Es geht los!!! 🥳

Endlich ist der Tag der Abreise gekommen. Als ich im September unsere Flüge buchte, schien es noch eeeewig lang bis zu unserem Trip, und jetzt geht es heute los! Es fühlt sich noch total unwirklich an, aber sobald wir am Flughafen sind, werde ich es wohl realisieren. 😊

Letztes Foto daheim mit Harvey.

Inzwischen sind wir am Flughafen Napier angekommen, haben unser Gepäck eingecheckt (nur je 15kg, wir reisen light, aber mehr hätte in die Rucksäcke auch nicht gepasst😜), und unsere Tickets ausgedruckt. Der Abschied von Harvey war ziemlich hart (zumindest für mich), aber jetzt freuen wir uns riesig auf unser Europa-Abenteuer! In etwas über einer Stunde geht’s los mit dem ersten Flug nach Auckland, dann von Auckland nach Singapur und danach von Singapur nach Frankfurt, wo wir, wenn alles gut geht, Dienstag Abend um 18.00 Uhr Ortszeit landen.

Livi, Paddy und ich bei einem Abschiedsgetränk am Flughafen Napier.

Während wir Urlaub machen, managt Livi zusammen mit Tracy unseren Campingplatz und leistet Harvey Gesellschaft und verwöhnt ihn wahrscheinlich ohne Ende – wir brauchen uns also keine Sorgen zu machen, alles ist in besten Händen! Vielen Dank, Livi und Tracy!!!

Ich freu mich schon soooooo darauf, euch möglichst alle wieder zu sehen! Bis in nichtmal mehr 2 Tagen in good old Germany!!! 🇩🇪

Eure Susi

Countdown – nur noch 10 Tage bis zu unserem „Heimaturlaub“

Hallo liebe Leser, jetzt sind es nur noch 10 Tage bis zu unserem großen Heimat- und Nordeuropa-Urlaub! Ich kann es kaum noch erwarten!!! Hier ist gerade Winter, und das Wetter in den letzten Tagen war echt bescheiden, kalt und regnerisch, yuck! Aber die Aussicht auf 2 Monate Sommer in Europa helfen uns da durch 😉

Winter hier ist zwar nicht so kalt wie in Deutschland, fühlt sich aber fast so an, da die meisten Häuser nicht gut isoliert und beheizt und somit auch kalt sind. Bisher war der Winter zum Glück recht schön, mit jeder Menge Sonnenschein und nicht zu kalt. Aber ein paar kalte Nächte hatten wir schon, hier der Bildbeweis für die Temperatur in unserer Küche an einem kalten Morgen im Mai:

Brrrr, 6 Grad Zimmertemperatur in der Früh!!!

Auch so manch ein Spaziergang mit Harvey am Fluss entlang ist morgens um 7 Uhr noch ziemlich kalt, kann aber wunderschön sein:

Vor ein paar Wochen hatten wir zwei Tage Starkregen, so dass der Fluss ziemlich anstieg, aber zum Glück war er weit entfernt davon, eine Überschwemmung wie letztes Jahr zu verursachen. Um einzuschätzen, wie hoch der Wasserstand ist, schauen wir auf das Monstergesicht, das jemand auf einen der Brückenpfeiler gemalt hat – wenn das Wasser ihm in den Mund (oder gar die Augen) läuft, ist es ziemlich hoch. Dieses Mal war es noch einiges davon entfernt:

Das Monster kann noch nicht vom Fluss trinken 😉

Trotzdem war der Fluss schon recht eindrucksvoll, im Vergleich zu dem Rinnsal der letzten Monate:

Das Wasser lief aber in nur wenigen Tagen wieder ab, und auch heute, nach ein paar Regentagen, ist er nicht sonderlich hoch, was uns ruhig schlafen lässt.

Um der Kälte im Haus entgegen zu wirken, braucht es jede Menge Feuerholz. Praktischerweise musste eine unserer 65 Jahre alten Kiefern gefällt werden, weil der Baum als Folge der Überschwemmung gestorben war. Und so waren Paddy und ich (teilweise mit Sams Hilfe) zwei Wochen damit beschäftigt, den gefällten Baum mit Hilfe von Kettensägen und Woodsplitter in handliches Feuerholz zu „verwandeln“. F… waren die Ringe schwer!!! Das war ein gutes Workout, da konnte ich mir das Fitnessstudio locker sparen! Hier ein paar Eindrücke: Der gerade gefällte Baum:

Netterweise hatte der Holzfäller uns die großen Äste entfernt und den Stamm mit seiner großen Kettensäge in Ringe gesägt.

Damit ihr eine Vorstellung von der Größe des Baumes bzw. der Ringe habt, hier ein paar Bilder:

Jetzt haben wir definitiv genug Feuerholz für die nächsten zwei Jahre! 🙂

Natürlich versuche ich nach wie vor, so oft wie möglich radeln zu gehen, auch wenn die Saison im April geendet hat und die nächste Saison erst Ende September wieder startet. Das Wetter lädt leider nicht immer dazu ein, unter 10 Grad finde ich es schon ziemlich kalt (meine Füße werden zu Eisblöcken)… und dann ist ja da noch der Wind und der Regen… ich bin echt ein bisschen ein Weichei, was meine Radlkollegen mir natürlich auch oft genug sagen (zu recht). Aber geteiltes Leid ist halbes Leid, und so versuche ich zumindest, die group rides regelmäßig zu fahren, hier ein paar Bilder von letztem Sonntag morgen – es war ein traumhafter Tag, wenn er auch ziemlich kalt startete, und wie jeden Sonntag endete er mit einem leckeren Kaffee:

Sandy und ich nach unserem ride, auf den Kaffee wartend.

Zwischen den group rides bin ich entweder alleine unterwegs oder mit Sandy, meiner Trainingspartnerin, und hin und wieder auch mal auf dem Mountainbike, wie hier (nach einem stürmischen Tag, der den Baum auf den trail blies):

Roadbike ride zum Pourerere-Lookout.

Und wenn das Wetter mal gar zu schlecht ist, gibt es ja noch Zwift und meinen Indoor Cycling Trainer – Musik auf die Ohren und los gehts! Jetzt bin ich wieder hochmotiviert, da ich mich wieder für die Round the Lake Taupo Cycle Challenge angemeldet habe – bis 30.11. muss ich fit sein, um meine letztjährige Zeit auf den 160km zu unterbieten.

Aus diesem Grund, und weil nur vier Wochen, nachdem wir aus Europa zurück kommen, die neue Saison losgeht, habe ich mir auf Ebay ein gebrauchtes Rennrad gekauft, das in Deutschland schon auf mich wartet. So kann ich auch während unseres Urlaubs regelmäßig für ein Weilchen aufs Rad springen 🙂

Die letzten zehn Tage hier in Neuseeland werden wir mit Vorbereitungen für unsere Abwesenheit auf dem Campingplatz beschäftigt sein – letzte Arbeiten abschließen und alles so fertig machen, dass Tracy und Livi für die zwei Monate übernehmen können. Livi, Paddy’s Tochter, fängt nächste Woche schon an, hier mit uns zu arbeiten, so dass wir sie gut einarbeiten können. Außerdem wird sie Haus- und Hundsitten, Harvey freut sich schon! D.h., dass wir auch einen gründlichen Hausputz machen müssen 🙂 Tracy kennt sich bestens aus, sie hat den Campingplatz schon ein paarmal gemanagt, wenn wir weg waren. Es sollte also nichts schiefgehen, wenn nicht wieder eine Naturkatastrophe dazwischen funkt… Inzwischen sind auch unsere Erntehelfer aus Samoa wieder weg, so dass es sehr ruhig im Camp geworden ist.

Abends nach Arbeit und Training lese ich eifrig alles Wissenswerte über Norwegen und versuche, unseren Urlaub ein bisschen zu planen. Folgende Eckdaten stehen schon fest: am 2.Juli kommen wir in Frankfurt an und werden bis 7.Juli in Aschaffenburg (bzw. Kleinostheim) sein. Vom 7.-13.Juli sind wir in München, danach wohl noch ein bisschen im Süden Deutschlands und Berlin und Aschaffenburg, bevor wir am 21.Juli in den Norden fahren und am 24.Juli die Fähre nach Norwegen nehmen. Am 28.August ist unser Rückflug, die Tage davor sind wir wieder in Aschaffenburg. So viel mal zur Grobplanung… Ich hoffe, ich sehe möglichst viele von euch in der echt kurzen Zeit. Ich freue mich waaaaahnsinnig auf euch!!!! Also meldet euch, wann ihr uns wo sehen wollt/könnt. Bis in nicht einmal mehr zwei Wochen in Deutschland!

Eure Susi

Nachtrag April: Bikepacking-Tour, ein Wochenende in Wellington und eine Wanderung am Te Mata Peak

Hallo liebe Leser, da es bei uns in Neuseeland jetzt Winter und das Wetter schlechter wird, und es deshalb weniger Leute zum Camping verleitet, finde ich etwas mehr Zeit, endlich mit meinem Blog aufzuholen! Heute war ein regnerischer, kühler Tag, was für die Natur gut ist, denn wir hatten in den letzten Monaten kaum Regen. Ich sitze gerade vorm Kamin und freue mich tierisch auf Deutschland im Sommer, und dass ich zwei Wintermonaten in Neuseeland entkommen kann! Kaminfeuer ist zwar sehr romantisch, aber Aufwachen in einem Haus, das 3 Grad kalt ist und ewig zum Warmwerden braucht, eher weniger 😉

Aber nun zu meinen Abenteuern im April: Da es Anfang April nach recht herbstlich kühlem März nochmal warm wurde, beschloss ich, das schöne Wetter für eine Bikepacking-Tour zu nutzen. Unsere Radrennsaison war gerade zu Ende gegangen – meine erste Saison in C grade, mit gemischten (deutlich ausbaufähigen) Resultaten – so dass der Druck, viel Rennrad zu trainieren, erstmal weg war. Das gab mir die Chance, auch meine anderen Fahrräder mal wieder zu benutzen, in diesem Fall mein supercooles Gravel Bike. Ich beschloss, eine zweitägige Rundtour zu unseren nahegelegenen Stränden zu machen, die sogenannte „Five Beaches Tour“. Und so montierte ich den Gepäckträger an mein Bike, packte meine Radtaschen mit allem, was man für zwei Tage braucht und machte mich auf den Weg.

Mein Trek Checkpoint – ready to go 🙂

Der erste Tag führte mich von Waipawa nach Waipukurau und auf teils Schotter-, teils asphaltierten Straßen über Porangahau bis nach Blackhead Beach, 100km weit bei knapp 1000 Höhenmetern.

Five Beaches Tag 1 – Route und Höhenprofil.

Hier ein paar Fotos vom ersten Tag meines Trips:

In Porangahau angekommen, gönnte ich mir ein leckeres Mittagessen, bestehend aus Pie, Banane und Cola, bevor es frisch gestärkt auf die letzten 20 überwiegend flachen Kilometer nach Blackhead Beach ging.

Lecker Mittagessen!

Hier ein paar Eindrücke der Tour zwischen Porangahau und Blackhead Beach:

Am Campingplatz in Blackhead Beach angekommen, schlug ich mein Zelt auf, duschte und hing meine verschwitzten Radlklamotten zum Trocknen auf – leider vergeblich, es war zu spät, die Sonne war schon weg. Naja, dann mussten die nassen Klamotten am nächsten Tag halt am Körper trocknen…

Alles fertig für eine geruhsame Nacht.

Ich genehmigte mir mein Abendessen (Fertignudeln, wie immer on tour) mit Blick auf den Strand und das Meer. Danach ging es früh ins Bett bzw. den Schlafsack, ich würde früh aufstehen müssen, um die Ebbe zu erwischen und über den Strand fahren zu können.

Nach nicht allzu ergiebiger Nacht (mir taten meine Beine nach den 100km doch ziemlich weh, und damit schläft es sich nicht so gut) wachte ich früh auf und konnte beim Frühstück den Sonnenaufgang genießen:

Five Beaches Tag 2 – Pourerere Beach, Kairakau Beach, Waipawa.

Schnell war das Zelt und meine Taschen wieder gepackt und ich saß auf dem Rad, bereit für den zweiten Tag. Meine Beine hatten sich überraschenderweise über Nacht gut erholt, am Vorabend war ich mir nicht so sicher, ob sie den zweiten Tag überleben würden… vor allem, da doch einiges an Höhenmetern anstand. Aber zunächst ging es flach am Strand entlang bis nach Pourerere Beach, und es war einfach traumhaft!! Bei Sonnenaufgang und Ebbe allein auf dem harten Sand entlang zu fahren, mit Blick auf das Meer und die Küste – das war wie in einem Film, fast schon kitschig!

Nach diesem traumhaften (und leichten) Teil meiner Radtour ging es von Pourerere aus ein paar Kilometer bergauf, aber wenigstens auf asphaltierter Straße, und meine Beine waren zum Glück überraschend gut. Oben angekommen, genoss ich einen kurzen Downhill-Abschnitt, bevor es rechts ab auf die Clareinch Road, einer Schotterstraße zur Kairakau Beach, weiter ging. Die ersten paar Kilometer waren nicht schön zu fahren, da der Schotter sehr tief war, aber das wurde glücklicherweise nach ca 8km besser, und so konnte ich die wunderschöne Landschaft genießen, denn nun musste ich mich nicht mehr so sehr aufs Fahren und Nicht-Ausrutschen konzentrieren:

Am Kairakau Beach angekommen, machte ich Mittagspause und stärkte mich mit Müsliriegeln und Apfel für den zweiten Teil der Tour, der mich nach Hause bringen würde. Die Aussicht von meiner Bank aus war traumhaft, das Meer hat schon was… und Kairakau Beach ist mein Lieblingsstrand von den fünfen in unserer Nähe:

Frisch gestärkt machte ich mich wieder auf den Weg – zunächst wieder ein paar Kilometer bergauf, und dieses Mal tat es schon etwas weh… noch ein kurzer Zwischenstopp am Patangata Pub für ein paar Pommes und die letzten Kilometer zurück nach Waipawa waren ein Klacks (naja… so ähnlich). Müde aber glücklich kam ich nach 80km und etwas über 1000 Höhenmetern an unserem Campingplatz an und wurde überschwänglich von Harvey am Gartentor begrüßt (und Paddy natürlich, aber nicht ganz so überschwänglich ;-)). Was für eine coole Tour!

Nur einen Tag später fuhren Paddy und ich für ein Wochenende nach Wellington – ich hatte Paddy Karten für den weltbekannten Gitarristen Tommy Emmanuel zum Geburtstag geschenkt, und wir verbanden das mit einem ganzen Wochenende in der Hauptstadt. Wir checkten in unserem Lieblings-AirBnB in Aro Valley ein und machten uns zu Fuß auf den Weg zum Opera House in der Innenstadt, wo das Konzert stattfand. Es war der Hammer! Ich verstehe zwar nicht viel vom Gitarrespielen, aber selbst ich als Laie konnte sehen, dass der Typ der Wahnsinn war! Leider habe ich keine Fotos oder Videos vom Konzert gemacht, nur davor:

Für den nächsten Tag hatten wir nichts geplant, nur die Stadt genießen, und genau das taten wir auch. Zum Frühstück gingen wir zu einer kleinen schweizer Bäckerei um die Ecke, die neben leckerem Brot und Gebäck sogar Laugenstangen hatten – ich war sooooo glücklich!!

Bayerisches Frühstück, yayyy!!

Danach nutzten wir das schöne Wetter zum Flanieren am Wellington Waterfront Walk – so schönes, windfreies Wetter gibt es nicht allzu oft in Wellington! Zwischendurch mussten wir uns natürlich mit einem Kaltgetränk erfrischen 🙂

Obwohl das Wetter eigentlich zu schön für einen Museumsbesuch war, statteten wir Te Papa, dem Nationalmuseum, einen kurzen Besuch ab und sahen uns die Gallipoli-Ausstellung an, in der es um den Einsatz der australischen und neuseeländischen Armee im ersten Weltkrieg in der Türkei geht. Sehr eindrücklich sind die übergroßen Figuren von einzelnen Soldaten, deren Schicksal in der Ausstellung thematisiert wird. Ich hatte davor wenig Ahnung vom Mitwirken neuseeländischer Soldaten im ersten Weltkrieg.

Da Waipawa’s kulinarisches Angebot doch eher limitiert ist, nutzten wir unseren Kurzurlaub in der Großstadt natürlich auch für einen Restaurantbesuch. Wir entschieden uns nach kurzer Internetrecherche für das „Monsoon Poon“ und wurden nicht enttäuscht – die Atmosphäre war schön, das Essen sehr gut und die Cocktails lecker!

Weil wir noch nicht genug von Wellington’s Nachtleben hatten, zogen wir weiter zur Rooftop-Bar „Dirty Little Secret“ und testeten deren Cocktails (auch sehr lecker, aber ziemlich teuer):

Am Sonntag morgen genehmigten wir uns in einem benachbarten Café ein ausgiebiges Frühstück und fuhren dann zum Mount Victoria Lookout hinauf – bei perfektem Wetter wurden wir mit einem wunderschönen Blick über Wellington belohnt:

Wellington vom Mount Victoria Lookout.
Ein letztes Selfie, bevor es für uns auf den Rückweg nach Waipawa ging.

Und dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei! Ein wenig wehmütig machten wir uns gegen Mittag auf den Rückweg über die Remutaka Range, und auch dort wurden wir mit tollen Ausblicken belohnt:

Ende April starteten Paddy und ich unser Hiking-Trainingsprogramm für Norwegen mit einer kurzen Wanderung am Te Mata Peak. Damit wir all die Wanderungen in Norwegen machen können, die wir uns vorgenommen haben, müssen wir beide (aber vor allem Paddy) ein bisschen fitter im Bergwandern werden. Wir entschieden uns für den etwas über 5km langen „Giant Circuit“ (rot):

Wir erwischten einen wunderschönen, wenn auch windigen Tag mit angenehmen Temperaturen, und bei blauem Himmel macht nicht nur das Wandern mehr Spaß, sondern auch das Fotografieren. Hier ein paar Eindrücke von der Wanderung:

Der Startpunkt am Parkplatz.
Frisch und gut gelaunt vor der Wanderung 🙂

Am Gipfel war es ziemlich windig, so dass wir nicht allzu lange dort verweilten, sondern nur, um uns mit Apfel und Müsliriegel zu stärken und ein wenig die tolle Aussicht zu genießen. Außerdem herrschte ziemlich Betrieb, denn es war Freitag nach einem Feiertag, und viele Leute hatten Urlaub, und man kann mit dem Auto ganz einfach hinauffahren und muss sich nicht mühsam zu Fuß hoch quälen.

Windiges Gipfelbild 🙂
Blick über das Flusstal des Tuki Tuki Rivers.
Atemberaubender Blick über die Te Mata Hills.

Nach etwas über 2 Stunden kamen wir verschwitzt und happy wieder am Parkplatz an, und wir waren beide noch recht fit nach den etwas über 300 Höhenmetern. Der erste Test war schonmal nicht so schlecht! Und die Hauptsache war sowieso, dass es Spaß macht, und das war der Fall – ich kriege Paddy also wieder in die Berge 😉

So, endlich habe ich mit meinen Berichten bis zum heutigen Tag aufgeholt! Draußen gießt es in Strömen, und das soll die nächsten zwei Tage leider auch noch so bleiben. Wir haben eine „Heavy Rain Warning“ bis Donnerstag morgen (vorläufig). Zum Glück ist der Fluss im Moment sehr sehr niedrig, da sollte dieses Mal keine Überschwemmung drohen! Paddy und ich sind gerade beide erkältet, so dass das Regenwetter uns wenigstens eine Ruhepause verschafft, denn man kann eh nichts draußen machen. Hund Harvey findet es nicht so toll und ist ziemlich unausgelastet – aber freiwillig rausgehen mag er auch nicht, außer zu seinen täglichen zwei Spaziergängen, auf die verzichtet er dann doch nicht.

Jetzt sind es nur noch 40 Tage bis zum Abflug nach Deutschland, die Vorfreude steigt! So langsam geht es an die genauere Planung. Was ich euch jetzt schon verraten kann, ist, dass wir wohl vom 2.-7.Juli in Aschaffenburg (bzw. Kleinostheim) sein werden und vom 7.-13.Juli in München, eventuell auch noch ein paar Tage länger. Also reserviert etwas Zeit für uns (wenn ihr uns sehen wollt ;-)) – ich freu mich riesig auf ein Wiedersehen!! So, das wars erstmal für heute, im nächsten Blog zeige ich euch unseren wiederauferstandenen Campingplatz etwas genauer – wir haben für unsere Homepage eine Fotografin für professionelle Bilder engagiert, diese Bilder will ich euch natürlich nicht vorenthalten. Wer weiß, vielleicht locken sie ja den ein oder anderen von euch nach Neuseeland? 🙂

Bis demnächst hier im Blog, per WhatsApp oder email, auf Skype oder Facebook, in Neuseeland oder sogar in Deutschland!

Eure Susi

Nachtrag Februar/März: Winery tour, Art Deco Festival, Besuch aus der Heimat und eine Hochzeit

Hallo liebe Leser, heute, nur ca 3 Monate später, erfahrt ihr endlich, was so im Februar und März los war bei uns. So langsam hole ich auf mit meinen Berichten 😉

Im Nachtrag von Januar habe ich ein Bild vergessen, dass ich euch nicht vorenthalten wollte – es ist von der Zeit, als wir fünf Freunde aus der Heimat gleichzeitig zu Besuch hatten (zum Glück haben wir einen Campingplatz mit jeder Menge Schlafmöglichkeiten). Was für eine coole Zeit! Ich hoffe, im Laufe der Jahre kann ich noch viel mehr Freunde hier begrüßen!

6 Deutsche und ein Kiwi: Pete, Thorsten, Claudi, Paddy, ich, Chris und Anne.

Anfang Februar löste Paula ihren Gutschein für eine Winery Tour bei uns ein, den wir ihr zum vorletzten (!) Geburtstag geschenkt hatten. So lange hatte es gedauert, einen gemeinsamen Termin zu finden… ok, Cyclone Gabrielle und der Wiederaufbau danach haben da schon auch ein bisschen dazwischen gefunkt. Und so machten wir uns am 04. Februar auf nach Hamoana, wo wir coole City-Cruiser-Bikes ausliehen, denn natürlich wollten wir auf der Winery Tour auch Wein trinken, da geht Autofahren eher nicht so gut. Paddy’s Tochter Liv hatte sich netterweise bereit erklärt, Chauffeur zu spielen und uns nach Hamoana und zurück zu bringen. Nach kurzer Einführung und Einstellen der Räder ging es los Richtung Clifton:

Unsere erste Station war das Hygge Café in Clifton, wo wir uns erstmal einen herzhaften Lunch als Grundlage für den Wein genehmigten. Das Wetter war perfekt an diesem Tag, sonnig und warm, aber nicht zu heiß.

Steve, Paula, Bob und Paddy beim Studieren der Speisekarte.

Frisch gestärkt ging es von dort gemächlich auf unseren coolen Rädern zur ersten Winery, der Te Awanga Estate. Dort wählten wir verschiedene Weine aus und machten es uns im Gras gemütlich:

Gut gelaunt nach der ersten Weinverkostung radelten wir über einen kleinen Umweg zur Elephant Hill Winery, die in einem sehr modernen Bau untergebracht ist. Hier gönnten wir uns ein Wine tasting mit offiziell 5 verschiedenen Weinen, wir bekamen aber 7 oder 8, die Lady hinter der Theke mochte uns wohl 😉

Unsere letzte Station war die Clearview Estate Winery, zu der wir ganz kurz vor Geschäftsschluss kamen, so dass wir beinahe nichts mehr bekommen hätten. Aber wir hatten Glück und konnten noch auf ein schnelles Getränk Platz nehmen:

Gut gelaunt und ein wenig betrunken machten wir uns auf den Weg zurück zum Fahrradverleih, wo Liv uns aufsammelte und sicher nach Hause brachte. Was für ein schöner Tag! Ich kann die Winery Tour per Fahrrad nur wärmstens empfehlen!

Mitte Februar kamen Claudi und Thorsten von ihrem Südinsel-Trip zurück auf die Nordinseln und luden uns zum Art Deco Festival nach Napier ein. Zweimal im Jahr (Winter und Sommer) findet in Napier eine Zeitreise zurück in die 20er Jahre statt: Oldtimer fahren durch die Straßen, die Menschen flanieren in 20er Jahre Outfits durch die Stadt und an jeder Ecke hört man Musik aus dieser Zeit. Außerdem finden etliche Tanz- und Musikaufführungen an verschiedenen Orten statt, es gibt eine große Car Parade, bei der unzählige Oldtimer in einer großen Parade durch die Stadt fahren, und es gibt mehrere Flugshows mit alten Flugzeugen. Freitag mittag luden Claudi und Thorsten mich in ihren Leihwagen und los ging es nach Napier. Paddy musste leider auf dem Campingplatz bleiben, es war zu viel los – und einer muss ja das Geld verdienen ;-). Hier ein paar Eindrücke von unserem Nachmittag in der Art Deco Stadt (Fotos mit Vintage Filter, weil es hier so gut passt):

Charleston Tanzgruppe.
Claudi und Thorsten beim Hydrieren – es war ziemlich heiß!

Gegen Abend machten sich alle Leute auf zur Marine Parade und der Sound Shell, denn dort würde es die halbe Nacht Konzerte geben. Auch wir wanderten dorthin und suchten uns ein freies Plätzchen auf dem Rasen zwischen all den passend zum Anlass gekleideten Menschen. Um uns herum wurden Picknicks ausgepackt, und auch wir wurden hungrig, so dass Thorsten sich zur nächsten Pizzeria aufmachte und mit einer großen, leckeren Pizza für uns zurückkam:

Später am Abend stieß Paddy noch zu uns, inzwischen war es ruhig genug auf dem Campingplatz, so dass er nachkommen konnte.

Wir schlenderten noch ein wenig durch die laue Nacht, lauschten der Musik in der Sound Shell und machten uns dann auf zu unserem Hotel in Ahuriri, das Claudi ausgesucht und gebucht hatte. Die Zimmer waren riesig! Und die Bildergalerie in den Gängen war sehr unterhaltsam und gut für Fotos zu verwenden 🙂

Auch am nächsten Tag war wieder viel geboten – wir hörten verschiedenen Musikern zu, schauten uns Tanzaufführungen an und blieben sogar bis zur Car Parade, um die alten Autos zu bewundern, bevor es wieder zurück nach Waipawa ging. Und da das Wetter perfekt war, wimmelte es in Napier nur so von Menschen. Hier ein paar Fotos vom Samstag auf dem Art Deco Festival:

Claudi und Thorsten blieben noch ein paar Tage bei uns, bevor sie sich auf den Weg machten, die Nordinsel noch ein wenig zu erkunden. Den letzten gemeinsamen Abend verbrachten wir mit einem guten Essen (wie alle anderen Abende auch) und danach einem letzten Kicker-Duell. Es war echt eine schöne Zeit mit den beiden! Zum Glück sehen wir uns ja bald wieder, das nächste Mal dann in Deutschland.

Ein letztes Gruppenbild mit der WG aus der Goethestraße (Claudi und Thorsten beherbergten uns für 5 Monate in 2021).
Die letzten heißen Gefechte am Kickertisch!

Doch wir mussten nicht lange warten, bis der nächste Besuch aus der Heimat kam: Thilo, mein Ex-Schüler von meiner Gesundheitsklasse 2016/17 , ist gerade für ein Jahr Work & Travel in Neuseeland und kam auf dem Weg zur Südinsel bei uns vorbei. Was für ein Wiedersehen! Es war echt schön, ihn nach 7 Jahren wieder zu sehen und zu erfahren, was er in der Zwischenzeit so alles gemacht hat! Danke für deinen Besuch, Thilo!

Jaja, meine Schüler waren fast alle größer als ich 🙂
Paddy, ich und Thilo.

Netterweise half Thilo uns dann noch tatkräftig beim Zaunbau – wir mussten einen Zaun um unsere Lodge bauen, um Harvey davon abzuhalten, die Vanuatu-Boys aufzufressen, die noch bis August in der Lodge wohnen, während sie auf den Apfelplantagen arbeiten. Harvey mag es nicht, wenn fremde Leute auf unserem Grundstück sind, und leider scheint er zusätzlich rassistisch zu sein… jedenfalls bellt er die Jungs von den Inseln regelmäßig an, obwohl er sich inzwischen eigentlich an sie hätte gewöhnen müssen.

Thilo und Paddy beim Pfostensetzen – echte Knochenarbeit bei dem steinigen Boden!
Mein Job war es, die Nägel aus den Brettern des von der Überschwemmung zerstörten Zauns zu ziehen, damit wir die Bretter wieder verwenden konnten. Harvey war nur an seinem Spielzeug interessiert.

Auch Harry half einen Tag lang mit, und so dauerte es nur ein paar Tage, bis der Zaun stand und die Vanuatu Boys endlich auch ihre Veranda nutzen konnten, ohne Angst haben zu müssen, von einem Schäferhund angebellt zu werden).

Am Osterwochenende fand Saritas und Harrys Hochzeit statt. Eigentlich war geplant gewesen, sie bei uns im Garten zu feiern, aber ausgerechnet an diesem Samstag spielte das Wetter nicht mit und es goß in Strömen (nach wochenlanger Dürre!). Zum Glück konnten die beiden ganz kurzfristig die Otane Town Hall buchen, und so fand die Hochzeit drinnen statt. Es war eine ganz zwanglose, schöne Feier, bei der auch die beiden Bands der Neuverheirateten spielten – beide sind Sänger in ihrer jeweiligen Band. Es war ein echt schönes Fest!

So, das wars mal wieder von mir. Im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr, was bei uns im April so los war, und dann geht es wieder mit aktuellen Beiträgen weiter. Ufff, ganz schön mühsam, ein halbes Jahr aufzuholen… 😉

Übrigens sind es nur noch 47 Tage bis zum Abflug nach Deutschland, also nicht einmal mehr 7 Wochen!!! Und so langsam nimmt die Planung unseres Europatrips auch Form an, so wie es aussieht sind wir mindestens vom 7.-13. Juli in München, eventuell noch ein paar Tage länger, nur so zur Planung… Ich hoffe, ich kann so viele Freunde wie möglich in der kurzen Zeit sehen, die wir in Deutschland haben. Bis dahin macht es gut und lest weiterhin meinen Blog! Und meinen ehemaligen Lehrerkollegen (und Kolleginnen, liebe Laura) wünsche ich gute Nerven bei der Abikorrektur!

Eure Susi

Unglaublich – ein halbes Jahrhundert Susi!

Hallo liebe Leser,

auch wenn ich jetzt offiziell alt bin, geht es mir sehr gut! Seit Ende April bin ich nun also ein halbes Jahrhundert über diese Erde gewandelt (ok, im ersten Jahr wohl mehr gekrabbelt). Es klingt immer noch ganz fremd für mich – 50??? Was hat diese (hohe) Zahl mit mir zu tun??? Ich kann nie im Leben 50 Jahre alt sein! Aber wenn ich dann daran denke, was ich alles so erlebt und angestellt habe, wird schon klar, dass man dafür ein halbes Jahrhundert braucht 🙂

Wie dem auch sei, ich fühle mich (meist) keinen Tag älter als 29, und laut Evi wird eine Frau sowieso nicht älter als 29! Oder seh ich etwa älter aus? (For some people denial really works) 😉

Da dieser Tag aber trotzdem ein ganz spezieller ist, haben mir meine Freunde beigestanden und diesen Geburtstag zu etwas Besonderem gemacht! Laura und Claudi sind sogar so weit gegangen, sich mir zu Ehren für einen Geburtstagsbrunch zu treffen und mir eine Videobotschaft aus meiner alten Heimat München zu schicken, die mich zu (Lach-)Tränen gerührt hat – vielen Dank, Mädels!

Hier nur ein Bildschirmfoto, der Inhalt des Videos bleibt unser Geheimnis 😉

Im alljährlichen erweiterten Familienurlaub an Ostern wurden Geburtstagsgrüße gesammelt, die Barbara mir an meinem Geburtstag dann per WhatsApp schickte – soooo cool!! Vielen Dank an alle Beteiligten!

Mein Geburtstag selbst war eher unaufgeregt, da ein Montag jetzt nicht unbedingt zum Feiern einlädt und man hier noch nichtmal Essen gehen kann, weil alles zu hat. Zum Glück ist Paddy ein hervorragender Koch, und so gab es zum Abendessen mit Paula und Steve selbstgemachte Lasagne und Carrot cake zum Nachtisch, sehr lecker!!!

Einen Tag später kam ein Päckchen aus meiner alten Heimat an – meine Lehrermädels hatten sich zusammengetan, um mir ein paar mit Liebe ausgewählte Geschenke zu machen, es war echt der Hammer! Da flossen dann tatsächlich ein paar Tränen… Vielen Dank, Mädels!!! Ich kann es kaum noch erwarten, euch bald wiederzusehen – nur noch 7 Wochen!

Am Samstag stieg die große Geburtstagsfeier – es gab von Aileen gemachte, sehr leckere Margaritas und Pizza aus unserem Steinofen. Es war ein sehr cooler Abend mit den meisten meiner Freunde hier in Neuseeland – nur schade, das meine deutschen Freunde nicht dabei sein konnten! Ausgiebig gefeiert wurde aber natürlich trotzdem, und der Feijoa Margarita sorgte nicht nur für gute Stimmung bei mir während der Party, sondern auch für Kopfschmerzen am nächsten Tag – aber man wird nur einmal 50, was soll’s! Hier ein paar Eindrücke:

Mein zweiter Geburtstagskuchen, nicht nur schön anzuschauen, sondern auch sehr lecker! Vielen Dank, Berit!
Geburtstagsständchen für mich.

Da es inzwischen zumindest Temperatur-mäßig schon Winter ist hier in Neuseeland, verlegten wir die Feier bald von draußen vorm Pizzaofen nach drinnen in die warme Küche und das warme Wohnzimmer, und für Musik war natürlich auch gesorgt, dank Roy, Tohu und Paddy:

Vielen Dank an alle, die da waren und diesen Tag zu etwas Besonderem gemacht haben!

Ansonsten gibt es nicht viel Neues, wie schon erwähnt, ist der Winter hier, obwohl es offiziell noch Herbst ist, aber es fühlt sich schon sehr nach Winter an. Wir heizen unseren Kamin jeden Tag ein, die Nächte sind 0-4 Grad kalt, und auch die letzten paar Tage waren mit 10-12 Grad sehr kühl. Umso mehr freuen Paddy und ich uns auf unseren Extra-Sommer in Europa dieses Jahr, hoffentlich wird es ein schöner Sommer! Noch 50 Tage bis es los geht! Bis dahin muss ich unbedingt mit meinem Blog aufgeholt haben, freut euch also in den nächsten Wochen auf die Nachträge von Februar bis April! Bis dahin macht es gut! Viele Grüße aus dem kalten Neuseeland (aber dank Kamin warmen Küche)!

Eure Susi

Nachtrag Januar: Christchurch und Banks Track mit Claudi und Thorsten

Hallo liebe Leser, da es heute endlich mal regnet (ja, ihr lest richtig! Die letzten zwei Monate waren sehr trocken hier, alles ist im Moment braun und vertrocknet), nutze ich die „indoor-Zeit“, um wiedermal ein bisschen aufzuholen mit meinen Blogbeiträgen. Heute erfahrt ihr alles über meinen Kurzurlaub auf der Südinsel mit Claudi und Thorsten. Die beiden hatten mich eingeladen, mit ihnen den Banks Track zu wandern und ein paar Tage in Christchurch zu verbringen – da sage ich natürlich nicht nein! Leider musste Paddy den Campingplatz und Harvey hüten, aber Hiking ist eh nicht so sein Ding ;-).

Und so bestieg ich am Samstag, den 20.Januar, den Flieger von Napier nach Christchurch, nahm den Bus in die Innenstadt und traf mich bei meinem Hotel mit Claudi und Thorsten, die schon vor mir angekommen waren. Zur Feier unseres Wiedersehens, und weil es schön sommerlich heiß war, gab es erstmal ein real fruit ice cream, praktischerweise war der Eisstand direkt vor dem Hotel 🙂

Wiedersehen mit Claudi und Thorsten in Christchurch.
Yummy real fruit ice cream – passionfruit.

Nachdem ich eingecheckt hatte, verbrachten wir den Nachmittag mit einem Stadtbummel. Zufälligerweise war gerade das „Bread and Circus Festival“ in Christchurch, so dass wir in den Genuss einiger Aufführungen von Straßenkünstlern kamen. Hier ein paar Eindrücke von Christchurch:

Am Abend wanderten wir zur Regent Street und fanden ein nettes Lokal, das nicht nur lecker Dinner, sondern auch richtig gute Cocktails hatte – ich hatte schon ewig keinen Cocktail mehr gehabt, sowas gibt es in Waipawa nicht wirklich. Wir genossen unser Abendessen bei immer noch sommerlich warmen Temperaturen draußen sitzend, während wir richtig guter Live-Musik lauschten, eine tolle Stimmung!

Danach wanderten wir durch das nächtliche Christchurch zurück zum Hotel, um noch ein paar Stunden Schlaf zu bekommen – am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, um den Bus nach Akaroa zu nehmen. Christchurch by night:

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus nach Akaroa, und das Wetter war ein Traum! Der Bus hielt kurz für ein paar Fotos am Aussichtspunkt hoch über Akaroa, und der Blick von dort ist einfach traumhaft!

Da wir bis 17.00 Uhr Zeit hatten, bis uns der nächste Bus zur ersten Hütte, dem Ausgangspunkt des Banks Tracks, bringen würde, nutzten wir den Tag, um uns Akaroa ein wenig näher anzuschauen. Ich war auf meinem Radtrip 2018 schonmal hier gewesen, aber damals hatte ich nicht so viel Glück mit dem Wetter, bei Sonnenschein sieht alles so viel besser aus!

Nach unserer Ankunft in Akaroa brauchten wir erstmal ein zweites Frühstück zur Stärkung!
Die Toilette in diesem Cafe zu finden, war gar nicht so einfach – gut getarnt!

Hier ein paar Bilder von Akaroa bei strahlendem Sonnenschein:

Der Höhepunkt unseres Tages war das „Giant House“, ein wunderschöner Garten mit riesigen Skulpturen und Figuren aus Fliesenstücken und allem möglichen anderen Porzellanzeug – das erinnert sehr an Barcelona und den Park Güell, aber seht selbst:

Pünktlich um 17.00 Uhr warteten wir zusammen mir 9 anderen Banks Track-Wanderern an der Bushaltestelle auf unseren Bus. Die Fahrerin brachte uns nicht nur zu unserer Starthütte und Unterkunft für die erste Nacht, sondern gab uns auch eine kurze Einweisung mit Tips für den Weg. Wir bekamen jeder eine Broschüre mit Karte, Wegbeschreibung und Sehenswürdigkeiten, die gleichzeitig unser „Banks Track Pass“ war, sollte uns jemand unterwegs danach fragen. Und so sieht der dreitägige Banks Track aus:

Nach der kurzen Einweisung ging es in einer 10-minütigen Busfahrt zu einer Hütte oberhalb Onukus, wo wir die Nacht verbringen würden. Die Hütte war mit mehreren Schlafzimmern mit Etagenbetten, Toilette, Küche und Essbereich ausgestattet, sehr sauber und in einem schönen, gepflegten Garten gelegen, mit herrlichem Ausblick über die Bucht:

Unsere erste Unterkunft auf dem Banks Track, oberhalb von Onuku.

Nachdem wir uns für die Nacht häuslich eingerichtet hatten, machten wir uns daran, unser Abendessen zuzubereiten. Bei dieser organisierten, selbstgeführten Wanderung muss jeder sein eigenes Essen für die gesamten drei Tage mitbringen, aber das (limitierte) Gepäck wird jeden Tag zur nächsten Hütte gefahren, so dass man nur mit einem leichten Tagesrucksack wandert – sehr bequem! Wir hatten uns mit Lebensmitteln für die drei Tage in Christchurch eingedeckt, für unser heutiges Dinner hatten wir Reis und geschnetzeltes Lammfleisch geplant. Natürlich kochte unser designierter Koch Thorsten (wie meistens):

Der Koch bei der Arbeit.

Tag 1: Onuku – Flea Bay

Den nächsten Morgen ließen wir, im Gegensatz zu den meisten anderen Teilnehmern, langsam angehen. Wir standen als letzte auf, gönnten uns ein stärkendes Frühstück bestehend aus frischem, leckeren Brot und/oder Porridge, packten unsere Sachen und brachten das Gepäck zur Sammelstelle für den Transport zur nächsten Hütte.

Als letzte brachen wir dann endlich auf zur ersten Etappe unserer Wanderung. Leider war das Wetter nicht mehr so schön und heiß wie die letzten Tage, sondern eher gemischt, mit dem ein oder anderen kurzen Schauer, Wind und deutlich kühler. Aber dafür mussten wir nicht so sehr schwitzen.

Der heutige Ausblick über die Bucht mit Wolken und Regenbogen.

Thorsten und Claudi packten ziemlich schnell ihre Regenjacken aus und mummelten sich ein, mir war zu warm dafür, ich blieb im T-Shirt. Verlieren konnte ich die beiden nun nicht mehr, sie waren schon von weitem gut zu sehen ;-). Hier ein paar Bilder vom ersten Teil der Wanderung, hinauf bis zum höchsten Punkt:

Was für ein Ausblick!
Nett schauen kann ja jeder! 😉

Vom höchsten Punkt der heutigen Etappe aus ging es dann auf der anderen Seite der Hügelkette bzw. des Vulkankraters hinunter bis zu unserem heutigen Ziel, der Flea Bay. Ein kurzes Stück ging es eine Schotterstraße entlang, danach weiter auf dem Hiking track, durch einen Wald und vorbei an einigen Wasserfällen bis hinunter zur Bucht – landschaftlich sehr reizvoll! Und je näher wir unserem Ziel kamen, desto schöner wurde das Wetter!

Unsere Unterkunft für die zweite Nacht lag malerisch am Rande der Flea Bay, wo es außer den paar Hütten der Unterkunft nur noch das Farmhaus und die Pinguin-Aufzuchtstation um die Ecke gibt, aber dazu nachher mehr. Unsere Hütte war basic, aber sauber und schön gelegen:

Wir richteten uns in unserem Zimmer ein, dann ging es den kurzen Weg zum Strand. Zum Baden war uns allerdings nicht zumute, das Wasser war ziemlich kalt, und so begnügten wir uns damit, nur unsere vom Wandern müden Füße ins Wasser zum tauchen, was erfreulich erfrischend war. Ein paar andere Wanderer waren nicht solche Weicheier und plantschten vergnügt im kühlen Nass.

Der kurze Weg zum Strand.
Blick über die Flea Bay.

Erfrischt und etwas ausgeruht schlenderten wir zurück zur Hütte, duschten und machten uns an die Vorbereitungen für das Abendessen – heute standen Würstchen mit Kartoffelbrei auf dem Programm. Danach wollten wir uns die Pinguine anschauen gehen, was ein kostenloser Teil des Banks Tracks war:

Nach unserem leckeren Abendessen machten wir uns in der Abenddämmerung auf den Weg zur Flea Homestead, wo die Pinguintour starten würde.

Thorsten und Claudi in Tarnklamotten, um die Pinguine nicht zu verschrecken.
Unser Guide beim Erläutern der Arbeit mit den Pinguinen.
Überall verteilt standen diese Brutboxen, in denen die Pinguinbabies geschützt wachsen können, bis sie alt genug sind, loszuziehen und ihr eigenes Futter zu fangen. Solange werden sie von den Eltern gefüttert.

Um die aufwändige Arbeit zu finanzieren (auch wenn sie teilweise durch Freiwillige gemacht wird), kamen die Initiatoren auf die Idee, Patenschaften gegen Spenden anzubieten. Gegen einen gewissen Betrag kann man einem Pinguinbaby einen Namen geben, weshalb man an allen Boxen Namen finden kann – ob sie wohl auf ihre Namen hören? 😉

Der zweite Teil der Pinguintour bestand darin, dass wir von einem sichtgeschützten Stand aus auf die Pinguin-Eltern warteten, die abends zum Füttern ihrer Jungen an Land kommen. Leider waren Thorsten, Claudi und ich nicht geduldig genug (bzw. zu müde), nach einer halben Stunde Starren ins Halbdunkel machten wir uns auf den Rückweg, ohne Pinguineltern gesehen zu haben. Ein paar Geduldige unserer Gruppe hatten Glück und bekamen zwei oder drei zu sehen. Wir jedoch sehnten uns danach, die müden Beine hochzulegen und zu schlafen, um für morgen fit zu sein!

Tag 2: Flea Bay – Stony Bay

Der nächste Morgen präsentierte sich grau, verregnet und windig, also sehr sehr ungemütlich! Außerdem war es mit 14 Grad echt kühl geworden, nichts mehr zu spüren von den 33 Grad zwei Tage vorher! Na das konnte ja heiter werden, bei dem Wind die Steilküste entlang!

Blick zurück in die Hügel, die nicht zu sehen waren an diesem Tag.
Claudi und Thorsten gut eingemummelt gegen Kälte, Wind und Regen (bis auf Claudi’s Shorts).
Diese beiden wolligen Tierchen waren gar nicht scheu!

Trotz des miesen Wetters war es eine tolle Wanderung entlang der Steilküste, und die tiefhängenden Wolken sorgten für eine düstere, mystische Stimmung:

Ungefähr auf halbem Wege machten wir Halt in einem kleinen Unterstand, der direkt an den Felsen gebaut war, um dem Wind und Regen für eine kurze Zeit zu entkommen und uns zu stärken:

Frisch gestärkt brachen wir auf zum zweiten Teil des heutigen Hikes, und das Wetter wurde nicht gerade besser…

Im Wald war es teilweise ganz schön rutschig in der Nässe! Aber wir wussten, dass es von hier nicht mehr weit war bis zu unserer Unterkunft in der Stony Bay – wir freuten uns riesig darauf, aus den nassen Klamotten zu kommen und uns aufzuwärmen!

Blick auf die Stony Bay – nicht mehr weit!
Nur noch ein paar Treppen hinunter…
… dann waren wir am steinigen Strand. Hier ein Seehund-Suchbild – wer findet sie alle?

Für diejenigen, die zu faul zum Suchen waren, hier einer in Nahaufnahme:

So sieht die Stony Bay von unten aus.
Nur noch ein paar hundert Meter…
… bis es über diesen kleinen Steg…
… zum Gelände unserer Unterkunft ging.

Und was für eine coole Unterkunft das war! Mit viel Liebe zum Detail hat der Besitzer hier ein wahres kleines Hobbington gebaut, very quirky! Es gab mehrere Hütten mit jeweils Schlafzimmern, kleiner Lounge und kleiner Küche, zwei Toilettenhäuschen, ein Duschhäuschen, ein Hüttchen mit Waschbecken, zwei Freiluft-Badewannen, ein kleines Museum, einen kleinen Selbstbedienungsladen und diverse Outdoor-Gimmicks. Hier eine kleine Führung durch dieses fantasievolle Paradies:

Unsere kleine Hütte, die wir mit drei Mädels aus Christchurch teilten.

Die Hütte hatte zwei Schlafzimmer und eine weitere Schlafmöglichkeit mit zwei Matratzen unterm Dach. Man beachte die Kerzen auf den Bettpfosten – es gab keinen Strom in den Hütten, und somit auch nur Kerzenlicht! So romantisch!

Das Wohnzimmer mit Kamin, den wir bei den Temperaturen auch tatsächlich brauchten! Schon allein, um unsere Sachen trocken zu kriegen!
Eingang, Küche und Essbereich – hier mit einem der Mädels, mit denen wir die Hütte teilten.
Coole, platzsparende Einrichtungsidee!
Besonders wichtig bei diesem Wetter: die Indoor-„Wäscheleine“, die von allen ausgiebig genutzt wurde.

Da es nur eine Dusche für uns 12 Wanderer gab (und zunächst keiner die Outdoor-Badewannen benutzen wollte bei dem Wetter), dauerte es ein Weilchen, bis ich dran war. Die Dusche war der Hammer! Aber seht selbst:

Das Dusch-Häuschen von außen, die Bilder unten zeigen es von innen.

Wer ein bisschen Zeit hatte, darauf zu warten, dass das Badewasser warm wird, konnte in der Wanne planschen:

Badewanne im Grünen.

Eines der Toilettenhäuschen und der Unterstand mit dem Waschbecken:

Nach der Dusche schaute ich mir das Gelände etwas genauer an. Es gab ein kleines, liebevoll eingerichtetes Museum:

Bei schönem Wetter wäre sicher folgendes interessant gewesen:

In diesen Tagen lernte ich, dass die Zikaden, die man hier überall hört, nach ihrem Larvenstadium in der Erde ins Nymphenstadium kommen und wenn sie zu erwachsenen Zikaden werden, ihre Nymphenhaut am Baum zurücklassen. Diese kleinen zerbrechlichen Panzer findet man hier überall, es schaut fast ein wenig spooky aus:

Da das Wetter nur unwesentlich besser geworden war, zog es mich nach drinnen ins hoffentlich bald Warme – wir heizten den Kamin ein! Natürlich waren unsere Schuhe tropfnass, und weil es nicht gerade eine tolles Gefühl ist, am nächsten Morgen in nasse Bergschuhe zu schlüpfen, breiteten wir sie am Feuer aus:

Und während die einen den Nachmittag mit Lesen am Kamin verbrachten, um wieder warm zu werden…
… wärmten sich andere beim Billardspielen im Garten auf…
… oder heizten das Badewasser für ein heißes Bad ein.

Am Abend kochte Claudi uns lecker Schinkennudeln, und wir verputzten die komplette Riesenportion in Null Komma Nichts. Wie schon erwähnt, gab es kein elektrisches Licht, so dass beides bei Kerzenschein stattfand. Zum Glück gab es in dem kleinen Selbstbedienungsladen auch Rotwein zu kaufen, den wir genüsslich (natürlich nur des Aufwärmens von innen wegen) zum Essen schlürften.

Danach fielen wir recht bald todmüde in unsere Betten und hofften, dass der nächste Tag besseres Wetter zu bieten haben würde.

Tag 3: Stony Bay – Akaroa

Der letzte Tag unseres Hikes begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein und deutlich wärmeren (wenn auch nicht richtig warmen) Temperaturen. So macht das Wandern gleich viel mehr Spaß!

Aufbruch im Sonnenschein!

Die heutige Route führte uns von Stony Bay hinauf auf den Kraterrand und auf der anderen Seite wieder hinunter zurück nach Akaroa, es würde also einiges an Höhenmetern zu überwinden sein, was aber gleichzeitig tolle Ausblicke versprach! Hier ein paar Eindrücke von unserem Weg hinauf:

Oben am Kraterrand angekommen, bot sich uns noch einmal ein toller Blick über Stony Bay und den Pazifik:

Ein letzter Blick über den Pazifik…
… bevor es nach einem kurzen fast ebenen Stück…
… wieder auf die Seite der Bay von Akaroa ging und sich uns dieser atemberaubende Anblick bot!

An dieser Stelle hatten wir nach zwei Tagen Zwangspause auch wieder Telefon- und Internetempfang – zurück in der Zivilisation! Von hier aus schraubte bzw. zickzackte sich der Pfad zurück ins Tal, mit immer wieder wunderschönen Ausblicken:

Die beiden wackeren Wanderer schon fast wieder im Tal.

Und dann waren wir auch schon wieder zurück in Akaroa:

Da wir noch relativ viel Zeit bis zur Abfahrt des Busses zurück nach Christchurch hatten, genehmigten wir uns einen ausgiebigen Belohnungs-Lunch. Danach ging es zurück nach Christchurch, wo wir nur noch auf dem Heimweg Sachen für Brotzeit einkauften und es uns dann in unserem AirB&B gemütlich machten.

Yummy, lecker Brotzeit!

Wahrscheinlich könnt ihr euch denken, dass wir an diesem Abend, nach drei Tagen Wandern, nicht alt wurden… und schließlich wollten wir unseren letzten gemeinsamen Tag in Christchurch morgen noch genießen.

Gut ausgeschlafen machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg zu den Riverside Markthallen, um uns dort etwas Leckeres zum Frühstück zu suchen. Unsere Beine waren zwar etwas müde vom Wandern, aber mit dem klaren Ziel „Frühstück“ vor Augen meisterten wir den 20-minütigen Fußweg. Hier ein paar Bilder von unterwegs:

Am Riverside Market hatten wir dann die Qual der Wahl – so viele gute Sachen zum Essen!!!

Riverside Market von oben.
Ich war glücklich – ein guter Bäcker!!
Frühstück in der Sonne 🙂

Da das Bread and Circus Festival immer noch lief, sahen wir uns eine Show an – „Punk, the Clown“:

Doch ein wenig müde von unserer Wanderung kamen wir auf die Idee, die City Tour Tram zu nehmen und so ein wenig Sightseeing im Sitzen zu machen. Der Zug ist echt cool, und man kann den ganzen Tag an den diversen Haltestellen in die Trams ein- und aussteigen, also Hopp on-hopp off.

Und so genossen wir die Innenstadt von Christchurch mit ihren interessanten Gebäuden und Wandmalereien gemütlich im Sitzen und schonten unsere Beine:

Einen kleinen Spaziergang durch den Hagley Park machten wir dann aber doch, das Wetter war einfach zu schön, um nur „drinnen“ zu sein, auch wenn es ziemlich windig war.

Auf dem Heimweg machten wir in einer Bar Halt und genehmigten uns einen Aperol Spritz, sehr lecker! Den Abend ließen wir gemütlich in unserem AirB&B ausklingen, zum Abendessen hatten wir noch genug Reste des Vortags, zusammen mit frischem Brot, das wir am Morgen in den Markthallen gekauft hatten.

Am nächsten Morgen hieß es dann Abschied nehmen, aber nur für drei Wochen. Für mich ging es wieder zurück nach Hause nach Waipawa, wo mich Paddy und Harvey schon sehnlichst erwarteten (hoffte ich zumindest). Claudi und Thorsten hatten sich für drei Wochen einen Van gemietet, mit dem sie die Südinsel genauer erkunden wollten. Danach würden sie wieder nach Waipawa kommen und noch ein paar Tage mit uns verbringen. Und so machten wir uns nach unserem letzten gemeinsamen Frühstück auf unsere jeweiligen Wege. Was für eine tolle Woche das war!! Vielen Dank, Claudi und Thorsten, für die Einladung und die grandiose Zeit! Jederzeit wieder!

Claudi und Thorsten bei unserem letzten Frühstück vor der Abreise.

Das wars erstmal für heute, ich hoffe, ich komme bald wieder dazu, mehr in meinem Blog zu schreiben, es gibt noch immer einiges aufzuholen! Ich hoffe, es geht euch gut und ihr freut euch schon darauf, uns im Juli in Deutschland wiederzusehen – noch genau 10 Wochen bzw 70 Tage, der Countdown läuft! 🙂

Bis zum nächsten Blogbeitrag, und wie immer sind Kommentare in jeder Form (hier, als sms, WhatsApp, email, usw) willkommen. Danke fürs Mitverfolgen meiner „Abenteuer“!

Eure Susi

Nachtrag Januar: Tongariro Crossing mit Anne und Chris

Hallo liebe Leser, heute also der zweite (und bei weitem nicht letzte) Nachtrag zu all den Abenteuern der letzten Monate. Nachdem Paddy nach seiner Covid-Infektion wieder halbwegs fit war und auf dem Campingplatz übernehmen konnte, konnte ich mir eine dreitägige Auszeit nach unseren anstrengendsten zwei Wochen des Jahres nehmen und Anne und Chris auf dem Tongariro Crossing begleiten. Und so packte ich mein Wanderzeug, wir luden unser Rooftop tent auf das Dach des Pajero und los ging mein Abenteuer! Um sicher zu stellen, dass ich das Zelt auch alleine aufbauen kann, übte ich das vorher daheim – das Problem ist, dass ich zu klein für unser großes Auto bin, aber mit einigem Rauf- und Runterklettern klappt es dann doch. Das Wetter sah soweit gut aus, es war sommerlich warm und sonnig, und mein Abenteuer konnte beginnen. Ich würde Anne und Chris am Abend in Whakapapa Village treffen, für den nächsten Tag war der Hike geplant. Nach vier Stunden Fahrt durch traumhaft schöne Landschaft – ich hatte die scenic route über die „Gentle Annie“, den Napier-Taihape Highway, genommen – kam ich in Whakapapa Village an. Und welch ein Anblick bot sich mir da!

Das Chateau Tongariro, ehemals Luxushotel und dahinter Mount Ruapehu, etwas in Wolken gehüllt.
Unser Ziel für morgen: Links Mount Tongariro, in der Mitte Mount Ngauruhoe, der Schicksalsberg aus „Herr der Ringe“.

Meine Vorfreude war schon riesig! Ich hatte das Tongariro Crossing zwar 2019 schonmal gemacht, aber damals war die Sicht die meiste Zeit so schlecht, dass ich nicht viel gesehen habe. Heute sah es so aus, als könnten wir am nächsten Tag mehr Glück haben…

Ich checkte im Whakapapa Campground ein und machte mich daran, mein Zelt aufzubauen, was erstaunlich flott ging, trotz gefühlten hundertmal Rauf- und Runterklettern rund um das Auto, und so stand meine Schlafstätte für die nächsten zwei Nächte nach ca 15 Minuten. Ich liebe unser Rooftop tent! Die Aussicht ist super, so hoch über allen, und die Matratze ist sehr bequem, fast schon ein wenig wie Glamping 😉

Der Eingang und das Office des Whakapapa Holiday Parks.

Abends war ich mit Anne und Chris in ihrem Hotel zum Essen verabredet, und so machte ich mich um kurz vor sechs auf den kurzen Fußweg zum Skotel. Über unserem Essen erzählten mir Anne und Chris von ihrem Roadtrip, den sie nach der Silvesterparty bei uns begonnen hatten, und wir planten den nächsten Tag – wir würden mit dem Auto zum Parkplatz am Ende des Hiking Tracks fahren, dort parken und dann den Shuttle Bus zum Start nehmen, der schon gebucht war. Wir waren schon ganz aufgeregt! Der Abend endete nicht allzu spät, da wir morgen früh starten wollten. Nach einem kurzen Regenguss machte ich mich auf den Rückweg zum Campingplatz, kletterte in mein Zelt und schlief tief und fest bis zum nächsten Morgen.

Anne und ich auf dem Balkon des Restaurants, im Hintergrund das Ziel unseres morgigen Hikes.
Ein kurzer abendlicher Regenschauer – hoffentlich würde das Wetter morgen gut sein…

Leider sah der nächste Morgen so aus:

Nicht gerade gute Sicht…

Nicht gerade vielversprechend, aber das Wetter kann man nicht ändern. Wir hofften, dass es im Laufe des Vormittages aufklaren würde, wie es in der Vorhersage angekündigt war. Nach kurzer Autofahrt zum Parkplatz stiegen wir in den Shuttle Bus und ließen uns zum Start des Hikes bringen, zusammen mit tausenden (nicht übertrieben!) anderen Menschen. Hier ein Tip: Wenn ihr flexibel seid, macht diese Wanderung nicht im Dezember/Januar zur Hochsaison! Das erste Mal machte ich sie im März, da war deutlich weniger los. Es fühlte sich zwischendurch immer mal wieder an wie auf der Autobahn, vor allem an Anstiegen und oben auf dem Vulkan. Das nimmt etwas von der Magie, die dieser Ort, diese Vulkanlandschaft, ausstrahlt – aber wert ist es das trotzdem!

Chris, Anne und ich im Shuttle Bus, alle noch ein bisschen verschlafen.
Übersicht über die Route des Crossings.

Und so sah der Start aus – tief hängende Wolken, Wanderung durch graue Suppe, aber trotzdem schön, fast ein bisschen mystisch…

Wären wir diesem Rat gefolgt, wären wir nicht sehr weit gekommen :-)))

Zum Glück klarte es im Laufe des Vormittages und mit gewonnener Höhe auf, so dass wir mit tollen Ausblicken belohnt wurden, auch wenn es nicht perfekt war. Die Landschaft ist einfach atemberaubend, ganz karge, wilde Vulkanlandschaft überwiegend in den Farben braun, grau und rot.

Fast oben am Plateau des South Craters angekommen, und es klarte etwas auf.
Hin und wieder gab es einen Fetzen blauen Himmel und die Sonne kam heraus.
Ausblick vom South Crater, bevor es hinauf zum Red Crater ging.

Der letzte große Anstieg hinauf zum Red Crater.
Der Red Crater – an irgendetwas erinnert mich das… 😉
Die Sonne kam heraus!
Und endlich konnte man auch den Schicksalsberg im Hintergrund sehen!
Fast wie eine Mondlandschaft!

Vom Rand des Red Crater ging es, anfangs relativ steil und im Kies rutschig, hinab zu den Kraterseen. Es war das erste Mal, dass ich diese auch sehen konnte, 2019 war alles in Wolken gehüllt, man konnte die Seen nicht einmal erahnen. Umso besser konnte man sie heute bewundern! Nach dem steilen Abstieg gönnten wir uns eine Pause, um uns an unserem mitgebrachten Lunch zu stärken und die Aussicht zu genießen. In der Sonne und etwas windgeschützt wurde es auch ein bisschen wärmer, oben auf dem Vulkan war es ziemlich kühl gewesen.

Die Kraterseen von oben auf einen Blick – links der Blue Lake, rechts die Emerald Lakes.
Die Emerald Lakes – was für eine krasse Farbe in dem sonst ziemlich eintönigen Braun.
So steil ging es vom Vulkan hinunter zu den Seen.
Hier nochmal aus einer etwas anderen Perspektive.
Unser „Pausensee“, der größte der Emerald Lakes.
Die drei hiking buddies – wir sehen aus wie eine Rockband auf einem Albumcover 😉

Frisch gestärkt nach unserer Mittagspause ging es hinunter durch den Central Crater zum Blue Lake und North Crater und von da aus entlang der Berge langsam nach unten zurück ins Tal. Nach dem Blue Lake zieht es sich dann schon etwas, vor allem weil die Landschaft sich nicht mehr groß ändert, und man alles Spektakuläre schon gesehen hat. Aber schön ist es trotzdem:

Gruppenbild vor toller Aussicht, auch wenn die Wolken tief über Lake Rotoaira hingen.

Je weiter man nach unten kommt, desto mehr Pflanzen gibt es wieder. Zunächst läuft man durch immer höher werdende Büsche…

… bis es auf den letzten paar Kilometern durch den Wald geht:

Dann war die Wanderung geschafft, 20km durch eine unglaubliche, fast magisch anmutende Vulkanlandschaft! Und natürlich mussten wir, wie alle erfolgreichen Hiker, ein „Siegesbild“ machen (lassen):

Endlich geschafft! Heil und happy am Ende des Tracks angekommen!

Wir waren alle drei ziemlich k.o., aber zutiefst beeindruckt von der Wanderung und all den Eindrücken, die wir mitgenommen hatten. Jetzt freuten wir uns auf eine Dusche und in Anne’s und Chris‘ Fall auf Sauna. Am Abend trafen wir uns wieder im Hotel-Restaurant zum Dinner, das wir uns heute redlich verdient hatten:

Yummy Burger mit Pommes für mich – die Nudeln waren leider aus.

Danach fiel ich todmüde in mein Bett bzw. auf die Matratze meines Zelts und schlief wie ein Stein. Anne und Chris hatten geplant, am nächsten Tag noch einen Abstecher nach Napier zu machen, während ich direkt heimfahren würde, die Arbeit auf dem Campingplatz wartete…

Am nächsten Morgen packte ich mein Zelt zusammen (so langsam war ich Experte) und hielt kurz am Coffee cart für Kaffee und Frühstück an, und um die Aussicht auf die Vulkane ein letztes Mal zu genießen. Natürlich war heute ein superschöner sonniger klarer Tag, war ja klar! 😉

Yayyy, Kaffee vor der Heimfahrt!
Yummy breakfast – Kaffee und Krapfen 🙂
Heute morgen kein Wölkchen am Himmel!
Sogar Mount Ruapehu zeigte sich in seiner ganzen Pracht!
Zum Abschied dann nochmal alle drei auf einen Blick!

Was für ein cooles Abenteuer! Vielen Dank, Anne und Chris, dass ihr mich mitgenommen habt, es war echt toll mit euch!

Im nächsten Nachtrag erfahrt ihr alles über meine Erlebnisse mit Claudi und Thorsten auf dem Banks Track. Also bleibt dran und meldet euch gerne mit Reaktionen! Ach ja, und der Countdown für meinen Heimaturlaub läuft – noch 81 Tage, dann geht unser Flieger nach Deutschland!!! Liebe Grüße aus Neuseeland!

Eure Susi

Nachtrag Dezember / Januar: Besuch aus Deutschland und eine coole Silvesterparty!

Hallo, liebe Leser! Auch wenn es nun schon ein Vierteljahr her ist, möchte ich euch dennoch die Geschehnisse vom Dezember und Januar nicht vorenthalten. Ende November bis Weihnachten war vor allem eines: stressig! Wir wollten unbedingt alle Renovierungsmaßnahmen fertig kriegen vor der Hochsaison, damit wir endlich wieder im Normalbetrieb laufen konnten, und das hieß laaaange Arbeitstage und kaum Zeit für irgendetwas anderes… Aber – wir schafften es! Pünktlich zu Weihnachten waren unsere Bäder und die Gemeinschaftsküche so weit fertig, dass sie benutzt werden konnten, wenn auch immer noch ein paar Kleinigkeiten fehlten. Zuerst stellten wir die Bäder fertig, zum Glück kann Paddy handwerklich (fast) alles, so dass er nicht nur die Toiletten und Waschbecken einbaute, sondern auch die Klempnerarbeiten verrichten konnte:

Dann war die Küche dran: Die Arbeitsflächen und Kochplatten waren schon eingebaut, was noch fehlte waren die Dunstabzugshauben…

… und eine neue Schicht Farbe für den Küchenfußboden. Wie schon berichtet hatte das Streichen nicht geklappt, die Farbe wollte einfach nicht trocknen. Da der Boden aber so nicht benutzbar war, mussten wir irgendwie die klebrige Schicht wieder abkriegen, und das war leichter gesagt als getan! Zuerst arbeitete Roy zwei Tage daran, das klebrige Zeug zu entfernen, leider nur mit mäßigem Erfolg. Danach schrubbten und kratzen Paddy und ich mit Hilfe von Susan und Les, zwei unserer permanents, die so nett waren, uns zu helfen, zwei weitere Tage die oberste Schicht ab, so dass man die Küche wenigstens benutzen konnte, ohne kleben zu bleiben… was für ein Mist! Das war echt ärgerlich, zumal wir noch so viele andere Dinge zu tun hatten! Aber Ende gut, alles gut, der neue Anstrich muss jetzt wohl bis nach der Saison warten.

Am 19. Dezember stand das letzte Radrennen für diese Saison an mit abschließender Weihnachtsfeier. Das letzte Rennen ist jedes Jahr eine sogenannte Italian Pursuit, bei der 6er Teams gegeneinander antreten. Jedes Team hat je einen Radler aus jedem grade, so dass es ungefähr gleich starke Teams gibt. Es werden 7km lange Runden gefahren, die erste Runde wird vom Radler des untersten Levels angeführt, nach einer Runde hört er auf, die anderen fahren weiter, und der Radler des nächsten Levels bestimmt das Tempo, so lange bis der letzte und schnellste Radler seine einsame Runde beendet hat und im Ziel ist. Das Team mit der besten Zeit gewinnt am Ende. Was für ein Spaß! Und 7km können ganz schön lang sein, wenn man sie so schnell wie möglich bewältigen will!!

Mein Team beim Start: Heather vorneweg, dahinter ich, dann folgten Wayne,Robbie, Des und Toby.
Zweite Runde: ich vorneweg, gefolgt von meinem Team.
Sandy, meine Trainingspartnerin und Coach, am Start ihrer Runde mit ihrem Team.

Coole Bilder von meinem Team, wie es langsam kleiner und kleiner wird:

Bei so einem spannenden Event dürfen natürlich die Zuschauer nicht fehlen, und da das Wetter mitspielte, hatten wir einige Fans dort:

Die abschließende Weihnachtsfeier fand direkt danach im Ongaonga Golf Club statt, wo es neben lecker Essen auch die Siegerehrung für die Gewinner dieser Saison und die Bekanntgabe des Siegerteams von der Italian Pursuit gab – mein Team gewann, yayyy! Hier ein paar Eindrücke von der Feier:

Am Tag vor Weihnachten schüttete es was nur runterging, und leider stellte sich heraus, dass die Dichtungen für die Öffnungen im Dach für die Dunstabzugshauben nicht dicht waren, so dass drei kleine Wasserfälle in der Küche zu bewundern waren 😦

Sintflutartiger Regen am 24.12.
Eimer für die Wassermassen unter den Löchern der Dunstabzüge.

Für den Moment konnten wir nicht viel anderes tun als Eimer drunter zu stellen und darauf zu hoffen, dass der Regen bald aufhört. Da das Dach eh neu gemacht werden musste, würden wir uns dann um eine Lösung kümmern. Zum Glück war es das dann mit Regen.

Am Weihnachtstag kamen Paddy’s Schwester Aileen und ihr Partner Andrew und Paddy’s Tochter Liv zum Weihnachtslunch zu uns, so dass wir auch ein bisschen Weihnachtsfeeling hatten – obwohl das auf mich nicht so zutrifft, es ist einfach zu ungewohnt, Weihnachten im Sommer zu haben!

Weihnachtslunch mit der Familie.

Die zwei Wochen nach Weihnachten sind für uns Hauptsaison, und diese Saison war besonders spannend: Würden unsere Gäste wiederkommen, nachdem wir nach dem Cyclone so lange offiziell geschlossen waren? Ja, sie kamen! Wir waren richtig busy, und es machte so viel Spaß, wieder normalen Campingplatz-Alltag zu haben! Endlich ging es nicht mehr um Renovierungs- und Wiederaufbauarbeiten, sondern wir konnten Gäste empfangen und stolz unseren wiederauferstandenen Holiday Park präsentieren. Wir bekamen ganz viel positives Feedback, das tat nach den harten 10 Monaten post cyclone echt gut!

Zeitgleich zu unserer geschäftigsten Zeit des Jahres erwarteten wir Besuch aus Deutschland: Am 27.12. kamen Anne und Chris aus Berlin an, was für ein Wiedersehen nach 2,5 Jahren!

Anne und Chris mit mir beim Hundespaziergang am Fluss.
Harvey und Chris – nein, meine Chucky geb ich nicht her!!!

Anne und Chris hatten für ab Anfang Januar einen Roadtrip auf der Nordinsel geplant. Aber bevor es mit unserem kleinen grünen Mazda losgehen konnte, musste Anne ein wenig Autofahren mit Gangschaltung und auf der linken Seite üben, so dass sich eine Fahrt an den Strand von Porangahau zur „Beach Bach“ von Sandy, meiner Radlkollegin, anbot. Und sie machte ihre Sache gut (mit der ein oder anderen Erinnerung von Beifahrer Chris, auf der linken Seite zu fahren), wir kamen heil am Strand und danach wieder zu Hause an. Well done, Anne!

Anne und die erste Fahrt auf neuseeländischen Straßen in diesem Urlaub.
Sandy mit Anne und Chris in ihrem Strandhaus.
Sandy’s Balkon mit toller Aussicht bis zum Meer.

Nach einem Begrüßungsdrink ging es hinunter an den Strand. Das Wetter war perfekt, die Sonne schien und es war angenehm warm – gebadet hat aber trotzdem keiner von uns.

Um Weihnachten herum blühen in Neuseeland die Pohutukawa trees, das sieht wunderschön aus!

Nur zwei Tage nach Anne und Chris kamen Claudi und Thorsten hier an. Bei ihnen haben Paddy und ich 5 Monate gewohnt, als Paddy 2021 nach Deutschland kam, damit es für mich endlich mit dem Visum klappt – lang lang ist’s her! Und nun konnten wir uns für deren Gastfreundschaft damals endlich revanchieren!

Thorsten, ich, Paddy und Claudi – unser Quartet nach fast drei Jahren wiedervereint, nur am anderen Ende der Welt!

Und sobald die beiden hier waren, übernahm Thorsten das Kommando in der Küche – von da an gab es immer lecker Abendessen, zum Beispiel Paella, yummy!!

Die ganze Bande um den Tisch versammelt – 5 Deutsche und ein Kiwi 🙂

Da Paddy und ich tagsüber auf dem Campingplatz ziemlich beschäftigt waren, waren wir mehr als dankbar für alles, was unsere Gäste uns abnahmen wie Einkaufen, Kochen und Saft pressen – wir wurden wirklich von hinten bis vorne verwöhnt!

Lecker selbstgemachter Grapefruit-Saft von Grapefruits von unserem eigenen Baum, eine Spezialität von Anne und Chris. Vielen Dank! 🙂

Schön war auch, dass niemand sauer war, weil wir so wenig Zeit hatten, unsere Freunde waren sehr gut darin, sich selbst zu beschäftigen – nicht nur mit Uns-Verwöhnen, sondern auch mit Tagesausflügen zu Zielen rund um Waipawa.

Am 31.12. fand wie jedes Jahr unsere große Silvesterparty statt, dieses Mal mit so vielen Musikern wie noch nie vorher! Neben Paddy’s Band „The MonotoneNZ“ spielten Roy, Tohu, die „Underbellies“ aus Palmerston North und Danika Bryant and band zum Tanz bzw. Zuhören auf. Das sorgte für gute Laune und Abwechslung, es war echt super! Leider war ich zu beschäftigt mit Feiern, so dass ich nicht von allen Bands/Sängern ein Bild gemacht habe, sorry!!

Steve am Mischpult – der Sound war dieses Jahr klasse!
Roy mit Paddy und Tohu als musikalische Begleitung.
Danika Bryant and Band.
The MonotoneNZ zu fortgeschrittener Stunde.

Auch fürs leibliche Wohl war gesorgt, es gab Pizza aus dem Steinofen und was auch immer die Gäste selbst mitgebracht hatten:

Und wer es nicht so mit Musik hatte, der konnte sich am Kickertisch vergnügen, was vor allem bei den Kids gut ankam, hier unter Thorsten’s „Aufsicht“:

Es war ein richtig cooles Fest mit tollen Gästen, super Musik und guter Stimmung! So lässt sich das alte Jahr gut verabschieden und das neue willkommen heißen! Und zumindest Paddy und ich waren mehr als happy, 2023 enden zu sehen! Es war ein hartes Jahr mit so einigen Herausforderungen – wir wären jetzt dann mal bereit für ein „normales“ Jahr, vielleicht ja 2024? 🙂

Hier noch ein paar Eindrücke von der Party:

Am nächsten Morgen herrschte dann Katerstimmung, mehr bei den einen…

…weniger bei anderen:

Da musste erstmal ein ordentliches Frühstück her – Eier mit Speck auf Toast! Das hilft beim größten Kater 😉

Paula beim Spiegeleier-Braten…
…während Shawn sich um das Grillen des Specks kümmerte.

Und wem dieses Frühstück noch nicht über den Alkoholkonsum des Vortages hinweggeholfen hatte (also mir), holte sich später ein real fruit ice cream an der Tankstelle – yummy!!

So sehen glückliche Urlauber aus – mit dem Eis in der Hand 🙂

Abends gab es dann Resteessen, was in Neuseeland Pies bedeutet, die mit sämtlichen Resten des Vortages gefüllt werden. Hier Pie-Spezialist Paddy bei der Zubereitung, selbstverständlich unter den interessierten Augen seiner Zuschauer:

Claudi, Thorsten und Anne beobachten genau, wie der Maestro seine pies zubereitet.

Zwei Tage später gab es leider noch ein negatives Nachspiel: Einige Bandmitglieder hatten sich auf der Silvesterparty Covid eingefangen, unter ihnen auch Paddy! Und so zog ich zu Anne, Chris, Thorsten und Claudi in die Lodge, damit wenigstens einer von uns gesund blieb und den Campingplatz führen konnte – und das in der stressigsten Zeit des Jahres! Dem armen Paddy ging es gar nicht gut, er hatte ein paar Tage ziemlich hohes Fieber und auch danach brauchte es eine Weile, bis er wieder ganz der Alte war! Und so hielten wir eine Woche brav Abstand voneinander:

Während die Gesunden am Tisch zusammensaßen (hier Claudi, Thorsten und Pete, die noch zu unserem Haufen aus der Heimat dazu gestoßen war)….
…. musste der Aussätzige an seinem eigenen Tisch in einiger Entfernung alleine sitzen – aber immerhin war er so zumindest irgendwie dabei.

So, das war es erstmal für heute mit dem ersten Nachtrag. Im nächsten Blog erfahrt ihr, was wir so mit unseren Besuchern gemacht haben bzw. sie mit uns. Es wird wohl noch ein paar „Nachträge“ brauchen, bis ich (und ihr) wieder ganz up-to-date bin, es war einfach echt viel los in den letzten Monaten. Also freut euch schonmal auf mehr tolle Bilder und Berichte, und das hoffentlich in ganz nachher Zukunft! Bis dahin wünsche ich euch frohe Ostern und tolle Osterferien! Und denkt daran: nur noch etwas mehr als drei Monate und ich bin auf Heimaturlaub in Deutschland, yayyyy!!!

Eure Susi

Ereignisreiche letzte drei Monate!

Hallo liebe Leser,

kaum zu glauben, dass seit meinem letzten Blogbeitrag drei Monate vergangen sind! Die Zeit ist wie im Flug vergangen, es war einfach immer was los! Der Dezember war zuerst super busy mit Renovierungsarbeiten, um für die Hauptsaison fertig zu sein, dann Weihnachten, Silvesterparty und Hauptsaison. Außerdem hatten wir Freunde aus Deutschland zu Besuch, mit denen wir einiges unternahmen. Danach kamen die Vorbereitungen für die Erntesaison, damit 32 RSEs („Registered seasonal employees“) bei uns für mehrere Monate einziehen können, und inzwischen sind sie da. Außerdem gab es natürlich noch einiges an Radrenn-Trainings und -Rennen und das alltägliche Leben auf dem Campingplatz. So viel schonmal im Schnelldurchlauf, aber keine Sorge, ich erzähle euch natürlich wie immer im Detail und mit vielen Bildern von meinen „Abenteuern“ 😉

Aber bevor ich damit starte, fange ich erstmal im Hier und Jetzt an. Inzwischen herbstelt es ganz ordentlich, die Nächte sind schon ziemlich kalt und auch die Tage sind deutlich kühler und oft sehr windig (obwohl es auch im Sommer häufig windig war, oder eigentlich immer). Der Sommer war dieses Jahr tatsächlich ein Sommer (wenn auch etwas kurz), mit vielen sonnigen und warmen Tagen (jedoch nicht sehr vielen Tagen über 30 Grad), und in den letzten Wochen hat es kaum geregnet, weshalb alles im Moment ziemlich gelb und braun aussieht. Und dann kam letzte Woche plötzlich der Herbst – von einem Tag auf den anderen wurde es deutlich kälter! Heute Abend haben wir zum ersten Mal den Kamin angeschürt, vor dem ich gerade sitze und euch schreibe. Heute Nacht soll es bis auf 4 Grad runtergehen, das heißt in unserem Haus wird es wahrscheinlich 5 oder 6 Grad sein – brrrrrrr!!! Ich bin echt noch nicht bereit für Winter!

Aber der Lichtblick am Horizont ist, dass wir dem Winter hier wenigstens für zwei Monate entkommen! So langsam läuft der Countdown für unseren Heimatbesuch in Deutschland und Roadtrip in Europa… noch ca 3,5 Monate, yayyy!!! Natürlich müssen wir bis dahin noch einiges organisieren, damit in unserer Abwesenheit alles reibungslos funktioniert, aber das kriegen wir schon hin. Gestern habe ich angefangen, schonmal ein bisschen unseren Norwegen-Trip zu planen, Fähre ist gebucht! Ich kann es kaum noch erwarten! Ich freue mich sooooo arg darauf, euch alle wieder zu sehen! Und mal richtig Urlaub zu haben und wirklich weg zu sein von unserem Campingplatz! Das letzte Jahr war schon krass mit dem Wiederaufbau nach der Überschwemmung, so langsam holt uns das alles etwas ein, wir sind beide definitiv urlaubsreif!

Trotzdem sind wir natürlich stolz darauf, was wir in diesem Jahr erreicht haben. Wir haben unseren Campingplatz nicht nur renoviert, sondern deutlich verschönert und verbessert, und unsere Gäste sind ziemlich beeindruckt von den erneuerten Gemeinschaftsräumen und cabins. Wir bekommen jede Menge positives Feedback und sind seit unserer Wiedereröffnung im Dezember ziemlich busy, auch dank der Mund-zu-Mund-Propaganda unserer Gäste. Im Moment laufen noch die letzten Verhandlungen mit unserer Versicherung für das finale cash settlement, danach ist dieses Kapitel dann hoffentlich abgeschlossen. So sehr uns unsere Versicherung auch geholfen hat, es war doch auch ziemlich mühsam und zeitaufwändig – die genaue Buchführung und das Sammeln und Scannen von Rechnungen hat uns Tage (wenn nicht Wochen) unseres Lebens gekostet. Aber das sollte in den nächsten Tagen abgeschlossen sein, 13 Monate nach der Überschwemmung – wer hätte gedacht, das das so lange dauern würde?!?

In den nächsten Blogbeiträgen werde ich euch detailliert von den Ereignissen des letzten Vierteljahres berichten und euch außerdem zeigen, wie unser Campingplatz jetzt aussieht – vielleicht kommt ihr uns ja dann bald besuchen 🙂

Für heute wars das aber erstmal, ich melde mich die Tage wieder! Ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt den Frühling (Neid!!).

Eure Susi

Paddy’s Geburtstag, Brent’s Geburtstag und noch eine Woche bis Weihnachten…

Hallo liebe Leser, schon wieder ist eine Woche um, und wie immer haben wir nicht so viel geschafft wie wir gehofft hatten… Nichtsdestotrotz sind wir auf einem guten Weg, diese Woche wird nochmal richtig hart, aber wir sollten alles soweit fertig kriegen, dass wir für den (hoffentlich) großen Ansturm an Campern nach Weihnachten gerüstet sind. Natürlich werden immer noch ein paar Kleinigkeiten zu tun sein, aber das meiste sollte bis dahin da sein und funktionieren…

Unser Campingplatz sieht inzwischen wieder richtig schön aus, von den Folgen der Überschwemmung ist (fast) nichts mehr zu sehen. Dank Tracy, unserer Gärtnerin, ist der Holiday Park so ordentlich und schön wie nie zuvor, ich mähe fleißig Rasen und jetzt haben wir auch einen neuen driveway durch den Park und eine asphaltierte Einfahrt in unser Grundstück! So sah unsere Auffahrt vorher aus:

Dann begannen die Arbeiten, bei denen zuerst die oberste Schicht abgetragen und dann aufgefüllt und begradigt wurde, bevor der Asphalt darüber kam:

Und so sieht es jetzt aus, wo alles fertig ist (und Paddy noch nicht wieder zig Autos drauf geparkt hat):

Harvey gefällt der neue Belag auch 😉
Unser Hof von der anderen Seite, rechts Paddy’s Workshop, links unser Haus.

Auch die Zufahrtswege in unserm Holiday Park wurden teilweise asphaltiert, teilweise mit Schotter befestigt:

Die Bäder haben jetzt wieder eine Decke mit neuen Deckenstrahlern, die Decke muss nur noch gestrichen werden. Auf den Fotos seht ihr, wie die Platten gesetzt wurden und dann wie es jetzt aussieht:

Das fertige Endprodukt: Decke und Deckenstrahler sind drin.

Heute haben wir die Waschbecken abgeholt, die Paddy diese Woche einbaut, dann sind die Bäder fertig (bis auf ein paar Kleinigkeiten wie Spiegel, Toilettenpapier-Halter, usw).

Die Küche bereitet uns die meisten Kopfschmerzen, denn dort muss noch einiges getan werden. Nach unserem Fußboden-Desaster mit der nicht trocknenden Farbe muss die Farbe diese Woche entfernt werden, was ordentlich Arbeit ist – mit einem speziellen Farbentferner muss sie mühevoll manuell abgeschrubbt und dann abgewaschen werden. Über unsere Hauptsaison lassen wir den Boden erstmal wie er ist und streichen ihn dann im Januar/Februar, dann hoffentlich erfolgreicher! Die Küchenzeile wurde fertig installiert und poliert und Paddy hat die Spülbecken und Wasserhähne angeschlossen. Außerdem hat er die Gaskochplatten eingebaut, die werden diese Woche angeschlossen.

Die fertige Küchenzeile, alles schön auf Hochglanz poliert.
Die neuen Gaskochplatten sind eingebaut, darüber hat Paddy schon die Löcher für den Dunstabzug in die Decke gesägt.

Davie, unser Elektriker, hat die Duschtimer angeschlossen und neue Steckdosen in der Küche gesetzt:

Der neue Sicherungskasten und die neuen Steckdosen für die Kühlschränke.
Paddy’s Klempnerarbeiten für das heiße Wasser in der Küche.

Morgen hole ich die Dunstabzugshauben in Napier ab, bevor Paddy sie dann einbaut. Sobald der Boden wieder begehbar ist, kommen die Kühlschränke und die neuen Tische und Stühle in die Küche, und dann kann sie endlich benutzt werden, auch wenn sie noch nicht komplett fertig ist.

Da Paddy von uns beiden der Handyman ist, der alles kann, verbringt er gerade die meiste Zeit mit Bau- und Renovierungsarbeiten, während ich mich um den täglichen Betrieb unseres Campingplatzes kümmere, also Putzen, Rasenmähen, E-mails beantworten, Wäsche, Rezeption, Einkaufen… Irgendwie gehen die Tage gerade viel zu schnell um, Weihnachten und damit unsere Hauptsaison nähert sich mit schnellen Schritten…

Am Mittwoch nahmen wir uns einen halben Tag frei, denn es war Paddy’s Geburtstag. Wir fuhren nach Napier und verbrachten den Nachmittag mit Christmas shopping (dafür hatten wir bisher noch keine Zeit).

Lunchbreak im Tennyson Café– kleine Stärkung, bevor es ans Einkaufen ging.

Neben den Weihnachtsgeschenken shoppte Paddy auch eine neue Autobatterie – zwangsweise, denn unser Pajero weigerte sich hartnäckig anzuspringen. Nachdem wir die elektrischen Fensterheber während des Parkens bei ausgeschaltetem Motor benutzt hatten, war die altersschwache Batterie leer! Zum Glück hat Paddy Freunde in Napier, und Steve kam als rettender Engel mit Jump Starter und brachte unser Auto wieder zum Laufen, so dass wir zum Batterie-Shop fahren konnten.

Steve und Paddy mit dem Jump Starter – das war eigentlich nicht geplant für seinen Geburtstag!

Für den Abend hatte ich uns fürs Geburtstagsdinner einen Tisch im Central Fire Station Bistro gebucht, einem sehr guten Restaurant in cooler Location im alten Feuerwehrgebäude von Napier. Die Atmosphäre war toll und das Essen sensationell, ein richtig schöner Abend!

Sportmäßig war diese Woche nicht sehr erfolgreich. Ich trat zwar zum Dienstäglichen Rennen an, aber beendete es nicht. Das Wetter war, wie jeden Dienstag, echt besch… sehr windig mit Böen bis zu 60km/h und mittendrin fing es auch noch an zu schütten. Nach ca 15km verlor ich den Anschluss an die Gruppe im Gegenwind, und die Aussicht auf eine weitere Runde (wir fuhren zwei Runden) allein in Sturm und Regen ohne Aussicht, die Gruppe einzuholen, war nicht sehr verlockend, es machte so überhaupt keinen Spaß, in diesem Wetter zu radeln! Und so war ich ein echtes Weichei und beendete das Rennen vorzeitig nach einer Runde. Das nächste Rennen wird wieder besser 😉

War das Wetter am Dienstag noch echt bescheiden, wurde es doch von Tag zu Tag besser, und seit Samstag ist der Sommer da, juhuuuu!!! Hier der Beweis:

In Shorts und T-Shirt bei strahlendem Sonnenschein macht der Spaziergang am Fluss mit Harvey gleich viel mehr Spaß!

Am Samstag waren wir zu Brent’s 70. Geburtstag in Napier eingeladen. Praktischerweise haben Freunde von Paddy, Baz und Jane, ein großes Haus, dessen Erdgeschoss sie zu einem AirB&B ausgebaut haben, so dass wir uns dort für eine Nacht einquartierten. Auch Bryn und Heather, ein anderes befreundetes Pärchen, übernachtete dort. Bevor wir zur Party aufbrachen, saßen wir dort schon ein wenig bei einem Glas Wein zusammen und die langjährigen Freunde schwelgten in Erinnerungen an gemeinsame Zeiten in London.

Jane, Bryn und Heather.
Baz und Paddy.

Dann ging es zum East Pier, der Location der Party, wo Brent mit 150-200 Leuten seinen 70. Geburtstag ausgiebig feierte. Es gab natürlich jede Menge Alkohol, Essen und sogar Live Musik, die Band „Hattrick“ spielte bis Mitternacht und heizte die Stimmung ordentlich an! Doch bevor es ans Tanzen ging, gab es einige Reden zu Ehren des Geburtstagskindes und sogar einen Haka, der echt für Gänsehaut sorgte! Es war eine richtig coole Party!

Brent, das Geburtstagskind, bei seiner Rede.
Die Band „Hattrick“.

Nach jeder Menge Alkohol, guten Gesprächen und Tanzen ging es per Uber zurück zu unserer Unterkunft für die Nacht, wo wir todmüde in unser Bett fielen. Am nächsten Morgen wachten wir zu dieser Aussicht und diesem Wetter auf:

Blick aus unserem Schlafzimmer über Napier.

Baz‘ und Jane’s Haus sitzt auf einem Hügel über Napier und bietet eine tolle Aussicht, vor allem bei diesem genialen Wetter! Es ist quasi an den Berg gebaut und geht über drei Stockwerke, wobei der Eingang oben im dritten Stock ist und man dann hinunter in die Wohnung geht. Sehr cool!

Paddy auf der Veranda im untersten Stock, wo das AirB&B ist, und Baz ein Stockwerk darüber, wo sich ihre Wohnung befindet.
Jane und Baz, unsere Gastgeber und langjährige Freunde von Paddy.
Mit dem Blick von der Terrasse kann man schon leben, oder?!
Jane und Heather mit dem ersten Kaffee des Tages, der nach der Party auch dringend nötig war.
Bryn, Baz und Paddy in der Küche beim Kaffeekochen.

Paddy und ich gönnten uns noch ein leckeres Frühstück in einem Café in Napier, bevor wir nach Hause in unseren Campingplatz-Alltag fuhren, wo das Putzen schon auf uns wartete – aber natürlich auch unser Hund Harvey, der uns begrüßte, als wären wir drei Wochen weg gewesen. Nach dem Putzen nutzte ich das Sommerwetter für ein Sonnenbad auf der Veranda, das erste diesen Sommer – sooooo schön! Am Nachmittag kamen Paddy’s Schwester Aileen mit ihrem Partner Andrew and seinem Sohn Matt auf ein Pläuschchen vorbei, und abends hatten wir Pietro zu Gast, ein Freund aus Palmerston North, der dort in einer Band spielt. Den Abend verbrachten wir mit Gesprächen über Musik bei leckerem indischen Take Away Food.

So, das wars mal wieder von mir, ich melde mich nächstes Wochenende wieder – hoffentlich mit der guten Neuigkeit, dass wir so gut wie fertig sind mit den Renovierungsarbeiten und bereit für den Ansturm von Campern 🙂

Euch noch eine schöne Vorweihnachtswoche, haltet durch, bald sind Ferien / Urlaub!

Eure Susi