300 days without him…

Hallo liebe Leser, eigentlich gibt es nichts Neues bei mir, aber ich wollte mich trotzdem mal wieder melden, gerade auch, weil ja jetzt persönliche Kontakte wieder schwierig werden ab Montag mit dem erneuten Lockdown.

Morgen werden es 300 Tage, dass Paddy und ich uns nicht gesehen haben, uns nicht in den Arm nehmen und küssen konnten, nicht aufwachen und den anderen neben uns sehen und uns nochmal ankuscheln konnten – alles Dinge, die so normal sind und die man für selbstverständlich hält, wenn man sie hat. Eigentlich sollte man meinen, es wird mit der Zeit leichter, weil man sich irgendwie daran gewöhnt, aber zumindest in unserem Fall stimmt das nicht – ich vermisse ihn mehr und mehr jeden Tag, und ihm geht es genauso.

Wahrscheinlich auch, weil ich mir ein neues Leben in Deutschland aufbauen musste, das ich nicht wollte, in einer neuen Stadt, in der ich nicht viele Menschen kenne, mit einem Job, in dem ich seit 13 Jahren nicht gearbeitet habe und gefühlt weit weg von all meinen Freunden und natürlich von Paddy bin. Aber nun Schluss mit dem Gejammer, so schlimm ist es auch nicht, ich fühle mich eigentlich ganz wohl in Freising, und die Arbeit macht auch Spaß. Trotzdem warte ich eigentlich nur darauf, dass ich endlich nach Neuseeland kann…

Cooler Sonnenuntergang von meinem Fenster aus betrachtet.

Nachdem ich ja jetzt, verglichen mit meinem Lehrerjob, viel Zeit habe, verbringe ich meine Freizeit (ja, hab ich jetzt tatsächlich! Fühlt sich noch ganz komisch an) hauptsächlich damit, meine neue Umgebung kennen zu lernen – neben jeder Menge Skypen mit Paddy natürlich. D.h. ich wandere ganz viel durch Freising und die umliegende Natur, und es ist echt schön hier. Hier ein paar herbstliche Eindrücke:

Spaziergang mit Tanja, Sven und Anton, die mich in meiner neuen Heimat besuchten.

Manchmal gehe ich abends nach dem Spätdienst noch ein wenig durch die Stadt, um noch ein bisschen Bewegung zu kriegen, oder einfach abends nach einem Frühdienst. Beleuchtet ist Freising auch ganz nett:

Blick vom Domberg über Freising.

Heute hab ich auch mal wieder ein Los gezogen, leider musste ich die Aufgabe etwas abändern…

Ich habe zwar keine Bergtour mit Freunden gemacht, dafür aber beschlossen, diesen wunderschönen letzten Oktobertag für eine Radtour (allein) zu nutzen. Und so radelte ich bei schönstem Sonnenschein los, geplant war eine 45km Rundtour nach Moosburg und zurück:

Die ersten paar Kilometer ging es sehr hügelig durchs Freisinger Umland, aber sobald ich den Amper-Radweg erreichte, war der Rest der Tour flach – und wunderschön. Auf kleinen Nebenstraßen und Radwegen ging es gemütlich nach Moosburg, und an der Isar entlang zurück. Schade, dass es wettertechnisch wohl nicht mehr viele Tage wie diesen geben wird…

Nach ca 20 km kam ich dann in Moosburg an und fuhr eine kleine Runde durch die Innenstadt:

Dann ging es hinunter zur Isar und an der Isar entlang zurück nach Freising:

Segelflieger beim Start.

So schau ich beim Radeln aus, inzwischen mit Helm – dank Paddy 🙂

Jetzt wohne und arbeite ich schon einen ganzen Monat hier, echt krass. Es gibt immer noch viel zu lernen auf Station, aber ich hab auch noch ein bisschen Einarbeitungszeit. Ich bin gespannt, wie das mit Corona weitergeht, bisher hatten wir nur 1-2 Patienten auf unserer Station, aber das wird sich wohl bald ändern…

Nächste Woche wird es spannend: Wir haben soweit sämtlichen Papierkram für Immigration New Zealand zusammen (was etliche Tage und Stunden Zeit gekostet hat mit Sammeln, Formatieren, Chats zensieren, …) , unsere Immigration adviser Sally hat alles begutachtet und wird in den nächsten Tagen den Antrag für die Ausnahmegenehmigung (ihr erinnert euch – EOI für „Expression of Interest“) stellen, und dann heißt es Daumen drücken und hoffen… Leider hat sich an unseren Chancen nichts geändert, und die meisten Leute in der Facebook-Gruppe haben mehrere Anläufe gebraucht, um erfolgreich zu sein, deswegen versuche ich, nicht zu viel zu erwarten, denn dann tuts umso mehr weh… trotzdem hoffen wir natürlich. Also drückt ganz fest die Daumen für uns!

Das wars mal wieder von mir. Morgen geht es nach 5 freien Tagen wieder in die Arbeit für die nächsten 8 Tage. Lasst euch nicht runterziehen vom erneuten Lockdown und bleibt vor allem gesund!

Ganz liebe Grüße 🙂

2 Kommentare zu „300 days without him…“

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