Nachtrag Dezember / Januar: Besuch aus Deutschland und eine coole Silvesterparty!

Hallo, liebe Leser! Auch wenn es nun schon ein Vierteljahr her ist, möchte ich euch dennoch die Geschehnisse vom Dezember und Januar nicht vorenthalten. Ende November bis Weihnachten war vor allem eines: stressig! Wir wollten unbedingt alle Renovierungsmaßnahmen fertig kriegen vor der Hochsaison, damit wir endlich wieder im Normalbetrieb laufen konnten, und das hieß laaaange Arbeitstage und kaum Zeit für irgendetwas anderes… Aber – wir schafften es! Pünktlich zu Weihnachten waren unsere Bäder und die Gemeinschaftsküche so weit fertig, dass sie benutzt werden konnten, wenn auch immer noch ein paar Kleinigkeiten fehlten. Zuerst stellten wir die Bäder fertig, zum Glück kann Paddy handwerklich (fast) alles, so dass er nicht nur die Toiletten und Waschbecken einbaute, sondern auch die Klempnerarbeiten verrichten konnte:

Dann war die Küche dran: Die Arbeitsflächen und Kochplatten waren schon eingebaut, was noch fehlte waren die Dunstabzugshauben…

… und eine neue Schicht Farbe für den Küchenfußboden. Wie schon berichtet hatte das Streichen nicht geklappt, die Farbe wollte einfach nicht trocknen. Da der Boden aber so nicht benutzbar war, mussten wir irgendwie die klebrige Schicht wieder abkriegen, und das war leichter gesagt als getan! Zuerst arbeitete Roy zwei Tage daran, das klebrige Zeug zu entfernen, leider nur mit mäßigem Erfolg. Danach schrubbten und kratzen Paddy und ich mit Hilfe von Susan und Les, zwei unserer permanents, die so nett waren, uns zu helfen, zwei weitere Tage die oberste Schicht ab, so dass man die Küche wenigstens benutzen konnte, ohne kleben zu bleiben… was für ein Mist! Das war echt ärgerlich, zumal wir noch so viele andere Dinge zu tun hatten! Aber Ende gut, alles gut, der neue Anstrich muss jetzt wohl bis nach der Saison warten.

Am 19. Dezember stand das letzte Radrennen für diese Saison an mit abschließender Weihnachtsfeier. Das letzte Rennen ist jedes Jahr eine sogenannte Italian Pursuit, bei der 6er Teams gegeneinander antreten. Jedes Team hat je einen Radler aus jedem grade, so dass es ungefähr gleich starke Teams gibt. Es werden 7km lange Runden gefahren, die erste Runde wird vom Radler des untersten Levels angeführt, nach einer Runde hört er auf, die anderen fahren weiter, und der Radler des nächsten Levels bestimmt das Tempo, so lange bis der letzte und schnellste Radler seine einsame Runde beendet hat und im Ziel ist. Das Team mit der besten Zeit gewinnt am Ende. Was für ein Spaß! Und 7km können ganz schön lang sein, wenn man sie so schnell wie möglich bewältigen will!!

Mein Team beim Start: Heather vorneweg, dahinter ich, dann folgten Wayne,Robbie, Des und Toby.
Zweite Runde: ich vorneweg, gefolgt von meinem Team.
Sandy, meine Trainingspartnerin und Coach, am Start ihrer Runde mit ihrem Team.

Coole Bilder von meinem Team, wie es langsam kleiner und kleiner wird:

Bei so einem spannenden Event dürfen natürlich die Zuschauer nicht fehlen, und da das Wetter mitspielte, hatten wir einige Fans dort:

Die abschließende Weihnachtsfeier fand direkt danach im Ongaonga Golf Club statt, wo es neben lecker Essen auch die Siegerehrung für die Gewinner dieser Saison und die Bekanntgabe des Siegerteams von der Italian Pursuit gab – mein Team gewann, yayyy! Hier ein paar Eindrücke von der Feier:

Am Tag vor Weihnachten schüttete es was nur runterging, und leider stellte sich heraus, dass die Dichtungen für die Öffnungen im Dach für die Dunstabzugshauben nicht dicht waren, so dass drei kleine Wasserfälle in der Küche zu bewundern waren 😦

Sintflutartiger Regen am 24.12.
Eimer für die Wassermassen unter den Löchern der Dunstabzüge.

Für den Moment konnten wir nicht viel anderes tun als Eimer drunter zu stellen und darauf zu hoffen, dass der Regen bald aufhört. Da das Dach eh neu gemacht werden musste, würden wir uns dann um eine Lösung kümmern. Zum Glück war es das dann mit Regen.

Am Weihnachtstag kamen Paddy’s Schwester Aileen und ihr Partner Andrew und Paddy’s Tochter Liv zum Weihnachtslunch zu uns, so dass wir auch ein bisschen Weihnachtsfeeling hatten – obwohl das auf mich nicht so zutrifft, es ist einfach zu ungewohnt, Weihnachten im Sommer zu haben!

Weihnachtslunch mit der Familie.

Die zwei Wochen nach Weihnachten sind für uns Hauptsaison, und diese Saison war besonders spannend: Würden unsere Gäste wiederkommen, nachdem wir nach dem Cyclone so lange offiziell geschlossen waren? Ja, sie kamen! Wir waren richtig busy, und es machte so viel Spaß, wieder normalen Campingplatz-Alltag zu haben! Endlich ging es nicht mehr um Renovierungs- und Wiederaufbauarbeiten, sondern wir konnten Gäste empfangen und stolz unseren wiederauferstandenen Holiday Park präsentieren. Wir bekamen ganz viel positives Feedback, das tat nach den harten 10 Monaten post cyclone echt gut!

Zeitgleich zu unserer geschäftigsten Zeit des Jahres erwarteten wir Besuch aus Deutschland: Am 27.12. kamen Anne und Chris aus Berlin an, was für ein Wiedersehen nach 2,5 Jahren!

Anne und Chris mit mir beim Hundespaziergang am Fluss.
Harvey und Chris – nein, meine Chucky geb ich nicht her!!!

Anne und Chris hatten für ab Anfang Januar einen Roadtrip auf der Nordinsel geplant. Aber bevor es mit unserem kleinen grünen Mazda losgehen konnte, musste Anne ein wenig Autofahren mit Gangschaltung und auf der linken Seite üben, so dass sich eine Fahrt an den Strand von Porangahau zur „Beach Bach“ von Sandy, meiner Radlkollegin, anbot. Und sie machte ihre Sache gut (mit der ein oder anderen Erinnerung von Beifahrer Chris, auf der linken Seite zu fahren), wir kamen heil am Strand und danach wieder zu Hause an. Well done, Anne!

Anne und die erste Fahrt auf neuseeländischen Straßen in diesem Urlaub.
Sandy mit Anne und Chris in ihrem Strandhaus.
Sandy’s Balkon mit toller Aussicht bis zum Meer.

Nach einem Begrüßungsdrink ging es hinunter an den Strand. Das Wetter war perfekt, die Sonne schien und es war angenehm warm – gebadet hat aber trotzdem keiner von uns.

Um Weihnachten herum blühen in Neuseeland die Pohutukawa trees, das sieht wunderschön aus!

Nur zwei Tage nach Anne und Chris kamen Claudi und Thorsten hier an. Bei ihnen haben Paddy und ich 5 Monate gewohnt, als Paddy 2021 nach Deutschland kam, damit es für mich endlich mit dem Visum klappt – lang lang ist’s her! Und nun konnten wir uns für deren Gastfreundschaft damals endlich revanchieren!

Thorsten, ich, Paddy und Claudi – unser Quartet nach fast drei Jahren wiedervereint, nur am anderen Ende der Welt!

Und sobald die beiden hier waren, übernahm Thorsten das Kommando in der Küche – von da an gab es immer lecker Abendessen, zum Beispiel Paella, yummy!!

Die ganze Bande um den Tisch versammelt – 5 Deutsche und ein Kiwi 🙂

Da Paddy und ich tagsüber auf dem Campingplatz ziemlich beschäftigt waren, waren wir mehr als dankbar für alles, was unsere Gäste uns abnahmen wie Einkaufen, Kochen und Saft pressen – wir wurden wirklich von hinten bis vorne verwöhnt!

Lecker selbstgemachter Grapefruit-Saft von Grapefruits von unserem eigenen Baum, eine Spezialität von Anne und Chris. Vielen Dank! 🙂

Schön war auch, dass niemand sauer war, weil wir so wenig Zeit hatten, unsere Freunde waren sehr gut darin, sich selbst zu beschäftigen – nicht nur mit Uns-Verwöhnen, sondern auch mit Tagesausflügen zu Zielen rund um Waipawa.

Am 31.12. fand wie jedes Jahr unsere große Silvesterparty statt, dieses Mal mit so vielen Musikern wie noch nie vorher! Neben Paddy’s Band „The MonotoneNZ“ spielten Roy, Tohu, die „Underbellies“ aus Palmerston North und Danika Bryant and band zum Tanz bzw. Zuhören auf. Das sorgte für gute Laune und Abwechslung, es war echt super! Leider war ich zu beschäftigt mit Feiern, so dass ich nicht von allen Bands/Sängern ein Bild gemacht habe, sorry!!

Steve am Mischpult – der Sound war dieses Jahr klasse!
Roy mit Paddy und Tohu als musikalische Begleitung.
Danika Bryant and Band.
The MonotoneNZ zu fortgeschrittener Stunde.

Auch fürs leibliche Wohl war gesorgt, es gab Pizza aus dem Steinofen und was auch immer die Gäste selbst mitgebracht hatten:

Und wer es nicht so mit Musik hatte, der konnte sich am Kickertisch vergnügen, was vor allem bei den Kids gut ankam, hier unter Thorsten’s „Aufsicht“:

Es war ein richtig cooles Fest mit tollen Gästen, super Musik und guter Stimmung! So lässt sich das alte Jahr gut verabschieden und das neue willkommen heißen! Und zumindest Paddy und ich waren mehr als happy, 2023 enden zu sehen! Es war ein hartes Jahr mit so einigen Herausforderungen – wir wären jetzt dann mal bereit für ein „normales“ Jahr, vielleicht ja 2024? 🙂

Hier noch ein paar Eindrücke von der Party:

Am nächsten Morgen herrschte dann Katerstimmung, mehr bei den einen…

…weniger bei anderen:

Da musste erstmal ein ordentliches Frühstück her – Eier mit Speck auf Toast! Das hilft beim größten Kater 😉

Paula beim Spiegeleier-Braten…
…während Shawn sich um das Grillen des Specks kümmerte.

Und wem dieses Frühstück noch nicht über den Alkoholkonsum des Vortages hinweggeholfen hatte (also mir), holte sich später ein real fruit ice cream an der Tankstelle – yummy!!

So sehen glückliche Urlauber aus – mit dem Eis in der Hand 🙂

Abends gab es dann Resteessen, was in Neuseeland Pies bedeutet, die mit sämtlichen Resten des Vortages gefüllt werden. Hier Pie-Spezialist Paddy bei der Zubereitung, selbstverständlich unter den interessierten Augen seiner Zuschauer:

Claudi, Thorsten und Anne beobachten genau, wie der Maestro seine pies zubereitet.

Zwei Tage später gab es leider noch ein negatives Nachspiel: Einige Bandmitglieder hatten sich auf der Silvesterparty Covid eingefangen, unter ihnen auch Paddy! Und so zog ich zu Anne, Chris, Thorsten und Claudi in die Lodge, damit wenigstens einer von uns gesund blieb und den Campingplatz führen konnte – und das in der stressigsten Zeit des Jahres! Dem armen Paddy ging es gar nicht gut, er hatte ein paar Tage ziemlich hohes Fieber und auch danach brauchte es eine Weile, bis er wieder ganz der Alte war! Und so hielten wir eine Woche brav Abstand voneinander:

Während die Gesunden am Tisch zusammensaßen (hier Claudi, Thorsten und Pete, die noch zu unserem Haufen aus der Heimat dazu gestoßen war)….
…. musste der Aussätzige an seinem eigenen Tisch in einiger Entfernung alleine sitzen – aber immerhin war er so zumindest irgendwie dabei.

So, das war es erstmal für heute mit dem ersten Nachtrag. Im nächsten Blog erfahrt ihr, was wir so mit unseren Besuchern gemacht haben bzw. sie mit uns. Es wird wohl noch ein paar „Nachträge“ brauchen, bis ich (und ihr) wieder ganz up-to-date bin, es war einfach echt viel los in den letzten Monaten. Also freut euch schonmal auf mehr tolle Bilder und Berichte, und das hoffentlich in ganz nachher Zukunft! Bis dahin wünsche ich euch frohe Ostern und tolle Osterferien! Und denkt daran: nur noch etwas mehr als drei Monate und ich bin auf Heimaturlaub in Deutschland, yayyyy!!!

Eure Susi

Ereignisreiche letzte drei Monate!

Hallo liebe Leser,

kaum zu glauben, dass seit meinem letzten Blogbeitrag drei Monate vergangen sind! Die Zeit ist wie im Flug vergangen, es war einfach immer was los! Der Dezember war zuerst super busy mit Renovierungsarbeiten, um für die Hauptsaison fertig zu sein, dann Weihnachten, Silvesterparty und Hauptsaison. Außerdem hatten wir Freunde aus Deutschland zu Besuch, mit denen wir einiges unternahmen. Danach kamen die Vorbereitungen für die Erntesaison, damit 32 RSEs („Registered seasonal employees“) bei uns für mehrere Monate einziehen können, und inzwischen sind sie da. Außerdem gab es natürlich noch einiges an Radrenn-Trainings und -Rennen und das alltägliche Leben auf dem Campingplatz. So viel schonmal im Schnelldurchlauf, aber keine Sorge, ich erzähle euch natürlich wie immer im Detail und mit vielen Bildern von meinen „Abenteuern“ 😉

Aber bevor ich damit starte, fange ich erstmal im Hier und Jetzt an. Inzwischen herbstelt es ganz ordentlich, die Nächte sind schon ziemlich kalt und auch die Tage sind deutlich kühler und oft sehr windig (obwohl es auch im Sommer häufig windig war, oder eigentlich immer). Der Sommer war dieses Jahr tatsächlich ein Sommer (wenn auch etwas kurz), mit vielen sonnigen und warmen Tagen (jedoch nicht sehr vielen Tagen über 30 Grad), und in den letzten Wochen hat es kaum geregnet, weshalb alles im Moment ziemlich gelb und braun aussieht. Und dann kam letzte Woche plötzlich der Herbst – von einem Tag auf den anderen wurde es deutlich kälter! Heute Abend haben wir zum ersten Mal den Kamin angeschürt, vor dem ich gerade sitze und euch schreibe. Heute Nacht soll es bis auf 4 Grad runtergehen, das heißt in unserem Haus wird es wahrscheinlich 5 oder 6 Grad sein – brrrrrrr!!! Ich bin echt noch nicht bereit für Winter!

Aber der Lichtblick am Horizont ist, dass wir dem Winter hier wenigstens für zwei Monate entkommen! So langsam läuft der Countdown für unseren Heimatbesuch in Deutschland und Roadtrip in Europa… noch ca 3,5 Monate, yayyy!!! Natürlich müssen wir bis dahin noch einiges organisieren, damit in unserer Abwesenheit alles reibungslos funktioniert, aber das kriegen wir schon hin. Gestern habe ich angefangen, schonmal ein bisschen unseren Norwegen-Trip zu planen, Fähre ist gebucht! Ich kann es kaum noch erwarten! Ich freue mich sooooo arg darauf, euch alle wieder zu sehen! Und mal richtig Urlaub zu haben und wirklich weg zu sein von unserem Campingplatz! Das letzte Jahr war schon krass mit dem Wiederaufbau nach der Überschwemmung, so langsam holt uns das alles etwas ein, wir sind beide definitiv urlaubsreif!

Trotzdem sind wir natürlich stolz darauf, was wir in diesem Jahr erreicht haben. Wir haben unseren Campingplatz nicht nur renoviert, sondern deutlich verschönert und verbessert, und unsere Gäste sind ziemlich beeindruckt von den erneuerten Gemeinschaftsräumen und cabins. Wir bekommen jede Menge positives Feedback und sind seit unserer Wiedereröffnung im Dezember ziemlich busy, auch dank der Mund-zu-Mund-Propaganda unserer Gäste. Im Moment laufen noch die letzten Verhandlungen mit unserer Versicherung für das finale cash settlement, danach ist dieses Kapitel dann hoffentlich abgeschlossen. So sehr uns unsere Versicherung auch geholfen hat, es war doch auch ziemlich mühsam und zeitaufwändig – die genaue Buchführung und das Sammeln und Scannen von Rechnungen hat uns Tage (wenn nicht Wochen) unseres Lebens gekostet. Aber das sollte in den nächsten Tagen abgeschlossen sein, 13 Monate nach der Überschwemmung – wer hätte gedacht, das das so lange dauern würde?!?

In den nächsten Blogbeiträgen werde ich euch detailliert von den Ereignissen des letzten Vierteljahres berichten und euch außerdem zeigen, wie unser Campingplatz jetzt aussieht – vielleicht kommt ihr uns ja dann bald besuchen 🙂

Für heute wars das aber erstmal, ich melde mich die Tage wieder! Ich hoffe, euch geht es gut und ihr genießt den Frühling (Neid!!).

Eure Susi

Paddy’s Geburtstag, Brent’s Geburtstag und noch eine Woche bis Weihnachten…

Hallo liebe Leser, schon wieder ist eine Woche um, und wie immer haben wir nicht so viel geschafft wie wir gehofft hatten… Nichtsdestotrotz sind wir auf einem guten Weg, diese Woche wird nochmal richtig hart, aber wir sollten alles soweit fertig kriegen, dass wir für den (hoffentlich) großen Ansturm an Campern nach Weihnachten gerüstet sind. Natürlich werden immer noch ein paar Kleinigkeiten zu tun sein, aber das meiste sollte bis dahin da sein und funktionieren…

Unser Campingplatz sieht inzwischen wieder richtig schön aus, von den Folgen der Überschwemmung ist (fast) nichts mehr zu sehen. Dank Tracy, unserer Gärtnerin, ist der Holiday Park so ordentlich und schön wie nie zuvor, ich mähe fleißig Rasen und jetzt haben wir auch einen neuen driveway durch den Park und eine asphaltierte Einfahrt in unser Grundstück! So sah unsere Auffahrt vorher aus:

Dann begannen die Arbeiten, bei denen zuerst die oberste Schicht abgetragen und dann aufgefüllt und begradigt wurde, bevor der Asphalt darüber kam:

Und so sieht es jetzt aus, wo alles fertig ist (und Paddy noch nicht wieder zig Autos drauf geparkt hat):

Harvey gefällt der neue Belag auch 😉
Unser Hof von der anderen Seite, rechts Paddy’s Workshop, links unser Haus.

Auch die Zufahrtswege in unserm Holiday Park wurden teilweise asphaltiert, teilweise mit Schotter befestigt:

Die Bäder haben jetzt wieder eine Decke mit neuen Deckenstrahlern, die Decke muss nur noch gestrichen werden. Auf den Fotos seht ihr, wie die Platten gesetzt wurden und dann wie es jetzt aussieht:

Das fertige Endprodukt: Decke und Deckenstrahler sind drin.

Heute haben wir die Waschbecken abgeholt, die Paddy diese Woche einbaut, dann sind die Bäder fertig (bis auf ein paar Kleinigkeiten wie Spiegel, Toilettenpapier-Halter, usw).

Die Küche bereitet uns die meisten Kopfschmerzen, denn dort muss noch einiges getan werden. Nach unserem Fußboden-Desaster mit der nicht trocknenden Farbe muss die Farbe diese Woche entfernt werden, was ordentlich Arbeit ist – mit einem speziellen Farbentferner muss sie mühevoll manuell abgeschrubbt und dann abgewaschen werden. Über unsere Hauptsaison lassen wir den Boden erstmal wie er ist und streichen ihn dann im Januar/Februar, dann hoffentlich erfolgreicher! Die Küchenzeile wurde fertig installiert und poliert und Paddy hat die Spülbecken und Wasserhähne angeschlossen. Außerdem hat er die Gaskochplatten eingebaut, die werden diese Woche angeschlossen.

Die fertige Küchenzeile, alles schön auf Hochglanz poliert.
Die neuen Gaskochplatten sind eingebaut, darüber hat Paddy schon die Löcher für den Dunstabzug in die Decke gesägt.

Davie, unser Elektriker, hat die Duschtimer angeschlossen und neue Steckdosen in der Küche gesetzt:

Der neue Sicherungskasten und die neuen Steckdosen für die Kühlschränke.
Paddy’s Klempnerarbeiten für das heiße Wasser in der Küche.

Morgen hole ich die Dunstabzugshauben in Napier ab, bevor Paddy sie dann einbaut. Sobald der Boden wieder begehbar ist, kommen die Kühlschränke und die neuen Tische und Stühle in die Küche, und dann kann sie endlich benutzt werden, auch wenn sie noch nicht komplett fertig ist.

Da Paddy von uns beiden der Handyman ist, der alles kann, verbringt er gerade die meiste Zeit mit Bau- und Renovierungsarbeiten, während ich mich um den täglichen Betrieb unseres Campingplatzes kümmere, also Putzen, Rasenmähen, E-mails beantworten, Wäsche, Rezeption, Einkaufen… Irgendwie gehen die Tage gerade viel zu schnell um, Weihnachten und damit unsere Hauptsaison nähert sich mit schnellen Schritten…

Am Mittwoch nahmen wir uns einen halben Tag frei, denn es war Paddy’s Geburtstag. Wir fuhren nach Napier und verbrachten den Nachmittag mit Christmas shopping (dafür hatten wir bisher noch keine Zeit).

Lunchbreak im Tennyson Café– kleine Stärkung, bevor es ans Einkaufen ging.

Neben den Weihnachtsgeschenken shoppte Paddy auch eine neue Autobatterie – zwangsweise, denn unser Pajero weigerte sich hartnäckig anzuspringen. Nachdem wir die elektrischen Fensterheber während des Parkens bei ausgeschaltetem Motor benutzt hatten, war die altersschwache Batterie leer! Zum Glück hat Paddy Freunde in Napier, und Steve kam als rettender Engel mit Jump Starter und brachte unser Auto wieder zum Laufen, so dass wir zum Batterie-Shop fahren konnten.

Steve und Paddy mit dem Jump Starter – das war eigentlich nicht geplant für seinen Geburtstag!

Für den Abend hatte ich uns fürs Geburtstagsdinner einen Tisch im Central Fire Station Bistro gebucht, einem sehr guten Restaurant in cooler Location im alten Feuerwehrgebäude von Napier. Die Atmosphäre war toll und das Essen sensationell, ein richtig schöner Abend!

Sportmäßig war diese Woche nicht sehr erfolgreich. Ich trat zwar zum Dienstäglichen Rennen an, aber beendete es nicht. Das Wetter war, wie jeden Dienstag, echt besch… sehr windig mit Böen bis zu 60km/h und mittendrin fing es auch noch an zu schütten. Nach ca 15km verlor ich den Anschluss an die Gruppe im Gegenwind, und die Aussicht auf eine weitere Runde (wir fuhren zwei Runden) allein in Sturm und Regen ohne Aussicht, die Gruppe einzuholen, war nicht sehr verlockend, es machte so überhaupt keinen Spaß, in diesem Wetter zu radeln! Und so war ich ein echtes Weichei und beendete das Rennen vorzeitig nach einer Runde. Das nächste Rennen wird wieder besser 😉

War das Wetter am Dienstag noch echt bescheiden, wurde es doch von Tag zu Tag besser, und seit Samstag ist der Sommer da, juhuuuu!!! Hier der Beweis:

In Shorts und T-Shirt bei strahlendem Sonnenschein macht der Spaziergang am Fluss mit Harvey gleich viel mehr Spaß!

Am Samstag waren wir zu Brent’s 70. Geburtstag in Napier eingeladen. Praktischerweise haben Freunde von Paddy, Baz und Jane, ein großes Haus, dessen Erdgeschoss sie zu einem AirB&B ausgebaut haben, so dass wir uns dort für eine Nacht einquartierten. Auch Bryn und Heather, ein anderes befreundetes Pärchen, übernachtete dort. Bevor wir zur Party aufbrachen, saßen wir dort schon ein wenig bei einem Glas Wein zusammen und die langjährigen Freunde schwelgten in Erinnerungen an gemeinsame Zeiten in London.

Jane, Bryn und Heather.
Baz und Paddy.

Dann ging es zum East Pier, der Location der Party, wo Brent mit 150-200 Leuten seinen 70. Geburtstag ausgiebig feierte. Es gab natürlich jede Menge Alkohol, Essen und sogar Live Musik, die Band „Hattrick“ spielte bis Mitternacht und heizte die Stimmung ordentlich an! Doch bevor es ans Tanzen ging, gab es einige Reden zu Ehren des Geburtstagskindes und sogar einen Haka, der echt für Gänsehaut sorgte! Es war eine richtig coole Party!

Brent, das Geburtstagskind, bei seiner Rede.
Die Band „Hattrick“.

Nach jeder Menge Alkohol, guten Gesprächen und Tanzen ging es per Uber zurück zu unserer Unterkunft für die Nacht, wo wir todmüde in unser Bett fielen. Am nächsten Morgen wachten wir zu dieser Aussicht und diesem Wetter auf:

Blick aus unserem Schlafzimmer über Napier.

Baz‘ und Jane’s Haus sitzt auf einem Hügel über Napier und bietet eine tolle Aussicht, vor allem bei diesem genialen Wetter! Es ist quasi an den Berg gebaut und geht über drei Stockwerke, wobei der Eingang oben im dritten Stock ist und man dann hinunter in die Wohnung geht. Sehr cool!

Paddy auf der Veranda im untersten Stock, wo das AirB&B ist, und Baz ein Stockwerk darüber, wo sich ihre Wohnung befindet.
Jane und Baz, unsere Gastgeber und langjährige Freunde von Paddy.
Mit dem Blick von der Terrasse kann man schon leben, oder?!
Jane und Heather mit dem ersten Kaffee des Tages, der nach der Party auch dringend nötig war.
Bryn, Baz und Paddy in der Küche beim Kaffeekochen.

Paddy und ich gönnten uns noch ein leckeres Frühstück in einem Café in Napier, bevor wir nach Hause in unseren Campingplatz-Alltag fuhren, wo das Putzen schon auf uns wartete – aber natürlich auch unser Hund Harvey, der uns begrüßte, als wären wir drei Wochen weg gewesen. Nach dem Putzen nutzte ich das Sommerwetter für ein Sonnenbad auf der Veranda, das erste diesen Sommer – sooooo schön! Am Nachmittag kamen Paddy’s Schwester Aileen mit ihrem Partner Andrew and seinem Sohn Matt auf ein Pläuschchen vorbei, und abends hatten wir Pietro zu Gast, ein Freund aus Palmerston North, der dort in einer Band spielt. Den Abend verbrachten wir mit Gesprächen über Musik bei leckerem indischen Take Away Food.

So, das wars mal wieder von mir, ich melde mich nächstes Wochenende wieder – hoffentlich mit der guten Neuigkeit, dass wir so gut wie fertig sind mit den Renovierungsarbeiten und bereit für den Ansturm von Campern 🙂

Euch noch eine schöne Vorweihnachtswoche, haltet durch, bald sind Ferien / Urlaub!

Eure Susi

Der Countdown bis Weihnachten läuft… und noch so viel zu tun!

Hallo liebe Leser, diese Woche bin ich zur Abwechslung mal pünktlich mit meinem Blog. Hier ist es jetzt Sonntag Abend, und während Paddy unser Abendessen kocht, schreibe ich euch von meiner Woche.

Diese Woche hieß es „back to racing“ – Dienstag Abend war race night, und wie (fast) jeden Dienstag Abend war es kalt, windig und regnerisch. Der Wettergott ist dieses Jahr wahrlich kein Radrenn-Fan… Zum Aufwärmen radelte ich die knapp 10km zum Start nach Otane, meine Beine fühlten sich gar nicht gut an, und ich dachte, das wird kein gutes Rennen werden… Heute musste ich ohne Sandy ran, sie hatte leider keine Zeit.

Warten auf das race briefing, noch sind nicht alle da. Wie schon erwähnt war das Wetter nicht das beste, so dass sich die Teilnehmerzahl leider in Grenzen hielt.

Diese Woche stand Kermesse auf dem Programm, d.h. 4 Runden á 8,5km auf einem flachen Kurs – es würde mit Sicherheit ein schnelles Rennen werden! Es war erst mein drittes Rennen in C grade, und so war mein Ziel, so lange wie möglich mit der Gruppe zu fahren ohne den Anschluss zu verlieren. Schon in der ersten Runde merkte ich, wie meine Beine plötzlich besser wurden, und ich fühlte mich richtig gut, so gut, dass ich tatsächlich relativ viel Arbeit an der Spitze machte. Wie eigentlich immer wurde das Rennen in C grade im Zielsprint entschieden, und ich war dabei! Ich landete auf dem dritten Platz, 2 Sekunden hinter dem Sieger, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von fast 35 km/h – mein schnellstes Rennen bis jetzt. Was für ein cooles Rennen!

Das Ergebnis dieses Rennens – A und B grade mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 41km/h!!

Vor der Weihnachtspause ist jetzt nur noch ein Rennen, und am 19.12. ein Mannschaftsrennen (davon erzähle ich euch dann mehr, wenn es soweit ist), dann ist erstmal Pause für zwei Wochen, bevor es im Januar in die zweite Hälfte der Saison geht. Aber genug vom Sport!

Auf unserem Campingplatz gehen die Renovierungsarbeiten weiter voran, allerdings leider langsamer als uns lieb ist – so langsam geht uns die Zeit aus bis Weihnachten… Paddy war in den letzten Tagen hauptsächlich mit Klempnerarbeiten in den beiden Bädern beschäftigt:

Die Leitungen für die Waschbecken sind gelegt, jetzt fehlen nur noch die Waschbecken…
Noch mehr Rohre… hier zu den Duschen.
Das sind unsere Dusch-Timer, damit unsere Gäste es mit der Dusch-Länge nicht übertreiben…

Außerdem hat Paddy die Bäder sauber gemacht, jetzt fehlen nur noch die Waschbecken und die Decke, beides sollten wir in der kommenden Woche schaffen…

Die Maler haben diese Woche angefangen, die Waschküche zu streichen, so sah sie vorher aus (wir haben die Waschmaschinen in die Mitte gerückt, um Platz zum Streichen zu schaffen):

Das „Nachher-Bild“ gibt es dann, wenn sie fertig gestrichen ist und eine neue Decke hat. Auch dem Küchenfußboden haben sich die Maler angenommen, leider bisher mit nur mäßigem Erfolg, denn die Farbe will und will nicht trocknen (siehe Video, unbedingt mit Ton anschauen!):

Zuerst wurde der Boden geschliffen…
… dann gemalert – die ganze Küche ist jetzt frisch gestrichen und würde eigentlich echt gut aussehen, wäre da nicht…
… dieses „sticky noise“ 😦

Irgendwie müssen wir dieses Problem in der kommenden Woche lösen, wie auch immer… In dieser Woche kommen die Edelstahl-Arbeitsplatten hinein, und in den Bädern werden die Decken installiert. Paddy will die Waschbecken in den Bädern einbauen und die Spülbecken in der Küche anschließen. Für das Einsetzen und den Anschluss der Gaskochplatten brauchen wir jedoch einen Fachmann, der das hoffentlich auch nächste Woche machen kann. Und sobald das Fußboden-Problem in der Küche gelöst ist, können wir sie wieder einräumen und sie kann benutzt werden. Ich bin froh, wenn es soweit ist, denn zur Zeit benutzen alle die Küche unserer Lodge, die eigentlich nicht für so viel Publikumsverkehr gedacht ist… Es ist also noch jede Menge zu tun vor unserer Hauptsaison, und natürlich auch noch jede Menge „Kleinkram“, den ich gar nicht erwähnt habe. Drückt uns die Daumen, dass wir alles (oder wenigstens so viel wie möglich) rechtzeitig hin kriegen 🙂

Neben der Arbeit brauchen wir natürlich etwas zum Ausgleich, ich habe mein Radfahren und Paddy hat seine Musik. Gestern hatte Paddy’s Band einen Gig im Copperpot (wie im letzten Blog angekündigt), der so gut lief, dass der Kneipenbesitzer sie gerne fest für einen Gig im Monat buchen würde. Ich war leider zu müde, um die Nacht durchzutanzen und blieb zu Hause. Am nächsten Morgen gab es die übliche Nachbesprechung beim Frühstück im „Goat Horn Café“, mit einem Teil der Band und ein paar Gästen:

Glyn, Paddy, Andy, Bob und Steve beim Frühstück.

Der nächste Termin am heutigen Sonntag war die Alpaka-Schur, die wir wegen Regens schon zweimal verschieben mussten. Heute sollte es endlich klappen, denn der Regen wartete bis wir fertig waren 🙂

Zuerst lockte Paddy Felix (das weiße Alpaka) und Radar (der schwarze Bruder) in unser provisorisches Gehege, was erfreulich einfach war dank eines Asts mit leckeren Blättern:

Noch sind die beiden ganz wollig und schauen aus wie Alpakas.

„Ich sag dir, irgendetwas ist faul hier!“
„Oh Gott, das ist der Mann mit dem Foltergerät!!!“

In den folgenden Videos (unbedingt mit Ton anschauen) werdet ihr Zeuge, wie sich Felix beim Scheren anstellt…

Zuerst der Kampf, Felix auf den Tisch zu kriegen…
… dann der Kampf beim Scheren.

Felix schreit und spuckt die ganze Zeit, als ginge es um sein Leben, so dass alle nach dem Scheren mit grüner Spucke bekleckert sind. Zum Glück ist Radar das Gegenteil und lässt die Schur relativ geduldig über sich ergehen. Nach ihrem Friseurtermin schauen die Alpakas echt lustig aus, denn irgendwie bleibt nicht viel von ihnen übrig, wenn man die Wolle wegnimmt:

Jetzt sind die beiden bereit für sommerliche Temperaturen, es muss nur noch das Wetter mitspielen 😉

Dem ganzen Regenwetter zum Trotz produziert unser Grapefruit-Baum jede Menge Früchte, aber vielleicht mag er es auch gerne feucht. Jedenfalls ernten wir eimerweise Grapefruits, die sehr saftig und fast süß schmecken. Heute habe ich ein bisschen Saft gepresst – sehr lecker, sogar unverdünnt und ohne Zucker!

So, das wars mal wieder für heute, Dinner ist fertig, wir werden es uns jetzt schmecken lassen. Ich hoffe, euch geht es gut und ihr seid weiter mit euren Weihnachtsvorbereitungen als wir es sind… Lasst gerne mal wieder von euch hören! Euch noch eine schöne, weiße Vorweihnachtszeit! Bis nächste Woche!

Eure Susi

Recovery week radfahrtechnisch – ansonsten aber ziemlich busy

Hallo liebe Leser, nach dem großen Rennen letztes Wochenende starteten Paddy und ich ziemlich müde in die neue Woche. Mein Körper brauchte erstmal eine Pause, und so ließ ich das wöchentliche Dienstagsrennen ausfallen und stieg erst am Mittwoch für eine lockere Runde wieder aufs Rad. Insgesamt bin ich nur an 3 Tagen geradelt, nur 160km bzw. 6 Stunden diese Woche, was verglichen mit den letzten Monaten, wo ich um die 300km jede Woche geradelt bin, nichts ist. Aber mein Körper brauchte die Pause, nächste Woche gehts wieder weiter mit dem Training.

Dafür waren wir bei den Renovierungsarbeiten auf unserem Campingplatz umso geschäftiger! Letzte Woche haben wir die Gemeinschaftsküche herausgerissen, das sah dann so aus:

Unter den Spülbecken fand sich noch jede Menge Schlamm von der Überschwemmung, und ein Loch im Betonboden:

Nicht sehr lecker…

Paddy versteckte alle Leitungen und Rohre hinter Holzpaneelen, so dass alles ordentlich aussieht:

Dann konnten die Maler ans Werk gehen und Roy und seine Jungs machten die Wände weiß, jetzt schaut es schon viel besser aus!

Kommende Woche wird der Fußboden gestrichen (nachdem wir komplett ausgeräumt und sauber gemacht haben), dann kommen die Küchenzeilen und Kochplatten rein.

Auch in den Bädern hat sich einiges getan, seit wir sie herausgerissen haben: Die Wände wurden gestrichen, die Duschwände und der Fußboden geschliffen, poliert und versiegelt, Paddy hat die Toiletten und zwei der vier Duschen eingebaut, die Türen wurden installiert und die Türgriffe und Schlösser montiert. Kommende Woche will Paddy die Rohre verlegen und die Waschbecken einbauen.

Die neuen Türen im toilet block…
… mit frisch montierten Schlössern und Türgriffen.
Niegelnagelneue Toiletten.

Und während die Duschen im Damenbereich schon so aussehen…

Die Wasserwaage gehört da natürlich nicht rein, und der Duschkopf und die Mixer-Halterung fehlen noch, aber sonst sieht es schon ganz gut aus!

… ist im Herrenbereich noch ein bisschen mehr zu tun:

Auch die Decke muss noch gemacht werden, zusammen mit eingebauten down lights:

Neue Balken sind schon da, aber die Decke fehlt noch.

Unsere cabins sind (bis auf Bilder an den Wänden) fertig, letzte und diese Woche wurden die Wände außen und das Dach neu gestrichen, jetzt schauen sie fast aus wie neu:

Auch der Barbecue Bereich schaut dank Tracy wieder echt schmuck aus:

Bis Weihnachten wollen wir alles fertig haben, das wird ganz schön knapp… Krass, dass alles soooo lange dauert, immerhin ist die Überschwemmung nun schon fast 10 Monate her! Aber wir sind auf der Zielgeraden, ein Ende ist in Sicht 🙂

Während ich von euch solche Bilder von Weihnachtsmarkt und Winter geschickt bekomme (danke an Bettina und Claudi) …

… sieht Weihnachtsmarkt (bzw. Farmers‘ Market) und Dezember bei uns so aus (siehe auch Titelbild):

Ich werde mich wahrscheinlich nie daran gewöhnen, dass Weihnachten hier im Sommer ist… es fühlt sich einfach falsch an, Weihnachten in Shorts und T-Shirt am Strand, ohne Kälte, (richtige) Weihnachtsmärkte und Glühwein.

Neben allen möglichen Ständen mit Essen und Trinken, frischem Obst und Gemüse und allem möglichen Weihnachtszeug war auch für Unterhaltung gesorgt: verschiedene Musiker spielten von 10 Uhr morgens bis 4 Uhr nachmittags, unter anderem Paddy’s Band „The MonotoneNZ“ und zwei Neulinge in der Musikszene, die Paddy auf der Gitarre begleitete:

„The MonotoneNZ“ auf der Bühne des Farmers Market Waipukurau.
Ihr erster Auftritt: Phoebe mit Tohu, der für den Rhythmus sorgte, und Paddy an der Gitarre.
Musik-Neuling Tohu mit Paddy.

Nächsten Samstag spielen die „MonotoneNZ“ im Copperpot in Waipukurau, da werde ich mal wieder die Nacht (oder wenigstens den Abend) durchtanzen, wie in alten Zeiten im Kunstpark in München (ich sag nur „Willenlos“) – damals, als ich noch jung war 😉

Während bei euch das Schneechaos eingezogen ist, ist hier heute ein grauer, regnerischer Tag. Irgendwie hat der Sommer noch nicht richtig hergefunden, es ist und bleibt wechselhaft. Aber der Sommer ist ja auch erst 3 Tage alt, ich geb ihm noch eine Chance, dieses Jahr nach zwei Jahren Pause auch wirklich zu kommen… Diese Fotos hab ich heute beim Spaziergang mit Harvey gemacht:

Harvey kümmert das wenig, solange er im Fluss rumtoben kann, und das macht er bei jedem Wetter und allen Temperaturen!

So, das wars mal wieder von mir. Genießt den Schnee (nicht so sehr das Verkehrschaos) und trinkt einen Glühwein oder zwei auf dem Weihnachtsmarkt für mich mit! Wie immer freue ich mich darauf, von euch zu hören!

Eure Susi

Lake Taupo Cycle Challenge – das große Rennen!

Hallo liebe Leser, es ist geschafft, I did it!!! 160 Kilometer um den Lake Taupo herum!!! Yayyyyy!!! Was für ein Erlebnis! Was für ein cooles Wochenende mit coolen Leuten! Drei Tage später spüre ich immer noch meine Beine und bin immer noch müde, aber das war es so was von wert! Aber von vorne:

Am Freitag Vormittag gleich nach dem Putzen machten Paddy und ich uns auf den Weg nach Taupo, unseren Campingplatz wußten wir bei Tracy in guten Händen. Unser Hund Harvey lag schmollend auf seinem Bett und kam nicht einmal raus, um auf Wiedersehen zu sagen… er wusste gleich, als wir packten, dass wir für ein paar Tage weg sein würden. Das Wetter war nicht gut, es war kühl und regnete, aber die Aussichten für Samstag, den Renntag, waren etwas besser, wenn auch nicht toll…

Auf dem Weg nach Taupo im Regen.

Wir hatten ein AirBnB gemietet, das wir mit Sandy, Craige, Cheryl und Shane teilen würden. Da wir dort erst um 15.00 Uhr einchecken konnten, gingen wir zuerst in die Stadt und warteten bei einem Kaffee auf Sandy und Craige, Cheryl und Shane würden erst am Abend kommen.

Stärkung nach der regnerischen Fahrt.

Kurz darauf kamen Sandy und Craige an und wir machten uns auf den Weg zur Anmeldung fürs Rennen ins Great Lake Center. Schnell noch die Startgruppe gewechselt auf eine schnellere Gruppe, dann waren wir „fertig“ fürs Rennen am nächsten Tag:

Sandy und ich bei der Anmeldung für das „Round the Lake“-Rennen.
All set to go 🙂
Die Expo mit diversen Verkaufsständen mit allem rund ums Radeln.

Wir wanderten noch über die Expo in der anschließenden Halle, wo ich drei paar Socken und das diesjährige Taupo-Trikot erstand, dann machten wir uns auf zu unserem AirBnB. Es lag etwas außerhalb des Stadtzentrums in Hilltop, sehr ruhig in einer Nebenstraße, war super gemütlich und gut ausgestattet:

Ich war schon krass nervös und wollte unbedingt nochmal den Kurs mit dem Auto abfahren, um ihn mir nochmal anzuschauen. Gesagt getan – wir vier hüpften ins Auto und erkundeten ein letztes Mal die Strecke. Während Sandy fuhr und sie und ich uns versuchten, die kritischen Stellen einzuprägen (v.a. die Berge), genossen Craige und Paddy die Fahrt auf andere Weise:

Hydrieren ist wichtig vor einem Rennen!!

Nach der Erkundungsrunde besorgten wir uns im Supermarkt Zeug fürs Abendessen (Pasta natürlich) und saßen noch ein wenig mit Cheryl und Shane, die inzwischen eingetroffen waren, zusammen, bevor’s ins Bett ging. Wer mich kennt, weiß, dass ich vor Wettkämpfen/Rennen/Spielen immer schlecht schlafe, und auch diese Nacht war nicht sonderlich ergiebig, so dass ich froh war, als ich um 6 Uhr endlich aufstehen konnte. Das Wetter war zwar besser als am Vortag, der Regen hatte aufgehört und es war bewölkt, aber ziemlich frisch mit 8 Grad am Morgen (und 14 Grad Höchsttemperaturen am Nachmittag) und sehr windig! Unser Zeug hatten wir am vorigen Abend schon hergerichtet, so dass wir nur noch frühstücken und uns auf die Räder schwingen mussten. Craige und Paddy würden uns zum Start begleiten und dann am Kuratau Hill auf uns mit Getränken warten. Shane war bei einem der Mountainbike-Rennen angemeldet und Cheryl wollte bei allen Starts und Finishs der Clubmitglieder sein, zur moralischen Unterstützung und um Fotos zu machen. Dafür war sie schon in der Nacht um 1 Uhr aufgestanden, um Delwin beim Enduro-Start (320km!!! 2 Runden um den See!!!) zu unterstützen:

39 Radler waren am Start für das Enduro-Rennen, unter ihnen Delwin.

Auch der Rest des Tages würde für Cheryl ziemlich stressig werden, immerhin waren 11 Mitglieder des CHB Cycling Bats hier zu verschiedenen Rennen angemeldet:

Janette, Julie and Liz für eines der Mountainbike-Rennen.
Shane, ebenfalls Mountainbike.
Die Hulenas – Hamish, Ryan and Stephenfür das Straßenrennen.
Doug, ebenfalls Straßenrennen, hier schon nach dem Rennen. Er ist hier in Taupo schon über 20 Mal gestartet!
Und schließlich Sandy und ich, direkt am Start.

Nach dem Frühstück schwangen wir uns also auf unsere Räder und wollten den Hinweg zur Startlinie als Aufwärmen nutzen, was aber nur bedingt klappte, den erstens war die halbe Strecke bergab und zweitens hatte ich nach 4 Minuten einen Platten!! Ich bin wohl durch eine Glasscherbe gefahren. Das war gar nicht gut für meine Nerven! Wir riefen Craige und Paddy zu Hilfe, die schnell den Schlauch wechselten und fuhren dann direkt zum Start – Aufwärmen ist ja sowas von überbewertet! 😉

Um 7:50 Uhr startete unser Rennen, und gleich den Berg hinauf! Wir erwischten eine gute Gruppe, mit der wir die ersten Kilometer gut mitgehen konnten, so dass der Start richtig gut lief. Danach ließen wir abreißen und fanden kurz bevor es in den krassen Gegenwind ging, eine Gruppe, die ein für uns gutes Tempo hatte, was es sooo viel leichter machte! Der Wind war nicht schön! Trotzdem lief alles hervorragend bis Kilometer 85, als ich Krämpfe bekam, die ich leider auch bis zur Ziellinie nicht mehr los wurde. Wir stoppten für ein paar Minuten auf dem Kuratau Hill, wo Paddy und Craige uns mit vollen Fahrradflaschen versorgten und ich versuchte, meine krampfenden Beine zu dehnen. Danach stürzten wir uns den Berg hinab Richtung Turangi, mit der Aussicht, endlich bald aus dem Gegenwind rauszukommen. Kurz nach Turangi hatten wir dann endlich Rückenwind, nach 120km! Das war schön, und jetzt warf Sandy den Motor richtig an und wir sausten Richtung Taupo. Leider kamen meine Krämpfe zwischendurch immer wieder, aber in diesem Rennen habe ich gelernt, dass man auch mit Krämpfen radeln kann und die irgendwann aufhören (und auch wieder kommen). Sandy war der Hammer, sie machte die ganze Arbeit und ließ mich im Windschatten fahren, und schaffte es dann noch, mich mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 36km/h auf den letzten 22km zum Ziel zu bringen – zugegebenermaßen mit viel downhill und etwas Rückenwind – aber in Anbetracht der Tatsache, dass ich immer noch unter Krämpfen litt, nicht schlecht, oder? Hier ein paar Eindrücke vom Rennen:

Sandy in front, ich hinterher – so sah das das ganze Rennen aus.
Ich auf den letzten 500m.
Kurz vor dem Ziel…
Ziellinie überquert! Geschafft! Yayyyyy!!!
Und hier das offizielle Ergebnis: 5:59:15h für die 160km, das brachte mir den 9.Platz in meiner Altersklasse (von 45), Platz 43 unter den Frauen (von 184) und Platz 659 im gesamten Starterfeld (ca 1500 Starter).

Im Ziel war ich total happy, dass ich es erstens geschafft hatte und zweitens unter den Bedingungen (fieser Wind, Krämpfe) unter 6 Stunden geblieben war! Das ist ziemlich in Ordnung für das erste Mal glaube ich. Und das ist die Zeit, die ich nächstes Jahr unterbieten will 🙂

Im Ziel und Event Village angekommen, gab es frische Orangen, die Finisher-Medaille und Getränke – Craige brachte uns gleich eine eiskalte Cola, das war das beste Getränk in meinem Leben ;-). Hier trafen wir auf einen Teil der anderen, die auf uns gewartet hatten, und tauschten erstmal unsere Renngeschichten aus.

Shane, Sandy, Cheryl, Liz, ich, Paddy, Janette und Julie nach unseren Rennen.

Da es schnell kühl wurde, so völlig verschwitzt nach dem Rennen, fuhren wir zurück in unser AirBnB, duschten und aßen eine Kleinigkeit – Hunger hatte ich wirklich nicht, nach dem ganzen Süßkram während des Rennens (Gels, Jetplanes usw), aber laut meiner Garmin hatte ich 3500kcal verbraucht, die mussten wieder aufgefüllt werden. Zu dieser Zeit war Delwin immer noch in ihrem Enduro Rennen unterwegs, deshalb beschlossen wir, zum Hatepe Hill zu fahren und sie für ihre letzten 20km nochmal kräftig anzufeuern.

Warten auf Delwin – Paddy vor unserem Pajero, der uns alle sechs hergebracht hatte.
Auch Bronnie und Winnie, die extra zum Anfeuern nach Taupo gekommen waren, gesellten sich zu uns.
Drei Blondinen am See -Sandy, ich und Cheryl.
Auch Lee stieß hier zu uns – er war zusammen mit Jo und Neill die erste Runde (also 160km!) mit Delwin mitgeradelt, zur Unterstützung – echt krass!

Nachdem Delwin durch war, und sie sah noch richtig gut aus dafür, dass sie schon 300km in den Beinen hatte, fuhren wir zum Price Giving zurück zum Event Village. Inzwischen war die Sonne richtig rausgekommen und es war sehr angenehm, wenn auch nicht sommerlich.

Price giving im Event Village.

Hier trafen wir uns auch wieder mit all den anderen Radlern unseres Clubs, tauschten unsere Geschichten aus und warteten auf Delwin, die nach über 16 Stunden glücklich und erleichtert die Ziellinie überfuhr – was für eine grandiose Leistung!!!

Die strahlende Heldin des Tages – man sieht ihr die 320km gar nicht an!

Für den Abend war Feiern angesagt – ich wollte Cocktails. Und so zogen wir von der Siegerehrung zum Lonestar, und es gab Bier für die Jungs und Cocktails für die Mädels, yummy!!

Nach kurzem Zwischenstop beim Liquor store kamen wir wieder in unserer Unterkunft an. Cheryl hatte lecker Chicken pasta für uns vorbereitet, die wir uns heute alle redlich verdient hatten und uns jetzt schmecken ließen.

Gute Stimmung im Auto 🙂

Wir ließen uns noch 1-2 Weinchen / Bierchen schmecken, dann fielen wir todmüde in unsere Betten – was für ein Tag!

Der nächste Morgen begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein bei so gut wie keinem Wind – natürlich! War ja klar! Wir packten unsere Autos, räumten die Unterkunft auf und brachen auf zum Frühstück mit Winnie und Bronnie im Bodyfuel in Taupo. Ich nutzte das superschöne Wetter noch für ein paar Fotos:

Meine Flatmates für das Wochenende – schön wars!
Frühstück im Bodyfuel.

Dann trennten sich unsere Wege, einige gingen Christmas shoppen, andere zum Mountain biken und Paddy und ich machten uns auf den Heimweg. Da das Wetter so schön war, beschlossen wir, über die Desert Road und Gentle Annie heim zu fahren, und obwohl es ab Mitte Desert Road zuzog, genossen wir den Umweg in herrlicher Landschaft:

Auf der Desert Road, den noch schneebedeckten Vulkan Mount Ruapehu im Blick.
Kurzer Fotostop auf der „Gentle Annie“ zwischen Taihape und Napier.

Am Spätnachmittag waren wir wieder zurück auf unserem Campingplatz, und Harvey war überglücklich, uns wieder zu haben! Es war ein tolles Wochenende mit einem coolen Rennen und sehr guten Freunden!

Ende Oktober/Anfang November besuchten uns meine Ex-Kollegin Lisa, ihr Mann Julian und Sohn Jonah für ein paar Tage. Sie nutzten unseren Campingplatz als Basis für Tagesausflüge, und am Abend verbrachten wir einige Zeit zusammen, mit lecker Essen und Wein. War echt schön, auch mal wieder Deutsch zu sprechen 🙂

Lisa, Jonah und ich mit unseren Alpacas.
Pizza-Abend!
Abschiedsbild mit Harvey.

So, das wars für diese Woche, nächste Woche geht es weniger ums Radfahren ;-). Bis dahin macht es gut und lasst euch nicht so sehr vom vorweihnachtlichen Trubel stressen! Trinkt einen Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt für mich mit!

Eure Susi

Was in den letzten 3-4 Monaten geschah…

Hallo liebe Leser, Frühling ist hier (und fast schon wieder vorbei)! Sorry für die laaaaaaange Pause, irgendwie habe ich nie die Zeit gefunden, mich mal wieder zu melden. Deshalb gibt es heute einen relativ umfangreichen Blogbeitrag, vor dem ich mich jetzt schon seit ein paar Wochen drücke… sorry! In Zukunft wird es einen wöchentlichen Beitrag geben, ich werde mir jeden Sonntag Zeit nehmen, euch von hier und mir zu berichten. Das sollte besser funktionieren für mich, ansonsten ist die Gefahr zu groß, dass ich den Blog gar nicht mehr schreibe. Freut euch also in Zukunft auf jeden Sonntag 🙂

Aber nun zu dem, was hier in den letzten Monaten so los war: Im Juli/August fand die Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Australien und Neuseeland statt, und wenn man sowas schonmal direkt vor der Haustüre hat, geht man natürlich auch hin! Wir sicherten uns Tickets für das Vorrundenspiel zwischen Japan und Spanien und eines der Viertelfinale, beides in Wellington. Für das Vorrundenspiel blieben wir nur über Nacht, aber das Viertelfinale verbanden wir mit einem Wochenende in der Hauptstadt. Hier ein paar Bilder vom Spiel Japan – Spanien, leider war das Stadion nicht voll, trotzdem war es ein tolles Erlebnis, und ein zumindest für mich überraschendes Ergebnis mit 4:0 für Japan:

Zwei Wochen später machten wir uns wieder auf den Weg nach Wellington, um das Viertelfinale zwischen Spanien und den Niederlanden zu sehen. Und dieses Mal war das Stadion voll, und fest in der Hand der holländischen Fans. Was für eine Atmosphäre! Und was für ein tolles Spiel (nicht so sehr für die Holländerinnen)!

Vor dem Spiel.
Wie immer waren wir früh da, und wie man an unseren dicken Winterjacken sehen kann, war es nicht sehr warm, dafür aber sonnig.
Im Stadion war es auch vor den Essensständen deutlich voller als zum Vorrundenspiel.
Volles Stadion zum Anpfiff – was für eine Stimmung! Und das, obwohl Neuseeland definitiv kein Fußballland ist.

Nach dem Spiel schauten wir auf dem Fanfest vorbei, was allerdings nichts besonderes war – hauptsächlich ein Fußballfeld für Kids und eine Halle mit Essensständen und Live Musik für die Erwachsenen:

Dann checkten wir in unserem niedlichen, kleinen AirBnB im Stadtteil Aro Valley ein, das über einer Garage gebaut war und nur einen kurzen Fußmarsch vom Zentrum entfernt lag – perfekt!

Unser Auto vor dem schmucken kleinen AirBnB, unserer Unterkunft für dieses Wochenende.

Abends zogen wir los, um eine Sportsbar zu finden, in der wir uns das Viertelfinale zwischen Japan und Schweden anschauen konnten. Wir wurden fündig – im Irish Pub „Jack Hacketts“ gab es neben ganzen Wänden voller TV-Bildschirmen, auf denen das Spiel zu sehen war, auch leckere Burger, so dass gleichzeitig für unser Dinner gesorgt war. Wir fanden einen Platz an einem Tisch mit Japan-Fans, die uns bereitwillig aufnahmen, allerdings endete ihr Abend nicht mit dem gewünschten Ergebnis, da Japan verlor.

Viertelfinale Japan – Schweden im Irish Pub.

Am nächsten Tag ging es nach einem ausgiebigen Frühstück in einem der vielen Cafés Wellingtons zunächst auf Shopping-Tour – sehr erfolgreich, wie man sehen kann. Es war definitiv Schuhtag – DocMartins für uns beide und Radschuhe für mich:

Nach einer kurzen Pause in unserer Unterkunft machten wir uns zu einem Spaziergang durch Aro Valley auf, einem interessanten Stadtteil, der auch einen kleinen Park inklusive Mountainbike-Trails hat, so dass unser Spaziergang ein bisschen zu einer Wanderung wurde:

Danach kümmerten wir uns um unser leibliches Wohl. Wir fanden eine Schweizer Bäckerei, und zu meiner großen Freude hatten sie Laugenstangen – Gott, wie ich Brezen hier vermisse!! Ich war also ziemlich glücklich 🙂

Für Paddy’s Glück brauchte es eine kleine Craft beer Brauerei, die auch schnell gefunden war – „Garage Project“. Dort konnte man verschiedene Biersorten probieren, was Paddy natürlich gerne machte:

Im Taproom der Brauerei – nein, das sind keine Urinproben!
Paddy mit seinen vier Bierproben 🙂

Den Abend verbrachten wir wieder in der Sportsbar, schließlich wollten wir das Australien – Frankreich-Spiel nicht verpassen. Dieses Mal hatten wir das Glück, superbequeme Lazy-Boy-Liegesessel zu ergattern, von denen man per Handy sogar Essen und Trinken bestellen konnte, das dann prompt gebracht wurde. Und das Ergebnis hat auch gepasst – Australien gewann in einem wahren Fußballthriller im Elfmeterschießen, nach 10 Elfmetern pro Mannschaft!!!

Essen und Trinken ist schon da, jetzt muss nur noch das Spiel starten!

Am nächsten Tag ging es wieder zurück nach Waipawa, wo weitere Restaurierungsarbeiten auf unserem Campingplatz auf uns warteten. Hier hat sich zum Glück in den letzten Monaten einiges getan, auch wenn wir neun Monate nach dem Cyclone immer noch nicht fertig sind. Inzwischen sind all unsere Gebäude wiederhergestellt, mit Ausnahme unseres toilet/kitchen blocks, daran arbeiten wir gerade. Unsere große Selbstversorger-Lodge ist nun fertig, wir müssen nur noch Kleinigkeiten machen, wie Bilder aufhängen, Küchenschränke einräumen usw. Diese Fotos sind ein paar Monate her, als wir die Lodge hauptsächlich als Stauraum für alle neuen Möbel nutzten und gerade an Küche und Bad arbeiteten, neue Fotos von dem fertig gestellten Haus zeige ich euch dann im nächsten Blogbeitrag:

Mein Lieblingsgebäude, unsere kleine, zweistöckige Selbstversorger-Villa ist komplett fertig und wir haben inzwischen auch schon Gäste dort gehabt. Nachdem sie so schön geworden ist, ist es echt schwer, sie zu vermieten – wir machen uns ständig Sorgen, dass die Leute irgendetwas kaputt oder einfach nur jede Menge Dreck machen.

Unsere Villa, versteckt hinter dem blühenden Kirschbaum.

Das Schlafzimmer im ersten Stock:

Die Lounge mit Küchenzeile im Erdgeschoss:

Und zu guter Letzt das Badezimmer:

Auch unsere Cabins sind (bis auf Bilder an den Wänden) fertig, im Moment werden sie gerade von außen gestrichen. Auch hier haben wir grün und weiß kombiniert, wie in all unseren Gebäuden. In diesen Fotos fehlen noch ein paar Möbel – wir haben Kühlschränke und Nachttische in allen Cabins, ich zeige euch das im nächsten Blog, für heute also nur die Minimalausstattung:

Cabin 3 – schaut der Boden nicht toll aus?
Cabin 1, unsere größte cabin mit zwei Betten und einem Tisch mit Stühlen.

Auch einer unserer 7 Wohnwagen-„Leichen“ ist inzwischen wiederhergestellt, unser blauer Caravan, in dem ich bei meinem ersten Besuch hier auch schon geschlafen habe. Paddy musste fast den kompletten Rahmen neu bauen, da das Holz verrottet war. Die Flutschäden waren da nur zweitrangig… Inzwischen ist er schon wieder vermietet:

Letzte Woche wurde unser Driveway neu asphaltiert, allerdings ist das ein sehr grober Belag verglichen mit dem, was wir von Deutschland gewöhnt sind – aber trotzdem so cool!

Da auch unsere Auffahrt asphaltiert werden soll, mussten wir vorher unsere Wasserrohre ausgraben und tiefer legen (wobei leider ein paar kaputt gingen, die dann repariert werden mussten), so dass unser Hof kurzzeitig so aussah:

Paddy auf der großen Walze.

Im Moment arbeiten wir gerade am Toilet block. Wir haben die Holzwände durch Steinwände ersetzt, die Wände in der Dusche und der Boden wurden poliert und versiegelt und die Wände sind inzwischen gestrichen. Letzte Woche hat Paddy die Toiletten eingebaut, gerade werden die Toilettentüren eingebaut, nächste Woche sind die Waschbecken dran. Fotos gibt es dann von dem Endprodukt 😉 Hier ein Eindruck von Paddy the Plumber:

Da wir wussten, dass es eine Weile dauern würde, bis wir mit den Bädern fertig sein würden, mussten wir eine Zwischenlösung finden. Wir verbrachten Tage damit, online und per Telefon nach Leih-Portacoms zu fahnden, hatten da aber entweder kein Glück oder es war unbezahlbar, so dass wir am Ende beschlossen, zwei Units zu kaufen. So haben wir auch nach der Renovierung zwei zusätzliche Duschen + Toiletten, für die Zeit im Jahr, wenn wir die Erntehelfer bei uns haben.

Letzte Woche hat Davie, unser Elektriker-Freund, in der Küche ein neues Switchboard eingebaut, so sah das aus – keine Ahnung, wie er sich da auskennen kann…

Davie am Switchboard, Paddy schaut ihm zu.
Kabelsalat.

In den nächsten zwei-drei Wochen wollen wir unseren Toilet Block fertig haben, so dass alles für Weihnachten und unsere Hauptsaison bereit ist. Drückt uns die Daumen, dass wir das schaffen 🙂

Aber es gibt hier natürlich nicht nur Arbeit. Was ich neben Arbeiten im Moment am meisten mache ist Rennrad fahren. Nächsten Samstag, am 25. November, findet die Taupo Cycle Challenge statt, ein großes Radrennen mit verschiedenen Events und dem Hauptrennen, 160km rund um den See. Dafür trainiere ich seit ca einem halben Jahr mit Sandy, einer erfahrenen Radlerin, die mich coacht und fast täglich mit mir auf Central Hawke’s Bay’s Straßen unterwegs ist. Um fit zu werden für dieses Event starteten wir mit dem Training im Juni, was hier Winter ist. Es wird zwar nicht so kalt wie in Deutschland, aber es ist trotzdem keine reine Freude, bei 3-6 Grad stundenlang durch die Gegend zu radeln… meine Füße verwandeln sich dann in Eisklötze, egal was ich mache. Immerhin hatten wir ab und zu richtig schönen Sonnenschein, da ließ es sich leichter aushalten:

Sunday morning group ride…
… mit anschließendem Kaffeetrinken in der Sonne: v.l. Neil, Steve, Robbie, Sandy, Craige, Roy, ich und Jo.

Ein Problem im Winter ist, dass die verschwitzten Klamotten nicht trocknen, da unser Haus nicht viel wärmer (oder sogar kälter) als draußen ist. Deshalb packte ich mein nasses Trainingszeug einfach immer direkt vors Feuer (wahrscheinlich hat das ein oder andere Kleidungsstück jetzt einen Brandfleck), was olfaktorisch nicht immer ein Genuss war…

Zum Glück ist es inzwischen wärmer, der Sommer ist in Sicht, und man kann ein paar Schichten weniger tragen. Dem Regen entkommt man trotzdem nicht immer, und was ich von Regen auf dem Rad halte, könnt ihr diesem Bild entnehmen:

Ende September ist auch unsere wöchentliche Rennserie wieder gestartet, jeden Dienstag wird von 18.00-19.30 Uhr auf wechselnden Kursen in verschiedenen Leistungsklassen gegeneinander angetreten. Die ersten beiden Rennen startete ich in D grade und konnte beide Rennen mit über einminütigem Vorsprung gewinnen.

Ich im leader-Trikot 🙂
Sandy und ich nach dem erfolgreichen zweiten Rennen, in dem wir als einzige Mädels alle Männer hinter uns gelassen hatten.

Nach diesen zwei klaren Siegen stieg ich in C grade auf und habe dort bisher zwei Rennen gemacht. Das erste lief super, ich konnte mit der Gruppe mithalten und kam nur 2 Sekunden nach dem Sieger als Achte ins Ziel, mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33.2km/h, für mich persönliche Bestzeit. Im zweiten Rennen konnte ich nicht mithalten und verlor den Anschluss, aber hatte mit Steve und Doug noch wenigstens ein gutes Training, auch wenn wir mit dem Ausgang des Rennens nichts zu tun hatten und erst einige Minuten nach den anderen ins Ziel kamen. Da liegt noch jede Menge Arbeit vor mir (und Sandy), damit ich in jedem Rennen mithalten kann!

Aber das Hauptaugenmerk liegt im Moment eh auf Taupo, und um mich an längere Strecken zu gewöhnen, fuhren wir jeden Samstag mit ein paar anderen Verrückten 100+km. Natürlich versüßten wir uns die Anstrengung mit Kaffee und Gebäck als Belohnung:

Kaffee in Norsewood auf meiner ersten 130km-Fahrt mit meiner Taupo training support crew Sandy, Lee, Neil und Jo.

Zur Vorbereitung auf Taupo fuhren Sandy und ich ein 100km Rennen im Oktober, den Karapiro Flyer. Es war mein erstes langes Rennen und diente hauptsächlich zum Training und um Erfahrung mit großen Rennen und Fahren in großen Gruppen zu machen. Freitag Abend machten wir uns auf den Weg nach Karapiro bei Cambridge, wo wir bei meinem Freund Gibbo, der zufälligerweise 100m von der Start- und Ziellinie entfernt wohnt, unterkamen.

Sandy bei letzten Vorbereitungen am Bike am Abend vor dem Rennen.
Mein Bike, ready for the race.
Klamotten, Essen und alles, was man fürs Rennen am nächsten Tag braucht.

Am nächsten Morgen startete das Rennen nach ausführlichem Aufwärmen dann um 10.00 Uhr. Die ersten 50km waren flach, die zweite Hälfte des Rennens dann ziemlich hügelig. Leider lief es nicht so, wie ich es mir erhofft hatte… das Anfangstempo war für mich wohl zu schnell, so dass ich nach 30km schon völlig am Ende war. Den „Rest“ des Rennens quälte ich mich dann Richtung Ziel, und 70km können ganz schön lang sein… naja, wenigstens kämpfte ich mich durch und schaffte es über die Ziellinie, wenn auch nicht in der erhofften Zeit, aber wahrscheinlich habe ich dadurch mehr gelernt als wenn alles glatt gelaufen wäre. Mir tat nur Sandy leid, die geduldig an meiner Seite (oder vor mir) blieb, mich durchgehend motivierte und mir beim Leiden zusehen musste – genießen konnte sie dieses Rennen sicher nicht!

Der Rennkurs – landschaftlich war es ein sehr schönes Rennen.
Mein Ergebnis – nicht so toll… aber wenigstens sollte ich in der Lage sein, das nächstes Jahr zu unterbieten 😉

Nach dem Rennen stärkten wir uns erstmal mit Pommes und Pepper squids und schauten uns die Siegerehrung an. Das ganze Event war hervorragend organisiert!

Danach ließen wir es uns in Gibbo’s Spa Pool gutgehen – ganze drei Stunden genossen wir das warme Wasser und das ein oder andere Kaltgetränk, schließlich mussten wir die ganze Flüssigkeit ersetzen, die wir im Rennen verloren hatten!

Zwei Wochen später machten Sandy, Craige und ich uns auf den Weg nach Taupo, um eine Trainingsfahrt auf der Rennstrecke zu machen und uns die ersten 115km anzuschauen. Das letzte Stück von Turangi nach Taupo kannte ich schon von letztem Jahr, wo ich das55km Rennen gefahren war. Craige war so nett, uns mit dem Auto zu begleiten für den Fall der Fälle. Wir hatten Riesenglück mit dem Wetter, es war zwar ziemlich frisch (wir starteten bei 3 Grad) aber dafür strahlender Sonnenschein und man hatte einen tollen Blick auf die Vulkane des Tongariro National Parks:

Blick auf die Vulkane von Taupo aus, wo der Start und das Ziel des Rennens sein werden.
Blick auf die Vulkane von der anderen Seeseite aus – ich musste einfach anhalten und ein Foto machen, Training hin oder her.
Craige und Sandy bei verdientem Lunch in Turangi nach unserem Training ride.

Gestern machten wir unsere letzte lange Fahrt vor dem Rennen, diese Woche werde ich nur noch kürzere Einheiten machen und mich für Samstag erholen. Drückt mir ganz fest die Daumen für das Rennen am Samstag!

Nun aber genug vom Radfahren! Sorry an alle Nichtsportler, die ich damit so lange gelangweilt habe 🙂

Der andere Teil unseres Social life dreht sich hauptsächlich um Musik – entweder Paddy’s Band spielt irgendwo oder wir schauen uns andere Live Musiker an. Im September fuhren wir mit Paula und Steve nach Hastings, wo ihre Tochter mit ihrer Band im „Common Room“ auftrat. Die location war ziemlich cool und die Band, „Danica Bryant and Band“, war noch besser! Die drei 21-jährigen Mädels Danica (guitar + vocals), Taylor (drums) and Nat (base) rockten die Bude!

Ende Oktober gönnten wir uns einen freien Nachmittag mit Live Musik in der Abbey Winery bei schönstem Sommerwetter, netter Gesellschaft (Paula und Steve) und leckeren Getränken. Die Musik war sehr gut, als main act trat die „Phil Edward Band“ auf, doch das Mädel, das davor spielte, fand ich tatsächlich noch besser (leider weiß ich ihren Namen nicht).

Auch Paddy’s Band hatte einen großen Auftritt in der „Cabana“ in Napier, zusammen mit einer jungen Band, „Atlantic Wave“, die vor ihnen spielte. Es war das erste Mal, das sie außerhalb von Central Hawke’s Bay spielten. Der Gig war richtig gut, schade nur, dass nicht so viele Leute da waren! Das war mir aber egal, ich tanzte die halbe Nacht, und das nach 130km Radfahren am Morgen!

Die Band „Atlantic Wave“ – echt gut, wenn auch nicht unbedingt mein Musikgeschmack.
Paddy’s Band „The MonotoneNZ“.

Nicht nur in seiner Band ist Paddy ein gefragter Gitarrist, auch sein Freund Roy leiht ihn sich gerne mal für Auftritte im Waipukurau Club aus:

Zum Abschluss noch ein paar Natur- bzw. Jahreszeitenbilder:

Tolle Farben am winterlichen Fluss (Juli).
Harvey stört es nicht im geringsten, wenn es kalt ist – ein Bad im Fluss geht immer!
Winterlicher Sonnenaufgang (August).
Schneebedeckte Ruahine Ranges in der Ferne (September).
Juhuuu, der Frühling ist da! Blumen blühen vor unserem Office (Oktober).
Unser Garten grünt, auch wenn die Bäume hier noch kahl sind (September).
Leicht neblige Morgenstimmung in unserem Camp, die Kirschbäume fangen an zu blühen (Oktober).
Unsere blühenden Kirschbäume in ihrer vollen Pracht (Oktober)!

So, das wars für heute von mir. Ich hoffe euch geht es gut und ihr versinkt nicht im Vorweihnachtsstress. Drückt mir die Daumen am Samstag für mein Rennen! Ich berichte euch dann ausführlich davon am Sonntag. Nicht vergessen, ab jetzt gibt es jeden Sonntag einen frischen Blogbeitrag (dafür kürzer als der Mammutbeitrag heute). Ach ja, der Countdown für unseren Heimatbesuch läuft – noch 7,5 Monate! Und wie immer freue ich mich darauf, von euch zu hören 🙂

Liebe Grüße

Eure Susi

Juhuuuu, Flug für Heimaturlaub ist gebucht!!!!

Hallo liebe Leser und vor allem liebe Freunde in Deutschland,

heute nur ganz kurz die gute Neuigkeit: Paddy und ich kommen nächstes Jahr nach Deutschland auf Heimaturlaub!!! Flüge sind gebucht, am 2.Juli 2024 landen wir in Frankfurt und am 28. August geht es wieder zurück nach Neuseeland – 2 Monate Europa, yayyy!! Viel geplant haben wir noch nicht (es ist ja auch noch ein Jahr Zeit), aber wahrscheinlich sind wir die ersten 4 Wochen in Deutschland und danach reisen wir noch ein wenig in Europa umher. Ich hoffe, dass ich so viele von euch wie möglich sehen kann, freu mich jetzt schon riesig!!!

Das wars für heute, ich wollte euch nur gleich die gute Neuigkeit wissen lassen. Im nächsten Blog berichte ich euch dann von unseren Fortschritten bei der Renovierung unseres Campingplatzes, und was es sonst so Neues gibt.

Ganz liebe Grüße!!

Eure Susi

Post-cyclone life – im Schneckentempo Richtung normales Leben…

Hallo liebe Leser, endlich mal wieder ein Lebenszeichen von mir 🙂 Inzwischen ist es schon fast fünf Monate her, dass unser Campingplatz dank des Cyclones Gabrielle überschwemmt wurde, und noch immer haben wir offiziell geschlossen, noch immer sind wir am Renovieren und Wiederaufbauen… Irgendwie hatten wir uns das anders vorgestellt – naiv wie wir waren, dachten wir Ende Februar, dass wir im April oder Mai wieder öffnen könnten… Aber alles braucht seine Zeit, und natürlich sind sämtliche Handwerker komplett ausgebucht und beschäftigt, wir waren ja nicht die einzigen, die überschwemmt wurden. Doch immer, wenn wir ungeduldig und unzufrieden mit dem Fortschritt sind, schauen wir uns die Fotos der Verwüstung kurz nach dem Cyclone an, nur um zu sehen, was wir schon erreicht haben (siehe vergangene Blogbeiträge). Hier als Nachtrag noch ein paar Bilder direkt nach der Überschwemmung, als das Wasser noch da, aber am Zurückgehen war:

Und da wollen wir wieder hin – so sah unser Holiday Park ein paar Tage vor der Überschwemmung aus (danke an Maxim für das coole Drohnenvideo):

Auch wenn es nach unserem Geschmack viel zu langsam voran geht, ist der Fortschritt doch zu erkennen: Die Wände in all unseren Gebäuden sind wieder geschlossen und die Räume sind gestrichen, hier unsere kleine Selbstversorger-Villa:

Hier warten wir jetzt darauf, dass die Küchenzeile eingebaut, danach der PVC-Boden in Bad und Küchenzeile und der Teppich im Loungebereich und Schlafzimmer verlegt wird.

Unsere große Selbstversorger-Lodge hat inzwischen sogar Teppichboden (das erste Bild war direkt nach dem Streichen), auch hier warten wir auf Kücheneinbau und PVC-Böden in Küche und Bad. Wir haben sogar schon Möbel gekauft, die aber noch verpackt oder noch gar nicht geliefert sind:

Unsere TV Lounge ist das einzige Gebäude, das vollständig wieder hergerichtet ist, es fehlen jetzt nur noch Kleinigkeiten wie eine Standlampe und ein paar Bilder. Hier der Prozess bis dahin und das Ergebnis:

Die braune Couch stand vorher in unserem Wohnzimmer, wir tauschten sie gegen eine neue ein – Harvey liebt sie (leider):

Unsere neue Wohnzimmer-Couch. Solange wir dabei sind, liegt Harvey VOR der Couch, aber sobald wir nicht da sind…

Auch unsere Cabins sind noch „work in progress“: nachdem die Handwerker die Wände wieder zu gemacht und verspachtelt hatten, brachten Paddy und ich Holzleisten zwischen Wänden und Decke an, danach begannen die Malerarbeiten. Da die Maler zwischendurch zu einem anderen Job mussten, schliffen wir die Fußböden (naja, hauptsächlich ehrlicherweise Anne und Simon, unsere deutschen Freunde aus Koblenz, die wir letztes Jahr kennenlernten, als sie ein paar Tage bei uns verbrachten) und trugen dann drei Schichten Polyurethan auf. Inzwischen ist unser Maler und Freund Roy (mein Radfahr-Kumpel) wieder zurück und malert fleißig, so dass die Cabins nächste Woche fertig sein sollten, dann müssen wir sie nur noch einrichten (Betten sind schon bestellt):

Paddy beim Anbringen der Holzleisten, man sieht außerdem die Verspachtelung, wo die Wände zum Trocknen geöffnet worden waren.
Die erste Schicht ist schon geweißelt.
Simon beim Abschleifen des Holzfußbodens.
Anne und Simon at work 🙂
Paddy beim Versiegeln des Bodens…
…und hier das Ergebnis, sieht gut aus!
Und es wird weiter gemalert – Roy in action (hier beim Schleifen der Deckenfuge)!

Auch unser Office ist inzwischen fertig, wir warten nur noch auf die Möbel, dann lade ich im nächsten Blog ein paar Bilder davon hoch. Das einzige Gebäude, in dem noch nichts passiert ist, ist der Küchen-/Bäderblock. Hoffentlich wird dort auch bald angefangen, denn beide Bäder und die Küche werden komplett neu gemacht… Wir hoffen, dass das bis September (spätestens Oktober) zum Frühjahrsbeginn fertiggestellt ist und wir komplett eröffnen können zur neuen Saison!

Auch der Park selbst hat noch einige Baustellen offen: der Boden muss an vielen Stellen noch von Schutt geräumt, begradigt und Rasen gepflanzt werden (an ein paar Stellen haben wir das schon gemacht), aber dazu ist es jetzt gerade zu nass. Tracy, unsere Gärtnerin, hat sich dem Pflanzenleben in unserem Garten und dem Holiday Park angenommen und an vielen Stellen schon echte Wunder bewirkt, hat aber noch einige Pläne für den Rest – sie ist echt super! Als letztes müssen dann noch die Wege wiederhergestellt werden, teilweise asphaltiert, teilweise nur geschottert, aber auch das muss warten bis September/Oktober, bis das Wetter stabiler und trockener wird.

Unsere Feuerholzhütte ist inzwischen auch wieder gerichtet und wir haben Feuerholz aufgestockt, so dass wir jetzt im Winter nicht (zuviel) frieren müssen. Netterweise haben wir Feuerholz von der Holzfabrik nebenan bekommen, da unser Feuerholz weggeschwommen ist – irgendein Nachbar flussabwärts war bestimmt happy darüber 😉

Unser Grundstück vor dem Holiday Park ist noch völlig chaotisch, voll mit Schutt und Asphaltstücken und Dreck und der Boden total uneben, und das Grass wächst durch und über alles. Wir hoffen, dass wir Hilfe von der Gemeinde bekommen, um es zu räumen und zu begradigen… Aber die Eisenbahnbrücke ist inzwischen wieder hergestellt, nur die Straße untendurch muss noch gebaut werden:

Im Moment sind Paddy und ich viel mit Möbel- und Zubehör-Shopping beschäftigt, schließlich müssen alle unsere Gebäude wieder eingerichtet werden, und so fahren wir regelmäßig nach Hastings und Napier auf der Jagd nach passenden (und bezahlbaren) Möbeln:

Über all der Arbeit mit Wiederaufbau könnte man fast die schönen Dinge des Lebens vergessen – meinen Geburtstag zum Beispiel. Den verbrachten wir zuerst mit einem romantischen Dinner (7-Gänge-Menu) in einem französischen Restaurant und anschließender Übernachtung in Napier:

Das „Poivre et sel“ in Napier.

Zwei Tage später feierten wir dann bei uns zuhause mit Freunden, wie immer mit Pizza und Margaritas (bzw. allen möglichen Getränken mit und ohne Alkohol):

Aileen, Annette, Steve und Susan beim Zubereiten der Pizzas.
Craige, Wayne und Sandy vom Radverein.
Noch ein paar mehr Radler: Wendy, Roy, Neil und Jo.
Warten auf den Kuchen ;-): Lyn, Davy, Susan, Annette, Harry, Sarita, Roy.

Harry, der Sänger von Paddy’s Band, baut gerade ein Tiny House, und da er uns bei den Aufräumarbeiten direkt nach der Überschwemmung tatkräftig geholfen hatte, war es Ehrensache, uns zu revanchieren und ihm beim Zusammenbauen des Tiny House zu helfen. Abgesehen davon kamen wir so auch mal aus unserem „Katastrophengebiet“ heraus! Hier ein paar Eindrücke:

In den letzten Wochen besuchten Paddy und ich ein paar Konzerte ganz unterschiedlicher Art – ein großer Vorteil, einen Musiker zum Freund zu haben, ich war noch nie vorher auf so vielen Musikveranstaltungen! 😉

Über den ganzen Monat Mai verteilt gab es in Central Hawke’s Bay etliche sogenannte „Small Hall Sessions“ an verschiedenen Veranstaltungsorten, die jeweils drei lokale Musiker/Bands mit ihren eigenen Songs boten. Der erste Part war immer ein noch unbekannter, aber aufstrebender Musiker, der zweite war schon regional bekannt und der dritte Künstler war überregional, wenn nicht sogar international bekannt. Wir besuchten zwei dieser Small Hall Sessions, und beide waren super! Hier ein Eindruck von der in Takapau:

Das Setting in der Takapau Town Hall: Tische und Stühle für ca 40 Gäste, klein und gemütlich.
Steve und Paddy mit dem Veranstalter und Organisator Jamie (Mitte), und Photobomber Paula 🙂
Paula und ich – Essen und Getränke gab es dort natürlich auch.

Ein weitaus größeres Konzert war das von 10cc in Hastings. Die amerikanische Band ist international vor allem mit ihren Hits „I’m not in love“ und „Dreadlock Holiday“ bekannt. Es war ein super Konzert in einer tollen Location!

Opening act mit „Hello Sailor“, einer echten Kiwi-Band.
10cc live on stage – super!!

Im Juni fuhren wir mit ein paar Freunden zur Pink Floyd Experience nach Palmerston North. Obwohl ich kein ausgesprochener Pink Floyd-Fan bin (zu viele Gitarren-Solos), war die Show doch echt beeindruckend!

Abendessen vorm Konzert: Rick, Glyn, Steve, Robbie, Paddy und ich.

Wie oben schon erwähnt, kamen Anne und Simon aus Koblenz uns Anfang Juni nochmal für ein paar Tage besuchen, bevor es für sie nach einem Jahr Neuseeland wieder nach Hause nach Deutschland ging – so schnell kann ein Jahr vergehen! Wir verbrachten ein paar schöne Tage bzw. Abende zusammen mit gutem Essen und Wein, Musik und Kicker. Außerdem halfen sie uns mit dem Schleifen unserer Cabin-Böden, vielen Dank nochmal! Es war toll, euch kennen gelernt zu haben – wir sehen uns dann nächstes Jahr in Deutschland wieder!

Anne und Simon waren Kicker-Profis!
Abschiedsbild.

Ansonsten gibt es bei uns nicht viel Neues. Ich habe vor vier Wochen wieder mit ernsthaftem Radfahrtraining angefangen und fahre zur Zeit zwischen 200 und 250km pro Woche, leider häufig zumindest teilweise auf der Rolle indoors, weil das Wetter (mal wieder!) nicht mitspielt. Aber wann immer möglich bin ich draußen unterwegs, oft alleine, manchmal mit meinen Trainingspartnern Roy oder Sandy und manchmal mit anderen in group rides:

Craige und Sandy in der Kaffeepause an ihren Handys.
Neil, Jo und ich – kalter, aber sonniger Wintermorgen.

Anfang Juli hatte der Radclub zur Saisonabschlussfeier geladen, und als Gastredner war Julian Dean eingeladen, ein ehemaliger Radprofi, der die Tour de France sieben Mal gefahren ist. Es war ein schöner Abend und Julian gab interessante Einblicke in das Leben eines Radprofis. Am nächsten Morgen schloss er sich unserem sonntäglichen Group Ride an, und trotz krassen Windes fanden sich tapfere 14 Gestalten, die sich diesem entgegen stemmten:

Group ride des CHB Bats Cycling Clubs mit Ex-Profi Julian Dean (Mitte).
Natürlich wollten Sandy und ich noch ein Foto mit dem very down-to-earth Julian Dean 🙂

Wie schon angedeutet, ist das Wetter weiterhin echt besch…. wir hatten bisher ein paar kalte Tage, wie man es für Winter erwarten würde, aber hauptsächlich ist es nach wie vor nass. Das ist besonders unangenehm, da wir zur Zeit wegen der Überschwemmung keine Unterbodenisolierung unter unserem Haus haben, und so ist es sogar noch kälter als letztes Jahr. Hier der Beweis:

Schnee auf den Bergen der Ruahine Ranges – wunderschön!
Das sorgt aber gleichzeitig auch für sehr kalte Temperaturen bei uns: 4 Grad IN der Küche (nicht draußen)!! Kühlschranktemperaturen in unserem Haus!!!
Sogar Harvey bevorzugt den Platz direkt vor dem Heater.

Ende Juni mussten wir nochmal ein wenig bangen, denn es gab tagelang schwere Regenfälle, und der Fluss stieg deutlich an. Freitag abends um 7 kam dann ein Polizist und ließ uns wissen, dass wir vorbereitet sein sollten für eine eventuelle Evakuierung, woraufhin hektische Geschäftigkeit auf unserem Campingplatz ausbrach und jeder sein mobiles Heim fahrbereit machte oder gleich bei Freunden Unterschlupf suchte. Zum Glück stieg das Wasser nicht so hoch, dass die neu gebauten bzw reparierten Deiche getestet wurden! Trotzdem bedeutete es für viele Leute hier in der Gegend ein paar schlaflose Nächte, zu frisch ist die Erinnerung an Cyclone Gabrielle noch in den Köpfen! Auch wir blieben nicht völlig cool und unternahmen einige Spaziergänge pro Tag hinunter zum Fluss, nur um zu sehen, ob er nach da ist, wo er hin gehört:

Waipawa und unser Campingplatz blieben dieses Mal zwar verschont, aber die Straßen litten doch arg, und nun gibt es überall riesige Schlaglöcher, was das Fahren vor allem in der Nacht gefährlich macht. Außerdem wurde die Waipawa Bridge am SH50 zerstört:

Auch dieses Wochenende ist mal wieder total verregnet, so ätzend!!! Entweder ist es superwindig oder es schüttet, was runtergeht. Ich hoffe wirklich, dass wir dieses Jahr endlich einen schönen Sommer haben – ich weiß schon gar nicht mehr wie sich das anfühlt! Aber bis dahin ist es noch eine ganze Weile, der Winter endet im September…

So, das wars mal wieder für heute. Ich hoffe, bei euch in Deutschland ist es sonnig und warm und ihr genießt den Sommer! Nur noch ein paar Wochen, dann sind Ferien, haltet durch!

Ganz liebe (und nasse) Grüße

Eure Susi

Nachtrag Dezember – Februar: Dies und das aus der Zeit pre flooding :-)

Hallo liebe Leser,

endlich finde ich mal wieder die Zeit, euch von meinem Leben hier zu berichten! Ich schulde euch noch sämtliche Ereignisse seit unserem Roadtrip Ende November bis zum Cyclone Gabrielle und der Überschwemmung Mitte Februar – quasi dem Leben pre flooding. Darauf werde ich mich in diesem blog-Beitrag konzentrieren.

Zuerst einmal zu dem, was so in meinem Radfahrerleben geschah seit meinem ersten großen Radrennen Ende November in Taupo: Meine erste Rennsaison mit den CHB Bats (meinem Fahrrad-Club) beendete ich im Dezember auf dem zweiten Platz in E1 grade, nur einen Punkt hinter dem ersten Platz, soooo knapp!! Herzlichen Glückwunsch an Brent!

Trotz des zweiten Platzes im letzten Rennen reichte es nicht mehr, um Brent zu überholen, der im Gesamtklassement mit 111 Punkten erster wurde.

Zwischendurch war ich sogar E1 grade leader für zwei Rennen und durfte das Leader-Trikot tragen:

Nicht sehr vorteilhaft für die Figur, dieses Trikot… 😉

Hier der Beweis: Die Urkunden wurden feierlich bei der Weihnachtsfeier / Saisonabschlussfeier überreicht. Die zweite Urkunde ist für meinen dritten Platz im Vergleich der Gesamtpunkte von E1 und E2 grade, die beide die kurze Distanz fahren (A-D grade fahren eine längere Distanz).

Schwarz auf weiß – mein Abschneiden in meiner ersten Radrenn-Saison.

Kurz nach Weihnachten kam endlich mein im August bestelltes neues Gravelbike – das Trek Checkpoint SL5! Jetzt kann ich wieder touren gehen. Sooooo cool!!!! Ab diesem Zeitpunkt fuhr ich fast nur noch dieses Bike, außer in den Rennen – es ist echt gut, wenn auch nicht so schnell wie ein Rennrad!

Mein neues Gravelbike – schnell und sieht gut aus 😉

In der neuen Saison, die von Anfang Januar bis Mitte März ging, stieg ich in die nächsthöhere Kategorie (D grade) auf, das bedeutete erstens eine längere Distanz und zweitens eine etwas höhere Geschwindigkeit. Vor meinem ersten Rennen war ich ziemlich nervös, vor allem, weil der Kurs ziemlich hügelig war, aber es lief richtig gut für mich, ich beendete das Rennen als sechste von zwölf, damit war ich sehr happy! Leider machte ich nur noch ein Rennen in dieser Saison (5.Platz), bevor die Überschwemmung mir einen Strich durch die restliche Saison machte. So waren nicht nur die Dienstag-Abend-Rennen für mich beendet, sondern auch das für März geplante 4-Tage-Rennen „Tour of Northland“, auf das ich mich so gefreut und für das ich zusammen mit Roy bis dahin so viel trainiert hatte. Aber da waren dann andere Dinge wichtiger! Naja, nächstes Jahr dann!

Vor ein paar Wochen habe ich auch mit dem Mountain biken angefangen, ein bisschen als Ausgleichstraining – macht echt Spaß und ist etwas völlig anderes als Radrennen auf der Straße! In Neuseeland gibt es sehr viele Mountainbike Parks, die nur zu diesem Zweck gebaut sind, das ist echt cool. Wir haben einen dieser Parks, den Gum Tree Mountainbike Park, gleich im nächsten Ort, ich muss also gar nicht weit fahren für coole Trails. Die Trails dort sind alle Grad 2 und 3, was für mich als Anfänger völlig ausreichend ist!

So sehe ich nach ein paar Runden Mountain biken in der Früh aus – verschwitzt, aber glücklich!

Im April habe ich beschlossen, mir ein richtig gutes Rennrad zu kaufen, da mir das Radrennen echt Spaß macht und ich inzwischen weiß, dass ich das wohl noch länger machen werde. Mein 260-Dollar Trade-me bike ist jetzt dauerhaft in meinem Indoor cycling trainer (quasi retired mit 17 Jahren), wird also weiter benutzt, aber für die Rennen und das Training draußen habe ich jetzt diese Maschine:

Mein neues Rennrad: Scott Addict RC 15 – kein Vergleich zu meinem alten Bike!

Damit bin ich deutlich schneller als mit meinem „Classic bike“, und es macht noch mehr Spaß! Das nächste große Ziel (neben der im September startenden neuen Saison) ist das Lake Taupo Rennen Ende November, dieses Mal die ganze Runde um den See, 160km. Dafür bin ich jetzt zumindest bike-technisch bestens gerüstet, jetzt muss ich „nur“ noch trainieren 😉

Pre flooding, als wir noch einen geöffneten schönen und intakten Campingplatz mit Gästen hatten, machten wir im Dezember Bekanntschaft mit drei deutschen Reisenden, die alle länger blieben, als die eine Nacht, die sie ursprünglich geplant hatten (jaja, das ist mir hier in 2019 auch passiert). Zuerst kam Gesa durch unser Gate geradelt (wie ich damals), wenig später folgte Silke in ihrem Van und wiederum einen Tag später Maxim, der tatsächlich bis März bei uns blieb. Das Schöne am Arbeiten auf einem Campingplatz ist, dass man immer interessante Menschen trifft und die dann auch mal zum Abendessen einladen kann, was wir mit den dreien taten. Wir kochten zusammen ein vegetarisches Nudelgericht und verbrachten einen sehr unterhaltsamen Abend miteinander:

Natürlich quatschte ich ausführlich mit Gesa, der Radlerin, über ihre Tour und Erlebnisse und konnte ihr ein paar Tips zu sehenswerten Routen durch Neuseeland geben. Ich war schon ein bisschen neidisch, wäre echt gerne ein paar Wochen mit getourt… Nach 3 Nächten bei uns radelte sie weiter gen Süden – war echt nett, dich kennen gelernt zu haben, Gesa!

Zwei Radtourer unter sich: Gesa und ich.

Silke blieb noch bis Neujahr, um unsere jährliche große Silvesterparty mitzuerleben, bevor sie sich zur Südinsel und von da nach Australien aufmachte. Die Silvesterparty war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg, mit tollem Wetter, guter Live-Musik mit zwei Bands, frischer Pizza aus unserem Pizza-Ofen und geschätzten 100 Gästen – besser kann man ein neues Jahr nicht starten! Hier ein paar Eindrücke:

Das neue Jahr begann gut: Wir erfüllten uns einen gemeinsamen Traum und schafften ein Rooftop-Tent an. Damit, so hoffen wir, können wir einfach auch mal für ein oder zwei Nächte spontan losfahren und irgendwo zelten, ohne großes Planen. Außerdem wollen wir es für weitere Roadtrips nutzen. Bisher haben wir es leider nur einmal benutzt (flooding se Dank), aber das war echt cool. Das schöne an einem Rooftop tent ist, dass es in 5 Minuten „aufgebaut“ ist (man muss es eigentlich nur aufklappen), und dass man Kissen und Schlafsäcke / Decken einfach drin lassen kann, auf der mitgelieferten bequemen Matratze, und zum Abbauen einfach zuklappt. Wir testeten es für eine Nacht an der Kairakau Beach, meinem Lieblingsstrand von den fünfen in unserer Nähe. Hier ein paar Fotos von unserem Tent und dem Kurztrip:

Ich stand sogar freiwillig extra-früh auf, um den Sonnenaufgang zu fotografieren (und das, obwohl die Matratze im Zelt echt bequem ist!). Das ist mein Lieblingsbild, noch bevor die Sonne aufging:

Grandiose Farben: Kairakau Beach kurz vor Sonnenaufgang.

Mitte Februar, genauer gesagt am 10.02., brachen wir zu einem lange vorher organisierten, einwöchigen (so dachten wir) Motorradtrip auf der Südinsel auf, zusammen mit Steve und Paula und ihrem Freund aus England, Bob. Tracy würde unseren Campingplatz managen und Maxim war in unser Haus eingezogen, um Harvey zu hüten. Freitag nachmittag ging es bei schönem Wetter auf die Motorräder Richtung Wellington, wo wir die Nacht verbrachten, um am nächsten Morgen die Fähre nach Picton auf der Südinsel zu nehmen. Da die Fähre Verspätung hatte, blieb uns jede Menge Zeit für Kaffee und Fotos 🙂

Warten auf die Fähre: Bob, ich, Paddy, Steve und Paula.

In Picton angekommen, stiegen wir wieder auf die Motorbikes und machten uns auf den Weg nach Kaikoura, wo wir zwei Nächte bleiben wollten. Unterwegs gab es einen kurzen Stop an einer Robbenkolonie:

Robbe müsste man sein – den ganzen Tag faul rumliegen 😉

In Kaikoura angekommen, fanden wir eine coole Unterkunft für uns sechs (wir trafen uns mit Gibbo auf dem Weg nach Kaikoura) – ein ganzes Haus für uns allein, 3 Schlafzimmer, 2 Bäder und ein großer Küchen-Lounge-Bereich:

Am Abend ging es in ein nahegelegenes Restaurant zum Dinner mit ein paar alkoholischen Getränken, schließlich konnten wir heim laufen.

Bob, Gibbo, Steve, Paula, ich und Paddy.

Kaikoura ist ein nettes, ziemlich touristisches Städtchen an der Ostküste der Südinsel, und vor allem bekannt wegen der Whale watching tours, die von hier starten. Wir verzichteten auf das whale watching (war sowieso die falsche Jahreszeit) und widmeten uns einer Stadtbesichtigung inklusive des kleinen Automuseums:

Nach einer kurzen Erholungspause brachen wir zu einer 12km langen Wanderung auf dem Kaikoura Peninsula Walkway auf, wo es neben Robben und Seelöwen auch tolle Aussichten zu sehen gab. Und das Wetter spielte auch mit!

Wer eine tolle Aussicht haben will, muss natürlich vorher dafür arbeiten, und so ging es ein paar Stufen hinauf…

Bob kämpft sich die Stufen hinauf…
…aber dieser Ausblick war es wert!
Selfie-time! 🙂
Ein Gruppenbild am nächsten Aussichtspunkt durfte natürlich nicht fehlen!

Am nächsten Tag verließen wir Kaikoura und machten uns auf den Weg nach Lake Tekapo, mit einem kurzen Zwischenstop in Christchurch, um eine neue Batterie für Paddy’s Motorrad zu kaufen – wir benötigten nach jedem Halt Starthilfe, was zwar ein gutes Training für diejenigen ist, die anschieben, aber auf Dauer doch ein bisschen lästig 😉

Da diese Tour vergleichsweise lang war, gab es etliche Zwischenstopps zum Beine-Ausstrecken, Fotos machen und natürlich auch zum Essen – das Fairlie Bakehouse ist neuseelandweit bekannt für seine leckeren Pies, hat aber auch sehr gute cakes:

Lunchbreak vor der letzten Etappe über den Burkes Pass nach Lake Tekapo.

Auch in Lake Tekapo hatten wir ein ganzes Haus für zwei Nächte gemietet, ganz nahe am See. Nach unserer Ankunft dort kümmerte Paddy sich als erstes um sein Motorbike – Batterie laden und austauschen. Und so waren alle Bikes vorm Haus geparkt, schön in einer Reihe:

Da das Wetter phantastisch war und Lake Tekapo einer meiner Lieblingsorte in Neuseeland ist, hatte ich Hummeln im Hintern und trieb die anderen an, schnellstmöglich zum See hinunter zu gehen, bevor es dunkel (oder bewölkt) wurde, denn dann verliert der See seine türkise Farbe und sieht relativ normal aus. Die Eile war es absolut wert, aber seht selbst:

Die berühmte „Church of the good Shepherd“ in traumhafter Kulisse.

Paula, Steve und Fotograf Bob beim „Sheepdog Memorial“.
Blick über den See und die Kirche in die Berge – davon kann man echt nicht genug kriegen!
Lake Tekapo footbridge – an der gleichen Stelle errichtet wie die erste Brücke dort aus dem 19.Jahrhundert – der Pfeiler im Vordergrund erinnert daran.

Für den nächsten Tag war eine Motorradtour nach Mount Cook Village geplant, wo wir uns das Dorf und das Hillary-Museum anschauen und den Hooker Track wandern wollten. Doch das war genau der Tag, an dem Cyclone Gabrielle über die Nordinsel hereinbrach und unseren Campingplatz „umgestaltete“, so dass der Tag dann ganz anders verlief…

Kurzer Stop kurz vor Mount Cook village, um dieses Foto zu machen…
Genialer Anblick kurz vor Mount Cook Village.

Im Village angekommen, suchten wir uns ein Cafe und wollten es uns mit Kaffee und Frühstück vor unserem Hike gut gehen lassen, als uns Tracy’s Anruf aus dem Katastrophengebiet Waipawa erreichte: „Der Fluss ist durch denn Damm gebrochen und läuft nun durchs Camp, wir mussten evakuieren!“ Von da an war alles anders: Paddy hing am Telefon und versuchte, so viel wie möglich über die Situation zuhause zu erfahren, und ich versuchte so schnell wie möglich einen Flug zurück zu organisieren, was auch gelang: ich ergatterte zwei Tickets von Christchurch nach Napier für den nächsten Tag. An Museum oder Hike war irgendwie nicht mehr zu denken, aber immerhin statteten wir einer Ruderveranstaltung in Twizel einen kurzen Besuch ab, bevor wir zurück zu unserem Haus und zu einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht fuhren, nachdem wir in den Nachrichten Bilder der Verwüstung aus Central Hawke’s Bay gesehen hatten.

Paddy, Steve, Paula und Gibbo am Rande des Ruderwettkampfs.

Am nächsten Tag brachen wir in der Früh auf unseren Motorrädern auf nach Christchurch, parkten unser Motorrad bei Verwandten von Gibbo und ließen uns zum Flughafen fahren – den Rest der Geschichte habe ich euch ja schon geschrieben, inklusive zahlreicher Bilder der Verwüstung.

Das wars für heute mit der Zusammenfassung der Ereignisse von Dezember bis Februar, im nächsten Blog erzähle ich euch dann mehr über unser post flooding Leben und den Stand der Wiederaufbauarbeiten – hoffentlich komme ich schon in den nächsten Tagen dazu 🙂

Eure Susi