Lang lang ists her…

Mehr als ein Jahr musstet ihr auf einen neuen Beitrag warten!

Eigentlich hatte ich meinen Blog schon aufgegeben – irgendwie ist es halt doch ein bisschen zeitaufwändig, und dann passiert hier ja auch nicht ständig etwas Neues, so dass ich dachte, dass es eh niemanden interessiert, was ich im Alltag so mache. Überraschenderweise jedoch ließen mich einige meiner Freunde bei meinem letzten Deutschlandbesuch im Juni/Juli wissen, dass sie meinen Blog vermissen! Und so beschloss ich, es wieder halbwegs regelmäßig zu versuchen – auch wenn es nur Beiträge und Bilder aus meinem Alltag sind. Aber für euch sind es halt doch Bilder aus einem fernen Land 🙂

Anfang August kamen wir aus unserem großartigen 9-wöchigen Italien-Deutschland-Urlaub zurück (ihr könnt auf Polarsteps unsere Reise nachverfolgen, oder findet die links zu Polarsteps auch auf Facebook, falls es euch interessiert), und es war sooooo hart vom heißen europäischen Sommer in den unverhältnismäßig kalten neuseeländischen Winter zurück zu kommen!!! Von 41 Grad Maximum runter auf 6 Grad, die sich mit dem Wind wie -1 Grad anfühlten!!! Es gab sogar Schnee in unserer Gegend – das kommt so gut wie nie vor! Und falls ihr euch aus früheren Beiträgen noch erinnert – unser Haus ist seeeeehr kalt – zum Glück haben wir genug Brennholz!

4 Grad Raumtemperatur in unserer Küche am Morgen, 1 Grad wärmer als IM Kühlschrank!!!

Zeitungsartikel zum ungewöhnlichen Winterwetter in Neuseeland.

Doch trotz des Kälteschocks war es schön, wieder nach Hause zu kommen – ich hatte Harvey schon sehr vermisst! Und nach neun Wochen freuten wir uns auch wieder auf unser eigenes Bett, unser Haus, unseren Campingplatz und unseren Alltag. Während unserer Abwesenheit hat Tracey sich um den Campingplatz gekümmert und Livy war unsere Haus- und Harvey-Sitterin und hat Harvey wie immer ordentlich verwöhnt. Trotzdem freute er sich sichtlich, uns wieder zu sehen. Gleich am nächsten Morgen ging ich mit ihm auf unsere tägliche Runde zum Fluss und genoss den kalten, aber sonnigen Morgen. In der Ferne konnte man die Ruahine Ranges mit den verschneiten Gipfeln sehen:

Und zur Begrüßung dachte sich Harvey, es wäre cool, ein Possum zu fangen – allerdings war das Possum ziemlich schnell aus dem Unterholz den Baum rauf geklettert, so dass er es nur von unten ausbellen konnte:

Natürlich mussten wir auch unsere beiden verbliebenen Alpakas wieder begrüßen (wobei ich nicht glaube, dass sie uns vermisst haben):

Radar und Felix begrüßten uns am Gate.

Am übernächsten Tag war es Zeit für mich, wieder aufs Rad zu steigen, obwohl es ziemlich kalt war, aber dafür sonnig und fast windstill. Ich genoss, endlich mein normales Rennrad wieder zu haben (in Deutschland habe ich ein anderes, second hand bike, das aber trotzdem gut ist) und brauste durch die Landschaft – bis ich zu schnell um die Kurve raste und auf losen Steinchen, die auf einem frisch geflickten Stück Straße noch obendrauf lagen, wegrutschte und unsanft auf meiner Hüfte und Schulter landete! Autsch! Glücklicherweise war es ein sehr kalter Tag, so dass ich diverse relativ dicke Schichten Kleidung trug, und so hielt sich der „gravel rash“ in Grenzen, nur am Ellbogen ging es durch bis zur Haut. Schlimmer war die Hüftprellung, die ich noch die nächsten drei Wochen spürte, aber alles in allem bin ich echt glimpflich davon gekommen. Zum Glück war mein Rad in Ordnung, nur das Lenkerband aufgerissen und ein paar Kratzer, nichts Ernstes. Mein erster Sturz in vier Jahren, da kann ich mich wohl eher nicht beschweren… und eine Woche später saß ich schon wieder auf dem Rad 🙂

Die ersten zwei Wochen nach unserer Rückkehr war das Wetter nicht gut, sehr kalt, regnerisch und oft stürmisch. Das hieß für uns, dass es super ruhig auf dem Campingplatz war – wer will schon in der Eiseskälte und Nässe campen??? Wenn es dann doch mal schöner war, nutzten wir die Zeit, unsere Bäume zu stutzen und mit unserem neuen Häcksler die Äste gleich klein zu häckseln. Einige Bäume waren so sehr gewachsen, dass sie in die Stromleitungen hinein ragten. Hier mussten wir etwas kreativer zu Werke gehen, um nichts zu zerstören – mit Hilfe von einem Seil und unserem Mule gelang uns das zum Glück:

Paddy auf dem cherry picker, mit kritischem Blick auf die Äste in der Stromleitung.
Mit Seil und Mule gelang es uns, die Stromleitungen ohne Schaden zu befreien.

Damit das Wetter uns nicht zu arg runterzieht, luden wir eines Sonntag Abends ein paar Freunde zum Lammbraten ein, eine Spezialität von Paddy, sehr lecker!! Es wurde ein feuchtfröhlicher Abend, der dank unseres Kamins in der Küche auch schön warm war!

Craige, Sandy, Tomoko, Bronnie, Winnie und Paddy beim Genießen des Lammbratens – man beachte Harvey unter dem Tisch, der sehnsüchtig darauf wartete, dass etwas von dem Braten herunterfallen würde.

Inzwischen ist es Montag, der 7. September, und der Frühling ist hier – außer heute, wo es schüttet und saukalt ist! Die Tage zuvor waren mit 16-21 Grad angenehm warm wenn auch sehr windig, heute stieg das Quecksilber nur auf 8 Grad, was sich mit dem Wind und Regen wie 4 Grad anfühlte, brrrrr!!! Da das definitiv kein Wetter zum Draußen-Arbeiten war, beschloss ich, einen guten deutschen Apfelstreuselkuchen zu backen, um unsere Laune ein wenig zu heben. Der war echt sehr lecker!

Auch Harvey war genervt vom Dauerregen:

Trotzdem wollte er natürlich nicht auf seinen Spaziergang verzichten, und so schmiss ich mich in meine Regenjacke und Gummistiefel und wir stiefelten los ins nasse Grau… Aber wie ihr an den (wenn auch sehr grauen) Bildern sehen könnt, ist der Frühling auf dem Weg, hier und da blüht es schon:

Ab morgen wird das Wetter wieder besser und hoffentlich auch wieder wärmer! Ich bin gerade schon ein bisschen neidisch auf euch in Deutschland, ihr habt gerade noch Sommertemperaturen, wie Claudi und Thorsten uns in unserem Video call gestern berichteten. Genießt es, denn bei euch kommt bald der Herbst, während wir uns jetzt auf den Sommer freuen können 😉

Das wars für heute, ich hoffe, es lesen auch noch ein paar Leute meinen Blog, gerade weil ich ewig nichts mehr geschrieben habe… Wie immer freue ich mich darauf, von euch zu hören!

Eure Susi

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