dem Ben Lomond Track:

Sobald man aus dem Wald rauskommt, kann man den ganzen Weg über das Ziel, den Ben Lomond Summit sehen, der sich weit in den Himmel reckt. Außerdem hat man (wenn man sich umdreht) einen tollen Blick auf den See:

Vom Ben Lomond Saddle ging es dann die letzten 400hm zum Gipfel:

Oben wurde ich von diesem cleveren und frechen Kerlchen empfangen:

Während ich mit Fotografieren abgelenkt war, machte er sich an meinem (komplett geschlossenen) Rucksack zu schaffen und schaffte es tatsächlich, ihn soweit zu öffnen, dass er seinen Kopf reinstecken konnte, bevor ich ihn verjagte! Danach gelang es ihm, einer Französin die Lunchtüte zu klauen, damit war er für die nächste Viertelstunde beschäftigt. 😜

Der Ausblick von hier oben war „absolutely stunning“ – 360 Grad Rundumblick:

Hier das Beweisfotos, dass ich auch wirklich oben war 😜:

Und noch ein paar Fotos – ich konnte mich mit Fotografieren kaum zurückhalten, so toll war der Ausblick:

Leider war es wegen des mal wieder sehr starken Windes saukalt am Gipfel, mir waren richtig meine Hände eingefroren, so dass ich nicht so lange oben blieb, wie ich gerne geblieben wäre. Und so kam ich, inzwischen wieder gut warm, nach etwas mehr als 5 Stunden im Hostel an – was für ein genialer Hike!

Am Mittwoch war mal wieder Regen angesagt, so dass ich beschloss, nicht nochmal zu hiken oder Mountainbiken zu gehen (das war meine andere Option), sondern mir Queenstown ein bisschen anzuschauen und mich ansonsten auszuruhen, da am Donnerstag eine anstrengende Radetappe ansteht. Queenstown ist komplett auf Tourismus und v.a. Adrenalin-Junkies ausgerichtet, die sich von irgendwelchen Höhen hinabstürzen wollen (mit und ohne Fallschirm, dafür mit Seil an den Beinen) oder anderswie ihren Kick bekommen wollen. Deshalb besteht ein große Teil der Stadt aus Hotels, Restaurants, Agenturen und Geschäften:

Blick auf Queenstown von Queenstown Garden aus.

Anlegestelle für das Dampfschiff, Blick auf die Gebäude am Hafen.

Fußgängerzone am frühen Morgen (deshalb ist sie so leer😉).

Anglican Church.

Statue des Nationalvogels von Neuseeland, dem Kiwi.

Strandpromenade.

Heute Abend treffe ich mich mit Laura, einer Deutschen, die ich ganz am Anfang in Christchurch im Hostel kennen gelernt habe, auf ein Kaltgetränk, freu mich schon!

Morgen, also am Donnerstag geht es weiter nach Wanaka. Ich hab schon ein wenig Schiss vor dieser Etappe, da es über die Cardrona Crown Range auf 1100m drüber geht, und ich 800hm auf 11km mit all meinem Gepäck bewältigen muss, die teilweise sehr steil sein sollen. Aber das werde ich schon irgendwie schaffen… notfalls muss ich halt mal schieben 😳. Dafür ist der Ausblick von oben sicher genial!

Das nächste Mal melde ich mich dann von Wanaka, wo ich ein paar Tage bleiben werde, hauptsächlich um ein paar Bergtouren und evtl nochmal Kayaken zu machen.

Viele Grüße aus Queenstown!

P.S.: Ich würde mich sehr über den ein oder anderen Kommentar von euch freuen, also haltet euch nicht zurück 😊.

Wunderschönes Fjordland

Hallo, liebe Daheimgebliebenen, weil es heute regnet, was nur runter geht und zusätzlich stürmt, nutze ich das Mistwetter, um euch von meinen Erlebnissen im Fjordland zu erzählen.

Seit meinem letzten Blogeintrag bin ich von Gore nach Lumsden und weiter nach Te Anau geradelt. Der größte Teil dieser Strecke war ziemlich langweilig, meist gerade und flach und nicht viel zu sehen. Erst zum Ende hin wurde es landschaftlich wieder interessanter, da es hügeliger wurde und man irgendwann die Berge des Fjordlands sehen konnte:

In Te Anau übernachtete ich die Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf dem Campingplatz (was taktisch sehr geschickt war, denn so konnte mein nasses Zelt trocknen, da jetzt das Wetter schön war), von Mittwoch bis Sonntag gönnte ich mir den „Luxus“ eines Dormbettes im Hostel. Den Mittwoch verbrachte ich mit Relaxen, Sightseeing und hauptsächlich praktischen Dingen wie Zelttrocknen, Einkaufen, Wäsche, Rad zum Check-up bringen usw. Te Anau ist ein nettes Dorf am Ufer des zweitgrößten Sees Neuseelands, des Lake Te Anau (jaaaa, sehr einfallsreich, die Neuseeländer!). Da es Ausgangspunkt für viele Ausflüge wie z.B. Milford Sound, Doubtful Sound oder Kepler Track ist, ist alles auf Tourismus ausgerichtet. Ich fand es trotzdem sehr nett, was sicher auch an dem hauptsächlich guten Wetter lag. Hier ein paar Eindrücke, v.a. vom See 😊

Gläserne Kirche.

Wanderweg am See.

Lakeview Drive – dort sind die meisten Hotels.

Am Donnerstag hatte ich eine Kayaktour im Milford Sound gebucht. Das Wetter war nicht so toll, ziemlich bewölkt und zwischendrin etwas Regen, aber das hat beim Kayakfahren nicht wirklich gestört. Morgens wurde ich von Ethan, dem Busfahrer und gleichzeitig Tourguide (er erzählte auf der Fahrt jede Menge Interessantes über Natur und Geschichte der Gegend) abgeholt – lustigerweise hatten Hannah, eine Österreicherin, und ich den Bus ganz für uns, echt genial! Auf der Hinfahrt war es sehr bewölkt, und die Wolken hingen noch tief in den Bergen drin, so dass wir von ihnen zunächst nicht viel sahen:

Ethan, Busfahrer und Tourguide in Personalunion, vor unserem Bus.

Blick ins Tal nach dem Tunnel.

Im Milford Sound angekommen, wurden Hannah und ich und noch zwei Französinnen von den beiden Kayakguides Matt und Josh (saucool – 2 guides für 4 Leute 😜) in Empfang genommen, bekamen unsere Ausrüstung und eine kurze Einweisung und dann ging’s auch schon raus aufs Wasser. Wir fuhren in zwei Zweierkayaks, ich mit Hannah zusammen, und wir waren ein gutes Team. Es war super!!! Kayakfahren ist echt cool, ich hätte ewig auf dem Wasser bleiben können! Das einzige, was nicht so cool war, waren die lästigen Sandflies, die einen sofort umschwärmten, sobald man sich nicht bewegte, und sich gnadenlos an unserem Blut gütlich taten! Deshalb fiel die Mittagspause irgendwo am Ufer auch recht kurz aus. Hier ein paar Eindrücke:

Unsere Guides Matt und Josh.

Österreichisch-deutsches Dreamteam.

Milford Sound.

Nach 4-5 Stunden war das Kayakabenteuer dann leider viel zu schnell vorbeiich freu mich jetzt schon auf das nächste Mal Kayakfahren, voraussichtlich eine mehrtägige Tour im Abel Tasman National Park. Ethan holte uns mit seinem Bus ab und es ging auf eine unterhaltsame Rückfahrt mit einigen sehenswerten Zwischenstopps:

Monkey Creek.

Holliford Valley.

Mirror Lake.

Am Freitag hatte ich den schwerer zu erreichenden und weniger touristischen Doubtful Sound geplant, dieses Mal mit einer Bootstour. Um dorthin zu kommen, nimmt man erst einen Bus nach Manapouri, dann eine Fähre über den Lake Manapouri zum Wasserwerk, danach einen Bus bis zum Ablegesteg im Doubtful Sound, und dann steigt man endlich auf das Boot, dass drei Stunden durch den riesigen Doubtful Sound schippert. Das klingt lang und umständlich, aber die ganze Fahrt war wunderschön, auch wegen des tollen Wetters an diesem Tag:

Blick vom Willmots Pass auf den Doubtful Sound.

Die Landschaft ist wirklich genial, noch viel besser, als es die Bilder rüber bringen können! Und nach drei Stunden phantastischer Kreuzfahrt ging es auch schon wieder zurück, zuerst per Bus…

… und dann per Fähre:

Was für coole Tage in und um Te Anau herum! Eigentlich war für Samstag Hiking zur Luxmore Hut geplant, aber darauf hatte ich bei Sturm und Regen keine Lust. Stattdessen hab ich mir einen gemütlichen Tag drinnen gemacht (und Blog geschrieben😊).

Morgen geht es weiter zu den Mavora Lakes und von dort am Montag nach Queenstown. Leider soll es morgen immer noch regnen, hoff nur, dass es nicht zu schlimm wird… 🙄.

Viele Grüße aus Te Anau!

Unterwegs auf dem Otago Rail Trail und dem Clutha Gold Trail 🚴🏻‍♀️

Die letzten paar Tage waren Pino und ich auf den Radwegen Otagos unterwegs. Am Mittwoch fuhren wir mit dem Taieri Gorge Train, einem historischen Zug, auf einer wunderschönen Strecke von Dunedin nach Pukerangi:

Es war das erste Mal, dass ich ein anderes Transportmittel benutzt habe als mein Fahrrad, seit ich in Neuseeland angekommen bin. Umso mehr konnte ich die Fahrt genießen!

In Pukerangi angekommen, galt es für uns, die letzten 20km nach Middlemarch zu radeln, wo der Otago Rail Trail beginnt bzw. endet.

Früh am Donnerstag brachen wir auf Richtung Ranfurly, wo wir die Nacht verbringen wollten. Der erste Teil dieser Etappe war eher langweilig, es ging lange Zeit immer flach nur geradeaus:

Außerdem war es unangenehm kühl, da die Sonne hinter Wolken versteckt war. Zum Glück gab es aber dann doch auch tolle Landschaft zu sehen, und die Sonne kam auch raus:

Nach 60 flachen Kilometern in Ranfurly angekommen, machten wir eine kurze Stadtbesichtigung (es ist nur sehr klein), bevor wir unsere Zelte aufschlugen, aßen und in die Schlafsäcke krochen.

Am Freitag stand der letzte Teil des Otago Rail Trails bis Alexandra auf dem Programm (85km), da wir uns den offiziell letzten Teil, nämlich die 8km nach Clyde, sparen wollten, um dafür den nächsten Trail direkt dranzuhängen. Der Anfang war ähnlich wie am Vortag: flach, gerade, langweilig, bewölkt und kühl. Das Spannendste war noch mein Platten, diesmal hatte es das Vorderrad erwischt. Nach Schlauchwechsel, einer leckeren Pause in einem Café am Wegesrand und weiteren eher faden Kilometern wurde es dann endlich schön:

Unser Fazit zum Otago Rail Trail: ziemlich lange, langweilige Stücke mit dafür spektakulären Landschaften zwischendurch, häufig unangenehme Trailoberfläche (tiefer Schotter).

Am Samstag radelten wir von Alexandra über Roxburgh nach Beaumont, insgesamt 86 km bei 770 Höhenmetern. Eigentlich wären wir gerne den Roxburgh Gorge Trail gefahren, aber dafür hätten wir für ein paar Kilometer zwischendrin ein Jetboot reservieren (und bezahlen) müssen, da dort (noch) kein Radweg ist. Das war uns zu teuer – aber wir bereuten es hinterher, denn der Trail muss genial sein… So waren wir gezwungen, den State Highway bis Roxburgh zu nehmen, und der war ziemlich anstrengend, da es ständig relativ steil bergauf und bergab ging.

In Roxburgh brauchten wir dann erstmal eine kleine Stärkung und eine Pause, in der wir uns das nette Dorf ein bisschen ansahen:

Danach radelten wir die nächsten 50km auf dem Clutha Gold Trail, und der war genial! Es ging immer am türkisfarbenen Clutha River entlang, ständig auf und ab auf einem herrlich gewundenen, manchmal sehr engen Trail mit tollen Ausblicken – wir hätten uns nur gewünscht, dass wir ohne das ganze Gepäck hätten fahren können, dann wäre es die perfekte Mountainbike-Strecke gewesen! So mussten wir dann doch etwas vorsichtiger fahren 😜. Hier ein paar Eindrücke:

Fazit zum Clutha Gold Trail: der absolute Wahnsinn, muss man unbedingt machen, wenn man in Otago ist! Das war der beste Trail bisher hier in Neuseeland, auch wenn ich ihn nicht komplett gefahren bin (die letzten 20km nach Lawrence nicht).

Am Sonntag hieß es dann Abschied nehmen von meinem on- and off-Reisegefährten Pino – für ihn ging es jetzt mit dem Bus nach Queenstown, während ich in drei Tagen nach Manapouri radeln wollte. Für diesen Tag war ganztägig Regen angesagt, so dass ich mir erstmal offen hielt, ob ich noch eine Nacht dort auf dem Zeltplatz bleiben würde oder nicht. Nachdem der Morgen aber sonnig begann, machte ich mich auf zu meinem heutigen Ziel, dem Städtchen Gore. Leider ging die Etappe komplett an der Straße entlang, und v.a. am Anfang sehr bergig, so dass am Abend wieder 720 Höhenmeter auf 71 km zu Buche standen.

Natürlich fing es nach einer Stunde das Regnen (oder Schütten?!?) an, aber wenigstens kam so meine tolle neue Regenhose mal zum Einsatz, und die hat sich echt gelohnt! Trotzdem kam ich nachmittags tropfnass in Gore an und beschloss, mir ein Zimmer in einem B&B zu gönnen – auf Camping bei dem Sauwetter hatte ich keine Lust! So genoss ich das erste Mal hier in Neuseeland ein Einzelzimmer – auch mal nicht schlecht 😊.

Am Montag geht es nach Lumsden oder Mossburn (je nachdem, wie gut die Beine sind😜), Dienstag dann weiter nach Te Anau, dort bleib ich dann erstmal ein paar Tage.

Viele Grüße aus Gore! Und versinkt nicht im Schnee – ist ja krass, was da in München gerade so rumliegt 😳!

Dunedin und Otago Peninsula

Kaum war ich am Sonntag in Dunedin angekommen und hatte geduscht, gab es auch schon ein Wiedersehen mit Pino, dem Luxemburger. Er war schon einen Tag früher in Dunedin angekommen, hatte aber die erste Nacht gezeltet (auch kein Spaß bei dem Regen!). Da es den ganzen Tag weiter goss wie aus Eimern, gingen wir nur zum Essen und Einkaufen raus, den Rest des Tages verbrachten wir mit Planung der Weiterreise. Eigentlich wollte ich ja um die Südinsel rumfahren, also von hier weiter ganz in den Süden, aber da das Wetter dort noch wechselhafter, kälter und windiger sein kann (und ich dort auch gar nicht so viel sehen wollte), überzeugte mich Pino davon, mit ihm den Otago Rail Trail zu fahren – wenn die Kiwis schon extra Radwege bauen, dann kann man die ja auch nutzen 😜.

Am Montag lachte zum Glück die Sonne wieder vom Himmel, manchmal zwischen den Wolken durch, aber es war zumindest wieder trocken, und so machten wir uns auf den Weg zur mit 38% steilsten Straße der Welt, der Baldwin Street. Pino musste da natürlich mit dem Bike rauffahren (er hat es mit zwei Pausen auch geschafft!), war oben aber dann echt erstmal fertig. Mir reichte raufgehen schon!

Danach machten wir wie alle Touristen noch ein paar typische, bekloppte Touribilder:

Wieder zurück in der Innenstadt machten wir Stadtbesichtigung. Hier ein paar Eindrücke von Dunedin (ausgesprochen wird das „Daniiiidn“), eine echt sehr nette, entspannte Stadt:

Gerichtsgebäude.

Bahnhof von außen.

Das Innere des Bahnhofsgebäudes mit Art Gallery und National Hall of Fame.

St. Paul’s Cathedral.

First Church of Otago.

Innenstadt.

Am Dienstag radelten wir, ohne das ganze Gepäck (einfach himmlisch!!!) von Dunedin zur Otago Peninsula. Eigentlich wollten wir dort die Royal Albatrosse sehen und eventuell Pinguine und Seelöwen, aber für die Albatrosse hätten wir 52 $ Eintritt zahlen müssen, und letztere beiden Gattungen hatten an diesem Tag keine Lust auf Touristen und zeigten sich nicht. Die Radltour war trotzdem toll, dank der genialen Landschaft:

Und ein Tier bekamen wir dann doch zu sehen – zu Hunderten! Hier ein besonders hartnäckiges Exemplar, das versuchte, unser Essen zu klauen:

Morgen, also Mittwoch, geht es mit dem Taieri Gorge Train nach Pukerangi, von wo aus wir den 3-4 tägigen Otago Rail Trail starten werden. Die nächsten Nächte werde ich dann wieder im Zelt verbringen, daran habe ich mich inzwischen echt gewöhnt, ich schlafe wirklich gut dort. Trotzdem war es auch mal wieder schön, in einem Bett zu schlafen – wer weiß, wann ich das das nächste Mal habe…

Viele Grüße aus Dunedin!

Alps2Ocean Trail und weiter bis Dunedin

Nach meinem aufregenden Segelflug am Mittwoch stand am Donnerstag eine lange Radetappe von Omarama nach Duntroon an (95 km, 460 hm).

Deshalb stand ich sehr früh auf und saß schon um 6.30 Uhr im Sattel, was den Vorteil hatte, dass ich die ganze Straße bei schönstem Sonnenschein für mich alleine hatte. Schon bald ging es wunderschön an Seen entlang auf dem Alps2Ocean-Radweg Richtung Küste:

Der Weg ist echt toll, wenn auch nicht so flach, wie ich dachte:

Benmore Dam

Da ging der Radweg durch 😊.

Mittags genehmigte ich mir in einem netten Café in Kurow einen Chicken Pie und einen Cappuccino und entspannte erstmal. Ich hatte jetzt nur noch 25 km vor mir bis Duntroon. Als ich wieder zu meinem Rad ging, war der hintere Reifen platt – so ein Mist! Ich pumpte ihn auf, um zu sehen, wo ein Loch ist bzw. ob er die Luft vielleicht doch hält, und als der Reifen nach 10 Minuten noch ok war, beschloss ich, weiterzufahren und mich an meinem Zielort darum zu kümmern. Was für eine blöde Idee! Es kam, wies kommen musste: nach zweimaligem Aufpumpen gab der Schlauch nach 15 km endgültig auf! Mir blieb also nichts anderes übrig, als mitten auf dem Radweg den Schlauch zu wechseln. Aber das war dann doch relativ schnell erledigt und ich konnte, jetzt wieder mit ordentlich Luft im Reifen, weiterfahren.

Kurz vor Duntroon kann man Maori-Felszeichnungen besichtigen, war jetzt nicht soooo spannend, aber jetzt hab ich das auch gesehen😊:

Dort begegnete ich Murray und Bev, die ebenfalls den Alps2Ocean Trail radelten (allerdings organisiert und ohne Gepäck), und wir unterhielten uns eine Weile, woraufhin ich gleich zu ihnen nach Wellington eingeladen wurde. Mal sehen, ob’s klappt.

Während wir uns unterhielten, kam ein Deutsch-französisches Pärchen, Gero und Sonja, angeradelt, das ich schon von Pinos SMS-Berichten „kannte“, und sie mich auch von seinen Erzählungen – echt witzig! Da sie auch zum Campingplatz wollten, fuhren wir den Rest zusammen und verbrachten einen sehr netten Abend zusammen – hauptsächlich mit Unterhaltungen über verschiedene Reisen, die wir schon gemacht hatten. Lustigerweise sind die beiden auch Lehrer. 😊

Am nächsten Morgen radelte ich wieder sehr früh los, denn ich wollte über den Dansey Pass auf knapp 1000m zum Otago Rail Trail auf der anderen Seite der Berge. Aber ich merkte kurz vor Beginn der Schotterstraße (ab da gehts dann richtig bergauf), dass meine Beine heute müde waren, so dass ich ein kurzes Stück zurückfuhr und dann über sehr ruhige Nebenstraßen in heiterem Auf und Ab über die Foothills Richtung Küste radelte. Nach knapp 70 km hatte ich für heute genug, außerdem war es kühl geworden (wie bei uns: sobald die Sonne weg ist, wird’s kalt!), und so steuerte ich einen Campingplatz in Herbert (das heißt wirklich so!) an und verbrachte eine kühle, nasse (zum Glück nicht IM Zelt) Nacht dort.

Nachdem ich richtig gut geschlafen hatte, ging es am Samstag weiter Richtung Dunedin – leider die meiste Zeit auf dem State Highway 1, was viel Verkehr und wenig entspanntes Fahren bedeutete. Mein erster Stopp kam schon nach ca 15 km bei dem Dorf Moeraki. Dort gibt es die berühmten Moeraki Boulder zu bewundern:

Was ich aber viel interessanter fand, war der Seehund (oder Seelöwe?🤔):

Nach ca 40 km machte ich Frühstückspause in Palmerston mit Mince-Cheese Pie und Obstsalat:

Frisch gestärkt – und die Energie sollte ich jetzt tatsächlich brauchen! – fuhr ich noch ein Stück den Highway entlang und bog dann auf die scenic coastal route ab. Dummerweise bedeutet „scenic“ immer bergig, so auch hier. Die ganze Zeit ging es ziemlich steil bergauf und bergab, aber dafür gabs auch tolle Ausblicke:

Nach etwas über 70 km und 650 Höhenmetern war ich k.o. und entschied mich dafür, in Warrington zu campen und erst am nächsten Tag nach Dunedin weiter zu fahren. Beste Entscheidung! Der Campingplatz war am Strand, und da heute bestes Badewetter war, sprang ich nach dem Zeltaufbau kurz ins Meer hinein (das Wasser ist arschkalt!!!) und machte dann einen ausgedehnten Strandspaziergang, bevor ich auf meinem Campingkocher Nudeln kochte und aß und dann im Zelt entspannte.

Sonntag früh wurde ich von durchdringendem Geschrei des nebenan zeltenden Dreijährigen geweckt, der meinte, nur weil er jetzt wach ist, müssten alle anderen auch wach sein 😤.

Der angekündigte Regen fing dann auch an, also packte ich mein Zeug und Zelt und schwang mich aufs Rad, um vielleicht noch vor dem heftigen Regen in Dunedin anzukommen. Die Strecke heute war sehr kurz, nur 26 km, dafür ging’s knapp 9 km den Berg (Mount Cargill) hinauf, von 0 auf 400m. Und natürlich fing es auf halber Strecke das Schütten an! Der Berg ging recht gut, da es nicht supersteil war (wie am Vortag), sondern stetig aber gemäßigt bergauf ging. Dummerweise war leider kein Ausblick wegen den Regenwolken – unten sollte man eine Bucht sehen:

Triefend nass und frierend kam ich im Hostel an und stellte mich erstmal eine halbe Stunde zum Aufwärmen unter die warme Dusche. Heut mach ich einen ruhigen Tag, draußen schüttets immer noch. Bin froh, dass ich heute nicht Zelten muss!

Inzwischen bin ich übrigens fast 1200 Kilometer geradelt – und irgendwie doch noch nicht so weit gekommen…

Viele Grüße aus Dunedin!

Omarama – nur Fliegen ist schöner (als Radfahren) ✈️

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr gestartet! Bei mir sahen die letzten Tage so aus: Der letzte Tag des Jahres 2018 präsentierte sich nochmal von seiner schönsten Seite, so dass Pino und ich den Nachmittag dazu nutzten, den nahe gelegenen See auszuprobieren – okay, ich probierte das Wasser nur mit den Füßen, es war saukalt! Da war das Gras zum Rumliegen dich mehr meins, und Pinos 😊:

Abends machten wir uns auf den Weg zurück ins Dorf, um im örtlichen Pub / Club ins neue Jahr hinein zu feiern:

Das verlief eher sehr ruhig und wenig alkoholisch, weil man eine halbe Stunde an der Bar anstehen musste, um was zu kriegen. Um Mitternacht riefen dann alle „yeahhh“ und das war dann die Feierei. Am Nachthimmel sah man ungefähr 10 Raketen, die wohl von Touristen hochgeschossen worden waren – sehr ruhig also. Und so machten wir uns um 0.20 Uhr schon wieder auf zu unserem Campingplatz, aber wenigstens waren wir am nächsten Tag fit 😉.

Am Dienstag trennten sich Pinos und meine Wege – er nahm den Alps2Ocean Trail zum Lake Ohau, während ich auf direktem, kurzen Weg nach Omarama fuhr. Das waren nur flache 35 km, so dass es ein sehr kurzer Radltag war.

Dafür blieb mir Zeit, einen Segelflug für den nächsten Tag zu buchen, mir den Ort anzuschauen, mein Zelt aufzubauen und noch ein bisschen zu chillen.

Mittwoch morgen radelte ich zu den 17km entfernten Clay Cliffs, bei ziemlich heftigem Gegenwind auf dem Hinweg (der Rückweg war dafür umso schneller 😜).

In den Clay Cliffs konnte man super rumklettern, und da ich sehr früh da war, hatte ich sie ganz für mich allein!

Nach der kurzen Tour hatte ich noch zwei Stunden Zeit bis zu meinem Flug, die ich lesend in der Sonne verbrachte – schönes Wetter muss man hier genauso nutzen wie bei uns 😜.

Dann war es soweit! Nach kurzer Radtour zum Flugfeld stand mein Pilot Phil 2 (es gibt dort drei davon 😂) und das Flugzeug bereit – und so ein Segelflieger ist seeeeehr klein!!

So langsam wurde ich doch etwas nervös, v.a. als Phil mir den Fallschirm anschnallte und mir erzählte, wie man im Notfall aus dem Cockpit kommt… Und zu meiner Überraschung saß ich vorne!

Dann ging’s los: wir wurden an das Motorflugzeug angehängt und schon hoppelten wir (im wahrsten Sinne des Wortes) hinter ihm her:

Doch sobald Phil uns abkoppelte, glitten wir meist ganz ruhig dahin, bis auf die ein oder andere „holprige“ Stelle oder ein Luftloch – es war traumhaft!!! Hier ein paar Eindrücke:

Nachdem Phil uns auf ordentlich Höhe, nämlich über 3000m gebracht hatte, überließ er mir das Ruder, was mir erstmal den Angstschweiß auf die Stirn trieb, aber dann supercool war! Und er war ja im Notfall immer noch da 😊. Dann übernahm er wieder und fragte: „You want to do something fun?“ Und bevor ich überhaupt antworten konnte, stand das Flugzeug auf dem Kopf und wir machten einen Rückwärtssalto – mir zog es das Gesicht nach hinten, aber das war wirklich fun! Wow!! Keine Ahnung, ob er das mit jedem Fluggast macht, aber zart besaitet darf man da nicht sein! Ich fand’s cool! Nur allzu früh lenkte Phil den Flieger wieder zurück und landete ihn sanft auf dem Flugfeld. Was für ein tolles Abenteuer! Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich segelfliege! Danke, Phil!

Heute steht nur noch entspannen auf dem Programm, da morgen eine anstrengende Etappe bevorsteht: wenn möglich (v.a. wenn der Gegenwind nicht zu heftig ist), will ich auf dem Alps2Ocean Trail bis Duntroon fahren, das sind knapp 100km auf überwiegend Schotterstraße. Mal sehen, ob’s klappt… 😊

Viele Grüße aus Omarama!

Happy new year 2019!!! 🥂🍾🎊🎉

Unsere letzte Nacht auf dem Campingplatz bei Mount Cook Village war superstürmisch und es hat geregnet, also alles andere als gemütlich. Zwischenzeitlich hatte ich echt Angst, dass es das Zelt nicht aushält, so drückte der Wind es ein! Morgens, als ich aus dem Zelt krabbelte, sah ich, dass um uns herum tatsächlich einige Zelte eingestürzt waren…

Nach dem Frühstück ging es von Mount Cook Village am Lake Pukaki entlang weiter nach Twizel. Die Fahrt war super, da wir die ganze Zeit heftigen Rückenwind hatten – da war der Wind wieder gut 😜.

So waren wir nach nur 3 Stunden (72km, 340hm) schon am Zeltplatz etwas außerhalb von Twizel angekommen, den Rest des Tages verbrachten wir mit Einkaufen, im Café sitzen und die letzten zwei Blogs posten (endlich wieder Internet!), Abendessen am Zeltplatz und schlafen.

Heute, am letzten Tag des Jahres, machen wir einen Pausentag, wir bleiben hier in Twizel und schauen mal, wie man hier auf dem Dorf Silvester feiert. 😊

Hier ist grad Superwetter, werden jetzt erstmal einkaufen und dann den See mal testen.

Wünsch euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!!!!

Viele Grüße aus Twizel!