Hallo liebe Leser,
schön, dass ihr trotz meiner laaaaaangen Pause wieder hier vorbei schaut! Irgendwie war immer was los (oder ich war einfach zu faul), so dass mein letzter Blogbeitrag inzwischen 8 Monate her ist – wie die Zeit verfliegt!
Zu allererst mal das Wichtigste: Paddy, Harvey und mir geht es gut, wir sind alle gesund und munter. Neuigkeiten gibt es nicht sehr viele, aber natürlich haben wir so einiges gemacht und unternommen seit ihr letztes Mal von mir gehört habt. Ich werde euch das Wichtigste zumindest in Kurzform schreiben, so dass ihr wieder auf dem Laufenden seid. Ich fange mal bei dem an, was mich zur Zeit am meisten beschäftigt: die Vorbereitungen auf die „Tour of New Zealand“, ein fünftägiges Radrennen, dass über 450km von Greymouth bis fast nach Queenstown führt. Falls euch Details interessieren, schaut auf deren Website vorbei: https://www.tourofnewzealand.co.nz.

Unser Radl-Club wird mit zwei Teams vertreten sein, die schnellen „4 old spokes“ mit Neil, Shane, Des und Robbie und das (etwas langsamere) Team „5 numb bums“ mit Sandy, Lee, Delwyn, Winnie und mir. Seit Januar trainieren wir 5-6x wöchentlich (300-400km pro Woche), teilweise zusammen, teilweise solo und bauen unsere Ausdauer und hill climbing Fähigkeiten aus. Im Januar starteten wir, die „numb bums“, das erste Mal als Team mit einem Heimrennen, der „Tour de Beautiful“ über 100km. Da Lee noch von einer Covid-Erkrankung geschwächt war, waren wir nur zu viert, und das Rennen diente als Standortbestimmung, das wir ohne großes Training absolvierten. Die Stimmung war gut, die Leistung noch ziemlich durchwachsen (vor allem bei mir), aber es war ein guter Start in all das, was wir in den folgenden 2,5 Monaten trainieren würden.

Jeden Samstag trafen wir uns um 7.00 Uhr in der Früh für eine lange Trainingsfahrt, also 100km oder länger, die von Woche zu Woche bergiger wurde. Zum Glück war uns das Wetter überwiegend wohl gesonnen, nur hin und wieder erschwerte der Wind das Radeln. Hier ein paar Eindrücke:



Natürlich darf das Vergnügen und vor allem der Kaffee nicht zu kurz kommen, mindestens ein Kaffee-Stop am Ende (manchmal ein zusätzlicher in der Mitte) ist Pflicht!



Letztes Wochenende starteten vier der fünf „numb bums“ und das komplette „old spokes“ Team beim Laskey Bush Ride über die 125k Distanz, einem ziemlich bergigen Rennen (1460 Höhenmeter), in Mangatainoka. Ich fuhr am Freitag schon hin, holte unsere Startnummern ab und fuhr den Kurs mit dem Auto ab – das würde seeeeehr anstrengend werden!! Dann baute ich mein Dachzelt auf und wartete auf Sandy, die mit ihrem Wohnmobil am Abend nachkam.






Am nächsten Morgen trafen wir uns mit den anderen Teammitgliedern und einigen anderen Radlern aus Central Hawke’s Bay – wir waren eine recht große Gruppe, die über verschiedene Distanzen radeln würden:

Und dann ging es um 9.00 Uhr los auf die 125k lange Runde. Leider lief es nicht gut für mich, nach 90km musste ich völlig erschöpft aufgeben – der 8km lange Anstieg über die Hügelkette war nach über 80km ohnehin schon hügeliger Fahrt an diesem Tag einfach zu viel. Das war eine bittere Enttäuschung nach all dem Training, da hieß es Nachjustieren der Flüssigkeit-und Nahrungsaufnahme während des Rennens und noch mehr Bergtraining… Meine Teamies waren jedoch echt gut und fit und beendeten das Rennen erfolgreich! Trotz des bitteren Endes für mich war es ein schönes Rennen mit einem tollen Team in atemberaubender (sprichwörtlich!) Landschaft!

Jetzt sind es noch 2,5 Wochen bevor es losgeht, d.h. die nächsten 1,5 Wochen steht noch hartes Training mit vielen climbs an, die Woche vor dem Rennen nur noch lockeres Training, so dass die Beine bis zum Start der Tour erholen können. Ich freue mich schon riesig auf dieses Abenteuer, wo wir nicht nur an unsere körperlichen und psychischen Grenzen werden gehen müssen, sondern wo wir auch neue Leute kennen lernen, atemberaubende Landschaften sehen und einen guten Zweck unterstützen werden. Denn neben einem coolen Radrennen ist diese Veranstaltung ins Leben gerufen worden, um für verschiedene wohltätige Zwecke Geld zu sammeln. Mein Team hat sich dafür entschieden, „Neuroendocrine Cancer NZ“ zu unterstützen, das heißt, wir haben uns dazu verpflichtet, $500 pro Radler an Spenden zu sammeln, das in Forschung und Hilfe für Betroffene fließen wird. Es wäre toll, wenn der ein oder andere von euch ein paar Dollars/Euros übrig hätte und sie dieser Stiftung spenden würde. Hier der link, der euch direkt auf meine Spendenseite führt, wo ihr neben dem momentanen Spendenstand auch Informationen zur Tour of New Zealand und natürlich der Neuroendocrine Cancer NZ Stiftung findet. Vielen dank schonmal an alle, die spenden 🙂
https://tourofnewzealand25.grassrootz.com/net-cancer-nz/susanne-franz

Natürlich werde ich hier in meinem Blog über die Tour of New Zealand ausführlich berichten!
Direkt nach der Tour werden Paddy und ich noch eine Woche Urlaub auf der Südinsel machen, wenn wir schonmal da sind. Wir freuen uns schon riesig darauf, auch wenn es nur eine recht kurze Auszeit ist. Aber wir können uns nicht jedes Jahr zwei Monate Auszeit genehmigen, und da wir gerne nächstes Jahr wieder nach Deutschland und Europa kommen würden, wird der Urlaub dieses Jahr klein (und deutlich kostengünstiger) ausfallen.
Natürlich besteht mein Leben nicht nur aus Radfahren (obwohl das gerade sehr viel Zeit in Anspruch nimmt), hin und wieder arbeite ich auch mal ein bisschen auf dem Campingplatz ;-). Nachdem Ende Dezember und Januar kühl und verregnet waren, war unsere Hauptsaison leider ziemlich ruhig, aber seit Februar ist der Sommer zurück und seitdem sind wir recht busy. Leider bekommen wir dieses Jahr (und wahrscheinlich auch in der Zukunft) keine Erntehelfer mehr – Mr.Apple, mit denen Paddy seit über 25 Jahren zusammen arbeitet, hat uns kurzfristig abgesagt, obwohl sie uns zwei Wochen vorher 34 Erntehelfer für 3 Monate versprochen hatten. Das ist nicht nur ärgerlich, sondern für uns auch ein großer finanzieller Verlust – normalerweise bringt uns das über den Winter und bezahlt für die Versicherung, die sich seit dem Cyclone verdreifacht hat. Jetzt hoffen wir, eventuell mehr mit forestry companies zusammen zu arbeiten, drückt uns die Daumen, dass das klappt. Irgendwie wird es schon 😉
Paddy ist fleißig dabei, unsere Wohnwagen-Leichen aus dem Cyclone zu restaurieren und zu reparieren. Gerade hat er Nummer drei gestartet, den großen Regent Caravan, der im Moment so aussieht (nachdem neue Fenster drin sind und er grob von Schlamm gereinigt wurde):



Der zweite Caravan, den Paddy komplett restauriert hat, ist echt toll geworden! Hier ein paar Bilder vom Wohnwagen post flooding:
Nach monatelanger Arbeit im Inneren des Wohnwagens ging es am Ende ans Lackieren des Äußeren, und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen:



Tracey, unsere Gärtnerin, ist in diesen Wohnwagen eingezogen und hat ihn auch innen sehr wohnlich gestaltet (danke, dass ich Fotos machen durfte!:



Neben dem Arbeiten auf dem Campingplatz und der Restaurierung von Wohnwägen spielt Paddy natürlich immer noch Gitarre. Da seine Band gerade eine Auszeit nimmt (mit ungewisser Zukunft, schon ein bisschen traurig), bleibt Zeit für andere Projekte, und so kam ihm die Idee, eine Art „Open Mic Afternoon“ jeweils am ersten Sonntag im Monat im Waipukurau Club zu starten. Hier spielen verschiedene Musiker/Bands jeweils maximal 4 Songs, was für jede Menge Abwechslung sorgt. Die erste Veranstaltung am 02.03.25 war ein voller Erfolg! Hier ein paar Eindrücke:





So, das wars erstmal für heute, jetzt seid ihr auf dem aktuellen Stand. Ich werde versuchen, in den nächsten Tagen einen Blogbeitrag mit einem Rückblick über die letzten Monate zu schreiben. Und natürlich wird es einen ausführlichen Bericht über die Tour of New Zealand geben 🙂
Bis dahin macht es gut! Ich freue mich wie immer über Rückmeldungen, Texts, Spenden an Neuroendocrine Cancer NZ und ganz generell auf jede Nachricht von euch! Ich vermisse euch (all meine Freunde in Deutschland) sehr! Bis zum nächsten Blog!
Eure Susi











