Nachtrag April: Bikepacking-Tour, ein Wochenende in Wellington und eine Wanderung am Te Mata Peak

Hallo liebe Leser, da es bei uns in Neuseeland jetzt Winter und das Wetter schlechter wird, und es deshalb weniger Leute zum Camping verleitet, finde ich etwas mehr Zeit, endlich mit meinem Blog aufzuholen! Heute war ein regnerischer, kühler Tag, was für die Natur gut ist, denn wir hatten in den letzten Monaten kaum Regen. Ich sitze gerade vorm Kamin und freue mich tierisch auf Deutschland im Sommer, und dass ich zwei Wintermonaten in Neuseeland entkommen kann! Kaminfeuer ist zwar sehr romantisch, aber Aufwachen in einem Haus, das 3 Grad kalt ist und ewig zum Warmwerden braucht, eher weniger 😉

Aber nun zu meinen Abenteuern im April: Da es Anfang April nach recht herbstlich kühlem März nochmal warm wurde, beschloss ich, das schöne Wetter für eine Bikepacking-Tour zu nutzen. Unsere Radrennsaison war gerade zu Ende gegangen – meine erste Saison in C grade, mit gemischten (deutlich ausbaufähigen) Resultaten – so dass der Druck, viel Rennrad zu trainieren, erstmal weg war. Das gab mir die Chance, auch meine anderen Fahrräder mal wieder zu benutzen, in diesem Fall mein supercooles Gravel Bike. Ich beschloss, eine zweitägige Rundtour zu unseren nahegelegenen Stränden zu machen, die sogenannte „Five Beaches Tour“. Und so montierte ich den Gepäckträger an mein Bike, packte meine Radtaschen mit allem, was man für zwei Tage braucht und machte mich auf den Weg.

Mein Trek Checkpoint – ready to go 🙂

Der erste Tag führte mich von Waipawa nach Waipukurau und auf teils Schotter-, teils asphaltierten Straßen über Porangahau bis nach Blackhead Beach, 100km weit bei knapp 1000 Höhenmetern.

Five Beaches Tag 1 – Route und Höhenprofil.

Hier ein paar Fotos vom ersten Tag meines Trips:

In Porangahau angekommen, gönnte ich mir ein leckeres Mittagessen, bestehend aus Pie, Banane und Cola, bevor es frisch gestärkt auf die letzten 20 überwiegend flachen Kilometer nach Blackhead Beach ging.

Lecker Mittagessen!

Hier ein paar Eindrücke der Tour zwischen Porangahau und Blackhead Beach:

Am Campingplatz in Blackhead Beach angekommen, schlug ich mein Zelt auf, duschte und hing meine verschwitzten Radlklamotten zum Trocknen auf – leider vergeblich, es war zu spät, die Sonne war schon weg. Naja, dann mussten die nassen Klamotten am nächsten Tag halt am Körper trocknen…

Alles fertig für eine geruhsame Nacht.

Ich genehmigte mir mein Abendessen (Fertignudeln, wie immer on tour) mit Blick auf den Strand und das Meer. Danach ging es früh ins Bett bzw. den Schlafsack, ich würde früh aufstehen müssen, um die Ebbe zu erwischen und über den Strand fahren zu können.

Nach nicht allzu ergiebiger Nacht (mir taten meine Beine nach den 100km doch ziemlich weh, und damit schläft es sich nicht so gut) wachte ich früh auf und konnte beim Frühstück den Sonnenaufgang genießen:

Five Beaches Tag 2 – Pourerere Beach, Kairakau Beach, Waipawa.

Schnell war das Zelt und meine Taschen wieder gepackt und ich saß auf dem Rad, bereit für den zweiten Tag. Meine Beine hatten sich überraschenderweise über Nacht gut erholt, am Vorabend war ich mir nicht so sicher, ob sie den zweiten Tag überleben würden… vor allem, da doch einiges an Höhenmetern anstand. Aber zunächst ging es flach am Strand entlang bis nach Pourerere Beach, und es war einfach traumhaft!! Bei Sonnenaufgang und Ebbe allein auf dem harten Sand entlang zu fahren, mit Blick auf das Meer und die Küste – das war wie in einem Film, fast schon kitschig!

Nach diesem traumhaften (und leichten) Teil meiner Radtour ging es von Pourerere aus ein paar Kilometer bergauf, aber wenigstens auf asphaltierter Straße, und meine Beine waren zum Glück überraschend gut. Oben angekommen, genoss ich einen kurzen Downhill-Abschnitt, bevor es rechts ab auf die Clareinch Road, einer Schotterstraße zur Kairakau Beach, weiter ging. Die ersten paar Kilometer waren nicht schön zu fahren, da der Schotter sehr tief war, aber das wurde glücklicherweise nach ca 8km besser, und so konnte ich die wunderschöne Landschaft genießen, denn nun musste ich mich nicht mehr so sehr aufs Fahren und Nicht-Ausrutschen konzentrieren:

Am Kairakau Beach angekommen, machte ich Mittagspause und stärkte mich mit Müsliriegeln und Apfel für den zweiten Teil der Tour, der mich nach Hause bringen würde. Die Aussicht von meiner Bank aus war traumhaft, das Meer hat schon was… und Kairakau Beach ist mein Lieblingsstrand von den fünfen in unserer Nähe:

Frisch gestärkt machte ich mich wieder auf den Weg – zunächst wieder ein paar Kilometer bergauf, und dieses Mal tat es schon etwas weh… noch ein kurzer Zwischenstopp am Patangata Pub für ein paar Pommes und die letzten Kilometer zurück nach Waipawa waren ein Klacks (naja… so ähnlich). Müde aber glücklich kam ich nach 80km und etwas über 1000 Höhenmetern an unserem Campingplatz an und wurde überschwänglich von Harvey am Gartentor begrüßt (und Paddy natürlich, aber nicht ganz so überschwänglich ;-)). Was für eine coole Tour!

Nur einen Tag später fuhren Paddy und ich für ein Wochenende nach Wellington – ich hatte Paddy Karten für den weltbekannten Gitarristen Tommy Emmanuel zum Geburtstag geschenkt, und wir verbanden das mit einem ganzen Wochenende in der Hauptstadt. Wir checkten in unserem Lieblings-AirBnB in Aro Valley ein und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Opera House in der Innenstadt, wo das Konzert stattfand. Es war der Hammer! Ich verstehe zwar nicht viel vom Gitarrespielen, aber selbst ich als Laie konnte sehen, dass der Typ der Wahnsinn war! Leider habe ich keine Fotos oder Videos vom Konzert gemacht, nur davor:

Für den nächsten Tag hatten wir nichts geplant, nur die Stadt genießen, und genau das taten wir auch. Zum Frühstück gingen wir zu einer kleinen schweizer Bäckerei um die Ecke, die neben leckerem Brot und Gebäck sogar Laugenstangen hatten – ich war sooooo glücklich!!

Bayerisches Frühstück, yayyy!!

Danach nutzten wir das schöne Wetter zum Flanieren am Wellington Waterfront Walk – so schönes, windfreies Wetter gibt es nicht allzu oft in Wellington! Zwischendurch mussten wir uns natürlich mit einem Kaltgetränk erfrischen 🙂

Obwohl das Wetter eigentlich zu schön für einen Museumsbesuch war, statteten wir Te Papa, dem Nationalmuseum, einen kurzen Besuch ab und sahen uns die Gallipoli-Ausstellung an, in der es um den Einsatz der australischen und neuseeländischen Armee im ersten Weltkrieg in der Türkei geht. Sehr eindrücklich sind die übergroßen Figuren von einzelnen Soldaten, deren Schicksal in der Ausstellung thematisiert wird. Ich hatte davor wenig Ahnung vom Mitwirken neuseeländischer Soldaten im ersten Weltkrieg.

Da Waipawa’s kulinarisches Angebot doch eher limitiert ist, nutzten wir unseren Kurzurlaub in der Großstadt natürlich auch für einen Restaurantbesuch. Wir entschieden uns nach kurzer Internetrecherche für das „Monsoon Poon“ und wurden nicht enttäuscht – die Atmosphäre war schön, das Essen sehr gut und die Cocktails lecker!

Weil wir noch nicht genug von Wellington’s Nachtleben hatten, zogen wir weiter zur Rooftop-Bar „Dirty Little Secret“ und testeten deren Cocktails (auch sehr lecker, aber ziemlich teuer):

Am Sonntag morgen genehmigten wir uns in einem benachbarten Café ein ausgiebiges Frühstück und fuhren dann zum Mount Victoria Lookout hinauf – bei perfektem Wetter wurden wir mit einem wunderschönen Blick über Wellington belohnt:

Wellington vom Mount Victoria Lookout.
Ein letztes Selfie, bevor es für uns auf den Rückweg nach Waipawa ging.

Und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei! Ein wenig wehmütig machten wir uns gegen Mittag auf den Rückweg über die Remutaka Range, und auch dort wurden wir mit tollen Ausblicken belohnt:

Ende April starteten Paddy und ich unser Hiking-Trainingsprogramm für Norwegen mit einer kurzen Wanderung am Te Mata Peak. Damit wir all die Wanderungen in Norwegen machen können, die wir uns vorgenommen haben, müssen wir beide (aber vor allem Paddy) ein bisschen fitter im Bergwandern werden. Wir entschieden uns für den etwas über 5km langen „Giant Circuit“ (rot):

Wir erwischten einen wunderschönen, wenn auch windigen Tag mit angenehmen Temperaturen, und bei blauem Himmel macht nicht nur das Wandern mehr Spaß, sondern auch das Fotografieren. Hier ein paar Eindrücke von der Wanderung:

Der Startpunkt am Parkplatz.
Frisch und gut gelaunt vor der Wanderung 🙂

Am Gipfel war es ziemlich windig, so dass wir nicht allzu lange dort verweilten, sondern nur, um uns mit Apfel und Müsliriegel zu stärken und ein wenig die tolle Aussicht zu genießen. Außerdem herrschte ziemlich Betrieb, denn es war Freitag nach einem Feiertag, und viele Leute hatten Urlaub, und man kann mit dem Auto ganz einfach hinauffahren und muss sich nicht mühsam zu Fuß hoch quälen.

Windiges Gipfelbild 🙂
Blick über das Flusstal des Tuki Tuki Rivers.
Atemberaubender Blick über die Te Mata Hills.

Nach etwas über 2 Stunden kamen wir verschwitzt und happy wieder am Parkplatz an, und wir waren beide noch recht fit nach den etwas über 300 Höhenmetern. Der erste Test war schonmal nicht so schlecht! Und die Hauptsache war sowieso, dass es Spaß macht, und das war der Fall – ich kriege Paddy also wieder in die Berge 😉

So, endlich habe ich mit meinen Berichten bis zum heutigen Tag aufgeholt! Draußen gießt es in Strömen, und das soll die nächsten zwei Tage leider auch noch so bleiben. Wir haben eine „Heavy Rain Warning“ bis Donnerstag morgen (vorläufig). Zum Glück ist der Fluss im Moment sehr sehr niedrig, da sollte dieses Mal keine Überschwemmung drohen! Paddy und ich sind gerade beide erkältet, so dass das Regenwetter uns wenigstens eine Ruhepause verschafft, denn man kann eh nichts draußen machen. Hund Harvey findet es nicht so toll und ist ziemlich unausgelastet – aber freiwillig rausgehen mag er auch nicht, außer zu seinen täglichen zwei Spaziergängen, auf die verzichtet er dann doch nicht.

Jetzt sind es nur noch 40 Tage bis zum Abflug nach Deutschland, die Vorfreude steigt! So langsam geht es an die genauere Planung. Was ich euch jetzt schon verraten kann, ist, dass wir wohl vom 2.-7.Juli in Aschaffenburg (bzw. Kleinostheim) sein werden und vom 7.-13.Juli in München, eventuell auch noch ein paar Tage länger. Also reserviert etwas Zeit für uns (wenn ihr uns sehen wollt ;-)) – ich freu mich riesig auf ein Wiedersehen!! So, das wars erstmal für heute, im nächsten Blog zeige ich euch unseren wiederauferstandenen Campingplatz etwas genauer – wir haben für unsere Homepage eine Fotografin für professionelle Bilder engagiert, diese Bilder will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Wer weiß, vielleicht locken sie ja den ein oder anderen von euch nach Neuseeland? 🙂

Bis demnächst hier im Blog, per WhatsApp oder email, auf Skype oder Facebook, in Neuseeland oder sogar in Deutschland!

Eure Susi

Ein Gedanke zu „Nachtrag April: Bikepacking-Tour, ein Wochenende in Wellington und eine Wanderung am Te Mata Peak“

  1. Herzlichen Dank für diesen famosen Bildbericht. Neuseeland wo der Horizont kein Ende hat, ein Traumland!

    LG Grüße aus der grünen Steiermark 💚

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