Eine Woche Urlaub auf der Südinsel

Hallo liebe Leser, nachdem ich euch die letzten beiden Male von der Tour of New Zealand erzählt habe, berichte ich euch heute von unserem anschließenden Urlaub. Da wir nun schonmal auf der Südinsel waren und die Fähre doch recht teuer und die Anreise ziemlich lang ist, dachten wir uns, wir hängen an die ToNZ noch eine Woche an und gehen auf einen Roadtrip. Nach all dem Training und dann der Tour hatte ich mir definitiv eine Woche Fahrradfrei verdient, und damit ich nicht in Versuchung geriet (und um mehr Platz im Kofferraum zu haben), gab ich mein Rad Lee mit, der es netterweise per Dachgepäckträger zusammen mit seinem und Delwyn’s Rad nach Hause brachte – vielen Dank nochmal dafür, Lee!

Am Samstag Morgen nach unserer Abschlussparty wachte ich nicht nur mit etwas Kopfschmerzen auf, sondern musste dann auch feststellen, dass ich in dem ganzen Rennstress mein Handy-Ladegerät in Wanaka vergessen hatte! Und so stand unser Programm für den heutigen Tag schnell fest: Roadtrip zurück über die Crown Range nach Wanaka und dann über Cromwell und Queenstown nach Glenorchy. Nachdem ich die Landschaft der Crown Range am vorherigen Tag nur bedingt genießen konnte (schließlich war ich mit Radrennen beschäftigt), genoß ich den Trip nun umso mehr – und das Wetter war wieder genial!

Am heutigen Tag hatten wir auch Zeit, am Cardrona Hotel einen Lunch-Stop einzulegen:

In Wanaka holten wir mein Ladegerät ab und genossen die Sonne am Seeufer:

Dann machten wir uns auf den Weg zurück nach Queenstown, diesmal über Cromwell, das früher Zentrum des Goldrausches war. Hiervon zeugen noch Überbleibsel von verlassenen Goldsucher-Unterkünften. Da uns die Zeit etwas davon rannte, schauten wir uns das nicht näher an, ein Bild aus der Ferne musste genügen:

Der nächste Touristenstop war die Kawarau Gorge:

Der absolute Höhepunkt des Tages war die Fahrt von Queenstown nach Glenorchy: Hier schlängelt sich die Straße entlang des Lake Wakatipu und bietet tolle Ausblicke über den See und in die Berge! Ich vermisste sofort mein Fahrrad und stellte mir vor, wie toll es wäre, auf dieser Straße zu radeln – trotz der vielen Höhenmeter, die man hier absolvieren müsste. Naja, ein anderes Mal!

Paddy hoch über dem Lake Wakatipu.

In Glenorchy parkten wir unseren Pajero auf dem fast leeren Campingplatz, bauten das Dachzelt auf, holten uns ein paar Lebensmittel vom benachbarten Dorfladen und genossen unser Abendessen am Campingplatz mit Blick auf die Berge.

Danach kuschelten wir uns in unserem Zelt unter der Winterdecke zusammen und schliefen ziemlich schnell ein.

Der Morgen startete eisig kalt, das Dach des Pajero war sogar gefroren! Zum Glück war unsere Decke schön warm, und so konnten wir von unserem Bett aus die Berge in der aufgehenden Sonne genießen:

Da wir heute eine Wanderung machen wollten, konnten wir nicht bis in die Puppen liegenbleiben (obwohl es wegen der Kälte echt verführerisch war), und so brachen wir nach Kaffee und Frühstück auf, wieder Richtung Queenstown. Ungefähr auf halber Strecke befindet sich ein Parkplatz für den Mt. Crichton loop track, den wir wandern wollten. Die Wanderung war wunderschön, und es gab jede Menge zu sehen, von Natur pur über eine historische Goldgräberhütte, einen Wasserfall, einen Tunnel hinunter zum Fluss bis hin zu einer weggeschwemmten Brücke, so dass wir über Steine und Holzlatten, die als provisorische Brücke dienten, den Fluss überqueren mussten (zum Glück war der gerade nicht tief).

Sogar einen echten Goldgräber sahen wir, der im Fluss nach Gold suchte:

Etwas erschöpft von unserem Hike machten wir am Seeufer Pause und genossen die Aussicht, bevor wir uns auf den langen Weg nach Te Anau, unserem nächsten Ziel machten.

Da der Montag kalt und verregnet werden sollte, entschieden wir uns dafür, eine cabin zu mieten statt in unserem Dachzelt zu schlafen. Außerdem hatte ich mir auf der Tour eine Erkältung geholt, und ich wollte nicht riskieren, richtig krank zu werden. Wie sich herausstellte, war das eine gute Wahl – der komplette Montag war verregnet, und so schliefen wir erstmal aus, wuschen dann unsere Wäsche, fuhren für einen Kaffee nach Te Anau hinein, kauften ein paar Lebensmittelmittel im Supermarkt und verbrachten den größten Teil des Tages in unserer Hütte mit Chillen, Lesen und Musik machen – Paddy hatte natürlich seine Gitarre dabei 🙂

Dreckwetter in Te Anau.
Paddy beim Chillen in unserer Hütte.

Für Dienstag war deutlich besseres Wetter angesagt. Anfangs war es noch immer ziemlich wolkig und grau, aber je näher wir dem Milford Sound kamen, unserem Ziel für den heutigen Tag, desto mehr klarte es auf und die Sonne kam heraus. In Milford Sound schien die Sonne von einem azurblauen Himmel! Milford Sound mit Sonne hat Seltenheitswert, ich hatte ihn noch nicht sonnig gesehen, und für Paddy war es ohnehin das erste Mal, dass er da war. Was für ein genialer Tag! So unglaublich schön!!!

Ausblick gleich nach dem Homer tunnel.
Sonniger Milford Sound.

Natürlich taten wir, was alle Touristen tun, wir buchten eine Sound-Rundfahrt, zusammen mit gefühlt 2 Millionen Asiaten und 10 Deutschen ;-). Wir hatten richtig Glück, nicht nur war das Wetter phantastisch, wir kamen sogar in den Genuss, etliche Delphine zu sehen! Hier ein paar Eindrücke:

Wasserfall mit Regenbogen!

Nach einem Blick auf die Karte stellten wir fest, dass wir doch ziemlich weit im Süden von Neuseeland waren und der Weg zurück nach Picton ziemlich lang war. So beschlossen wir, uns in ein paar Etappen auf den Rückweg zu machen, unser erster Stop auf dem Weg in den Norden sollte Oamaru werden. Bevor wir am Mittwoch morgen aufbrachen, zeigte sich uns das erste Mal der Lake Te Anau in seiner vollen Schönheit, auch wenn sich die Berge von Fjordland dahinter immer noch scheu in Wolken versteckten:

Blick über den See in die Berge.
In dieser Richtung sind die Berge leider nicht zu sehen.
Unser Zuhause für die letzten drei Nächte, eine cabin auf dem Lakeview Holiday Park.

Wir verabschiedeten uns von unserer kleinen Hütte und brachen auf gen Nordosten, wo wir nach ca 5 Stunden Fahrt und einigen Zwischenstopps in Oamaru ankamen. Ich war noch nie hier, obwohl der Alps-to-Ocean bike trail hier endet, den ich bei meinem Trip 2018/19 ja gemacht hatte, aber ich war nicht bis ganz ans Ende gefahren. Da hatte ich einiges verpasst! Oamaru ist ein schönes Städtchen, Markenzeichen sind die aus dem hier abgebauten gelben Sandstein gebauten Gebäude, und Steampunk. Wir hatten uns wieder eine cabin auf dem örtlichen Campingplatz gemietet, und nachdem wir ausgeladen hatten, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Innenstadt. Der Campingplatz liegt direkt am Park und an der Strecke des A2O:

Kaum in der Innenstadt angekommen, bietet sich einem ein fast europäischer Anblick: Aus Sandstein gebaute Häuser!

Auf dem Weg zum Meer kommt man an den Steampunk Headquarters vorbei – leider war das Museum schon geschlossen, das wäre sicher interessant gewesen!

Und dann standen wir am Meer – und dem Endpunkt des A2O cycle tracks!

Auf dem Heimweg machten wir zwei „Getränkestops“ und probierten das hiesige craft beer und Hawke’s Bay Wein (so lustig, Wein aus der Heimat!). Dann liefen wir durch die nun erleuchtete Stadt und den Park zurück zum Campingplatz:

Unser Ziel für den nächsten Tag war Hanmer Springs, denn ich wollte unbedingt zu den Hot Pools! Die Fahrt dorthin war überwiegend echt langweilig, Canterbury ist einfach nur flach und der Highway einfach nur langweilig gerade. Es gibt nicht viel zu sehen, und das Wetter machte es auch nicht besser, es war grau, on and off regnerisch und windig. So waren wir froh, als wir endlich in Hanmer Springs ankamen. Wir hatten uns ein Zimmer in der Kakapo Lodge gemietet, einem echt urigen Hostel, das uns sehr gefiel. Nach dem Einchecken machten wir uns gleich auf den Weg zu den Hot Pools, denn es war schon fast 18.00 Uhr und wurde langsam dunkel. Die meisten Leute waren inzwischen entweder schon weg oder gerade am Heimgehen, so konnten wir die normalerweise ziemlich vollen Pools ohne Menschenmassen (und Kinder) genießen – sooooo schön!!! Zuerst gönnten wir uns einen private pool, dann erkundeten wir den größten Teil der 22 public pools, was für ein Spaß!

Ausgehungert nach einem langen Tag im Auto und ein paar Stunden im heißen Wasser genehmigten wir uns ein leckeres Abendessen in einem benachbarten Restaurant, bevor wir todmüde in unser Bett fielen.

Am Freitag sollte es bis nach Nelson gehen, wo wir Anna und Simon besuchen wollten, unsere deutschen Freunde, die wir vor zwei Jahren in ihrem Urlaub auf unserem Campingplatz kennen gelernt hatten und die letzten September nach Neuseeland ausgewandert sind und sich in Nelson niedergelassen haben. Unser Weg führte uns über den Lewis Pass, durch Murchison hinauf zur Tasman Bay und Nelson. Für diesen Tag waren heftige Regenfälle im Norden angesagt, und wir hofften, es würde nicht ganz so schlimm werden und wir würden die schöne Landschaft ein bisschen sehen und genießen können. Und wir hatten (überwiegend) Glück – hier ein paar Fotos von der Fahrt:

In Nelson angekommen, regnete es zunächst. So sah das von Anna’s und Simon’s Balkon aus aus:

Doch nachdem wir uns ein wenig gestärkt und ausgeruht hatten, klarte es auf und wir brachen zu einem Spaziergang auf:

Nach einem super-leckeren Abendessen wurde dann musiziert – Anna und Simon sind richtig gute Musiker, und das Paddy genial an der Gitarre ist, wisst ihr ja. Ich habe mich hauptsächlich aufs Zuhören beschränkt 😉

Simon und Paddy an den Gitarren und Mikrofon, Anna und ich auf der Couch 🙂

Hier eine Kostprobe, leider ist die Qualität nicht so toll.

Leider hieß es am nächsten Tag Abschied nehmen und schon wieder nach Hause fahren – irgendwie waren unsere zwei Wochen Urlaub (die Tour in der ersten Woche) wie im Flug vergangen! Vielen Dank nochmal für das leckere Essen und den schönen Tag in Nelson, Anna und Simon!

Es würde ein langer Tag werden, der uns zuerst über eine malerische Route nach Picton führen würde, dann mit der Fähre nach Wellington und dann die letzten 3 Stunden nach Hause nach Waipawa. Das Wetter sollte weiterhin teilweise regnerisch sein, aber zum Glück war die See ruhig, so dass es eine ruhige Überfahrt war.

Grauer Morgen, beim Verlassen von Nelson.

Coole Ausblicke am Cullen Point Viewpoint:

Blick auf Picton und die Fähre:

Nach einem langen Reisetag kamen wir spät abends endlich zuhause an, wo wir stürmisch von Harvey begrüßt wurden, und natürlich von unseren Hund- und Haussittern Sofia und John. Was für ein Empfang!! Das war unser Urlaub auf der Südinsel, jetzt wird es erstmal wieder ein Weilchen dauern bis zum nächsten Urlaub…

Sofia und John, unsere Hund- und Haussitter und jetzt guten Freunde aus England. Soooo schön, dass euch der Zufall zu uns gebracht hat, auch wenn der Grund nicht ganz so schön war.

Vielen vielen Dank nochmal an Sofia, John und Tracey, ohne die dieses Abenteuer nicht möglich gewesen wäre, denn irgendjemand muss sich ja um Hund, Haus und Campingplatz kümmern.

So, das wars erstmal von mir! Ich hoffe, euch geht es allen gut und ihr genießt inzwischen schönes Frühlings- wenn nicht sogar schon Sommerwetter. Hier in Neuseeland kommt jetzt der Winter… 😦

Bis zum nächsten Mal! Eure Susi

Die Tour of New Zealand 2025 – Tag 3-5

Stage 3: Fox Glacier – Knights Point (93km, 599 Höhenmeter)

Der dritte Tag der ToNZ startete eisig kalt, aber mit strahlendem Sonnenschein, so dass es schnell aufwärmte. Uns boten sich schon vor dem Start tolle Ausblicke in die Berge, vor allem Mt. Cook, der höchste Berg in Neuseeland mit 3721m Höhe, sah sehr eindrucksvoll aus! Hier ein paar Eindrücke:

Strahlender Sonnenschein begrüßte uns nach dem Aufwachen beim Blick aus unserem Motelzimmer.
Blick in die Berge, mit dem verschneiten Mt.Cook in der Ferne.

Die heutige Etappe startete vom „White Pub“ in Fox Glacier und sollte eigentlich bis nach Haast führen, was etwa 125km und fast 1000 Höhenmeter gewesen wären. Doch wegen Bauarbeiten musste die Strecke gekürzt werden, so dass das Rennen heute schon auf dem Knights Point, einem Aussichtspunkt mit großem Parkplatz, ca 30km vor Haast endete, was uns nicht nur Kilometer, sondern netterweise auch etliche Höhenmeter ersparte 🙂

Heute starteten wir „numb bums“ mit den grün-weißen Trikots der Neuroendocrine Cancer NZ, der charity, die wir in dieser Tour unterstützten und für die wir eifrig Spenden gesammelt hatten – vielen Dank hier nochmal an alle, die für diesen guten Zweck gespendet haben, am Ende konnte ich $751 an Spenden sammeln! Insgesamt kamen bei der ToNZ $18.226 an Spenden für Neuroendocrine Cancer NZ zusammen, gesammelt von 26 Radfahrern der Tour. Ziemlich beachtlich! Im Gegenzug kümmerte sich Michelle als Vertreterin von Neuroendocrine Cancer NZ hervorragend um uns Radler – vor, während und nach den Rennen gab es Süßigkeiten, Mac&Cheese oder Suppe und jede Menge Anfeuerungsrufe!

Die „5 numb bums“ mit Michelle von Neuroendocrine Cancer NZ vor dem Start.
Unser Team macht sich bereit für den Start. Noch trugen die meisten Armlinge, Delwyn sogar eine Weste, aber relativ schnell wurde es warm genug für kurze Sachen.

Und dann ging es los! Da wir inzwischen doch schon ein paar Rennkilometer in den Beinen hatten, fühlten sich die ersten Kilometer etwas zäh an, doch nachdem wir warm waren, ging es erstaunlich gut. Das schöne Wetter und die tolle Landschaft halfen natürlich erheblich!

Die „5 numb bums“ in action: Lee, ich, Sandy, Winnie und Delwyn.
Lee und ich mit einer Gruppe von Radlern.
Susi allein unterwegs (irgendwie hatte ich mein Team hinter mir verloren), aber nur für ein paar Kilometer.
Die „4 old spokes“ in bester Team-Manier: Robbie, Des, Shane und Neil.
Die letzten Kilometer den Berg hinauf zum Knights Point.
Endlich oben angekommen – das Ziel der heutigen Etappe!

Während die Athleten unserer beiden Radteams sich abstrampelten, ging unsere Support-Crew (Paddy, Craige, Sandra und Bronnie) ein wenig auf Sightseeing Tour und besichtigte den Fox Glacier. Hier ein paar von Paddy’s Bildern:

Lee und Delwyn im Ziel!
Zielfoto mit den „numb bums“ und den „old spokes“.
Und nochmal mit der Aussicht übers Meer: Lee, ich, Delwyn, Sandy und Winnie.

Danach stärkten wir uns am Motorhome der Neuroendocrine Cancer NZ mit von Michelle gekochten Mac&Cheese – yummy!!!

Lee beim Auffüllen der leeren Kohlenhydratspeicher.

Paddy und ich liefen dann noch kurz zum Aussichtspunkt, schließlich waren wir ja doch irgendwie auch Touristen:

Dann packten wir die Räder auf Lee’s Autodach und machten uns auf den Weg nach Haast, wo wir ein Motelzimmer gebucht hatten. Nach der dringend benötigten Dusche setzten wir uns mit Lee, Sandra, Winnie und Bronnie in die Sonne und genossen ein Bierchen, bevor wir zum Hotel aufbrachen, wo die zweite Pelotonparty stattfand. Wie schon am vorherigen Abend bekamen wir dort Zwischenstände, Informationen zur nächsten Etappe, aber auch Informationen über die charities, über Julien Dean und die Organisatoren und Helfer der Tour.

Simon, einer der Organisatoren, und Tour Ambassador Julien Dean.

Da wir inzwischen halb am Verhungern waren, entschieden wir numb bums uns dafür, im von unserem Motel benachbarten Pub essen zu gehen – wie viele andere auch, und so kam es zu langen Wartezeiten bis wir endlich unser Essen hatten. Aber die Burger waren sehr lecker!

Lee, Paddy, Bronnie, Winnie und Sandra – immerhin zwei hatten ihr Essen schon!

Danach ging es nur noch ins Bett, morgen stand ein anstrengender Tag mit zwei bergigen Etappen bevor, und einem mit 9 Uhr vergleichsweise frühen Start.

Stage 4.1: Haast – Makarora (81 km, 970 Höhenmeter)

Der vierte Tag der Tour startete mit einer Hiobsbotschaft: Winnie würde nicht an den Start gehen können, er hatte sich einen Infekt eingefangen, und so würden wir numb bums nur zu viert unterwegs sein. Für die Mannschaftswertung war das kein Problem, da nur die ersten drei Radler gewertet werden. Da Sandy gute Chancen darauf hatte, ihre Altersklasse zu gewinnen, bekam sie für die letzten beiden Tage einen „Freifahrtschein“ und durfte ihr eigenes Tempo gehen.

Lee und ich am Start in Haast. Es war noch ziemlich kühl am Morgen, wie man sehen kann…
Blick entlang des Haast River in die Berge – dort wartete der Haast-Pass auf uns…
Wunderschöne Ausblicke in die Berge.

Das Rennen begann relativ „gemütlich“, wir radelten in einer großen Gruppe, angeführt von Julien Dean, der ein relativ gemächliches Tempo anschlug. Die ersten ca 50km waren flach bzw. sehr langsam ansteigend, bevor es dann 10 km teilweise sehr steil den Haast Pass hinaufgehen würde.

Julien Dean beim Anführen unserer Gruppe, ich (man sieht nur meinen Schuh) und Delwyn dicht dahinter.

Ein paar hundert Meter vor uns konnte ich Sandy sehen, die ganz allein ihr Rennen bestritt. Da mir das Tempo von Julien zu langsam war und ich dachte, Lee und Delwyn würden mir folgen, gab ich Gas und versuchte, Sandy einzuholen, was mir schließlich auch gelang, Lee und Delwyn waren jedoch in der Gruppe geblieben. Ein paar Kilometer radelten wir zu zweit, bevor eine große Gruppe um die „4 old spokes“ uns überholte und wir uns anhängten. Im flotten Tempo ging es zusammen bis zum Fuße des Haast-Passes.

Noch war ich in der Gruppe unterwegs…
… bevor ich am Berg abreißen lassen musste – aber da muss eh jeder sein eigenes Tempo finden.
Echter Teamgeist: Neil hilft Robbie den Berg rauf, der mit heftigen Rückenschmerzen zu kämpfen hatte.
Dementsprechend happy kamen die „4 old spokes“ dann ins Ziel der ersten Etappe des heutigen Tages.

Sandy hatte ein richtig gutes Rennen und kam nicht weit hinter den „4 old spokes“ ins Ziel, und auch ich war dank der schnellen ersten 50km nicht wahnsinnig weit hinter Sandy. Allerdings musste ich mich ganz schön den Berg hinauf quälen, das war echt kein Spaß! Die restlichen knapp 20km zogen sich für mich dann wie Kaugummi, da ich ganz allein unterwegs war und keine Gruppe hatte, in der ich mich erholen konnte. Ich war fix und alle, als ich endlich in Makarora ankam, und hatte keine Ahnung, wie ich weitere knapp 50km schaffen sollte…

Delwyn und Lee kamen dann ein paar Minuten nach mir ins Ziel, sie hatten sich die Zeit für ein Selfie am Haast-Pass genommen 🙂

Gipfel-Selfie: Lee und Delwyn.

In Makarora hatten wir ca 1,5 Stunden Pause, die wir dazu nutzten, unsere Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsspeicher wieder aufzufüllen und uns zu erholen. Außerdem schlüpften wir aus den nass geschwitzten Sachen in unsere schwarzen Team-Trikots. Michelle von Neuroendocrine Cancer NZ nutzte die Pause dazu, alle Radler für ein Foto zusammen zu trommeln, die ihre charity unterstützten, und die meisten trugen auch das von ihnen gesponserte Jersey:

Die meisten der 26 Radler, die Neuroendocrine Cancer NZ als ihre charity gewählt und unterstützt hatten.

Stage 4.2: Makarora – Hawea (46 km, 571 Höhenmeter)

Bevor es wieder auf die Räder ging für die zweite Etappe des Tages, gab es noch ein paar Worte von Julien Dean:

Kurzes race briefing und ein paar motivierende Worte von Julien.

Erstaunlicherweise hatte ich mich in der Pause doch ganz gut erholt und hatte keine Probleme, mit Lee und Delwyn mitzuhalten. Sandy war schon kurz nach dem Start entschwunden, doch wir drei blieben für diese Etappe zusammen. Ich war mega-dankbar, dass Lee die gesamte Führungsarbeit leistete – meine Beine waren ziemlich fertig, vor allem bergauf! Lee hingegen schien noch super-frisch zu sein und musste ein paarmal von Delwyn und mir gebremst werden, weil wir nicht mithalten konnten. Diese Etappe war für mich landschaftlich die schönste (obwohl alle echt toll waren), und der strahlende Sonnenschein machte alles noch schöner! Wir fuhren zuerst am dunkelblauen Lake Wanaka entlang, bevor es nochmal ziemlich steil über „The Neck“ rüber ging zum Lake Hawea:

Lake Wanaka und die Berge im Hintergrund.
Lake Wanaka.
Lee in front, dahinter ich und Delwyn und noch ein paar andere.
Und noch einmal – ich konnte sogar noch/wieder lächeln 😉
Die „4 old spokes“ beim Hinauffahren des „necks“ zwischen den beiden Seen – was für ein Anblick mit den Bergen im Hintergrund!

Erschöpft aber glücklich rollten wir in Hawea über die Ziellinie und wurden von Sandy, den „4 old spokes“ und natürlich unserem Support-Team begrüßt, die dort schon auf uns warteten. Ziemlich müde und kaputt stieg ich ins Auto, und wir fuhren zu unserem AirBnB in Albert Town bei Wanaka. Der Abend wurde erwartungsgemäß nicht sehr lang, wir duschten, gingen in das benachbarte Restaurant zum Abendessen und dann ging es relativ früh ins Bett. Morgen wartete die letzte Etappe auf uns – eine 50km-bergauf-Fahrt zum Crown Range Summit!

Stage 5: Wanaka – Crown Range Summit (36 km, 787 Höhenmeter)

Das Wetter war erneut einfach nur traumhaft, die Sonne strahlte vom Himmel und wärmte die kühle Morgenluft relativ schnell auf. Wir trafen uns am Hotel, wo die Mehrzahl der Teilnehmer untergebracht war, denn dort würde auch der Start der heutigen Etappe sein. Meine Sorge, dass meine Beine zu kaputt sein würden für ein Rennen, erwies sich zum Glück als unbegründet, ich fühlte mich echt gut!

Die „5 numb bums“ und die „4 old spokes“ vor der letzten Etappe dieser Tour.
Und hier nochmal die „4 old spokes“ Neil, Shane, Robbie und Des.
Vorstartstimmung – alles bereit für den letzten Teil der ToNZ!

Pünktlich um 9.00 Uhr ging es los – die letzte Etappe der ToNZ 2025! 36 km bergauf, das klang nicht gerade angenehm. Überraschenderweise aber war es überwiegend gut machbar, denn bis auf die letzten 5 km ging es nur recht gemächlich mit geringer Steigung bergauf. Sandy suchte sich wieder eine schnellere Gruppe, um wenn möglich ihre Altersklasse zu gewinnen, während Lee, Delwyn und ich zusammen blieben. Winnie hatte beschlossen, diese Etappe trotz angeschlagener Gesundheit zu fahren, aber sagte gleich zu Beginn, dass er in seinem eigenen Tempo fahren würde und wir nicht auf ihn warten sollten. Erneut leistete Lee den Löwenanteil der Führungsarbeit, er war echt in Topform! Auch meine Beine waren überraschend gut, und selbst die letzten, ziemlich steilen Kilometer waren zwar hart, aber nicht so schlimm wie den Haast-Pass hinauf. Trotzdem war ich überglücklich, als ich die Ziellinie überfuhr – es war geschafft!! Das viele Training hatte sich bezahlt gemacht, wir hatten alle Etappen wirklich gut absolviert! Was für ein cooles Erlebnis!!!

Langsam ging es den Berg hinauf…
Das berühmte Cardrona Hotel – leider war keine Zeit für einen Drink 🙂
Eines der Begleitfahrzeuge.
Der letzte Part dieser Etappe war ziemlich steil…
Geschafft!! Endlich im Ziel am Crown Range Summit!
Das obligatorische Gipfelfoto 🙂
Best supporter in the world!! Vielen Dank für alles, Paddy! Ohne dich wäre das so nicht möglich gewesen (auch im Vorfeld mit dem vielen Training, best boss ever :-))
Best team ever!! Die „5 numb bums“ mit Lee, Winnie, Sandy, Delwyn und mir. Es war mir eine Ehre, Teil dieses Teams gewesen zu sein!
Blick vom summit Richtung Queenstown.
Einfach nur atemberaubend schön!

Nach den obligatorischen Zielfotos sausten wir ein paar Kilometer auf unseren Rädern den Berg hinunter – wo bleibt der Spaß, wenn man nur den Bergauf-Teil hat?!? – bevor unser Support-Team uns aufsammelte und nach Queenstown ins Event Center brachte, wo die Siegerehrung und Verabschiedung stattfinden sollte. Bevor wir mit Mittagessen versorgt wurden hieß es jedoch für den Großteil der Teilnehmer: Räder auseinandernehmen und verpacken:

Unser Team war da fein raus, denn Sandy, Winnie, Lee und ich würden ja noch ein paar Urlaubstage dranhängen, und Delwyn gab Lee ihr Rad mit, so dass es nicht verpackt werden musste. Deshalb gönnten wir uns entspannt einen Kaffee, während die „old spokes“ packten:

Sandy, Bronnie, Winnie, Delwyn und Paddy beim Kaffeetrinken.

Dann gab es für alle ein Lunchpaket und die Abschlussveranstaltung startete. Neben zahlreichen Abschlussreden und vielen Danksagungen an die Organisatoren, die charities, Julien Dean und die Teilnehmer gab es eine Tombola mit coolen Preisen wie Fahrrädern, und schlussendlich die Siegerehrungen (zumindest die Kategorien, in denen Sieger schon feststanden). Unsere beiden Teams belegten jeweils den zweiten Platz in ihrer jeweiligen Kategorie. Wie sich einen Tag später herausstellte (Sandy konnte es nicht glauben, rechnete alle Zeiten nach und fand heraus, dass wir eigentlich gewonnen hatten), hätten wir erster sein sollen, aber was solls, es war ja keine Weltmeisterschaft.

Auch unsere Individualergebnisse konnten sich sehen lassen: Robbie gewann seine Altersklasse, Sandy wurde zweite und ich dritte in unseren jeweiligen Altersklassen. Außerdem wurde Sandy als erste Frau im Ziel der letzten Etappe geehrt, grandiose Leistung!

Julien bei seiner Abschlussrede.
Alle lauschten gebannt (oder müde?)
Siegerehrung für die „mixed category“: zweiter Platz für die „numb bums“.
Siegerehrung für die „corporate category“: zweiter Platz für die „old spokes“.

Für die letzte Nacht hatten wir uns ein Zimmer in einem fancy Hotel in Queenstown gebucht – was für ein Luxus! Wir hatten sogar eine Badewanne, was ich gleich mal ausnutzte – meine geschundenen Muskeln freuten sich sehr über das heiße Bad!

Abends trafen wir uns im „Lonestar“ für unsere Abschlussparty -nach dem wochenlangen Training und dem erfolgreichen Abschluss der ToNZ hatten wir uns das redlich verdient! Und was für eine Party das war! Ich habe keine Ahnung, wie viele Runden shots geflossen sind, aber meinem Kopf am nächsten Tag nach zu urteilen definitiv zu viele 😉

Lee, Sandra, Craige, Sandy, Robbie und Paddy brühten über der Speisekarte.
Die linke Seite des Tisches hatte sich anscheinend schon entschieden 🙂
Da schauen Sandy und ich schon seeehr glücklich aus! 😉

Das war unser großes Abenteuer „Tour of New Zealand 2025“! Wer weiß, vielleicht gibt es ja 2027 eine Fortsetzung?!

Im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über den anschließenden Urlaub, den Paddy und ich auf der Südinsel verbrachten.

Die Tour of New Zealand 2025 – Tag 1 und 2

Unser Radl-Club CHB Bats war mit zwei Teams bei der ToNZ vertreten, dem A-Team „4 old spokes“ mit Neil, Des, Shane und Robbie, und dem zweiten Team, den „5 numb bums“ mit Sandy, Lee, Winnie, Delwyn und mir. Die Tour würde uns von Greymouth in 6 Etappen an 5 Tagen zum Crown Range summit führen, zuerst entlang der Westküste, dann den Haast Pass hinauf, entlang zweier Seen nach Wanaka und von dort die Crown Range hinauf bis zum höchsten Punkt, wo das Ziel dieser Tour war.

Übersicht über die ToNZ 2025.

Stage 1: Greymouth – Hokitika (31km, 93 Höhenmeter)

Der Transalpine Express aus Christchurch kam ein wenig verspätet im zu der Zeit sonnigen Greymouth an, und mit ihm die Mehrzahl der Radler, die an der Tour teilnahmen, unser A Team, die „4 old spokes“ und unser Teammitglied Delwyn eingeschlossen.

Zunächst galt es für die Neuankömmlinge, ihre Räder zusammenzubauen und renntüchtig zu machen, während wir anderen unsere race kits abholten und Räder und Helme mit unseren Teilnehmer-Nummern und timing tags versehrten. Unser support team sprang den Transalpine Radlern zur Seite und half tatkräftig beim Montieren der Räder.

Hier wird kräftig ausgepackt und montiert.
Paddy und Robbie in unseren Team-Shirts beim Zusammenbauen von Robbie’s bike.
Des und Craige ebenfalls bei der Arbeit.
Unsere beiden CHB Bats teams in ihren neuen Team-Outfits: v.l. Robbie, Lee, Delwyn, Neil, Winnie, Shane, ich, Sandy, Des.

Und dann ging es endlich los! Während sich dunkle Wolken am Himmel zusammenbrauten, stiegen wir auf die Räder und radelten zum Aufwärmen zum 9km entfernten Startpunkt der heutigen ersten Etappe. Kaum hatten wir Greymouth verlassen, fing es auch schon an zu regnen, na toll!!

Vor dem Start gab es ein kurzes Race briefing, und dann ging es endlich los! Zum Glück waren wir alle gleich in der ersten Startgruppe, so dass wir nicht lange in unseren bereits nassen Klamotten warten mussten. Und los ging es Richtung Süden. Nach wenigen Minuten begann es plötzlich zu schütten wie aus Eimern, in Sekunden waren wir alle tropfnass und das Wasser schwappte in unseren Schuhen. Wenigstens hatten wir einen krassen Rückenwind, so dass wir die erste Etappe mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36km/h absolvierten. Am Ende kam dann sogar die Sonne durch! Lustig war, dass keiner wirklich wusste, wo die Ziellinie war, so dass wir alle bis in die Stadtmitte von Hokitika alles gaben, obwohl das Rennen schon ein paar Kilometer vorher hätte enden sollen…

Unsere tropfnassen Radler nach der ersten Etappe: Sandy, Neil, ich, Robbie, Winnie, Lee und Delwyn.

So schnell wie möglich fuhren wir in unsere diversen Unterkünfte und hüpften unter die Dusche, um nur ja nicht krank zu werden. Die Mehrheit der Athleten hatte Unterkünfte in Hokitika, während ich für Sandra, Lee, Paddy und mich ein AirBnB im ein paar Kilometer entfernten Ross gebucht hatte, wo am morgigen Tag die nächste Etappe starten würde. Um unsere Radl-Sachen wenigstens halbwegs trocken zu kriegen, nutzten Lee und ich alle Möglichkeiten, die unser Häuschen zu bieten hatte:

Unsere Räder bekamen den Ehrenplatz in der Glas-Veranda, die Klamotten hingen über den Stühlen und die tropfnassen Schuhe kamen in den Schrank neben den Boiler.

Danach trafen wir uns zum gemeinsamen Dinner im „Stumpers“ in Hokitika, frisch geduscht und „in Zivil“ 🙂

Frisch gestärkt und nach ausführlichem Austausch über die heutige Etappe fuhren wir im strömenden Regen zurück nach Ross. Es sollte eine unruhige Nacht werden, denn es war sehr stürmisch, und neben diversen Regengüssen gab es am frühen Morgen dann auch noch Hagel! Das konnte ja heiter werden!

Stage 2: Ross – Franz Josef (107 km, 960 Höhenmeter)

Der Morgen sah noch recht trübe aus, aber je näher der Rennstart rückte, desto mehr klarte es auf, und pünktlich zum Start hatte es aufgehört zu regnen und man konnte sogar hier und da blauen Himmel sehen! Heute würden wir in unserem schwarzen Team-Outfit ins Rennen gehen. Hier ein paar Eindrücke von vor dem Start:

Die heutige Etappe war die erste lange Etappe dieser Tour, und sie führte uns zuerst entlang der Westküste und dann etwas mehr ins Landesinnere durch atemberaubend schöne Landschaft gen Süden und näher an die Berge. Bald kam die Sonne heraus und die Temperaturen wurden sehr angenehm, und es war kaum Wind – traumhafte Bedingungen! Ich genoss die gesamte Etappe, sogar die Hügel, die wir erklimmen mussten, denn mein Training hatte sich bezahlt gemacht, ich fühlte mich topfit und konnte nicht nur das Rennen, sondern auch die Landschaft genießen. An diesem Tag wechselten Lee, Sandy und ich uns mit der Führungsarbeit ab (das sollte sich in den nächsten Tagen ändern), während Winnie und Delwyn die Nachhut bildeten. Es war so cool, die Tour in einem Team zu fahren, besonders in diesem!

Lee’s Foto (wie auch immer er es schafft, während eines Rennens zu fotografieren!?!): Sandy, zwei dahinter ich, dann Winnie in rot, dahinter Delwyn.
Getränkestop bei unserem Support Team, die sich vorbildlich um uns kümmerten und die gesamte Tour für uns Sportler so viel einfacher machten! Vielen Dank Paddy, Craige, Sandra und Bronnie!!!
Shane und Des von den „old spokes“ während des Rennens – immer ein Lächeln auf den Lippen 😉
Ein Eindruck von der Landschaft, durch die wir radelten – Blick Richtung Berge.
Und so sehe ich auf dem Rad aus – man beachte die knallgelben Überschuhe!

Nach knapp vier Stunden kamen wir im Ziel an, wo es dann auch wieder zu regnen begann. Aber wenigstens waren wir während des Rennens trocken geblieben, es schien sogar überwiegend die Sonne! Dort sammelten Sandra und Paddy Lee und mich auf und fuhren uns zu unserer Unterkunft in Fox Glacier, wo der Start der morgigen Etappe sein würde. Die anderen hatten Unterkünfte in Franz Josef. Nach dem Duschen machten wir uns wieder auf den Weg zurück nach Franz Josef zur Peloton-Party, wo wir viele interessante Informationen über die hier vertretenen charities erfuhren, aber auch so einiges über den Tour Ambassador Julian Dean (Ex-Profi und mehrmaliger Tour de France-Radler) und die Tour-Organisatoren. Danach gab es ein leckeres Buffet, an dem wir die im Rennen geleerten Speicher wieder auffüllten.

Zusammensitzen nach dem zweiten Renntag – heute doch etwas müder als noch am Tag zuvor.

Nach der Peloton-Party, die wilder klingt als sie es war, da ja noch drei Renntage anstanden, ging es relativ früh ins Bett. Rennstart am nächsten Tag würde erst um 10 Uhr sein, da die meisten Athleten erst zum Startpunkt nach Fox transportiert werden mussten. Wir hatten es da besser, unsere Unterkunft war ja in Fox.

Fortsetzung folgt… 🙂

Anreise zur Tour of New Zealand – das große Abenteuer startet!

Am 5. April war es endlich soweit, das große Saison-Highlight war fast da und wir machten uns auf die lange Reise nach Greymouth auf die Südinsel! Vier Monate hartes Training (zwischen 300-420km pro Woche und viele viele Berge hinauf – und natürlich wieder hinunter) würden sich nun hoffentlich bezahlt machen… Das Auto war voll gepackt mit Urlaubs- und Radzeug, und unsere Haus- und Hundesitter Sofia und John waren gebrieft und in unser Haus eingezogen, es konnte losgehen!

Dachzelt auf unserem treuen Pajero, Camping-/Urlaubs- und Radlzeug im Kofferraum. Und wie immer die Sorge, etwas Wichtiges vergessen zu haben…
Sofia und John mit Harvey – die besten Hundesitter der Welt!

An diesem Tag fuhren wir bis Wellington und verbrachten die Nacht auf dem Campingplatz in Lower Hutt, nachdem wir uns ein leckeres Abendessen im Thai-Restaurant „Smile Elephant“ in Petone gegönnt hatten:

Super-leckeres Abendessen! Das war ein gelungener Start in den Urlaub!

Am nächsten Morgen ging es mit der Fähre nach Picton auf die Südinsel. Auf der Fähre trafen wir uns mit meinen restlichen Teamkollegen und ihren Partnern, nur Sandy und Craige würden mit einer etwas späteren Fähre kommen, und Delwyn würde erst in Greymouth zu uns stoßen.

Treffen auf der Fähre: Bronnie, Winnie, Sandra, Lee und Paddy.

Wir hatten Glück mit dem Wetter, es war sonnig und relativ warm, und die See war sehr ruhig, so gut wie kein Wellengang. Paddy und ich genossen die Überfahrt an Deck in der Sonne, während Sandra und Lee sich eine Kabine genommen hatten, um etwas Schlaf nachzuholen, da sie die halbe Nacht durchgefahren waren. Die Überfahrt ist wirklich traumhaft, vor allem der Teil durch die Sounds, aber seht selbst:

In Picton angekommen, suchten wir uns ein Café und genehmigten uns Lunch während wir auf Sandy und Craige warteten, die nur eine halbe Stunde später ankamen.

Die „numb bum“ crew ist (bis auf Delwyn) vollständig – alle Radler (bis auf mich, einer muss ja fotografieren) und support crew sind heil in Picton angekommen.

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg nach Greymouth, das etwa 350km von Picton entfernt an der Westküste liegt. Wir genossen unseren Roadtrip in vollen Zügen, das Wetter war schön und unterwegs gab es einiges zu sehen.

Wunderschöne Landschaft auf dem Weg in die Berge.
Kurzer Stop am Lake Rotoiti bei Saint Arnaud.

Der nächste Sightseeing-Stop war die Buller Gorge swing bridge, wo man theoretisch auch per Flying Fox zurück über den Fluss hätte „fliegen“ können, aber wir bevorzugten die Hängebrücke:

Am frühen Abend erreichten wir Greymouth und unser AirBnB, das wir uns mit unseren „Roomies“ Lee und Sandra teilten. Wir hatten ein großes Haus mit jeder Menge Platz ganz für uns vier, genial!

Lee und Sandra in unserem Wohnzimmer.

Zum Dinner ging es zu Monteith’s Brewery, und nach einem langen Reisetag fielen wir danach relativ früh todmüde in unsere Betten.

Sonntag war pre-race day, und so nutzten wir den Morgen für eine kleine Trainingsfahrt, um unsere Beine zu lockern und sicherzustellen stellen, dass unsere Räder die Reise gut überstanden hatten. Wir radelten an der Küste entlang Richtung Norden, mit tollen Ausblicken über das Meer und die hügelige Küstenlandschaft. Vier der fünf „numb bums“ unterwegs an der Westküste – nur Delwyn fehlte, sie würde am nächsten Tag mit unserem anderen Team, den „4 old spokes“ mit dem Zug aus Christchurch kommen.

Während die „numb bums“ ein letztes Training absolvierten, besichtigte unsere support crew die berühmten „pancake rocks“. Hier ein paar Fotos von Paddy:

Sandra, Bronnie und Craige genießen die Aussicht.

Nach einer Erfrischungs- und Lunchpause trafen wir uns am Nachmittag zu einer kurzen Wanderung zum „Coal creek fall“, die Bronnie ausgekundschaftet hatte. Auf einem gut ausgebauten Wanderweg ging es durch den Wald, vorbei an Pilzen in allen möglichen Farben, entlang eines kleinen Flüsschens bis hin zum Coal Creek Wasserfall. Die ganze Zeit lag der Geruch von Kohle in der Luft, der vom Flüsschen aufstieg. In dieser Gegend wurde früher Kohle abgebaut und verschifft. Hier ein paar Eindrücke von unserer Wanderung:

Unser Ziel, der „Coal creek fall“.

Die Wanderung war echt schön, zum einen, weil ich Hiking eh gerne mag und der Wasserfall sehr sehenswert war, zum anderen aber auch, weil es eine gute Ablenkung war, so langsam wurde ich nämlich nervös… Zum Abendessen gingen wir erneut zu Monteith’s Brewery, und danach wartete eine sehr unruhige Nacht auf mich, ich war einfach schon zu nervös, um gut zu schlafen.

Da wir erst um 13.30 Uhr am Bahnhof sein mussten, um die anderen vom Transalpine Zug zu empfangen und unsere race kits abzuholen, hatten wir den ganzen Vormittag für ein bisschen mehr Sightseeing (und Ablenkung) zur Verfügung. Der Tag startete kühl und nass, das konnte ja toll werden!!

Der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster am Morgen offenbarte nichts Gutes: Regen!

Nach dem Frühstück trafen wir uns mit den anderen und fuhren zur Southern Breakwater viewing platform, von wo aus man in eine Richtung über das Meer schaut, in die andere Richtung über Greymouth in die Berge. Das Wetter sah so gar nicht verheißungsvoll aus… und von den Bergen war vor lauter Wolken nichts zu sehen.

Am Strand von Greymouth gibt es ein „Haus“ aus Treibholz, das ständig größer wird – wohnen wollte ich dort zwar nicht (ist doch etwas luftig), aber es war schon interessant zu sehen, und jemand hat wirklich versucht, es wohnlicher zu machen:

Und dann riss die Wolkendecke auf und die Sonne kam durch! Meine Hoffnung auf ein trockenes Rennen später wuchs. Aber noch hatten wir reichlich Zeit bis dahin und so wanderten wir weiter zu einem kleinen Verteidigungsstand (pillbox) am Strand, der für die Verteidigung gegen mögliche Angreifer im zweiten Weltkrieg gebaut worden war:

Zum Mittagessen fuhren wir zurück in den Ort und gönnten uns Scones und Kaffee – ich war zwar nervös, brauchte aber trotzdem einen Kaffee zum Aufwachen, da die Nacht nicht sehr ergiebig gewesen war…

Pünktlich um 13.30 Uhr standen wir am Bahnhof, um unsere Teamkollegen zu empfangen, die das volle Tour of New Zealand-Paket gebucht hatten, inklusive Unterkünfte und einer Fahrt mit dem Transalpine Express von Christchurch nach Greymouth.

Die Greymouth Town Clock.
Warten auf den Transalpine Express 🙂

Vom Rennen selbst erzähle ich euch dann mehr im nächsten Blog!

Fortsetzung folgt…