Stage 3: Fox Glacier – Knights Point (93km, 599 Höhenmeter)

Der dritte Tag der ToNZ startete eisig kalt, aber mit strahlendem Sonnenschein, so dass es schnell aufwärmte. Uns boten sich schon vor dem Start tolle Ausblicke in die Berge, vor allem Mt. Cook, der höchste Berg in Neuseeland mit 3721m Höhe, sah sehr eindrucksvoll aus! Hier ein paar Eindrücke:




Die heutige Etappe startete vom „White Pub“ in Fox Glacier und sollte eigentlich bis nach Haast führen, was etwa 125km und fast 1000 Höhenmeter gewesen wären. Doch wegen Bauarbeiten musste die Strecke gekürzt werden, so dass das Rennen heute schon auf dem Knights Point, einem Aussichtspunkt mit großem Parkplatz, ca 30km vor Haast endete, was uns nicht nur Kilometer, sondern netterweise auch etliche Höhenmeter ersparte 🙂
Heute starteten wir „numb bums“ mit den grün-weißen Trikots der Neuroendocrine Cancer NZ, der charity, die wir in dieser Tour unterstützten und für die wir eifrig Spenden gesammelt hatten – vielen Dank hier nochmal an alle, die für diesen guten Zweck gespendet haben, am Ende konnte ich $751 an Spenden sammeln! Insgesamt kamen bei der ToNZ $18.226 an Spenden für Neuroendocrine Cancer NZ zusammen, gesammelt von 26 Radfahrern der Tour. Ziemlich beachtlich! Im Gegenzug kümmerte sich Michelle als Vertreterin von Neuroendocrine Cancer NZ hervorragend um uns Radler – vor, während und nach den Rennen gab es Süßigkeiten, Mac&Cheese oder Suppe und jede Menge Anfeuerungsrufe!


Und dann ging es los! Da wir inzwischen doch schon ein paar Rennkilometer in den Beinen hatten, fühlten sich die ersten Kilometer etwas zäh an, doch nachdem wir warm waren, ging es erstaunlich gut. Das schöne Wetter und die tolle Landschaft halfen natürlich erheblich!






Während die Athleten unserer beiden Radteams sich abstrampelten, ging unsere Support-Crew (Paddy, Craige, Sandra und Bronnie) ein wenig auf Sightseeing Tour und besichtigte den Fox Glacier. Hier ein paar von Paddy’s Bildern:



Danach stärkten wir uns am Motorhome der Neuroendocrine Cancer NZ mit von Michelle gekochten Mac&Cheese – yummy!!!

Paddy und ich liefen dann noch kurz zum Aussichtspunkt, schließlich waren wir ja doch irgendwie auch Touristen:



Dann packten wir die Räder auf Lee’s Autodach und machten uns auf den Weg nach Haast, wo wir ein Motelzimmer gebucht hatten. Nach der dringend benötigten Dusche setzten wir uns mit Lee, Sandra, Winnie und Bronnie in die Sonne und genossen ein Bierchen, bevor wir zum Hotel aufbrachen, wo die zweite Pelotonparty stattfand. Wie schon am vorherigen Abend bekamen wir dort Zwischenstände, Informationen zur nächsten Etappe, aber auch Informationen über die charities, über Julien Dean und die Organisatoren und Helfer der Tour.

Da wir inzwischen halb am Verhungern waren, entschieden wir numb bums uns dafür, im von unserem Motel benachbarten Pub essen zu gehen – wie viele andere auch, und so kam es zu langen Wartezeiten bis wir endlich unser Essen hatten. Aber die Burger waren sehr lecker!

Danach ging es nur noch ins Bett, morgen stand ein anstrengender Tag mit zwei bergigen Etappen bevor, und einem mit 9 Uhr vergleichsweise frühen Start.
Stage 4.1: Haast – Makarora (81 km, 970 Höhenmeter)

Der vierte Tag der Tour startete mit einer Hiobsbotschaft: Winnie würde nicht an den Start gehen können, er hatte sich einen Infekt eingefangen, und so würden wir numb bums nur zu viert unterwegs sein. Für die Mannschaftswertung war das kein Problem, da nur die ersten drei Radler gewertet werden. Da Sandy gute Chancen darauf hatte, ihre Altersklasse zu gewinnen, bekam sie für die letzten beiden Tage einen „Freifahrtschein“ und durfte ihr eigenes Tempo gehen.



Das Rennen begann relativ „gemütlich“, wir radelten in einer großen Gruppe, angeführt von Julien Dean, der ein relativ gemächliches Tempo anschlug. Die ersten ca 50km waren flach bzw. sehr langsam ansteigend, bevor es dann 10 km teilweise sehr steil den Haast Pass hinaufgehen würde.

Ein paar hundert Meter vor uns konnte ich Sandy sehen, die ganz allein ihr Rennen bestritt. Da mir das Tempo von Julien zu langsam war und ich dachte, Lee und Delwyn würden mir folgen, gab ich Gas und versuchte, Sandy einzuholen, was mir schließlich auch gelang, Lee und Delwyn waren jedoch in der Gruppe geblieben. Ein paar Kilometer radelten wir zu zweit, bevor eine große Gruppe um die „4 old spokes“ uns überholte und wir uns anhängten. Im flotten Tempo ging es zusammen bis zum Fuße des Haast-Passes.




Sandy hatte ein richtig gutes Rennen und kam nicht weit hinter den „4 old spokes“ ins Ziel, und auch ich war dank der schnellen ersten 50km nicht wahnsinnig weit hinter Sandy. Allerdings musste ich mich ganz schön den Berg hinauf quälen, das war echt kein Spaß! Die restlichen knapp 20km zogen sich für mich dann wie Kaugummi, da ich ganz allein unterwegs war und keine Gruppe hatte, in der ich mich erholen konnte. Ich war fix und alle, als ich endlich in Makarora ankam, und hatte keine Ahnung, wie ich weitere knapp 50km schaffen sollte…
Delwyn und Lee kamen dann ein paar Minuten nach mir ins Ziel, sie hatten sich die Zeit für ein Selfie am Haast-Pass genommen 🙂

In Makarora hatten wir ca 1,5 Stunden Pause, die wir dazu nutzten, unsere Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsspeicher wieder aufzufüllen und uns zu erholen. Außerdem schlüpften wir aus den nass geschwitzten Sachen in unsere schwarzen Team-Trikots. Michelle von Neuroendocrine Cancer NZ nutzte die Pause dazu, alle Radler für ein Foto zusammen zu trommeln, die ihre charity unterstützten, und die meisten trugen auch das von ihnen gesponserte Jersey:

Stage 4.2: Makarora – Hawea (46 km, 571 Höhenmeter)

Bevor es wieder auf die Räder ging für die zweite Etappe des Tages, gab es noch ein paar Worte von Julien Dean:

Erstaunlicherweise hatte ich mich in der Pause doch ganz gut erholt und hatte keine Probleme, mit Lee und Delwyn mitzuhalten. Sandy war schon kurz nach dem Start entschwunden, doch wir drei blieben für diese Etappe zusammen. Ich war mega-dankbar, dass Lee die gesamte Führungsarbeit leistete – meine Beine waren ziemlich fertig, vor allem bergauf! Lee hingegen schien noch super-frisch zu sein und musste ein paarmal von Delwyn und mir gebremst werden, weil wir nicht mithalten konnten. Diese Etappe war für mich landschaftlich die schönste (obwohl alle echt toll waren), und der strahlende Sonnenschein machte alles noch schöner! Wir fuhren zuerst am dunkelblauen Lake Wanaka entlang, bevor es nochmal ziemlich steil über „The Neck“ rüber ging zum Lake Hawea:





Erschöpft aber glücklich rollten wir in Hawea über die Ziellinie und wurden von Sandy, den „4 old spokes“ und natürlich unserem Support-Team begrüßt, die dort schon auf uns warteten. Ziemlich müde und kaputt stieg ich ins Auto, und wir fuhren zu unserem AirBnB in Albert Town bei Wanaka. Der Abend wurde erwartungsgemäß nicht sehr lang, wir duschten, gingen in das benachbarte Restaurant zum Abendessen und dann ging es relativ früh ins Bett. Morgen wartete die letzte Etappe auf uns – eine 50km-bergauf-Fahrt zum Crown Range Summit!
Stage 5: Wanaka – Crown Range Summit (36 km, 787 Höhenmeter)

Das Wetter war erneut einfach nur traumhaft, die Sonne strahlte vom Himmel und wärmte die kühle Morgenluft relativ schnell auf. Wir trafen uns am Hotel, wo die Mehrzahl der Teilnehmer untergebracht war, denn dort würde auch der Start der heutigen Etappe sein. Meine Sorge, dass meine Beine zu kaputt sein würden für ein Rennen, erwies sich zum Glück als unbegründet, ich fühlte mich echt gut!



Pünktlich um 9.00 Uhr ging es los – die letzte Etappe der ToNZ 2025! 36 km bergauf, das klang nicht gerade angenehm. Überraschenderweise aber war es überwiegend gut machbar, denn bis auf die letzten 5 km ging es nur recht gemächlich mit geringer Steigung bergauf. Sandy suchte sich wieder eine schnellere Gruppe, um wenn möglich ihre Altersklasse zu gewinnen, während Lee, Delwyn und ich zusammen blieben. Winnie hatte beschlossen, diese Etappe trotz angeschlagener Gesundheit zu fahren, aber sagte gleich zu Beginn, dass er in seinem eigenen Tempo fahren würde und wir nicht auf ihn warten sollten. Erneut leistete Lee den Löwenanteil der Führungsarbeit, er war echt in Topform! Auch meine Beine waren überraschend gut, und selbst die letzten, ziemlich steilen Kilometer waren zwar hart, aber nicht so schlimm wie den Haast-Pass hinauf. Trotzdem war ich überglücklich, als ich die Ziellinie überfuhr – es war geschafft!! Das viele Training hatte sich bezahlt gemacht, wir hatten alle Etappen wirklich gut absolviert! Was für ein cooles Erlebnis!!!










Nach den obligatorischen Zielfotos sausten wir ein paar Kilometer auf unseren Rädern den Berg hinunter – wo bleibt der Spaß, wenn man nur den Bergauf-Teil hat?!? – bevor unser Support-Team uns aufsammelte und nach Queenstown ins Event Center brachte, wo die Siegerehrung und Verabschiedung stattfinden sollte. Bevor wir mit Mittagessen versorgt wurden hieß es jedoch für den Großteil der Teilnehmer: Räder auseinandernehmen und verpacken:

Unser Team war da fein raus, denn Sandy, Winnie, Lee und ich würden ja noch ein paar Urlaubstage dranhängen, und Delwyn gab Lee ihr Rad mit, so dass es nicht verpackt werden musste. Deshalb gönnten wir uns entspannt einen Kaffee, während die „old spokes“ packten:

Dann gab es für alle ein Lunchpaket und die Abschlussveranstaltung startete. Neben zahlreichen Abschlussreden und vielen Danksagungen an die Organisatoren, die charities, Julien Dean und die Teilnehmer gab es eine Tombola mit coolen Preisen wie Fahrrädern, und schlussendlich die Siegerehrungen (zumindest die Kategorien, in denen Sieger schon feststanden). Unsere beiden Teams belegten jeweils den zweiten Platz in ihrer jeweiligen Kategorie. Wie sich einen Tag später herausstellte (Sandy konnte es nicht glauben, rechnete alle Zeiten nach und fand heraus, dass wir eigentlich gewonnen hatten), hätten wir erster sein sollen, aber was solls, es war ja keine Weltmeisterschaft.
Auch unsere Individualergebnisse konnten sich sehen lassen: Robbie gewann seine Altersklasse, Sandy wurde zweite und ich dritte in unseren jeweiligen Altersklassen. Außerdem wurde Sandy als erste Frau im Ziel der letzten Etappe geehrt, grandiose Leistung!




Für die letzte Nacht hatten wir uns ein Zimmer in einem fancy Hotel in Queenstown gebucht – was für ein Luxus! Wir hatten sogar eine Badewanne, was ich gleich mal ausnutzte – meine geschundenen Muskeln freuten sich sehr über das heiße Bad!


Abends trafen wir uns im „Lonestar“ für unsere Abschlussparty -nach dem wochenlangen Training und dem erfolgreichen Abschluss der ToNZ hatten wir uns das redlich verdient! Und was für eine Party das war! Ich habe keine Ahnung, wie viele Runden shots geflossen sind, aber meinem Kopf am nächsten Tag nach zu urteilen definitiv zu viele 😉



Das war unser großes Abenteuer „Tour of New Zealand 2025“! Wer weiß, vielleicht gibt es ja 2027 eine Fortsetzung?!
Im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über den anschließenden Urlaub, den Paddy und ich auf der Südinsel verbrachten.




