Vorweihnachtszeit in Neuseeland

Hallo liebe Leser! Ich weiß, es ist schon lange her, aber irgendwie hab ich es bisher nicht geschafft, etwas über die Vorweihnachtszeit in Neuseeland zu schreiben, deshalb jetzt dieser verspätete Blog – aber besser spät als nie 😉

Während ihr in Deutschland gefroren habt und nass (oder eingeschneit) (ge-) worden seid, liefen wir in Neuseeland mit kurzen Hosen und T-Shirts herum und schmierten 50er Sonnencreme auf unsere Haut. Für einen Europäer kommt da nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf, irgendwie fehlen die Weihnachtsmärkte und der Glühwein. Versteht mich nicht falsch, ich möchte nicht mit euch tauschen, mir ist der Sommer hundertmal lieber – aber es fühlte sich so gar nicht weihnachtlich an. Trotzdem wird auch in Neuseeland versucht, weihnachtlich zu dekorieren, was etwas anders aussieht als bei uns, vor allem, weil all die vielen Lichter fehlen, die nicht wirklich Sinn machen, wenn es erst nach 21.00 Uhr dunkel und ab 5 Uhr schon wieder hell wird. Außerdem haben viele Leute einen Plastikweihnachtsbaum, was bei uns ja gar nicht geht… Hier ein paar Fundstücke:

Sperrholz-Christbäume in Waipawa.
Christbaum mit Adventskranz- und Rentierschmuck in Napier.
Überdimensionierte Christbaumkugel in der Fußgängerzone in Napier.
Spartanischer Weihnachtsschmuck, aber dafür reichlich Geschenke unterm Baum 😉
Der vielleicht europäischste Christbaum, den ich gefunden habe – bis auf den Engel auf der Spitze.

Die Weihnachtsvorbereitungen sind hier aber ähnlich wie bei uns, zum Beispiel das Schreiben von Weihnachtskarten. Ich hasse das ja, aber nachdem ich meine Freunde so bald wohl nicht sehen werde und ich auch schon einige Post bekommen habe (ziemlich viel ist aber anscheinend noch unterwegs), habe ich dieses Jahr auch mal Karten geschrieben und verschickt! Leider sind sie viel zu spät angekommen, von hier nach Deutschland dauert anscheinend 4-6 Wochen (andersrum dauert es noch länger).

Da war ich eine Weile mit beschäftigt – und das ist nur ein Teil der Karten! 🙂

Was hier nicht gefeiert wird, ist der Advent. Es gibt keine Adventskränze (außer an gewissen Weihnachtsbäumen) oder Weihnachtsplätzchen, und auch Adventskalender sind eher untypisch, wenn auch erhältlich, wenn man sucht. Aber ich musste nicht auf Schokoladenlebkuchen verzichten: wir hatten eine deutsche Ärztin, die in NZ lebt, bei uns auf dem Campingplatz, mit der wir einen unterhaltsamen Abend verbrachten, und die hatte Lebkuchen von einer Freundin geschenkt bekommen, die sie mit uns teilte. War zwar nicht soooo lecker, da glutenfrei, aber besser als gar keine Lebkuchen 🙂

Deutsche Lebkuchen in NZ.

Was hier nicht gemacht wird, ist Weihnachtsplätzchen backen (nicht das mir das fehlt, ich hab das sowieso nie gemacht). Das einzige Gebäck, was für diese Zeit typisch ist, ist Fruit Cake, aber den habe ich irgendwie auch verpasst. Als Nicht-Kuchen-Fanatiker ist das jedoch halb so schlimm. Ein anderer Vorweihnachts-„Brauch“, der auch hier gepflegt wird, ist das Weihnachtsgeschenke-Kaufen. Und so zogen Paddy und ich nach Napier los, um das zu erledigen. Überraschenderweise war Napier leer!!

Ladenzeile in Napier am frühen Nachmittag in der Vorweihnachtszeit das würde es in München (ohne Lockdown) nicht geben!

Ich weiß nicht, ob Corona daran schuld ist oder es den Leuten Anfang Dezember einfach noch zu früh war (oder schon zu spät?!), aber es war eine coole Erfahrung, und echt stressfrei! Zwischendurch stärkten wir uns mit einem kleinen Lunch:

Paddy mit Kaffee und Mittagessen.
Wie in Deutschland mit der Luca-App muss man sich auch hier einscannen, so dass man diese Schilder überall findet. In einem Musikgeschäft war jemand kreativ und hat es etwas abgeändert 🙂

Da ich ja nicht so der Shopper bin, muss man mich auch mit etwas anderem locken, und das ist in Napier nicht schwierig – es gibt jede Menge Art Deco-Häuser zu bestaunen, kleine Parks und natürlich das Meer. So gönnten wir uns nach erfolgreichem Shopping noch ein paar Sightseeing-Momente:

Ein bisschen Geschichte in der Stadtmitte.
Ein Pohutukawa tree in der Innenstadt. Diese Bäume blühen zu Weihnachten in wunderschönem Rot, der hier fängt gerade an.
Keine Ahnung, was das für Bäume sind, aber die violetten Blüten sahen toll aus!
Ein kleiner Park nahe an der Uferpromenade.
Das Meer hatte eine tolle Farbe an diesem Tag, da sich ein Gewitter anbahnte.
Wir genossen das Meer nach unserem Einkaufsbummel.

Auf dem Campingplatz war es vor Weihnachten super-ruhig! Wahrscheinlich waren alle Leute mit Vorbereitungen beschäftigt, oder sie hatten Angst vor einem Corona-Ausbruch, nachdem die Aucklandänder aus dem Lockdown raus sind, und wollten erstmal abwarten. Wir genossen die ruhige Zeit (wir wussten ja dank der vielen Buchungen, dass das ab Weihnachten anders wird), so konnten wir zum Beispiel wiedermal ein paar Freunde für Freitagabend einladen:

Annette, Ross, Matt und Berit – und jede Menge Snacks in Form von Crackern, Käse und Obst.
Keine Ahnung, welche schockierenden Neuigkeiten Andrew und Aileen gerade gehört haben, aber Roy und Paddy scheinen nicht so überrascht zu sein.

Am 13. Dezember war Paddy’s Geburtstag, und neben dem selbstgebackenen (jaaaaa, da staunt ihr, was?!?) carrot cake hatte ich Paddy einen Überraschungsausflug und 24 Campingplatz-freie Stunden (danke, Aileen!) geschenkt. Erst als wir losfuhren, erfuhr er, was ich geplant hatte – zuerst einen Ausflug zum Cape Kidnappers (zumindest zu der Stelle, wo die Wanderung dorthin losgeht. Die machen wir aber an einem anderen Tag, denn das wäre mehr ein Geschenk an mich gewesen ;-)), dann ein bisschen Bummeln in Napier und abends ein leckeres Abendessen mit Wein in der Mission Estate Winery, und damit wir beide Wein trinken können, hatte ich uns in ein nahegelegenes AirB&B eingemietet. Es war ein superschöner Tag (und der erste freie Tag seit wir hier im August angekommen sind)!! Hier ein paar Fotos:

Das Geburtstagskind mit dem Geburtstagskuchen 🙂
Das Meer bei Clifton, am Startpunkt zur Wanderung zum Cape Kidnappers, dessen Spitze man im Bildhintergrund noch sehen kann.
Geburtstagsbild mit uns beiden am Meer.
Infos zur Wanderung, die man nur zu bestimmten Zeiten (bei Ebbe) machen kann.
Diese Wanderung will ich auf alle Fälle machen!!
Und was macht man an seinem einzigen freien Tag seit August? Klar, man besucht einen anderen Campingplatz und quatscht mit dessen Besitzern 🙂. Das ist aber wirklich ein schön gelegener Campingplatz – und nette Besitzer!
Danach gönnten wir uns einen kleinen Snack und Kaffee im schönen Cafe „Hygge“.
Der birthday boy genießt seinen Kaffee mit Meerblick.
Ein interessantes Haus in Napier, das wir beim Stadtbummel fanden.
Blick über den Hafen vom Bluff Hill in Napierleider zogen am Horizont dicke Wolken auf, so dass man in der Ferne nicht viel sehen konnte.
Paddy am Bluff Hill.
Die Mission Estate Winery, wo ich uns einen Tisch fürs Abendessen reserviert hatte.
Blick von der anderen Seite, rechts ist das Restaurant.
Blick vom Haus über die Weinreben.
Wir starteten erstmal mit einem Aperol Spritz.
Als Vorspeise hatten wir eine gemischte Platte bestellt – keine Ahnung, was das alles war, aber es war unglaublich lecker!
Als Hauptgericht hatte ich Lamm bestellt – sooooo gut!!
Paddy hatte den Fisch bestellt, der war auch phantastisch!
Und natürlich darf in einer Winery der Wein nicht fehlen, auch der war sehr lecker!

Ein paar Tage später hatte John, einer unserer permanent residents, zum Karaoke-Abend eingeladen, und nach ein paar Drinks fiel selbst bei den unmusikalischsten Leuten die Scheu ab und sie griffen zum Mikrophon – es war ein sehr lustiger Abend! Und ich lernte, das John eine super Stimme hat!

Paddy, Debs, Lindsay, Helen, zwei Camper, Lucy und John am Anfang des Abends, noch wurde sich unterhalten…
… doch bald startete John die Karaoke-Veranstaltung 🙂
Und bald versuchte sich fast jeder an einem Song, mal mehr mal weniger treffsicher mit den Tönen… aber Spaß machte es so oder so.

Eines Tages fuhr ein Bekannter von Paddy bei uns vorbei und fragte, ob wir Crayfish (Languste) wollten. Klar wollten wir! Leider vergaß er zu erwähnen, dass sie noch leben, und so zog er aus seinem Kofferraum voller Langusten zwei heraus und gab sie Paddy in die Hand! Die armen Viecher wanden und krümmten sich, das war kein so schöner Anblick, und wir beide hatten nicht wirklich Ahnung, wie man sie tötet.

Die noch lebendigen, sich windenden Langusten.

Paddy’s Freund sagte, wir sollten sie in einen Eimer voll Wasser stecken, dann würden sie ertrinken. Wir taten das erstmal, aber da ich das total unlogisch fand, weil sie ja im Wasser (wenn auch in Salzwasser) leben, googelte ich das und fand heraus, dass es zwar stimmt, aber kein schöner Tod ist. Empfohlen wird stattdessen, sie erst einzufrieren und dann mit einem Spieß gezielt in das Herz, das am ganzen Rücken ist zu stoßen und zu töten. Zum Glück übernahm Paddy das, ich hätte es nicht gekonnt! Aber geschmeckt haben sie dann echt klasse! Leider habe ich von den gekochten Langusten kein Foto mehr gemacht.

Paddy beim Töten der gefrorenen Langusten – eigentlich müssten sie da doch schon tot sein, oder?

In der Woche vor Weihnachten lud Andrew uns ein, mit Aileen, ihm und seiner Tochter zu einem privaten Weihnachtsgottesdienst und anschließendem Umtrunk auf ein Gut namens Chapelwick in Porongahau zu kommen. Er kannte den Besitzer durch seine Tochter, die für ihn arbeitet, und er hatte in dem Gutshaus selbst bei Renovierungsarbeiten geholfen. Schon die Fahrt dorthin war superschön! Und das für neuseeländische Verhältnisse alte Haus mit Riesengrundstück mit Meerblick und eigener kleinen Kirche war sehr sehenswert! Hier ein paar Eindrücke von diesem Tag:

Die kleine Kapelle von außen…
… und von innen, kurz bevor der sehr kurzweilige Gottesdienst begann.
Andrew, Aileen, Paddy und ich vor der Kirche.
Das Gutshaus von der kleinen Kirche aus gesehen.
Umtrunk und Häppchen im Haus nach der Kirche.

Da das Wetter echt schön war, unternahm ich auch wieder einige Radtouren in der näheren Umgebung, zum Beispiel am Tukituki River entlang, um herauszufinden, ob inzwischen die Brücke fertig gebaut und der Radweg jetzt endlich ein Rundweg ist und man nicht mehr den gleichen Weg zurück fahren muss. Leider ist zwar inzwischen die Brücke fertig, aber noch nicht benutzbar, aber seht selbst:

Auf dem neuen Limestone Track entlang Richtung Berge im Hintergrund.
Die Brücke an sich ist zwar fertig…
… aber leider noch nicht an den Radweg angebunden, die Rampe fehlt noch.
Im Moment endet der Track hier, aber man kann zu Fuß zu diesem Tunnel laufen, und da ich schonmal da war, parkte ich mein Rad und wanderte die paar hundert Meter zum Tunnel.
Der Tunnel – am Anfang kann man noch gebückt gehen, aber am Ende muss man kriechen. Ganz sicher ein Riesenspaß für Kids, aber es ist schon ein bisschen creepy, und man muss den gleichen Weg wieder zurück kommen.
Blick vom Eingang des Tunnels über den Tukituki zu den Bergen...
… und in die andere Richtung.

So, das wars erstmal wieder vom anderen Ende der Welt! Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten und einen guten Rutsch! Mehr zu meinen Feiertagen im nächsten Blog – ich hoffe, ich schaffe es in den nächsten Tagen, euch ein bisschen mehr von meinem Weihnachten und Silvester zu schreiben, aber irgendwie gibt es hier ständig was zu tun, oder Freunde kommen vorbei, oder das Wetter ist einfach zu schön, um die Zeit am Computer zu verbringen… 🙂

Hier noch ein Abschiedsfoto von meinen beiden Männern beim Chillen auf der Veranda:

Harvey und Paddy in der Abendsonne.

Bis zum nächsten Blog (oder text oder mail oder Skype-Gespräch)! Lasst es euch gut gehen und bleibt gesund!

Eure Susi

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