Nachtrag Januar: Tongariro Crossing mit Anne und Chris

Hallo liebe Leser, heute also der zweite (und bei weitem nicht letzte) Nachtrag zu all den Abenteuern der letzten Monate. Nachdem Paddy nach seiner Covid-Infektion wieder halbwegs fit war und auf dem Campingplatz übernehmen konnte, konnte ich mir eine dreitägige Auszeit nach unseren anstrengendsten zwei Wochen des Jahres nehmen und Anne und Chris auf dem Tongariro Crossing begleiten. Und so packte ich mein Wanderzeug, wir luden unser Rooftop tent auf das Dach des Pajero und los ging mein Abenteuer! Um sicher zu stellen, dass ich das Zelt auch alleine aufbauen kann, übte ich das vorher daheim – das Problem ist, dass ich zu klein für unser großes Auto bin, aber mit einigem Rauf- und Runterklettern klappt es dann doch. Das Wetter sah soweit gut aus, es war sommerlich warm und sonnig, und mein Abenteuer konnte beginnen. Ich würde Anne und Chris am Abend in Whakapapa Village treffen, für den nächsten Tag war der Hike geplant. Nach vier Stunden Fahrt durch traumhaft schöne Landschaft – ich hatte die scenic route über die „Gentle Annie“, den Napier-Taihape Highway, genommen – kam ich in Whakapapa Village an. Und welch ein Anblick bot sich mir da!

Das Chateau Tongariro, ehemals Luxushotel und dahinter Mount Ruapehu, etwas in Wolken gehüllt.
Unser Ziel für morgen: Links Mount Tongariro, in der Mitte Mount Ngauruhoe, der Schicksalsberg aus „Herr der Ringe“.

Meine Vorfreude war schon riesig! Ich hatte das Tongariro Crossing zwar 2019 schonmal gemacht, aber damals war die Sicht die meiste Zeit so schlecht, dass ich nicht viel gesehen habe. Heute sah es so aus, als könnten wir am nächsten Tag mehr Glück haben…

Ich checkte im Whakapapa Campground ein und machte mich daran, mein Zelt aufzubauen, was erstaunlich flott ging, trotz gefühlten hundertmal Rauf- und Runterklettern rund um das Auto, und so stand meine Schlafstätte für die nächsten zwei Nächte nach ca 15 Minuten. Ich liebe unser Rooftop tent! Die Aussicht ist super, so hoch über allen, und die Matratze ist sehr bequem, fast schon ein wenig wie Glamping 😉

Der Eingang und das Office des Whakapapa Holiday Parks.

Abends war ich mit Anne und Chris in ihrem Hotel zum Essen verabredet, und so machte ich mich um kurz vor sechs auf den kurzen Fußweg zum Skotel. Über unserem Essen erzählten mir Anne und Chris von ihrem Roadtrip, den sie nach der Silvesterparty bei uns begonnen hatten, und wir planten den nächsten Tag – wir würden mit dem Auto zum Parkplatz am Ende des Hiking Tracks fahren, dort parken und dann den Shuttle Bus zum Start nehmen, der schon gebucht war. Wir waren schon ganz aufgeregt! Der Abend endete nicht allzu spät, da wir morgen früh starten wollten. Nach einem kurzen Regenguss machte ich mich auf den Rückweg zum Campingplatz, kletterte in mein Zelt und schlief tief und fest bis zum nächsten Morgen.

Anne und ich auf dem Balkon des Restaurants, im Hintergrund das Ziel unseres morgigen Hikes.
Ein kurzer abendlicher Regenschauer – hoffentlich würde das Wetter morgen gut sein…

Leider sah der nächste Morgen so aus:

Nicht gerade gute Sicht…

Nicht gerade vielversprechend, aber das Wetter kann man nicht ändern. Wir hofften, dass es im Laufe des Vormittages aufklaren würde, wie es in der Vorhersage angekündigt war. Nach kurzer Autofahrt zum Parkplatz stiegen wir in den Shuttle Bus und ließen uns zum Start des Hikes bringen, zusammen mit tausenden (nicht übertrieben!) anderen Menschen. Hier ein Tip: Wenn ihr flexibel seid, macht diese Wanderung nicht im Dezember/Januar zur Hochsaison! Das erste Mal machte ich sie im März, da war deutlich weniger los. Es fühlte sich zwischendurch immer mal wieder an wie auf der Autobahn, vor allem an Anstiegen und oben auf dem Vulkan. Das nimmt etwas von der Magie, die dieser Ort, diese Vulkanlandschaft, ausstrahlt – aber wert ist es das trotzdem!

Chris, Anne und ich im Shuttle Bus, alle noch ein bisschen verschlafen.
Übersicht über die Route des Crossings.

Und so sah der Start aus – tief hängende Wolken, Wanderung durch graue Suppe, aber trotzdem schön, fast ein bisschen mystisch…

Wären wir diesem Rat gefolgt, wären wir nicht sehr weit gekommen :-)))

Zum Glück klarte es im Laufe des Vormittages und mit gewonnener Höhe auf, so dass wir mit tollen Ausblicken belohnt wurden, auch wenn es nicht perfekt war. Die Landschaft ist einfach atemberaubend, ganz karge, wilde Vulkanlandschaft überwiegend in den Farben braun, grau und rot.

Fast oben am Plateau des South Craters angekommen, und es klarte etwas auf.
Hin und wieder gab es einen Fetzen blauen Himmel und die Sonne kam heraus.
Ausblick vom South Crater, bevor es hinauf zum Red Crater ging.

Der letzte große Anstieg hinauf zum Red Crater.
Der Red Crater – an irgendetwas erinnert mich das… 😉
Die Sonne kam heraus!
Und endlich konnte man auch den Schicksalsberg im Hintergrund sehen!
Fast wie eine Mondlandschaft!

Vom Rand des Red Crater ging es, anfangs relativ steil und im Kies rutschig, hinab zu den Kraterseen. Es war das erste Mal, dass ich diese auch sehen konnte, 2019 war alles in Wolken gehüllt, man konnte die Seen nicht einmal erahnen. Umso besser konnte man sie heute bewundern! Nach dem steilen Abstieg gönnten wir uns eine Pause, um uns an unserem mitgebrachten Lunch zu stärken und die Aussicht zu genießen. In der Sonne und etwas windgeschützt wurde es auch ein bisschen wärmer, oben auf dem Vulkan war es ziemlich kühl gewesen.

Die Kraterseen von oben auf einen Blick – links der Blue Lake, rechts die Emerald Lakes.
Die Emerald Lakes – was für eine krasse Farbe in dem sonst ziemlich eintönigen Braun.
So steil ging es vom Vulkan hinunter zu den Seen.
Hier nochmal aus einer etwas anderen Perspektive.
Unser „Pausensee“, der größte der Emerald Lakes.
Die drei hiking buddies – wir sehen aus wie eine Rockband auf einem Albumcover 😉

Frisch gestärkt nach unserer Mittagspause ging es hinunter durch den Central Crater zum Blue Lake und North Crater und von da aus entlang der Berge langsam nach unten zurück ins Tal. Nach dem Blue Lake zieht es sich dann schon etwas, vor allem weil die Landschaft sich nicht mehr groß ändert, und man alles Spektakuläre schon gesehen hat. Aber schön ist es trotzdem:

Gruppenbild vor toller Aussicht, auch wenn die Wolken tief über Lake Rotoaira hingen.

Je weiter man nach unten kommt, desto mehr Pflanzen gibt es wieder. Zunächst läuft man durch immer höher werdende Büsche…

… bis es auf den letzten paar Kilometern durch den Wald geht:

Dann war die Wanderung geschafft, 20km durch eine unglaubliche, fast magisch anmutende Vulkanlandschaft! Und natürlich mussten wir, wie alle erfolgreichen Hiker, ein „Siegesbild“ machen (lassen):

Endlich geschafft! Heil und happy am Ende des Tracks angekommen!

Wir waren alle drei ziemlich k.o., aber zutiefst beeindruckt von der Wanderung und all den Eindrücken, die wir mitgenommen hatten. Jetzt freuten wir uns auf eine Dusche und in Anne’s und Chris‘ Fall auf Sauna. Am Abend trafen wir uns wieder im Hotel-Restaurant zum Dinner, das wir uns heute redlich verdient hatten:

Yummy Burger mit Pommes für mich – die Nudeln waren leider aus.

Danach fiel ich todmüde in mein Bett bzw. auf die Matratze meines Zelts und schlief wie ein Stein. Anne und Chris hatten geplant, am nächsten Tag noch einen Abstecher nach Napier zu machen, während ich direkt heimfahren würde, die Arbeit auf dem Campingplatz wartete…

Am nächsten Morgen packte ich mein Zelt zusammen (so langsam war ich Experte) und hielt kurz am Coffee cart für Kaffee und Frühstück an, und um die Aussicht auf die Vulkane ein letztes Mal zu genießen. Natürlich war heute ein superschöner sonniger klarer Tag, war ja klar! 😉

Yayyy, Kaffee vor der Heimfahrt!
Yummy breakfast – Kaffee und Krapfen 🙂
Heute morgen kein Wölkchen am Himmel!
Sogar Mount Ruapehu zeigte sich in seiner ganzen Pracht!
Zum Abschied dann nochmal alle drei auf einen Blick!

Was für ein cooles Abenteuer! Vielen Dank, Anne und Chris, dass ihr mich mitgenommen habt, es war echt toll mit euch!

Im nächsten Nachtrag erfahrt ihr alles über meine Erlebnisse mit Claudi und Thorsten auf dem Banks Track. Also bleibt dran und meldet euch gerne mit Reaktionen! Ach ja, und der Countdown für meinen Heimaturlaub läuft – noch 81 Tage, dann geht unser Flieger nach Deutschland!!! Liebe Grüße aus Neuseeland!

Eure Susi

4 Kommentare zu „Nachtrag Januar: Tongariro Crossing mit Anne und Chris“

  1. O mei! Neid! Aber immerhin das Schild am Anfang des Weges hab ich vor zwei Jahren bewundern dürfen. 🙂 Freut mich für dich, dass diesmal mehr zu sehen war. LG von Tibor

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  2. Hi Susi!Toller Bildbericht ich freue mich immer wenn ich von Neuseeland lese. Es ist schon wieder 6 Jahre her, das wir dieses Paradies mit dem Wohnmobil erleben durften. Alles Gute für dich 😎👍👌❣️

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