Die Tour of New Zealand 2025 – Tag 3-5

Stage 3: Fox Glacier – Knights Point (93km, 599 Höhenmeter)

Der dritte Tag der ToNZ startete eisig kalt, aber mit strahlendem Sonnenschein, so dass es schnell aufwärmte. Uns boten sich schon vor dem Start tolle Ausblicke in die Berge, vor allem Mt. Cook, der höchste Berg in Neuseeland mit 3721m Höhe, sah sehr eindrucksvoll aus! Hier ein paar Eindrücke:

Strahlender Sonnenschein begrüßte uns nach dem Aufwachen beim Blick aus unserem Motelzimmer.
Blick in die Berge, mit dem verschneiten Mt.Cook in der Ferne.

Die heutige Etappe startete vom „White Pub“ in Fox Glacier und sollte eigentlich bis nach Haast führen, was etwa 125km und fast 1000 Höhenmeter gewesen wären. Doch wegen Bauarbeiten musste die Strecke gekürzt werden, so dass das Rennen heute schon auf dem Knights Point, einem Aussichtspunkt mit großem Parkplatz, ca 30km vor Haast endete, was uns nicht nur Kilometer, sondern netterweise auch etliche Höhenmeter ersparte 🙂

Heute starteten wir „numb bums“ mit den grün-weißen Trikots der Neuroendocrine Cancer NZ, der charity, die wir in dieser Tour unterstützten und für die wir eifrig Spenden gesammelt hatten – vielen Dank hier nochmal an alle, die für diesen guten Zweck gespendet haben, am Ende konnte ich $751 an Spenden sammeln! Insgesamt kamen bei der ToNZ $18.226 an Spenden für Neuroendocrine Cancer NZ zusammen, gesammelt von 26 Radfahrern der Tour. Ziemlich beachtlich! Im Gegenzug kümmerte sich Michelle als Vertreterin von Neuroendocrine Cancer NZ hervorragend um uns Radler – vor, während und nach den Rennen gab es Süßigkeiten, Mac&Cheese oder Suppe und jede Menge Anfeuerungsrufe!

Die „5 numb bums“ mit Michelle von Neuroendocrine Cancer NZ vor dem Start.
Unser Team macht sich bereit für den Start. Noch trugen die meisten Armlinge, Delwyn sogar eine Weste, aber relativ schnell wurde es warm genug für kurze Sachen.

Und dann ging es los! Da wir inzwischen doch schon ein paar Rennkilometer in den Beinen hatten, fühlten sich die ersten Kilometer etwas zäh an, doch nachdem wir warm waren, ging es erstaunlich gut. Das schöne Wetter und die tolle Landschaft halfen natürlich erheblich!

Die „5 numb bums“ in action: Lee, ich, Sandy, Winnie und Delwyn.
Lee und ich mit einer Gruppe von Radlern.
Susi allein unterwegs (irgendwie hatte ich mein Team hinter mir verloren), aber nur für ein paar Kilometer.
Die „4 old spokes“ in bester Team-Manier: Robbie, Des, Shane und Neil.
Die letzten Kilometer den Berg hinauf zum Knights Point.
Endlich oben angekommen – das Ziel der heutigen Etappe!

Während die Athleten unserer beiden Radteams sich abstrampelten, ging unsere Support-Crew (Paddy, Craige, Sandra und Bronnie) ein wenig auf Sightseeing Tour und besichtigte den Fox Glacier. Hier ein paar von Paddy’s Bildern:

Lee und Delwyn im Ziel!
Zielfoto mit den „numb bums“ und den „old spokes“.
Und nochmal mit der Aussicht übers Meer: Lee, ich, Delwyn, Sandy und Winnie.

Danach stärkten wir uns am Motorhome der Neuroendocrine Cancer NZ mit von Michelle gekochten Mac&Cheese – yummy!!!

Lee beim Auffüllen der leeren Kohlenhydratspeicher.

Paddy und ich liefen dann noch kurz zum Aussichtspunkt, schließlich waren wir ja doch irgendwie auch Touristen:

Dann packten wir die Räder auf Lee’s Autodach und machten uns auf den Weg nach Haast, wo wir ein Motelzimmer gebucht hatten. Nach der dringend benötigten Dusche setzten wir uns mit Lee, Sandra, Winnie und Bronnie in die Sonne und genossen ein Bierchen, bevor wir zum Hotel aufbrachen, wo die zweite Pelotonparty stattfand. Wie schon am vorherigen Abend bekamen wir dort Zwischenstände, Informationen zur nächsten Etappe, aber auch Informationen über die charities, über Julien Dean und die Organisatoren und Helfer der Tour.

Simon, einer der Organisatoren, und Tour Ambassador Julien Dean.

Da wir inzwischen halb am Verhungern waren, entschieden wir numb bums uns dafür, im von unserem Motel benachbarten Pub essen zu gehen – wie viele andere auch, und so kam es zu langen Wartezeiten bis wir endlich unser Essen hatten. Aber die Burger waren sehr lecker!

Lee, Paddy, Bronnie, Winnie und Sandra – immerhin zwei hatten ihr Essen schon!

Danach ging es nur noch ins Bett, morgen stand ein anstrengender Tag mit zwei bergigen Etappen bevor, und einem mit 9 Uhr vergleichsweise frühen Start.

Stage 4.1: Haast – Makarora (81 km, 970 Höhenmeter)

Der vierte Tag der Tour startete mit einer Hiobsbotschaft: Winnie würde nicht an den Start gehen können, er hatte sich einen Infekt eingefangen, und so würden wir numb bums nur zu viert unterwegs sein. Für die Mannschaftswertung war das kein Problem, da nur die ersten drei Radler gewertet werden. Da Sandy gute Chancen darauf hatte, ihre Altersklasse zu gewinnen, bekam sie für die letzten beiden Tage einen „Freifahrtschein“ und durfte ihr eigenes Tempo gehen.

Lee und ich am Start in Haast. Es war noch ziemlich kühl am Morgen, wie man sehen kann…
Blick entlang des Haast River in die Berge – dort wartete der Haast-Pass auf uns…
Wunderschöne Ausblicke in die Berge.

Das Rennen begann relativ „gemütlich“, wir radelten in einer großen Gruppe, angeführt von Julien Dean, der ein relativ gemächliches Tempo anschlug. Die ersten ca 50km waren flach bzw. sehr langsam ansteigend, bevor es dann 10 km teilweise sehr steil den Haast Pass hinaufgehen würde.

Julien Dean beim Anführen unserer Gruppe, ich (man sieht nur meinen Schuh) und Delwyn dicht dahinter.

Ein paar hundert Meter vor uns konnte ich Sandy sehen, die ganz allein ihr Rennen bestritt. Da mir das Tempo von Julien zu langsam war und ich dachte, Lee und Delwyn würden mir folgen, gab ich Gas und versuchte, Sandy einzuholen, was mir schließlich auch gelang, Lee und Delwyn waren jedoch in der Gruppe geblieben. Ein paar Kilometer radelten wir zu zweit, bevor eine große Gruppe um die „4 old spokes“ uns überholte und wir uns anhängten. Im flotten Tempo ging es zusammen bis zum Fuße des Haast-Passes.

Noch war ich in der Gruppe unterwegs…
… bevor ich am Berg abreißen lassen musste – aber da muss eh jeder sein eigenes Tempo finden.
Echter Teamgeist: Neil hilft Robbie den Berg rauf, der mit heftigen Rückenschmerzen zu kämpfen hatte.
Dementsprechend happy kamen die „4 old spokes“ dann ins Ziel der ersten Etappe des heutigen Tages.

Sandy hatte ein richtig gutes Rennen und kam nicht weit hinter den „4 old spokes“ ins Ziel, und auch ich war dank der schnellen ersten 50km nicht wahnsinnig weit hinter Sandy. Allerdings musste ich mich ganz schön den Berg hinauf quälen, das war echt kein Spaß! Die restlichen knapp 20km zogen sich für mich dann wie Kaugummi, da ich ganz allein unterwegs war und keine Gruppe hatte, in der ich mich erholen konnte. Ich war fix und alle, als ich endlich in Makarora ankam, und hatte keine Ahnung, wie ich weitere knapp 50km schaffen sollte…

Delwyn und Lee kamen dann ein paar Minuten nach mir ins Ziel, sie hatten sich die Zeit für ein Selfie am Haast-Pass genommen 🙂

Gipfel-Selfie: Lee und Delwyn.

In Makarora hatten wir ca 1,5 Stunden Pause, die wir dazu nutzten, unsere Kohlenhydrat- und Flüssigkeitsspeicher wieder aufzufüllen und uns zu erholen. Außerdem schlüpften wir aus den nass geschwitzten Sachen in unsere schwarzen Team-Trikots. Michelle von Neuroendocrine Cancer NZ nutzte die Pause dazu, alle Radler für ein Foto zusammen zu trommeln, die ihre charity unterstützten, und die meisten trugen auch das von ihnen gesponserte Jersey:

Die meisten der 26 Radler, die Neuroendocrine Cancer NZ als ihre charity gewählt und unterstützt hatten.

Stage 4.2: Makarora – Hawea (46 km, 571 Höhenmeter)

Bevor es wieder auf die Räder ging für die zweite Etappe des Tages, gab es noch ein paar Worte von Julien Dean:

Kurzes race briefing und ein paar motivierende Worte von Julien.

Erstaunlicherweise hatte ich mich in der Pause doch ganz gut erholt und hatte keine Probleme, mit Lee und Delwyn mitzuhalten. Sandy war schon kurz nach dem Start entschwunden, doch wir drei blieben für diese Etappe zusammen. Ich war mega-dankbar, dass Lee die gesamte Führungsarbeit leistete – meine Beine waren ziemlich fertig, vor allem bergauf! Lee hingegen schien noch super-frisch zu sein und musste ein paarmal von Delwyn und mir gebremst werden, weil wir nicht mithalten konnten. Diese Etappe war für mich landschaftlich die schönste (obwohl alle echt toll waren), und der strahlende Sonnenschein machte alles noch schöner! Wir fuhren zuerst am dunkelblauen Lake Wanaka entlang, bevor es nochmal ziemlich steil über „The Neck“ rüber ging zum Lake Hawea:

Lake Wanaka und die Berge im Hintergrund.
Lake Wanaka.
Lee in front, dahinter ich und Delwyn und noch ein paar andere.
Und noch einmal – ich konnte sogar noch/wieder lächeln 😉
Die „4 old spokes“ beim Hinauffahren des „necks“ zwischen den beiden Seen – was für ein Anblick mit den Bergen im Hintergrund!

Erschöpft aber glücklich rollten wir in Hawea über die Ziellinie und wurden von Sandy, den „4 old spokes“ und natürlich unserem Support-Team begrüßt, die dort schon auf uns warteten. Ziemlich müde und kaputt stieg ich ins Auto, und wir fuhren zu unserem AirBnB in Albert Town bei Wanaka. Der Abend wurde erwartungsgemäß nicht sehr lang, wir duschten, gingen in das benachbarte Restaurant zum Abendessen und dann ging es relativ früh ins Bett. Morgen wartete die letzte Etappe auf uns – eine 50km-bergauf-Fahrt zum Crown Range Summit!

Stage 5: Wanaka – Crown Range Summit (36 km, 787 Höhenmeter)

Das Wetter war erneut einfach nur traumhaft, die Sonne strahlte vom Himmel und wärmte die kühle Morgenluft relativ schnell auf. Wir trafen uns am Hotel, wo die Mehrzahl der Teilnehmer untergebracht war, denn dort würde auch der Start der heutigen Etappe sein. Meine Sorge, dass meine Beine zu kaputt sein würden für ein Rennen, erwies sich zum Glück als unbegründet, ich fühlte mich echt gut!

Die „5 numb bums“ und die „4 old spokes“ vor der letzten Etappe dieser Tour.
Und hier nochmal die „4 old spokes“ Neil, Shane, Robbie und Des.
Vorstartstimmung – alles bereit für den letzten Teil der ToNZ!

Pünktlich um 9.00 Uhr ging es los – die letzte Etappe der ToNZ 2025! 36 km bergauf, das klang nicht gerade angenehm. Überraschenderweise aber war es überwiegend gut machbar, denn bis auf die letzten 5 km ging es nur recht gemächlich mit geringer Steigung bergauf. Sandy suchte sich wieder eine schnellere Gruppe, um wenn möglich ihre Altersklasse zu gewinnen, während Lee, Delwyn und ich zusammen blieben. Winnie hatte beschlossen, diese Etappe trotz angeschlagener Gesundheit zu fahren, aber sagte gleich zu Beginn, dass er in seinem eigenen Tempo fahren würde und wir nicht auf ihn warten sollten. Erneut leistete Lee den Löwenanteil der Führungsarbeit, er war echt in Topform! Auch meine Beine waren überraschend gut, und selbst die letzten, ziemlich steilen Kilometer waren zwar hart, aber nicht so schlimm wie den Haast-Pass hinauf. Trotzdem war ich überglücklich, als ich die Ziellinie überfuhr – es war geschafft!! Das viele Training hatte sich bezahlt gemacht, wir hatten alle Etappen wirklich gut absolviert! Was für ein cooles Erlebnis!!!

Langsam ging es den Berg hinauf…
Das berühmte Cardrona Hotel – leider war keine Zeit für einen Drink 🙂
Eines der Begleitfahrzeuge.
Der letzte Part dieser Etappe war ziemlich steil…
Geschafft!! Endlich im Ziel am Crown Range Summit!
Das obligatorische Gipfelfoto 🙂
Best supporter in the world!! Vielen Dank für alles, Paddy! Ohne dich wäre das so nicht möglich gewesen (auch im Vorfeld mit dem vielen Training, best boss ever :-))
Best team ever!! Die „5 numb bums“ mit Lee, Winnie, Sandy, Delwyn und mir. Es war mir eine Ehre, Teil dieses Teams gewesen zu sein!
Blick vom summit Richtung Queenstown.
Einfach nur atemberaubend schön!

Nach den obligatorischen Zielfotos sausten wir ein paar Kilometer auf unseren Rädern den Berg hinunter – wo bleibt der Spaß, wenn man nur den Bergauf-Teil hat?!? – bevor unser Support-Team uns aufsammelte und nach Queenstown ins Event Center brachte, wo die Siegerehrung und Verabschiedung stattfinden sollte. Bevor wir mit Mittagessen versorgt wurden hieß es jedoch für den Großteil der Teilnehmer: Räder auseinandernehmen und verpacken:

Unser Team war da fein raus, denn Sandy, Winnie, Lee und ich würden ja noch ein paar Urlaubstage dranhängen, und Delwyn gab Lee ihr Rad mit, so dass es nicht verpackt werden musste. Deshalb gönnten wir uns entspannt einen Kaffee, während die „old spokes“ packten:

Sandy, Bronnie, Winnie, Delwyn und Paddy beim Kaffeetrinken.

Dann gab es für alle ein Lunchpaket und die Abschlussveranstaltung startete. Neben zahlreichen Abschlussreden und vielen Danksagungen an die Organisatoren, die charities, Julien Dean und die Teilnehmer gab es eine Tombola mit coolen Preisen wie Fahrrädern, und schlussendlich die Siegerehrungen (zumindest die Kategorien, in denen Sieger schon feststanden). Unsere beiden Teams belegten jeweils den zweiten Platz in ihrer jeweiligen Kategorie. Wie sich einen Tag später herausstellte (Sandy konnte es nicht glauben, rechnete alle Zeiten nach und fand heraus, dass wir eigentlich gewonnen hatten), hätten wir erster sein sollen, aber was solls, es war ja keine Weltmeisterschaft.

Auch unsere Individualergebnisse konnten sich sehen lassen: Robbie gewann seine Altersklasse, Sandy wurde zweite und ich dritte in unseren jeweiligen Altersklassen. Außerdem wurde Sandy als erste Frau im Ziel der letzten Etappe geehrt, grandiose Leistung!

Julien bei seiner Abschlussrede.
Alle lauschten gebannt (oder müde?)
Siegerehrung für die „mixed category“: zweiter Platz für die „numb bums“.
Siegerehrung für die „corporate category“: zweiter Platz für die „old spokes“.

Für die letzte Nacht hatten wir uns ein Zimmer in einem fancy Hotel in Queenstown gebucht – was für ein Luxus! Wir hatten sogar eine Badewanne, was ich gleich mal ausnutzte – meine geschundenen Muskeln freuten sich sehr über das heiße Bad!

Abends trafen wir uns im „Lonestar“ für unsere Abschlussparty -nach dem wochenlangen Training und dem erfolgreichen Abschluss der ToNZ hatten wir uns das redlich verdient! Und was für eine Party das war! Ich habe keine Ahnung, wie viele Runden shots geflossen sind, aber meinem Kopf am nächsten Tag nach zu urteilen definitiv zu viele 😉

Lee, Sandra, Craige, Sandy, Robbie und Paddy brühten über der Speisekarte.
Die linke Seite des Tisches hatte sich anscheinend schon entschieden 🙂
Da schauen Sandy und ich schon seeehr glücklich aus! 😉

Das war unser großes Abenteuer „Tour of New Zealand 2025“! Wer weiß, vielleicht gibt es ja 2027 eine Fortsetzung?!

Im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über den anschließenden Urlaub, den Paddy und ich auf der Südinsel verbrachten.

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